Projekt Elektromobilität im Servicebetrieb – Ein Batterie-Diagnosedossier aus Daten erstellen
Projekt Elektromobilität im Servicebetrieb – Ein Batterie-Diagnosedossier aus Daten erstellen
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Projekt Elektromobilität im Servicebetrieb – Ein Batterie-Diagnosedossier aus Daten erstellen
Einleitung
Zielgruppe: Ausbildung im Kfz-Service | Dauer: etwa 3 Unterrichtsstunden | Arbeitsform: Zweierteam mit individueller Abgabe.
Dein Projekt: Ein Kunde meldet im Winter geringere Reichweite. Du erstellst aus fiktiven Simulationsdaten ein nachvollziehbares Batterie-Diagnosedossier: Skizzen, Diagramm, Berechnung, Unsicherheitsbewertung und begründete Serviceempfehlung.
Wichtig: Dieser Kurs behandelt Hochvolt-Systeme, Traktionsbatterien und Spannungen aus Photovoltaik-Anlagen ausschließlich theoretisch oder in einem sicheren, digitalen Simulator. Keine Arbeiten am geöffneten HV-System, keine realen Hochvolt- oder PV-Messungen, keine DIY-Anleitung und keine Befähigungsbescheinigung.

Bildimpuls: Eine reale Traktionsbatterie. Beschreibe nur ihre von außen sichtbaren Baugruppen; das Bild ist keine Arbeitsanweisung.
Dein Lernziel und das fortlaufende Dossier
Am Ende kannst Du SoC und SoH unterscheiden, simulierte Daten prüfen, Messbedingungen vergleichen, einen energiebasierten Modell-SoH berechnen und erklären, warum eine Schätzung keine sichere Freigabe ist.
| Dossierblatt | Dein Ergebnis |
|---|---|
| D0 – Auftrag und Sicherheit | Auftragsnotiz, Freigabegrenzen |
| D1 – Systemskizze | Zelle, Modul, Pack, BMS als Datenfluss |
| D2 – Prüfplan | Vergleichsbedingungen und Qualitätsfragen |
| D3 – Prüfdaten | Geprüfte Datentabelle und Diagramm |
| D4 – Auswertung | Rechenweg, Spannweite, alternative Erklärungen |
| D5 – Entscheidung | Fachliche Einschätzung ohne Betriebsfreigabe |
| D6 – Übergabe | Kundengerechter Text mit offenen Fragen |
Sicherheit: Wer darf was?
Für Arbeiten an Fahrzeugen mit HV-Systemen beschreibt die DGUV Information 209-093 tätigkeitsbezogene Qualifikationen. Die im Service beschriebenen Stufen S, 1S, 2S und 3S sind nicht durch diesen Lernkurs erreichbar. 2S betrifft fachkundige Arbeiten am spannungsfreien HV-System; 3S betrifft besonders qualifizierte Arbeiten an unter Spannung stehenden HV-Systemen. Anforderungen ergeben sich aus Tätigkeit, Gefährdungsbeurteilung, Herstellerangaben und betrieblicher Zuständigkeit.
| Im Kurs erlaubt | Hier nicht erlaubt |
|---|---|
| Vorgegebene Prüfdaten lesen und auswerten | HV-Komponenten öffnen, abstecken, berühren oder prüfen |
| Ein digitales Energiemodell ändern | Reale Traktionsbatterien belasten oder vermessen |
| Freigaben und Qualifikationen recherchieren | Spannungen aus PV-Anlagen real messen oder verschalten |
| Eine Empfehlung zur fachlichen Prüfung formulieren | Aus einer Schulaufgabe eine Arbeits- oder Betriebsfreigabe ableiten |
Vor jeder echten Tätigkeit: Die verantwortliche Fachstelle prüft die jeweils aktuelle DGUV-Fassung, betriebliche Gefährdungsbeurteilung, Herstellerunterlagen, Qualifikation und schriftlich geregelte Zuständigkeiten. Bei unklarer Freigabe: keine Tätigkeit beginnen. Für wiederkehrende Prüfungen von Ladeleitungen nennt die DGUV zusätzlich FBETEM-009 (Ausgabe Juli 2026); das ist nicht Gegenstand dieses Kurses.
