Projekt Vernetzte Lernfabrik – Sensoren für die Lernfabrik auswählen
Projekt Vernetzte Lernfabrik – Sensoren für die Lernfabrik auswählen
Ein projektorientierter aiMOOC für die technische Ausbildung
Thema: Erkennung, Position und Rückmeldung
Zielgruppe: Auszubildende in Mechatronik, Automatisierungstechnik und Industriemechanik
Lernzeit: etwa 90 Minuten, aufteilbar in sechs kurze Lerneinheiten
Projektprodukt: Ein fortlaufendes Projektdossier mit eigenen Skizzen, simulierten Messungen, Prüfdaten, Sensorvergleich und begründeter Auswahlentscheidung.
Einleitung

Deine Mission: Du arbeitest im Planungsteam einer vernetzten Lernfabrik. Werkstückträger sollen erkannt, ihre Position soll bestimmt und ihr Zustand an eine virtuelle Anzeige zurückgemeldet werden.
Du wählst geeignete Sensoren aus, vergleichst ihre Eigenschaften und prüfst Deine Auswahl mit simulierten Daten.
Die zentrale Frage lautet:
Welcher Sensor liefert für welche Aufgabe unter welchen Bedingungen die passende Information?

Praxisbild: Sensorik in einer automatisierten Prüfanordnung. Quelle: Joongbae Kim, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Wichtige Arbeitsgrenze: Alle Steuerungs- und Robotikversuche in diesem Kurs erfolgen ausschließlich im Simulator. Es werden keine Live-Fahrbefehle an Roboter oder Maschinen ausgegeben. Ein realer Robotik-Schulungsbetrieb wäre nur mit ausdrücklicher Absicherung, verantwortlicher Aufsicht und den dafür vorgesehenen Schutzmaßnahmen zulässig und ist nicht Gegenstand der praktischen Kursaufgaben. Simulationsergebnisse sind niemals eine Sicherheitsfreigabe.
Der Ausbildungsfall
Die virtuelle Förderstation
Eine Modell-Förderstrecke transportiert Werkstückträger. Darauf befinden sich abwechselnd Aluminiumteile und Kunststoffteile. Die Träger sind normalerweise lichtundurchlässig; als zusätzlicher Störfall wird ein teilweise transparenter Träger betrachtet.
| Station | Auftrag | Benötigte Information |
|---|---|---|
| E – Erkennung | Träger am Einlauf erkennen | Vorhanden oder nicht vorhanden |
| P – Position | Übergabepunkt bestimmen | Weg beziehungsweise Position in Millimetern |
| R – Rückmeldung | Zustand virtuell anzeigen | Erkennung, Position, Diagnose |
Projektvorgaben für die Simulation:
- Fördertechnik: Die virtuelle Förderstrecke hat eine Übergabeposition bei 250 mm.
- Positionierung: Die zulässige simulierte Positionsabweichung beträgt höchstens 5 mm.
- Objekterkennung: Dunkle und helle Werkstückträger sollen berücksichtigt werden.
- Diagnose: Ein fehlendes oder unplausibles Sensorsignal muss als Fehler kenntlich sein.
- Schnittstelle: Die Eignung digitaler Schaltausgänge und von IO-Link ist zu vergleichen.
Diese Werte sind didaktische Projektvorgaben, keine technischen Kenndaten einer vorhandenen Maschine.
Deine erste Anlagenskizze
Erstelle im Projektdossier eine eigene Skizze nach diesem vereinfachten Schema:
| Einlauf | → | Station E | → | Station P | → | Übergabebereich |
| Werkstückträger | Transportrichtung | Erkennung | virtuelle Bewegung | Positionsprüfung | Statusmeldung |
Verbinde die Sensoren zusätzlich mit einer virtuellen Steuerung und einem virtuellen Bedienfeld.
Dossier D0: Speichere Deine erste Skizze und kennzeichne die Messorte E und P sowie den Signalweg zur Rückmeldung R.
