Rechte von Auszubildenden - Baden-Württemberg

Rechte von Auszubildenden - Baden-Württemberg
Rechte von Auszubildenden - Baden-Württemberg
Einleitung
Wenn Du eine Berufsausbildung beginnst, bist Du nicht einfach nur eine Arbeitskraft im Betrieb. Das wichtigste Ziel ist, dass Du einen Beruf lernst und die dafür notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten erwirbst. Deshalb gibt es besondere Rechte für Auszubildende. Gleichzeitig hast Du Pflichten, zum Beispiel sorgfältig zu lernen, die Berufsschule zu besuchen und Deinen Ausbildungsnachweis zu führen.
Dieser aiMOOC erklärt die wichtigsten Regeln zu Ausbildungsvertrag, Arbeitszeit und Mitwirkung mit Blick auf Baden-Württemberg. Viele zentrale Vorschriften gelten bundesweit, etwa das Berufsbildungsgesetz (BBiG), das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Für den Berufsschulbesuch kommen in Baden-Württemberg außerdem landesrechtliche Schulregeln hinzu. Stand der Rechtsinformationen: August 2026. Dieser Lerntext dient der Bildung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Eine duale Ausbildung verbindet typischerweise zwei Lernorte: den Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule. Beide Seiten sollen zusammenwirken, damit Du das Ausbildungsziel erreichst. Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen Ausbildung und bloßer Beschäftigung zu unterscheiden.

Die wichtigsten Rechtsgrundlagen
Für viele duale Ausbildungsberufe gelten vor allem folgende Regeln:
- BBiG: regelt unter anderem Vertrag, Pflichten, Freistellung, Vergütung, Probezeit und Kündigung.
- JArbSchG: schützt Auszubildende unter 18 Jahren besonders, zum Beispiel bei Arbeitszeit, Pausen und Nachtarbeit.
- ArbZG: begrenzt vor allem die Arbeitszeit volljähriger Beschäftigter und damit grundsätzlich auch volljähriger Auszubildender.
- BetrVG: regelt betriebliche Mitwirkung und die Jugend- und Auszubildendenvertretung.
- Schulgesetz Baden-Württemberg: regelt unter anderem die Berufsschulpflicht im Land.
Der Ausbildungsvertrag
Der Berufsausbildungsvertrag ist die rechtliche Grundlage Deiner betrieblichen Ausbildung. Der Betrieb muss mit Dir einen solchen Vertrag schließen. Nach § 11 BBiG muss der wesentliche Vertragsinhalt unverzüglich nach Vertragsabschluss, spätestens vor Beginn der Ausbildung, in Textform festgehalten werden. Bei Minderjährigen müssen zusätzlich die gesetzlichen Vertreter berücksichtigt werden.
Wichtige Angaben sind unter anderem Ausbildungsberuf und Ausbildungsziel, Beginn und Dauer der Ausbildung, Ausbildungsstätte, Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des Betriebs, regelmäßige tägliche Ausbildungszeit, Probezeit, Vergütung, Urlaub sowie Hinweise auf anwendbare Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen. Die Probezeit muss nach BBiG mindestens einen und darf höchstens vier Monate dauern.

Das historische Bild eines Lehrvertrags zeigt: Ausbildung war schon lange vertraglich geregelt. Heute sind Inhalt und Schutzrechte jedoch detailliert gesetzlich festgelegt. Entscheidend ist deshalb nicht, wie ein alter Vertrag aussah, sondern was im heutigen BBiG steht.
Deine zentralen Rechte aus der Ausbildung
Der Ausbildungsbetrieb muss die Ausbildung so organisieren, dass Du das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Zeit erreichen kannst. Dazu gehören insbesondere:
- Ausbildungsziel: Dir sollen die beruflichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten planmäßig vermittelt werden.
- Ausbilderin oder Ausbilder: Der Betrieb muss selbst geeignet ausbilden oder eine geeignete Person ausdrücklich beauftragen.