DGUV 209-093 – Originalquelle · DGUV FBETEM-009 – Zusatzanforderungen für Ladeleitungen
Projektfall: Auftrag W-27
Kundenanliegen: „Seit es kalt ist, zeigt mein E-Auto deutlich weniger Reichweite. Ist die Batterie kaputt?“
Simulationsfahrzeug: „EV-60“, frei erfunden; keine Marke, keine reale Fahrzeugdiagnose. Als didaktische Neureferenz gelten 60,0 kWh nutzbare Energie im selben simulierten Nutzungsfenster und Prüfprofil bei 20 °C. Die eingelesenen Werte sind Modellergebnisse, keine tatsächlich durchgeführten Messungen.
Projektfrage: Welche Aussage lässt sich aus den Daten begründen – und welche ausdrücklich nicht?
Kurze Lerneinheiten
Einheit 1: System und Grenzen (8 Minuten)
Eine Lithium-Ionen-Zelle ist Teil eines Moduls; Module bilden ein Batteriepack. Das Batteriemanagementsystem (BMS) überwacht Betriebsgrößen und schätzt Zustände. Ein Bild eines geöffneten Packs dient hier nur dem Verständnis.

Erkenne zylindrische, prismatische und Pouch-Zellen; zeichne die drei Bauformen in D1.
Zeichne in D1 eine sichere Prinzipskizze „Zelle → Modul → Pack; Sensordaten → BMS → Diagnosebericht“. Keine Bauteile öffnen.
Kurzvideo (1 Minute, frei lizenziert): Datei:SRF Wissen - Wie funktioniert ein Lithiumionen-Akku?.webm Quelle: SRF/Einstein/Anatol Hug; prüfe im Video die Funktion des Separators.
Dossier D1: Skizze mit fünf beschrifteten Stationen und einer Frage, die das Foto allein nicht beantworten kann.
Einheit 2: Was bedeutet Batteriezustand? (12 Minuten)
SoC beschreibt die momentane relative Ladung („Füllstand“). SoH beschreibt die Alterung gegenüber einer festgelegten Referenz; die genaue Methode ist wichtig. SoC ist nicht SoH. Ein angezeigter SoH ist in der Regel ein modellbasierter Schätzwert und nicht automatisch ein gemessener Kapazitätsnachweis.
Diskutiere: Warum belegt eine volle Anzeige noch keinen neuwertigen Akku?

Das BMS verarbeitet unter anderem Sensorinformationen. Skizziere den Datenfluss in D1.
Video: „State of Charge (SOC) and State of Health (SOH) of a Battery“, Alto Voltaje (englisch). Vergleiche die Definitionen mit Deinen eigenen.
Dossier D2: Definiere SoC und SoH je in einem Satz. Notiere mindestens zwei Fragen zur Herkunft eines BMS-SoH-Wertes.
Einheit 3: Messbedingungen verstehen (12 Minuten)
Vergleichbare Aussagen verlangen vergleichbare Temperatur, Lastprofil, Nutzungsfenster, Ruhezeiten, Datenherkunft und Auswertemethode. Kälte kann die aktuell abrufbare Energie und Leistung verringern; daraus folgt nicht automatisch eine dauerhafte Alterung.

Markiere in einer eigenen Skizze die Funktion des Temperaturmanagements, nicht die realen Anschlüsse.

Erkläre anhand des Zellbildes, warum eine Batterie ein elektrochemisches und kein bloßes „Stromgefäß“ ist.
Terra X plus / ZDF: „Wie der Lithium-Ionen-Akku funktioniert“. Stoppe nach einem erklärten Fachbegriff und halte ihn in D2 fest.
Dossier D2: Lege fest, welche Datenreihen Du vergleichen würdest und welche Du nur als Zusatzinformation behandelst.
Einheit 4: Der simulierte Prüfdatensatz (18 Minuten)
Alle Zahlen sind für diese Aufgabe erfunden. Der Simulator liefert bereits ausgewertete Energiegrößen für dasselbe virtuelle Nutzungsfenster; Du führst keine Lade-, Entlade- oder Spannungsprüfung durch.
| Datensatz | Batterietemperatur | Energie im gleichen virtuellen Fenster | Bedingung |
|---|---|---|---|
| R – Neureferenz | 20 °C | 60,0 kWh | Neuzustand, Referenzprofil |
| K – Winterfall | 6 °C | 49,0 kWh | kalt; nicht direkt normvergleichbar |
| A – Wiederholung | 20 °C | 52,0 kWh | Referenzprofil |
| B – Wiederholung | 20 °C | 53,0 kWh | Referenzprofil |
| C – Wiederholung | 21 °C | 52,5 kWh | Referenzprofil, Toleranz ±1 °C |
Zusätzlicher Simulatorauszug: SoC bei Auftragseingang 72 %; BMS-Anzeige „SoH 91 %“, Berechnungsverfahren nicht mitgeliefert. Diese beiden Anzeigen sind keine Energieprüfungen.
