Schicksal und Bestimmung - Günderode, Karoline von - Gedichtanalyse
Einleitung
Lernziel: Du untersuchst das Gedicht Schicksal und Bestimmung, das Karoline von Günderode zugeschrieben wird. Du lernst, Schicksal (das, was uns widerfährt) und Bestimmung (das Ziel, an dem wir unser Handeln ausrichten) zu unterscheiden. Zielgruppe: Klasse 9/10; Vertiefung für Klasse 11–13.
Wichtig: Die TextGrid-Edition vermerkt ausdrücklich: Die Zuschreibung an Günderode ist umstritten. Das Gedicht entstand wohl vor 1801; erstmals gedruckt wurde es 1896. Die hier benutzte digitale Quellfassung beruht auf einer Edition von 1920, nicht auf einer geprüften Handschrift. Im Unterricht sprechen wir deshalb von einem Günderode zugeschriebenen Gedicht.
Zum vorhandenen Gedichttext: Gedicht – Schicksal und Bestimmung – Günderode, Karoline von. Für die Überprüfung lies zusätzlich die TextGrid-Edition mit ihren Metadaten. Bestehende Texte bleiben eigenständige Quellen; dieser Kurs ist eine Analyse und keine zweite Gedichtseite.

Bildfrage: Warum erklärt ein Porträt nicht automatisch die Bedeutung eines lyrischen Ichs?
Gedichttext und verlässliches Zitieren
Quellfassung: editionbasierte Übertragung
An Charlotte. Es folgen genau 36 nummerierte Verse nach TextGrid, Edition 1920. Die Verszahlen sind unsere Orientierung und gehören nicht zum Original. Schreibungen wie „Ueberall“, „Daß“ und „bewußt“ bleiben hier erhalten. Die Fußnotenziffern der Edition gehören nicht zum Gedichttext.
V. 1 Blumen flecht' ich scherzend nicht für dich zum Kranze,
V. 2 Und mein Rhythmus weiht sich nicht zum leichten Tanze,
V. 3 Von Bestimmung red' er ernste Worte dir.
V. 4 Hoffend, wünschend, suchst du – doch vernimm die Lehre,
V. 5 Wenn dem Herzen jeder Wunsch befriedigt wäre,
V. 6 Ungestillet bleibt das Sehnen deiner Brust.
V. 7 Keins von allen Gütern dieser weiten Erde,
V. 8 Keines! dem nicht Schmerz und Reue sei Gefährte,
V. 9 Ueberall verfolgt die Plagegöttin dich.
V. 10 Freundschaft, Liebe winken freundlich aus der Ferne,
V. 11 Wie am Horizonte hell die Brüder Sterne,
V. 12 Doch das eherne Geschick verschont sie nicht.
V. 13 Reißt dich fremde Schuld nicht von verbund'nen Herzen,
V. 14 Ha! so fühlst du's spät, durch tief're Schmerzen,
V. 15 Eigner Wahn zerriß der Erde schönstes Band.
V. 16 Drum entsage willig auch dem liebsten Gute,
V. 17 Daß dein oft getäuschtes Herz nicht schmerzlich blute.
V. 18 Edlerm Streben spare deines Geistes Kraft.
V. 19 Folge nur der Pflicht, ob sie am ödsten Strande
V. 20 Einsam, ungeliebt und unbeweint dich bannte:
V. 21 Deiner Götter Abkunft Siegel ist sie dir.
V. 22 Tugend ist das Ziel, nach dem die Millionen
V. 23 Geister, die den ungemess'nen Raum bewohnen,
V. 24 Ringen zur Vollendung und zur Göttlichkeit.
V. 25 Wie Planeten um die Sonn' in ew'gen Kreisen,
V. 26 Eilen sie auf Millionen Weg' und Weisen
V. 27 Hin zum Ideale der Vollkommenheit.
V. 28 Blicke stolz hinauf zum herrlich hohen Ziele,
V. 29 Dräng' ihm zu, und wankst du, irret auch dein Wille,
V. 30 Deiner Würd' und Freiheit bleibst du dir bewußt.
V. 31 Zwar im Kampfe wird noch deine Kraft ermüden,
V. 32 Schwache Erdentugend gibt dem Geist nicht Frieden,
V. 33 Dennoch deinem Ideale naht sie dich.
V. 34 Laß denn immerhin die Göttin Schicksal walten,
V. 35 Ob sich dunkle Wolken gegen dich auch ballten,
V. 36 Groß und ruhig siehst du ihrem Gange zu.
Lesefassung: behutsam modernisierte Orthografie
An Charlotte. Diese Lesefassung hat denselben Wortlaut und dieselben 36 Verse. Nur fünf ältere Schreibweisen sind für das Lesen angepasst: Ueberall → Überall, zerriß → zerriss, Daß → Dass, bewußt → bewusst, Laß → Lass. Apostrophe und historische Wortformen bleiben erhalten. Sie ist keine Übersetzung.
