Rosenstolz - Ich bin ich (Wir sind wir)

Rosenstolz - Ich bin ich (Wir sind wir)
Einleitung
„Ich bin ich (Wir sind wir)“ ist ein 2006 veröffentlichtes Lied des Berliner Popduos Rosenstolz. Die Single erschien am 10. Februar 2006, rund drei Wochen vor dem Album Das große Leben, auf dem sie als zweiter Titel enthalten ist. Die Albumfassung dauert etwa 3:38 bis 3:39 Minuten. Als Autoren sind Peter Plate, Ulf Leo Sommer und AnNa R. genannt; produziert wurde die Aufnahme von Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Daniel Faust. Für das Mastering der Albumfassung ist George Marino ausgewiesen.[1][2]
Der Song verbindet eingängigen deutschsprachigen Pop mit Elementen jener erdigeren, reduzierteren Klangästhetik, die Rosenstolz für Das große Leben hervorhoben. Das Album entstand nach einer längeren Pause des Duos. Peter Plate beschrieb die neue Arbeit rückblickend als besonders persönlich; Selbstannahme, Zweifel und die Rückkehr zu sich selbst stehen im Zentrum der Albumkonzeption.[3]
Dieser aiMOOC untersucht die konkrete Studioaufnahme, ihre Entstehung und ihren zeitgeschichtlichen Kontext, Stil, Melodie, Harmonik, Rhythmus, Gesang, Instrumentierung, Arrangement, Produktion, Songform, zentrale Textthemen, Bildsprache, Musikvideo, Rezeption sowie Live-, Akustik- und Coverfassungen. Aus urheberrechtlichen Gründen wird der geschützte Liedtext nicht vollständig wiedergegeben. Als kurzes Analysezitat genügt: „Ich bin jetzt / Ich bin hier / Ich bin ich“. Alle weiteren Aussagen zur Textbedeutung werden paraphrasiert.

Das Foto ist über Wikimedia Commons unter CC BY-SA 2.0 verfügbar.[4]
Das eingebettete Video zeigt die offizielle bzw. autorisierte Musikvideo-Veröffentlichung. Für Unterrichtszwecke eignet es sich besonders, um Bild- und Tonerzählung miteinander zu vergleichen.
Basisdaten der Aufnahme
| Merkmal | Belegter Wert | Bedeutung für die Analyse |
|---|---|---|
| Interpret | Rosenstolz | Duo aus AnNa R. und Peter Plate |
| Titel | Ich bin ich (Wir sind wir) | Titel markiert bereits die Bewegung vom individuellen „Ich“ zum gemeinschaftlichen „Wir“ |
| Erstveröffentlichung als Single | 10. Februar 2006 | Vorab-Single des Albums Das große Leben |
| Albumveröffentlichung | 3. März 2006 | Zweiter Titel des Albums |
| Länge | etwa 3:38–3:39 | kompakte Radio-/Pop-Song-Dauer |
| Autoren | Peter Plate, Ulf Leo Sommer, AnNa R. | Musik und Text entstanden im engeren Rosenstolz-Autorenteam |
| Produktion | Peter Plate, Ulf Leo Sommer, Daniel Faust | Kontinuität zwischen Songwriting und Klanggestaltung |
| Mastering | George Marino | eigener, namentlich belegter Mastering-Credit der Studiofassung |
| Tonart | C♯/D♭-Dur | helle Dur-Grundierung bei gleichzeitig nachdenklichem Text |
| Tempo | ungefähr 124 BPM | mittleres bis zügiges Poptempo |
| Taktart | 4/4 | klarer, regelmäßiger Pop-Puls |
Die Angaben zu Tonart, Tempo und Taktart stammen aus einer datenbankgestützten Audioanalyse und sollten als Mess-/Analysewerte, nicht als originale Studio-Session-Dokumentation verstanden werden.[5]
Mindestens drei belegte Besonderheiten genau dieser Aufnahme
| Besonderheit | Beleg | Warum sie wichtig ist |
|---|---|---|