Deine digitale Simulation: Übertrage R, K, A, B, C in eine Tabelle. Erzeuge ein Balkendiagramm (x: Datensatz; y: kWh) und kennzeichne K als nicht vergleichbar.
Mini-Simulator in einer Tabellenkalkulation: Verwende ausschließlich für dieses Lernexperiment die erfundene Funktion:
E(T) = 52,5 kWh − 0,25 kWh/°C × max(0; 20 °C − T)
Bei 20 °C erhältst Du 52,5 kWh, bei 6 °C 49,0 kWh. Variiere die virtuelle Temperatur und zeichne den Verlauf. Der Faktor und die Modellgleichung sind didaktisch erfunden, keine reale Batteriekennlinie und keine zulässige Prüfmethode. Der Vergleich veranschaulicht lediglich, warum Temperatur nicht mit Alterung verwechselt werden darf.
Dossier D3: Datentabelle, beschriftetes Diagramm, eigene Temperatur-Simulation, Quelle „didaktische Simulation“ und Markierung der Vergleichbarkeit.
Einheit 5: Rechnen und Unsicherheit (15 Minuten)
Rechenmodell – nur für die vergleichbaren Simulationen A, B und C:
| Frage | Rechnung bzw. Aussage |
|---|---|
| Mittlere nutzbare Energie | (52,0 + 53,0 + 52,5) / 3 = 52,5 kWh |
| Energiebasierter Modell-SoH | 52,5 / 60,0 × 100 = 87,5 % |
| Didaktische Unsicherheitsspanne | 52,5 ± 1,5 kWh = 51,0 bis 54,0 kWh |
| Übertrag auf den Modell-SoH | 51,0 / 60,0 bis 54,0 / 60,0 = 85,0 bis 90,0 % |
Achtung: Die ±1,5 kWh sind eine für das Lernbeispiel vorgegebene Szenariospanne, keine aus realen Messreihen statistisch bestimmte Messunsicherheit. Auch das Referenzprofil ist fiktiv. Der Wert 87,5 % ist deshalb kein validierter Fahrzeug-SoH. Der BMS-Wert 91 % kann wegen anderer Methoden oder Bezugsgrößen abweichen; ohne Verfahrensangabe ist keine eindeutige Auflösung möglich.
The Royal Institution / Faraday Institution: „The science inside lithium-ion batteries“ (englisch). Wahlvertiefung: Notiere einen Einflussfaktor, der im einfachen Modell fehlt.
Dossier D4: Rechnung mit Einheiten, Spannweite und mindestens drei möglichen Gründen für unterschiedliche Angaben.
Einheit 6: Serviceentscheidung und Übergabe (12 Minuten)
Fachliche Zwischenaussage: Im erfundenen Modell ergibt sich unter Vergleichsbedingungen ein energiebasierter Verhältniswert von 87,5 %; der kalte Wert 49,0 kWh darf nicht als isolierter Nachweis dauerhafter Alterung verwendet werden. Ob am echten Fahrzeug ein Defekt, eine Maßnahme oder eine Freigabe vorliegt, bleibt offen.
Weitere plausible Einflussfaktoren: Heizung, Wetter, Fahrtempo, Reifen, Topografie, Software-/Schätzverfahren und Batterie-Temperierung. Daten aus einem einzigen Wintertag reichen nicht für eine eindeutige Ursachenfeststellung.
Dossier D5 und D6: Formuliere eine vorsichtige Empfehlung zur herstellerkonformen Bewertung durch berechtigte Fachkräfte und einen verständlichen Kundentext. Trenne immer Befund, Unsicherheit und nächsten zulässigen Schritt.
