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Phil Collins - I Wish It Would Rain Down

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Phil Collins - I Wish It Would Rain Down




Einleitung

„I Wish It Would Rain Down“ ist ein von Phil Collins geschriebener Song aus seinem vierten Soloalbum …But Seriously von 1989. Als Single wurde das Stück Anfang 1990 international erfolgreich. Musikalisch verbindet die Aufnahme Pop, Soft Rock, Soul und deutlich hörbare Blues-Elemente. Für die konkrete Studioaufnahme sind besonders die elektrische Gitarre von Eric Clapton, der Bass von Pino Palladino sowie Collins’ eigene Beiträge an Gesang, Schlagzeug, Keyboards und Tamburin belegt.[1]

Der aiMOOC untersucht nicht nur Songform und Klang, sondern auch Entstehung, Produktionsweise, Textthemen, Bildsprache, Musikvideo, Rezeption und den Platz des Stücks im Werk von Phil Collins. Dabei gilt ein besonderer urheberrechtlicher Grundsatz: Es werden weder der vollständige Songtext noch eine vollständige Partitur oder eine melodische Transkription wiedergegeben. Kurze Zitate dienen ausschließlich der Analyse. Die Notenbeispiele mit der MediaWiki-Extension Score sind eigens für diesen aiMOOC erstellte Analysemodelle und keine Abschriften des Originals.

Phil Collins bei einem Auftritt 1981
Phil Collins bei einem Auftritt 1981
Freies Medium: Foto von Philippe Roos, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.[2]
Offizielles Medium: Musikvideo auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Phil Collins. Das Video ist urheberrechtlich geschützt und wird hier nur über die vom Rechteinhaber bereitgestellte Plattform eingebettet.[3]


Basisdaten

Merkmal Information
Interpret Phil Collins
Titel I Wish It Would Rain Down
Album …But Seriously
Entstehungszeit im Zusammenhang mit den Aufnahmen zu …But Seriously 1989
Singlephase Anfang 1990
Autor Phil Collins
Produzenten Phil Collins und Hugh Padgham
Tonart As-Dur in der veröffentlichten Originaltonart gängiger Notenausgaben
Tempo ungefähr 63 Schläge pro Minute beziehungsweise etwa 126 bei doppelter Zählweise
Taktart 4/4-Takt
Zentrale Studiobesetzung Phil Collins: Gesang, Schlagzeug, Keyboards, Tamburin; Eric Clapton: Gitarre; Pino Palladino: Bass
Stilfelder Pop, Soft Rock, Soul, Blues-Einflüsse, Gospel-Anklänge

Die Angabe As-Dur und ein Tempo um 63 BPM stimmen mit veröffentlichten Noten- und Tempoangaben überein.[4]


Entstehung und zeitgeschichtlicher Kontext

…But Seriously entstand am Ende der 1980er Jahre in einer Phase, in der Phil Collins nach dem stark synthie- und poporientierten Erfolg von No Jacket Required wieder stärker mit Bandklang, akustisch wirkenden Instrumenten und gesellschaftlich ernsteren Themen arbeitete. Die Albumproduktion entstand mit seinem langjährigen Produktionspartner Hugh Padgham. Das Album wurde laut zeitgenössischen Produktionsangaben an The Farm in Surrey und in den A&M Studios in Los Angeles aufgenommen; öffentlich zugängliche Credits legen für diesen einzelnen Song jedoch nicht eindeutig offen, welcher konkrete Overdub an welchem der beiden Orte entstand.[5]

Während Stücke desselben Albums Themen wie Obdachlosigkeit, Apartheid oder politische Gewalt aufgreifen, bleibt I Wish It Would Rain Down inhaltlich stärker im Feld persönlicher Beziehungserfahrung. Dadurch steht der Song innerhalb des Albums zwischen gesellschaftlicher Ernsthaftigkeit und der für Collins typischen emotionalen Balladenform. Rhino beschreibt …But Seriously rückblickend genau als Verbindung dieser beiden Seiten: politische und soziale Themen einerseits, Beziehungsstücke andererseits.[6]

Phil Collins beschrieb den Song rückblickend als einen seiner stärksten Annäherungsversuche an den Blues. Für die Gitarrenrolle bat er Eric Clapton um Mitwirkung; damit wurde ein Musiker eingebunden, dessen eigenes Spiel eng mit Blues und Bluesrock verbunden ist.[7]


