Rainhard Fendrich - Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk

Rainhard Fendrich - Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk
Rainhard Fendrich – Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk
Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk ist ein Austropop-Lied von Rainhard Fendrich, das besonders als österreichisches Dialekt-Pop-Liebeslied mit bildhafter Sprache bekannt ist. Die Aufnahme stammt aus dem Umfeld des 1983 veröffentlichten Albums Auf und davon. Musik und Text werden Rainhard Fendrich zugeschrieben; an der Produktion war unter anderem Christian Kolonovits beteiligt. In Österreich erreichte das Lied Platz 3 der Singlecharts und gehörte 1984 zu den besonders erfolgreichen Titeln des Jahres.
Im Mittelpunkt dieses aiMOOCs stehen nicht nur Daten zum Song, sondern vor allem die Frage, warum er wirkt: Wie verbindet Fendrich ein persönliches Liebesbekenntnis mit einer ungewöhnlichen Metapher? Wie verändert österreichischer Dialekt den Klang und die Nähe einer Aussage? Welche Rolle spielen Melodie, Wiederholung, Sprachrhythmus und Live-Interpretation? Und weshalb lässt sich das Lied gut in die Tradition des Austropop einordnen?

Rainhard Fendrich bei einem Livekonzert 2015. Foto: Stefan Brending, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia Commons.
Offizieller Fendrich-Kanal: TV-Auftritt aus dem Jahr 1983. Höre zunächst auf Sprachklang, Phrasierung und den Wechsel zwischen erzählender Strophe und einprägsamer Kernzeile.
Einleitung
Rainhard Fendrich gehört zu den prägenden Stimmen des österreichischen Austropop. Gerade in den 1970er- und 1980er-Jahren wurde österreichische Popmusik stark mit Dialekt, Alltagssprache und einer bewussten Abgrenzung von standarddeutscher Pop- und Schlagersprache verbunden. Der Begriff Austropop bezeichnet heute allgemein Popmusik aus Österreich und umfasst sehr unterschiedliche Stile; historisch war jedoch Popmusik in österreichischen Dialekten besonders wichtig für die Wahrnehmung des Genres.
Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk zeigt eine andere Seite dieser Tradition als satirische, gesellschaftskritische oder komische Austropop-Songs: Hier steht ein Liebeslied im Zentrum. Das lyrische Ich zählt keine abstrakten Ideale auf, sondern begründet Zuneigung über beobachtete Eigenschaften, Verhaltensweisen und gemeinsame Nähe. Dadurch wirkt die Liebeserklärung konkret und alltagsnah.
Eine sprachwissenschaftliche Arbeit der Universität Wien beschreibt das Lied als durchgehend dialektal und monologisch aufgebaut. Gerade darin liegt ein wichtiger Zugang: Das lyrische Ich spricht eine geliebte Person unmittelbar an. Der Dialekt ist nicht nur „Verpackung“, sondern trägt soziale und emotionale Bedeutung. Er kann Nähe, Vertrautheit und regionale Verortung signalisieren und verändert zugleich Rhythmus und Klang der Wörter.
Entstehungs- und Erfolgskontext
Das Lied gehört zum Album Auf und davon aus dem Jahr 1983. Zeitgenössische und spätere Diskografien führen die Aufnahme ebenfalls für 1983. In den österreichischen Singlecharts erreichte der Titel Platz 3; in der Jahreshitparade 1984 stand er auf Rang 10. Diese zeitliche Kombination zeigt, dass Veröffentlichungsjahr, Albumjahr und Chartwirksamkeit nicht immer identisch sein müssen.
Der Titel wurde im Lauf von Fendrichs Karriere in verschiedenen Live- und Neuarrangements weitergeführt. Besonders interessant für eine musikalische Vergleichsanalyse sind die orchestrale Aufführung auf dem Wiener Rathausplatz 1992 und die spätere Fassung Symphonisch in Schönbrunn. An diesen Versionen kannst Du untersuchen, wie sich ein Lied verändert, wenn Klangfarbe, Ensemblegröße und Aufführungssituation wechseln.
Livefassung vom Wiener Rathausplatz 1992. Vergleiche Stimme, Dynamik und großformatige Begleitung mit der früheren Darbietung.
Austropop: Dialekt als musikalische und kulturelle Sprache
Austropop ist kein eng umrissenes einzelnes Musikgenre. Der Begriff umfasst Pop- und Rockmusik aus Österreich und wurde im Lauf seiner Geschichte unterschiedlich verwendet. In der frühen Wahrnehmung spielte österreichischer Dialekt eine zentrale Rolle. Künstlerinnen und Künstler konnten dadurch regionale Sprachformen in einen modernen Popkontext übertragen.
