Rohre und Profile rundbiegen - Schmied


Rohre und Profile rundbiegen - Schmied
Rohre und Profile rundbiegen - Schmied
Das Rundbiegen von Rohren und Profilen gehört zu den wichtigen Biegeverfahren in Schmiede-, Metallbau- und Metallgestaltungsbetrieben. Dabei wird ein gerades Halbzeug schrittweise in einen Bogen, einen Ring oder eine räumlich gekrümmte Form gebracht. Typische Werkstücke sind Geländerbögen, Tor- und Zaunelemente, Rahmen, Reifen, Handläufe, Möbelteile, Leuchten, Rankhilfen und Bauteile für freie Metallgestaltung.
In diesem aiMOOC lernst Du, eine Rundbiegearbeit fachgerecht zu planen, die passende Maschine und geeignete Walzen auszuwählen, Rohre und Profile kontrolliert zu formen und das Ergebnis zu prüfen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vermeidung von Ovalisierung, Falten, Verdrillung, Oberflächenfehlern und unzulässigen Querschnittsveränderungen. Außerdem übst Du, Biegeradien zu berechnen, Probebiegungen auszuwerten und sicher an Drei-Walzen-Biegemaschinen zu arbeiten.

Historische handbetriebene Dreirollen-Rundbiegemaschine in einer Schmiedewerkstatt.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du:
- Biegeumformen fachlich einordnen und Rundbiegen von anderen Biegeverfahren unterscheiden.
- geeignete Rohre, Vollmaterialien und Profile für eine Biegeaufgabe auswählen.
- Mittelradius, Mitteldurchmesser, Umfang und Bogenlänge berechnen.
- eine Profilbiegemaschine vorbereiten, einrichten und in mehreren Zustellschritten bedienen.
- Rückfederung, Ovalisierung, Faltenbildung, Verdrillung und gerade Endzonen beurteilen.
- Gefährdungen an Einzugsstellen erkennen und die betriebliche Sicherheitsorganisation beachten.
- das Arbeitsergebnis messen, dokumentieren und fachlich bewerten.
Fachlicher Input
Einordnung des Rundbiegens
Biegen zählt in der Fertigungstechnik zur Hauptgruppe Umformen. Beim Biegen wirken in der Umformzone Biegespannungen. Ein Teil des Werkstoffs wird elastisch, ein weiterer Teil plastisch verformt. Nur der plastische Anteil bleibt nach dem Entlasten dauerhaft bestehen.
Beim Walzrunden oder Profilrundbiegen läuft das Werkstück zwischen meist drei Walzen hindurch. Durch die Zustellung einer oder mehrerer Walzen entsteht eine Krümmung. Der Radius wird dabei vor allem über die Walzenstellung, die Abstände der Walzen, die Werkstoffeigenschaften und die Anzahl der Durchläufe bestimmt. Das Verfahren eignet sich besonders für große Radien, fließende Bögen und geschlossene Ringe.
Das Rohrbiegen ist ein Sammelbegriff für mehrere Verfahren. Dazu gehören unter anderem Pressbiegen, Kompressionsbiegen, Rotationszugbiegen und Drei-Rollen-Biegen. Beim formgebundenen Rotationszugbiegen bestimmt eine Biegeform den Radius. Beim Rundbiegen mit Walzen wird die Kontur dagegen schrittweise durch die Bewegung des Werkstücks und die Zustellung der Walzen erzeugt.

Schematische Darstellung des freien Rundens.

Schematische Darstellung des Walzrundens mit drei Walzen.
Spannungen im Werkstück
Beim Biegen werden die Werkstofffasern am Außenbogen gedehnt und auf Zug beansprucht. Am Innenbogen werden sie gestaucht und auf Druck beansprucht. Dazwischen liegt eine Zone, deren Länge sich näherungsweise nicht ändert. Sie wird als neutrale Faser oder neutrale Schicht bezeichnet. Bei einfachen Berechnungen für symmetrische Querschnitte wird häufig mit der Profilmittellinie gearbeitet. Bei stark unsymmetrischen oder offenen Profilen kann die tatsächliche Lage der neutralen Faser davon abweichen.
