Projekt Maschinenretrofit – Einen Rückfallplan für das Retrofit erstellen
Projekt Maschinenretrofit – Einen Rückfallplan für das Retrofit erstellen
Einleitung
Zielgruppe: Ausbildung in Mechatronik, Elektronik für Automatisierungstechnik und industrieller Instandhaltung.
Lernzeit: Sechs kurze Lerneinheiten von jeweils etwa 5–10 Minuten, anschließend Projektarbeit.
Projektauftrag: Du entwickelst einen Rückfallplan für die Modernisierung einer Förderanlage. Du dokumentierst den Ausgangszustand, planst die Datensicherung, simulierst Fehler und begründest Deine Entscheidung zum Rückfall.
Dein Ergebnis: Ein eigenes Projektdossier RPL-01 mit Skizzen, Sicherungsmatrix, Simulationsnachweisen, Prüfdaten, Rückfallplan und begründeter Abgabe.
Sicherheitsregel: Alle Maschinenabläufe werden zunächst ausschließlich in einer isolierten Simulation getestet. Keine automatische Live-Ansteuerung, keine Umgehung von Schutzeinrichtungen und keine unbefugten Änderungen an realen Anlagen. Praktische Maschinenarbeiten sind nur mit geeigneter Fachaufsicht und betrieblicher Freigabe zulässig. Eine Simulation ersetzt keine Sicherheitsprüfung.

Abbildung: Beispiel einer industriellen Förderanlage. Quelle: Jonathan Thacker, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.
Das lernst Du
Nach dem Kurs kannst Du:
- einen Retrofit und den Begriff Rückfallplan erklären.
- den definierten Ausgangszustand einer Maschine dokumentieren.
- eine Datensicherung mit Wiederherstellungsprüfung planen.
- Maschinenabläufe in einer Simulation untersuchen.
- Abbruchkriterien und Rückfallentscheidungen begründen.
- einen nachvollziehbaren Projektnachweis erstellen.
Ausbildungsfall: Förderanlage F-01
Eine ältere Förderanlage wird modernisiert. Eine zusätzliche virtuelle Lichtschranke soll einen Materialstau erkennen. Gleichzeitig wird die Bedienoberfläche überarbeitet.
| Bereich | Ausgangszustand E0 | Retrofit-Zustand R1 |
|---|---|---|
| Steuerungsprogramm | Bestehende Förderlogik | Erweiterte Förderlogik |
| Sensorik | Lichtschranke LS1 | LS1 und zusätzliche LS2 |
| Bedienoberfläche | HMI-Version alt | HMI-Version neu |
| Dokumentation | Vorhandene Projektunterlagen | Aktualisierte Projektunterlagen |
| Rückfall | Noch nicht vorbereitet | Rückkehr nach E0 wird geplant und geprüft |
Problem: Die neue Software funktioniert in der Simulation nicht wie erwartet. Kannst Du einfach die alte Projektdatei zurückspielen?
Antwort: Nicht unbedingt. Erst müssen Sicherungsumfang, Geräte- und Versionskompatibilität, Parameter, HMI, mögliche Hardwareänderungen und Sicherheitsanforderungen geklärt werden.

Bildsymbol eines Förderbands – als Orientierung für Deine eigene Anlagenskizze.
Das fortlaufende Projektdossier RPL-01
Verwende für alle Lerneinheiten dieselbe Dokumentation.
| Teil | Dein Projektnachweis |
|---|---|
| D0 | Projektauftrag und Rahmenbedingungen |
| D1 | Ausgangszustand mit eigener Anlagenskizze |
| D2 | Sicherungsmatrix und Wiederherstellungsnachweis |
| D3 | Simulationsmodell und Testszenarien |
| D4 | Mess- und Prüfdaten mit Soll-Ist-Vergleich |
| D5 | Rückfallplan mit Entscheidungskriterien |
| D6 | Simulierte Rückfallprobe und Bewertung |
| D7 | Begründete eigene Abgabe und Quellen-/Mediennachweise |
Wichtig: Beispielwerte sind keine realen Prüfergebnisse. Kennzeichne Deine eigenen Messungen, Annahmen und Simulationsergebnisse eindeutig.