Bei Fendrich ist die sprachliche Situation besonders interessant, weil seine Lieder nicht immer einfach nur in einem einheitlichen „reinen Dialekt“ stehen. Sprachwissenschaftliche Untersuchungen weisen für sein Gesamtwerk auf ein Kontinuum zwischen Standardsprache, Umgangssprache und Dialekt hin. Im vorliegenden Lied tritt die dialektale Gestaltung allerdings besonders deutlich hervor.
Dialekt kann dabei mehrere Wirkungen gleichzeitig entfalten:
- Nähe: Eine regional vertraute Sprechweise kann persönlicher und weniger formell wirken.
- Identität: Sprachliche Varianten markieren eine österreichische beziehungsweise wienerisch geprägte kulturelle Verortung.
- Rhythmus: Verkürzte oder zusammengezogene Formen können anders auf musikalische Zählzeiten passen als standarddeutsche Entsprechungen.
- Klangfarbe der Sprache: Vokale, Konsonanten und typische Endungen verändern die akustische Gestalt eines Satzes.
- Authentizität als Wirkung: Für viele Hörende kann Dialekt den Eindruck verstärken, dass jemand „in seiner eigenen Sprache“ spricht. Das ist eine mögliche Rezeption, keine objektiv messbare Eigenschaft.

Fendrich bei einem Austria-3-Konzert 2006. Das Projekt Austria 3 verband ihn mit Wolfgang Ambros und Georg Danzer, zwei weiteren zentralen Namen der Austropop-Geschichte. Foto: Hannes Schneidermayer, CC BY-SA 3.0/GFDL, Wikimedia Commons.
Sprachbeispiele: vom Dialekt zur Standardsprache
Schon der Titel zeigt die klangliche Verdichtung des Dialekts. Sinngemäß lässt er sich standarddeutsch als „Weil du ein Herz hast wie ein Bergwerk“ wiedergeben. Einzelne Formen machen den Unterschied hörbar:
| Dialektale Form | Standarddeutsche Entsprechung | Beobachtbare Wirkung |
|---|---|---|
| wia | wie | Die Schreibung macht die österreichische Lautung sichtbar. |
| mi | mich | Die kürzere Form wirkt kompakt und passt leicht in gesungene Phrasen. |
| di | dich | Auch hier entsteht eine kurze, unmittelbar klingende Form. |
| daham | daheim / zu Hause | Das Wort trägt regionale Färbung und einen starken Bedeutungsbezug zu Vertrautheit. |
| Weus’d | sinngemäß: weil du / weil du ein | Die Zusammenziehung verbindet Sprachrhythmus und Melodie besonders eng. |
Wichtig ist: Dialekt ist nicht „falsches Hochdeutsch“. Dialekte sind historisch gewachsene Sprachvarietäten mit eigener Lautung, eigenem Wortschatz und eigenen grammatischen Mustern. Für eine Liedanalyse ist deshalb nicht nur zu fragen, was ein Satz bedeutet, sondern auch, wie seine regionale Form klingt.
Das Liebeslied und seine Bildsprache
Der zentrale Bildkern ist die Verbindung von Herz und Bergwerk. Ein Bergwerk ist ein Ort der Tiefe, der verborgenen Schichten und der Suche nach wertvollen Rohstoffen. Übertragen auf das Herz entsteht eine mehrdeutige Metapher.

Talkabbau im Rabenwald in der Steiermark. Das reale Bild eines Bergwerks macht deutlich, welche Vorstellungen die Liedmetapher auslösen kann. Wikimedia Commons.
Die Metapher kann verschiedene Assoziationen öffnen:
- Ein Herz kann als tief vorgestellt werden.
- Wertvolles liegt möglicherweise nicht sofort sichtbar an der Oberfläche.
- Ein Bergwerk enthält Schichten, Räume und verborgene Schätze.
- Der Zugang in die Tiefe kann auch Arbeit, Mut oder Vertrauen voraussetzen.
- Dunkelheit und Kostbarkeit stehen nebeneinander und erzeugen eine spannungsvolle Bildwelt.
Eine gute Interpretation behauptet nicht, dass nur eine dieser Bedeutungen „richtig“ sei. Entscheidend ist, welche Lesart sich am Text, am musikalischen Ausdruck und an der Wirkung des Liedes begründen lässt.