Gestufte Hilfen und begründetes Lernfeedback
| Hilfe | Nutze sie, wenn Du ... |
|---|---|
| Stufe 1 – Denkanstoß | nicht weiterkommst: Welche Zeile hat eine andere Temperatur? |
| Stufe 2 – Strategie | einen Vergleich suchst: Betrachte nur A, B und C sowie R; K separat kennzeichnen. |
| Stufe 3 – Teil-Lösung | rechnen möchtest: Mittelwert 52,5 kWh; teile durch 60,0 kWh und multipliziere mit 100. |
Feedback-Beispiel A: „K = 49 kWh, also SoH 81,7 %“ ist nicht belastbar, weil K bei 6 °C statt unter Referenzbedingungen entstand. Verbesserung: Bedingungen angeben und Vergleichsdatensätze verwenden.
Feedback-Beispiel B: „SoH 87,5 %, Batterie defekt“ ist nicht ausreichend, weil ein Modellverhältnis weder Herstellerschwellen noch Validierung oder Freigabe ersetzt. Verbesserung: Grenzen und zuständige Fachstelle nennen.
Feedback-Beispiel C: „Es gibt gar keine Erkenntnis“ verschenkt die Daten. Verbesserung: Das Modellresultat mit Unsicherheit nennen und reale Diagnose ausdrücklich offenlassen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet SoC? (Der aktuelle relative Ladezustand) (!Der Alterungsgrad gegenüber dem Neuzustand) (!Die Umgebungstemperatur der Werkstatt) (!Die Dauer der Herstellergarantie)
Was ist SoH im Batterie-Kontext? (Eine Zustandsbewertung im Verhältnis zu einer Referenz) (!Eine direkte Anzeige der Außentemperatur) (!Die Zahl noch fahrbarer Kilometer) (!Eine automatische Arbeitsfreigabe)
Welche drei Datenreihen sind im Fall für den Modellvergleich geeignet? (A und B und C) (!R und K und A) (!K und A und B) (!Nur K und R)
Welche Energie ist der Mittelwert aus A, B und C? (52,5 kWh) (!49,0 kWh) (!60,0 kWh) (!53,5 kWh)
Wie groß ist der energiebasierte Modell-SoH? (87,5 Prozent) (!72 Prozent) (!91 Prozent) (!49 Prozent)
Welche Aussage über den Winterwert K ist fachlich richtig? (K ist wegen anderer Temperatur nicht direkt mit der Neureferenz vergleichbar) (!K beweist einen irreparablen Batterieschaden) (!K ist die genaueste Alterungsmessung) (!K ersetzt alle Wiederholungen unter Referenzbedingungen)
Wie ist die im Projekt genannte Spanne von 1,5 kWh einzuordnen? (Als didaktisch angenommene Unsicherheitsspanne) (!Als amtlich bestätigte Messgenauigkeit) (!Als verbindliche Herstellergrenze) (!Als gesetzlicher Batteriegrenzwert)
Wodurch kann eine SoH-Anzeige von 91 Prozent vom Modellwert abweichen? (Durch unterschiedliche Bezugsgrößen oder Schätzverfahren) (!Weil Temperaturen nie eine Rolle spielen) (!Weil SoC und SoH gleich sind) (!Weil jedes BMS beliebige Zahlen anzeigen muss)
Was ist eine zulässige Tätigkeit in diesem Kurs? (Das Auswerten bereitgestellter Simulationsdaten) (!Das Öffnen eines realen Hochvoltbatteriepacks) (!Die Messung einer realen PV-Stringspannung) (!Die Prüfung spannungsführender HV-Bauteile)
Was belegt ein erfolgreiches Projektdossier? (Die Lernleistung bei Datenanalyse und Begründung) (!Eine Hochvolt-Qualifikation der Stufe 3S) (!Eine betriebliche Freigabe für Batteriearbeiten) (!Ein amtliches Batteriezertifikat für reale Fahrzeuge)
Memory
| SoC | momentane relative Ladung |
| SoH | Alterungsbewertung gegenüber einer Referenz |
| BMS | elektronische Überwachung und Zustandsschätzung |
| Referenzenergie | Vergleichsgröße im definierten Neuzustand |
| Temperatur | wichtige Vergleichsbedingung |
| Streuung | Unterschiede zwischen Wiederholungen |
| Fachfreigabe | zuständigkeitsgebundene Arbeitserlaubnis |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Aussage |
|---|---|
| Ladezustand | momentane relative Ladung der Batterie |