Das fortlaufende Projektdossier
Du führst ein einziges Dossier und ergänzt es während des gesamten Kurses. Überschreibe frühere Entscheidungen nicht ohne Begründung.
| Dossier | Inhalt | Nachweis |
|---|---|---|
| D0 | Auftrag und Anlagenskizze | Beschriftete Skizze |
| D1 | Anforderungen | Kriterienliste |
| D2 | Sensorvergleich | Vergleichstabelle |
| D3 | Positionsmodell | Rechnung und Simulationsskizze |
| D4 | Rückmeldungen | Signalfluss und Statusanzeige |
| D5 | Virtuelle Prüfung | Prüftabelle und Fehleranalyse |
| D6 | Eigene Entscheidung | Begründete Abschlussabgabe |
Für jeden Eintrag hältst Du Datum, Bearbeitungsstand und gegebenenfalls Änderungen fest.
Lerneinheit 1: Die Aufgabe verstehen
Dauer: etwa 10 Minuten
Sensoren liefern Informationen
Ein Sensor erfasst eine physikalische Größe oder einen Zustand und stellt daraus ein auswertbares Signal bereit.
Für unsere Lernfabrik unterscheiden wir:
| Erkennung | Position | Rückmeldung |
|---|---|---|
| Ist ein Werkstückträger vorhanden? | Wo befindet sich der Träger? | Was meldet der Sensor? |
| Schaltsignal | Positions- oder Wegwert | Status- und Diagnosedaten |
Merke: Ein Signal zur Anwesenheitserkennung liefert nicht automatisch eine genaue Position.
Arbeitsauftrag D1
Trage für jede Station ein:
- Welche Information wird benötigt?
- Wie genau muss die Information sein?
- Welche Störungen können auftreten?
- Wie wird ein Ausfall erkannt?
Kurzes Feedback: Deine Anforderung ist nachvollziehbar, wenn Du zwischen einem einfachen Ja-Nein-Signal und einem Messwert unterscheiden kannst. „Sensor muss funktionieren“ ist keine ausreichende technische Anforderung, weil die Prüfbedingung fehlt.
Lerneinheit 2: Sensoren zur Erkennung auswählen
Dauer: etwa 15 Minuten
Optische Sensoren

Foto: Photoelektrischer Sensor. Honmingjun, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Eine Lichtschranke arbeitet mit einem Lichtsender und einem Empfänger. Bei der Einweg-Lichtschranke wird eine Unterbrechung des Lichtstrahls ausgewertet.
Ein Lichttaster nutzt hingegen vom Objekt zurückgeworfenes Licht. Farbe, Reflexion und Hintergrund können die Erkennung beeinflussen.
Video: Omron Industrial Automation EMEA – Photoelectric Sensors. Beobachte das Erkennungsprinzip und die Anwendungsbeispiele.
Beobachtungsfrage: Weshalb kann ein schwarzes, glänzendes oder transparentes Objekt eine besondere Prüfung erfordern?
Induktive Sensoren

Foto: Induktiver Näherungssensor. Ekbsensor, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Ein induktiver Näherungssensor erkennt metallische Objekte berührungslos über ihre Wechselwirkung mit einem elektromagnetischen Feld.
Geeignet: Metallische Markierungen, Metallteile und Endlagen mit metallischem Ziel.
Grenze: Ein normales Kunststoffteil wird damit nicht unmittelbar erkannt.
Video: ChipDipvideo – The Working Principle of Inductive Sensor. Achte auf die Metallabhängigkeit.
Ultraschallsensoren

Foto: Ultraschallsensor. Physiker1978, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Ultraschallsensoren können Entfernungen aus der Laufzeit reflektierter Schallwellen bestimmen.
Sie sind unter anderem für unterschiedlich gefärbte oder transparente Objekte interessant. Blindzone, Objektgeometrie, Reflexionsrichtung und Messbereich müssen dennoch geprüft werden.
Sensorvergleich D2
| Sensortyp | Stärke | Typische Grenze |
|---|---|---|
| Einweg-Lichtschranke | Berührungslose Anwesenheitserkennung | Freier Strahlengang und geeignete Objekterkennung nötig |
| Lichttaster | Nur eine Montageseite erforderlich | Oberfläche und Hintergrund können stören |
| Induktivsensor | Metallische Ziele | Kunststoff ohne Metallmarkierung ungeeignet |
| Ultraschallsensor | Abstandsmessung mit Schall | Blindzone und Schallreflexion beachten |
Basisaufgabe: Wähle einen Sensor, der ausschließlich eine metallische Referenzfahne erkennt.
Anwendungsaufgabe: Begründe, weshalb ein einfacher Induktivsensor nicht allein für unterschiedlich beladene Kunststoffträger geeignet ist.
