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Rohrbau Behälterbau und Apparate – Rohrzuschnitte und Formstücke planen

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Rohrbau Behälterbau und Apparate – Rohrzuschnitte und Formstücke planen

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Einleitung

Rohrbau Behälterbau und Apparate – Rohrzuschnitte und Formstücke planen

Kurzbeschreibung: Du planst Rohrzuschnitte und Formstücke mit Geometrie, Zeichnungsmaßen und Materialbedarf. Ein durchgängiger Ausbildungsfall verbindet Rechnen, Bauteilerkennung, Medienbeobachtung, Materialplanung und Arbeitssicherheit.

Wichtig: Alle Zahlen im Ausbildungsfall sind Übungsdaten und keine allgemeinen Normmaße. Für reale Bauteile gelten ausschließlich freigegebene Zeichnungen, Stücklisten, Werkstoffvorgaben, Herstellerdaten, Betriebsanweisungen und die jeweils anwendbaren Regeln.


Lernziele

Nach diesem Kurs kannst Du Rohrbogen, T-Stücke, Reduzierstücke und weitere Verbindungselemente unterscheiden, Einbaumaße aus Unterlagen übernehmen, einfache Rohrzuschnitte berechnen, Materialbedarf abschätzen und typische Energiegefahren erkennen.

Beobachtung: Erkenne Bogen, T-Stück, Muffe, Kappe und Reduzierstück. Die Formen helfen beim Wiedererkennen; Werkstoff, Fügeverfahren und Einsatzbedingungen können im industriellen Rohrbau deutlich abweichen.


Ausbildungsfall: Übungs-Spool R-17

Du planst ein druckloses Übungs-Spool zwischen einem Behälterstutzen und einem Apparateanschluss. Es wird nur an einer Übungszeichnung bzw. einem drucklosen Modell gearbeitet.

Übungsangabe Wert
Achsabstand zwischen zwei 90°-Bogen 900 mm
Einbaumaß je Bogen laut Übungszeichnung 76 mm
Abstand Bogenmitte bis Anschlussfläche 620 mm
Einbaumaß des Anschlusses laut Übungszeichnung 35 mm
Masse des Übungsrohres laut Materialliste 5,03 kg/m

Planungsziel: Zwei gerade Rohrstücke bestimmen, Formstücke zuordnen und den Rohmaterialbedarf nachvollziehbar dokumentieren.


Lerneinheit 1: Formstücke erkennen

Ein Formstück ändert Richtung, Querschnitt oder Leitungsführung. Typische Beispiele sind Rohrbogen, T-Stück, Reduzierstück und Kappe. Für die Planung reicht die Form allein nicht: Werkstoff, Abmessungen, Wanddicke, Anschlussart und freigegebene Spezifikation müssen zusammenpassen.

Kurzentscheidung: Ein 90°-Bogen sieht passend aus. Darfst Du nur nach dem Außendurchmesser auswählen? Nein. Die vollständige Bauteilspezifikation ist entscheidend.


Lerneinheit 2: Bezugslinien und Einbaumaße

Bei Rohrzeichnungen wird häufig mit Achsen, Mittellinien, Anschlussflächen und Schweißenden gearbeitet. Entscheidend ist, zwischen welchen Bezugspunkten ein Maß gilt.

Merksatz: Nennweite oder Außendurchmesser allein liefern noch kein Zuschnittmaß. Einbaumaße werden aus der freigegebenen Zeichnung, dem Datenblatt oder der anzuwendenden Spezifikation übernommen.


Lerneinheit 3: Geraden Zuschnitt berechnen

Für den ersten Abschnitt des Ausbildungsfalls gilt:

Zuschnitt 1 = Achsabstand − Einbaumaß Bogen 1 − Einbaumaß Bogen 2

900 mm − 76 mm − 76 mm = 748 mm

Für den zweiten Abschnitt:

Zuschnitt 2 = Abstand − Einbaumaß Bogen − Einbaumaß Anschluss

620 mm − 76 mm − 35 mm = 509 mm

Gesamte geplante Rohrlänge: 748 mm + 509 mm = 1.257 mm = 1,257 m

Kontrolle: Rechne rückwärts. Zuschnitt plus alle abgezogenen Einbaumaße muss wieder das Ausgangsmaß ergeben.