- Ausbildungsmittel: Erforderliche Werkzeuge, Werkstoffe und Fachliteratur sind für die Ausbildung kostenlos bereitzustellen; bei digitalem mobilem Ausbilden gilt dies auch für zusätzlich erforderliche Hard- und Software.
- Ausbildungsnachweis: Du musst Gelegenheit bekommen, Deinen Ausbildungsnachweis am Arbeitsplatz zu führen; der Betrieb soll ihn regelmäßig durchsehen.
- Ausbildungsfremde Tätigkeiten: Dir dürfen nur Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und Deinen körperlichen Kräften angemessen sind.
- Berufsschule: Du musst für den Berufsschulunterricht und bestimmte Prüfungen bzw. Ausbildungsmaßnahmen freigestellt werden.
- Ausbildungsvergütung: Du hast Anspruch auf eine angemessene Vergütung, die mit fortschreitender Ausbildung mindestens jährlich steigt.
- Zeugnis: Am Ende der Ausbildung hast Du Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis.
Für Ausbildungsverhältnisse, die im Jahr 2026 beginnen und unter die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung fallen, beträgt die bundesweite Untergrenze im ersten Ausbildungsjahr 724 Euro monatlich; für die weiteren Ausbildungsjahre gelten höhere gesetzliche Sätze. Tarifvertragliche Regeln können Besonderheiten enthalten.
Deine Pflichten
Rechte und Pflichten gehören zusammen. Nach dem BBiG musst Du Dich bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben. Dazu gehört, Ausbildungsaufgaben sorgfältig auszuführen, an vorgeschriebenen Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen, zulässigen Weisungen zu folgen, die Betriebsordnung zu beachten, Werkzeug und Maschinen pfleglich zu behandeln, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse zu wahren und einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis zu führen.
Wichtig ist: Eine Weisung ist nicht automatisch richtig, nur weil sie von einer vorgesetzten Person kommt. Sie muss sich im Rahmen des Ausbildungsverhältnisses bewegen. Wenn Du dauerhaft Tätigkeiten erledigen sollst, die nichts mit Deinem Ausbildungsberuf zu tun haben, solltest Du das ansprechen und dokumentieren.

Arbeitszeit
Die zulässige Arbeitszeit hängt besonders davon ab, ob Du bereits 18 Jahre alt bist. Außerdem können Tarifverträge, Branchenregeln und besondere gesetzliche Ausnahmen eine Rolle spielen. Maßgeblich ist deshalb immer die Kombination aus Gesetz, Ausbildungsvertrag und gegebenenfalls Tarifvertrag.

Wenn Du unter 18 bist
Für Jugendliche gilt grundsätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz. Danach dürfen Jugendliche im Regelfall höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Es gilt grundsätzlich die Fünf-Tage-Woche. Das Gesetz enthält außerdem Regeln zu Pausen, täglicher Freizeit, Nachtarbeit sowie Beschäftigung an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen. Für bestimmte Branchen gibt es gesetzliche Ausnahmen.
Bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden müssen Jugendliche mindestens 30 Minuten Pause erhalten; bei mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten. Nach dem Ende der täglichen Arbeitszeit müssen grundsätzlich mindestens zwölf Stunden ununterbrochene Freizeit liegen.
Wenn Du 18 oder älter bist
Für volljährige Auszubildende ist vor allem das Arbeitszeitgesetz wichtig. Die werktägliche Arbeitszeit darf grundsätzlich acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb des gesetzlich vorgesehenen Ausgleichszeitraums im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.
Bei mehr als sechs bis zu neun Stunden Arbeitszeit sind mindestens 30 Minuten Pause vorgeschrieben, bei mehr als neun Stunden mindestens 45 Minuten. Zwischen zwei Arbeitstagen liegt grundsätzlich eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden. Auch hier gibt es gesetzliche Ausnahmen für bestimmte Bereiche.
Überstunden
Auszubildende sollen in erster Linie lernen. Mehrarbeit darf nicht dazu führen, dass die Ausbildung zum normalen Vollzeit-Arbeitseinsatz ohne Lernzweck wird. Nach § 17 Absatz 7 BBiG ist eine Beschäftigung über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinaus besonders zu vergüten oder durch entsprechende Freizeit auszugleichen. Zusätzlich müssen die gesetzlichen Höchstgrenzen der Arbeitszeit beachtet werden.