Transferaufgabe: Entwickle eine Erkennungsstrategie für einen teilweise transparenten Träger. Vergleiche mindestens zwei optische beziehungsweise akustische Lösungen anhand geeigneter Datenblätter.
Begründetes Feedback:
- Basis: Ein Induktivsensor ist passend, weil das Ziel metallisch ist und das Messprinzip darauf ausgelegt ist.
- Anwendung: Die Materialabhängigkeit des Induktivsensors verhindert die unmittelbare Erkennung nichtmetallischer Träger ohne Metallmarke.
- Transfer: Eine gute Lösung benennt Erfassungsprinzip, Transparenzeignung, Abstand, Montage und einen Störfalltest. Ein beliebiger Standard-Lichttaster darf nicht ohne Prüfung als zuverlässig für transparente Objekte angenommen werden.
Dossier D2: Lege Deine Vergleichstabelle mit mindestens drei Sensortypen und einer vorläufigen Auswahl ab.
Lerneinheit 3: Position bestimmen
Dauer: etwa 15 Minuten
Wegmessung mit einem Encoder

Foto: Drehgeber. Joao Paulo Chagas, Wikimedia Commons, CC BY 4.0.
Ein Inkrementalgeber erzeugt Impulse bei Bewegung. Mit bekannter Zuordnung zwischen Impulszahl und Weg lässt sich eine relative Position bestimmen.

Darstellung: Phasenversetzte Encodersignale, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Video: Instrumentation Tools – Encoder Working Principle.
Beobachte: Wie kann aus einer Drehbewegung eine messbare Positionsänderung entstehen?
Das simulierte Messrad
Modellannahmen:
| Größe | Wert |
|---|---|
| Umfang des Messrads | 200 mm |
| Ausgewertete Impulse je Umdrehung | 100 |
| Weg je ausgewertetem Impuls | 2 mm |
| Zielposition | 250 mm |
| Zulässige Abweichung | ±5 mm |
Die simulierte Rechnung lautet:
Position = Impulszahl × Weg je Impuls
Beispiel:
125 Impulse × 2 mm = 250 mm
Die Rechnung setzt ein ideales Messrad ohne Schlupf voraus. Bei einem realen System müssen unter anderem Montage, Schlupf, Auflösung und Messabweichung berücksichtigt werden.
Wichtig: Ein inkrementeller Encoder benötigt zur eindeutigen absoluten Zuordnung nach einem Verlust des Positionsbezugs eine geeignete Referenzierung.
Arbeitsaufträge D3
Basis: Berechne den Weg bei 120 Impulsen.
Anwendung: Prüfe, ob 128 Impulse die Positionsvorgabe erfüllen.
Transfer: Beschreibe, weshalb ein Encoder allein nicht beweist, dass sich ein Werkstückträger tatsächlich an der gewünschten Stelle befindet.
Feedback mit Begründung:
- Basis: 240 mm ist richtig, weil jeder ausgewertete Impuls im Modell 2 mm entspricht.
- Anwendung: 256 mm ist außerhalb der Toleranz, weil die Abweichung 6 mm und damit mehr als 5 mm beträgt.
- Transfer: Encoderwerte beschreiben zunächst die erfasste Bewegung. Schlupf, ein fehlender Werkstückträger oder ein falscher Referenzbezug können zu einer Abweichung zwischen berechnetem Weg und tatsächlicher Werkstückposition führen.
Dossier D3: Ergänze Rechnung, Positionsskizze, Referenzpunkt und eine mögliche zweite Kontrollmessung.
Lerneinheit 4: Rückmeldung und Vernetzung
Dauer: etwa 15 Minuten
Vom Sensor zur Anzeige

Foto: Speicherprogrammierbare Steuerungen. Bisgaard, Wikimedia Commons, GFDL/CC BY-SA 3.0.
Eine Speicherprogrammierbare Steuerung kann Sensorsignale verarbeiten. In diesem Projekt geschieht dies ausschließlich als virtuelles Signalmodell.
| Information | Virtuelle Anzeige |
|---|---|
| Träger erkannt | ERKANNT |
| Position innerhalb der Toleranz | POSITION OK |
| Position außerhalb der Toleranz | POSITION FEHLER |
| Messwert fehlt | SIGNAL UNGÜLTIG |
| Diagnoseereignis vorhanden | DIAGNOSE PRÜFEN |
Ein binärer Schaltausgang übermittelt einen Schaltzustand. Eine geeignete digitale Schnittstelle kann zusätzlich weitere Informationen übertragen.
