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Quellenkritisch arbeiten und Perspektiven in der Geschichtsdarstellung erkennen 1

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Quellenkritisch arbeiten und Perspektiven in der Geschichtsdarstellung erkennen 1




Quellenkritisch arbeiten und verschiedene Perspektiven in der Geschichtsdarstellung erkennen


Einleitung

Geschichte ist nicht einfach die Vergangenheit selbst. Die Vergangenheit ist vorbei und kann nicht vollständig wiederholt werden. Was wir über sie wissen, erfahren wir durch historische Quellen, Geschichtsdarstellungen, Erinnerungskultur, Archive, Museen, Denkmäler, Schulbücher, Filme, Fotografien, Tagebücher, Zeitungen, Statistiken, Briefe oder Zeitzeugenberichte. Wer geschichtlich arbeitet, muss deshalb immer fragen: Woher stammt eine Information? Wer hat sie überliefert? Aus welcher Perspektive wurde sie formuliert? Was wird betont, was wird ausgelassen und warum?

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du quellenkritisch arbeitest und wie Du verschiedene Perspektiven in der Geschichtsdarstellung erkennst. Du übst, Quellen nicht nur zu lesen, sondern ihre Entstehung, Absicht, Überlieferung, Sprache und Aussagekraft zu prüfen. Außerdem lernst Du, zwischen Quelle, Darstellung, Deutung, Narrativ, Fakt, Meinung, Hypothese und Werturteil zu unterscheiden.

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Was bedeutet quellenkritisch arbeiten?


Quellen als Spuren der Vergangenheit

Eine historische Quelle ist ein Überrest, ein Zeugnis oder eine Information, aus der Du etwas über die Vergangenheit erschließen kannst. Quellen können schriftlich, mündlich, bildlich, gegenständlich, audiovisuell oder digital sein. Wichtig ist: Eine Quelle spricht nicht von selbst. Du musst sie befragen, einordnen und mit anderen Informationen vergleichen.

Beispiele für Quellen sind Urkunden, Gesetzestexte, Reden, Briefe, Tagebücher, Zeitungsartikel, Karikaturen, Plakate, Fotografien, Filmaufnahmen, Kleidungsstücke, Werkzeuge, Bauwerke, Münzen, Karten, mündliche Erinnerungen oder digitale Spuren wie Webseiten, Social-Media-Beiträge und Metadaten.


Quellenkritik als Methode

Quellenkritik ist eine zentrale Methode der Geschichtswissenschaft. Sie fragt danach, unter welchen Umständen eine Quelle entstanden ist, wer sie erstellt hat, mit welcher Absicht sie entstand, wie sie überliefert wurde und wie zuverlässig ihre Aussagen sind. Quellenkritik bedeutet nicht, einer Quelle grundsätzlich zu misstrauen. Sie bedeutet, eine Quelle prüfend, begründet und reflektiert zu verwenden.

Beim quellenkritischen Arbeiten unterscheidet man häufig zwischen äußerer Quellenkritik und innerer Quellenkritik.

  1. Äußere Quellenkritik: Du prüfst Entstehungszeit, Entstehungsort, Verfasserin oder Verfasser, Material, Überlieferung, Echtheit, Adressatenkreis und Quellenart.
  2. Innere Quellenkritik: Du untersuchst Inhalt, Sprache, Begriffe, Argumentation, Absicht, Wertungen, Widersprüche, Auslassungen und mögliche Interessen.
  3. Kontextualisierung: Du ordnest die Quelle in ihren historischen Zusammenhang ein und vergleichst sie mit anderen Quellen und Darstellungen.
  4. Quellenwert: Du entscheidest, welche Frage die Quelle beantworten kann und wo ihre Grenzen liegen.

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Leitfragen der Quellenkritik

Eine gute Quellenkritik arbeitet mit klaren Fragen. Diese Fragen helfen Dir, eine Quelle nicht oberflächlich zu übernehmen, sondern ihre Aussagekraft zu beurteilen.