Lyrics im urheberrechtlich zulässigen Umfang
Der vollständige Liedtext ist urheberrechtlich geschützt und wird in diesem aiMOOC nicht wiedergegeben. Für die Analyse genügt ein sehr kurzes Zitat aus der titelgebenden Kernformulierung:
„Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk“
Dieses kurze Zitat enthält bereits drei zentrale Analyseebenen: den Dialekt, die Liebesansprache und die ungewöhnliche Metapher. Für weitergehende Textarbeit solltest Du eine rechtmäßig bereitgestellte Liedtext- oder Audioquelle verwenden und dort selbst markieren, welche sprachlichen Bilder, Wiederholungen und Begründungsstrukturen Du findest.
Aufbau und rhetorische Wirkung
Der Text ist als direkte Ansprache gestaltet. Das lyrische Ich reiht Begründungen dafür aneinander, warum ihm die angesprochene Person wichtig ist. Dadurch entsteht eine kumulative Struktur: Nicht ein einzelner Grund trägt die Liebeserklärung, sondern viele Beobachtungen verstärken sich gegenseitig.
Typisch ist außerdem die Wiederkehr einer zentralen Aussage. In der Popmusik erfüllt eine solche Wiederholung mehrere Funktionen. Sie schafft Wiedererkennbarkeit, gibt dem Song eine formale Mitte und verbindet einzelne Strophengedanken mit einem emotionalen Schwerpunkt.
Die Bildsprache bleibt dabei verständlich, obwohl sie nicht alltäglich ist. Gerade das macht die Bergwerk-Metapher wirkungsvoll: Sie ist konkret genug, um sofort Bilder hervorzurufen, aber offen genug, um verschiedene Vorstellungen von Tiefe, Wert und Verborgenheit zuzulassen.
Melodie und musikalische Wirkung
Das Lied wirkt balladenhaft und gesangsorientiert. Die Melodie trägt die Sprache, statt sie durch besonders dichte instrumentale Ereignisse zu überdecken. Für Deine Höranalyse sind vor allem folgende Aspekte interessant:
- Phrasierung: Achte darauf, wo Fendrich Atempausen setzt und welche Wörter am Ende einer Phrase stehen.
- Melodischer Bogen: Beobachte, ob eine Phrase zunächst Spannung aufbaut und später wieder in einen Ruhepunkt zurückkehrt.
- Wiederholung: Höre, welche melodischen Gestalten bei wiederkehrenden Textteilen erneut erscheinen.
- Dynamik: Prüfe, ob die Intensität im Verlauf einer Strophe oder beim zentralen Hook zunimmt.
- Textdeklamation: Vergleiche gesungene Betonungen mit natürlicher österreichischer Sprechbetonung.
- Begleitung: Untersuche, wie Instrumente die Stimme stützen, ohne die Verständlichkeit des Textes zu verdrängen.
Die 2024 veröffentlichte symphonische Fassung wird von der Philharmonie Salzburg gespielt; die musikalische Leitung liegt bei Christian Kolonovits. Durch das Orchester erhält der Song eine größere dynamische und klangfarbliche Spannweite.

Schloss Schönbrunn als Konzertort. Das Bild zeigt ein anderes Konzert der Wiener Philharmoniker, nicht Fendrichs Aufführung. Foto: Superbass, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.
Offizielle symphonische Fassung aus Schönbrunn. Vergleiche besonders Streicherklang, Dynamik und räumliche Wirkung mit der frühen TV-Aufnahme.
Extension:Score – musikalische Analyse ohne Kopie der Originalmelodie
Die Originalmelodie des Liedes ist urheberrechtlich geschützt. Deshalb wird sie hier nicht vollständig transkribiert. Stattdessen folgt ein eigenständig komponiertes didaktisches Übemotiv, an dem Du Phrasenbogen, Spannung und Auflösung untersuchen kannst. Es ist ausdrücklich nicht die Melodie des Fendrich-Songs.

Hörauftrag: Spiele das Motiv ab und beschreibe, an welcher Stelle Du eine Steigerung und an welcher Stelle Du eine Rückkehr zur Ruhe hörst. Übertrage diese Begriffe anschließend auf eine rechtmäßig angehörte Originalaufnahme des Liedes.