Nach dem Entlasten öffnet sich der Bogen etwas. Diese Rückfederung entsteht durch den elastischen Verformungsanteil. Deshalb muss das Werkstück meist geringfügig stärker gebogen werden, als es die Sollgeometrie zunächst vermuten lässt. Die notwendige Korrektur wird durch Werkstoffdaten, Maschinenwerte oder eine Probebiegung ermittelt.
Bei Rohren und Hohlprofilen treten zusätzlich Querschnittsänderungen auf. Ein Rundrohr kann oval werden, der Außenbogen kann sich ausdünnen und der Innenbogen kann Falten bilden. Je kleiner der Biegeradius im Verhältnis zum Rohrdurchmesser und je dünner die Wand, desto anspruchsvoller ist die Biegeaufgabe.
Werkstoffe und Profilformen
Rundbiegen ist bei vielen kaltumformbaren metallischen Werkstoffen möglich. Das konkrete Verhalten hängt jedoch von Werkstoffsorte, Lieferzustand, Festigkeit, Dehnung, Wanddicke, Querschnitt und gewünschtem Radius ab. Vor Arbeitsbeginn müssen deshalb Zeichnung, Materialkennzeichnung und Maschinenangaben geprüft werden.
| Halbzeug | Typisches Verhalten | Wichtige Maßnahmen |
|---|---|---|
| Rundrohr | neigt zu Ovalisierung und Falten am Innenbogen | passende Profilwalzen verwenden, große Zustellsprünge vermeiden, Querschnitt prüfen |
| Vierkantrohr | Flächen können einfallen, Kanten können sich verziehen | Walzenkontur passend wählen, Profilorientierung markieren, schrittweise zustellen |
| Rechteckrohr | unterschiedliche Biegesteifigkeit je nach Biegeachse | hohe und flache Biegeachse unterscheiden, Verdrillung kontrollieren |
| Flachstahl | lässt sich hochkant oder flach biegen | Biegeebene eindeutig festlegen, seitliche Führung gegen Ausweichen nutzen |
| Rundstahl | robuster Querschnitt, dennoch Rückfederung und Oberflächenabdrücke möglich | Walzen sauber halten, Radius schrittweise annähern |
| Winkelprofil | unsymmetrischer Querschnitt neigt zum Verdrehen und Aufklappen | spezielle Walzen und Seitenführungen einsetzen, Schenkelstellung kontrollieren |
| T- oder U-Profil | offene Querschnitte können sich verformen | fachgerechte Werkzeugkontur, geeignete Biegeorientierung und häufige Kontrolle |

Profilbiegemaschine mit profilierten Walzen.
Maschinen und Werkzeuge
Eine typische Drei-Walzen-Profilbiegemaschine besitzt ein stabiles Gestell, angetriebene Walzen, eine Zustellwalze, Profilwalzen oder Rollensätze, Seitenführungen, Bedienelemente und Nothalteinrichtungen. Je nach Bauart arbeitet die Maschine horizontal oder vertikal, handbetrieben, elektrisch oder hydraulisch.
Die Walzenkontur muss zum Werkstück passen. Zu breite, zu schmale oder falsch geformte Walzen können das Profil quetschen, markieren oder seitlich ausweichen lassen. Bei empfindlichen Oberflächen kommen je nach Hersteller geeignete Schutz- oder Werkzeugwerkstoffe zum Einsatz. Eigenmächtige Behelfslösungen sind zu vermeiden.
Seitenführungsrollen begrenzen seitliches Ausweichen und helfen, Verdrillung zu vermeiden. Sie ersetzen jedoch keine korrekte Ausrichtung. Vor dem Start müssen Walzenachsen, Profilorientierung und Führungen geprüft werden.
Bei engen Rohrbögen wird häufig nicht rundgebogen, sondern rotationszuggebogen. Dabei können Biegedorn und Faltenglätter den Rohrquerschnitt stützen. Der Biegedorn wirkt im Rohrinneren gegen Einfallen und starke Ovalisierung. Der Faltenglätter unterstützt den Innenbogen gegen Faltenbildung.

Drei-Walzen-Biegemaschine für Rohre und Profile.