| Konkreter Produktionskern | Die Albumfassung nennt Plate, Sommer und Faust als Produzenten; George Marino ist als Mastering Engineer ausgewiesen.[6] | Die kreative Verantwortung liegt eng beim Rosenstolz-Team; das finale Mastering wurde an einen eigenen Spezialisten übergeben. |
| Klar messbares Popprofil | Datenbankanalyse: C♯/D♭-Dur, etwa 124 BPM, 4/4, Laufzeit rund 3:39.[7] | Der regelmäßige Puls und die Dur-Tonalität erleichtern Wiedererkennbarkeit und Mitsingbarkeit, während der Text Unsicherheit und Selbstbehauptung verhandelt. |
| Starke Variantenbildung im Veröffentlichungsjahr | Neben Albumfassung und Akustikversion erschienen mehrere Remixe, darunter Mixe von Mousse T., Boogie Pimps, Jan Driver und Newtools.[8] | Die Aufnahme wurde nicht nur als Pop-/Poprock-Song, sondern auch als Material für Club- und Dance-Kontexte weitergedacht. |
| Livefassung mit deutlich anderer Dauer | Die Leipziger Livefassung von 2006 dauert etwa 6:03; sie besitzt eigene Mix- und Mastering-Credits mit Daniel Faust und Darcy Proper.[9] | Konzertdramaturgie, Publikumsanteil und ausgedehnte Form verändern die Wahrnehmung gegenüber der kompakten Studiofassung. |
| Musikvideo als eigenständige Erzählung | Das Video arbeitet mit einer rückblickenden Bilddramaturgie; die Regie wird Joern Heitmann zugeschrieben, produziert wurde der Clip von Katapult Filmproduktion.[10][11] | Die Identitätsthematik wird nicht nur gesungen, sondern über Erinnerungsbilder und biografisch wirkende Szenen audiovisuell erzählt. |
Entstehung und zeitgeschichtlicher Kontext
Nach dem Erfolg des Albums Herz und einer langen Tour legten Rosenstolz eine Pause ein. In der Selbstdarstellung des Labels wird diese Unterbrechung als Phase des Rückzugs und der Neuorientierung beschrieben. Für Das große Leben rückten Fragen nach Selbstannahme, Verletzlichkeit und persönlicher Standortbestimmung deutlich in den Vordergrund.[12]
Die Single Ich bin ich (Wir sind wir) erschien am 10. Februar 2006 als Vorbote des Albums. Sie erreichte in Deutschland Platz 2, in Österreich Platz 5 und in der Schweiz Platz 16.[13] Das Album Das große Leben wurde in Deutschland zum erfolgreichsten Album des Jahres 2006. Der Tagesspiegel berichtete Ende 2006, dass in den deutschen Top 20 besonders viele nationale Produktionen vertreten waren, darunter Rosenstolz, Xavier Naidoo, Tokio Hotel, Silbermond, Andrea Berg, LaFee und Pur.[14]
Damit steht der Song in einer Phase, in der deutschsprachige Popmusik im Mainstream sehr präsent war. Sein Thema wirkt jedoch weniger zeitgebunden: Es geht um Zugehörigkeit, Selbstbild, persönliche Verantwortung, Zweifel und die Frage, wie ein „Ich“ in Beziehung zu einem „Wir“ stehen kann.

Das Bild zeigt AnNa R. während derselben Tourphase, in der auch die offizielle Leipziger Liveaufnahme entstand.[15]
Stil und Genre
Die Studioaufnahme lässt sich vor allem als deutschsprachige Popmusik einordnen; das Album wird zusätzlich häufig mit Chanson in Verbindung gebracht. Die Produktion bevorzugt einen klaren Songfokus, einen tragenden 4/4-Puls, eingängige Harmoniefolgen und eine stark verständliche Leadstimme. Zugleich bleibt die emotionale Direktheit des Rosenstolz-Stils erhalten.