V. 1 Blumen flecht' ich scherzend nicht für dich zum Kranze,
V. 2 Und mein Rhythmus weiht sich nicht zum leichten Tanze,
V. 3 Von Bestimmung red' er ernste Worte dir.
V. 4 Hoffend, wünschend, suchst du – doch vernimm die Lehre,
V. 5 Wenn dem Herzen jeder Wunsch befriedigt wäre,
V. 6 Ungestillet bleibt das Sehnen deiner Brust.
V. 7 Keins von allen Gütern dieser weiten Erde,
V. 8 Keines! dem nicht Schmerz und Reue sei Gefährte,
V. 9 Überall verfolgt die Plagegöttin dich.
V. 10 Freundschaft, Liebe winken freundlich aus der Ferne,
V. 11 Wie am Horizonte hell die Brüder Sterne,
V. 12 Doch das eherne Geschick verschont sie nicht.
V. 13 Reißt dich fremde Schuld nicht von verbund'nen Herzen,
V. 14 Ha! so fühlst du's spät, durch tief're Schmerzen,
V. 15 Eigner Wahn zerriss der Erde schönstes Band.
V. 16 Drum entsage willig auch dem liebsten Gute,
V. 17 Dass dein oft getäuschtes Herz nicht schmerzlich blute.
V. 18 Edlerm Streben spare deines Geistes Kraft.
V. 19 Folge nur der Pflicht, ob sie am ödsten Strande
V. 20 Einsam, ungeliebt und unbeweint dich bannte:
V. 21 Deiner Götter Abkunft Siegel ist sie dir.
V. 22 Tugend ist das Ziel, nach dem die Millionen
V. 23 Geister, die den ungemess'nen Raum bewohnen,
V. 24 Ringen zur Vollendung und zur Göttlichkeit.
V. 25 Wie Planeten um die Sonn' in ew'gen Kreisen,
V. 26 Eilen sie auf Millionen Weg' und Weisen
V. 27 Hin zum Ideale der Vollkommenheit.
V. 28 Blicke stolz hinauf zum herrlich hohen Ziele,
V. 29 Dräng' ihm zu, und wankst du, irret auch dein Wille,
V. 30 Deiner Würd' und Freiheit bleibst du dir bewusst.
V. 31 Zwar im Kampfe wird noch deine Kraft ermüden,
V. 32 Schwache Erdentugend gibt dem Geist nicht Frieden,
V. 33 Dennoch deinem Ideale naht sie dich.
V. 34 Lass denn immerhin die Göttin Schicksal walten,
V. 35 Ob sich dunkle Wolken gegen dich auch ballten,
V. 36 Groß und ruhig siehst du ihrem Gange zu.
Textkritische Stelle: TextGrid hat in V. 12 „verschont sie nicht“. Eine andere nachlesbare Edition bietet „verschont dich nicht“. Für unsere Aufgaben gilt TextGrid als Bezugsfassung. Unterschiedliche Fassungen nicht unbemerkt mischen!
Worterklärungen statt falscher Übersetzung
- Kranze (V. 1): Kranz aus Blumen; hier Bild für eine leichte, feierliche Dichtung.
- ungestillet (V. 6): nicht gestillt; Sehnsucht bleibt.
- Plagegöttin (V. 9): bildliche Gestalt des Leidens.
- ehernes Geschick (V. 12): hart und unbeugsam wirkendes Schicksal.
- Eigner Wahn (V. 15): eigene Täuschung oder Selbsttäuschung.
- Pflicht / Tugend (V. 19 und 22): moralisches Handeln / Haltung.
- Ideal (V. 27 und 33): ein hohes Vorbild oder Ziel.