  1. Autorenschaft: Wer hat die Quelle erstellt und was wissen wir über diese Person oder Institution?
  2. Entstehungszeit: Wann entstand die Quelle und wie nah liegt sie am beschriebenen Ereignis?
  3. Entstehungsort: Wo entstand die Quelle und welche Bedeutung hat der Ort?
  4. Adressat: An wen richtete sich die Quelle?
  5. Intention: Welche Absicht könnte hinter der Quelle stehen?
  6. Quellenart: Handelt es sich um eine private, amtliche, öffentliche, propagandistische, künstlerische oder wissenschaftliche Quelle?
  7. Überlieferung: Ist die Quelle vollständig, verändert, abgeschrieben, übersetzt, gekürzt oder aus dem Zusammenhang gerissen?
  8. Sprache: Welche Begriffe, Bilder, Symbole, Wertungen oder Feindbilder werden verwendet?
  9. Perspektive: Welche Sichtweise wird erkennbar?
  10. Aussagekraft: Welche historische Frage lässt sich mit der Quelle beantworten und welche nicht?


Quelle, Darstellung und Deutung unterscheiden


Was ist eine Quelle?

Eine Quelle stammt aus der Zeit oder dem Zusammenhang, den Du untersuchst. Sie kann unmittelbar oder mittelbar Hinweise auf vergangene Ereignisse, Erfahrungen, Handlungen und Denkweisen geben. Eine Feldpostkarte aus dem Ersten Weltkrieg, ein Gesetz aus der Weimarer Republik, ein Foto einer Demonstration oder ein Tagebucheintrag einer Jugendlichen aus der Nachkriegszeit können Quellen sein.


Was ist eine Darstellung?

Eine Darstellung entsteht später und ordnet Quellen und Forschungsergebnisse zu einer Erklärung, Erzählung oder Deutung. Beispiele sind ein Schulbuch, ein Lexikonartikel, ein Dokumentarfilm, ein Museumstext, ein Podcast, ein wissenschaftlicher Aufsatz oder eine historische Ausstellung. Darstellungen sind keine bloßen Kopien der Vergangenheit, sondern strukturieren und interpretieren Vergangenes.


Was ist eine Deutung?

Eine Deutung erklärt, welche Bedeutung ein historisches Ereignis, ein Prozess oder eine Quelle haben könnte. Deutungen können überzeugend, einseitig, gut begründet, interessengeleitet, lückenhaft oder umstritten sein. Deshalb ist es wichtig, Deutungen mit Belegen zu prüfen. In der Geschichte geht es nicht nur darum, was passiert ist, sondern auch darum, wie und warum Menschen Vergangenes erklären.


Beispiel: Eine Rede als Quelle

Eine politische Rede ist selten eine neutrale Beschreibung. Sie möchte überzeugen, rechtfertigen, mobilisieren, beruhigen oder Gegner abwerten. Wenn Du eine Rede quellenkritisch untersuchst, fragst Du nicht nur: Was wird gesagt? Du fragst auch: Wer spricht? Vor welchem Publikum? In welcher Lage? Welche Begriffe werden verwendet? Welche Interessen stehen dahinter? Welche Gruppen kommen nicht zu Wort?


Perspektiven in der Geschichtsdarstellung


Was bedeutet Perspektivität?

Perspektivität bedeutet, dass jede historische Wahrnehmung und Darstellung von einem bestimmten Standpunkt aus erfolgt. Menschen erleben Ereignisse unterschiedlich, weil sie verschiedenen Gruppen angehören, unterschiedliche Interessen haben, an verschiedenen Orten leben, unterschiedliche Informationen besitzen und verschiedene Werte vertreten. Auch Historikerinnen und Historiker wählen Fragestellungen, Begriffe, Quellen und Erzählformen aus.

Perspektivität heißt nicht, dass alle Aussagen gleich richtig sind. Eine historische Aussage muss durch Quellen, Argumente und methodisches Arbeiten begründet werden. Aber Perspektivität macht deutlich, dass Geschichtsdarstellungen immer Auswahl, Ordnung und Deutung enthalten.


