SHK-Kundendienst und Fehlerdiagnose – Gas- und Kältemittelrisiken im Service erkennen
SHK-Kundendienst und Fehlerdiagnose – Gas- und Kältemittelrisiken im Service erkennen
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SHK-Kundendienst und Fehlerdiagnose – Gas- und Kältemittelrisiken im Service erkennen
Zielgruppe: Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK)
Lernformat: 6 kurze Lerneinheiten, ein durchgehender Ausbildungsfall, Gebäudemodell, Anlagenschemata und interaktive Diagnoseaufgaben.
Lernzeit: ca. 90–120 Minuten einschließlich Aufgaben.
Leitgedanke: Sicherheit erkennen – Arbeiten abbrechen – Menschen schützen – Notfallwege einhalten – Fachfreigabe abwarten.
Einleitung
Im SHK-Kundendienst begegnen Dir Gasinstallationen, Wärmepumpen, Kältemitteln, Verbrennung und Abgasanlagen.
Eine vermeintlich kleine Störung kann ein ernstes Sicherheitsrisiko anzeigen.
Deine wichtigste Kompetenz: Du erkennst, wann die Fehlerdiagnose sofort beendet werden muss.

Sicherheitsregel: Dieser Kurs vermittelt Gefährdungserkennung und sicheres Entscheiden. Er ist keine Arbeitsanweisung für Eingriffe in gasführende, kältemittelführende, elektrische oder abgastechnische Bauteile. Praktische Tätigkeiten erfolgen ausschließlich mit entsprechender Qualifikation, Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und fachlicher Freigabe.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Gefährdungsbeurteilung: typische Warnsignale im Kundendienst erkennen.
- Gasleck: Gasgeruch und mögliche Gasaustritte sicher einordnen.
- Wasserstoff: besondere Gefährdungen beschreiben.
- Kohlenstoffmonoxid: Risiken durch Verbrennung und Abgas erkennen.
- Kältemittel: relevante Gefahrenklassen unterscheiden.
- Fehlerdiagnose: einen sicheren Diagnoseabbruch begründen.
- Notfallmanagement: betriebliche Melde- und Notfallwege anwenden.
- Dokumentation: Beobachtungen und Fachfreigaben nachvollziehbar festhalten.
Lerneinheit 1: Sicherheit vor Diagnose
Dauer: 5 Minuten
Der STOPP-Entscheidungsweg
| Schritt | Deine Entscheidung |
|---|---|
| STOPP | Arbeit und weitere Diagnose beenden, wenn eine Gefährdung vermutet wird. |
| SCHÜTZEN | Eigengefährdung vermeiden, Personen warnen und den gefährdeten Bereich verlassen. |
| MELDEN | Vom sicheren Ort aus betriebliche Notfallkette und erforderliche externe Hilfe aktivieren. |
| DOKUMENTIEREN | Beobachtungen, Zeitpunkt, Ort und bereits veranlasste Schritte festhalten, sobald dies sicher möglich ist. |
| FREIGABE | Keine Wiederaufnahme oder Wiederinbetriebnahme ohne zuständige fachliche Freigabe. |
Merksatz: Ein angezeigter Fehlercode ist niemals wichtiger als ein Sicherheitswarnsignal.
Vier besondere Sicherheitsbereiche
| Sicherheitsbereich | Warnsignal | Vorrang |
|---|---|---|
| GAS | Gasgeruch, Gaswarnung oder Verdacht auf Undichtigkeit | Zündquellen vermeiden, Bereich verlassen, Notfallweg einleiten |
| WASSERSTOFF | Leckageverdacht oder Alarm an einer Wasserstoffanlage | Besondere Brand-, Explosions- und Druckgefahren berücksichtigen |
| VERBRENNUNG | Auffälliger Brennerbetrieb, Ruß, ungewöhnliche Geräusche | Keine improvisierte Einstellung oder weitere Funktionsprüfung |
| ABGAS | CO-Alarm, Verdacht auf Abgasaustritt, gesundheitliche Beschwerden | Sofortiger Abbruch, Bereich verlassen, Notruf 112 |
Lerneinheit 2: Gas und Wasserstoff
Dauer: 8 Minuten
Gasgeruch im Gebäude

Bildauftrag: Betrachte die Heizungsinstallation. Unterscheide gedanklich Gasversorgung, Wärmeerzeugung, Wasserleitungen und Abgasführung. Das Foto ist ein Anlagenbeispiel und keine Montagevorlage.