IO-Link kennenlernen
IO-Link ist eine standardisierte Punkt-zu-Punkt-Kommunikation für Sensoren und Aktoren gemäß IEC 61131-9.
IO-Link ermöglicht je nach Gerät die Übertragung von Prozessdaten, Parametern und Diagnoseinformationen.
Video: ifm – What is IO-Link? Achte besonders auf Prozessdaten, Parametrierung und Diagnose.
Merke: IO-Link ist nicht selbst ein Feldbus. Ein normaler IO-Link-Sensor beziehungsweise eine normale IO-Link-Verbindung ist auch kein Ersatz für eine erforderliche Sicherheitsfunktion. IO-Link Safety ist davon gesondert zu betrachten.
Signalmodell D4
Erstelle folgende Informationskette als eigene Zeichnung:
Sensor → Sensoreingang oder IO-Link-Master → virtuelle Auswertung → virtuelle Statusanzeige
| Signalart | Beispiel | Verwendung |
|---|---|---|
| Digital | Werkstück vorhanden | Objekterkennung |
| Positionswert | 248 mm | Positionskontrolle |
| Diagnose | Messsignal fehlt | Fehlermeldung |
Basis: Unterscheide Prozesswert und Diagnosemeldung.
Anwendung: Gestalte drei eindeutige Anzeigen für die virtuelle Förderstation.
Transfer: Begründe, ob Du an Station E zwingend IO-Link benötigst oder ob ein einfacher digitaler Sensor genügt.
Feedback mit Begründung:
- Basis: Ein Prozesswert beschreibt den erfassten Zustand beziehungsweise die Messgröße. Eine Diagnosemeldung informiert über ein Geräteereignis oder eine erkannte Störung.
- Anwendung: Gute Anzeigen unterscheiden Normalzustand, Grenzwertverletzung und fehlende Daten. Eine fehlende Messung darf nicht als erfolgreicher Prozess angezeigt werden.
- Transfer: Ein digitaler Ausgang kann für reine Anwesenheitserkennung genügen. IO-Link bringt zusätzliche Vorteile, wenn die konkrete Anwendung Diagnosen, Identifikation oder Parametrierung benötigt. Dafür müssen Sensor und Master kompatibel sein.
Dossier D4: Füge Deinen Signalfluss und einen Entwurf für das virtuelle Bedienfeld ein.
Lerneinheit 5: Simulation und Prüfung
Dauer: etwa 20 Minuten
Dein virtueller Prüfstand

Vereinfachte Encoder-Schnittstelle. Lambtron, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Du verwendest eine Schulungssimulation oder eine selbst erstellte Tabellenkalkulation mit virtuellen Eingangs- und Messwerten.
Es wird keine Verbindung zu realen Antrieben, Robotern oder Maschinen hergestellt.
Der Prüfablauf lautet:
- Wähle einen virtuellen Werkstückträger.
- Gib den simulierten Erkennungszustand ein.
- Ermittle die Position aus der Impulszahl.
- Vergleiche den Positionswert mit der Toleranz.
- Zeige das Ergebnis und gegebenenfalls eine Fehlermeldung an.
- Dokumentiere den Versuch im Projektdossier.
Vorgegebener Übungsdatensatz
Die folgenden Werte sind ausdrücklich synthetische Simulationsdaten. Sie wurden nicht an einer realen Anlage gemessen.
| Test | Virtueller Träger | Erkannt | Impulse | Position | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| A | Dunkler Träger | Ja | 124 | 248 mm | i. O. |
| B | Heller Träger mit Metallteil | Ja | 125 | 250 mm | i. O. |
| C | Teilweise transparenter Träger | Nein | 125 | 250 mm | Erkennung fehlerhaft |
| D | Dunkler Träger | Ja | 128 | 256 mm | Position außerhalb der Toleranz |
| E | Heller Träger | Ja | Kein gültiger Wert | Nicht bestimmbar | Signal ungültig |
| F | Dunkler Träger | Ja | 126 | 252 mm | i. O. |
Prüfdaten auswerten
Basis: Bestimme alle Datensätze, deren Position die Toleranz erfüllt.
Anwendung: Trenne bei jedem Datensatz die Erkennungsbewertung von der Positionsbewertung.