Lerneinheit 4: Bogenlänge und Umfang

Wenn eine Bogenlänge entlang der Mittellinie benötigt wird, gilt für Radius R und Winkel α:

s = π · R · α / 180°

Für den Rohrumfang gilt:

U = π · D

Diese Formeln helfen beim geometrischen Verständnis. Für ein gekauftes Formstück werden reale Einbaumaße nicht aus einem Bild geschätzt, sondern aus den freigegebenen Unterlagen übernommen.


Lerneinheit 5: Mantelfläche und Materialbedarf

Ein Rohr kann geometrisch als Zylindermantel betrachtet werden. Für die Mantelfläche gilt:

A = π · D · L

Das ist zum Beispiel für Oberflächenplanung, Beschichtung oder Dämmung nützlich. Für die Massenplanung wird im Ausbildungsfall der Wert aus der Materialliste benutzt:

1,257 m · 5,03 kg/m ≈ 6,32 kg

Schnittfuge, Bearbeitungszugabe, Reststückstrategie und Bestellzuschläge sind nicht universell. Du übernimmst sie nur aus freigegebenen betrieblichen Vorgaben und dokumentierst sie getrennt.


Lerneinheit 6: Schweißnaht und Vorbereitung

Die Nahtgeometrie beeinflusst die Vorbereitung eines Rohrendes. Winkel, Spalt, Fase und Wurzelausbildung dürfen nicht aus einem Beispielbild auf einen realen Auftrag übertragen werden. Maßgeblich sind Schweißanweisung, Zeichnung und betriebliche Freigabe.

Beobachtungsauftrag: Suche im Bild nach Bauteilfixierung, Arbeitsposition und möglicher Zugänglichkeit der Naht. Welche dieser Informationen müsste in Deiner Arbeitsplanung vor Beginn geklärt sein?


Prozessvideo 1: Rohrende anfasen

Das Video von DWT Pipe Tools International zeigt eine Maschine zur Rohrkantenbearbeitung. Es dient hier nur zur Prozessbeobachtung, nicht als Arbeitsanweisung.

Beobachte: Wo wird das Werkzeug zum Rohr positioniert? Welche Bewegung erzeugt die Bearbeitung? Wie sieht das Ergebnis am Rohrende aus?

Entscheide: Welche Angaben brauchst Du vor der Auswahl eines Bearbeitungsverfahrens? Erwartet werden mindestens Werkstoff, Rohrabmessungen, geforderte Nahtvorbereitung, Maschinenfreigabe und Gefährdungsbeurteilung.


Prozessvideo 2: Kaltes Rohrtrennen

Das Herstellervideo zeigt eine portable Kalttrennmaschine. Es wird nicht als Freigabe für eine konkrete Maschine oder Tätigkeit verwendet.

Beobachte: Wo ist die Maschine am Werkstück befestigt? Wie verläuft die Trennbewegung? Welche Bedeutung hat die sichere Lage des Rohrstücks?

Entscheide: Der Anlagenzustand ist unklar. Wird getrennt? Nein. Vor realen Arbeiten müssen Freigabe, sicherer Anlagenzustand und betriebliche Schutzmaßnahmen geklärt sein.


Lerneinheit 7: Behälter- und Apparatebau im Kontext

Datei:Orion Pressure Vessel V Final Weld (20250801 Orion ArtV-FinalWeld VoY).webm

Das NASA-Video zeigt den Abschluss einer Schweißarbeit an einem Druckbehälter des Orion-Raumschiffs. Der industrielle Kontext unterscheidet sich vom Ausbildungsfall, macht aber die Bedeutung von Vorrichtungen, Passung und reproduzierbaren Fügeschritten sichtbar.

Beobachtung: Welche Vorrichtungen oder Positionierhilfen erkennst Du? Warum sind kleine Maßabweichungen bei großen Baugruppen problematisch?

Transferentscheidung: Welche Informationen aus Deiner Rohrzuschnittplanung müssen eindeutig dokumentiert sein, damit ein nachfolgender Arbeitsschritt nicht auf Schätzungen angewiesen ist?