Bei Gasgeruch gelten die Sicherheitshinweise des DVGW:
- Keine Flammen, keine Zündquellen, keine Licht- oder Geräteschalter betätigen.
- Kein Telefon im gefährdeten Gebäude benutzen.
- Fenster und Türen nur öffnen, wenn dies gefahrlos möglich ist. Keine Ventilatoren einschalten.
- Gasabsperrung nur betätigen, wenn dies sicher möglich und zulässig ist.
- Andere Personen durch Klopfen oder Rufen warnen, nicht klingeln.
- Gebäude verlassen und erst von einem sicheren Ort aus den Gasnetzbetreiber-Entstördienst verständigen; bei akuter Gefahr Feuerwehr über 112 alarmieren.
Wichtig: Gehe nicht zurück, um einen Fehler zu suchen oder eine Anlage zu testen.
DVGW: Verhaltensregeln bei Gasgeruch
Sonderbereich Wasserstoff
Wasserstoff (H2) ist besonders leicht entzündlich. Er kann mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Wasserstoff ist farb- und geruchlos; ein Austritt ist nicht zuverlässig mit den menschlichen Sinnen feststellbar.
| Wasserstoff | Sicherheitsbedeutung |
|---|---|
| Hohe Entzündbarkeit | Konsequente Vermeidung wirksamer Zündquellen |
| Geringe Dichte | Ausbreitung und Ansammlung hängen unter anderem von Raumgeometrie und Lüftung ab |
| Mögliche Druckgefährdung | Gefährdungsbeurteilung und geeignete Fachverfahren erforderlich |
| Spezielle Anlagenanforderungen | Nur freigegebene Technik, qualifiziertes Personal und passende Schutzmaßnahmen |
Achtung: Die Kennzeichnung „H2-ready“ ist keine allgemeine Freigabe für den Betrieb mit reinem Wasserstoff. Geräteeignung, zugelassener Brennstoff, Gasbeschaffenheit und geltende Regeln müssen fachlich geprüft werden.
Keine Eigenversuche: Keine Lecksuche mit einer Flamme, keine selbstständige Brennstoffumstellung und keine improvisierten Versuche mit Wasserstoff.
Fachquelle: DGUV FBETEM-007: Arbeiten im Bereich von Wasserstoffanlagen und -leitungen
Lerneinheit 3: Verbrennung, Abgas und CO
Dauer: 7 Minuten

Das unsichtbare Risiko
Bei unvollständiger Verbrennung kann Kohlenmonoxid (CO) entstehen.
CO ist farblos und geruchlos.
Mögliche Warnsignale sind:
- CO-Melder: Ein Alarm wird ausgelöst.
- Gesundheit: Personen klagen über Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit.
- Abgasführung: Es bestehen Hinweise auf Störungen oder beschädigte Abgaswege.
- Verbrennung: Rußbildung oder ein auffälliger Brennerbetrieb werden beobachtet.
Ein CO-Alarm oder begründeter CO-Verdacht bedeutet: Arbeit abbrechen, gefährdeten Bereich verlassen, andere ohne Eigengefährdung warnen und von draußen 112 alarmieren.
Du darfst Dich nicht auf Geruch, Wohlbefinden oder ein geöffnetes Fenster als Sicherheitsnachweis verlassen. Keine Rückkehr ohne Freigabe durch die zuständigen Einsatzkräfte.
Videofall: „Kohlenmonoxid-Alarm im Wohnblock“ – MDR Mitteldeutscher Rundfunk.