Lerneinheit 1: Ausgangszustand erfassen
Lernzeit: ca. 7 Minuten
Bevor etwas verändert wird, muss der bisherige Zustand nachvollziehbar sein.
Beispielfoto einer SPS. Die Steuerung der fiktiven Ausbildungsanlage ist nicht auf dieses Modell festgelegt.
Eine SPS verarbeitet Eingangssignale und steuert die programmierten Abläufe.

Beispiel einer optischen Sensorbaugruppe.
D1: Skizze des Ausgangszustands
TRAININGSMODELL F-01
[Bedienung HMI E0]
|
v
[SPS-Modell E0]
^ |
| v
[LS1] [Motor M1]
| |
+-- Förderstrecke
Erweiterung R1:
[virtuelle LS2] -> [Stauauswertung]
D1-Auftrag: Zeichne selbst den Signalfluss. Markiere LS1, die zusätzliche LS2, SPS, HMI und Motor.
Dokumentiere: Programmversion, Geräte- und Firmwarestände, HMI-Version, relevante Parameter, Schnittstellen, technische Zeichnungen, Ist-Funktion und gegebenenfalls sicherheitsrelevante Konfigurationen. Verwende nur bereitgestellte Übungsinformationen.
Merksatz: Eine Projektdatei allein beschreibt nicht zwangsläufig den vollständigen Maschinenzustand.
Lerneinheit 2: Datensicherung vorbereiten
Lernzeit: ca. 8 Minuten
Ein Backup ist eine Sicherungskopie. Ein Rückfallplan benötigt darüber hinaus einen geprüften Weg zur Wiederherstellung.

D2: Sicherungsmatrix
| Bestandteil | Geplante Sicherung | Prüfnachweis |
|---|---|---|
| SPS-Projekt | Versionierte Projektkopie | Datei- und Versionsprüfung |
| HMI | Passende HMI-Projektkopie | Versions- und Schnittstellenabgleich |
| Parameter und Rezepte | Gesonderter Export, soweit erforderlich | Vergleich mit dokumentierten Sollwerten |
| Geräte- und Firmwarestände | Inventar und Versionsliste | Kompatibilitätsnachweis |
| Netzwerkeinstellungen | Konfigurationsdokumentation | Abgleich mit Anlagenplan |
| Safety-Konfiguration | Nur nach Vorgabe der Fachverantwortlichen | Gesonderte Sicherheitsprüfung und Freigabe |
| Wiederherstellungswerkzeuge | Erforderliche Software, Zugriffsrechte und Lizenzen | Verfügbarkeit geprüft |
Sicherungsoptionen unterscheiden sich je nach Hersteller, Gerät und Softwareversion. Ein Projektarchiv ist nicht automatisch eine vollständige Gerätesicherung.
Prüfe Deine Kopie:
- Ist sie eindeutig bezeichnet und lesbar?
- Stimmen Version und Datum?
- Ist eine Integritätsprüfung möglich?
- Wurde die Wiederherstellung in einer geeigneten Testumgebung erprobt?
- Sind benötigte Werkzeuge und Zugriffsrechte verfügbar?
Eine Prüfsumme kann Änderungen einer Datei erkennen. Sie beweist aber nicht, dass eine Maschine damit funktionsfähig oder sicher wiederhergestellt werden kann.

Überlege: Welche voneinander abhängigen Systeme müssen beim Rückfall berücksichtigt werden? Die Abbildung zeigt ein allgemeines Netzwerk, nicht die reale Topologie der Ausbildungsanlage.
Herstellerinformation: Siemens – Backup and restore options
Video: Sicherungsmöglichkeiten kennenlernen
Video: Robotica Lab – How to create a Backup in TIA Portal. Nur zur Orientierung. Keine Schritte an realer Hardware nachmachen. Die jeweils geltende Herstellerdokumentation ist maßgeblich.
