Reformation und Konfessionen in Baden und Baden-Württemberg

Reformation und Konfessionen in Baden und Baden-Württemberg
Einleitung
Reformation und Konfessionen in Baden und Baden-Württemberg bedeutet: Die Reformation verlief im deutschen Südwesten keineswegs überall gleich. Das heutige Baden-Württemberg existierte im 16. Jahrhundert noch nicht. Stattdessen bestand die Region aus vielen Territorien, darunter das Herzogtum Württemberg, die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden, Teile der Kurpfalz, Gebiete von Vorderösterreich, geistliche Herrschaften sowie zahlreiche Reichsstädte. Wer über die Reformation im Südwesten spricht, muss deshalb immer fragen: Wer herrschte an einem Ort, welche Konfession setzte sich dort durch und wie dauerhaft war diese Entscheidung?
Für Dich ist besonders wichtig, zwischen Reformation, Konfession und Konfessionalisierung zu unterscheiden. Reformation bezeichnet die religiösen Reformbewegungen des 16. Jahrhunderts. Konfession meint eine verbindliche Glaubensrichtung, etwa katholisch, lutherisch oder reformiert. Mit Konfessionalisierung beschreiben Historikerinnen und Historiker den längerfristigen Prozess, in dem Staat, Kirche, Schule und Alltag zunehmend nach konfessionellen Regeln geordnet wurden.

Die Karte zeigt, wie stark das Heilige Römische Reich konfessionell und politisch gegliedert war. Für den Südwesten ist diese Kleinteiligkeit besonders wichtig: Schon wenige Kilometer konnten im 16. und 17. Jahrhundert eine andere Obrigkeit und damit auch eine andere Konfession bedeuten.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum die Reformation in Baden-Württemberg regional unterschiedlich verlief. Du kannst die Entwicklung in Württemberg, Baden-Durlach, Baden-Baden, der Kurpfalz, Vorderösterreich und ausgewählten Reichsstädten vergleichen. Außerdem kannst Du beurteilen, wie politische Herrschaft, religiöse Überzeugungen, Krieg, Bildung und Migration die konfessionelle Landschaft bis in die Gegenwart geprägt haben.
Ausgangslage: Der Südwesten vor der Reformation
Um 1500 war der deutsche Südwesten politisch stark zersplittert. Ein zusammenhängendes Land Baden-Württemberg gab es nicht. Neben größeren Fürstentümern bestanden kleine Grafschaften, Klostergebiete, geistliche Territorien und selbstständige Reichsstädte. Diese politische Struktur wurde für die Reformation entscheidend.
Die neuen Ideen Martin Luthers verbreiteten sich seit 1517 durch Predigten, Flugschriften, Bücher und persönliche Netzwerke. Ein wichtiger Ort war Heidelberg, wo Luther 1518 bei der Heidelberger Disputation seine theologischen Vorstellungen vorstellte. Auch Städte wie Esslingen, Ulm, Konstanz und Schwäbisch Hall wurden zu frühen Zentren reformatorischer Diskussionen.
Die Reformation war dabei nicht nur eine Frage des Glaubens. Wer über Kirchenvermögen verfügte, wer Pfarrer einsetzen durfte, welche Schulen eingerichtet wurden und wie Untertanen religiös erzogen wurden, hatte auch politische Bedeutung.
Württemberg: Reformation als landesherrliches Projekt
Im Herzogtum Württemberg wurde die Reformation 1534 entscheidend durch Herzog Ulrich vorangetrieben. Ulrich war 1519 vertrieben worden und kehrte 1534 mit militärischer Unterstützung zurück. Nun setzte er die Einführung der evangelischen Lehre durch.

Mit Ambrosius Blarer und Erhard Schnepf wirkten zwei bedeutende Reformatoren in Württemberg. Beide vertraten nicht in allen theologischen Fragen dieselben Positionen. In den folgenden Jahren setzte sich jedoch eine stärker lutherisch geprägte Kirchenordnung durch. Unter Herzog Christoph wurden Kirche, Schule und Verwaltung weiter vereinheitlicht. Die Große Württembergische Kirchenordnung von 1559 wurde zu einem wichtigen Baustein des evangelischen Territorialstaates.