Transfer: Entwickle drei zusätzliche virtuelle Störfälle, beispielsweise eine verschmutzte Optik, ein verlorenes Referenzsignal oder einen fehlerhaften Geräteparameter.
Begründetes Feedback:
- Basis: A, B und F sind insgesamt in Ordnung. Bei C wäre zwar die berechnete Position innerhalb der Toleranz, die erforderliche Erkennung ist jedoch fehlgeschlagen.
- Anwendung: Die getrennte Bewertung ist wichtig, weil ein korrekter Positionswert eine fehlerhafte Objekterkennung nicht ausgleichen kann.
- Transfer: Ein aussagekräftiger Test verändert gezielt eine Bedingung, dokumentiert das erwartete Signal und prüft, ob der Fehler sichtbar wird. Eine reine Erfolgssimulation reicht nicht aus.
Dossier D5: Ergänze mindestens sechs Prüffälle, davon drei Störfälle. Halte Sollwert, simulierten Istwert, Bewertung, Ursache und Änderungsvorschlag fest.
Lerneinheit 6: Eine eigene Sensorentscheidung treffen
Dauer: etwa 15 Minuten
Die Entscheidungsmatrix
Du entscheidest nicht allein nach Preis oder Bekanntheit des Herstellers.
| Auswahlkriterium | Prüffrage |
|---|---|
| Materialeignung | Erkennt der Sensor das tatsächliche Ziel? |
| Reichweite | Passt der Abstand zur Einbausituation? |
| Messgenauigkeit | Reicht die Genauigkeit für die Aufgabe? |
| Ansprechverhalten | Passt es zur vorgesehenen Anwendung? |
| Umgebung | Sind Licht, Staub und Verschmutzung berücksichtigt? |
| Anschluss | Passen Versorgung, Ausgang und Schnittstelle? |
| Diagnose | Sind notwendige Statusinformationen verfügbar? |
| Aufwand | Sind Montage, Wartung und Kosten angemessen? |
Verwende nur nachweisbare Angaben aus einem Datenblatt. Unbekannte Eigenschaften bleiben als „nicht nachgewiesen“ gekennzeichnet.
Eine mögliche, aber nicht verbindliche Lösung
Für lichtundurchlässige Werkstückträger kann eine geeignete Einweg-Lichtschranke an Station E sinnvoll sein.
Für eine relative Wegmessung kann ein Encoder mit Referenzierung verwendet werden. Eine zusätzliche direkte Kontrolle am Übergabepunkt kann Messunsicherheiten durch Schlupf oder fehlende Träger erkennen helfen.
Eine virtuelle Zustandsanzeige wertet anschließend Schaltsignale, Position und gegebenenfalls IO-Link-Diagnosen aus.
Diese Kombination ist ein begründbarer Ausgangspunkt, keine pauschale Freigabe und kein Ersatz für Datenblatt- und Anwendungsprüfung.
Die eigene Abschlussabgabe D6
Deine Abgabe enthält:
- Eine finale beschriftete Anlagenskizze.
- Die Auswahl von Sensorprinzipien für Erkennung und Position.
- Einen nachvollziehbaren Signalfluss zur Rückmeldung.
- Einen dokumentierten Sensorvergleich mit Quellen.
- Deine Simulationsrechnung und Prüfdaten.
- Mindestens einen erkannten Fehler und einen Verbesserungsvorschlag.
- Eine begründete eigene Entscheidung einschließlich Grenzen und Unsicherheiten.
Bewertung der eigenen Entscheidung:
| Kriterium | Gewicht |
|---|---|
| Fachlich passende Sensorauswahl | 25 % |
| Begründung durch Anforderungen und Quellen | 25 % |
| Nachvollziehbare Simulation und Prüfdaten | 25 % |
| Fehleranalyse, Reflexion und Dokumentation | 25 % |
Gestufte Hilfen für Dein Projekt
Nutze zunächst Hilfe 1. Erst wenn Du nicht weiterkommst, verwende Hilfe 2 oder Hilfe 3.