Sicherheit: gespeicherte Energie

Druckenergie: In einem unter Druck stehenden System kann Energie gespeichert sein. Bei kompressiblen Medien wie Luft oder Gas kann eine plötzliche Freisetzung besonders große Wirkungen haben. Die DGUV weist darauf hin, dass bereits vergleichsweise kleine Druckdifferenzen bei großen Querschnitten erhebliche Kräfte erzeugen können.

Bewegungsenergie: Rotierende Werkzeuge, bewegte Rohrstücke, schwingende Lasten und nachlaufende Maschinenteile besitzen Bewegungsenergie. Auch nach dem Abschalten kann eine Bewegung noch nicht beendet oder ein Werkstück noch nicht sicher gehalten sein.

Lernregel für diesen Kurs: Energiegefahren werden nur an Simulationen, Zeichnungen oder drucklosen und gegen Bewegung gesicherten Modellen untersucht.

Keine reale Druckprüfung als Lernexperiment. Reale Druckarbeiten, Druck- und Dichtheitsprüfungen dürfen nur im fachlich freigegebenen betrieblichen Verfahren, mit Gefährdungsbeurteilung, festgelegten Schutzmaßnahmen und erforderlicher Aufsicht bzw. Prüfzuständigkeit stattfinden.

Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt für die Erprobung von Druckanlagen ein schriftliches Arbeitsprogramm mit risikomindernden Maßnahmen. Für Prüfungen und Kontrollen bei Gefährdungen durch Dampf und Druck ist außerdem die TRBS 1201 Teil 2 relevant.


Sicherheitsentscheidung am Modell

Ein transparentes, druckloses Rohrmodell enthält farbige Karten für mögliche Energiezustände:

  1. Druckenergie: Karte nur gedanklich zuordnen; keine Beaufschlagung mit Druck.
  2. Bewegungsenergie: Rotierende oder fallende Bauteile werden in einer Simulation markiert.
  3. Sicherer Zustand: Planung beginnt erst, wenn der Zustand für die vorgesehene Tätigkeit freigegeben ist.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1: Markiere zuerst alle Bezugspunkte der Zeichnung.

Hilfe 2: Trage zu jedem Formstück sein Einbaumaß aus der bereitgestellten Unterlage ein.

Hilfe 3: Schreibe vor dem Rechnen: Gesamtmaß − Einbaumaße = Zuschnitt.

Hilfe 4: Prüfe rückwärts: Zuschnitt + Einbaumaße = Gesamtmaß.

Hilfe 5: Für den Materialbedarf addierst Du zuerst nur die geplanten Rohrlängen. Zuschläge kommen erst danach und nur nach gültiger Vorgabe hinzu.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback


Basis

Aufgabe: Berechne Zuschnitt 1 aus 900 mm Achsabstand und zweimal 76 mm Einbaumaß.

Begründetes Feedback: 748 mm ist richtig, weil beide Formstücke Raum innerhalb des Achsabstands beanspruchen. Wer nur einmal 76 mm abzieht, hat einen Bezugspunkt übersehen.

Aufgabe: Benenne an einem Formstückfoto mindestens drei unterschiedliche Funktionen.

Begründetes Feedback: Richtung ändern, Querschnitt ändern und verzweigen sind unterschiedliche Funktionen. Die Funktion hilft bei der Auswahl, ersetzt aber nicht die technische Spezifikation.


Anwendung

Aufgabe: Plane aus den beiden Übungszuschnitten den reinen Rohrbedarf und die Masse.

Begründetes Feedback: 1,257 m und etwa 6,32 kg sind für die gegebenen Übungsdaten korrekt. Ein pauschaler Verschnitt darf nicht ohne betriebliche Vorgabe dazugerechnet werden.

Aufgabe: Prüfe eine Zeichnung, in der ein Formstück nur mit „90°-Bogen“ bezeichnet ist.

Begründetes Feedback: Die Angabe ist für eine reale Bestellung unvollständig. Werkstoff, Abmessungen, Wanddicke, Anschluss- und Spezifikationsdaten müssen eindeutig sein.


Transfer

Aufgabe: Ein anderes Team möchte die Rohrlänge direkt am eingebauten, möglicherweise druckbeaufschlagten System nachmessen. Entscheide über das Vorgehen.