Für die Bevölkerung bedeutete dies konkrete Veränderungen: Gottesdienste wurden neu geordnet, evangelische Pfarrer eingesetzt, Klöster teilweise aufgehoben oder umgestaltet und Schulen ausgebaut. In ehemaligen Klöstern entstanden auch evangelische Bildungsanstalten. Dadurch verband sich die Reformation langfristig mit staatlicher Organisation und Bildung.
Merke: Württemberg wurde zu einem überwiegend lutherisch geprägten Territorium. Diese Prägung blieb in vielen Regionen Nord- und Mittelwürttembergs über Jahrhunderte sichtbar.
Baden war nicht gleich Baden
Ein häufiger Fehler ist die Vorstellung, das historische Baden habe während der Reformation eine einheitliche Entwicklung genommen. Tatsächlich war die Markgrafschaft seit 1535 in verschiedene Linien geteilt. Besonders wichtig waren Baden-Durlach und Baden-Baden.
Baden-Durlach: lutherische Reformation ab 1556
In Baden-Durlach führte Markgraf Karl II. 1556 die lutherische Reformation planmäßig ein. Damit entwickelte sich Baden-Durlach ähnlich wie Württemberg zu einem evangelisch geprägten Territorium. Durlach wurde später Residenzstadt der Markgrafen.


Die Karte macht zugleich deutlich, dass Baden-Durlach kein geschlossenes Gebiet war. Einzelne Besitzungen lagen voneinander getrennt. Gerade deshalb konnten sich in benachbarten Orten unterschiedliche konfessionelle Traditionen entwickeln.
Baden-Baden: Wechsel und katholische Festigung
Die Markgrafschaft Baden-Baden nahm einen anderen Weg. Dort kam es im 16. und frühen 17. Jahrhundert zu mehreren konfessionellen Wechseln. Während der sogenannten Oberbadischen Okkupation von 1594 bis 1622 stand Baden-Baden zeitweise unter der Herrschaft Baden-Durlachs. Nach 1622 setzte sich in Baden-Baden dauerhaft die katholische Konfession durch.
Das Beispiel zeigt besonders deutlich, dass religiöse Zugehörigkeit in der Frühen Neuzeit häufig eng von Herrschaft und Machtwechseln abhing. Für die Bevölkerung konnte ein Herrschaftswechsel deshalb auch eine Veränderung von Gottesdienst, Geistlichkeit und religiöser Erziehung bedeuten.
Die Kurpfalz und Heidelberg: vom Luthertum zur reformierten Konfession
Die Kurpfalz war für die Reformation im Südwesten besonders bedeutend. Unter Kurfürst Ottheinrich wurde 1556 eine evangelische Kirchenordnung eingeführt. Wenige Jahre später änderte sich die konfessionelle Richtung erneut: Unter Friedrich III. entwickelte sich die Kurpfalz zu einem wichtigen Zentrum der reformierten, häufig auch calvinistisch genannten, Tradition.

1563 erschien der Heidelberger Katechismus. Er fasste zentrale Glaubensinhalte der reformierten Kirche in Frage-und-Antwort-Form zusammen und wurde weit über Heidelberg hinaus verbreitet.

Für die Klassenstufen 10 und 11 ist eine rechtliche Besonderheit wichtig: Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 erkannte im Reich zunächst vor allem die katholische und die lutherische Konfession rechtlich an. Die reformierte Konfession erhielt erst mit dem Westfälischen Frieden von 1648 eine vergleichbare reichsrechtliche Anerkennung.
Katholische Räume: Breisgau, Vorderösterreich und Oberschwaben
Nicht alle Regionen wurden evangelisch. Große Teile des Breisgaus, des Schwarzwalds und Oberschwabens blieben katholisch. Eine wichtige Rolle spielte Vorderösterreich, also habsburgische Besitzungen im Südwesten. Freiburg im Breisgau blieb trotz reformatorischer Debatten katholisch.

In katholisch gebliebenen Gebieten wurden bestehende Klöster und kirchliche Einrichtungen vielfach erhalten oder erneuert. Im Zuge der Katholischen Reform und der Gegenreformation gewannen neue oder reformierte Orden wie die Jesuiten und Kapuziner an Bedeutung. In Freiburg wurde im frühen 17. Jahrhundert ein Jesuitenkolleg eingerichtet.
Auch viele geistliche Territorien und Klosterlandschaften Oberschwabens blieben katholisch. Deshalb entstand im Südwesten kein einfacher Gegensatz zwischen einem evangelischen Norden und einem katholischen Süden. Die tatsächliche Karte bestand aus zahlreichen größeren und kleineren konfessionellen Räumen.