Für Das große Leben ist belegt, dass wesentliche Instrumente live im Studio eingespielt wurden. Die Albumästhetik wurde als akustischer, analoger, reduzierter und erdiger als bei manchen vorherigen Produktionen beschrieben.[16][17] Für die Einzelspur des Songs sind allerdings nicht sämtliche Instrumentenbeiträge separat dokumentiert; deshalb trennt dieser aiMOOC zwischen belegten Album-Credits und eigener Höranalyse.
Melodie und Harmonik
Die Grundtonart wird in Datenbankanalysen als C♯/D♭-Dur angegeben. Eine prägende harmonische Schleife wird häufig als D♭ – B♭m – G♭ – A♭ beschrieben, also funktional als I – vi – IV – V in Dur.[18] Weitere diatonische Akkorde wie E♭m oder Fm erweitern die Harmonik in Strophen- und Übergangspassagen.
Die Wirkung entsteht aus dem Kontrast zwischen einer stabilen, gut vorhersehbaren Dur-Harmonik und einem Text, der Unsicherheit, innere Unruhe und Selbstbehauptung beschreibt. Gerade dadurch erscheint die Musik nicht verzweifelt, sondern zunehmend aufgerichtet.
Wichtig: Die folgenden Score-Beispiele sind selbst erstellte didaktische Modelle. Sie sind keine Transkription der geschützten Originalmelodie und bilden keine vollständige Partitur ab.
Score-Beispiel 1: Harmonieprinzip in C-Dur
Das folgende Beispiel überträgt nur das funktionale Prinzip I – vi – IV – V nach C-Dur. Es enthält keine Originalmelodie.

Du kannst hören, wie ein Dur-Zentrum mit paralleler Mollstufe, Subdominante und Dominante eine vertraute Popbewegung erzeugt. Übertrage das Modell anschließend in andere Tonarten.
Score-Beispiel 2: Selbst erfundene melodische Kontur
Auch dieses Motiv ist frei erfunden. Es zeigt nur, wie eine kurze aufwärts gerichtete Linie anschließend in Ruhe zurückgeführt werden kann.

Eine solche Kontur kann in Popmusik den Eindruck von Aufrichten und Ankommen erzeugen. Prüfe beim Hören des Originals, ob Du ähnliche Spannungsrichtungen wahrnimmst, ohne die Originalmelodie auszuschreiben.
Rhythmus und Groove
Mit ungefähr 124 BPM und 4/4-Takt bewegt sich der Song in einem klaren, regelmäßigen Poptempo.[19] Der Rhythmus wirkt stabil und vorwärtsgerichtet. Dadurch bekommt der Text trotz seiner Selbstzweifel einen körperlich tragenden Untergrund.
Score-Beispiel 3: frei erfundene Pulsübung
Die folgende Ein-Ton-Übung ist kein Originalrhythmus des Songs. Sie dient nur dazu, Achtelimpulse und Pausen in einem 4/4-Takt zu untersuchen.

Klatsche zuerst nur die Viertel, dann die notierten Achtel. So kannst Du unterscheiden, wie Grundpuls und Oberflächenrhythmus zusammenwirken.
Gesang
AnNa R.s Leadgesang steht im Mittelpunkt der Studioaufnahme. Charakteristisch ist die deutliche Artikulation des deutschen Textes und der Wechsel zwischen erzählender, beinahe gesprochener Direktheit in den Strophen und stärker verdichteten, wiederholten Aussagen im Refrain. Die Stimme transportiert damit zwei Ebenen zugleich: Verletzlichkeit und Entschlossenheit.
In der Livefassung verändert sich der kommunikative Charakter. Die Bühne macht aus einer inneren Selbstbefragung stärker ein gemeinsames Ereignis mit dem Publikum. Genau dieser Wechsel vom privaten „Ich“ zum kollektiven Erleben passt zur zentralen Textbewegung.
Instrumentierung und Arrangement
Für das Album Das große Leben sind unter anderem Piano, Orgel/Wurlitzer, Gitarren, Bass, Schlagzeug/Perkussion und Streicher in den Produktionscredits dokumentiert. Die Quellen trennen jedoch nicht bei jedem einzelnen Titel sämtliche Musiker-Spuren exakt auf.[20] In der Höranalyse der Studiofassung lassen sich folgende Funktionen unterscheiden:
- Rhythmusgruppe: Bass und Schlagzeug stabilisieren den kontinuierlichen Vorwärtsimpuls.