| Alterungszustand | Bewertung gegenüber einer definierten Referenz |
| Messbedingung | Umstand wie Temperatur oder Lastprofil |
| Datenherkunft | Information über Quelle und Entstehung von Prüfdaten |
| Unsicherheit | begrenzte Aussagekraft einer Schätzung |
Kreuzworträtsel
| Temperatur | Welche Größe unterschied den Winterfall von den vergleichbaren Wiederholungen? |
| Batterie | Wie heißt der elektrochemische Energiespeicher im Fahrzeug kurz? |
| Protokoll | Wie nennt man eine dokumentierte Festlegung für wiederholbare Prüfschritte? |
| Simulator | Welches digitale Werkzeug ersetzt im Kurs reale Hochvoltversuche? |
| Streuung | Wie heißen Unterschiede zwischen Ergebnissen wiederholter Versuche? |
| Freigabe | Welche betriebliche Entscheidung ersetzt das Lerndossier ausdrücklich nicht? |
LearningApps
Suchseite, keine als geprüft ausgegebene Einzelaufgabe:
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Basisaufgaben
- Werkstattauftrag (B1): Formuliere aus der Kundenfrage eine neutrale Prüf-Frage für D0. Feedback: „Ist die Batterie kaputt?“ wäre vorwegnehmend; „Welche Ursachen erklären die geringere Reichweite?“ lässt mehrere Hypothesen zu.
- Batteriezelle (B2): Zeichne für D1 den Weg von Zelle über Modul und Pack zum BMS als Skizze. Feedback: Die Skizze ist sinnvoll, wenn Energiebauteile und Informationsfluss unterscheidbar bleiben.
- Ladezustand (B3): Erkläre mit der Akkuanzeige SoC und SoH in zwei eigenen Sätzen. Feedback: Eine volle Anzeige zeigt den Füllstand, nicht den Alterszustand.
- Arbeitssicherheit (B4): Erstelle in D0 ein Sicherheitsplakat „Nur Simulator – keine HV-/PV-Praxis“. Feedback: Gut ist das Plakat, wenn es auch die Zuständigkeit für reale Freigaben benennt.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Datenqualität (A1): Markiere K als anders bedingt und schreibe für D2 eine begründete Auswahl A bis C. Feedback: Identische oder tolerierte Bedingungen sind die Voraussetzung für den Modellvergleich.
- Diagramm (A2): Zeichne aus R, K, A, B und C ein digitales Balkendiagramm mit Einheiten und Quellenangabe. Feedback: Ohne Achsen, Temperaturhinweis oder Herkunft kann das Bild irreführen.
- Mittelwert (A3): Berechne für D4 Mittelwert und Modell-SoH mit Einheiten. Feedback: 52,5 kWh und 87,5 % sind nur für die definierte Simulation begründet.
- Messunsicherheit (A4): Zeige die vorgegebene Spannweite als Intervall und erläutere ihre Herkunft. Feedback: 85 bis 90 % sind eine modellierte Spanne, kein statistisch belegtes Konfidenzintervall.
Schwer – Transferaufgaben
- Hypothese (T1): Gestalte für D5 eine Ursachenkarte zu Winterreichweite, Temperierung, Fahrprofil und SoH. Feedback: Überzeugend ist sie, wenn veränderliche Nutzungseffekte nicht mit dauerhafter Alterung gleichgesetzt werden.
- Kundenberatung (T2): Produziere ein 60-Sekunden-Erklärvideo oder einen Audiotext zum Fall, ohne Defektdiagnose zu behaupten. Feedback: Eine gute Beratung erklärt Befund, Unsicherheit und nächsten autorisierten Schritt.
- Qualitätssicherung (T3): Entwirf ein Interview mit einer verantwortlichen FHV zum Dokumentations- und Freigabeprozess; verwende keine praktische Demonstration. Feedback: Fragen zu Qualifikation, Herstellerfreigabe und Grenzen sind entscheidender als Handgriffe.
- Photovoltaik (T4): Übertrage das Prinzip „Referenz – Bedingungen – Unsicherheit“ auf simulierte PV-Speicherdaten und skizziere Unterschiede. Feedback: Der Vergleich ist fachlich nur sinnvoll, wenn andere Zuständigkeiten und Prüfregeln ausdrücklich benannt sind.