Reichsstädte: eigene Entscheidungen und besondere Wege
Die Reichsstädte waren politisch nicht einem benachbarten Herzog oder Markgrafen unterstellt. Hier spielten städtische Räte, Prediger, Zünfte und Bürgerschaften eine wichtige Rolle.
Viele Reichsstädte des Südwestens wurden evangelisch. In Esslingen, Ulm oder Schwäbisch Hall setzte sich die Reformation in unterschiedlicher Geschwindigkeit durch. Andere Städte blieben katholisch, etwa Rottweil. Besonders wechselhaft war die Entwicklung in Konstanz.
Konstanz: Reformation und Rekatholisierung
Konstanz entwickelte sich in den 1520er Jahren zu einem bedeutenden reformatorischen Zentrum. Der Stadtrat griff stark in das Kirchenwesen ein. Klostervermögen wurde teilweise eingezogen, die Messe eingeschränkt und während des Bildersturms von 1528/29 wurden zahlreiche Altäre, Gemälde und Skulpturen aus Kirchen entfernt.
1548 verlor Konstanz seine Reichsfreiheit und kam unter österreichische Herrschaft. Damit begann die Rekatholisierung. Geistliche Einrichtungen wurden wiederhergestellt und später unterstützten unter anderem Jesuiten und Kapuziner die katholische Konfessionalisierung.
Dieses Beispiel zeigt: Eine einmal eingeführte Reformation musste nicht dauerhaft bestehen.
Der Augsburger Religionsfrieden und die Macht der Obrigkeit
Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 schuf eine wichtige rechtliche Grundlage für das Zusammenleben von katholischen und lutherischen Reichsständen. Häufig wird sein Prinzip mit der später geprägten Formel cuius regio, eius religio zusammengefasst: Die Konfession des Landesherrn bestimmte grundsätzlich die Konfession seines Territoriums.
Für einzelne Menschen bedeutete das nicht moderne Religionsfreiheit. Wer die vorgeschriebene Konfession nicht annehmen wollte, konnte unter bestimmten Bedingungen auswandern. Zugleich gab es zahlreiche Sonderfälle, gemischte Herrschaften und lokale Konflikte.
Neben Katholiken, Lutheranern und Reformierten existierten weitere Gruppen. Dazu gehörten die Täufer, die eine freiwillige Glaubenstaufe vertraten. Täufer wurden im 16. Jahrhundert sowohl von katholischen als auch von vielen evangelischen Obrigkeiten verfolgt. Die religiöse Landschaft war also vielfältiger als ein einfacher Gegensatz zwischen katholisch und evangelisch.
Reformation, Bauernkrieg und gesellschaftlicher Konflikt
Die Reformation fiel in eine Zeit großer sozialer Spannungen. Im Bauernkrieg von 1525 verbanden viele Aufständische soziale Forderungen mit religiösen Vorstellungen. Die berühmten Zwölf Artikel entstanden im südwestdeutschen Raum und forderten unter anderem, dass Gemeinden ihre Pfarrer selbst wählen sollten.
Martin Luther unterstützte den gewaltsamen Aufstand nicht. Auch Herzog Ulrichs Versuch, den Bauernkrieg für seine Rückkehr nach Württemberg zu nutzen, scheiterte zunächst. Trotzdem zeigt der Bauernkrieg, wie eng religiöse, soziale und politische Fragen in dieser Zeit miteinander verbunden waren.
Regionale Unterschiede im Überblick
| Region oder Herrschaft | Entwicklung im 16. und 17. Jahrhundert | Langfristige Prägung |
|---|---|---|
| Herzogtum Württemberg | Reformation ab 1534, zunehmend lutherisch organisiert | überwiegend evangelische Prägung in vielen altwürttembergischen Gebieten |
| Baden-Durlach | planmäßige lutherische Reformation ab 1556 | evangelische Tradition |
| Baden-Baden | mehrere Konfessionswechsel, seit 1622 dauerhaft katholisch | katholische Tradition |
| Kurpfalz mit Heidelberg | zunächst lutherisch, danach stark reformiert geprägt | reformierte Tradition, später Teil der badischen Kirchenunion |
| Vorderösterreich und Breisgau | katholisch geblieben, katholische Reform | starke katholische Tradition |
| Oberschwaben | viele katholische Kloster- und Herrschaftsgebiete | überwiegend katholische Prägung |
| Konstanz | frühe Reformation, ab 1548 Rekatholisierung | katholische Prägung nach dem 16. Jahrhundert |
| viele andere Reichsstädte | häufig evangelisch, aber mit unterschiedlichen lokalen Entwicklungen | regional sehr verschieden |
Vom Konfessionszeitalter zum religiösen Wandel
Die konfessionellen Grenzen des 16. und 17. Jahrhunderts wirkten lange nach. Noch Jahrhunderte später konnten benachbarte Orte eine deutlich unterschiedliche religiöse Zusammensetzung besitzen. Kirchenbauten, Feiertage, Schulen, Vereine und politische Kulturen wurden durch diese Traditionen mitgeprägt.