Übersetzung bedeutet Übertragung in eine andere Sprache. Hier wird keine fremdsprachige Übersetzung als Gedicht ausgegeben. Interpretation ist eine begründete Deutung: Aussage + genaues Verszitat + Erklärung.
Wer spricht zu wem?
Die Anrede „An Charlotte“ nennt eine Empfängerin. Wer diese Charlotte genau war, lässt sich aus dem Gedicht allein nicht sicher bestimmen. Das lyrische Ich spricht eine Person mit „du“ an (V. 1, 4, 9 und 34–36). Es wirkt zugleich vertraut und belehrend.
Beobachtung: Das Ich verspricht keine leichte Unterhaltung. Es sagt „Von Bestimmung red' er ernste Worte dir“ (V. 3). Das ist ein Programm für das Gedicht.
Verlauf in drei Schritten:
- V. 1–15: Wünsche, Liebe und Freundschaft sind verletzlich. „Ungestillet bleibt das Sehnen deiner Brust“ (V. 6).
- V. 16–30: Das Ich empfiehlt Pflicht, Tugend und ein hohes Ideal. „Folge nur der Pflicht“ (V. 19).
- V. 31–36: Auch ein gutes Handeln beendet nicht jedes Leiden. Dennoch soll das Du „Groß und ruhig“ (V. 36) bleiben.
Merke: Lyrisches Ich und historische Autorin sind nicht automatisch dieselbe Person. Du prüfst immer zuerst die Stimme im Text.
Strophen, Reime und Klang
Die Fassung besteht aus 12 Strophen mit je 3 Versen: also 36 Versen. Der Vers ist eine einzelne Gedichtzeile; die Strophe ist eine Gruppe solcher Zeilen.
Viele Strophen starten mit einem hörbaren Reimpaar, etwa „Kranze / Tanze“ (V. 1–2), „Ferne / Sterne“ (V. 10–11) oder „walten / ballten“ (V. 34–35). Der dritte Vers gibt oft eine Aussage oder Wendung: „Von Bestimmung red' er ernste Worte dir“ (V. 3). Prüfauftrag: Nicht jedes Klangpaar ist ein vollkommener Reim; „Erde / Gefährte“ (V. 7–8) zeigt eine Annäherung. Behaupte daher kein durchgehend identisches Reimschema und keinen exakt bestimmten Versfuß ohne eigene Prüfung.
Klang und Wirkung: Die langen Zeilen wirken eindringlich. Aufforderungen wie „Folge“ (V. 19) und „Blicke“ (V. 28) erzeugen einen mahnenden Ton. Lies V. 31–36 zweimal: einmal sehr schnell, einmal langsam. Welche Sprechweise passt besser zu „ruhig“ (V. 36)?
Hörvergleich, ausdrücklich keine Gedichtrezitation:
Achte auf ruhige Bewegung und große Bögen. Musik und Gedicht sind unterschiedliche Werke; aus der Aufnahme darfst du keine Aussage über Günderodes Vortragsweise ableiten.
Bildsprache: Schicksal und inneres Ziel
Blumenkranz (V. 1): Das Ich verweigert einen spielerischen Kranz. Das Bild grenzt ernste Belehrung von leichter Poesie ab.
Sterne (V. 10–12): Freundschaft und Liebe erscheinen hell und fern. Die Nähe ist ersehnt, aber nicht gesichert. Das „eherne Geschick“ (V. 12) steht der Hoffnung gegenüber.
Planeten und Sonne (V. 25–27): Der Kreislauf im Weltall ist ein Vergleich für die Suche nach Vollkommenheit. Das Bild ist kein naturwissenschaftlicher Beweis, sondern eine poetische Vorstellung.
Datei:Animation of the planets in orbit around TRAPPIST-1.webm Animationsfrage: Welche Bewegung kannst du sehen? Wieso eignet sich ein Kreislauf als Zeichen für ein dauerndes Streben?
Göttin Schicksal und Wolken (V. 34–35): Eine unsichtbare Macht erscheint als handelnde Figur: Personifikation. Dunkle Wolken können Belastungen darstellen. Zugleich bleibt das Du handlungsfähig: „Groß und ruhig siehst du ihrem Gange zu“ (V. 36).

Vergleiche: Im Bild siehst du mythologische Schicksalsgestalten; im Gedicht steht die einzelne „Göttin Schicksal“ (V. 34). Das ist ein Vergleich zweier Kunstwerke, keine Aussage, dass das Gedicht genau dieses Gemälde meint.