Dialekt und Melodie: Warum beides zusammengehört
Gesungene Sprache besitzt immer zwei Rhythmen gleichzeitig: den sprachlichen und den musikalischen. Dialektale Kurzformen können andere Silbenlängen und Betonungen erzeugen als Standardsprache. Dadurch kann sich eine Melodie besonders eng an die natürliche Sprechweise des Sängers anschmiegen.
Bei diesem Lied ist deshalb ein Experiment hilfreich: Sprich den Titel zuerst in der dialektalen Form, danach sinngemäß standarddeutsch. Achte auf Silbenzahl, Vokalklang und Betonung. Du wirst feststellen, dass schon kleine sprachliche Änderungen die rhythmische Gestalt verändern können. Genau diese Verbindung von regionaler Sprache und Popmelodie gehört zu den besonderen Ausdrucksmöglichkeiten des Austropop.
Live-Interpretation und Wandel
Ein Popsong ist nicht nur eine Studioaufnahme. Durch Livefassungen kann sich seine Bedeutung verändern. Eine kleine Besetzung erzeugt häufig mehr Intimität; ein Orchester kann Größe, Weite und dramatische Steigerung hinzufügen. Auch das Alter der Stimme, die Größe des Publikums und der Aufführungsort beeinflussen die Wahrnehmung.

Rainhard Fendrich mit Band beim Wiener Donauinselfest 2007. Foto: Tsui, CC BY-SA 3.0/GFDL, Wikimedia Commons.
Für die Höranalyse kannst Du mindestens drei Fassungen gegenüberstellen:
- TV-Auftritt von 1983: frühe Präsentation und vergleichsweise kompakter Bühneneindruck.
- Wiener Rathausplatz 1992: großformatige Livewirkung mit orchestralem Kontext.
- Schönbrunn 2024: spätere symphonische Neuinterpretation mit der Philharmonie Salzburg.
Frage Dich dabei nicht nur: „Welche Version gefällt mir besser?“, sondern: Welche musikalischen Mittel wurden verändert, und welche Wirkung lässt sich daraus begründet ableiten?
Besonderheiten des Liedes
Das Stück eignet sich besonders gut für den Unterricht, weil mehrere Themenfelder ineinandergreifen. Es verbindet Popmusikgeschichte, Österreichisches Deutsch, Dialektologie, Lyrik, Metaphernanalyse, Songform, Interpretation und Aufführungspraxis.
Besonders auffällig sind:
- Die Liebeserklärung wird durch konkrete Beobachtungen statt durch abstrakte Ideale aufgebaut.
- Die zentrale Metapher verbindet Tiefe und Wert.
- Dialekt prägt nicht nur den Wortschatz, sondern Klang, Rhythmus und Nähe.
- Wiederholung macht die Kernbotschaft musikalisch und sprachlich erinnerbar.
- Verschiedene Livefassungen zeigen, wie ein Song über Jahrzehnte neu arrangiert und neu gehört werden kann.
- Die Geschichte des Liedes ist eng mit der Entwicklung des österreichischen Austropop verbunden.
Hör- und Analyseleitfaden
Wenn Du das Lied untersuchst, arbeite in drei Durchgängen. Höre beim ersten Mal nur auf die Gesamtwirkung und notiere drei Adjektive. Beim zweiten Mal konzentrierst Du Dich auf Sprache, Dialekt und Bildlichkeit. Beim dritten Mal hörst Du auf Melodie, Dynamik, Begleitung und formale Wiederholungen. Vergleiche danach Deine Notizen und markiere, welche Beobachtungen reine Beschreibung sind und welche bereits eine Interpretation darstellen.