Multiperspektivität

Multiperspektivität bedeutet, verschiedene zeitgenössische Sichtweisen auf ein historisches Ereignis zu untersuchen. Wenn Du zum Beispiel eine Revolution, eine Auswanderung, einen Krieg, eine Reform oder eine Protestbewegung untersuchst, kannst Du fragen: Wie sahen Herrschende, Oppositionelle, Frauen, Männer, Kinder, Minderheiten, Soldaten, Zivilisten, Kolonisierte, Kolonisierende, Arbeiterinnen, Unternehmer, religiöse Gruppen oder internationale Beobachter dasselbe Ereignis?

Multiperspektivität hilft Dir, die Vielfalt historischer Erfahrungen zu verstehen. Sie verhindert, dass eine einzige Sichtweise als die ganze Geschichte erscheint.


Kontroversität

Kontroversität bedeutet, dass Historikerinnen und Historiker oder gesellschaftliche Gruppen unterschiedliche Deutungen vertreten. Sie können sich über Ursachen, Verantwortung, Folgen, Begriffe oder Bewertungen streiten. Eine kontroverse Darstellung ist nicht automatisch schlecht. Entscheidend ist, ob sie offenlegt, welche Quellen, Argumente und Maßstäbe sie verwendet.


Pluralität und Erinnerungskultur

Pluralität bedeutet, dass in einer Gesellschaft unterschiedliche Erinnerungen, Interessen und Deutungen nebeneinander existieren. In der Erinnerungskultur wird sichtbar, welche Ereignisse öffentlich erinnert werden und welche lange verdrängt oder übersehen wurden. Denkmäler, Gedenktage, Straßennamen, Museen, Filme und Schulbücher zeigen, welche Vergangenheit für eine Gesellschaft wichtig erscheint. Quellenkritik hilft Dir, auch Erinnerungskultur zu untersuchen: Wer erinnert woran? Wer wird geehrt? Wer fehlt? Welche Konflikte gibt es?


Geschichtsdarstellungen prüfen


Darstellungen sind konstruiert

Eine Geschichtsdarstellung wählt aus, ordnet, erklärt und erzählt. Sie setzt Anfangs- und Endpunkte, benennt Ursachen und Folgen, entscheidet über Hauptfiguren, verwendet Begriffe und deutet Zusammenhänge. Auch ein scheinbar neutraler Text enthält Entscheidungen: Welche Quellen wurden benutzt? Welche Ereignisse stehen im Mittelpunkt? Welche Gruppen werden erwähnt? Welche Karten, Bilder oder Statistiken werden gezeigt?


Kriterien für gute Geschichtsdarstellungen

Eine gute Geschichtsdarstellung ist nachvollziehbar, quellenbasiert und differenziert. Sie trennt Fakten, Deutungen und Bewertungen. Sie zeigt mehrere Perspektiven, vermeidet pauschale Urteile und macht Unsicherheiten sichtbar. Sie prüft Begriffe und erklärt, warum bestimmte Ereignisse wichtig sind.

  1. Quellenbezug: Aussagen werden durch Quellen oder Forschung begründet.
  2. Kontextualisierung: Ereignisse werden in größere Zusammenhänge eingeordnet.
  3. Multiperspektivität: Verschiedene Sichtweisen werden berücksichtigt.
  4. Triftigkeit: Argumente sind sachlich, logisch und belegbar.
  5. Transparenz: Auswahl, Methode und Deutung werden erkennbar.
  6. Urteilskompetenz: Bewertungen werden begründet und von bloßen Meinungen unterschieden.


Warnzeichen für problematische Darstellungen

Geschichtsdarstellungen können verzerren, vereinfachen oder manipulieren. Achte besonders auf Darstellungen, die nur eine Gruppe als handelnd zeigen, Schuldfragen extrem vereinfachen, Quellen nicht nennen, Gegenargumente unterschlagen, Gefühle gezielt ausnutzen oder historische Begriffe ungenau verwenden.

Problematisch sind auch Darstellungen, die Propaganda, Verschwörungserzählungen, Geschichtsfälschung, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus oder koloniale Rechtfertigungen unkritisch übernehmen. Quellenkritik schützt davor, solche Darstellungen ungeprüft weiterzugeben.