D2-Auftrag: Erstelle eine Sicherungsmatrix für F-01 und vermerke, welche Wiederherstellungsnachweise noch fehlen.
Lerneinheit 3: Abläufe sicher simulieren
Lernzeit: ca. 8 Minuten
Du vergleichst die virtuelle Ausgangsversion E0 mit der virtuellen Retrofit-Version R1.
Beispiel einer modularen SPS. Die Eigenschaften realer Steuerungen und ihre Simulationsmöglichkeiten sind modell- und versionsabhängig.
Video: SPS-Simulation
Video: sps4you – Simulation S7-1200/S7-1500 mit PLCSIM. Gezeigt wird ein versionsbezogenes Softwarebeispiel.
Video: SPS&Technik – TIA Portal V13, SPS simulieren. Ältere Softwareversion; nutze das Video zum Verständnis des Simulationsprinzips.
Übungsgrenze: Verwende ausschließlich ein bereitgestelltes Offline-Modell oder eine isolierte virtuelle SPS. Keine Verbindung zu physischen Ein-/Ausgängen, Maschinen oder produktiven Netzwerken.
D3: Testfälle definieren
Für die virtuelle Retrofit-Version R1 gilt als vereinfachte Prozesslogik:
| Test | Virtuelle Eingabe | Erwartete Ausgabe |
|---|---|---|
| Normalbetrieb | Startsignal, kein Stau | Förderantrieb simuliert EIN |
| Materialstau | LS2 meldet Stau | Förderantrieb AUS, Störmeldung |
| Stopp | Stoppbefehl | Förderantrieb AUS |
| Wiederanlauf | Störung quittiert, aber kein neuer Startbefehl | Förderantrieb bleibt AUS |
| Kommunikationsfehler | Virtuelles HMI liefert keine gültige Kommunikation | Fehler wird erkannt und dokumentiert |
Achtung: Dies sind Prozesssimulationen, keine vollständigen Sicherheitsfunktionsprüfungen.
D4: Prüfdaten erfassen
| Test | Soll | Ist | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Materialstau | Motor AUS | Beispiel: Motor AUS | Beispiel: bestanden |
| Wiederanlauf | Kein automatischer Start | Beispiel: Motor EIN | Beispiel: nicht bestanden |
| HMI-Kommunikation | Fehler erkennbar | Noch zu prüfen | Offen |
Die angegebenen Ist-Werte sind ausdrücklich fiktive Übungsdaten. Ersetze sie durch eigene Simulationsergebnisse, dokumentiere Zeitstempel und Modellversion und sichere einen geeigneten Screenshot oder Testbericht.
Leitfrage: Welcher Fehler zwingt Dich, die geplante Umstellung zu stoppen?
Lerneinheit 4: Rückfallentscheidung planen
Lernzeit: ca. 7 Minuten
Ein Rückfallplan legt fest, unter welchen Bedingungen eine Änderung abgebrochen wird und wie ein zuvor definierter Zustand kontrolliert wiederhergestellt werden kann.

Symbol einer Entscheidung im Ablaufdiagramm.
D5: Entscheidungsablauf
Simulierter Retrofit-Test
|
v
Ergebnisse bewerten
|
+----+----+
| |
bestanden Fehler
| |
v v
Dokumentieren Stopp
|
v
Ursache untersuchen
|
v
Ist E0 wiederherstellbar?
/ \
Ja Nein
| |
v v
Offline-Rückfall Gesicherter
vorbereiten Stillstand
| |
v v
Erneut prüfen Fachentscheidung
|
v
Fachliche Bewertung
und nötige Freigabe
Ein Rückfall ist kein automatischer Neustart. Ohne nachgewiesene Wiederherstellbarkeit und erforderliche Freigaben bleibt der betreffende Betriebsteil im gesicherten Zustand.