Drei besonders gut belegte Besonderheiten der Originalaufnahme

Besonderheit 1: Eric Clapton spielt die elektrische Gitarre der Studioaufnahme. Die Track-Credits nennen Clapton ausdrücklich als Gitarristen. Sein Part ist nicht bloß ein kurzes Gastsolo, sondern prägt die Aufnahme durch antwortende Fills, gehaltene Töne und bluesorientierte Phrasierung über weite Strecken.[1]

Eric Clapton bei einem Konzert 1978
Eric Clapton bei einem Konzert 1978
Freies Medium: Foto von Chris Hakkens, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.[8]

Besonderheit 2: Die Rhythmusgruppe verbindet Collins selbst mit Pino Palladino. Phil Collins ist bei dieser Aufnahme nicht nur Sänger und Produzent, sondern spielt Schlagzeug, Keyboards und Tamburin; Pino Palladino übernimmt den Bass. Die Aufnahme ist deshalb kein reines „Sänger-mit-Studioband“-Produkt, sondern trägt Collins’ eigene rhythmische Gestaltung im Kern der Produktion.[1]

Besonderheit 3: Ein großer Gospelchor erweitert den Klang der Ballade. Neben der vergleichsweise kleinen instrumentalen Kernbesetzung wird der Refraincharakter durch chorische Stimmen vergrößert. Das verschiebt die Wirkung vom privaten Bekenntnis hin zu einer fast gemeinschaftlichen, hymnischen Klangfläche.[9]

Besonderheit 4: Die Album-Liner-Notes dokumentieren eine hybride Aufnahmepraxis. Für …But Seriously wird vermerkt, dass digital aufgenommen wurde, mit Ausnahme von Bass und Schlagzeug. Da die konkrete Aufnahme Bass von Palladino und Schlagzeug von Collins enthält, betrifft diese Produktionsangabe gerade die rhythmischen Kernspuren dieses Titels.[10]

Besonderheit 5: Die offizielle Demo macht die spätere Produktionsentscheidung hörbar. Die von Rhino bereitgestellte Demo nennt ausschließlich Collins an Schlagzeug, Keyboards und Gesang sowie Collins als Produzenten. Im Master kommen die belegten Beiträge von Clapton und Palladino hinzu. So lässt sich unmittelbar untersuchen, wie Gastmusiker und Produktionsverdichtung die endgültige Fassung verändern.[11]


Stil und Genre

Der Song wird häufig dem Soft Rock beziehungsweise dem Adult Contemporary zugeordnet, besitzt aber deutliche stilistische Bezüge zu Blues, Soul und Gospel. Diese Mischung entsteht nicht dadurch, dass ein klassisches Blues-Schema vollständig kopiert würde. Vielmehr werden Ausdrucksmittel verschiedener Stile kombiniert:

  1. Blues: Die E-Gitarre arbeitet mit langen Tönen, Bending-ähnlicher Ausdrucksweise und dialogischen Fills.
  2. Soul: Der Gesang steigert sich von zurückgenommenen Strophen zu stärker ausgeschmückter, emotionaler Phrasierung.
  3. Gospel: Chorische Verstärkung und wiederholte Refrainformeln erzeugen einen gemeinschaftlich-hymnischen Eindruck.
  4. Pop: Die Form bleibt klar wiedererkennbar, der Refrain ist stark hookorientiert und die Produktion auf einen großen, radiotauglichen Klang ausgerichtet.

Die Aufnahme ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass Genrebezeichnungen keine starren Schubladen sind. Ein Popsong kann bluesige Gitarrenarbeit, Gospelchor und eine ausgeprägte Balladenform verbinden.


Melodie und Harmonik

Die veröffentlichte Fassung steht in As-Dur. In den Strophen ist eine abwärts gerichtete Bassbewegung besonders wichtig: Über einem stabilen tonalen Zentrum entsteht durch Umkehrungen und Stufenbewegung ein Gefühl des Absinkens. Das passt zur melancholischen Grundhaltung des Textes. Im Refrain wird die Harmonik stärker in Richtung Subdominante und Dominante geöffnet; dadurch entsteht mehr Spannung, bevor die Tonika wieder als Ruhepunkt erscheint.

Wichtig ist außerdem die Verwendung von Vorhalten. Ein Dominantakkord mit vorgehaltener Quarte kann das Eintreffen des eigentlichen Akkordtons verzögern. Diese kleine harmonische Verzögerung ist für Balladen sehr wirkungsvoll, weil sie das Gefühl von Erwartung und „Noch-nicht-Auflösung“ unterstützt.