Tipp für die Praxis: Dokumentiere Beginn, Ende, Pausen und zusätzliche Arbeitszeiten nachvollziehbar. Das hilft, wenn später geklärt werden muss, ob Arbeitszeiten korrekt angerechnet oder ausgeglichen wurden.
Berufsschule in Baden-Württemberg
Die Berufsschule ist kein Freizeitprogramm neben der Arbeit, sondern ein fester Teil der dualen Ausbildung. Nach § 15 BBiG muss der Betrieb Dich für den Berufsschulunterricht freistellen. Unterrichtszeit einschließlich Pausen und notwendiger Wegezeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsstätte wird auf die Ausbildungszeit angerechnet. An einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten wirst Du einmal pro Woche mit der durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit freigestellt. Für bestimmte Blockunterrichtswochen gelten ebenfalls besondere Anrechnungsregeln.
In Baden-Württemberg regelt das Schulgesetz für Baden-Württemberg die Berufsschulpflicht. Jugendliche, die vor dem Ende ihrer Berufsschulpflicht eine Ausbildung beginnen, können bis zum Abschluss der Ausbildung berufsschulpflichtig bleiben. Die IHK Region Stuttgart weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass Ausbildungsbetrieb und Berufsschule als Lernorte zusammengehören.

Mitwirkung und Mitbestimmung im Betrieb
Du musst Probleme in der Ausbildung nicht immer allein mit Deiner Ausbilderin oder Deinem Ausbilder klären. In Betrieben mit Betriebsrat kann die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) eine wichtige Anlaufstelle sein. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz vertritt sie die besonderen Interessen von Jugendlichen und Auszubildenden im Betrieb.
Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem, beim Betriebsrat Maßnahmen für Jugendliche und Auszubildende anzuregen, auf die Einhaltung einschlägiger Gesetze, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen zu achten und Anregungen oder Beschwerden aus der Ausbildung aufzunehmen. Die JAV arbeitet dabei mit dem Betriebsrat zusammen.

Was Du bei Problemen tun kannst
Wenn Du meinst, dass Deine Rechte verletzt werden, ist eine sachliche Reihenfolge oft sinnvoll:
- Dokumentation: Notiere konkret, was passiert ist, wann es passiert ist und wer beteiligt war.
- Gespräch: Sprich das Problem mit Deiner Ausbilderin, Deinem Ausbilder oder einer anderen zuständigen Person an.
- Betriebliche Interessenvertretung: Wende Dich gegebenenfalls an JAV, Betriebsrat oder Personalrat.
- Zuständige Stelle: Bei dualen Ausbildungsberufen können je nach Beruf zum Beispiel IHK oder HWK mit ihrer Ausbildungsberatung helfen.
- Berufsschule: Auch Lehrkräfte oder Beratungsstellen der Schule können unterstützen, wenn Ausbildung und Schule betroffen sind.