| Lernproblem | Hilfe 1 – Denkimpuls | Hilfe 2 – Vorgehen | Hilfe 3 – Beispiel |
|---|---|---|---|
| Erkennung | Welche Materialien kommen vor? | Vergleiche optische und induktive Sensoren. | Kunststoff ohne Metallmarke ist kein geeignetes unmittelbares Ziel für einen gewöhnlichen Induktivsensor. |
| Position | Benötigst Du ein Ereignis oder einen Wegwert? | Ordne Impulse einer Wegstrecke zu. | 100 Impulse auf 200 mm bedeuten im Modell 2 mm je Impuls. |
| Rückmeldung | Welche Information soll sichtbar werden? | Trenne Zustand, Messwert und Diagnose. | „Signal ungültig“ ist aussagekräftiger als ein unbegründetes „OK“. |
| Prüfung | Was könnte scheitern? | Ändere eine virtuelle Eingangsbedingung. | Teste einen Träger mit unzureichender optischer Erkennung. |
| Entscheidung | Welche Anforderung ist zwingend? | Prüfe Kriterien gegen Datenblätter. | Eine nicht nachgewiesene Reichweite darf nicht als erfüllt bewertet werden. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Sensortyp eignet sich grundsätzlich zur berührungslosen Erkennung lichtundurchlässiger Werkstückträger verschiedener Materialien durch Unterbrechung eines Lichtstrahls? (Einweg-Lichtschranke) (!Induktivsensor für ausschließlich metallische Ziele) (!Temperaturfühler) (!Druckschalter)
Was erkennen gewöhnliche induktive Näherungssensoren? (Metallische Objekte) (!Jedes Kunststoffteil ohne Zusatzmarkierung) (!Schallwellen in Luft) (!Die Farbe einer Oberfläche)
Welcher Faktor kann die Erkennung mit einem einfachen Reflexionslichttaster beeinflussen? (Reflexionseigenschaften der Oberfläche) (!Anzahl der Speicherplätze im Computer) (!Dateiname des Prüfprotokolls) (!Bildschirmauflösung des Bedienfelds)
Welches Prinzip nutzen viele Ultraschall-Abstandssensoren? (Laufzeit reflektierter Schallwellen) (!Erwärmung durch elektrischen Strom) (!Magnetisierung eines Metallträgers) (!Optische Farbmischung)
Welche Information liefert ein Inkrementalgeber unmittelbar zur Wegbestimmung? (Bewegungsbezogene Impulse) (!Den Werkstoff des Transportguts) (!Eine vollständige Sicherheitsbewertung) (!Die Seriennummer des Werkstücks)
Warum ist bei einer inkrementellen Positionsmessung eine Referenzierung wichtig? (Zur Wiederherstellung eines eindeutigen Positionsbezugs) (!Zur Änderung der Lichtfarbe) (!Zur Erkennung jeder Materialart) (!Zum Ersatz aller Prüfungen)
Wie viele Impulse sind bei zwei Millimetern je Impuls für 250 Millimeter erforderlich? (125) (!100) (!200) (!250)
Welche Information kann IO-Link neben Prozessdaten übertragen? (Diagnoseinformationen) (!Eine automatische Gefährdungsbeurteilung) (!Eine garantierte Sicherheitsfreigabe) (!Eine mechanische Schutzabdeckung)
Wie ist ein simulierter Positionswert von 256 Millimetern bei einem Sollwert von 250 Millimetern und einer Toleranz von fünf Millimetern zu bewerten? (Außerhalb der Toleranz) (!Innerhalb der Toleranz) (!Exakt am Sollwert) (!Ohne Abweichung)
Welche Aussage über eine Robotersimulation ist richtig? (Simulationsergebnisse ersetzen keine Sicherheitsfreigabe) (!Eine erfolgreiche Simulation erlaubt automatisch reale Fahrbefehle) (!Ein simuliertes Sensorsignal ist immer eine Sicherheitsfunktion) (!Eine Simulation ersetzt jede Risikobeurteilung)
Memory
Ordne die Sensorbegriffe ihren Funktionen zu.