Beobachtungsauftrag: Notiere, warum die Feuerwehr den Gefahrenbereich sichert und warum eine gewöhnliche Heizungsdiagnose hier nicht ausreicht.
Lerneinheit 4: Kältemittelrisiken
Dauer: 10 Minuten
Der Kältemittelkreislauf

Vier Hauptbauteile:
| Bauteil | Aufgabe |
|---|---|
| Verdampfer | Wärme aufnehmen |
| Verdichter | Druck und Temperatur erhöhen |
| Verflüssiger | Wärme abgeben |
| Expansionsventil | Druck reduzieren |
Anlagenschema – vereinfachtes Funktionsmodell:
Wärmequelle
|
v
[Verdampfer]
|
v
[Verdichter]
|
v
[Verflüssiger] ----> Heizwasser
|
v
[Expansionsorgan]
|
+------------> Verdampfer
Geschlossener Kältemittelkreis
Sicherheitsklassen erkennen

| Beispiel | Sicherheitsgruppe | Bedeutung |
|---|---|---|
| R32 | A2L | Geringere Brennbarkeit innerhalb der brennbaren Klassen; dennoch relevante Brandgefahr |
| R290 – Propan | A3 | Hohe Brennbarkeit |
| R744 – Kohlenstoffdioxid | A1 | Keine Flammenausbreitung nach der Klassifikation; Druck- und Erstickungsgefahren bleiben möglich |
Merke: Die Sicherheitsgruppe beschreibt nicht sämtliche Gefährdungen. Druck, Temperatur, Aufstellort, Sauerstoffverdrängung und weitere stoffbezogene Risiken sind zusätzlich zu berücksichtigen.
Bei möglicher Kältemittelfreisetzung können abhängig vom Stoff Brand- und Explosionsgefahren, Erstickungsgefahren oder Kälteverletzungen auftreten.
Keine eigenständigen Eingriffe in den Kältemittelkreis. Öffnen, Befüllen, Entleeren, Rückgewinnen und Dichtheitsprüfungen erfordern die jeweils vorgeschriebene Qualifikation, geeignete Ausrüstung und freigegebene Verfahren.
DGUV: Sicher arbeiten mit Kältemitteln
Wärmepumpe im Gebäudezusammenhang

Bildauftrag: Identifiziere Wärmequelle, Wärmepumpe und Heizsystem. Wo endet der Kältemittelkreis, und wo beginnt der Heizwasserkreis?
Video: Bundesverband Wärmepumpe – „Der Wärmepumper: Die magischen 55 °C“.
Denkfrage: Warum müssen Energieeffizienz, Geräteeinstellungen und sicherer Betrieb gemeinsam betrachtet werden?
Wichtig: Betriebsparameter dürfen nicht allein zur Energieeinsparung verändert werden, wenn dadurch Sicherheit, Herstellervorgaben oder Trinkwasserhygiene beeinträchtigt werden könnten.
Lerneinheit 5: Gebäudemodell und Notfallwege
Dauer: 10 Minuten
Das Ausbildungsgebäude
Fiktives Gebäudemodell: Mehrfamilienhaus Lindenstraße 8
| Gebäudebereich | Anlagenteil | Sicherheitsfrage |
|---|---|---|
| Dach | Abgasführung der Gasheizung | Gibt es Hinweise auf eine Abgasstörung? |
| Erdgeschoss | Gastherme und Aufenthaltsräume | Werden Gasgeruch oder CO-Warnsignale gemeldet? |
| Keller | Technikraum und Lichtschacht | Könnten sich bei einem Austritt gefährliche Stoffe ausbreiten oder ansammeln? |
| Außenbereich | Luft-Wasser-Wärmepumpe mit R290 | Sind Aufstellvorgaben und mögliche Gefahrenbereiche berücksichtigt? |
| Vorplatz | Gedachter Sammelbereich | Ist dieser im konkreten Ereignis tatsächlich sicher und von Einsatzkräften freigegeben? |
Hinweis: Das Modell zeigt keine berechneten Explosionsschutzzonen und keine zulässigen Sicherheitsabstände. Diese können nur anlagen- und ortsbezogen fachlich beurteilt werden.