Die Gesangsmelodie ist überwiegend liedhaft und klar konturiert. In den Strophen bleibt sie vergleichsweise kontrolliert; im Refrain werden Töne länger ausgehalten und stärker emotionalisiert. Wiederholung macht die zentrale Regenformel einprägsam. Im späteren Verlauf treten ad-lib-artige Erweiterungen stärker hervor.


Score-Analysebeispiel 1: selbst erstelltes Basslinienmodell

Das folgende Beispiel ist keine Transkription des Songs. Es zeigt nur das allgemeine Prinzip einer diatonisch abwärts gerichteten Basslinie in As-Dur, wie sie für melancholische Popballaden typisch sein kann.


\relative c' {
  \key aes \major
  \time 4/4
  aes4 g f ees | des2 ees | aes1
}

Du kannst hören, wie eine schrittweise Abwärtsbewegung zunächst Spannung erzeugt und dann wieder zur Tonika zurückführt.


Score-Analysebeispiel 2: selbst erstelltes Kadenzmodell

Dieses kurze Modell zeigt lediglich die Funktionsidee Subdominante – Dominante – Tonika. Es stammt nicht aus der geschützten Partitur.


\chordmode {
  des1 ees aes
}

Überlege beim Hören: Warum wirkt die Rückkehr nach As stabil? Welche emotionale Wirkung kann entstehen, wenn die Auflösung hinausgezögert wird?


Score-Analysebeispiel 3: neutrales 4/4-Pulsmodell

Auch dieses Rhythmusbeispiel ist frei erfunden. Die Akzente auf den geraden Zählzeiten veranschaulichen einen typischen Pop-/Rock-Backbeat.


\relative c' {
  \time 4/4
  c4 c-> c c-> | c c-> c c->
}


Rhythmus und Groove

Das Tempo liegt ungefähr bei 63 BPM, kann aber wegen der Unterteilung auch als etwa 126 BPM wahrgenommen werden. Dieses Verhältnis zwischen langsamer Grundbewegung und dichterer Binnenunterteilung ist typisch für Balladen, die gleichzeitig ruhig und kraftvoll wirken sollen.

Das Schlagzeug sorgt für einen klaren 4/4-Puls. Der Groove ist nicht hektisch, sondern trägt den Gesang und lässt Platz für Gitarrenfills. Das Tamburin erweitert in dichteren Abschnitten die oberen Frequenzen und unterstützt den Eindruck steigender Energie. Die Rhythmik der Stimme ist flexibel genug, um einzelne Wörter über die strenge Zählzeit hinaus zu dehnen.


Gesang

Phil Collins singt die Strophen zunächst relativ nah und direkt. Mit zunehmender Intensität werden Lautstärke, Klangfülle und spontane Verzierungen größer. Das ist ein typisches Mittel im Soul und in bluesbeeinflusster Popmusik: Die emotionale Entwicklung wird nicht nur durch den Text, sondern durch die Art des Singens vermittelt.

Der Chor schafft einen deutlichen Kontrast zum solistischen Gesang. Dadurch entsteht eine Art Antwort- beziehungsweise Verstärkungsfunktion. Im Refrain wirkt das persönliche Bedauern deshalb größer als nur die Stimme einer einzelnen Person.

Achte beim Hören besonders auf:

  1. die Veränderung der Stimmintensität zwischen erster Strophe und spätem Refrain,
  2. längere gehaltene Töne,
  3. kleine frei wirkende Ausschmückungen,
  4. die klangliche Verdichtung durch den Chor.


Instrumentierung

Die dokumentierte Kernbesetzung der Originalaufnahme ist auffallend konzentriert:

  1. Phil Collins: Leadgesang, Schlagzeug, Keyboards, Tamburin
  2. Eric Clapton: Gitarre
  3. Pino Palladino: Bass

Hinzu kommt der große Gospelchor. Diese Kombination erzeugt einen Klang, der gleichzeitig übersichtlich und groß wirkt: Eine relativ kleine Instrumentalbasis trägt einen breiten, emotionalen Vokalklang.

Das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug bleibt meist dienend. Die Gitarre dagegen erhält eine kommentierende Rolle. Clapton füllt Lücken zwischen den Gesangsphrasen, statt permanent Akkorde in den Vordergrund zu stellen. Dadurch entsteht ein musikalischer Dialog zwischen Stimme und Gitarre.


Arrangement

Das Arrangement arbeitet mit Steigerung. Zu Beginn ist der Klang vergleichsweise transparent. Im weiteren Verlauf werden Gitarrenreaktionen, Chor, stärkere Schlagzeugwirkung und wiederholte Refrainbausteine dichter.