| Einweglichtschranke | Lichtunterbrechung |
| Induktivsensor | Metallerkennung |
| Ultraschallmessung | Echolaufzeit |
| Inkrementalgeber | Wegimpulse |
| Referenzmarke | Positionsbezug |
| IODD | Gerätebeschreibung |
Drag and Drop
Ordne die geeigneten Sensoren beziehungsweise Begriffe den Aufgaben zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Aufgabe |
|---|---|
| Einweglichtschranke | Lichtundurchlässigen Träger am Einlauf erkennen |
| Induktivsensor | Metallische Referenzfahne erfassen |
| Ultraschallsensor | Abstand über Schalllaufzeit bestimmen |
| Inkrementalgeber | Relativen Förderweg mit Impulsen bestimmen |
| IODD | Eigenschaften und Daten eines IO-Link-Geräts beschreiben |
| Statusanzeige | Erkennung und Diagnose verständlich darstellen |
Kreuzworträtsel
| Lichtschranke | Welche optische Einrichtung erkennt die Unterbrechung eines Lichtstrahls? |
| Induktion | Welches elektromagnetische Prinzip liegt dem induktiven Messverfahren zugrunde? |
| Encoder | Wie heißt ein Drehgeber auf Englisch? |
| Ultraschall | Welche Art von Schallwellen wird bei akustischen Abstandssensoren verwendet? |
| Referenzmarke | Wie nennt man eine definierte Markierung zur Herstellung eines Positionsbezugs? |
| Prozessdaten | Wie heißen die zyklisch übertragenen Messinformationen bei IO-Link? |
LearningApps
Weitere Übungen zum Themenfeld suchen:
Dies ist eine thematische Suche. Die Verfügbarkeit einer speziell auf diesen Kurs abgestimmten LearningApp ist nicht vorausgesetzt.
Lückentext
Offene Aufgaben
Gestalte eigenständige Beiträge für Dein Projektdossier. Ordne jeder Aufgabe mindestens eine Skizze, Tabelle, Berechnung oder kurze Begründung zu.
Leicht
- Sensor: Zeichne einen Sensor an einem Förderband und markiere sein Erfassungsfeld.
- Lichtschranke: Erstelle eine Bildbeschriftung, die Sender, Empfänger und Werkstück zeigt.
- Induktiver Sensor: Fotografiere oder zeichne drei mögliche metallische Erfassungsziele und erkläre ihre Eignung.
- Signal: Entwerfe eine einfache virtuelle Anzeige für „Träger erkannt“ und „Träger nicht erkannt“.
Standard
- Sensorauswahl: Vergleiche drei Sensorprinzipien in einer eigenen Entscheidungsmatrix.
- Inkrementalgeber: Erstelle eine Tabelle mit Impulszahlen und berechneten Förderwegen und visualisiere die Werte.
- IO-Link: Gestalte ein Plakat oder eine Infografik zum Weg einer Diagnoseinformation vom Sensor zum virtuellen Bedienfeld.
- Simulation: Dokumentiere sechs virtuelle Tests mit Sollwert, Istwert, Ergebnis und Fehlerkommentar.
Schwer
- Fehleranalyse: Simuliere drei Störfälle und entwickle jeweils einen begründeten Verbesserungsvorschlag.
- Automatisierungstechnik: Erstelle eine technische Empfehlung, wie Erkennung und Position unabhängig plausibilisiert werden können.
- Medienkompetenz: Produziere ein kurzes eigenes Erklärvideo zur Sensorauswahl. Verwende nur eigenes oder rechtlich zulässig nutzbares Bildmaterial.
- Projektmanagement: Präsentiere Dein vollständiges Projektdossier als begründete technische Entscheidung und verteidige Deine Wahl gegen eine Alternative.


Lernkontrolle
Diese Aufgaben prüfen das Verstehen von Zusammenhängen und die Übertragung auf neue Situationen.
- Materialabhängigkeit: Ein metallisches Werkstück wird durch ein Kunststoffwerkstück ersetzt. Welche Sensorentscheidung würdest Du überprüfen und warum?
- Messunsicherheit: Ein Encoder zeigt die richtige Förderstrecke, aber der Werkstückträger erreicht den Übergabepunkt nicht. Erkläre zwei mögliche Ursachen und schlage eine zusätzliche Prüfung vor.
- Diagnose: Ein Positionswert fehlt. Entwirf eine virtuelle Rückmeldung, mit der Bedienende zwischen fehlerhaftem Werkstück und ungültiger Messung unterscheiden können.
- Systemvergleich: Eine günstige Lösung besitzt nur einen Schaltausgang. Eine andere überträgt zusätzliche Diagnosedaten. Entwickle Kriterien, unter denen der Mehraufwand sinnvoll ist.
- Qualitätssicherung: Beschreibe, wie Du mit wiederholten virtuellen Tests erkennst, ob eine Sensorauswahl robust gegenüber wechselnden Objekten ist.