Begründetes Feedback: Die Planung darf nicht zu einem unfreigegebenen Eingriff am System führen. Zuerst sind Anlagenzustand, betriebliche Freigabe und Schutzmaßnahmen durch die verantwortlichen Fachpersonen zu klären; im Kurs wird stattdessen mit Zeichnung oder drucklosem Modell gearbeitet.

Aufgabe: Ein Restrohr reicht rechnerisch knapp. Welche Entscheidung ist fachlich besser als „wird schon passen“?

Begründetes Feedback: Maße, Bearbeitungszugaben, Materialidentität und Reststückdaten werden geprüft und dokumentiert. Erst danach wird das Reststück freigegeben oder neues Material eingeplant.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie lang ist Zuschnitt 1 im Ausbildungsfall? (748 mm) (!824 mm) (!900 mm) (!976 mm)




Welche Größe muss bei einem Formstück aus einer freigegebenen Unterlage übernommen werden? (Das Einbaumaß) (!Die geschätzte Farbe) (!Die ungefähre Masse des Nachbarbauteils) (!Die Länge des Werkstatttisches)




Welche Formel beschreibt die Mittellinienlänge eines Kreisbogens? (s gleich Pi mal R mal Alpha geteilt durch 180 Grad) (!s gleich R plus Alpha) (!s gleich D mal L) (!s gleich R geteilt durch Pi)




Warum reicht die Nennweite allein nicht für die Auswahl eines Formstücks? (Weil weitere Bauteil- und Werkstoffdaten erforderlich sind) (!Weil Nennweiten nur für Behälter gelten) (!Weil Formstücke keine Abmessungen besitzen) (!Weil jedes Formstück gleich lang ist)




Welche Aussage zu komprimierter Luft ist sicherheitsrelevant? (Sie kann gespeicherte Druckenergie enthalten) (!Sie ist bei jeder Druckhöhe energiefrei) (!Sie beseitigt alle Prüfgefahren) (!Sie ersetzt eine Gefährdungsbeurteilung)




Was ist ein Beispiel für Bewegungsenergie in der Werkstatt? (Ein nachlaufendes rotierendes Werkzeug) (!Eine ruhende Zeichnung) (!Eine Stücklistennummer) (!Ein ausgeschalteter Bildschirm)




Wie werden Druckgefahren in diesem Lernkurs praktisch behandelt? (Mit Simulation oder drucklosem Modell) (!Mit einer eigenständig aufgebauten Gasdruckprüfung) (!Mit ungesicherter Druckluft) (!Mit einer improvisierten Druckprobe)




Wann dürfen reale Druckarbeiten oder Prüfungen durchgeführt werden? (Nur fachlich freigegeben und beaufsichtigt nach den geltenden Vorgaben) (!Sobald ein Azubi die Formel kennt) (!Immer ohne schriftliche Planung) (!Wenn kein Ausbilder anwesend ist)




Was ist vor einem Rohrzuschnitt zuerst eindeutig zu klären? (Die Bezugspunkte und Maße der Zeichnung) (!Die Farbe der Maschine) (!Die Pausenzeit) (!Die Verpackungsgröße des Formstücks)




Warum wird ein Reststück vor seiner Verwendung geprüft? (Damit Maß Materialidentität und Eignung nachvollziehbar sind) (!Damit jedes Reststück unabhängig von seiner Kennzeichnung verwendet wird) (!Damit Zeichnungen nicht mehr benötigt werden) (!Damit Einbaumaße geschätzt werden können)





Memory

Rohrbogen Richtungsänderung
Reduzierstück Querschnittsänderung
T-Stück Abzweigung
Einbaumaß Platzbedarf eines Bauteils in der Maßkette
Zuschnitt Länge des vorbereiteten geraden Rohrstücks
Druckenergie gespeicherte Energie eines druckbeaufschlagten Systems
Bewegungsenergie Energie eines bewegten oder rotierenden Körpers





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Rohrbogen Richtungsänderung
T-Stück Abzweigung
Reduzierstück Durchmesserübergang
Zeichnungsmaß geometrische Vorgabe
Materialliste Mengen- und Werkstoffangabe