Digitale Quellenkritik


Geschichte im digitalen Raum

Heute begegnet Dir Geschichte nicht nur im Unterricht oder im Museum, sondern auch auf YouTube, TikTok, Instagram, Wikipedia, Podcasts, Online-Archiven, Computerspielen und KI-Systemen. Digitale Medien erleichtern den Zugang zu Quellen, können aber auch Fehler, Fälschungen, manipulierte Bilder und einseitige Deutungen verbreiten.


Fragen an digitale Quellen

Digitale Quellenkritik erweitert die klassische Quellenkritik. Zusätzlich zu Autor, Zeit, Ort und Absicht fragst Du: Wer hat den Inhalt hochgeladen? Wurde das Bild bearbeitet? Gibt es Metadaten? Ist der Account vertrauenswürdig? Wird eine Quelle vollständig gezeigt oder nur als Ausschnitt? Gibt es einen ursprünglichen Veröffentlichungsort? Verlinkt die Darstellung auf überprüfbare Quellen? Werden Emotionen erzeugt, bevor Belege geliefert werden?


Bilder und Videos kritisch prüfen

Bilder wirken oft besonders überzeugend. Aber auch Fotos, Videos und Karikaturen zeigen immer nur einen Ausschnitt. Sie können inszeniert, bearbeitet, falsch datiert oder aus einem anderen Zusammenhang übernommen worden sein. Prüfe deshalb Bildunterschriften, Urheberangaben, Veröffentlichungsdatum, Aufnahmeort, Perspektive, Bildausschnitt und mögliche Bearbeitung. Vergleiche das Bild mit anderen Quellen.


Schritt-für-Schritt-Methode


Eine Quelle untersuchen

So kannst Du beim quellenkritischen Arbeiten vorgehen:

  1. Beschreibung: Beschreibe zuerst sachlich, was Du siehst oder liest.
  2. Einordnung: Kläre Quellenart, Autorenschaft, Zeit, Ort, Adressaten und historischen Kontext.
  3. Analyse: Untersuche Inhalt, Sprache, Aufbau, Symbole, Argumente und Wertungen.
  4. Perspektive: Bestimme Interessen, Standpunkt, Erfahrungshorizont und mögliche Absicht.
  5. Vergleich: Vergleiche die Quelle mit weiteren Quellen und Darstellungen.
  6. Bewertung: Beurteile Aussagekraft, Grenzen und Zuverlässigkeit der Quelle.
  7. Urteil: Formuliere ein begründetes Sachurteil oder Werturteil.


Eine Geschichtsdarstellung untersuchen

Wenn Du eine Darstellung prüfst, kannst Du diese Schritte nutzen:

  1. Thema: Welches historische Thema wird dargestellt?
  2. Fragestellung: Welche Frage beantwortet die Darstellung?
  3. Auswahl: Welche Ereignisse, Personen und Gruppen werden ausgewählt?
  4. Perspektive: Welche Sichtweise dominiert?
  5. Belege: Welche Quellen und Forschungsergebnisse werden genannt?
  6. Sprache: Welche Begriffe, Wertungen und Bilder prägen die Darstellung?
  7. Leerstellen: Welche Aspekte fehlen?
  8. Vergleich: Wie unterscheidet sich die Darstellung von anderen Darstellungen?
  9. Urteil: Wie überzeugend, differenziert und quellenbasiert ist die Darstellung?


Beispielanalyse: Eine historische Fotografie


Beschreibung vor Deutung

Wenn Du eine historische Fotografie untersuchst, beginne mit einer genauen Beschreibung. Beschreibe Personen, Kleidung, Ort, Gegenstände, Bildausschnitt, Blickrichtung, Körperhaltung und mögliche Beschriftungen. Vermeide vorschnelle Deutungen. Erst danach fragst Du nach Kontext und Perspektive.


Perspektive des Bildes

Eine Fotografie hat eine technische und eine soziale Perspektive. Die technische Perspektive entsteht durch Kamera, Standort, Bildausschnitt, Licht und Zeitpunkt. Die soziale Perspektive entsteht durch die Absicht der fotografierenden Person, den Auftraggeber, die Veröffentlichung und die erwartete Wirkung. Ein Propagandafoto, ein privates Familienfoto, ein Polizeifoto und ein Pressefoto folgen unterschiedlichen Regeln.