- Sicherheitstechnik: Erkläre, warum selbst eine fehlerfreie Simulation weder eine reale Roboterinbetriebnahme noch eine Sicherheitsfreigabe rechtfertigt.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis reichst Du das vollständige Projektdossier D0 bis D6 ein.
| Nachweis | Erforderlicher Inhalt |
|---|---|
| Anforderungen | Konkrete Aufgaben für Erkennung, Position und Rückmeldung |
| Anlagenskizze | Sensororte, Referenzpunkt und Informationsfluss |
| Auswahlentscheidung | Vergleich von mindestens drei Sensorprinzipien mit fachlicher Begründung |
| Berechnung | Korrekte Wegbestimmung aus simulierten Impulsen |
| Prüfdokumentation | Mindestens sechs virtuelle Tests einschließlich Störfällen |
| Fehlerbewertung | Ursachenanalyse und Verbesserungsmaßnahmen |
| Reflexion | Aussagegrenzen von Simulation und Datenblättern |
| Quellenverzeichnis | Fachquellen und verwendete Medien mit Nutzungsrechten |
Bestanden ist der Lernnachweis, wenn Deine Auswahl technisch nachvollziehbar ist, die Berechnungen stimmen, die Prüfentscheidungen zu den dokumentierten Daten passen und Du erkennbare Grenzen Deiner Lösung benennst.
Eine reale Sicherheitsfunktion, Maschinenabnahme oder Roboterfreigabe ist ausdrücklich kein Teil dieses Lernnachweises.
OERs zum Thema
Wikipedia: Sensor
Ergänzende Wikipedia-Artikel
Geprüfte Fachquellen
Die folgenden Originalquellen dienen der fachlichen Vertiefung und sind nicht automatisch frei lizenziert.
- OMRON: Grundlagen und Funktionsprinzipien photoelektrischer Sensoren
- SICK: Auswahl photoelektrischer Sensoren
- ifm: Ultraschallsensoren und Anwendungseigenschaften
- IO-Link Community: Technologie und Systemübersicht
- IO-Link Community: Gerätebeschreibung IODD
- IEC 61131-9:2022 – Digitale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation für Sensoren und Aktoren
- ISO 10218-2:2025 – Sicherheitsanforderungen an Industrieroboter-Anwendungen und Roboterzellen
- DGUV: Fachinformationen zur Robotik
Quellenbewertung: Vergleiche Aussagen aus Herstellerinformationen mit dem konkreten Datenblatt. Beachte bei Normen den Ausgabestand und unterscheide technische Beschreibung, Herstellerwerbung und verbindliche Anforderungen.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Alle folgenden Wikimedia-Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten ausgewählt. Die dort genannten Lizenzbedingungen sind bei einer Weiterverwendung zu beachten.
| Medium | Urheber | Lizenz laut Wikimedia Commons |
|---|---|---|
| Conveyor belt moves material in a factory.jpg | Shixart1985 / Nenad Stojković | CC BY 2.0 |
| Proximity sensor.jpg | Joongbae Kim | CC BY-SA 3.0 |
| Photoelectric sensor.jpg | Honmingjun | CC BY-SA 3.0 |
| Inductive proximity sensor.jpg | Ekbsensor | CC BY-SA 4.0 |
| Ultrasonic sensor.jpg | Physiker1978 | CC BY-SA 4.0 |
| Rotary encoder.jpg | Joao Paulo Chagas | CC BY 4.0 |
| Quadrature Diagram.svg | Siehe Commons-Dateiseite | Gemeinfrei |
| Programmable logic controller.jpg | Bisgaard | GFDL / CC BY-SA 3.0 |
| Incremental encoder interface.jpg | Lambtron | CC BY-SA 4.0 |
Videonachweise: Die eingebetteten YouTube-Videos stammen von Omron Industrial Automation EMEA, ChipDipvideo, Instrumentation Tools und ifm. Ihre Einbettung bedeutet nicht, dass sie unter einer offenen Creative-Commons-Lizenz stehen. Eine Weiterbearbeitung oder erneute Veröffentlichung erfordert eine gesonderte Rechteprüfung.
Medienpraxis: Nenne Urheber, Quelle, Lizenz und gegebenenfalls vorgenommene Änderungen. Bei CC-BY-SA-Material können zusätzliche Pflichten zur Weitergabe unter gleichen Bedingungen gelten. Beachte, dass die bloße Zugänglichkeit im Internet keine freie Nachnutzung erlaubt.
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