Kreuzworträtsel

Bogen Welches Formstück ändert typischerweise die Richtung?
Reduzierung Wie heißt ein Bauteil für einen Übergang zwischen unterschiedlichen Rohrquerschnitten?
Werkstoff Welche Eigenschaft muss neben Maßen und Anschlussart eindeutig festgelegt sein?
Radius Welche geometrische Größe bestimmt zusammen mit dem Winkel die Kreisbogengeometrie?
Druckenergie Welche gespeicherte Energie ist bei einem druckbeaufschlagten System zu berücksichtigen?
Zuschnitt Wie heißt das auf Länge vorbereitete Rohrstück?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor dem Rechnen müssen die

einer Zeichnung eindeutig sein. Von einem Gesamtmaß werden die

der beteiligten Bauteile abgezogen. Ein Rohrbogen dient typischerweise einer

. Der reine Rohrbedarf des Ausbildungsfalls beträgt

. Komprimierte Luft kann gespeicherte

enthalten. Rotierende Werkzeuge besitzen

. Reale Druckarbeiten werden nur

und beaufsichtigt durchgeführt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bauteilerkennung: Fotografiere oder skizziere an einem drucklosen Übungsstand fünf unterschiedliche Rohrbauteile und beschrifte ihre Funktion.
  2. Maßkette: Markiere in einer bereitgestellten Übungszeichnung alle Bezugspunkte und Einbaumaße.
  3. Zuschnittberechnung: Erstelle für Zuschnitt 1 einen Rechenweg mit Einheiten und Gegenprobe.
  4. Sicherheitsbeobachtung: Markiere in einer Simulation mögliche Quellen von Druckenergie und Bewegungsenergie, ohne ein reales System unter Druck zu setzen.


Standard

  1. Materialbedarf: Erstelle aus dem Ausbildungsfall eine kleine Materialliste mit Rohrlänge, Masse und Formstückanzahl.
  2. Reststückplanung: Vergleiche drei vorgegebene Restrohre und begründe, welches nach Prüfung von Maß und Materialidentität geeignet wäre.
  3. Videoanalyse: Vergleiche die beiden Prozessvideos nach Fixierung, Werkzeugbewegung, Bearbeitungsergebnis und benötigten Freigaben.
  4. Qualitätssicherung: Entwickle eine Prüfliste für die Planungsunterlagen vor einem Rohrzuschnitt.


Schwer

  1. Variantenvergleich: Plane zwei Leitungswege mit unterschiedlicher Anzahl an Formstücken und vergleiche Materialbedarf, Bearbeitungsaufwand und Prüfbarkeit.
  2. Fehleranalyse: Analysiere eine absichtlich fehlerhafte Maßkette und erkläre, wie sich jeder Fehler auf Passung und Materialbedarf auswirkt.
  3. Sicherheitskonzept: Entwirf für eine reine Simulation ein Energiezustands-Schema mit den Zuständen freigegeben, unklar und gefährlich und begründe die Entscheidungskriterien.
  4. Transferprojekt: Erstelle eine vollständige, drucklose Übungsaufgabe mit Zeichnung, Stückliste, Zuschnittplan, Kontrollrechnung und begründeter Sicherheitsentscheidung.