- Tasteninstrumente: Klavier/Keyboard stützen Harmonie und Form.
- Gitarre: Gitarrenfarben verdichten die mittlere Klanglage und unterstützen den Poprock-Charakter.
- Flächen und Begleitstimmen: Sie verbreitern den Refrain und steigern die emotionale Wirkung.
- Dynamische Schichtung: Das Arrangement wirkt in den Refrainpassagen dichter als in den erzählerischen Teilen.
Die zentrale Arrangementidee ist damit nicht virtuose Einzelinstrumentalistik, sondern die schrittweise Verdichtung um eine klar verständliche Stimme.

Peter Plate ist bei Rosenstolz nicht nur Bühnenpartner, sondern auch Mitautor und Mitproduzent der Aufnahme.[21]
Produktion
Die Studiofassung ist eng mit dem Autorenteam verbunden: Peter Plate und Ulf Leo Sommer werden sowohl als Autoren als auch als Produzenten genannt, Daniel Faust als weiterer Produzent. George Marino ist als Mastering Engineer ausgewiesen.[22]
Für das Album wurde ein vergleichsweise reduzierter, akustisch/analog beschriebener Ansatz betont. Diese Ästhetik ist pädagogisch interessant, weil sie zeigt, dass ein kommerziell erfolgreicher Popsong nicht zwingend durch maximale Klangfülle wirken muss. Entscheidend sind vielmehr Hierarchie und Fokus: Leadstimme, harmonische Stütze, Groove und gezielte Steigerungen.
Nutze den offiziellen Audio-Upload für eine konzentrierte Höranalyse ohne Ablenkung durch Bilder. Achte besonders auf den Wechsel der Klangdichte zwischen Strophen und Refrain.
Songform
Die Form lässt sich als strophisch-refrainorientierter Popsong beschreiben. Die genaue Wahrnehmung einzelner Übergänge kann je nach analytischer Methode leicht variieren, doch für den Unterricht ist folgende Funktionsgliederung sinnvoll:
| Formbereich | Funktion | Hörfrage |
|---|---|---|
| Intro | setzt Tonart, Puls und Klangfarbe | Welche Instrumente etablieren sofort den Charakter? |
| Strophen | erzählen Selbstzweifel, Erinnerungen und Beziehungserfahrung | Wie bleibt die Musik zurückhaltend genug für Textverständlichkeit? |
| Refrain | verdichtet die Identitätsaussage | Welche Wiederholungen erhöhen die Einprägsamkeit? |
| Übergang / Bridge | verändert Perspektive und bereitet die Schlusssteigerung vor | Wie wird der Text vom Nachdenken zum Entschluss geführt? |
| Schlussrefrain / Erweiterung | verschiebt die Perspektive vom Ich zum Wir | Was verändert sich emotional, wenn aus Individualität Gemeinschaft wird? |
| Outro | beendet den Song kompakt | Wirkt das Ende abgeschlossen oder offen? |
Textthemen und Bildsprache
Der Text ist keine bloße Selbstbehauptung. Er verbindet mehrere Spannungen: dazugehören oder außen stehen, Vergangenheit oder Gegenwart, Unsicherheit oder Standfestigkeit, Autonomie oder Beziehung. Bilder des Aufwachsens, des Gehens und des verlorenen Gleichgewichts machen Identität als Prozess verständlich. Zeit erscheint als etwas, das sich dem Menschen entzieht; das Ich versucht, mit Veränderung Schritt zu halten.
Besonders wichtig ist die Bewegung vom individuellen zum gemeinschaftlichen Pronomen. Das „Ich“ übernimmt Verantwortung für die eigene Person, ohne Perfektion zu behaupten. Gegen Ende wird daraus ein „Wir“. Dadurch verschiebt sich die Aussage: Selbstannahme wird nicht gegen andere behauptet, sondern als Grundlage von Beziehung und Gemeinsamkeit dargestellt.