Rohrbiegemaschine für formgebundene Biegearbeiten.

Industrielle Rohrbiegemaschine.
Planung der Biegearbeit
Eine fachgerechte Arbeitsplanung beginnt mit der Zeichnung. Du klärst:
- Werkstoff und Lieferzustand.
- Profilform, Abmessung und Wanddicke.
- Biegeebene und Einbaulage.
- Sollradius, Solldurchmesser oder Bogenkontur.
- Biegewinkel und Länge der geraden Anschlussstücke.
- zulässige Querschnitts- und Oberflächenabweichungen.
- nachfolgende Arbeitsschritte wie Trennen, Schweißen, Richten, Schleifen oder Oberflächenbehandlung.
Bei einem vollständigen Ring wird die Abwicklung näherungsweise über die Mittellinie berechnet:
U = π · dm = 2 · π · Rm
Dabei ist dm der Mitteldurchmesser und Rm der Mittelradius. Für einen Kreisbogen mit dem Winkel α gilt:
s = π · Rm · α / 180°
Für ein symmetrisches Profil kann der Mitteldurchmesser aus Außen- oder Innendurchmesser näherungsweise bestimmt werden. Bei einem Ring aus einem Profil mit der radialen Profilhöhe h gilt:
dm = da − h
oder
dm = di + h
Bei offenen und unsymmetrischen Profilen ist diese Näherung nur eingeschränkt geeignet. Für die Fertigung sind außerdem Rückfederung, gerade Endzonen, Beschnitt, Fügezugabe und maschinenspezifische Erfahrungswerte zu berücksichtigen.
Ein vorhandener Kreisbogen kann mit Sehne c und Stichmaß f kontrolliert werden:
R = c² / 8f + f / 2
Beispiel: Bei c = 400 mm und f = 50 mm ergibt sich ein Radius von 425 mm. Die Formel gilt für einen Kreisbogen und eine korrekt gemessene Sehne.
Arbeitsablauf an der Profilbiegemaschine
Der genaue Ablauf richtet sich immer nach Betriebsanweisung und Herstellerangaben. Ein typischer Arbeitsgang umfasst:
- Auftrag prüfen: Zeichnung, Werkstoff, Profilabmessung, Radius, Biegeebene und Qualitätsanforderungen klären.
- Gefährdungen beurteilen: Arbeitsbereich freihalten, Einzugsstellen, lange Werkstücke, scharfe Kanten und Rückschlagmöglichkeiten beachten.
- Maschine kontrollieren: Schutzeinrichtungen, Nothalt, Bedienelemente, Walzen, Führungen und Befestigungen prüfen.
- Werkzeug auswählen: Profilgerechten Walzensatz montieren und Walzenachsen ausrichten.
- Werkstück vorbereiten: Länge zuschneiden, Kanten entgraten, Oberfläche reinigen und Biegeebene markieren.
- Grundstellung einstellen: Werkstück spannungsfrei einlegen, Führungen anstellen und Ausgangsposition dokumentieren.
- Probebiegung durchführen: Mit kleiner Zustellung beginnen, Werkstück durchlaufen lassen und Radius kontrollieren.
- Schrittweise nachstellen: Zustellung in kleinen Schritten erhöhen und bei geeigneter Maschine die Durchlaufrichtung wechseln.
- Form überwachen: Radius, Ebenheit, Querschnitt, Verdrillung, Oberfläche und Endzonen nach jedem Durchlauf prüfen.
- Endmaß herstellen: Rückfederung berücksichtigen, den Ring oder Bogen kalibrieren und nur so weit nachstellen wie nötig.
- Nacharbeit ausführen: Enden beschneiden, Fügeflächen vorbereiten, gegebenenfalls heften, schweißen und richten.
- Ergebnis dokumentieren: Soll-Ist-Vergleich, Maschineneinstellung, Auffälligkeiten und Korrekturen festhalten.

Beispiel einer Rohrbiegemaschine.
Gerade Endzonen und Vorbiegen
Bei Drei-Walzen-Biegemaschinen bleiben an den Werkstückenden häufig kurze Bereiche weniger stark gebogen. Ursache ist, dass das Werkstück am Anfang und Ende nicht über die gesamte notwendige Walzenanordnung abgestützt wird. Diese geraden Endzonen müssen bereits in der Arbeitsplanung berücksichtigt werden.