Romantik, Ethik und Deutungswege
Karoline von Günderrode (1780–1806) gehört zur deutschsprachigen Romantik. Diese Literatur fragt oft nach Sehnsucht, Gefühl, Freiheit und dem Verhältnis zwischen Mensch und Welt. Das Gedicht verbindet solche Themen mit Fragen nach Pflicht, Tugend und einem Ideal. Da die Zuschreibung umstritten ist, darf die Biografie nicht als Beweis für die Entstehung oder die Absicht dieses konkreten Textes dienen.
Lesart A – Halt finden: Weil Wünsche verletzlich sind („Schmerz und Reue“, V. 8), empfiehlt die Stimme ein Ideal und Selbstachtung („Würd' und Freiheit“, V. 30). Das muss nicht heißen, Gefühle seien wertlos.
Lesart B – kritisch lesen: Die Aufforderung „entsage“ (V. 16) und das Bild vom einsamen Pflichterfüllen (V. 19–20) können streng wirken. Du darfst fragen: Ist vollständiger Verzicht ein gutes Lebensziel?
Lesart C – zwischen beiden: Das Ich erkennt Grenzen: „Schwache Erdentugend gibt dem Geist nicht Frieden“ (V. 32). Die Botschaft könnte daher lauten: Wähle einen Wert, ohne Schmerz und Unsicherheit zu leugnen.
Videokontext 1 – Romantik:
„Romantik Epoche einfach erklärt!“ (Learning by Watching, 2021). Nutze das Video als Epochen-Einstieg; prüfe jede Aussage über das Gedicht am Originaltext.
Videokontext 2 – andere Günderrode-Dichtung:
„Hildgund to go“ von Michael Sommer. Dieses Video behandelt das andere Werk Hildgund'; es ist keine Lesung oder Deutung von „Schicksal und Bestimmung“. Vergleiche nur die Fragen nach Pflicht, Freiheit und Selbstbestimmung.
Eigene Analyse schreiben
Ein Satzmuster für deine Deutung: „Die Stimme spricht warnend zu Charlotte. Das erkenne ich an ‚Folge nur der Pflicht‘ (V. 19). Der Imperativ betont, dass das Du handeln soll.“
Drei gestufte Hilfen:
- Hilfe 1 – Finden: Unterstreiche in V. 1–6 Wörter zu Wünschen und Gefühlen. Kreise in V. 16–21 die Aufforderungen ein.
- Hilfe 2 – Ordnen: Erstelle zwei Spalten: was passiert und was kann das Du selbst tun. Ordne passende Verszahlen zu.
- Hilfe 3 – Deuten: Verbinde jeweils ein kurzes genaues Zitat mit einem Stilmittel und seiner Wirkung. Prüfe auch einen Einwand gegen deine Deutung.
Belegregel: Nur Zeilen, die du in der angegebenen Fassung findest, kommen in Anführungszeichen. Schreibweise nicht unbemerkt verändern. Gib immer die Verszahl an.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: genau lesen
An wen richtet sich die im Text genannte Widmung? (An Charlotte) (!An die Göttin Schicksal) (!An einen König) (!An ein namenloses Publikum)
Was kündigt das Ich in V. 1–3 ausdrücklich an? (Ernste Worte über Bestimmung) (!Eine Anleitung zum Blumenbinden) (!Ein leichtes Tanzlied) (!Eine Reisebeschreibung)
Was bleibt laut V. 4–6 selbst dann bestehen, wenn jeder Wunsch erfüllt wird? (Das Sehnen der Brust) (!Ein sicherer Reichtum) (!Eine feste Freundschaft) (!Ein neues Gedicht)
Was begleitet laut V. 7–9 die Güter der Erde? (Schmerz und Reue) (!Nur Lob und Anerkennung) (!Immer vollkommene Ruhe) (!Ausschließlich Glück)
Welche Begriffe werden in V. 10–12 mit fernen Sternen verbunden? (Freundschaft und Liebe) (!Krieg und Sieg) (!Schule und Beruf) (!Blumen und Erde)
Was kann nach V. 13–15 ein enges Band zerreißen? (Eigener Wahn) (!Der leichte Tanz) (!Die Sonne selbst) (!Die Wahl einer Blume)