Der Text eignet sich deshalb für Verbindungen zu Identität, Selbstbild, Adoleszenz, Resilienz, Beziehung und Verantwortung.
Musikvideo: Bild, Ton und autobiografische Konstruktion
Das Musikvideo wurde von Joern Heitmann inszeniert und von Katapult Filmproduktion produziert.[23] Es arbeitet mit einer Diashow und einer rückblickenden Erzählung über Lebensstationen. Nach der Wikipedia-Zusammenfassung endet der Clip mit Kindheitsdarstellungen von AnNa und Peter im Schwimmbad Brauhausberg in Potsdam.[24]
Gerade dadurch wird das Thema Identität visuell erweitert: Die Gegenwart erscheint nicht isoliert, sondern als Ergebnis von Erinnerung, Veränderung und biografischer Kontinuität. Der Medienwissenschaftler Andreas Blödorn hat den Clip als Beispiel für narrative Kohärenzbildung aus Bild, Ton und Text untersucht.[25]
Das Making-of ermöglicht einen Perspektivwechsel von der fertigen Erzählung zur Produktion des Clips. Frage Dich: Welche scheinbar „biografischen“ Wirkungen entstehen durch Kamera, Schnitt, Ausstattung und Montage?
Vergleich von Studio-, Akustik- und Livefassung
Die offizielle Akustikversion wurde ebenfalls 2006 veröffentlicht. Ihre Metadaten nennen dieselben drei Produzenten und George Marino als Mastering Engineer.[26] Im Vergleich zur dicht produzierten Studiofassung wirkt die Textaussage unmittelbarer, weil klangliche Reduktion stärker auf Stimme, Harmonie und Artikulation lenkt.
Die Leipziger Livefassung wurde 2006 in der Arena Leipzig aufgenommen und später auf Das große Leben – Live veröffentlicht. Sie dauert etwa 6:03 und ist damit deutlich länger als die Studiofassung; als Mixer wird Daniel Faust, als Mastering Engineer Darcy Proper genannt.[27] Eine Tempoanalyse gibt ungefähr 129 BPM an, also etwas schneller als bei der Studiofassung.[28]
Der hörbare Unterschied liegt nicht nur in Tempo und Länge. Live kommen Raumklang, Publikumsreaktionen, größere dynamische Gesten und eine stärkere kommunikative Ausdehnung hinzu. Aus dem kompakten Popsong wird ein Konzertmoment.
Cover und Umdeutungen
Texas Lightning veröffentlichten 2006 unter dem Titel This Is Me (Ich bin ich) eine englischsprachige Bearbeitung. Qobuz nennt neben den ursprünglichen Autoren auch Jane Comerford als Textautorin der englischen Fassung; die Laufzeit liegt bei etwa 3:51.[29] Zeitgenössische Berichte beschreiben die Version ausdrücklich als Übertragung in ein Country-Gewand.[30]
Für die Analyse ist wichtig: Eine Coverversion kann dieselbe Grundidee in eine andere stilistische Umgebung versetzen. Country-Instrumentarium, andere Vokalphrasierung und englische Sprache verändern kulturelle Assoziationen, obwohl der Identitätskern erhalten bleibt.
Rezeption und Bedeutung im Werk von Rosenstolz
Die Single erreichte Platz 2 in Deutschland und blieb dort viele Wochen in den Charts; auch in Österreich und der Schweiz war sie erfolgreich.[31] Das zugehörige Album Das große Leben wurde in Deutschland zum erfolgreichsten Album des Jahres 2006.[32]
Die zeitgenössische Kritik war nicht einheitlich. laut.de bezeichnete die Vorab-Single als gelungen, bewertete das Gesamtalbum aber deutlich kritischer und vermisste die frühere spielerische Schärfe.[33] Andere Besprechungen hoben die Intimität, Emotionalität und stimmliche Bandbreite hervor. Diese Spannweite ist für den Unterricht wertvoll: Kommerzieller Erfolg, persönliche Wirkung und Kritikerurteil sind unterschiedliche Kategorien und müssen getrennt betrachtet werden.