Im 19. Jahrhundert veränderten territoriale Neuordnungen die Lage. Im vergrößerten Baden lebten nun Lutheraner, Reformierte und Katholiken im selben Staat. 1821 vereinigten sich in Baden die lutherische und die reformierte Kirche zur Evangelischen Landeskirche in Baden. Württemberg behielt eine eigene evangelische Landeskirche.
Im 20. Jahrhundert nahm die konfessionelle Durchmischung weiter zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen viele Vertriebene und Flüchtlinge in südwestdeutsche Städte und Dörfer. Spätere Arbeitsmigration und internationale Zuwanderung vergrößerten die religiöse Vielfalt. Gleichzeitig nahm in den letzten Jahrzehnten der Anteil der Menschen ohne Mitgliedschaft in einer der großen christlichen Kirchen deutlich zu.

Die historische Reformation erklärt deshalb nicht die gesamte religiöse Gegenwart. Sie hilft Dir aber zu verstehen, warum manche regionalen Unterschiede bis heute Spuren hinterlassen haben.
Vom historischen Muster zur Gegenwart
Wenn Du heute in Baden-Württemberg Kirchen, Ortsgeschichte oder Friedhöfe vergleichst, kannst Du häufig ältere konfessionelle Prägungen erkennen. Gleichzeitig darfst Du heutige Einwohnerinnen und Einwohner nicht automatisch einer Religion zuordnen. Moderne Gesellschaften sind religiös vielfältig, und persönliche Religionszugehörigkeit ist nicht mehr durch einen Landesherrn festgelegt.
Historisches Denken bedeutet deshalb: Du erkennst langfristige Strukturen, ohne aus ihnen einfache Aussagen über einzelne Menschen in der Gegenwart abzuleiten.
Zeitleiste
| Zeitpunkt | Ereignis | Bedeutung für den Südwesten |
|---|---|---|
| 1518 | Heidelberger Disputation | Luther diskutiert seine Theologie in Heidelberg |
| 1525 | Bauernkrieg | soziale und religiöse Forderungen verbinden sich |
| 1534 | Reformation in Württemberg | Herzog Ulrich beginnt die landesherrliche Neuordnung |
| 1555 | Augsburger Religionsfrieden | katholische und lutherische Territorien erhalten eine reichsrechtliche Grundlage |
| 1556 | Reformation in Baden-Durlach | Baden-Durlach wird lutherisch geprägt |
| 1556 | evangelische Kirchenordnung in der Kurpfalz | Beginn einer neuen konfessionellen Phase |
| 1563 | Heidelberger Katechismus | Heidelberg wird ein Zentrum der reformierten Tradition |
| 1622 | katholische Festigung in Baden-Baden | dauerhafte konfessionelle Trennung innerhalb der badischen Räume |
| 1648 | Westfälischer Friede | reformierte Konfession reichsrechtlich anerkannt |
| 1821 | Badische Kirchenunion | Lutheraner und Reformierte bilden eine unierte evangelische Landeskirche |
Quellen und Vertiefung
- LEO-BW: Konfessionen in Baden-Württemberg
- LEO-BW: Reformation und Gegenreformation im Gebiet des heutigen Landes Baden-Württemberg
- Landesarchiv Baden-Württemberg: Herzog Ulrich, Bauernkrieg und Reformation
- Landesarchiv Baden-Württemberg: Württemberg im Licht des Evangeliums
- Stadt Heidelberg: Martin Luther in Heidelberg
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum verlief die Reformation im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg regional unterschiedlich? (Weil das Gebiet aus vielen selbstständigen Herrschaften bestand) (!Weil jede Stadt zu Frankreich gehörte) (!Weil nur Klöster über Religion entschieden) (!Weil es im Südwesten keine Fürsten gab)
Welches Territorium wurde ab 1534 unter Herzog Ulrich reformiert? (Württemberg) (!Baden-Baden) (!Vorderösterreich) (!Breisgau)