Je nach Maschine und Auftrag können die Enden vorgebogen, nachgebogen oder nach dem Rundbiegen abgeschnitten werden. Bei einem geschlossenen Ring kann ein zunächst längeres Werkstück sinnvoll sein. Nach dem Kalibrieren werden die Enden passend getrennt und zum Fügen vorbereitet. Die gewählte Methode muss zur Maschine, zum Profil und zur geforderten Genauigkeit passen.
Typische Fehler und ihre Ursachen
| Fehlerbild | Mögliche Ursache | Fachgerechte Reaktion |
|---|---|---|
| Radius zu groß | Zustellung zu gering oder Rückfederung unterschätzt | in kleinen Schritten nachstellen und erneut messen |
| Radius zu klein | zu starke Zustellung oder zu viele Durchläufe | Korrekturmöglichkeit prüfen, Ausschuss vermeiden, Einstellwert dokumentieren |
| Ovalisierung | kleiner Radius, dünne Wand, unpassende Walzen oder zu große Zustellung | Werkzeug und Verfahren prüfen, kleinere Zustellschritte, gegebenenfalls anderes Biegeverfahren |
| Falten am Innenbogen | Druckstauchung zu groß, fehlende Stützung oder ungeeignetes Verfahren | Radius vergrößern, Werkzeugkonzept ändern, bei engem Rohrbogen Dornbiegen prüfen |
| Verdrillung | Profil schief eingelegt, Führungen falsch eingestellt oder asymmetrischer Querschnitt | Profilorientierung markieren, Walzen ausrichten, Seitenführung korrigieren |
| Oberflächenabdrücke | verschmutzte oder ungeeignete Walzen, zu hoher Flächendruck | Werkzeuge reinigen, geeignete Walzen verwenden, Zustellung anpassen |
| ungleichmäßige Krümmung | wechselnde Zustellung, Schlupf, falsche Führung oder ungleichmäßiges Halbzeug | reproduzierbare Einstellschritte, Vorschub und Material prüfen |
| Ring liegt nicht plan | seitliches Ausweichen oder Verdrillung | Ebenheit laufend prüfen, Führungen korrigieren, schonend richten |
Qualitätsprüfung
Ein gutes Biegeergebnis erfüllt nicht nur den Sollradius. Prüfe deshalb systematisch:
- Außen-, Innen- oder Mitteldurchmesser entsprechend der Zeichnung.
- Radius mit Schablone, Radiuslehre oder Sehnen-Stichmaß-Messung.
- Rundheit eines Rings an mehreren Messrichtungen.
- Ebenheit auf einer geeigneten Richt- oder Messfläche.
- Querschnittsform und Ovalisierung.
- Wanddicke im kritischen Bereich, wenn dies gefordert ist.
- Verdrillung und Lage der Profilachsen.
- Oberfläche auf Riefen, Druckstellen, Risse und Zunder.
- Anschlussmaße, Fügeflächen und gerade Endstücke.
Für Serien- oder Wiederholteile lohnt sich ein dokumentiertes Einstellblatt mit Walzensatz, Ausgangsstellung, Zustellschritten, Anzahl der Durchläufe, Werkstoff und gemessenem Ergebnis. So wird Erfahrungswissen reproduzierbar.
Arbeitssicherheit
An Rundbiegemaschinen bestehen erhebliche Einzugs-, Quetsch- und Schergefahren. Lange Werkstücke können ausschwenken und Personen treffen. Scharfkantige Profile können Schnittverletzungen verursachen. Deshalb gilt:
- Bediene die Maschine nur nach Unterweisung und entsprechend Betriebsanweisung sowie Herstellerangaben.
- Prüfe vor Arbeitsbeginn Nothalt, Schaltleine, Trittleiste, Fußschalter und weitere Schutzeinrichtungen.
- Trage enganliegende Arbeitskleidung; sichere lange Haare und lege Schmuck ab.
- Halte Hände von Walzen, Einzugsstellen und dem bewegten Werkstück fern.