Im Werk von Rosenstolz markiert der Song einen Punkt, an dem persönliche Selbstbefragung, eingängiger Mainstream-Pop und große öffentliche Resonanz besonders eng zusammenkommen. Er ist zugleich Lead-Single eines Schlüsselalbums und ein Beispiel dafür, wie Rosenstolz autobiografisch wirkende Themen in allgemein verständliche Popformeln übertragen.
Rechtssichere Mediennutzung
Die in diesem aiMOOC eingebundenen Standbilder stammen aus Wikimedia Commons und tragen freie CC-Lizenzen. Die YouTube-Einbettungen verweisen auf offizielle bzw. autorisierte Veröffentlichungen; die Inhalte bleiben auf der jeweiligen Plattform gehostet. Der geschützte Songtext wird nicht vollständig wiedergegeben. Die Score-Beispiele sind selbst erstellt und enthalten weder die Originalmelodie noch eine vollständige Partitur.
Für eigene Arbeiten gilt: Nutze lieber selbst produzierte Klangbeispiele, kurze analytische Ausschnitte im zulässigen Rahmen, frei lizenzierte Bilder oder offizielle Embeds. Kopiere keine vollständigen geschützten Lyrics, Noten oder Audioaufnahmen in Deinen Lernbeitrag.
Quellen und Nachweise
- Wikipedia: Ich bin ich (wir sind wir) – Basisdaten, Chartangaben, Videobeschreibung.
- Wikipedia: Das große Leben – Albumkontext, Live-im-Studio-Angaben, Erfolg.
- Qobuz: Das große Leben – Tracklänge und Produktions-/Mastering-Credits.
- Rosenstolz Official: Studiofassung – offizieller Audio-Upload und Metadaten.
- SongBPM – Tempo, Tonart, Taktart als Datenbankanalyse.
- Crew United – Regie und Produktionsfirma des Musikvideos.
- Andreas Blödorn – medienwissenschaftliche Analyse von Bild, Ton und Text im Musikvideo.
- Der Tagesspiegel, 22.12.2006 – zeitgeschichtlicher Chartkontext.
- Universal Music – Entstehungs- und Produktionskontext des Albums.
- hitparade.ch – Singleveröffentlichung, Versionen und Chartdaten.
- Rosenstolz Official: Livefassung Leipzig 2006 – Live-Credits und Laufzeit.
- Rosenstolz Official: Akustikversion – offizielle Akustikfassung und Credits.
- Spotify – Remix-Single mit mehreren Bearbeitungen.
- Qobuz: Texas Lightning – Daten zur englischen Coverfassung.
- Wikimedia Commons: Rosenstolz – freie Bildmedien und Lizenzangaben.