- Rechtsberatung: Bei ernsthaften oder komplizierten Konflikten kann fachkundige Beratung notwendig sein.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Berufsbildungsgesetz (BBiG)
- Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
- Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
- Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
- Landesrecht Baden-Württemberg
- IHK Region Stuttgart: Rechte und Pflichten in der Berufsausbildung
- BIBB: Mindestausbildungsvergütung
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Angabe gehört in die Vertragsabfassung eines Ausbildungsvertrags? (Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit) (!Lieblingsfach in der Schule) (!Private Social-Media-Nutzung) (!Freizeitaktivitäten am Wochenende)
Wie lange darf die Probezeit in einer Berufsausbildung nach BBiG höchstens dauern? (Vier Monate) (!Sechs Monate) (!Neun Monate) (!Zwölf Monate)
Wie lange dürfen Jugendliche unter 18 Jahren grundsätzlich höchstens pro Tag beschäftigt werden? (Acht Stunden) (!Zehn Stunden) (!Elf Stunden) (!Zwölf Stunden)
Wie hoch ist die regelmäßige gesetzliche Wochenhöchstgrenze für Jugendliche nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz? (40 Stunden) (!45 Stunden) (!48 Stunden) (!60 Stunden)
Was muss der Betrieb mit erforderlichen Ausbildungsmitteln tun? (Er muss sie grundsätzlich kostenlos bereitstellen) (!Er darf sie immer vom Azubi kaufen lassen) (!Er muss nur Prüfungswerkzeug bereitstellen) (!Er darf Fachliteratur grundsätzlich verweigern)
Was gilt für Aufgaben, die Auszubildenden übertragen werden? (Sie müssen dem Ausbildungszweck dienen und körperlich angemessen sein) (!Sie dürfen beliebig ausbildungsfremd sein) (!Sie müssen ausschließlich wirtschaftlichen Nutzen bringen) (!Sie dürfen ohne Rücksicht auf körperliche Kräfte verlangt werden)
Was ist eine wichtige Aufgabe der Jugend- und Auszubildendenvertretung? (Interessen von Jugendlichen und Auszubildenden im Betrieb vertreten) (!Arbeitsverträge für die Geschäftsleitung unterschreiben) (!Schulnoten der Berufsschule festlegen) (!Abschlussprüfungen der Kammer abnehmen)
Was gilt einmal pro Woche für einen Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten? (Er wird mit der durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit angerechnet) (!Er zählt grundsätzlich gar nicht als Ausbildungszeit) (!Er muss immer am Samstag nachgearbeitet werden) (!Er wird nur zur Hälfte angerechnet)
Wie wird zusätzliche Beschäftigung über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit nach BBiG ausgeglichen? (Durch besondere Vergütung oder entsprechende Freizeit) (!Nur durch ein mündliches Lob) (!Sie bleibt immer ohne Ausgleich) (!Ausschließlich durch zusätzliche Hausaufgaben)
Wie hoch ist die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2026, soweit die Regel gilt? (724 Euro) (!620 Euro) (!682 Euro) (!900 Euro)
Memory
| Ausbildungsvertrag | Rechtliche Grundlage der betrieblichen Ausbildung |
| Berichtsheft | Ausbildungsnachweis |
| Jugendarbeitsschutzgesetz | Besonderer Schutz für Minderjährige |
| Arbeitszeitgesetz | Arbeitszeitregeln für Volljährige |
| Berufsschule | Zweiter Lernort der dualen Ausbildung |
| Jugend- und Auszubildendenvertretung | Interessenvertretung junger Beschäftigter und Auszubildender |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ausbildungszweck | Aufgaben im Betrieb |
| Freistellung | Berufsschulunterricht |
| Pausenregel | Gesundheitsschutz |
| Betriebsrat | Zusammenarbeit mit der JAV |
| Ausbildungsnachweis | Dokumentation des Lernverlaufs |
...
Kreuzworträtsel
| Probezeit | Wie heißt die Anfangsphase der Ausbildung, die mindestens einen und höchstens vier Monate dauert? |
| Berichtsheft | Wie heißt der Nachweis, in dem Du Deine Ausbildungsinhalte dokumentierst? |
| Arbeitszeit | Welcher Begriff bezeichnet die Zeit, in der Du im Rahmen der gesetzlichen und vertraglichen Regeln beschäftigt wirst? |
| Berufsschule | Wie heißt der schulische Lernort der dualen Ausbildung? |
| Betriebsrat | Welches Gremium arbeitet im Betrieb mit der JAV zusammen? |
| Vergütung | Wie heißt die regelmäßige Bezahlung in der Ausbildung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Vertragscheck: Erstelle eine Checkliste mit acht Angaben, die Du in einem Ausbildungsvertrag finden solltest.
- Arbeitszeittagebuch: Entwirf für eine fiktive Ausbildungswoche eine übersichtliche Tabelle für Beginn, Ende, Pausen, Berufsschule und zusätzliche Arbeitszeit.