- Trage an einer ungesicherten Einzugsstelle keine Handschuhe mit Fingern, weil sie erfasst und eingezogen werden können. Schnittschutzhandschuhe sind nur dort zulässig, wo die Einzugsstelle wirksam gesichert ist und die betriebliche Regelung dies vorsieht.
- Verwende Hilfsmittel zum Führen langer oder schwerer Werkstücke und sichere den Schwenkbereich.
- Miss, reinige, richte oder wechsle Werkzeuge nur bei stillgesetzter und gegen Wiederanlauf gesicherter Maschine.
- Entferne Späne und Schmutz nicht mit der Hand aus dem Gefahrenbereich.
- Unterbrich die Arbeit bei ungewöhnlichen Geräuschen, Schlupf, lockeren Werkzeugen oder unkontrollierter Werkstückbewegung.
- Beachte die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung.

Handbetriebene Rohrbiegemaschine; auch bei Handmaschinen bleiben Quetschstellen zu beachten.

Ausbildungssituation beim manuellen Rohrbiegen.
Bedeutung für Schmied und Metallgestaltung
Im Schmiedehandwerk ergänzt das Rundbiegen klassische Verfahren wie Schmieden, Stauchen, Strecken, Biegen am Amboss und Feuerschweißen. Massive Stäbe oder Flachstähle können warm am Amboss oder über Gesenke gebogen werden. Gleichmäßige, große Bögen und Ringe entstehen jedoch häufig wirtschaftlicher und maßhaltiger auf einer Profilbiegemaschine.
Bei gestalterischen Bauteilen ist neben der Maßhaltigkeit auch die Linienführung wichtig. Ein sauberer Bogen soll ohne sichtbare Knicke verlaufen und sich harmonisch in Tor, Geländer, Möbel oder Skulptur einfügen. Die technische Planung und die gestalterische Absicht gehören deshalb zusammen.

Schematische Darstellung eines industriellen Ringwalzverfahrens; es ist vom Profilrundbiegen zu unterscheiden.
Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Arbeiten
Fachgerechte Planung verringert Ausschuss. Verwende Probeteile gezielt, dokumentiere erfolgreiche Einstellungen und plane Beschnitt sowie Fügezugaben so knapp wie technisch sinnvoll. Trenne verwertbare Reststücke nach Werkstoffsorten und führe sie dem Recycling zu. Eine saubere Maschine, gepflegte Walzen und korrekt ausgerichtete Führungen verlängern die Werkzeugstandzeit und verbessern die Oberflächenqualität.
Auch Energie und Arbeitszeit lassen sich sparen: Kleine, nachvollziehbare Zustellschritte sind meist wirtschaftlicher als eine zu starke Zustellung mit anschließendem Richten oder Neuanfertigen. Bei wiederkehrenden Aufträgen sind Einstellkarten und Prüfschablonen besonders nützlich.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Zu welcher Hauptgruppe der Fertigungsverfahren gehört das Rundbiegen? (Zum Umformen) (!Zum Trennen) (!Zum Fügen) (!Zum Beschichten)
Welche Beanspruchung wirkt überwiegend am Außenbogen? (Zugbeanspruchung) (!Druckbeanspruchung) (!Scherbeanspruchung ohne Dehnung) (!Keine Beanspruchung)
Was beschreibt die Rückfederung? (Das elastische Öffnen des Bogens nach der Entlastung) (!Das Erwärmen des Werkstücks durch Reibung) (!Das Abkühlen eines warm gebogenen Werkstücks) (!Das Abschneiden der geraden Enden)
Welche Aufgabe hat ein Biegedorn beim Rohrbiegen? (Er stützt den Rohrquerschnitt von innen) (!Er misst den Außendurchmesser) (!Er treibt die Profilwalzen an) (!Er schneidet das Rohr auf Länge)
Warum wird beim Rundbiegen meist in mehreren kleinen Schritten zugestellt? (Um Radius und Querschnitt kontrolliert anzunähern) (!Um das Werkstück absichtlich zu verdrehen) (!Um die Walzen zu schärfen) (!Um die Werkstücklänge stark zu vergrößern)