Rückfallplan RPL-01
| Schritt | Maßnahme | Nachweis |
|---|---|---|
| Auslöser | Abweichung, Versionskonflikt oder fehlgeschlagener Test | Fehlerprotokoll |
| Abbruch | Änderung stoppen und Verantwortliche informieren | Stoppmeldung |
| Zustand sichern | Fehlerdaten und aktuelle Konfiguration dokumentieren | Diagnosebericht |
| Rückfallfähigkeit bewerten | Daten, Versionen und Hardwarekompatibilität prüfen | Checkliste |
| Wiederherstellung | Geprüften E0-Stand zunächst in geeigneter Offline-Testumgebung wiederherstellen | Restore-Protokoll |
| Funktionsprüfung | Definierte Testfälle erneut ausführen | Soll-Ist-Protokoll |
| Sicherheitsbewertung | Änderungen und erforderliche Schutzfunktionen fachlich beurteilen | Prüfnachweis |
| Freigabe | Entscheidung durch zuständige Personen | Dokumentierte Freigabe |
Abbruchkriterien: Fehlende oder beschädigte Sicherung, ungeklärte Hardwareabweichung, Versionsinkompatibilität, unerwarteter Wiederanlauf, fehlender Prüfnachweis oder unklare Sicherheitslage.
Wichtiger Sonderfall: Wurde auch die reale Hardware verändert, kann eine Software-Rücksicherung allein den ursprünglichen Maschinenzustand nicht wiederherstellen. Erforderliche technische Rückbauten und Sicherheitsbewertungen müssen gesondert fachlich geplant werden.
Lerneinheit 5: Rückfallprobe und Maschinensicherheit
Lernzeit: ca. 8 Minuten
Der Rückfall wird am virtuellen Modell geprobt: E0 bereitstellen, R1 virtuell testen, einen Fehler nachstellen, Entscheidung dokumentieren und E0 im Testsystem erneut prüfen.

Ein Not-Halt-Betätiger ist eine sicherheitsbezogene Einrichtung. Seine Funktion darf weder umgangen noch allein durch eine vereinfachte Prozesssimulation als nachgewiesen betrachtet werden.
D6: Rückfallprobe
| Prüfpunkt | Deine Feststellung |
|---|---|
| E0-Version eindeutig identifiziert | __________________ |
| Alle benötigten Sicherungsbestandteile vorhanden | __________________ |
| Testumgebung isoliert | __________________ |
| Wiederherstellung im Testsystem möglich | __________________ |
| Testfälle nach Rückfall bestanden | __________________ |
| Offene Sicherheitsfragen | __________________ |
| Entscheidung mit Begründung | __________________ |
Maschinensicherheit: Änderungen an Maschinen können eine erneute Gefährdungs- und Risikobeurteilung erfordern. Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt und welche rechtlichen Folgen daraus entstehen, ist gesondert zu beurteilen. Eine technisch mögliche Rücksicherung ist keine automatische Betriebserlaubnis.
Siehe BAuA – Wesentliche Veränderung von Maschinen.
Lerneinheit 6: Projektdossier abschließen
Lernzeit: ca. 6 Minuten

D7: Deine begründete Abgabe
Reiche das vollständige Projektdossier RPL-01 ein.
| Bestandteil | Qualitätskriterium |
|---|---|
| Eigene Skizze | Verständlicher Signalfluss und klare Legende |
| Sicherungsmatrix | Relevante Daten und Abhängigkeiten erfasst |
| Simulation | Modellversion und Testfälle nachvollziehbar |
| Prüfdaten | Soll, Ist, Ergebnis und Beleg dokumentiert |
| Rückfallplan | Auslöser, Verantwortlichkeiten, Schritte und Grenzen eindeutig |
| Eigene Entscheidung | Mit Prüfergebnissen und Risiken begründet |
| Quellen und Medien | Fundstellen, Urheber und Lizenzstatus angegeben |
Leitfrage Deiner Abgabe: Würdest Du für F-01 einen Rückfall nach E0 empfehlen, weitere Untersuchungen anfordern oder den sicheren Stillstand beibehalten? Begründe Deine Entscheidung mit mindestens drei konkreten Nachweisen.