Grenzen der Aussagekraft

Ein Foto zeigt nicht, was unmittelbar vorher oder nachher geschah. Es zeigt auch nicht automatisch, was die abgebildeten Menschen dachten. Es kann Hinweise geben, aber diese Hinweise müssen mit anderen Quellen verbunden werden. So lernst Du, zwischen Beobachtung, Vermutung und belegter Aussage zu unterscheiden.


Perspektiven erkennen: Beispiel Kolonialismus


Unterschiedliche Sichtweisen

Beim Thema Kolonialismus wird besonders deutlich, warum Perspektiven wichtig sind. Koloniale Verwaltungen, Missionare, Handelsgesellschaften, Siedlerinnen und Siedler, antikoloniale Bewegungen, indigene Gesellschaften, versklavte Menschen und heutige Nachfahren konnten dasselbe Ereignis völlig unterschiedlich erleben und beschreiben. Eine koloniale Akte kann Verwaltungssprache verwenden und Gewalt verharmlosen. Ein mündlicher Bericht kann Leid, Widerstand und Erfahrung sichtbar machen, die in amtlichen Quellen fehlen.


Sprache als Hinweis

Begriffe wie „Entdeckung“, „Zivilisierung“, „Aufstand“, „Befriedung“, „Eroberung“ oder „Widerstand“ sind nicht neutral. Sie können Machtverhältnisse verschleiern oder sichtbar machen. Quellenkritik bedeutet deshalb auch Sprachkritik. Du fragst: Wer benennt wen? Welche Begriffe stammen aus der Zeit selbst? Welche Begriffe sind heute problematisch? Wie kann man historische Sprache erklären, ohne sie unkritisch zu übernehmen?


Gegenwartsbezug

Viele heutige Debatten über Denkmäler, Museen, Restitution, Raubkunst, Straßennamen oder Rassismus haben mit Geschichtsdarstellung zu tun. Wer quellenkritisch arbeitet, kann solche Debatten sachlicher führen, weil er zwischen Quelle, Deutung, Erinnerung, politischem Interesse und begründetem Urteil unterscheidet.


Sachurteil und Werturteil


Sachurteil

Ein Sachurteil beantwortet eine historische Frage mit Blick auf Quellen, Zusammenhänge und Fachwissen. Es fragt zum Beispiel: Welche Ursachen hatte ein Ereignis? Welche Folgen hatte eine Entscheidung? Wie zuverlässig ist eine Quelle? Welche Perspektive dominiert in einer Darstellung?


Werturteil

Ein Werturteil bewertet historisches Handeln mit ausdrücklich genannten Maßstäben. Solche Maßstäbe können Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gerechtigkeit oder zeitgenössische Normen sein. Ein gutes Werturteil erklärt, welche Maßstäbe verwendet werden und vermeidet einfache moralische Urteile ohne historische Einordnung.


Urteilskompetenz

Urteilskompetenz bedeutet, begründet, differenziert und reflektiert zu urteilen. Du sollst nicht nur wiedergeben, was andere sagen, sondern eigene begründete Aussagen entwickeln. Dazu brauchst Du Quellen, Kontextwissen, Perspektivenbewusstsein und die Fähigkeit, Unsicherheiten auszuhalten.


Merksatz

Quellenkritisch arbeiten heißt: nicht alles glauben, nicht alles verwerfen, sondern systematisch prüfen, historisch einordnen, Perspektiven erkennen, Belege vergleichen und begründet urteilen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das wichtigste Ziel der Quellenkritik? (Die Aussagekraft und Zuverlässigkeit einer Quelle begründet zu prüfen) (!Eine Quelle sofort als falsch zu entlarven) (!Eine Quelle ohne Kontext zusammenzufassen) (!Eine Quelle nur nach ihrer Länge zu bewerten)




Welche Frage gehört besonders zur äußeren Quellenkritik? (Wer hat die Quelle wann und wo erstellt) (!Welche Wirkung hat ein einzelnes Adjektiv im Text) (!Welche Gefühle löst die Quelle bei Dir aus) (!Welche Note würdest Du der Quelle geben)