So lernst Du einen wichtigen Grundsatz der Musikanalyse: Erst genau beobachten, dann deuten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Zu welcher musikalischen Tradition gehört das Lied besonders deutlich? (Austropop) (!Neue Deutsche Welle) (!Barockmusik) (!Chicago Blues)
Welche Funktion hat das Bergwerk im Lied vor allem? (Es ist eine Metapher) (!Es ist eine genaue Ortsangabe) (!Es ist eine Bühnenanweisung) (!Es ist der Name einer Band)
Wer schrieb Musik und Text des Liedes? (Rainhard Fendrich) (!Wolfgang Ambros) (!Georg Danzer) (!Falco)
Auf welchem Album erschien die Aufnahme im Jahr 1983? (Auf und davon) (!Wien bei Nacht) (!Brüder) (!Starkregen)
Welche sprachliche Besonderheit prägt das Lied besonders? (Österreichischer Dialekt) (!Lateinische Fachsprache) (!Englischer Rap) (!Französischer Chansontext)
Welche Wirkung kann Dialekt in einem Liebeslied verstärken? (Nähe und Vertrautheit) (!Mathematische Genauigkeit) (!Juristische Eindeutigkeit) (!Technische Distanz)
Was solltest Du bei einer Melodieanalyse zuerst tun? (Hörbare Merkmale beschreiben) (!Sofort eine Wertung abgeben) (!Nur den Liedtitel betrachten) (!Den Text vollständig auswendig lernen)
Welche Fassung nutzt ein großes Orchester mit der Philharmonie Salzburg? (Die symphonische Schönbrunn-Fassung) (!Die reine Sprechübung) (!Die Studiofotografie) (!Das Kreuzworträtsel)
Warum wird die vollständige Originalmelodie hier nicht als Score wiedergegeben? (Sie ist urheberrechtlich geschützt) (!Notenschrift ist für Popmusik verboten) (!Das Lied besitzt keine Melodie) (!MediaWiki kann keine Noten darstellen)
Was zeigt der Vergleich mehrerer Livefassungen besonders gut? (Wie Arrangement und Aufführung die Wirkung verändern) (!Dass jeder Song immer gleich klingt) (!Dass Dialekt nur schriftlich existiert) (!Dass Orchester keine Dynamik besitzen)
Memory
| Austropop | Popmusik aus Österreich mit historisch wichtiger Dialekttradition |
| Bergwerk | Zentrale Metapher für Tiefe und verborgenen Wert |
| Dialekt | Regionale Sprachvarietät |
| Phrasierung | Gestaltung musikalischer Sinnabschnitte |
| Kolonovits | Mit Fendrich eng verbundener Produzent und Arrangeur |
| Schönbrunn | Ort einer späteren symphonischen Aufführung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Metapher | Bergwerk als Bild für das Herz |
| Dialekt | Regionale Form der gesungenen Sprache |
| Melodie | Tonhöhenverlauf einer gesungenen Phrase |
| Dynamik | Veränderung der Lautstärke und Intensität |
| Arrangement | Musikalische Ausgestaltung für eine bestimmte Besetzung |
Kreuzworträtsel
| Bergwerk | Welches Bild wird im Titel mit dem Herzen verbunden? |
| Austropop | Wie heißt die österreichische Poptradition des Liedes? |
| Dialekt | Welche regionale Sprachform prägt den Song? |
| Metapher | Wie heißt ein sprachliches Bild mit übertragener Bedeutung? |
| Melodie | Wie heißt die Abfolge musikalischer Tonhöhen? |
| Fendrich | Wie lautet der Nachname des Sängers? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Dialektwörter sammeln: Höre eine rechtmäßig zugängliche Aufnahme und notiere fünf Dialektwörter, ohne ganze Liedzeilen abzuschreiben. Finde zu jedem Wort eine standarddeutsche Entsprechung.
- Metapher zeichnen: Gestalte ein Bild, das die Verbindung von Herz und Bergwerk sichtbar macht. Erkläre anschließend in drei Sätzen, welche Bedeutung Dein Bild transportiert.
- Höreindruck: Höre zwei unterschiedliche Fassungen des Liedes und notiere jeweils drei Adjektive zur Wirkung. Begründe jede Wahl mit einem hörbaren Merkmal.
- Sprachvergleich: Sprich den Liedtitel einmal dialektal und einmal sinngemäß standarddeutsch. Beschreibe Unterschiede bei Rhythmus, Vokalen und Betonung.
Standard
- Austropop-Zeitstrahl: Erstelle einen Zeitstrahl mit wichtigen Stationen des Austropop und ordne Fendrichs Lied in die frühen 1980er-Jahre ein.
- Livevergleich: Vergleiche die Fassungen von 1983, 1992 und 2024 hinsichtlich Besetzung, Dynamik, Stimmwirkung und Aufführungsraum.
- Metaphernwerkstatt: Erfinde drei neue Metaphern für ein großes oder vielschichtiges Herz. Bewerte anschließend, welche davon ähnlich offen und bildstark wie das Bergwerk-Bild funktioniert.
- Dialektinterview: Interviewe eine Person darüber, welche Wirkung Dialekt in Popmusik auf sie hat. Unterscheide im Protokoll persönliche Meinung von sprachlich beobachtbaren Merkmalen.
Schwer
- Songanalyse: Verfasse eine strukturierte Analyse, in der Du Textform, Bildsprache, Dialekt, Melodie, Phrasierung und Arrangement miteinander verknüpfst.