- ↑ Wikipedia: Ich bin ich (wir sind wir)
- ↑ Qobuz: Das große Leben – Track-Credits
- ↑ Universal Music: Rosenstolz – Das große Leben
- ↑ Wikimedia Commons: Rosenstolz.jpg
- ↑ SongBPM: Ich bin ich (Wir sind wir)
- ↑ Rosenstolz Official: offizieller Audio-Upload
- ↑ SongBPM
- ↑ Spotify: Ich bin ich (Wir sind wir) – Remix-Single
- ↑ Rosenstolz Official: Live from Leipzig Arena, Germany/2006
- ↑ Crew United: Rosenstolz – Ich Bin Ich
- ↑ Wikipedia: Abschnitt Video
- ↑ Universal Music: Das große Leben
- ↑ hitparade.ch: Ich bin ich (Wir sind wir)
- ↑ Der Tagesspiegel: Großes Leben, 22.12.2006
- ↑ Wikimedia Commons: Rosenstolz AnNa R.jpg
- ↑ Wikipedia: Das große Leben
- ↑ Universal Music: Produktionsbeschreibung
- ↑ Chordify: automatisierte Akkordanalyse
- ↑ SongBPM
- ↑ Chartsurfer: Album-Credits zu Das große Leben
- ↑ Wikimedia Commons: Rosenstolz Peter Plate.jpg
- ↑ Qobuz: Produktionscredits
- ↑ Crew United
- ↑ Wikipedia: Video
- ↑ Andreas Blödorn: Bild/Ton/Text. Narrative Kohärenzbildung im Musikvideo
- ↑ Rosenstolz Official: Acoustic Version
- ↑ Rosenstolz Official: Live from Leipzig Arena, Germany/2006
- ↑ SongBPM: Livefassung
- ↑ Qobuz: Texas Lightning – This Is Me
- ↑ SauerlandKurier: Texas Lightning und This Is Me
- ↑ hitparade.ch
- ↑ Der Tagesspiegel: Großes Leben
- ↑ laut.de: Das Große Leben
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann erschien Ich bin ich (Wir sind wir) erstmals als Single? (10. Februar 2006) (!3. März 2006) (!10. Februar 2004) (!24. November 2008)
Auf welchem Album erschien der Song 2006? (Das große Leben) (!Herz) (!Die Suche geht weiter) (!Kassengift)
Wer gehört zum Autorenteam des Songs? (Peter Plate Ulf Leo Sommer und AnNa R.) (!Nur Daniel Faust) (!Joern Heitmann und George Marino) (!Texas Lightning und Mousse T.)
Welche Tonart wird in Datenbankanalysen für die Studiofassung angegeben? (Des Dur) (!A Moll) (!E Dur) (!G Moll)
Welches ungefähre Tempo hat die Studiofassung? (124 BPM) (!74 BPM) (!96 BPM) (!180 BPM)
Welche Taktart prägt die Aufnahme? (Vier Viertel Takt) (!Drei Viertel Takt) (!Fünf Viertel Takt) (!Sechs Achtel Takt)
Wer führte beim Musikvideo Regie? (Joern Heitmann) (!George Marino) (!Daniel Faust) (!Jane Comerford)
Welche Perspektivbewegung ist für den Text besonders wichtig? (Vom Ich zum Wir) (!Vom Wir zum Er) (!Von der Vergangenheit zur Zukunft ohne Gegenwart) (!Von einer Reise zu einer Naturbeschreibung)
Welche Fassung dauert ungefähr sechs Minuten? (Die Leipziger Livefassung) (!Die Albumfassung) (!Die Akustikversion) (!Der offizielle Studio Audio Upload)
Was ist bei den Score Beispielen in diesem aiMOOC wichtig? (Sie sind selbst erstellte Analysemodelle) (!Sie geben die komplette Originalmelodie wieder) (!Sie enthalten den vollständigen Songtext) (!Sie sind die offizielle Partitur von Rosenstolz)
Memory
| Studiofassung | George Marino |
| Livefassung | Darcy Proper |
| Musikvideo | Joern Heitmann |
| Tonart | Des Dur |
| Tempo | 124 BPM |
| Coverfassung | This Is Me |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Studioaufnahme | kompakte Popfassung |
| Akustikversion | reduzierte Klangdichte |
| Livefassung | ausgedehnte Konzertdramaturgie |
| Musikvideo | biografisch wirkende Bildmontage |
| Coverversion | stilistische Umdeutung |
Kreuzworträtsel
| Rosenstolz | Welches Duo veröffentlichte das Lied? |
| Heitmann | Wie lautet der Nachname des Musikvideo-Regisseurs? |
| Leipzig | In welcher Stadt entstand die bekannte Liveaufnahme von 2006? |
| Sommer | Wie lautet der Nachname des Mitautors Ulf Leo? |
| Marino | Wie lautet der Nachname des Mastering Engineers der Studiofassung? |
| Identität | Welches zentrale Thema beschreibt das Verhältnis von Ich und Wir? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Höre die Studiofassung zweimal und notiere in eigenen Worten, wann das Arrangement dichter oder dünner wirkt.