Was untersucht die innere Quellenkritik besonders? (Sprache, Inhalt, Absicht und Wertungen der Quelle) (!Papierformat, Tinte und Archivsignatur allein) (!Die heutige Beliebtheit des Themas) (!Die Länge des Quellenverzeichnisses)




Was bedeutet Multiperspektivität im Geschichtsunterricht? (Verschiedene zeitgenössische Sichtweisen auf ein Ereignis einbeziehen) (!Nur die Sicht der Sieger übernehmen) (!Alle Quellen als gleich zuverlässig bewerten) (!Eine Darstellung ohne Quellen lesen)




Was ist eine Geschichtsdarstellung? (Eine spätere Deutung und Ordnung historischer Informationen) (!Ein Ereignis, das gerade passiert) (!Ein unveränderter Abdruck der Vergangenheit) (!Ein Gegenstand ohne historischen Zusammenhang)




Warum müssen Fotografien quellenkritisch geprüft werden? (Sie zeigen nur einen Ausschnitt und können inszeniert oder bearbeitet sein) (!Sie sind immer objektiver als Texte) (!Sie enthalten niemals eine Perspektive) (!Sie ersetzen jede weitere Quelle)




Was ist ein Narrativ in der Geschichtsdarstellung? (Eine sinnstiftende Erzählung über historische Zusammenhänge) (!Eine zufällige Sammlung einzelner Jahreszahlen) (!Ein Archivraum ohne Dokumente) (!Eine Quelle ohne Autorenschaft)




Welche Aussage beschreibt Perspektivität richtig? (Jede Darstellung erfolgt von einem bestimmten Standpunkt aus) (!Perspektivität macht historische Forschung unmöglich) (!Perspektivität bedeutet, dass Belege unwichtig sind) (!Perspektivität kommt nur in Romanen vor)




Was ist ein Sachurteil? (Ein begründetes Urteil über historische Zusammenhänge auf Basis von Quellen) (!Eine spontane persönliche Vorliebe) (!Eine moralische Bewertung ohne Belege) (!Eine reine Abschrift aus einem Schulbuch)




Was ist bei digitalen Quellen zusätzlich wichtig? (Ursprung, Bearbeitung, Metadaten und Veröffentlichungszusammenhang prüfen) (!Nur die Anzahl der Likes beachten) (!Jede Überschrift sofort glauben) (!Auf Quellenvergleich verzichten)





Memory

Äußere Quellenkritik Entstehung, Echtheit und Überlieferung prüfen
Innere Quellenkritik Inhalt, Sprache und Absicht untersuchen
Multiperspektivität Verschiedene zeitgenössische Sichtweisen einbeziehen
Darstellung Spätere Deutung historischer Informationen
Quellenwert Aussagekraft für eine konkrete Fragestellung beurteilen
Narrativ Sinnstiftende historische Erzählung
Kontextualisierung Eine Quelle in ihre Zeit einordnen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Beschreibung Was ist in der Quelle erkennbar?
Einordnung Wann, wo und durch wen entstand die Quelle?
Analyse Welche Sprache, Aussagen und Wertungen enthält die Quelle?
Vergleich Welche anderen Quellen bestätigen oder widersprechen?
Urteil Wie zuverlässig und aussagekräftig ist die Quelle?






Kreuzworträtsel

Quelle Historisches Zeugnis, aus dem Erkenntnis über Vergangenheit gewonnen werden kann
Kontext Zusammenhang, in den eine Quelle eingeordnet werden muss
Perspektive Standpunkt, von dem aus ein Ereignis wahrgenommen wird
Narrativ Sinnstiftende Erzählung über Geschichte
Archiv Ort, an dem historische Dokumente gesammelt und bewahrt werden
Deutung Erklärung der Bedeutung eines historischen Sachverhalts





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Wer quellenkritisch arbeitet, prüft die

einer Quelle und fragt nach ihrer

. Eine historische Quelle muss immer in ihren

eingeordnet werden. Bei der äußeren Quellenkritik untersucht man zum Beispiel Autorenschaft, Ort, Zeit und