- Soziolinguistik: Recherchiere, welche gesellschaftlichen Bedeutungen Dialekt im österreichischen Pop der 1970er- und 1980er-Jahre tragen konnte. Stelle mindestens zwei wissenschaftlich oder journalistisch seriöse Quellen gegenüber.
- Arrangement-Projekt: Entwirf für eine selbst komponierte acht- bis sechzehntaktige Melodie zwei Arrangements, eines intim und eines symphonisch. Dokumentiere, wie sich die Wirkung verändert.
- Urheberrecht und Musikunterricht: Erstelle einen Leitfaden dazu, wie geschützte Songs im Unterricht analysiert werden können, ohne vollständige Lyrics oder Notensätze unerlaubt zu vervielfältigen.


Lernkontrolle
- Bildsprache übertragen: Erkläre, warum die Metapher eines Bergwerks für ein Herz mehrdeutig ist. Entwickle anschließend eine alternative Metapher und vergleiche beide hinsichtlich Tiefe, Wert und emotionaler Wirkung.
- Dialekt und Standardsprache: Formuliere eine kurze selbst erfundene Liebesaussage zunächst standarddeutsch und anschließend in einer Dir vertrauten regionalen oder umgangssprachlichen Varietät. Analysiere, welche Veränderungen in Nähe, Rhythmus und Klang auftreten.
- Fassungsvergleich: Wähle zwei Aufführungen des Liedes und belege mit mindestens vier konkreten Hörbeobachtungen, wie das Arrangement die emotionale Wirkung beeinflusst.
- Austropop-Kontext: Begründe anhand sprachlicher und musikalischer Merkmale, weshalb sich das Lied sinnvoll im Austropop-Kontext untersuchen lässt, ohne Austropop ausschließlich mit Dialekt gleichzusetzen.
- Analyse und Interpretation: Trenne bei fünf eigenen Aussagen zum Song jeweils Beobachtung und Deutung. Zeige dadurch, wie eine nachvollziehbare musikalische Interpretation aufgebaut wird.
- Medienkompetenz: Prüfe zwei Internetquellen zum Lied hinsichtlich Urheberschaft, Aktualität, Nachprüfbarkeit und möglicher kommerzieller Interessen. Begründe, welche Informationen Du für eine Schularbeit verwenden würdest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Daten auswendig kennst, sondern Zusammenhänge erklären und belegen kannst.
- Du kannst den Song in die Austropop-Tradition einordnen.
- Du kannst erklären, warum Dialekt eine musikalische und soziale Wirkung entfalten kann.
- Du kannst die Bergwerk-Metapher mehrdeutig und textnah interpretieren.
- Du kannst zwischen Beschreibung und Interpretation unterscheiden.
- Du kannst hörbare Merkmale von Melodie, Phrasierung, Dynamik und Arrangement benennen.
- Du kannst mindestens zwei Fassungen hinsichtlich ihrer musikalischen Wirkung vergleichen.
- Du kannst urheberrechtlich geschützte Lyrics und Melodien respektvoll und rechtlich zurückhaltend für Analysezwecke verwenden.
- Du kannst Quellen zu Musikgeschichte und Sprachwissenschaft kritisch beurteilen.
OERs zum Thema
Wikipedia zu Rainhard Fendrich:
Wikipedia zu Austropop:
Quellen und weiterführende Medien
- Rainhard Fendrich – Wikipedia: Überblick zu Karriere, Albumkontext und Diskografie.
- Austropop – Wikipedia: Begriffsgeschichte und Einordnung österreichischer Popmusik.
- Austrian Charts – Jahreshitparade 1984: Dokumentiert den Titel auf Rang 10 der österreichischen Jahreshitparade.
- Hitparade.ch – Songdaten: Enthält Angaben zu Jahr, Autorenschaft, Produzenten und österreichischer Chartplatzierung.
- Universität Wien – „Soziale Bedeutung“ von Sprache im Spiegel des Austropop: Sprachwissenschaftliche Untersuchung zu Dialekt und sozialer Bedeutung bei Ambros, Danzer und Fendrich.
- Rainhard Fendrich – Symphonisch in Schönbrunn: Offizielle Informationen zur orchestralen Fassung mit Philharmonie Salzburg und Christian Kolonovits.
- Wikimedia Commons – Rainhard Fendrich: Frei lizenzierte Fotografien des Künstlers.
- ORF – Soundtrack Österreich: Dokumentarischer Kontext zur Entwicklung des Austropop.
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