Prüfmittel auf Einsatzfähigkeit kontrollieren - Schmied 1


Prüfmittel auf Einsatzfähigkeit kontrollieren - Schmied 1
Prüfmittel auf Einsatzfähigkeit kontrollieren - Schmied

Einleitung
Beim Schmieden entstehen Werkstücke durch gezieltes Umformen. Ob ein geschmiedeter Haken, ein Beschlag, ein Werkzeug oder ein Zierelement die Vorgaben erfüllt, lässt sich nur mit geeigneten und einsatzfähigen Prüfmitteln zuverlässig feststellen. Ein beschädigter Messschieber, eine abgelaufene Kalibrierung oder verschmutzte Messflächen können zu falschen Entscheidungen führen: Ein fehlerhaftes Werkstück wird freigegeben oder ein einwandfreies Werkstück unnötig nachgearbeitet.
In diesem Lernkurs lernst Du, Prüfmittel vor ihrem Einsatz systematisch zu kontrollieren, ihre Eignung für eine Prüfaufgabe zu beurteilen und das Ergebnis nachvollziehbar zu dokumentieren. Der Kurs richtet sich an Auszubildende in der Metalltechnik, besonders an Lernende im Bereich Metallbau – Fachrichtung Metallgestaltung, in Beschlag- und Kunstschmieden sowie in verwandten metallverarbeitenden Berufen. Im Mittelpunkt steht berufliches Handeln: planen, prüfen, entscheiden, dokumentieren und bei Abweichungen sicher reagieren.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du
- Prüfmittel von Messmitteln, Lehren und Normalen fachlich unterscheiden.
- die Eignung eines Prüfmittels anhand von Prüfmerkmal, Toleranz, Messbereich, Auflösung und betrieblicher Vorgabe beurteilen.
- Sicht-, Funktions-, Status- und Vergleichskontrollen durchführen.
- die Begriffe Kalibrierung, Justierung, Eichung und Rückführung korrekt verwenden.
- nicht einsatzfähige Prüfmittel sperren, melden und dokumentieren.
Fachliche Grundlagen
Was ist ein Prüfmittel?
Ein Prüfmittel ist ein technisches Mittel, mit dem festgestellt wird, ob ein Prüfobjekt eine festgelegte Forderung erfüllt. Im betrieblichen Qualitätsmanagement können dazu Messgeräte, Lehren, Normale, Prüfvorrichtungen, Schablonen, Software und geeignete Hilfsmittel gehören.
Ein Messmittel liefert einen Messwert, zum Beispiel einen Durchmesser von 19,84 mm. Eine Lehre dient meist dem vergleichenden Prüfen oder einer Gut-Ausschuss-Entscheidung, ohne dass zwingend ein Zahlenwert entsteht. Ein Normal verkörpert oder realisiert einen Bezugswert, mit dem andere Messmittel verglichen werden können. Ein Endmaß ist ein typisches Längennormal.
Wichtige Fachbegriffe
| Begriff | Fachliche Bedeutung | Bedeutung für die Werkstatt |
|---|---|---|
| Kalibrieren | Unter festgelegten Bedingungen wird die Beziehung zwischen den Anzeigen oder Messwerten eines Prüfmittels und den Werten eines Normals bestimmt. Dabei wird das Prüfmittel nicht automatisch verändert. | Abweichungen, Messunsicherheit und Verwendbarkeit werden bewertet und dokumentiert. |
| Justieren | Ein Eingriff am Prüfmittel, durch den die Anzeige oder Einstellung so verändert wird, dass Abweichungen verringert werden. | Nach einer Justierung ist erneut zu kalibrieren oder nach betrieblicher Vorgabe zu prüfen. |
| Eichen | Gesetzlich geregelte Prüfung eines Messgeräts im Bereich des gesetzlichen Messwesens. | Die routinemäßige Werkstattkontrolle eines Messschiebers ist keine Eichung. |
| Rückführung | Ein Messergebnis wird über eine dokumentierte, ununterbrochene Kette von Kalibrierungen auf anerkannte Normale bezogen. | Kalibrierschein, Prüfmittelnummer und dokumentierter Status sichern die Nachvollziehbarkeit. |
| Messunsicherheit | Kennwert, der die Streuung der Werte beschreibt, die der Messgröße vernünftigerweise zugeordnet werden können. | Sie muss zur Toleranz und zur Prüfentscheidung passen. |