Gestufte Hilfen
Nutze die Hilfen erst, wenn Du sie benötigst.
Hilfe 1: Denkanstoß
Was müsstest Du außer dem SPS-Programm kennen, damit der ursprüngliche Zustand nachvollziehbar ist?
Hilfe 2: Strukturhilfe
Verwende für jede Sicherung das Schema:
Bestandteil – Version – Speicherort – Integritätsprüfung – Wiederherstellbarkeit – verantwortliche Person.
Verwende für jede Simulation:
Testfall – Eingabe – erwartetes Verhalten – beobachtetes Verhalten – Bewertung – Beleg.
Hilfe 3: Lösungsbeispiel
Beispielentscheidung: „Ein Rückfall wird noch nicht empfohlen, weil das E0-SPS-Projekt zwar vorhanden ist, der passende HMI-Stand aber nicht nachgewiesen wurde. Zuerst müssen die fehlenden Daten geklärt und die Wiederherstellung isoliert getestet werden.“
Warum ist diese Antwort sinnvoll? Sie nennt eine nachprüfbare Ursache, unterscheidet zwischen Datenverfügbarkeit und Wiederherstellbarkeit und vermeidet eine ungesicherte Freigabe.
Basis-, Anwendungs- und Transfertraining
| Niveau | Kurzer Arbeitsauftrag | Begründetes Feedback |
|---|---|---|
| Basis | Erkläre den Unterschied zwischen Backup und Rückfallplan. | „Backup ist der gesamte Rückfallplan“ ist unvollständig, weil die Sicherung weder Abbruchkriterien noch Wiederherstellungsprüfung und Freigabe festlegt. |
| Anwendung | Entscheide anhand eines fehlerhaften Simulationstests, ob Du R1 weiterverfolgen darfst. | Bei einer ungeklärten Abweichung ist ein Stopp sinnvoll, weil die definierten Prüfkriterien nicht erfüllt sind. Erst Ursache und erneute Prüfung schaffen eine Entscheidungsgrundlage. |
| Transfer | Bewerte einen Rückfall nach Austausch einer Steuerungsbaugruppe. | „Altes Programm aufspielen“ reicht nicht aus, weil Firmware, Hardware, Verdrahtung, Schnittstellen und Sicherheitsbewertung vom Ausgangszustand abweichen können. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das wichtigste Ziel eines Rückfallplans? (Einen definierten Zustand kontrolliert wiederherstellen zu können) (!Eine Maschine dauerhaft schneller zu betreiben) (!Alle technischen Zeichnungen zu löschen) (!Eine Sicherheitsprüfung zu ersetzen)
Was muss vor einer Retrofit-Änderung dokumentiert werden? (Der technische und funktionale Ausgangszustand) (!Nur der Kaufpreis der Maschine) (!Nur die Anzahl der Bedienpersonen) (!Nur der geplante Fertigstellungstermin)
Warum reicht eine SPS-Projektdatei als Sicherung möglicherweise nicht aus? (Weil weitere Konfigurationen und Parameter benötigt werden können) (!Weil SPS-Projekte grundsätzlich wertlos sind) (!Weil HMI-Systeme nie Daten speichern) (!Weil jede Maschine dieselbe Firmware verwendet)
Wozu dient eine Prüfsumme? (Zur Erkennung von Veränderungen an Daten) (!Zum Nachweis der funktionalen Maschinensicherheit) (!Zur Freigabe von Wartungsarbeiten) (!Zum automatischen Reparieren von Sensoren)
Wo werden die Ausbildungsabläufe zuerst geprüft? (In einer isolierten Simulation) (!An einer laufenden Produktionsmaschine) (!Bei deaktivierter Schutzeinrichtung) (!Durch unkontrolliertes Einschalten)
Was bedeutet ein nicht bestandener definierter Test? (Die Änderung muss bewertet und gegebenenfalls abgebrochen werden) (!Die Maschine ist automatisch einsatzbereit) (!Das Testprotokoll darf gelöscht werden) (!Eine erneute Prüfung ist überflüssig)
Welcher Nachweis ist für die Wiederherstellbarkeit besonders wichtig? (Eine erfolgreich geprüfte Wiederherstellung in geeigneter Testumgebung) (!Eine beliebige Dateibenennung) (!Ein ausgedrucktes Herstellerlogo) (!Ein unverbindlicher Terminplan)
Welche Aussage trifft bei einem Hardwarewechsel zu? (Eine reine Software-Rücksicherung kann unzureichend sein) (!Jede alte Software passt auf jede neue Steuerung) (!Verdrahtungsänderungen sind immer bedeutungslos) (!Ein Hardwarewechsel erfordert nie eine Prüfung)
Wer darf den realen Wiederanlauf nach erforderlichen Prüfungen freigeben? (Die betrieblich zuständige und entsprechend befugte Person) (!Jede beliebige lernende Person) (!Ein Simulationsprogramm automatisch) (!Ein ungeprüftes Backup)
Was gehört in eine fachlich begründete Projektabgabe? (Eigene Entscheidung mit Prüfdaten und nachvollziehbaren Argumenten) (!Nur ein Bild ohne Beschreibung) (!Ausschließlich ein unkommentierter Dateiname) (!Eine Behauptung ohne Nachweise)
Memory
| Ausgangszustand | Dokumentierter technischer Stand vor der Änderung |
| Sicherungskopie | Gespeicherte Daten zur späteren Wiederherstellung |
| Prüfsumme | Vergleichswert zur Erkennung von Datenänderungen |
| Simulationsmodell | Virtuelle Nachbildung eines untersuchten Ablaufs |
| Abbruchkriterium | Festgelegter Grund zum Stoppen einer Änderung |
| Kompatibilität | Zusammenpassen von Komponenten und Versionen |
| Fachfreigabe | Befugte Entscheidung für das weitere Vorgehen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bestandsaufnahme | Dokumentation des bisherigen Maschinenzustands |
| Projektarchiv | Gesicherte bearbeitbare Entwicklungsunterlagen |
| Integritätskontrolle | Überprüfung der Unverändertheit von Daten |
| Versionsabgleich | Prüfung der passenden Software- und Gerätestände |
| Testprotokoll | Nachweis von erwartetem und beobachtetem Verhalten |
| Rückfallentscheidung | Begründete Wahl des weiteren Vorgehens |
| Betriebsfreigabe | Erlaubnis zum Betrieb nach erforderlichen Prüfungen |
Kreuzworträtsel
| Baseline | Wie nennt man einen dokumentierten Referenzstand eines Systems? |
| Sicherung | Wie nennt man die Erstellung einer geschützten Datenkopie mit einem Wort? |
| Simulation | Wie heißt die Untersuchung eines Ablaufs mit einem virtuellen Modell? |
| Freigabe | Wie heißt die dokumentierte Erlaubnis einer befugten Person? |
| Sensor | Welches Bauteil erfasst beispielsweise ein vorbeifahrendes Werkstück? |
| Rollback | Welcher englische Begriff beschreibt das Zurücknehmen einer Änderung? |
LearningApps
Diese Einbindung ist eine thematische Suche nach Lernmaterialien. Sie stellt keine bereits geprüfte einzelne Übung dar.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben mit Deinem fortlaufenden Projektdossier.
Leicht – Basisaufgaben
- Anlagenskizze: Zeichne die virtuelle Förderanlage mit SPS, HMI, Motor, LS1 und LS2. Ergänze eine Legende.
- Ausgangszustand: Erstelle eine Übersicht über die Eigenschaften des Zustands E0.
- Datensicherung: Kennzeichne in der Sicherungsmatrix alle zu sichernden Bestandteile.
- Fachbegriffe: Gestalte eine eigene Lernkarte, auf der Du Backup, Restore und Rückfallplan unterscheidest.
Feedback zur Basisstufe: Eine gute Lösung benennt nicht nur die Komponenten, sondern zeigt ihre Funktion und ihre Abhängigkeiten. Fehlende Versionen oder unklare Signalwege erschweren die Wiederherstellung.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Versionsverwaltung: Erstelle ein eindeutiges Benennungssystem für Projektdateien, Konfigurationen und Prüfnachweise.
- Simulation: Entwickle drei eigene Testfälle für die virtuelle Förderanlage und führe sie im isolierten Modell aus.
- Fehleranalyse: Untersuche eine simulierte Störung und dokumentiere Ursache, Soll-Ist-Abweichung und Entscheidung.
- Rückfallplan: Entwirf einen übersichtlichen Ablaufplan mit Auslöser, Abbruch, Wiederherstellungsprüfung und fachlicher Freigabe.
Feedback zur Anwendungsstufe: Eine überprüfbare Lösung enthält Eingaben, Sollwerte, beobachtete Ergebnisse und Belege. Ohne diese Angaben ist eine richtige oder falsche Entscheidung nicht zuverlässig nachvollziehbar.
Schwer – Transferaufgaben
- Risikobeurteilung: Untersuche, warum ein Rückfall auf die alte Software nach einem Hardwaretausch problematisch sein kann. Erstelle eine begründete Risikomatrix.
- Projektmanagement: Entwickle ein Rückfallkonzept für den Fall, dass die HMI-Sicherung fehlt und die alte Bedienoberfläche nicht mehr verfügbar ist.
- Technische Dokumentation: Führe ein fiktives Fachinterview mit einer Rolle aus Instandhaltung oder Betrieb durch und dokumentiere die erforderlichen Freigabeentscheidungen. Ein echtes Interview ist nur nach Absprache durchzuführen.
- Projektpräsentation: Erstelle ein eigenes Erklärvideo oder eine Präsentation zu Deiner Rückfallentscheidung. Nutze eigene Skizzen, Simulationsergebnisse, Prüfdaten und rechtlich zulässige Medien.
Feedback zur Transferstufe: Gute Lösungen benennen Unsicherheiten und Handlungsalternativen. Eine begründete Entscheidung für den gesicherten Stillstand kann fachlich richtiger sein als eine nicht nachgewiesene Rücksicherung.


Lernkontrolle
Diese Aufgaben prüfen Zusammenhänge und Transfer.
- Abhängigkeitsanalyse: Die SPS-Sicherung ist vorhanden, die HMI-Sicherung jedoch nicht. Begründe, welche Informationen zur Rückfallentscheidung fehlen.
- Fehlerbewertung: Eine Simulation zeigt nach dem Rückfall einen unerwarteten Motorstart. Entwickle das weitere Vorgehen und begründe, weshalb die bestandene Dateiprüfung nicht ausreicht.
- Schnittstellenanalyse: Der Retrofit ersetzt eine Steuerung durch ein anderes Modell. Erkläre, welche zusätzlichen technischen und sicherheitsbezogenen Nachweise erforderlich werden können.
- Entscheidungsfindung: Vergleiche Weiterentwicklung, Rückfall und gesicherten Stillstand als Reaktionen auf einen Softwarefehler.
- Qualitätssicherung: Beurteile zwei Rückfallpläne. Einer enthält nur eine Wiederherstellungsdatei, der andere zusätzlich Versionen, Abbruchkriterien, Zuständigkeiten und Prüfprotokolle. Begründe die unterschiedliche Aussagekraft.
- Sicherheitsbewertung: Erkläre anhand des Ausbildungsfalls, weshalb erfolgreiche Simulationen eine betriebliche Freigabe nicht ersetzen.
Bewertungsmaßstab: Fachliche Richtigkeit, nachvollziehbare Belege, Sicherheitsbewusstsein, Berücksichtigung von Abhängigkeiten und Qualität der eigenen Begründung.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis besteht aus dem vollständig ausgefüllten Projektdossier RPL-01.
| Nachweis | Erfüllt, wenn … |
|---|---|
| D0–D1 | Auftrag, Ausgangszustand und eigene Anlagenskizze klar sind |
| D2 | Sicherungen, Versionen und offene Wiederherstellungsfragen dokumentiert sind |
| D3–D4 | Simulationen und Prüfdaten nachvollziehbar belegt sind |
| D5 | Der Rückfallplan eindeutige Kriterien und Zuständigkeiten enthält |
| D6 | Eine isolierte Rückfallprobe ausgewertet wurde |
| D7 | Eine eigene Entscheidung nachvollziehbar begründet und die Mediennutzung dokumentiert ist |
Abgabeform: Projektdossier als PDF oder geeignete digitale Dokumentation, mit eigenen Skizzen, Screenshots aus der Simulation, Tabellen und Begründung.
Fachliche Mindestanforderung: Keine unbegründete Freigabe, keine Verwechslung von Datensicherung und Wiederherstellungsnachweis und keine Übertragung eines Simulationsergebnisses auf die Sicherheit einer realen Maschine ohne weitere Prüfung.
OERs zum Thema
Wikipedia: Retrofit
Weitere Grundlagen:
- Retrofit
- Digitaler Retrofit
- Datensicherung
- Speicherprogrammierbare Steuerung
- Simulation
- Instandhaltung
- Risikomanagement
- Maschinensicherheit
Geprüfte Fachquellen
- BSI: ICS-Security-Kompendium – Datensicherung, Wiederherstellung, Wiederanlauf und OT-Sicherheit.
- NIST: SP 800-82 Revision 3 – Guide to Operational Technology Security – Sicherheits- und Verfügbarkeitsanforderungen industrieller Systeme.
- Siemens: Backup and restore options – Möglichkeiten und Grenzen unterschiedlicher S7-1200-Sicherungsverfahren, Dokumentationsstand V20.
- Siemens: S7-PLCSIM Advanced – Grundlagen und Produktumfang virtueller Steuerungstests.
- BAuA: Wesentliche Veränderung von Maschinen – fachlicher Hintergrund zur Bewertung von Maschinenumbauten.
- DGUV: Gebrauchtmaschinen und Umbau von Maschinen – Hinweise zum sicheren erneuten Einsatz.
- Wikipedia: Retrofit und Datensicherung – begriffliche Einführung.
Quellenhinweis: Normen, Rechtsvorschriften und Herstelleranleitungen sind für den konkreten Anwendungsfall in ihrer jeweils maßgeblichen Fassung zu prüfen. Der Kurs ist keine Arbeitsfreigabe oder vollständige Inbetriebnahmeanleitung.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die folgenden Wikimedia-Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten recherchiert. Lizenzpflichten wie Namensnennung, Lizenzverlinkung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen sind zu beachten.
| Verwendete Datei | Urheber / Lizenz |
|---|---|
| Förderanlage | Jonathan Thacker / CC BY-SA 2.0 |
| Förderbandsymbol | ChemSim / Public Domain |
| SPS S7-1200 | UlrichAAB / CC BY-SA 3.0 |
| Optischer Sensor | Honmingjun / CC BY-SA 3.0 |
| Speichermedium | Open Clip Art Library / CC0 |
| Netzwerkdiagramm | mat8913 / CC0 |
| SPS S7-1500 | Palatinatian / CC BY 3.0 |
| Entscheidungsdiagramm | DevinCook / CC BY-SA 4.0 |
| Not-Halt-Betätiger | Cjp24 / CC BY-SA 3.0 |
| Speichersymbol | Dodgoranio662 / CC0 |
YouTube-Medien: Die drei eingebetteten Tutorials stammen von Robotica Lab, sps4you und SPS&Technik. Ihre Video-URLs wurden als bestehende Veröffentlichungen recherchiert. Sie werden als externe Lernvideos eingebunden; eine freie Nachnutzungslizenz wird nicht behauptet. Videos nicht ohne entsprechende Nutzungsrechte herunterladen, verändern oder neu veröffentlichen.
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