Zwei getrennte Systeme
GASHEIZUNG
Gasversorgung
|
v
Gasgerät + Verbrennungsluft
|
v
Wärme an Heizwasser
|
+----> Abgasweg ----> Außenluft
WÄRMEPUMPE
Außenluft
|
v
Wärmepumpe mit Kältemittelkreis
|
v
Heizwasserkreis
|
+----> Heizflächen / Speicher
Überprüfe am Modell: Warum ist eine Störung im Heizwasserkreis nicht automatisch eine Störung im Gas- oder Kältemittelkreis?
Betriebliche Notfallkette
| Anlass | Meldung | Verantwortlicher Folgeweg |
|---|---|---|
| Gasgeruch | Von sicherem Ort Gasnetzbetreiber-Entstördienst; bei akuter Gefahr 112 | Netzbetreiber, Feuerwehr, zuständiger Fachbetrieb |
| CO-Verdacht oder CO-Alarm | Notruf 112 | Feuerwehr und Rettungsdienst |
| Verdacht auf gefährliche Kältemittelfreisetzung | Bereich meiden; betriebliche Notfallkette, bei akuter Gefahr 112 | Verantwortliche Fachkraft und gegebenenfalls Einsatzkräfte |
| Unklare Qualifikation oder fehlende Freigabe | Ausbildungsleitung beziehungsweise verantwortliche Fachkraft | Tätigkeit nicht beginnen oder fortsetzen |
Betriebsauftrag: Ermittle im Ausbildungsbetrieb die tatsächliche Notfallkarte, Meldekette, Zuständigkeiten und Entstörnummern. Trage sie nur in betriebliche, geschützte Unterlagen ein.
Lerneinheit 6: Ausbildungsfall – Störung oder Gefahr?
Dauer: 15 Minuten
Ausgangssituation
Du bist mit einer ausbildenden Fachkraft im Kundendienst eines Mehrfamilienhauses.
Der Auftrag lautet: „Wärmepumpe meldet Störung, Warmwasser bleibt lauwarm.“
Vor Ort findest Du anhand der Anlagendokumentation heraus, dass die außen aufgestellte Wärmepumpe mit R290 betrieben wird. In einem anderen Gebäudeteil befindet sich eine Gastherme.
Die Wärmepumpe steht in der Nähe eines Kellerlichtschachts.
Während der Auftragsaufnahme berichtet eine Bewohnerin von ungewöhnlichem Gasgeruch im Eingangsbereich. Außerdem klagt ein anderer Bewohner über Schwindel und Kopfschmerzen.
Die Ursache ist unbekannt. Es ist nicht bewiesen, dass alle Beobachtungen zusammenhängen.
Diagnosefall A – Basis
Frage: Was hat jetzt Priorität?
Deine Auswahl:
- Die angezeigte Wärmepumpenstörung weiter untersuchen.
- Zuerst die Gefährdung ernst nehmen, die Diagnose abbrechen und den Notfallweg einleiten.
- Zur schnelleren Diagnose die Gastherme starten.
Lösung und begründetes Feedback
Richtig: Entscheidung 2.
Gasgeruch und gesundheitliche Beschwerden sind Warnsignale. Eine unklare Störungsursache rechtfertigt keine weitere Diagnose im möglicherweise gefährdeten Bereich. Personen schützen, Bereich verlassen und von sicherer Stelle erforderliche Hilfe verständigen. Bei der geschilderten akuten Gefahrenlage 112 alarmieren und den Gasnetzbetreiber informieren.
Warum die anderen Antworten falsch sind: Sie könnten zusätzliche Gefahren schaffen oder den notwendigen Notfallweg verzögern.