- Textthema: Formuliere die zentrale Identitätsfrage des Songs ohne Originaltext zu zitieren.
- Musikvideo: Wähle drei Bildmomente aus dem Video und beschreibe, wie sie Erinnerung oder Selbstbild darstellen.
- Rhythmusübung: Klatsche einen eigenen 4/4-Groove bei ungefähr 124 BPM und nimm ihn als kurze Audiodatei auf.
Standard
- Formanalyse: Erstelle eine Zeitleiste mit Intro, Strophen, Refrain, Übergang und Schluss; begründe Deine Grenzsetzungen.
- Harmonievergleich: Spiele das selbst erstellte I-vi-IV-V-Modell in zwei Tonarten und beschreibe, wie sich die Lage verändert.
- Versionenvergleich: Vergleiche Studio- und Akustikversion anhand von Stimme, Klangdichte, Dynamik und Instrumentierung.
- Medienanalyse: Erstelle ein Storyboard mit sechs Feldern, das die Identitätsthematik des Songs neu visualisiert, ohne Bilder des Originalvideos zu kopieren.
Schwer
- Liveanalyse: Vergleiche Studio- und Leipziger Livefassung hinsichtlich Tempo, Länge, Publikum, Dramaturgie und Gesang und verfasse einen analytischen Kommentar.
- Coveranalyse: Untersuche Texas Lightnings This Is Me und erkläre, welche Stilmerkmale die Umdeutung in Richtung Country erzeugen.
- Produktionsprojekt: Produziere eine eigene 30-sekündige Passage mit selbst komponiertem Material, die von einer dünnen Strophe zu einem breiten Refrain aufbaut.
- Forschungsaufgabe: Vergleiche mindestens drei zeitgenössische Kritiken zu Das große Leben und trenne Beobachtung, Wertung und nachprüfbare Fakten.


Lernkontrolle
- Transfer Harmonik und Text: Erkläre, wie eine stabile Dur-Harmonik mit einem Text über Unsicherheit zusammenwirken kann. Beziehe Dich auf mindestens zwei musikalische Parameter.
- Arrangement und Aussage: Entwickle eine alternative Arrangementidee für denselben Identitätsgedanken und begründe, warum Deine Instrumentierung die Textwirkung verändert.
- Medienvergleich: Analysiere, wie das Musikvideo aus einem Song über Selbstwahrnehmung eine biografische Erzählung macht. Nenne mindestens drei filmische Mittel.
- Versionenvergleich: Begründe, warum die Livefassung länger sein kann als die Studiofassung, ohne dass dadurch automatisch ein anderer Song entsteht.
- Rezeption: Zeige an mindestens zwei Quellen, warum kommerzieller Erfolg und Kritikerurteil nicht dasselbe sind.
- Urheberrecht und OER: Entwirf für eine Schulpräsentation ein Medienkonzept, das mit freien Bildern, offiziellen Embeds und selbst erstellten Score-Beispielen arbeitet und keine vollständigen geschützten Lyrics verwendet.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Du kannst Entstehung, Veröffentlichung und Bedeutung des Songs im Albumkontext erklären.
- Du kannst Stil, Tempo, Taktart, Tonart und grundlegende Harmonik fachsprachlich beschreiben.
- Du kannst Melodie, Gesang, Instrumentierung, Arrangement und Produktion als getrennte Analyseebenen untersuchen.
- Du kannst die Bewegung vom Ich zum Wir als zentrale Textidee erläutern, ohne geschützte Lyrics umfangreich zu reproduzieren.
- Du kannst Studio-, Akustik-, Live- und Coverfassung anhand hörbarer Kriterien vergleichen.
- Du kannst das Musikvideo als eigenständige audiovisuelle Erzählung analysieren.
- Du kannst zwischen belegten Fakten, eigener Höranalyse und wertender Rezeption unterscheiden.
- Du kannst Quellen prüfen und Medien urheberrechtlich bewusst einsetzen.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Code entdecken · Spiele & interaktive Welten →Jahresüberblicke · Fächer & Klassen →Mediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen