Projekt Energieeffiziente Werkstatt – Eine PV-Lösung für die Werkstatt vergleichen
Einleitung
Projekt Energieeffiziente Werkstatt – Eine PV-Lösung für die Werkstatt vergleichen
Zielgruppe: Ausbildung in Elektrotechnik, Mechatronik, Metalltechnik und Gebäudetechnik
Lernform: Projektorientierter Lernkurs mit sechs kurzen Lerneinheiten, Simulationen und fortlaufendem Projektdossier.
Projektauftrag: Du vergleichst zwei Photovoltaik-Lösungen für eine Ausbildungswerkstatt. Du untersuchst das Dach, den Strombedarf und die möglichen Solarerträge. Anschließend begründest Du, welche Lösung unter den getroffenen Annahmen geeigneter ist.

Beispielfoto einer Dachanlage. Die Werkstatt dieses Lernprojekts ist ein fiktiver Ausbildungsfall.
Dein Ziel: Eine nachvollziehbare Entscheidungsvorlage statt einer bloßen Ertragszahl.
Wichtige Sicherheitsregel: Du arbeitest mit Skizzen, vorhandenen Daten, digitalen Simulationen und gegebenenfalls berührungssicheren, strombegrenzten Schulungsmodellen unter Aufsicht. Reale Elektroarbeiten, Prüfungen an elektrischen Anlagen, Anschlüsse und Inbetriebnahmen dürfen ausschließlich entsprechend qualifizierte und beauftragte Personen durchführen. Arbeiten auf Dächern sind ebenfalls keine Lernaufgabe zur selbstständigen praktischen Durchführung. Quizresultate und Projektbewertungen sind niemals eine Freigabe für reale Arbeiten.
Der Ausbildungsfall
Die fiktive Ausbildungswerkstatt Sonnenwerk Ulm möchte ihren Netzstrombezug durch eine Photovoltaikanlage reduzieren.
| Ausgangsdaten | Ausbildungsannahme |
|---|---|
| Standort | Ulm, Baden-Württemberg |
| Dachausrichtung | Süden |
| Dachneigung | 25 Grad |
| Dachabmessungen | 10 m × 7 m, auf der Dachfläche gemessen |
| Dachfläche insgesamt | 70 m² |
| Vorläufig nutzbare Fläche | 40 m² |
| Mögliche Störfläche | Schornstein mit zeitweiligem Schatten |
| Jährlicher Strombedarf | 8.000 kWh |
| Werkstattbetrieb | Vorwiegend Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr |
| Speichersystem | Zunächst keines |
Wichtig: Alle Gebäude-, Verbrauchs- und Ertragszahlen sind fiktive Ausbildungsdaten. Sie sind weder Messprotokoll noch geprüfte Anlagenplanung. Dachstatik, konkrete Modulbelegung, Befestigung, Abstände und elektrische Eignung sind nicht nachgewiesen.
Zwei Varianten
| Merkmal | Variante A – Kompakt | Variante B – Erweitert |
|---|---|---|
| Module | 10 | 14 |
| Modulleistung | 440 Wp | 440 Wp |
| Gesamtleistung | 4,40 kWp | 6,16 kWp |
| Reine Modulfläche | ca. 20 m² | ca. 28 m² |
| Verschattung | Modellhaft unverschattet | Zusätzliche Module mit möglicher Verschattung |
| Vorteil | Geringerer Flächenbedarf | Größere installierte Leistung |
| Offene Frage | Reicht der Ertrag? | Ist der Mehrertrag nutzbar und wirtschaftlich? |
Die Modulfläche ersetzt keine maßstäbliche Belegungsplanung. Beide Varianten müssen anhand der tatsächlichen Modulabmessungen und erforderlichen Abstände geprüft werden.
Dein fortlaufendes Projektdossier
Lege eine digitale Mappe oder ein Projektheft mit folgenden Bestandteilen an:
| Dossier | Inhalt | Nachweis |
|---|---|---|
| D1 – Dach | Dachskizze und Belegungsvarianten | Zeichnung mit Maßen und Sperrflächen |
| D2 – Bedarf | Jahresverbrauch und Tageslastprofil | Tabelle und Diagramm |
| D3 – Simulation | Ertrag beider PV-Varianten | PVGIS-Ausgabe mit Eingabeparametern |
| D4 – Vergleich | Energieflüsse und Entscheidungskriterien | Rechenblatt und Vergleichsmatrix |
| D5 – Prüfprotokoll | Quellen, Medienrechte und offene Sicherheitsfragen | Prüfliste mit Status und Zuständigkeiten |
| D6 – Projektabgabe | Begründete eigene Empfehlung | Bericht, Präsentation oder Erklärvideo |
Kennzeichne jede Zahl als vorgegeben, berechnet, simuliert, gemessen oder noch ungeprüft.
Lerneinheit 1 – Solarstrom verstehen
Dauer: ca. 10–15 Minuten
Vom Sonnenlicht zur Werkstattmaschine

Von der Solarzelle über das Modul zum Modulfeld.
Photovoltaik wandelt Licht direkt in elektrische Energie um. Die Module erzeugen Gleichstrom. Ein Wechselrichter wandelt diesen für eine netzgekoppelte Anlage in Wechselstrom um.

Energieflüsse einer netzgekoppelten PV-Anlage ohne Speicher.
Solarstrom kann zeitgleich in der Werkstatt verbraucht werden. Ein Überschuss kann unter den entsprechenden Voraussetzungen in das Netz fließen. Reicht der Solarstrom nicht aus, wird zusätzlich Netzstrom benötigt.
Video: Wie funktioniert eine Photovoltaik-Anlage? – Umweltministerium Baden-Württemberg.
Mini-Aufgaben
Basis: Benenne Solarmodul, Wechselrichter, Verbraucher und Stromnetz. Feedback: Erst der vollständige Energiefluss erklärt, wie Solarstrom genutzt wird.
Anwendung: Zeichne für D1 ein einfaches Energieflussschema. Feedback: Ein guter Plan unterscheidet Erzeugung, Eigenverbrauch, Einspeisung und Netzbezug.
Transfer: Erkläre, weshalb eine Werkstatt trotz großer PV-Anlage Netzstrom benötigen kann. Feedback: Entscheidend ist die zeitliche Übereinstimmung zwischen Strombedarf und Solarerzeugung.
Hilfe 1: Verfolge die Pfeile in der Grafik.
Hilfe 2: Denke an Nachtstunden und bewölkte Tage.
Hilfe 3: Prüfe, ob Deine Zeichnung beide möglichen Richtungen am Netzanschlusspunkt berücksichtigt.
Lerneinheit 2 – Das Werkstattdach untersuchen
Dauer: ca. 15 Minuten
Dachfläche und Sonnenstand

Beispiel eines Sonnenstandsdiagramms für 49 Grad nördlicher Breite; keine standortspezifische Simulation für die Werkstatt.
Der Sonnenstand verändert sich im Tages- und Jahresverlauf. Dachneigung, Ausrichtung, Hindernisse und Verschattung beeinflussen die Stromproduktion.

Reales Beispiel einer Teilverschattung durch einen Schornstein.
Teilverschattung kann den Ertrag beeinträchtigen. Bei in Reihe verschalteten Zellen und Modulen können zusätzliche Verluste entstehen. Die konkrete Wirkung hängt von Modulen, Verschaltung, Bypassdioden und Wechselrichtertechnik ab.
Video: Der Fachwerker – Verschattung von PV-Anlagen. Für diese Lerneinheit insbesondere den erklärenden Anfang bis etwa Minute 7 ansehen; keine Montageanleitung durchführen.
Skizzenauftrag D1

Zeichne das Süddach im Maßstab 1:100. Bei diesem Maßstab entspricht 1 m in der Wirklichkeit 1 cm in Deiner Zeichnung.
Markiere die Dachränder, den Schornstein, eine angenommene Schattenzone und zunächst nur die vorläufig nutzbare Fläche. Entwerfe anschließend zwei Modulbelegungen.
Basis: Berechne die gesamte Dachfläche. Feedback: 10 m × 7 m ergeben 70 m²; das ist noch keine nutzbare Modulfläche.
Anwendung: Vergleiche 20 m² und 28 m² reine Modulfläche mit 40 m² vorläufig nutzbarer Dachfläche. Feedback: Ein positiver Flächenvergleich garantiert noch keine geometrisch oder bautechnisch geeignete Belegung.
Transfer: Verschiebe die angenommenen Schattenflächen in Deiner Skizze. Welche Variante ist empfindlicher? Feedback: Zusätzliche Module erhöhen nicht automatisch den nutzbaren Ertrag, wenn sie ungünstig platziert sind.
Hilfe 1: Beginne mit einem Rechteck von 10 cm × 7 cm.
Hilfe 2: Zeichne Hindernisse und Ausschlussbereiche vor den Modulen.
Hilfe 3: Prüfe die Modulabmessungen und begründe, welche Abstände, Befestigungs- und Sicherheitsfragen noch durch Fachleute geklärt werden müssen.
Lerneinheit 3 – Den Strombedarf erkennen
Dauer: ca. 10–15 Minuten
Energieverbrauch und Lastprofil
Elektrische Leistung wird beispielsweise in kW angegeben. Der Energieverbrauch wird in kWh erfasst.
Energie = Leistung × Zeit
Ein Gerät mit 2 kW Leistung benötigt bei einer Betriebsdauer von drei Stunden 6 kWh elektrische Energie, sofern die Leistung konstant bleibt.
Für die Werkstatt gilt folgendes fiktives Jahresprofil:
| Verbrauchergruppe | Jahresbedarf |
|---|---|
| Maschinen | 3.400 kWh |
| Druckluft | 2.700 kWh |
| Beleuchtung | 1.200 kWh |
| Lüftung und Bereitschaftsverbrauch | 700 kWh |
| Gesamt | 8.000 kWh |
Ein Lastprofil zeigt, wann Energie benötigt wird. Das ist für die PV-Planung wichtiger als nur die Jahressumme zu betrachten.
Beispiel eines Werkstatttages
| Zeitfenster | Strombedarf |
|---|---|
| 8–12 Uhr | 10 kWh |
| 12–16 Uhr | 12 kWh |
| 16–8 Uhr | 8 kWh |
| Gesamt | 30 kWh |
Die Jahresannahme lässt sich als vereinfachtes Modell mit 250 solchen Arbeitstagen und zusätzlich 500 kWh außerhalb dieser Tage darstellen: 250 × 30 kWh + 500 kWh = 8.000 kWh.
Basis: Kontrolliere die Summen. Feedback: Korrekte Einheiten und eine stimmige Energiebilanz sind die Grundlage aller Vergleiche.
Anwendung: Zeichne das Tagesprofil als Balkendiagramm für D2. Feedback: Die Darstellung macht Verbrauchsschwerpunkte sichtbar.
Transfer: Untersuche, wie Druckluftverluste oder unnötige Beleuchtung den Bedarf erhöhen können. Feedback: Energieeffizienzmaßnahmen können den Netzstrombedarf auch ohne zusätzliche PV-Module verringern.
Hilfe 1: Addiere zuerst die Verbrauchergruppen.
Hilfe 2: Unterscheide Leistungswerte in kW und Energiemengen in kWh.
Hilfe 3: Markiere die Zeiten, in denen Werkstattbetrieb und Sonneneinstrahlung wahrscheinlich zusammenfallen.
Lerneinheit 4 – PV-Erträge simulieren
Dauer: ca. 15–20 Minuten
Vom Potenzial zum Jahresertrag

Photovoltaisches Ertragspotenzial in Deutschland. Quelle: Global Solar Atlas / Weltbank / Solargis. Die Karte beschreibt modellierte Standardbedingungen und ist kein Ertragsnachweis für das konkrete Werkstattdach.
Für eine grobe Rechnung wird der spezifische Jahresertrag verwendet:
Jahresertrag = PV-Leistung × spezifischer Jahresertrag
Als reine Ausbildungsannahme gelten 900 kWh je kWp und Jahr.
| Rechnung | Variante A | Variante B |
|---|---|---|
| PV-Leistung | 4,40 kWp | 6,16 kWp |
| Ertrag ohne gesonderte Schattenkorrektur | 3.960 kWh/a | 5.544 kWh/a |
| Zusätzlich angenommene Schattenminderung | keine | 10 Prozent |
| Szenarioertrag | 3.960 kWh/a | ca. 4.990 kWh/a |
Rechnung B: 6,16 × 900 × 0,90 = 4.989,6 kWh/a.
Diese Werte sind keine Ergebnisse von PVGIS. Die 10 Prozent Schattenminderung sind lediglich eine didaktische Szenarioannahme. Sie dürfen bei einer realen Simulation nicht zusätzlich angesetzt werden, wenn die betreffenden Verluste dort bereits erfasst wurden.
PVGIS als digitales Werkzeug
Nutze das offizielle PVGIS der Europäischen Kommission.
Die wissenschaftliche Dokumentation findest Du beim Joint Research Centre. Dort werden unter anderem Einstrahlung, Modulneigung, Ausrichtung und Systemverluste beschrieben.
Arbeitsfolge:
- Standort: Wähle Ulm auf der Karte.
- Dachneigung: Gib 25 Grad ein.
- Ausrichtung: Gib Süden ein; bei PVGIS 5 entspricht das 0 Grad Azimut.
- Nennleistung: Berechne zuerst 4,40 kWp, anschließend 6,16 kWp.
- Systemverluste: Verwende dokumentierte und für beide Varianten vergleichbare Annahmen.
- Ertragsprognose: Speichere Jahreswerte, Monatswerte, Eingaben und Versionsangaben im Dossier D3.
Bearbeite mögliche Teilverschattung ausdrücklich als zusätzliche fachlich begründete Untersuchung, wenn das Werkzeug sie nicht ausreichend abbildet.
Basis: Berechne die installierte Leistung beider Varianten. Feedback: Die Modulanzahl wird mit der einzelnen Nennleistung multipliziert; Wp muss anschließend in kWp umgerechnet werden.
Anwendung: Führe zwei PVGIS-Simulationen durch. Feedback: Ein Vergleich ist nur aussagekräftig, wenn Eingaben und Unterschiede nachvollziehbar dokumentiert sind.
Transfer: Variiere eine relevante Annahme, etwa die Verschattung oder Ausrichtung. Feedback: Eine Sensitivitätsprüfung zeigt, wie stabil Deine Empfehlung gegenüber unsicheren Annahmen ist.
Hilfe 1: 1.000 Wp entsprechen 1 kWp.
Hilfe 2: Unterscheide eine Nennleistung in kWp vom Jahresertrag in kWh.
Hilfe 3: Prüfe, ob PVGIS und Deine eigene Rechnung dieselben Verluste bereits berücksichtigen.
Lerneinheit 5 – Solarstrom mit dem Bedarf vergleichen
Dauer: ca. 15 Minuten
Eigenverbrauch ist nicht Autarkie
Der Eigenverbrauchsanteil beschreibt, welcher Anteil der PV-Erzeugung selbst genutzt wird.
Der Autarkiegrad beschreibt, welcher Anteil des Strombedarfs durch die eigene PV-Anlage gedeckt wird.
Ohne Speicher hängt beides besonders von der zeitgleichen Erzeugung und Nutzung ab.
Video: Mehr Eigenverbrauch mit deiner Photovoltaik-Anlage – schlau energiesparen. Besonders die Abschnitte zum zeitlichen Verbrauchsprofil beachten. Historische Preisbeispiele nicht als aktuelle Tarife übernehmen.
Vereinfachte Tagesmodellierung
Nutze die folgenden künstlichen Lernwerte für einen sonnigen Beispieltage. Sie sind weder gemessene Werte noch PVGIS-Ausgaben.
| Zeitfenster | Bedarf | PV A | PV B |
|---|---|---|---|
| 8–12 Uhr | 10 kWh | 8 kWh | 11 kWh |
| 12–16 Uhr | 12 kWh | 11 kWh | 16 kWh |
| 16–8 Uhr | 8 kWh | 1 kWh | 2 kWh |
| Summe | 30 kWh | 20 kWh | 29 kWh |
Für eine einfache Näherung verwendest Du je Zeitfenster den kleineren Wert von Bedarf und PV-Erzeugung.
Variante A: 8 + 11 + 1 = 20 kWh modellhaft gleichzeitig nutzbarer Strom.
Variante B: 10 + 12 + 2 = 24 kWh modellhaft gleichzeitig nutzbarer Strom.
Daraus folgen für diesen Modelltag:
| Tagesbilanz | Variante A | Variante B |
|---|---|---|
| Solarerzeugung | 20 kWh | 29 kWh |
| Modellhafter Eigenverbrauch | 20 kWh | 24 kWh |
| Modellhafte Überschüsse | 0 kWh | 5 kWh |
| Verbleibender Netzbezug | 10 kWh | 6 kWh |
Methodengrenze: Die Berechnung mit breiten Zeitfenstern liefert nur eine vereinfachte Obergrenze des zeitgleichen Verbrauchs. Für eine belastbare Jahresbilanz sind möglichst zeitlich hoch aufgelöste Erzeugungs- und Lastdaten erforderlich. Dieser einzelne Tag darf nicht auf ein ganzes Jahr hochgerechnet werden.
Basis: Berechne den Modellüberschuss von B. Feedback: Von 29 kWh Erzeugung werden im Modell 24 kWh selbst genutzt; 5 kWh bleiben übrig.
Anwendung: Vergleiche den modellhaften Netzbezug. Feedback: An diesem Beispieltage spart B mehr Netzstrom, obwohl nicht jede zusätzlich erzeugte Kilowattstunde selbst genutzt wird.
Transfer: Erkläre, warum der Jahresertrag allein keine sichere Aussage über jährlichen Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit erlaubt. Feedback: Jahreszeiten, Arbeitszeiten und zeitliche Lastspitzen verändern den tatsächlichen Nutzen.
Hilfe 1: Vergleiche Erzeugung und Bedarf für jedes Zeitfenster.
Hilfe 2: Eigenverbrauch = selbst genutzte PV-Energie; Netzbezug = Bedarf minus selbst genutzte PV-Energie.
Hilfe 3: Ersetze die groben Zeitfenster nach Möglichkeit durch Stunden- oder Viertelstundenwerte und überprüfe die Abweichung.
Lerneinheit 6 – Prüfen, vergleichen, entscheiden
Dauer: ca. 15–20 Minuten
Sicherheit und fachliche Grenzen

Beispiel einer realen Dachmontage durch Fachpersonal; keine praktische Handlungsanweisung.
PV-Module können bei Lichteinfall elektrische Spannung erzeugen. Gleichstromkreise, Dacharbeiten, Schutzmaßnahmen, Netzanschluss, Statik und Inbetriebnahme erfordern eine fachgerechte Planung und die jeweils notwendige Qualifikation.
Die DGUV Information 203-080 beschreibt Gefährdungen bei Montage und Instandhaltung. Die DGUV Vorschrift 3 behandelt elektrische Anlagen und Betriebsmittel.
Für Lernende erlaubt: Dokumentenanalyse, Software-Simulation, Rechnungen, Skizzen und beaufsichtigte Versuche an dafür geeigneten berührungssicheren Schulungsmodellen.
Keine selbstständigen Lernhandlungen: Dachbegehungen, Elektroinstallationen, Arbeiten an aktiven PV-Leitungen, Messungen an realen spannungsführenden Anlagen oder Netzanschlüsse.
Prüfprotokoll D5
| Prüfgegenstand | Ausbildungsstand | Zuständigkeit vor einer möglichen Realisierung |
|---|---|---|
| Dachmaße und Hindernisse | Fiktive Annahmen | Fachliche Bestandsaufnahme |
| Tragfähigkeit und Befestigung | Nicht nachgewiesen | Zuständige qualifizierte Fachplanung |
| Verschattung | Modellannahme | Standortbezogene Fachplanung |
| PV-Ertrag | Erst nach Simulation dokumentiert | Fachliche Plausibilitätsprüfung |
| Lastprofil | Didaktische Werte, nicht gemessen | Berechtigte betriebliche Datenauswertung |
| Wechselrichter und elektrische Auslegung | Nicht geprüft | Qualifizierte Elektrofachplanung |
| Netzanschluss und Schutztechnik | Nicht geprüft | Zuständige Elektrofachkräfte und Netzbetreiber |
| Medien- und Quellenrechte | Anhand der Fundstellen überprüfbar | Bearbeitende Person |
Für eine spätere reale Anlage müssen die jeweils geltenden Anforderungen an Anmeldung, Netzanschluss und Registrierung geklärt werden. Informationen bietet die Bundesnetzagentur.
Entscheidungsmatrix D4
| Kriterium | Variante A | Variante B |
|---|---|---|
| Leistung | 4,40 kWp | 6,16 kWp |
| Szenario-Jahresertrag | 3.960 kWh | ca. 4.990 kWh |
| Reine Modulfläche | ca. 20 m² | ca. 28 m² |
| Tagesmodell: Eigenverbrauch | 20 kWh | 24 kWh |
| Verschattungsunsicherheit | Geringer angenommen | Höher angenommen |
| Jahres-Eigenverbrauch | Noch nicht belastbar ermittelt | Noch nicht belastbar ermittelt |
| Investitionskosten | Angebot erforderlich | Angebot erforderlich |
| Technische Realisierbarkeit | Offen | Offen |
Basis: Vergleiche mindestens drei Kennzahlen. Feedback: Eine größere Leistung bedeutet mehr Potenzial, aber noch keinen gesicherten wirtschaftlichen Vorteil.
Anwendung: Ergänze Deine Matrix um Simulationswerte, Kostenannahmen und offene Prüfpunkte. Feedback: Eine fachliche Empfehlung trennt gesicherte Ergebnisse von Annahmen.
Transfer: Entscheide Dich begründet für A, B oder eine überarbeitete dritte Variante. Feedback: Eine gute Entscheidung berücksichtigt Ertrag, Strombedarf, Verschattung, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Unsicherheit gemeinsam.
Hilfe 1: Formuliere das Ziel der Werkstatt: geringer Netzstrombezug, gute Wirtschaftlichkeit und geeignete Dachnutzung.
Hilfe 2: Prüfe, welche Variante bei veränderten Ertragsannahmen ihren Vorteil behält.
Hilfe 3: Schreibe Deine Empfehlung mit den Abschnitten Ausgangslage, Ergebnisse, Unsicherheiten und nächster fachlicher Prüfschritt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Stromart erzeugen Photovoltaikmodule zunächst? (Gleichstrom) (!Wechselstrom) (!Drehstrom aus dem Stromnetz) (!Mechanische Energie)
Welche Einheit beschreibt die Nennleistung einer PV-Anlage? (kWp) (!kWh) (!Liter) (!Kilowattstunden pro Tag)
Wie groß ist die Nennleistung von zehn Modulen mit jeweils 440 Wp? (4,40 kWp) (!44 kWp) (!440 kWp) (!0,44 kWp)
Wie groß ist die gesamte Modell-Dachfläche bei 10 m Länge und 7 m Breite? (70 Quadratmeter) (!17 Quadratmeter) (!40 Quadratmeter) (!700 Quadratmeter)
Wie hoch ist der angenommene Jahresstrombedarf der Werkstatt? (8000 kWh) (!800 kWh) (!80000 kWh) (!80 kWh)
Welchen Azimutwert verwendet PVGIS 5 für die Ausrichtung nach Süden? (0 Grad) (!90 Grad) (!180 Grad) (!270 Grad)
Wie groß ist der berechnete Szenario-Jahresertrag von Variante B ungefähr? (4990 kWh) (!900 kWh) (!616 kWh) (!8000 kWh)
Welche Größe ist für den direkten Eigenverbrauch besonders wichtig? (Zeitliche Übereinstimmung von Erzeugung und Bedarf) (!Allein die maximale Dachfläche) (!Allein die Jahressumme des Strombedarfs) (!Die Farbe des Modulrahmens)
Wer darf reale Elektroarbeiten an der PV-Anlage ausführen? (Entsprechend qualifizierte und beauftragte Personen) (!Alle Lernenden nach dem Quiz) (!Jede Person mit einer Dachskizze) (!Alle Personen nach einer Computersimulation)
Welche Aussage zur Lernkontrolle ist richtig? (Quizresultate geben keine Freigabe für reale Elektroarbeiten) (!Ein bestandenes Quiz ersetzt die Fachqualifikation) (!Eine PVGIS-Simulation erlaubt die Inbetriebnahme) (!Ein Memory-Spiel ersetzt die Sicherheitsprüfung)
Memory
Ordne die Fachbegriffe den richtigen Bedeutungen zu.
| kWp | Nennleistung unter festgelegten Prüfbedingungen |
| kWh | Elektrische Energiemenge |
| Lastprofil | Zeitlicher Verlauf des Strombedarfs |
| Verschattung | Teilweise Abschirmung des Sonnenlichts |
| Wechselrichter | Wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um |
| PVGIS | EU-Werkzeug zur Abschätzung von Solarerträgen |
| Autarkiegrad | Anteil des Bedarfs aus eigener Stromversorgung |
Drag and Drop
Ordne die Projektdokumente ihren Funktionen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Projektbestandteil |
|---|---|
| Dachskizze | Geometrie und Ausschlussflächen |
| Lastprofil | Zeitlicher Strombedarf |
| Ertragssimulation | Modellierte Energieproduktion |
| Prüfprotokoll | Nachweise und offene Sicherheitsfragen |
| Entscheidungsmatrix | Begründete Gegenüberstellung der Varianten |
Kreuzworträtsel
| Dachfläche | Welche Gebäudefläche wird vor der Modulbelegung untersucht? |
| Lastprofil | Wie heißt die zeitliche Verteilung des Stromverbrauchs? |
| Verschattung | Wie nennt man die teilweise Abschirmung eines Solarmoduls von Licht? |
| Eigenverbrauch | Wie heißt die Nutzung des erzeugten Solarstroms im eigenen Betrieb? |
| Wechselrichter | Welches Gerät wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um? |
| Solarmodul | Wie heißt die technische Einheit aus miteinander verbundenen Solarzellen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite zwölf Aufgaben in steigender Schwierigkeit. Übernimm die Ergebnisse in Dein Projektdossier.
Leicht
- Dachskizze: Zeichne das fiktive Werkstattdach und markiere den Schornstein sowie die vorläufig nutzbare Fläche.
- Photovoltaik: Gestalte eine beschriftete Grafik zum Weg des Solarstroms vom Modul zur Werkstattmaschine.
- Energieverbrauch: Erstelle ein Balkendiagramm der vier Verbrauchergruppen aus dem Ausbildungsfall.
- Quellenkritik: Vergleiche zwei Fachquellen und notiere Herausgeber, Datum, Zweck und Aussagegrenzen.
Standard
- Solarmodul: Entwirf zwei maßstäbliche Dachbelegungen und kennzeichne noch ungeprüfte Abstände.
- PVGIS: Simuliere beide Anlagenvarianten und dokumentiere Eingaben, Ergebnisse und Annahmen.
- Lastprofil: Erstelle ein digitales Tageslastprofil und beschreibe drei mögliche Verbrauchsschwerpunkte.
- Eigenverbrauch: Vergleiche die vereinfachten Tagesenergieflüsse und erläutere den Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Autarkie.
Schwer
- Sensitivitätsanalyse: Berechne ein optimistisches und ein pessimistisches Ertragsszenario und prüfe, ob Deine Empfehlung bestehen bleibt.
- Energieeffizienz: Entwickle ein Konzept, um Druckluftverluste und unnötigen Bereitschaftsverbrauch zu verringern, und bewerte den Einfluss auf die PV-Planung.
- Experteninterview: Befrage eine entsprechend qualifizierte Fachperson zu Statik, elektrischer Planung oder Netzanschluss. Dokumentiere Fragen und Antworten ohne selbst reale Elektroarbeiten durchzuführen.
- Projektpräsentation: Produziere einen kurzen Vergleichsfilm, eine Präsentation oder einen bebilderten Bericht mit Deiner eigenen Empfehlung und einer transparenten Darstellung aller Unsicherheiten.


Lernkontrolle
Diese Aufgaben prüfen Zusammenhänge und Transferleistungen. Eine erfolgreiche Bearbeitung ist keine Arbeits- oder Anlagenfreigabe.
- Systemanalyse: Ein größeres PV-System erzeugt im Jahr mehr Strom, aber die Werkstatt nutzt den zusätzlichen Strom überwiegend nicht selbst. Erkläre, weshalb die Entscheidung trotzdem von mehreren Kriterien abhängt.
- Verschattungsanalyse: Ein neuer Schornstein verändert das Schattenbild. Entwickle zwei mögliche Planungsreaktionen und erläutere deren jeweilige Grenzen.
- Lastmanagement: Die Werkstatt verlegt einen geeigneten Arbeitsprozess in eine sonnige Tageszeit. Erkläre, wie sich das auf den Eigenverbrauch auswirken kann und welche betrieblichen Voraussetzungen notwendig wären.
- Modellkritik: Ein Team übernimmt die Erträge des sonnigen Beispieltages für jeden Tag des Jahres. Begründe den Fehler und entwickle eine bessere Berechnungsmethode.
- Sicherheitsbewertung: Ein Auszubildender möchte nach einer erfolgreichen Simulation selbst einen realen Wechselrichter anschließen. Formuliere eine fachlich begründete Antwort mit sicheren Lernalternativen.
- Entscheidungskompetenz: Begründe, welche Daten vor einer endgültigen Investitionsentscheidung fehlen und welche Fachpersonen eingebunden werden müssen.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis ist das vollständige Projektdossier D1 bis D6 mit einer eigenen begründeten Entscheidung.
Erforderliche Bestandteile:
- Dachanalyse: Maßstäbliche Skizzen, angenommene Nutzfläche, Hindernisse und offene bautechnische Fragen.
- Bedarfsanalyse: Korrekte Jahresbilanz und anschauliches Lastprofil.
- Ertragssimulation: Nachvollziehbare Berechnung und dokumentierte PVGIS-Ergebnisse für beide Varianten.
- Prüfdaten: Kennzeichnung von Modellwerten, echten Quellen, nicht vorhandenen Messungen und noch offenen Prüfungen.
- Variantenvergleich: Betrachtung von Ertrag, Eigenverbrauch, möglichem Netzbezug, Verschattung und Kosten.
- Sicherheit: Fachlich richtige Abgrenzung der Lernaufgaben von realen Elektro- und Dacharbeiten.
- Medienrechte: Dokumentierte Bild- und Videonachweise mit Herkunft und erforderlichen Nutzungsangaben.
- Entscheidung: Eigene Empfehlung mit Argumenten, Unsicherheiten und notwendigen nächsten Fachprüfungen.
Bewertungsraster:
| Kriterium | Maximalpunkte |
|---|---|
| Daten und Berechnungen nachvollziehbar | 2 |
| Skizzen und Simulationen verständlich | 2 |
| Vergleich und Schlussfolgerung begründet | 2 |
| Quellen und Medienrechte dokumentiert | 2 |
| Sicherheitsgrenzen erkannt | 2 |
| Gesamt | 10 |
Die Lehrkraft bewertet die fachliche Qualität der Abgabe und gibt begründetes Feedback. Fehlerhafte, fehlende oder unsichere Annahmen müssen überarbeitet werden. Weder die erreichte Punktzahl noch Quiz-, Memory- oder Simulationsergebnisse berechtigen zur Installation, Prüfung oder Inbetriebnahme einer realen Anlage.
OERs zum Thema
Wikipedia – Photovoltaikanlage
Fachlich geprüfte Informationsquellen
- Europäische Kommission – PVGIS: Wissenschaftliche Informationen und Dokumentation zur Abschätzung von Solarerträgen.
- PVGIS-Rechner: Standortbezogene digitale Ertragssimulation.
- HTW Berlin – Fachliche Erläuterungen: Definitionen von Eigenverbrauchsanteil, Autarkiegrad und Grenzen von vereinfachten Modellen. Der dortige Haushaltsrechner ersetzt kein Werkstattlastprofil.
- BIPV-Initiative Baden-Württemberg: Ausrichtung und technische Auswirkungen von Verschattung.
- DGUV Information 203-080: Gefährdungsbeurteilung bei Montage und Instandhaltung von PV-Anlagen.
- Bundesnetzagentur: Informationen zu Anmeldung, Netzanschluss und Registrierung.
- Solarenergie-Förderverein Deutschland: Erläuterungen zur Funktionsweise der Photovoltaik.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die folgenden Medien wurden über ihre Wikimedia-Commons-Dateiseiten identifiziert. Die Lizenzangaben beziehen sich auf die dort veröffentlichten Dateien.
- Photovoltaik-Anlage auf Hausdach.jpg: High Contrast, CC BY 3.0 DE.
- Pv cells.svg: EnergTech und Radiotrefoil, CC0 1.0.
- Energiefluss PVA.svg: Pedalito, CC0 1.0.
- SonnStand49Nord.svg: S. Wetzel, CC BY-SA 4.0.
- Maeder-Photovoltaic system-Shadows-03ASD.jpg: Asurnipal, CC BY-SA 4.0.
- Solarmodul Symbol.svg: Pedalito, CC0 1.0.
- Germany PVOUT: © The World Bank, Quelle Global Solar Atlas 2.0, Solardaten Solargis, CC BY 4.0.
- Installation of photovoltaic modules on roof.jpg: Stefan Thiesen, CC BY-SA 3.0.
YouTube-Medien: Die eingebundenen Beiträge stammen vom Umweltministerium Baden-Württemberg, dem Kanal „schlau energiesparen“ und dem Kanal „Der Fachwerker“. Die Videos sind als externe YouTube-Einbettungen verwendet. Eine freie Lizenz für Download, Bearbeitung oder erneute Veröffentlichung wird damit nicht behauptet.
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