Diagnosefall B – Anwendung
Frage: Welche Informationen gibst Du beim Notruf und an die zuständige Fachkraft weiter?
Erstelle eine Meldung mit Ort – Beobachtung – Betroffene – Gefahrenverdacht – bisherige Maßnahmen – Rückrufmöglichkeit.
Musterfeedback
Eine gute Meldung trennt Beobachtung und Vermutung.
Beispiel: „Mehrfamilienhaus Lindenstraße 8; gemeldeter Gasgeruch im Eingangsbereich; Bewohner mit Schwindel und Kopfschmerzen; mögliche Gas- oder Abgasgefahr, Ursache unbekannt; Arbeiten abgebrochen, betroffenen Bereich verlassen; weitere Personen werden ohne Eigengefährdung gewarnt.“
Begründung: Einsatzkräfte benötigen konkrete Beobachtungen und betroffene Personen. Eine unbestätigte Fehlerursache darf nicht als gesicherte Diagnose dargestellt werden.
Diagnosefall C – Transfer
Neue Lage: Der Gefahrenbereich wurde durch zuständige Einsatzkräfte überprüft und nach deren Beurteilung wieder freigegeben. Der Wärmepumpenauftrag ist technisch noch offen.
Frage: Darfst Du jetzt selbst den R290-Kältemittelkreis öffnen?
Lösung und begründetes Feedback
Nein.
Eine Freigabe des Gefahrenbereichs ist keine persönliche Arbeitsberechtigung.
Vor weiteren Tätigkeiten müssen Arbeitsauftrag, Qualifikation, betriebliche Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Herstellervorgaben und fachliche Zuständigkeit geklärt sein.
Begründung: Die Gefahrenabwehr und die Freigabe einer bestimmten technischen Tätigkeit sind unterschiedliche Entscheidungen.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Warnsignal erkennen
Welche Information betrifft unmittelbar die Sicherheit von Menschen: die Fehlermeldung der Anlage oder die gemeldeten Beschwerden und den Gasgeruch?
Hilfe 2 – Prioritäten ordnen
Denke an STOPP – SCHÜTZEN – MELDEN – DOKUMENTIEREN – FREIGABE.
Hilfe 3 – Entscheidung begründen
Formuliere: „Ich unterbreche die Diagnose, weil ... . Ich informiere ... von ... aus. Ich arbeite erst weiter, wenn ... .“
Ergänzender Energie- und Hygienefall
Eine Kundin schlägt vor, die Warmwassertemperatur dauerhaft stark zu senken, um Strom zu sparen.
Aufgabe: Welche Ziele können miteinander in Konflikt geraten?
Feedback
Energieeffizienz, Komfort, Trinkwasserhygiene und Anlagensicherheit müssen gemeinsam beurteilt werden.
Eine Einstellung ist nicht allein deshalb richtig, weil sie Energie spart. Sie muss zur Anlage passen und die einschlägigen Hygiene-, Sicherheits- und Herstellervorgaben erfüllen.
Änderungen erfolgen nur nach fachlicher Prüfung und Freigabe. Keine eigenständige Temperaturabsenkung oder experimentelle Anlagenumstellung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist bei Gasgeruch die wichtigste erste Entscheidung im Kundendienst? (Arbeiten abbrechen und den Notfallweg einleiten) (!Fehlerspeicher zuerst auslesen) (!Gasleitung selbst öffnen) (!Brenner testweise starten)
Welches Kältemittel gehört zur Sicherheitsgruppe A3? (Propan R290) (!Kohlenstoffdioxid R744) (!Wasser R718) (!Stickstoff R728)
Welche Eigenschaft macht Kohlenmonoxid besonders gefährlich? (Es ist farb- und geruchlos und wirkt giftig) (!Es riecht immer deutlich nach Schwefel) (!Es ist an seiner blauen Farbe erkennbar) (!Es entsteht ausschließlich in Wärmepumpen)
Was gilt bei begründetem Verdacht auf eine Kohlenmonoxidvergiftung? (Bereich verlassen und von draußen 112 alarmieren) (!Feuerstätte mehrfach neu starten) (!Nur das Heizungsdisplay beobachten) (!Bis zum nächsten Wartungstermin warten)
Welche Aussage zu Wasserstoff ist richtig? (Wasserstoff kann mit Luft explosionsfähige Gemische bilden) (!Wasserstoff ist immer durch seinen Geruch erkennbar) (!Wasserstoff ist nicht entzündlich) (!Jede Gasheizung ist automatisch für reinen Wasserstoff zugelassen)
Welches Bauteil nimmt im Kältekreislauf Wärme auf? (Verdampfer) (!Gaszähler) (!Abgasschornstein) (!Sicherheitsventil der Trinkwasserinstallation)
Was bedeutet eine behördliche oder einsatzbezogene Freigabe eines Gefahrenbereichs? (Der Bereich wurde für die festgelegten Zwecke wieder freigegeben) (!Jeder darf nun den Kältemittelkreis öffnen) (!Alle Wartungsarbeiten sind automatisch erlaubt) (!Die Ausbildungsaufsicht ist nicht mehr erforderlich)
Welche Handlung ist bei möglicher gefährlicher Kältemittelfreisetzung angemessen? (Arbeit abbrechen und den vorgesehenen Sicherheitsweg einhalten) (!Mit offenem Feuer nach Undichtigkeiten suchen) (!Verdächtige Leitungen ohne Freigabe lösen) (!Das Kältemittel absichtlich freisetzen)
Welche Unterlage ist vor einer gefährdungsrelevanten Servicetätigkeit besonders wichtig? (Gefährdungsbeurteilung und passende Betriebsanweisung) (!Nur der Kaufbeleg des Kunden) (!Nur ein allgemeiner Werbeprospekt) (!Nur das Alter des Gebäudes)
Was ist eine fachlich richtige Servicedokumentation? (Sie trennt Beobachtungen von Vermutungen und hält Maßnahmen fest) (!Sie enthält ausschließlich die vermutete Ursache) (!Sie verschweigt einen Arbeitsabbruch) (!Sie ersetzt jede fachliche Freigabe)
Memory
| Gasgeruch | Zündquellen meiden |
| Kohlenmonoxid | Geruchloses Atemgift |
| Propan | Kältemittel R290 |
| Wasserstoff | Hohe Entzündbarkeit |
| Verdampfer | Wärmeaufnahme |
| Verdichter | Druckerhöhung |
| Gefährdungsbeurteilung | Grundlage für Schutzmaßnahmen |
| Freigabe | Voraussetzung für eine zulässige Wiederaufnahme |
Drag and Drop
Ordne den Warnsignalen die passende sicherheitsbezogene Entscheidung zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Gasgeruch | Zündquellen vermeiden und Gasnotfallweg einleiten |
| CO-Alarm | Gebäude verlassen und Notruf veranlassen |
| Kältemittelverdacht | Gefahrenbereich meiden und Fachverantwortliche verständigen |
| Wasserstoffleckage | Besondere Explosionsgefahr beachten |
| Fehlende Fachkunde | Technischen Eingriff nicht beginnen |
| Freigabepflicht | Verantwortliche Entscheidung vor Arbeitsfortsetzung abwarten |
Kreuzworträtsel
| PROPAN | Welches brennbare Kältemittel trägt die Bezeichnung R290? |
| VERDAMPFER | Welches Bauteil nimmt im Kältekreislauf Wärme auf? |
| VERDICHTER | Welches Bauteil erhöht den Druck des Kältemittels? |
| WASSERSTOFF | Welches Gas wird mit dem chemischen Symbol H2 bezeichnet? |
| ABBRUCH | Wie nennt man das Beenden einer Tätigkeit bei einer gefährlichen Situation? |
| FACHKUNDE | Welche berufliche Voraussetzung benötigen Beschäftigte für bestimmte technische Eingriffe? |
LearningApps
Hinweis: Dies ist eine thematische Suche. Einzelne fremde Übungen müssen vor dem Einsatz fachlich geprüft werden.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Basisaufgaben
- Warnsignal: Gestalte eine Bildkarte mit vier Warnsignalen, bei denen Du eine Kundendiensttätigkeit abbrechen musst.