| Nullpunktkontrolle | Betriebliche Funktionskontrolle, ob ein geschlossenes oder unbelastetes Messmittel den erwarteten Nullwert zeigt. | Sie ist wichtig, ersetzt aber keine vollständige Kalibrierung. |
Typische Prüfmittel in der Schmiede
| Prüfmittel | Typische Anwendung | Kontrolle vor dem Einsatz |
|---|---|---|
| Stahlmaßstab oder Bandmaß | Längen, Abstände und Rohmaterialzuschnitte | Teilung lesbar, Kanten und Nullanschlag unbeschädigt, Maßstab gerade |
| Messschieber | Außen-, Innen-, Tiefen- und Stufenmaße | Messflächen sauber, Schieber leichtgängig, kein unzulässiges Spiel, Nullpunkt und Status geprüft |
| Bügelmessschraube | genaue Außenmaße, zum Beispiel Durchmesser oder Dicke | Messflächen sauber, Spindel leichtgängig, Ratsche wirksam, Null- oder Einstellmaßkontrolle durchgeführt |
| Anschlagwinkel und Universalwinkel | Rechtwinkligkeit und Winkel | Anlageflächen sauber, Schenkel unbeschädigt, Vergleich an geeignetem Normal |
| Fühlerlehre | Spaltbreiten und kleine Abstände | Blätter vollständig, sauber, nicht geknickt und eindeutig beschriftet |
| Radiuslehre und Konturlehre | Radien, Übergänge und geschmiedete Konturen | Kanten nicht verschlissen, Kennzeichnung lesbar, zur Sollkontur passend |
| Grenzlehre oder betriebliche Schablone | schnelle Gut-Ausschuss-Prüfung von Maß oder Form | Gut- und Ausschussseite eindeutig, Prüfflächen unbeschädigt, Identifikation und Status gültig |
| Richtscheit, Haarlineal oder Richtplatte | Geradheit, Ebenheit und Verzug | Bezugsfläche sauber, gratfrei und vor Beschädigung geschützt |
| Messuhr mit Halter | Rundlauf, Höhenabweichung oder Verzug | Taster, Rücklauf, Klemmung und Anzeige kontrolliert |
| Pyrometer oder geeignetes Temperaturmessgerät | Überwachung der Schmiede- oder Wärmebehandlungstemperatur | Messbereich, Batteriestand, Linse oder Fühler, gegebenenfalls Emissionsgradeinstellung und Überwachungsstatus kontrolliert |





Prüfmittel auf Einsatzfähigkeit kontrollieren
Der systematische Kontrollablauf
Eine zuverlässige Kontrolle folgt immer derselben Logik. Die genaue Ausführung richtet sich nach dem betrieblichen Prüfmittelmanagement, dem Prüfplan, der Bedienungsanleitung und der geforderten Genauigkeit.
- Prüfaufgabe klären: Bestimme Prüfmerkmal, Sollwert, Toleranz, Messstelle und erforderliche Aussage.
- Eignung auswählen: Prüfe Messbereich, Auflösung, Bauform, Messflächen, Messkraft und Umgebungsbedingungen.
- Identität und Status prüfen: Kontrolliere Prüfmittelnummer, Kennzeichnung, Kalibrier- oder Prüffrist und Freigabestatus.
- Sichtprüfung durchführen: Suche nach Rost, Zunder, Grat, Rissen, Verformung, beschädigten Skalen, lockeren Teilen oder verschmutzten Messflächen.
- Funktion prüfen: Bewege alle Teile, kontrolliere Anzeige, Rücklauf, Klemmung, Batterie, Kabel und Bedienelemente.
- Null- oder Referenzkontrolle ausführen: Vergleiche den Nullpunkt oder einen definierten Wert mit einem geeigneten Normal, Einstellmaß oder Referenzteil.
- Entscheiden und dokumentieren: Gib das Prüfmittel frei oder sperre es nach betrieblicher Regelung. Trage Ergebnis, Datum, Prüfmittelnummer und gegebenenfalls Abweichung ein.
Sichtprüfung
Bei der Sichtprüfung geht es nicht nur um ein gepflegtes Aussehen. Entscheidend ist, ob Schäden die Messung beeinflussen können. Zunder, Öl, Schleifstaub oder ein kleiner Grat zwischen Messfläche und Werkstück verändern das Ergebnis. Korrosion kann Skalen und Anlageflächen beschädigen. Ein Sturz kann einen Messschenkel verbiegen, obwohl der Schaden kaum sichtbar ist.
Reinige Prüfmittel nur mit den dafür vorgesehenen Mitteln. Präzisionsmessflächen dürfen nicht mit grobem Schleifmittel bearbeitet werden. Nach der Kontrolle werden empfindliche Flächen nach betrieblicher Vorgabe geschützt und das Prüfmittel trocken gelagert.

Funktions- und Nullpunktkontrolle
Bei einem analogen Messschieber schließt Du die Außenmessschenkel vorsichtig und prüfst, ob Nullstrich und Nonius zueinander passen. Bei einem digitalen Messschieber muss die Anzeige stabil sein; ein wiederholt springender Nullwert deutet auf Verschmutzung, schwache Batterie, Spiel oder einen Defekt hin. Die Bewegung soll gleichmäßig sein, ohne Klemmen und ohne unzulässiges Spiel.
Bei einer Bügelmessschraube werden Spindel, Messflächen und Ratsche kontrolliert. Die Ratsche sorgt für eine möglichst gleichmäßige Messkraft. Je nach Messbereich wird der Nullpunkt oder ein Einstellmaß geprüft. Bei Messuhren sind Rücklauf, Zeigerbewegung, Taster und sichere Klemmung wichtig.
Eine Nullpunktkontrolle zeigt nur einen Teil der Einsatzfähigkeit. Ein Prüfmittel kann am Nullpunkt richtig anzeigen und an einer anderen Stelle des Messbereichs unzulässig abweichen. Deshalb werden nach betrieblicher Vorgabe zusätzliche Vergleichspunkte oder Normale verwendet.
Vergleich mit Normal oder Referenzteil
Für eine betriebliche Zwischenprüfung kann ein Messschieber beispielsweise an geeigneten Endmaßen oder einem festgelegten Prüfkörper kontrolliert werden. Das verwendete Normal muss selbst eindeutig identifiziert, geschützt und gültig überwacht sein. Die Vergleichspunkte sollen zum tatsächlichen Einsatzbereich passen. Ein Messschieber, der überwiegend Maße um 100 mm prüft, darf nicht ausschließlich bei 0 mm betrachtet werden.
Die zulässige Abweichung und das Prüfverfahren werden nicht frei geschätzt. Sie ergeben sich aus der betrieblichen Prüfanweisung, der Herstellervorgabe, dem Kalibrierschein, dem Risiko der Fehlentscheidung und der geforderten Toleranz. Die häufig genannte Faustregel, ein Messmittel müsse zehnmal genauer als die Toleranz sein, ist keine allgemein gültige Freigaberegel. Maßgeblich ist die begründete betriebliche Festlegung.
Besonderheiten in der Schmiede
In der Schmiede treffen Präzisionsmessmittel auf Hitze, Zunder, Staub, Erschütterung und große Temperaturunterschiede. Diese Bedingungen beeinflussen sowohl das Prüfmittel als auch das Werkstück.
- Heiße Werkstücke: Standard-Messschieber und Bügelmessschrauben werden nicht an glühenden Werkstücken eingesetzt. Hitze kann das Prüfmittel beschädigen, das Messergebnis durch Wärmeausdehnung verfälschen und zu Verletzungen führen.
- Zwischenkontrolle beim Schmieden: Für schnelle Form- und Maßvergleiche werden geeignete Schmiedelehren, Schablonen, Außentaster oder andere dafür vorgesehene Hilfsmittel genutzt.
- Endprüfung: Präzise Endmaße werden am ausreichend abgekühlten und gereinigten Werkstück unter festgelegten Bedingungen geprüft.
- Zunder und Grat: Messstellen müssen so vorbereitet sein, dass kein loser Zunder, Grat oder Schmutz das Ergebnis verfälscht. Dabei darf das Werkstück nicht unzulässig verändert werden.
- Temperaturmessung: Ein Pyrometer muss für Temperaturbereich, Messfleck, Abstand und Oberfläche geeignet sein. Der Emissionsgrad und die Messbedingungen beeinflussen das Ergebnis.
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Einsatzfähigkeit eines Winkels prüfen
Ein Anschlag- oder Haarwinkel kann durch Sturz, Verschleiß oder Grat ungenau werden. Eine einfache betriebliche Vergleichsmethode besteht darin, den Winkel an einer zuverlässigen geraden Kante anzulegen, eine feine Linie zu ziehen, den Winkel umzuschlagen und erneut anzulegen. Weichen die Linien voneinander ab, ist eine Abweichung vorhanden. Diese Methode dient als Funktions- oder Vergleichskontrolle; die Bewertung erfolgt nach betrieblicher Vorgabe.

Dokumentieren und richtig reagieren
Prüfmittelstatus dokumentieren
Eine Prüfplakette ist eine schnelle Orientierung, ersetzt aber nicht die Prüfmittelkartei oder Datenbank. Eine vollständige Dokumentation enthält je nach Betrieb:
- eindeutige Prüfmittelnummer und Bezeichnung,
- Standort oder verantwortlichen Bereich,
- Datum, Art und Ergebnis der Kontrolle,
- verwendetes Normal oder Referenzteil,
- festgestellte Abweichung und zulässige Grenze,
- Name oder Kennung der prüfenden Person,
- nächste Fälligkeit sowie Freigabe-, Sperr- oder Reparaturstatus.
Was tun bei einem nicht einsatzfähigen Prüfmittel?
Ein nicht einsatzfähiges Prüfmittel darf nicht weiterverwendet werden. Du kennzeichnest und separierst es nach betrieblicher Regelung, meldest den Befund und dokumentierst die Sperrung. Eigenmächtiges Nachstellen, Schleifen oder Reparieren ist unzulässig, wenn Du dafür nicht beauftragt und qualifiziert bist.
Zusätzlich muss geprüft werden, ob frühere Prüfergebnisse betroffen sein könnten. War ein Messschieber seit dem letzten gültigen Nachweis möglicherweise fehlerhaft, müssen die verantwortlichen Stellen das Risiko bewerten, betroffene Werkstücke identifizieren und gegebenenfalls nachprüfen. Diese Rückwirkungsbetrachtung ist ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung.
Praxisbeispiel: Geschmiedeter Haken
Ein geschmiedeter Haken soll nach Zeichnung eine festgelegte Materialbreite, einen Mindest-Innenradius und eine rechtwinklige Ausrichtung der Öse besitzen. Vor der Prüfung wählst Du Messschieber, Radiuslehre und Anschlagwinkel aus. Du kontrollierst ihre Identifikation, den Überwachungsstatus, Sauberkeit und Funktion. Den Messschieber prüfst Du am Nullpunkt und an einem geeigneten Vergleichsmaß. Das Werkstück ist abgekühlt, entzundert und an den Messstellen gratfrei.
Anschließend misst Du die Materialbreite an mehreren festgelegten Stellen, vergleichst den Innenradius mit der passenden Radiuslehre und prüfst die Ausrichtung der Öse am Winkel oder in einer freigegebenen Vorrichtung. Du dokumentierst Istwerte, Gut-Ausschuss-Entscheidung und verwendete Prüfmittelnummern. Bei einer Abweichung entscheidest Du nicht allein nach Augenmaß, sondern folgst Prüfplan und betrieblicher Regelung: nacharbeiten, sperren oder verantwortliche Fachkraft informieren.
Arbeitssicherheit
Die Kontrolle von Prüfmitteln darf keine neue Gefährdung erzeugen. Trage die vorgeschriebene Persönliche Schutzausrüstung, halte Messmittel von glühenden Werkstücken und bewegten Maschinen fern und beachte sichere Ablageflächen. Prüfe Werkstücke erst, wenn Temperatur, Lage und Oberfläche eine sichere Messung erlauben. Elektronische Prüfmittel mit beschädigten Leitungen, Gehäusen oder Batteriefächern werden sofort außer Betrieb genommen.
Merksatz
Ein Prüfmittel ist nur dann einsatzfähig, wenn es für die Prüfaufgabe geeignet, technisch unbeschädigt, funktionsfähig, gültig überwacht, unter den vorhandenen Bedingungen verwendbar und eindeutig dokumentiert ist.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann ist ein Prüfmittel einsatzfähig? (Wenn es geeignet, funktionsfähig, gültig überwacht und dokumentiert ist) (!Wenn es äußerlich sauber aussieht) (!Wenn es schon häufig verwendet wurde) (!Wenn es ohne Prüfmittelnummer im Schrank liegt)
Was gehört vor dem Einsatz eines Messschiebers zur Kontrolle? (Messflächen, Gängigkeit, Nullpunkt und Überwachungsstatus) (!Nur die Farbe des Etuis) (!Nur das Gewicht des Messschiebers) (!Nur die Länge des Werkstücks)
Was geschieht beim Kalibrieren? (Die Anzeige wird mit bekannten Referenzwerten verglichen und die Abweichung bestimmt) (!Das Gerät wird immer repariert) (!Das Gerät wird amtlich geeicht) (!Das Werkstück wird nachgeschmiedet)
Was bedeutet Justieren? (Ein Prüfmittel wird eingestellt, um seine Abweichung zu verringern) (!Ein Prüfmittel wird nur gereinigt) (!Ein Prüfmittel wird entsorgt) (!Ein Prüfmittel wird ohne Vergleich freigegeben)
Warum darf ein Standard-Messschieber nicht am glühenden Werkstück eingesetzt werden? (Hitze gefährdet Personen, beschädigt das Prüfmittel und verfälscht das Ergebnis) (!Weil der Messschieber nur Innenmaße messen kann) (!Weil Metall bei Wärme immer leichter wird) (!Weil die Skala dann automatisch gelöscht wird)
Was ist bei einem abgelaufenen Überwachungsstatus zu tun? (Das Prüfmittel nach betrieblicher Regelung sperren und melden) (!Das Datum auf der Plakette selbst ändern) (!Das Prüfmittel ohne Eintrag weiterverwenden) (!Nur schneller messen)
Was prüft eine Fühlerlehre? (Spaltbreiten) (!Werkstückmassen) (!Oberflächenfarben) (!Schmiedetemperaturen)
Warum reicht eine Nullpunktkontrolle allein nicht immer aus? (Weil an anderen Stellen des Messbereichs Abweichungen auftreten können) (!Weil Nullpunkte nur bei Holz gelten) (!Weil digitale Geräte keinen Nullpunkt besitzen) (!Weil Messwerte grundsätzlich geschätzt werden)
Welche Information gehört in die Dokumentation? (Prüfmittelnummer, Ergebnis, Datum und Status) (!Privates Passwort der prüfenden Person) (!Wetterbericht des Tages) (!Name des Werkzeughändlers ohne weiteren Bezug)
Was ist nach einer unzulässigen Abweichung des Prüfmittels zusätzlich zu bewerten? (Ob frühere Prüfergebnisse und Werkstücke betroffen sein könnten) (!Ob das Prüfmittel eine andere Farbe bekommen soll) (!Ob alle Zeichnungen vernichtet werden müssen) (!Ob künftig ohne Toleranzen gearbeitet wird)
Memory
| Messschieber | Außen-, Innen- und Tiefenmaße |
| Bügelmessschraube | genaue Außenmaße |
| Fühlerlehre | Spaltbreite |
| Anschlagwinkel | Rechtwinkligkeit |
| Radiuslehre | Rundungsform |
| Endmaß | verkörperter Bezugswert |
| Prüfplakette | sichtbarer Überwachungsstatus |
| Sperrkennzeichnung | Verwendungsverbot |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Sichtprüfung | Beschädigungen und Verschmutzungen |
| Statusprüfung | Kalibrier- oder Prüffrist |
| Funktionsprüfung | Gängigkeit und Rücklauf |
| Nullpunktkontrolle | Anzeige im geschlossenen Zustand |
| Vergleichsprüfung | Referenzwert eines Normals |
| Dokumentation | Prüfmittelnummer und Ergebnis |
Kreuzworträtsel
| Kalibrierung | Wie heißt der Vergleich mit Referenzwerten unter festgelegten Bedingungen? |
| Messschieber | Welches Prüfmittel misst Außen-, Innen- und Tiefenmaße? |
| Fühlerlehre | Welches Werkzeug prüft kleine Spaltbreiten? |
| Justierung | Wie heißt der verändernde Eingriff zur Verringerung einer Abweichung? |
| Endmaß | Welches Längennormal verkörpert einen genauen Bezugswert? |
| Sperrung | Welche Maßnahme verhindert die weitere Verwendung eines fehlerhaften Prüfmittels? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Prüfmittel-Steckbrief: Wähle ein Prüfmittel aus Deiner Werkstatt und erstelle einen Steckbrief mit Prüfaufgabe, Messbereich, Auflösung, Lagerung und drei Kontrollpunkten.
- Fehlersuche am Messschieber: Untersuche mit einer Fachkraft einen freigegebenen Messschieber auf Verschmutzung, Gängigkeit und Nullpunkt. Dokumentiere Deine Beobachtungen fotografisch oder als Skizze.
- Begriffskarten Messtechnik: Gestalte Karten zu Kalibrieren, Justieren, Eichen, Prüfen und Messen. Formuliere jeweils ein Beispiel aus der Schmiede.
- Werkstattplakat Prüfmittel: Entwirf ein Plakat mit der Merkreihenfolge Identität – Status – Sauberkeit – Funktion – Referenz – Dokumentation.
Standard
- Prüfanweisung Messschieber: Erstelle eine kurze betriebliche Prüfanweisung für die Kontrolle eines Messschiebers vor Arbeitsbeginn. Lass sie von einer Fachkraft prüfen.
- Prüfmittelvergleich: Vergleiche Messschieber, Bügelmessschraube und Grenzlehre für dieselbe Prüfaufgabe. Begründe, welches Prüfmittel bei welcher Toleranz sinnvoll ist.
- Schmiedeteil prüfen: Entwickle für ein einfaches geschmiedetes Bauteil einen Prüfplan mit Prüfmerkmalen, Messstellen, Prüfmitteln und Dokumentation.
- Interview Qualitätssicherung: Befrage eine verantwortliche Person zu Prüfintervallen, Kalibrierscheinen, Sperrung und Rückwirkungsbetrachtung. Fasse die Aussagen fachsprachlich zusammen.
Schwer
- Messsystemanalyse Werkstatt: Untersuche, wie Werkstücktemperatur, Zunder, Messkraft und Bedienperson ein Messergebnis beeinflussen. Plane eine kleine Versuchsreihe und werte sie aus.
- Rückwirkungsanalyse Prüfmittel: Bearbeite den Fall, dass ein Messschieber bei der Zwischenprüfung außerhalb der zulässigen Abweichung liegt. Entwickle einen Ablauf zur Bewertung bereits geprüfter Werkstücke.
- Digitale Prüfmittelverwaltung: Entwirf eine Tabellen- oder Datenbankstruktur für Prüfmittelnummer, Standort, Kalibrierstatus, Prüfergebnis, Verantwortlichkeit und nächste Fälligkeit.
- Audit Prüfmittelprozess: Entwickle einen Auditfragenkatalog für eine Schmiede und führe ein Rollenspiel durch. Bewerte Auswahl, Einsatz, Lagerung, Kennzeichnung und Dokumentation der Prüfmittel.


Lernkontrolle
- Prüfentscheidung begründen: Ein Werkstück besitzt eine enge Maßtoleranz, verfügbar sind Stahlmaßstab, Messschieber und Bügelmessschraube. Wähle ein Prüfmittel und begründe Deine Entscheidung anhand von Messbereich, Auflösung, Messflächen und Messunsicherheit.
- Abweichung analysieren: Ein digitaler Messschieber zeigt nach mehrmaligem Schließen wechselnde Nullwerte. Entwickle eine sichere Reihenfolge aus Reinigung, Funktionskontrolle, Vergleich und Sperrentscheidung.
- Schmiedebedingungen bewerten: Erkläre, warum ein Maß direkt nach dem Schmieden und nach vollständiger Abkühlung unterschiedlich ausfallen kann. Leite daraus Regeln für Zwischen- und Endprüfung ab.
- Kalibrieren und Justieren unterscheiden: Beschreibe einen Fall, in dem ein Prüfmittel kalibriert wird, und einen Fall, in dem anschließend justiert werden muss. Erkläre, warum danach erneut geprüft werden muss.
- Rückwirkung beurteilen: Ein Winkel wird als fehlerhaft erkannt, nachdem damit mehrere Ösen geprüft wurden. Entwickle Kriterien, mit denen Du die betroffenen Werkstücke eingrenzt und das weitere Vorgehen festlegst.
- Prüfplan übertragen: Übertrage den Kontrollablauf auf ein anderes Prüfmittel, zum Beispiel Radiuslehre, Messuhr oder Pyrometer. Zeige Gemeinsamkeiten und gerätespezifische Unterschiede.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du
- ein passendes Prüfmittel aus einer technischen Zeichnung oder einem Prüfplan auswählst und die Auswahl fachlich begründest,
- Identität, Überwachungsstatus, Sauberkeit, Beschädigung und Funktion systematisch kontrollierst,
- eine Null- oder Referenzkontrolle nach betrieblicher Vorgabe sicher ausführst,
- Kalibrieren, Justieren, Eichen und Rückführung korrekt unterscheidest,
- das Prüfergebnis mit Prüfmittelnummer, Datum, Status und Abweichung dokumentierst,
- bei einem nicht einsatzfähigen Prüfmittel richtig sperrst, meldest und mögliche Auswirkungen auf frühere Prüfungen erläuterst,
- die besonderen Einflüsse von Hitze, Zunder, Grat, Messkraft und Werkstücktemperatur in der Schmiede berücksichtigst.
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