Welcher Fehler tritt häufig am Innenbogen eines dünnwandigen Rohres auf? (Faltenbildung) (!Funkenerosion) (!Verzinkung) (!Aufhärtung durch Schleifen)
Welche Größe wird für die Abwicklung eines vollständigen Rings verwendet? (Der Mitteldurchmesser) (!Nur der Außendurchmesser ohne Profilhöhe) (!Nur die Maschinenbreite) (!Die Länge der Zustellspindel)
Wozu dienen Seitenführungsrollen? (Sie begrenzen seitliches Ausweichen und Verdrillung) (!Sie ersetzen jede Radiusmessung) (!Sie kühlen das Werkstück) (!Sie schneiden den Ring auf Maß)
Was gilt an einer ungesicherten Einzugsstelle? (Keine Handschuhe mit Fingern tragen) (!Mit beiden Händen nahe an den Walzen führen) (!Schmuck als Warnzeichen tragen) (!Während des Laufes zwischen den Walzen reinigen)
Welche Prüfung gehört zur Endkontrolle eines gebogenen Profils? (Radius, Ebenheit, Querschnitt und Oberfläche prüfen) (!Nur die Farbe des Werkstücks prüfen) (!Nur die Motordrehzahl notieren) (!Nur die Länge des Netzkabels messen)
Memory
| Rückfederung | elastisches Öffnen nach der Entlastung |
| Ovalisierung | Veränderung eines runden Rohrquerschnitts zur ovalen Form |
| Mittelradius | Radius entlang der Profilmittellinie |
| Zustellwalze | Werkzeugrolle zur Einstellung der Krümmung |
| Biegedorn | innere Stützung eines Rohres |
| Faltenglätter | Werkzeug gegen Falten am Innenbogen |
| Seitenführung | Begrenzung gegen seitliches Ausweichen |
| Radiuslehre | Hilfsmittel zur Kontrolle der Bogenform |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Außenbogen | Bereich mit überwiegender Zugbeanspruchung |
| Innenbogen | Bereich mit überwiegender Druckbeanspruchung |
| Probebiegung | Ermittlung von Rückfederung und Maschineneinstellung |
| Profilwalze | an den Werkstückquerschnitt angepasstes Werkzeug |
| Einstellblatt | Dokumentation von Walzensatz und Zustellschritten |
Kreuzworträtsel
| Umformen | Zu welcher Hauptgruppe gehört das Biegen? |
| Rückfederung | Wie heißt das elastische Öffnen nach dem Entlasten? |
| Ovalisierung | Wie heißt die unerwünschte Veränderung eines Rundrohres zum ovalen Querschnitt? |
| Zustellwalze | Welche Walze verändert durch ihre Position die Krümmung? |
| Biegedorn | Welches Werkzeug stützt ein Rohr von innen? |
| Innenbogen | Wo entstehen beim Biegen überwiegend Druckspannungen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Biegeprofil erkennen: Suche in Deiner Umgebung fünf Bauteile mit gebogenen Rohren oder Profilen, fotografiere oder skizziere sie und benenne Profilform sowie vermutetes Biegeverfahren.
- Fachbegriffe visualisieren: Zeichne einen Rohrbogen und markiere Außenbogen, Innenbogen, neutrale Faser, Mittelradius und Biegewinkel.
- Sicherheitscheck: Erstelle für eine Profilbiegemaschine eine bebilderte Checkliste mit mindestens acht Punkten vor Arbeitsbeginn.
- Fehlerbilder sammeln: Gestalte Karten zu Ovalisierung, Faltenbildung, Verdrillung und Oberflächenabdrücken mit Ursache und Gegenmaßnahme.
Standard
- Abwicklung berechnen: Berechne die theoretische Länge für drei vollständige Ringe mit unterschiedlichen Mitteldurchmessern und ergänze eine begründete Füge- oder Beschnittzugabe.
- Probebiegung dokumentieren: Entwickle ein Einstellblatt für Walzensatz, Werkstoff, Profil, Zustellschritte, Durchläufe und gemessenen Radius.
- Werkzeugauswahl begründen: Vergleiche geeignete Walzen für Rundrohr, Vierkantrohr, Flachstahl und Winkelprofil und begründe die jeweilige Kontur.