- Sicherheitskennzeichen: Ordne den Abbildungen dieses Kurses die jeweils dargestellte Gefährdung zu und erkläre die Grenzen der Piktogramme.
- Anlagenschema: Zeichne aus der Vorlage einen einfachen Kältemittelkreislauf und beschrifte seine vier Hauptbauteile.
- Notfallmeldung: Schreibe für den Ausbildungsfall eine kurze sachliche Meldung an die verantwortliche Fachkraft.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Gebäudemodell: Zeichne das fiktive Gebäude und markiere die Orte, an denen Du weitere Sicherheitsinformationen benötigst.
- Fehlerdiagnose: Erstelle einen Entscheidungsbaum, der zwischen normaler Störungsmeldung und Sicherheitswarnsignal unterscheidet.
- Kundengespräch: Übe mit einer zweiten Person, wie Du Bewohner ruhig warnst, ohne eine unbewiesene Fehlerursache zu behaupten.
- Arbeitsorganisation: Vergleiche die Notfallmeldung aus dem Kurs mit der Meldekette Deines Ausbildungsbetriebs und dokumentiere mögliche Unterschiede ohne vertrauliche Kontaktdaten zu veröffentlichen.
Schwer – Transferaufgaben
- Gefährdungsbeurteilung: Entwickle gemeinsam mit Deiner Ausbilderin oder Deinem Ausbilder eine kurze Prüfliste zur sicheren Auftragsannahme für Wärmepumpen mit brennbaren Kältemitteln.
- Sicherheitskultur: Produziere ein kurzes Erklärvideo über sicheres Verhalten bei Gasgeruch, ohne echte Anlagen zu betätigen oder gefährliche Situationen nachzustellen.
- Energieeffizienz: Untersuche anhand freigegebener Planungsunterlagen einen Zielkonflikt zwischen Energieeinsparung, Warmwasserkomfort und Hygiene.
- Qualitätssicherung: Analysiere eine anonymisierte Kundendienstmeldung auf fehlende Beobachtungen, unbewiesene Ursachenannahmen, Zuständigkeiten und Freigaben.


Feedback zu den offenen Aufgaben
| Stufe | Qualitätsmerkmal | Begründetes Feedback |
|---|---|---|
| Basis | Warnsignal richtig erkannt und passende Sicherheitsentscheidung genannt | Gut, wenn Du nicht nur die Gefahr benennst, sondern erklärst, warum Arbeiten zu unterbrechen sind. |
| Anwendung | Entscheidung nachvollziehbar, Meldeweg richtig und Beobachtung von Vermutung getrennt | Gut, weil die Information dadurch für Fachkräfte und Einsatzkräfte belastbar bleibt. |
| Transfer | Sicherheits-, Umwelt-, Hygiene- und Zuständigkeitsfragen miteinander verknüpft | Gut, wenn Du eine Lösung nicht nur technisch, sondern auch hinsichtlich ihrer Zulässigkeit begründest. |
Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf der folgenden Transferaufgaben schriftlich.
- Prioritätensetzung: Eine Wärmepumpe zeigt eine Störung, gleichzeitig meldet ein Bewohner Gasgeruch. Begründe die Reihenfolge Deiner Entscheidungen und erläutere, welche Diagnoseschritte entfallen.
- Risikokommunikation: Eine Kundin verlangt, dass Du die Anlage sofort wieder einschaltest. Entwickle eine verständliche, fachlich korrekte Antwort.
- Anlagenvergleich: Vergleiche Gastherme und R290-Wärmepumpe hinsichtlich Energieumwandlung, typischer Gefahren und erforderlicher Qualifikationen.