. Bei der inneren Quellenkritik stehen Inhalt, Sprache, Argumentation und

im Mittelpunkt. Verschiedene zeitgenössische Sichtweisen nennt man

. Eine spätere Ordnung und Erklärung historischer Informationen ist eine

. Eine sinnstiftende historische Erzählung nennt man

. Digitale Quellen müssen zusätzlich auf Ursprung, Bearbeitung und

geprüft werden. Ein begründetes Urteil über historische Zusammenhänge nennt man

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Quellensteckbrief: Wähle eine historische Quelle aus einem Schulbuch oder Online-Archiv und erstelle einen Steckbrief mit Autorenschaft, Zeit, Ort, Quellenart und Thema.
  2. Bildbeschreibung: Beschreibe eine historische Fotografie genau, ohne sie sofort zu deuten. Markiere anschließend drei Beobachtungen und drei Vermutungen.
  3. Begriffe prüfen: Suche in einer Quelle drei wertende Begriffe und erkläre, welche Wirkung sie auf Leserinnen und Leser haben können.
  4. Perspektiven sammeln: Nenne zu einem historischen Ereignis mindestens vier Gruppen, die unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben könnten.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche zwei Quellen zum selben Ereignis und arbeite Gemeinsamkeiten, Widersprüche und unterschiedliche Interessen heraus.
  2. Darstellungsanalyse: Untersuche einen Schulbuchtext oder Online-Artikel darauf, welche Perspektiven vorkommen und welche fehlen.
  3. Digitale Quellenkritik: Prüfe einen historischen Social-Media-Beitrag oder ein YouTube-Video: Wer veröffentlicht? Welche Belege werden genannt? Welche Wirkung soll erzeugt werden?
  4. Museumstext schreiben: Formuliere einen kurzen Museumstext zu einer Quelle, der Perspektive, Kontext und Grenzen der Aussagekraft deutlich macht.


Schwer

  1. Multiperspektivische Darstellung: Erstelle eine eigene Geschichtsdarstellung zu einem Konflikt, in der mindestens drei Perspektiven begründet vorkommen.
  2. Kontroverse Deutung: Vergleiche zwei unterschiedliche Deutungen eines historischen Ereignisses und bewerte, welche Argumente besser belegt sind.
  3. Erinnerungskultur untersuchen: Analysiere ein Denkmal, einen Straßennamen oder einen Gedenktag in Deiner Umgebung: Welche Geschichte wird erzählt und welche bleibt unsichtbar?
  4. Quellenkritischer Podcast: Produziere eine kurze Audiofolge, in der Du eine Quelle vorstellst, kritisch prüfst und ihre Perspektive erklärst.



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Lernkontrolle

  1. Quellenkritische Analyse: Analysiere eine unbekannte Quelle, indem Du äußere und innere Quellenkritik sauber trennst und anschließend ihre Aussagekraft für eine konkrete historische Frage beurteilst.
  2. Perspektivenvergleich: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie unterschiedliche soziale Gruppen dasselbe Ereignis verschieden wahrnehmen konnten.
  3. Darstellung bewerten: Prüfe eine Geschichtsdarstellung darauf, ob sie multiperspektivisch, quellenbasiert und transparent argumentiert.
  4. Digitale Prüfung: Entwickle ein Prüfschema für historische Informationen in sozialen Medien und wende es auf ein konkretes Beispiel an.
  5. Urteil bilden: Formuliere zu einer historischen Streitfrage ein begründetes Sachurteil und ein davon getrenntes Werturteil.
  6. Leerstellen erkennen: Zeige an einer Darstellung, welche Gruppen, Quellen oder Fragen fehlen, und begründe, warum diese Leerstellen wichtig sind.
  7. Narrativ analysieren: Erkläre, welches Narrativ eine Darstellung verwendet und wie sich dieses Narrativ durch andere Quellen verändern könnte.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du Quellen methodisch untersuchen und Darstellungen kritisch vergleichen kannst. Wichtig sind:

  1. Quellenbeschreibung: Du beschreibst eine Quelle sachlich und unterscheidest Beobachtung, Vermutung und Deutung.
  2. Äußere Quellenkritik: Du bestimmst Quellenart, Autorenschaft, Entstehungszeit, Entstehungsort, Adressatenkreis und Überlieferung.
  3. Innere Quellenkritik: Du analysierst Inhalt, Sprache, Argumentation, Absicht, Wertungen und mögliche Auslassungen.
  4. Kontextualisierung: Du ordnest die Quelle in historische Zusammenhänge ein.
  5. Perspektivenbewusstsein: Du erkennst, aus welcher Sicht eine Quelle oder Darstellung formuliert ist.
  6. Multiperspektivität: Du vergleichst unterschiedliche Sichtweisen und erklärst ihre Ursachen.
  7. Quellenvergleich: Du nutzt mehrere Quellen oder Darstellungen, um Aussagen zu überprüfen.
  8. Urteilskompetenz: Du formulierst ein begründetes Sachurteil und bei Bedarf ein reflektiertes Werturteil.
  9. Digitale Quellenkritik: Du prüfst Herkunft, Bearbeitung, Metadaten, Plattformlogik und Beleglage digitaler Inhalte.
  10. Reflexion: Du benennst Grenzen Deiner eigenen Analyse und gehst transparent mit Unsicherheiten um.




OERs zum Thema



Links


Unterrichtsideen

  1. Quellenlabor: Lernende arbeiten in Gruppen mit unterschiedlichen Quellen zum selben Ereignis und präsentieren, welche Perspektive sichtbar wird.
  2. Perspektivenwand: Auf einer Wandzeitung werden verschiedene Gruppen, Interessen, Erfahrungen und Leerstellen eines historischen Ereignisses gesammelt.
  3. Darstellungsvergleich: Zwei Schulbuchtexte, Museumsseiten oder Online-Beiträge werden hinsichtlich Sprache, Quellenbezug und Perspektive verglichen.
  4. Fakten-Deutung-Wertung: Aussagen aus einer Darstellung werden sortiert: Was ist belegbarer Fakt, was ist Deutung, was ist Wertung?
  5. Digitale Spurensuche: Ein historisches Bild aus dem Internet wird auf Ursprung, Kontext, Bearbeitung und Weiterverwendung geprüft.


Checkliste für Deine Quellenkritik

  1. Fragestellung: Ich weiß, welche historische Frage ich mit der Quelle untersuchen möchte.
  2. Quellenart: Ich kann die Quellenart benennen und ihre Besonderheiten erklären.
  3. Entstehung: Ich kenne Autorenschaft, Zeit, Ort und Anlass oder benenne, was unbekannt bleibt.
  4. Adressaten: Ich erkenne, an wen die Quelle gerichtet war.
  5. Intention: Ich kann mögliche Absichten begründet vermuten.
  6. Sprache: Ich untersuche Begriffe, Wertungen, Bilder und Argumentationsmuster.
  7. Perspektive: Ich erkenne Standpunkt, Interessen und Grenzen der Quelle.
  8. Kontext: Ich ordne die Quelle in historische Zusammenhänge ein.
  9. Vergleich: Ich vergleiche mit anderen Quellen oder Darstellungen.
  10. Urteil: Ich beurteile Aussagekraft und Zuverlässigkeit differenziert.


Fachbegriffe

  1. Quelle: Ein historisches Zeugnis, aus dem Wissen über Vergangenheit gewonnen werden kann.
  2. Quellenkritik: Methode zur Prüfung von Entstehung, Überlieferung, Inhalt, Absicht und Aussagekraft einer Quelle.
  3. Perspektivität: Einsicht, dass Wahrnehmungen und Darstellungen von Standpunkten geprägt sind.
  4. Multiperspektivität: Einbezug mehrerer zeitgenössischer Sichtweisen auf ein Ereignis.
  5. Kontroversität: Vorhandensein unterschiedlicher begründeter Deutungen.
  6. Narrativ: Erzählmuster, das historische Ereignisse sinnvoll miteinander verbindet.
  7. Kontextualisierung: Einordnung einer Quelle oder Darstellung in ihren historischen Zusammenhang.
  8. Dekonstruktion: Kritische Untersuchung, wie eine Darstellung aufgebaut ist und welche Deutung sie erzeugt.
  9. Sachurteil: Begründetes Urteil über historische Zusammenhänge.
  10. Werturteil: Bewertung historischen Handelns anhand offengelegter Maßstäbe.

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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

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  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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