Welche Konfession setzte sich in Baden-Durlach ab 1556 durch? (Die lutherische Konfession) (!Die orthodoxe Konfession) (!Die anglikanische Konfession) (!Die jüdische Konfession)
Welche Entwicklung kennzeichnet Baden-Baden seit 1622? (Die dauerhafte katholische Prägung) (!Die dauerhafte reformierte Prägung) (!Die Einführung der anglikanischen Kirche) (!Die Abschaffung aller Kirchen)
Wofür ist Heidelberg in der Reformationsgeschichte besonders wichtig? (Für die reformierte Tradition und den Heidelberger Katechismus) (!Für die Gründung des Jesuitenordens) (!Für die Abschaffung des Buchdrucks) (!Für die Entstehung der orthodoxen Kirche)
Welche Region blieb stark katholisch geprägt? (Der Breisgau) (!Altwürttemberg) (!Baden-Durlach) (!Die reformierte Kurpfalz)
Was geschah 1548 in Konstanz? (Die Stadt kam unter österreichische Herrschaft und wurde rekatholisiert) (!Die Stadt wurde Hauptstadt Württembergs) (!Die Stadt führte erstmals den Heidelberger Katechismus ein) (!Die Stadt wurde Teil Baden-Durlachs)
Was regelte der Augsburger Religionsfrieden von 1555 im Kern? (Das Verhältnis katholischer und lutherischer Reichsstände) (!Die Gründung des Landes Baden-Württemberg) (!Die Vereinigung aller christlichen Kirchen) (!Die Abschaffung der Fürstenherrschaft)
Welche Aussage beschreibt Konfessionalisierung am besten? (Die langfristige Ordnung von Kirche Staat Schule und Alltag nach konfessionellen Regeln) (!Die Auflösung aller religiösen Gemeinschaften) (!Die Einführung einer einzigen europäischen Sprache) (!Die Trennung von Stadt und Land durch neue Grenzen)
Warum sind historische Konfessionsgrenzen heute nur noch eingeschränkt aussagekräftig? (Weil Migration Säkularisierung und religiöse Vielfalt die Gesellschaft verändert haben) (!Weil seit dem Mittelalter niemand mehr umgezogen ist) (!Weil alle Menschen heute derselben Kirche angehören) (!Weil historische Grenzen niemals Auswirkungen hatten)
Memory
| Württemberg | lutherische Reformation ab 1534 |
| Baden-Durlach | lutherische Reformation ab 1556 |
| Baden-Baden | katholische Festigung seit 1622 |
| Kurpfalz | reformierte Tradition |
| Heidelberg | Katechismus |
| Freiburg | katholischer Breisgau |
| Konstanz | Rekatholisierung |
| Vorderösterreich | habsburgische Herrschaft |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Konfessionelle Entwicklung |
|---|---|
| Württemberg | lutherisch geprägt |
| Baden-Durlach | lutherisch reformiert |
| Kurpfalz | reformiert geprägt |
| Breisgau | katholisch geprägt |
| Konstanz | rekatholisiert |
...
Kreuzworträtsel
| Heidelberg | In welcher Stadt erschien ein bedeutender reformierter Katechismus? |
| Durlach | Welche badische Residenz steht für die lutherische Linie Baden-Durlach? |
| Württemberg | Welches Herzogtum wurde ab 1534 reformiert? |
| Freiburg | Welche Stadt blieb ein wichtiges katholisches Zentrum im Breisgau? |
| Konstanz | Welche Stadt wurde nach einer frühen Reformation 1548 rekatholisiert? |
| Katechismus | Wie heißt ein Lehrbuch in Frage-und-Antwort-Form? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Konfessionskarte: Zeichne eine vereinfachte Karte des heutigen Baden-Württemberg und markiere Württemberg, Baden-Durlach, Baden-Baden, Kurpfalz und Breisgau mit ihrer historischen konfessionellen Prägung.
- Zeitleiste Reformation: Gestalte eine bebilderte Zeitleiste von 1518 bis 1648 mit mindestens sechs Ereignissen aus dem Südwesten.