Ein mögliches Hörschema ist:

  1. Einleitung: Aufbau des harmonischen und klanglichen Raums.
  2. Strophe: erzählerischer, zurückgenommener Gesang.
  3. Refrain: Öffnung des Klangs und starke Hook-Wiederholung.
  4. zweite Strophe und Refrain: Intensivierung bei vertrauter Form.
  5. Bridge/Mittelteil: harmonische und textliche Zuspitzung.
  6. Schlussabschnitt: wiederholte Refrain- und Ad-lib-Elemente, zunehmend hymnischer Charakter.

Die genaue Wahrnehmung einzelner Formgrenzen kann je nach analytischem Modell leicht variieren. Entscheidend ist die großräumige Dramaturgie von Zurückhaltung zu Verdichtung.


Produktion

Phil Collins und Hugh Padgham produzierten die Aufnahme. Padgham war bereits bei früheren Collins- und Genesis-Projekten beteiligt und prägte den Studioklang der 1980er Jahre mit. Bei …But Seriously wurde gegenüber früheren Produktionen stärker auf Bandcharakter und weniger auf durchgehend synthetische Klangflächen gesetzt.[12]

Für die Albumproduktion sind folgende Punkte dokumentiert:

  1. Aufnahmeorte des Albums waren The Farm in Surrey und die A&M Studios in Los Angeles.
  2. Produzenten und Mixer waren Phil Collins und Hugh Padgham.
  3. Hugh Padgham übernahm das Engineering.
  4. Die Liner-Notes vermerken digitale Aufnahme mit Ausnahme von Bass und Schlagzeug.
  5. Die Produktion verbindet Studiopräzision mit Instrumenten, die bewusst organischer und bandorientierter wirken.

Für I Wish It Would Rain Down ist besonders wichtig, dass Claptons Gitarre nicht als isolierter Effekt behandelt wird. Sie sitzt als durchgehende expressive Stimme im Mix und unterstützt die Nähe des Stücks zum Blues.


Songform

Die Form basiert auf dem Wechsel von Strophe und Refrain, ergänzt durch einen kontrastierenden Mittelteil sowie einen längeren Schluss. Der Refrain trägt die zentrale Hook und wird später mehrfach erweitert. Diese Verlängerung ist typisch für große Popballaden: Der Song beendet die emotionale Aussage nicht abrupt, sondern lässt sie in Wiederholung und vokaler Steigerung auslaufen.

Im Unterricht kannst Du die Form mit Buchstaben markieren, zum Beispiel A – B – A – B – C – B – Outro. Wichtig ist dabei weniger das Etikett als die Frage, welche musikalischen Merkmale einen Abschnitt als neu oder wiederkehrend erkennbar machen.


Textthemen, Bildsprache und sinngemäße Übersetzung

Der vollständige Songtext wird hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht wiedergegeben. Als kurzes Analysezitat genügt die titelgebende Formel „I wish it would rain down“. Dieses kurze Zitat bündelt das zentrale Bild des Songs.

Sinngemäß geht es um eine Person, die erkennt, dass sie in einer früheren Beziehung Schmerz verursacht hat. Sie kann die Vergangenheit nicht rückgängig machen und erlebt die Trennung nun selbst als anhaltende Belastung. Der Wunsch nach Regen kann als Bild für mehrere Dinge verstanden werden:

  1. Reinigung: Regen kann Schuld symbolisch abwaschen.
  2. Entlastung: Ein äußerer Wetterumschwung entspricht dem Wunsch nach innerer Veränderung.
  3. Trauer: Regen ist ein verbreitetes Bild für Tränen und Niedergeschlagenheit.
  4. Unerreichbarkeit: Der Regen erreicht die andere Person, während der Sprecher selbst keinen Zugang mehr zu ihr hat.
  5. Wiederholung: Die immer neue Bitte zeigt, dass das Problem nicht rational gelöst ist, sondern emotional fortbesteht.

Eine sinngemäße deutsche Zusammenfassung lautet: Der Sprecher bedauert, dass er einen Menschen verletzt und verloren hat. Obwohl die andere Person weitergegangen ist, hält seine eigene Reue an. Er wünscht sich eine Art äußere Reinigung und Erlösung von diesem Zustand.