Welche Haltung empfiehlt V. 19 mit dem Wort Folge? (Sich an der Pflicht ausrichten) (!Allen Wünschen nachgeben) (!Sich für immer verstecken) (!Niemandem mehr zuhören)
Was verdeutlicht das Bild der Planeten in V. 25–27? (Dauerndes Streben nach Vollkommenheit) (!Die genaue Größe der Sonne) (!Die Entstehung der Erde) (!Die Uhrzeit eines Festes)
Welche Haltung nennt V. 30 ausdrücklich? (Bewusstsein von Würde und Freiheit) (!Verzicht auf jedes Denken) (!Vergessen aller Ideale) (!Stolz auf reichen Besitz)
Was muss man beim Zitieren dieser TextGrid-Ausgabe zusätzlich beachten? (Die Zuschreibung an Günderode ist umstritten) (!Es gibt nur zwölf Verse) (!Das Gedicht ist im Jahr 2026 entstanden) (!Alle Ausgaben haben genau dieselbe Schreibweise)
Memory: Begriff und Erklärung
| Lyrisches Ich | Stimme im Gedicht |
| Widmung | Hinweis auf die angesprochene Person |
| Imperativ | Auffordernde Verbform |
| Personifikation | Abstrakte Macht handelt wie eine Person |
| Vergleich | Beziehung zwischen verschiedenen Bereichen |
| Quellfassung | Wiedergabe einer benannten Edition |
Drag and Drop: Beleg und Beobachtung
| Beobachtung | Passende Textstelle |
|---|---|
| Ernster Ton | Von Bestimmung red' er ernste Worte dir (V. 3) |
| Unerfüllbare Sehnsucht | Ungestillet bleibt das Sehnen deiner Brust (V. 6) |
| Forderung nach Pflicht | Folge nur der Pflicht (V. 19) |
| Kosmischer Vergleich | Wie Planeten um die Sonn' (V. 25) |
| Gelassenheit im Schluss | Groß und ruhig siehst du ihrem Gange zu (V. 36) |
Kreuzworträtsel: Wörter aus dem Text
| Kranze | Was wird in V. 1 nicht scherzend geflochten? |
| Sehnen | Was bleibt in V. 6 ungestillt? |
| Pflicht | Was soll die angeredete Person nach V. 19 befolgen? |
| Tugend | Was wird in V. 22 als Ziel bezeichnet? |
| Planeten | Welche Himmelskörper kreisen im Bild von V. 25? |
| Schicksal | Welche Göttin darf in V. 34 walten? |
LearningApps: zusätzliche Übungen suchen
Das Feld führt zu einer externen Suche; es ist kein von uns geprüfter Einzelkurs. Prüfe die Qualität jeder gefundenen Aufgabe anhand der Quelle.
Lückentext: Aussagen prüfen
Offene Aufgaben
Leicht
- Schreibauftrag leicht: Schreibe fünf kurze Sätze: Wer spricht, zu wem und worüber? Belege deine Antwort mit V. 1–3.
- Wörter ordnen: Sammle sechs Wörter für Hoffnung und Leid aus V. 4–15; gib ihre Verszahlen an.
- Lesen und markieren: Markiere in V. 16–21 jede Aufforderung und erläutere eine davon in Alltagssprache.
- Fassungen prüfen: Vergleiche V. 9 und 17 in Quell- und Lesefassung; notiere jede Änderung genau.
Standard
- Schreibauftrag Standard: Verfasse einen Absatz zur Spannung zwischen Schicksal und Pflicht mit zwei nachgeprüften Verszitaten.
- Bilder bestimmen: Erkläre den Vergleich mit Sternen (V. 10–12) und die Personifikation (V. 34–35).
- Klangprobe: Lies zwei Dreizeiler laut, markiere Reimklänge und erläutere eine Abweichung.
- Dialog: Spielt in Partnerarbeit ein Streitgespräch zu „entsage“ (V. 16); haltet Pro und Contra fest.
Schwer
- Schreibauftrag schwer: Verfasse eine strukturierte Deutung mit These, mindestens vier Versbelegen, einem Gegenargument und einem Schluss.
- Editionen vergleichen: Prüfe V. 12 in TextGrid und Bibliotheca Augustana; beschreibe, wie „sie“ bzw. „dich“ die Deutung verändert.