Lernkontrolle
Begründe Deine Entscheidungen immer anhand der Dossierblätter.
- Ursachenanalyse: Warum wäre ein Auftragsergebnis „Winterwert gleich Batteriedefekt“ unzulässig? Entwickle zwei alternative Erklärungen.
- Methodenvergleich: Wie gehst Du vor, wenn die BMS-Anzeige 91 % und der energiebasierte Modellwert 87,5 % zeigen? Formuliere eine offene Rückfrage an die Fachstelle.
- Datenkritik: Ein zweiter Datensatz enthält keine Temperaturangaben. Begründe, was dennoch sinnvoll dokumentiert werden kann und was offenbleibt.
- Unsicherheitsanalyse: Welche Schlussfolgerung ändert sich, wenn die didaktische Energiespanne statt ±1,5 kWh nun ±3,0 kWh beträgt? Begründe den Einfluss auf die Verlässlichkeit.
- Fachverantwortung: Ein Kunde verlangt nach Deinem Dossier eine sofortige Freigabe des Fahrzeugs. Entwirf eine professionelle Antwort, die die Kompetenzgrenze wahrt.
- Transfer: Ein PV-Heimspeicher zeigt bei Kälte weniger Leistung. Übertrage die Methode zur Datenbewertung, ohne eine reale PV-Messung oder eine Freigabe vorzuschlagen.
Lernnachweis
Deine eigenständige Abgabe: Ein zusammenhängendes Batterie-Diagnosedossier W-27 (PDF, Präsentation oder Wiki-Seite) mit D0–D6, selbst erstellter Skizze, Diagramm, Rechenweg, Szenariospanne, Quellen-/Medienverzeichnis und verständlicher Serviceempfehlung. Kennzeichne alle erfundenen Daten ausdrücklich.
| Bewertungskriterium | Punkte |
|---|---|
| Sicherheitsgrenzen und verantwortliche Freigabestellen korrekt | 20 |
| Nachvollziehbarer Datensatz und dokumentierte Vergleichsbedingungen | 20 |
| Verständliche Systemskizze und eigenes Diagramm | 15 |
| Richtiger Rechenweg samt Einheiten und Unsicherheitsgrenzen | 20 |
| Begründete, vorsichtige Kundenkommunikation | 15 |
| Quellen, Medienrechte und Reflexion der Modellgrenzen | 10 |
| Gesamt | 100 |
Bestanden bedeutet hier ausschließlich eine schulische Lernleistung; es wird keine elektrotechnische Befähigung, Hochvoltqualifikation, Werkstattfreigabe oder echte Batteriezertifizierung ausgestellt.
OERs zum Thema
Fachquellen (am 11.10.2026 geprüft; vor praktischen Tätigkeiten stets aktuelle Fassungen abgleichen):
- DGUV Information 209-093 – Qualifizierung im HV-Fahrzeugservice.
- Fraunhofer IVI: Zustandsschätzung – gemessene und geschätzte Größen.
- Fraunhofer ISE: Batteriedatenanalyse – SoC/SoH aus Sensordaten.
- Idaho National Laboratory: Battery Test Manual for Electric Vehicles – Referenzbedingungen als Grundlage reproduzierbarer Tests, englisch.
- DGUV-Fachinformationen Elektromobilität – aktuelle Sicherheitsübersicht.
Hinweis: Die Fachquellen sind zum Nachlesen verlinkt und nicht automatisch offen nachnutzbare OER.
Geprüfte Medien und Rechte
| Medium | Urheber / geprüfte Lizenz |
|---|---|
| Mariordo (Mario Roberto Duran Ortiz), CC BY-SA 3.0 | |
| RudolfSimon, CC BY-SA 3.0 | |
| CRBAman, CC BY-SA 4.0 | |
| H fiyouz, CC BY-SA 4.0 | |
| Kiwiev, CC0 1.0 | |
| Tank.xing, CC BY-SA 4.0 | |
| Walter Davison, CC BY-SA 4.0 | |
| Datei:SRF Wissen - Wie funktioniert ein Lithiumionen-Akku?.webm | SRF/Einstein/Anatol Hug, CC BY-SA 4.0; vorgeschriebene Namensnennung |
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