- Kirchenvergleich: Suche zwei historische Kirchen aus unterschiedlichen Regionen Baden-Württembergs und beschreibe, welche Hinweise auf katholische oder evangelische Traditionen erkennbar sind.
- Begriffe der Reformation: Erstelle ein eigenes Glossar mit den Begriffen Reformation, Konfession, Konfessionalisierung, Rekatholisierung, Reichsstadt und Religionsfrieden.
Standard
- Regionalgeschichte: Recherchiere die Reformationsgeschichte Deines Wohnorts oder eines Ortes in Deiner Nähe und stelle die wichtigsten Veränderungen auf einer Seite dar.
- Quellenanalyse Reformation: Wähle eine historische Quelle aus einem digitalen Archiv und untersuche Urheber, Entstehungssituation, Aussage und mögliche Grenzen der Quelle.
- Podcast Reformation: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Podcast, in dem Du die konfessionelle Entwicklung von Württemberg und Baden vergleichst.
- Interview Religionsgeschichte: Befrage eine Person aus einem örtlichen Museum, Archiv, einer Kirchengemeinde oder einem Geschichtsverein dazu, welche konfessionellen Spuren in Deiner Region noch sichtbar sind.
Schwer
- Konfessionalisierung: Prüfe an zwei Regionen, ob das Modell der Konfessionalisierung hilft, Veränderungen von Schule, Verwaltung und Alltag zu erklären.
- Mikrogeschichte: Vergleiche zwei benachbarte Orte, die historisch unterschiedlichen Herrschaften angehörten, und untersuche, ob sich die alte Konfessionsgrenze in Bauwerken, Ortsgeschichte oder Vereinen erkennen lässt.
- Historisches Erklärvideo: Drehe ein Erklärvideo zur Frage, warum Baden-Württemberg keine einheitliche Reformationsgeschichte besitzt, und arbeite mindestens drei historische Quellen oder Karten ein.
- Religiöser Wandel: Entwickle eine Ausstellung mit dem Titel „Von der Konfessionsgrenze zur religiösen Vielfalt“ und verbinde die Reformationszeit mit Migration, Ökumene und Säkularisierung im 20. und 21. Jahrhundert.


Lernkontrolle
- Herrschaft und Religion: Erkläre anhand von Württemberg und Baden-Baden, warum politische Herrschaft im 16. Jahrhundert entscheidend für die konfessionelle Entwicklung sein konnte.
- Vergleich Baden: Begründe, warum die Formulierung „Baden wurde evangelisch“ historisch zu ungenau ist.
- Stadt und Territorium: Vergleiche die Reformation in einer Reichsstadt mit der Reformation in einem Fürstentum. Arbeite mindestens zwei strukturelle Unterschiede heraus.
- Konstanz als Fallbeispiel: Zeige am Beispiel Konstanz, warum konfessioneller Wandel nicht immer dauerhaft in eine Richtung verlief.
- Langzeitwirkung: Erkläre, wie Entscheidungen des 16. Jahrhunderts noch Jahrhunderte später regionale Unterschiede prägen konnten, ohne die heutige Religionszugehörigkeit einzelner Menschen festzulegen.
- Transferaufgabe Migration: Beurteile, warum Migration und gesellschaftliche Modernisierung historische Konfessionskarten verändern, aber ältere kulturelle Spuren trotzdem sichtbar bleiben können.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern regionale Entwicklungen erklären und vergleichen kannst.
- Du kannst begründen, warum es im 16. Jahrhundert kein einheitliches Baden-Württemberg gab.
- Du kannst Württemberg, Baden-Durlach, Baden-Baden, Kurpfalz, Vorderösterreich und ausgewählte Reichsstädte konfessionell einordnen.
- Du kannst die Begriffe Reformation, Konfession, Konfessionalisierung und Rekatholisierung fachlich richtig verwenden.
- Du kannst den Zusammenhang zwischen politischer Herrschaft und religiöser Ordnung erklären.
- Du kannst eine historische Karte oder Quelle auswerten und ihre Aussagekraft begrenzen.
- Du kannst langfristige Folgen der Reformation von späteren Veränderungen durch Migration, Ökumene und Säkularisierung unterscheiden.
- Du kannst regionale Unterschiede erklären, ohne daraus pauschale Aussagen über heutige Menschen abzuleiten.
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