- Romantik untersuchen: Erkläre Sehnsucht und Ideal als mögliche romantische Themen und grenze sichere Befunde von biografischen Vermutungen ab.
- Wertkonflikt diskutieren: Entwickle einen heutigen Fall, in dem Pflicht und persönliches Glück kollidieren; prüfe, ob V. 30 und 36 weiterhelfen.


Lernkontrolle
- Erklärung: Zeige am Text, wie sich die Haltung von V. 1–15 bis V. 34–36 verändert.
- Wirkung: Analysiere an zwei Verspaaren, wie Reim und Wortwahl den Ton unterstützen oder durchbrechen.
- Abwägung: Prüfe mit drei Textbelegen, ob das Gedicht eher zum Verzicht oder zur Selbstbestimmung auffordert.
- Quellenwissen: Erkläre den Unterschied zwischen historischem Gedicht, TextGrid-Quellfassung von 1920 und heutiger Lesefassung.
- Medienvergleich: Begründe, warum die Planetendarstellung und das Hildgund-Video nur Vergleichsmedien und keine Belege für eine Autorenabsicht sind.
- Lebenswelt: Übertrage den Gegensatz von unerfülltem Wunsch und eigenem Ideal auf ein eigenes fiktives Beispiel; ziehe eine Grenze des Vergleichs.
Lernnachweis
Du kannst 36 Verse in zwölf Dreizeilern finden und V. 1–36 richtig zitieren. Du kannst Quellfassung, behutsam modernisierte Lesefassung, Übersetzung und Interpretation unterscheiden. Du begründest eine Deutung zu Schicksal, Pflicht und Freiheit mit überprüften Versbelegen. Du benennst mindestens zwei Sprachbilder, vergleichst eine abweichende Textüberlieferung und erläuterst die umstrittene Zuschreibung. Als Lernprodukte genügen ein belegter Analyseabsatz, ein Quellenvergleich und ein begründetes Schlussurteil.
OER und Wikipedia
Originaltext und Editionswissen:
- TextGrid Repository – Schicksal und Bestimmung, Edition mit Transkript und Metadaten. Die gemeinfreien Textgrundlagen sind von den editorischen Daten zu unterscheiden; TextGrid nennt für seine Daten CC BY 3.0 DE und verlangt Namensnennung „TextGrid“.
- MOOCwiki: vorhandene Gedichtseite (zur internen Verlinkung; Editionstext mit TextGrid vergleichen).
- Bibliotheca Augustana – alternative Wiedergabe; beachte die Variante in V. 12.
- Wikipedia: Karoline von Günderrode – Überblick über Dichterin und Romantik, nicht der Editionsersatz.
Wikimedia-Commons-Medien: Quelle, Urheber und Rechte:
| Medium | Originaldatei und Quelle | Urheber / Namensnennung | Nachgewiesene Lizenz |
|---|---|---|---|
| Porträt (1797) | Wikimedia Commons: Porträt von Karoline von Günderrode, 1797.jpg | Historisches Museum Frankfurt / Fotograf Horst Ziegenfusz | CC BY-SA 4.0; keine Änderungen |
| Bild: Drei Schicksalsgestalten | Wikimedia Commons: The three Fates... | Wellcome Collection / Gemälde nach Philipp Galle | CC BY 4.0; keine Änderungen |
| Animation der Planetenkreise | Wikimedia Commons: Animation of the planets in orbit around TRAPPIST-1.webm | ESO / L. Calçada / spaceengine.org | CC BY 4.0; keine Änderungen |
| Audio: Klaviersonate Nr. 14, Satz 1 | Wikimedia Commons: Moonlight Sonata.ogg | Ludwig van Beethoven; digitale Audiodatei aus dem Mutopia-Projekt, dort genannte Bearbeitung A. Winterberger | Public Domain Mark 1.0; keine Änderungen |
YouTube-Videos als externe Kontexte, keine OER-Lizenz behauptet:
- Romantik Epoche einfach erklärt! – Learning by Watching, YouTube 2021; Wiedergabe/Einbettung über YouTube, keine Erlaubnis zur Weiterverbreitung als offene Mediendatei festgestellt.
- Hildgund to go – Michael Sommer, YouTube; behandelt ausdrücklich ein anderes Werk. Rechte am Video bleiben beim jeweiligen Rechteinhaber, keine OER-Lizenz festgestellt.
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