- Gebäudesicherheit: Erkläre, warum ein Kellerlichtschacht, die Aufstellung einer Wärmepumpe und die Gebäudegeometrie bei einer Gefährdungsbeurteilung gemeinsam betrachtet werden müssen.
- Fehleranalyse: Eine Servicenotiz lautet „Heizung defekt, vermutlich Kältemittelverlust“. Zeige, welche Belege fehlen und warum dies noch keine gesicherte Diagnose ist.
- Berufliche Verantwortung: Unterscheide eine Freigabe durch Einsatzkräfte, eine betriebliche Arbeitsfreigabe und den Nachweis persönlicher Fachkunde.
Bewertungsmaßstab: Entscheidend sind nachvollziehbare Sicherheitsentscheidungen, fachlich begründete Zusammenhänge und die klare Benennung eigener Zuständigkeitsgrenzen.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis besteht aus einer kompakten Service-Sicherheitsmappe.
- Anlagenskizze: Ein selbst erstelltes Schema mit Gasgerät, Abgasführung, Wärmepumpe und Heizwasserkreis.
- Gefahrenübersicht: Mindestens vier Sicherheitswarnsignale mit den jeweiligen Konsequenzen.
- Fallanalyse: Schriftliche Entscheidung zum Ausbildungsfall mit Begründung des Diagnoseabbruchs.
- Notfallweg: Dokumentation der betriebsintern geprüften Zuständigkeiten und Meldewege.
- Transferleistung: Eine begründete Empfehlung für die sichere Organisation zukünftiger Kundendiensteinsätze.
- Reflexion: Was darfst Du im Ausbildungsstand selbst erledigen, wann brauchst Du die Fachkraft und wann sind Einsatzkräfte zuständig?
Bestehenskriterien: Sicherheitspriorität korrekt, keine gefährlichen Handlungsempfehlungen, nachvollziehbarer Meldeweg, korrekte Fachbegriffe und eindeutige Freigabegrenzen.
OERs zum Thema
Wikipedia: Kältemittel
Fachlich geprüfte Informationsquellen
Stand der Quellenprüfung: 9. Oktober 2026.
- Gas: DVGW – Was tun bei Gasgeruch?
- Interaktives Gebäudemodell: DVGW – Interaktives Gas-Wasser-Haus
- Kältemittel: DGUV – Sicher arbeiten mit Kältemitteln
- CO und Abgas: Deutscher Feuerwehrverband – Kohlenmonoxid-Risiken
- Wasserstoff: DGUV – Wasserstoff in der Energieversorgung
- Gasinstallationen: DVGW – Technische Regel für Gasinstallationen
- F-Gase: Umweltbundesamt – FAQ zur EU-F-Gase-Verordnung
- Zertifizierung: EU-Durchführungsverordnung 2024/2215
- Aufstellungsort und Sicherheit: DIN EN 378-3 – Kälteanlagen und Wärmepumpen
- Aktualität der DGUV-Regeln: DGUV Regel 100-500 – Aktualisierungs- und Rückzugshinweise
Wichtiger Aktualitätshinweis: Das frühere Kapitel 2.35 der DGUV Regel 100-500 wurde 2023 zurückgezogen. Es darf nicht ungeprüft als aktuell gültige Arbeitsgrundlage verwendet werden. Für die Durchführung von Arbeiten sind jeweils aktuelle Rechtsvorschriften, einschlägige technische Regeln, Herstellervorgaben sowie die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und Fachfreigabe maßgebend.
Normenhinweis: Normenentwürfe sind nicht mit veröffentlichten Normen gleichzusetzen. Die jeweils gültige Fassung ist vor einer fachlichen Anwendung zu überprüfen.
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Didaktische Medienprüfung: Die Bilder sind Anschauungsmaterial und keine freigegebenen Schalt-, Aufstellungs- oder Montagepläne. Die Videos ersetzen weder die Gefährdungsbeurteilung noch aktuelle Fachunterweisungen.
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