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Lernkontrolle

  1. Planungsfehler bewerten: Ein Rohrstück wurde nach dem Gesamtmaß statt nach dem Maß zwischen den Schweißenden zugeschnitten. Erkläre die Ursache, die Folgen und eine geeignete Kontrollmethode.
  2. Bauteilauswahl begründen: Zwei Formstücke haben die gleiche Nennweite, aber unterschiedliche Werkstoff- und Wanddickenangaben. Begründe, warum eine Auswahl nur nach der Nennweite fachlich unzulässig ist.
  3. Materialstrategie entwickeln: Vergleiche Neumaterial und ein dokumentiertes Reststück für einen Auftrag. Begründe Deine Entscheidung anhand von Maß, Werkstoffidentität, Bearbeitungszugabe und Rückverfolgbarkeit.
  4. Energiegefahren übertragen: Übertrage das Prinzip gespeicherter Energie auf ein Beispiel mit Druck und ein Beispiel mit Bewegung. Zeige jeweils, welche Information vor Arbeitsbeginn geklärt sein muss.
  5. Prozessvideo beurteilen: Erkläre, welche im Video sichtbaren Handlungen Du als Beobachtung übernehmen kannst und welche Angaben zusätzlich aus betrieblichen Unterlagen kommen müssen.
  6. Arbeitsablauf planen: Entwickle eine Reihenfolge von Zeichnung prüfen, Bauteildaten prüfen, Maße berechnen, Material zuordnen, Kontrollrechnung durchführen und Arbeitsfreigabe beachten. Begründe die Reihenfolge.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Geometrie: Bezugspunkte, Achsmaße, Einbaumaße, Umfang und Bogenlänge sicher zuordnen kannst.
  2. Zuschnittplanung: einen Rohrzuschnitt mit Einheiten und Gegenprobe nachvollziehbar berechnest.
  3. Formstückauswahl: Funktion, Werkstoff, Abmessungen und technische Vorgaben gemeinsam berücksichtigst.
  4. Materialbedarf: Rohrlänge und Masse aus bereitgestellten Daten ermittelst und Zuschläge nicht erfindest.
  5. Dokumentation: Annahmen, Quellen und verwendete Zeichnungswerte eindeutig kennzeichnest.
  6. Arbeitssicherheit: gespeicherte Druckenergie und Bewegungsenergie erkennst und Simulation bzw. druckloses Modell von realen Druckarbeiten klar unterscheidest.
  7. Freigabe: begründen kannst, warum reale Druckarbeiten und Prüfungen nur fachlich freigegeben und beaufsichtigt durchgeführt werden.




Quellen und Medienrechte

Fachquellen, Stand 6. Oktober 2026:

  1. Betriebssicherheitsverordnung: Anforderungen an sichere Verwendung von Arbeitsmitteln und Druckanlagen; Anhang 1 fordert für die Erprobung von Druckanlagen ein schriftliches Arbeitsprogramm.
  2. BAuA, TRBS 1201 Teil 2: Prüfungen und Kontrollen bei Gefährdungen durch Dampf und Druck; zuletzt geändert 2026.
  3. DGUV Information 201-052 Rohrleitungsbauarbeiten: Gefährdungen und Schutzmaßnahmen im Rohrleitungsbau, einschließlich Druck- und Dichtheitsprüfungen.
  4. DIN EN 10253-2:2026-07: Formstücke zum Einschweißen aus unlegierten und legierten ferritischen Stählen mit besonderen Prüfanforderungen.
  5. DIN EN 13480: Normenreihe für metallische industrielle Rohrleitungen.

Hinweis zu Normen: Dieser Lernkurs ersetzt keine Norm und gibt keine geschützten Normtabellen wieder. Maße für reale Bauteile werden aus der gültigen, im Betrieb freigegebenen Ausgabe bzw. aus freigegebenen Hersteller- und Projektdaten übernommen.

Medium Lernzweck Rechtehinweis
Pipe bend schematic.svg Bogengeometrie Wikimedia Commons, CC0 1.0
Geometric Net of a Cylinder.svg Zylindermantel Wikimedia Commons, CC0 1.0
Kupferfittings 4062.jpg Formstückerkennung Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 und GFDL
Butt Weld Geometry.png Nahtgeometrie Wikimedia Commons, Public Domain
Schweißfoto Arbeitsbeobachtung Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Orion Pressure Vessel V Final Weld Behälterbau und Fügevorgang Wikimedia Commons, NASA, Public Domain in den USA, Commons-Kennzeichnung PD NASA
Pipe Bevelling Machine MF5i Prozessbeobachtung Rohrkantenbearbeitung YouTube-Einbettung; Rechte verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber, keine OER-Lizenz für das Gesamtvideo behauptet
Pipe Cold Cutting Machine Prozessbeobachtung Rohrtrennen YouTube-Einbettung; Rechte verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber, keine OER-Lizenz für das Gesamtvideo behauptet

Medienregel: Commons-Medien werden gemäß der jeweils ausgewiesenen Lizenz eingebunden. YouTube-Videos werden nur über den eingebetteten Player verknüpft und nicht erneut hochgeladen. Vor Unterrichtseinsatz sollten Verfügbarkeit und Rechtekennzeichnung erneut geprüft werden.


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