- Qualitätsprüfung planen: Entwirf einen Prüfplan für einen geschlossenen Ring mit Angaben zu Messmitteln, Prüfpunkten und zulässigen Abweichungen.
Schwer
- Biegeversuch durchführen: Führe unter Aufsicht mehrere Probebiegungen mit unterschiedlichen Zustellschritten durch und werte Radius, Rückfederung und Querschnittsänderung aus.
- Fehleranalyse erstellen: Untersuche ein verdrehtes oder ovalisiertes Werkstück, rekonstruiere mögliche Ursachen und entwickle einen verbesserten Arbeitsablauf.
- Gestaltungsprojekt planen: Entwirf ein Tor-, Geländer- oder Möbelbauteil mit mindestens zwei unterschiedlichen gebogenen Profilen und erstelle Zeichnung, Materialliste und Fertigungsfolge.
- Verfahrensvergleich präsentieren: Vergleiche Drei-Walzen-Biegen, Rotationszugbiegen und Warmbiegen hinsichtlich Radius, Genauigkeit, Querschnittserhalt, Werkzeugaufwand und typischer Anwendung.


Lernkontrolle
- Verfahrensentscheidung: Für einen Handlauf aus dünnwandigem Edelstahlrohr wird ein enger, sichtbarer Bogen gefordert. Entscheide zwischen Drei-Walzen-Biegen und Rotationszugbiegen und begründe Deine Wahl anhand von Radius, Querschnitt und Oberfläche.
- Ursachenanalyse: Ein Vierkantrohr liegt nach dem Rundbiegen nicht plan auf dem Richttisch. Erkläre mindestens drei mögliche Ursachen und beschreibe passende Prüf- und Korrekturschritte.
- Planungsaufgabe: Entwickle für einen Ring aus Flachstahl eine vollständige Arbeitsplanung von der Zeichnungsprüfung bis zur Endkontrolle. Berücksichtige gerade Endzonen und Rückfederung.
- Sicherheitsbewertung: Analysiere eine Arbeitssituation, in der eine Person ein langes Profil mit Handschuhen nahe an einer ungesicherten Einzugsstelle führt. Benenne Gefährdungen und formuliere eine sichere Alternative.
- Qualitätsentscheidung: Ein Rohrbogen hat den richtigen Radius, aber sichtbare Ovalisierung und Druckstellen. Beurteile, ob das Bauteil verwendbar ist, und nenne die Informationen, die Du für die Entscheidung brauchst.
- Transferaufgabe: Übertrage das Prinzip der schrittweisen Zustellung auf ein gestalterisches Schmiedestück mit wechselnden Radien. Erkläre, welche Teile des Vorgehens übertragbar sind und wo ein anderes Verfahren nötig wird.
Lernnachweis
Für einen aussagekräftigen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- eine Biegezeichnung mit Radius, Durchmesser, Biegeebene und Anschlussmaßen lesen kannst.
- Werkstoff, Profilform, Wanddicke und Biegeverfahren fachlich aufeinander abstimmst.
- Umfang oder Bogenlänge über die Profilmittellinie berechnest.
- Walzensatz, Profilorientierung, Führungen und Zustellfolge begründet auswählst.
- Gefährdungen und Schutzmaßnahmen an Einzugsstellen sicher erklärst.
- eine Probebiegung misst, Rückfederung bewertet und Einstellwerte korrigierst.
- typische Fehlerbilder erkennst und geeignete Gegenmaßnahmen ableitest.
- Radius, Rundheit, Ebenheit, Querschnitt und Oberfläche prüfst.
- den Arbeitsablauf in einem Einstell- und Prüfprotokoll dokumentierst.
- Deine Entscheidungen in einem Fachgespräch nachvollziehbar begründest.
OERs zum Thema
Weiterführende freie Quellen
- Wikimedia Commons: Pipe bending machines
- Wikimedia Commons: Metal bending
- BGHM: Arbeiten an Drei-Walzen-Biegemaschinen
- Metallbauer-Ausbildungsverordnung
Verknüpfte Lernbereiche
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