- Rechte-Plakat: Gestalte ein Plakat mit fünf wichtigen Rechten von Auszubildenden in einfacher Sprache.
- Begriffe erklären: Erkläre in eigenen Worten die Begriffe Ausbildungsvertrag, Ausbildungsnachweis, Freistellung und JAV.
Standard
- Fallanalyse Arbeitszeit: Erfinde einen Fall zu einer 17-jährigen Person in Ausbildung und prüfe, ob Arbeitszeit und Pausen plausibel gesetzeskonform sind.
- Berufsschul-Fall: Entwickle ein Beispiel, in dem ein Betrieb nach einem langen Berufsschultag zusätzliche Anwesenheit verlangt. Begründe mithilfe der Regeln, wie der Fall zu beurteilen ist.
- Interview Ausbildung: Interviewe eine Auszubildende oder einen Auszubildenden zu Rechten, Pflichten und tatsächlichen Erfahrungen im Ausbildungsalltag. Anonymisiere persönliche Angaben.
- JAV-Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo dazu, wofür eine Jugend- und Auszubildendenvertretung zuständig ist.
Schwer
- Rechtsvergleich: Vergleiche die Arbeitszeitregeln für eine 17-jährige und eine 19-jährige Person in derselben Ausbildung. Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
- Konfliktlösung: Entwickle einen Handlungsplan für einen Fall, in dem eine Person in Ausbildung dauerhaft ausbildungsfremde Aufgaben erledigen muss.
- Quellenprüfung: Vergleiche eine Ratgeberseite mit dem Wortlaut der einschlägigen Gesetze. Markiere, welche Aussagen direkt gesetzlich belegt sind und wo Vereinfachungen vorkommen.
- Betriebliche Mitwirkung: Entwirf eine Kampagne für einen fiktiven Betrieb, die Auszubildende über JAV, Betriebsrat und sichere Wege für Beschwerden informiert.


Lernkontrolle
- Fall Ausbildungsvertrag: Eine Person beginnt ihre Ausbildung, kennt aber weder den betrieblichen Ausbildungsplan noch die regelmäßige tägliche Ausbildungszeit. Erkläre, welche rechtlichen und praktischen Probleme daraus entstehen können und wie sie gelöst werden sollten.
- Fall Überstunden: Ein volljähriger Azubi bleibt drei Wochen lang täglich länger, ohne Ausgleich. Prüfe, welche verschiedenen Regeln gleichzeitig betrachtet werden müssen.
- Fall Minderjährige: Eine 17-jährige Auszubildende arbeitet regelmäßig mehr als sechs Stunden ohne ausreichend lange Pause. Begründe, warum dies nicht nur eine organisatorische, sondern eine Schutzfrage ist.
- Transfer Berufsschule: Erkläre, warum Berufsschulzeit rechtlich auf die Ausbildungszeit angerechnet wird und welche Funktion dies für das duale System hat.
- Mitwirkung bewerten: Beurteile, warum eine JAV Probleme nicht einfach anstelle des Betriebsrats entscheidet, sondern mit diesem zusammenarbeitet.
- Berufliche Handlungskompetenz: Begründe, warum dauerhaft ausbildungsfremde Tätigkeiten dem Zweck eines Berufsausbildungsverhältnisses widersprechen können.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du Rechte nicht nur auswendig kennst, sondern auf Situationen anwenden kannst.
- Du kannst zentrale Bestandteile eines Ausbildungsvertrags erläutern.
- Du kannst Arbeitszeitregeln für Minderjährige und Volljährige unterscheiden.
- Du kannst erklären, wie Berufsschulzeit angerechnet wird.
- Du kannst Rechte und Pflichten von Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben gegenüberstellen.
- Du kannst die Funktion von JAV und Betriebsrat beschreiben.
- Du kannst einen Konfliktfall analysieren und sinnvolle Anlaufstellen benennen.
- Du kannst zwischen Gesetz, Vertrag, Tarifvertrag und betrieblicher Regelung unterscheiden.
- Du kannst bei rechtlichen Aussagen seriöse Quellen prüfen und den Stand der Information angeben.
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