Regen als Bild für Reinigung, Trauer und emotionale Entlastung
Regen als Bild für Reinigung, Trauer und emotionale Entlastung
Freies Medium: Foto von Jeevan Jose, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.[13]


Das offizielle Musikvideo

Das offizielle Video erweitert den Song durch eine humorvoll-selbstreflexive Rahmenhandlung. Phil Collins spielt darin eine Figur namens „Bill Collins“, die in einer an ältere Show- und Bühnenwelten erinnernden Inszenierung vom Schlagzeuger zum Sänger wird. Eric Clapton erscheint ebenfalls. Jeffrey Tambor spielt den Theaterdirektor; Regie führte James Yukich.[14]

Die Inszenierung nimmt damit Collins’ eigene Biografie spielerisch auf: Er war bei Genesis zunächst Schlagzeuger und übernahm nach dem Weggang von Peter Gabriel zusätzlich die Rolle des Leadsängers. Die Los Angeles Times beschrieb das Video 1990 als eine Folge von stilisierten Rückblenden und Bühnenbildern mit Anspielungen auf ältere Show- und Filmästhetik.[15]

Für die Analyse ist wichtig: Das Video erzählt nicht einfach den Songtext nach. Es ergänzt eine zweite Bedeutungsebene aus Musikgeschichte, Selbstironie, Theater und Starpersona.


Offizielles Lyric-Video als kontrollierte Quelle

Das offizielle Lyric-Video darf als vom Rechteinhaber bereitgestelltes Streaming-Medium betrachtet werden. Der aiMOOC übernimmt den Text daraus jedoch nicht vollständig.

Urheberrechtshinweis: Das Video stammt vom offiziellen Kanal. Die Einbettung bedeutet nicht, dass Songtext oder Musik frei lizenziert wären.


Vergleich: Master, Demo und Live-Fassung


Masteraufnahme

Die veröffentlichte Studiofassung besitzt die dokumentierte Besetzung mit Collins, Clapton und Palladino sowie den chorischen Erweiterungen. Charakteristisch sind die expressive Gitarre, der voll ausgearbeitete Bass und die größere räumliche beziehungsweise vokale Verdichtung.


Offizielle Demo

Die offizielle Demo wurde 2016 im Rahmen der Deluxe-Neuausgabe zugänglich gemacht. Der offizielle Upload nennt Collins allein an Schlagzeug, Keyboards und Gesang. Dadurch eignet sich die Demo besonders gut, um Produktion als Prozess zu verstehen: Die grundlegende Form und Songidee sind bereits vorhanden, aber die spätere Studiofassung erhält durch Gastmusiker, Klangschichtung und Mix eine andere Größe.[16]

Hörauftrag: Vergleiche Master und Demo und protokolliere drei Unterschiede bei Gitarre, Bass, Chor/Backing Vocals, Dynamik und Raumwirkung.


Live-Fassungen der Serious Tour 1990

I Wish It Would Rain Down gehörte zur Setlist der Serious Tour von 1990. Die Tourband umfasste unter anderem Daryl Stuermer an der Gitarre, Leland Sklar am Bass, Chester Thompson am Schlagzeug und mehrere Backgroundsängerinnen und -sänger.[17]

Damit ist ein fachlich interessanter Vergleich möglich: Die markante Gitarrenrolle der Studioaufnahme muss live ohne Eric Clapton von einem anderen Gitarristen gestaltet werden. Gleichzeitig erweitert die Tourbesetzung den Ensemblecharakter. Achte bei verfügbaren Liveaufnahmen deshalb besonders auf:

  1. andere Gitarrenklangfarbe,
  2. größere Bühnenenergie,
  3. stärkere Präsenz von Backgroundgesang,
  4. mögliche Tempowirkung durch Live-Drums und Publikum,
  5. Unterschiede zwischen studiohafter Detailkontrolle und Konzertdynamik.


Rezeption

In Großbritannien erreichte die Single Platz 7 der Official Singles Chart und war dort vier Wochen in den Top 10.[18] In den USA erreichte der Titel Platz 3 der Billboard Hot 100; in Kanada stand er sechs Wochen auf Platz 1 der RPM-Singlecharts und wurde dort als erfolgreichster Song des Jahres 1990 geführt.[19]

Die Rezeption war jedoch nicht nur positiv. Zeitgenössische und spätere Kritiker bewerteten Collins’ stark polierten Balladenstil unterschiedlich. Einige sahen in Claptons Gitarrenpart und der bluesigen Ausrichtung eine besondere Stärke, andere empfanden die Produktion als zu glatt oder sentimental. Für die Analyse ist diese Uneinigkeit hilfreich: Sie zeigt, dass Klangqualität und Ausdruck nicht nur messbare Eigenschaften, sondern auch Gegenstand ästhetischer Urteile sind.


Bedeutung im Werk von Phil Collins

I Wish It Would Rain Down steht an einem interessanten Punkt in Collins’ Solokarriere. Der Titel verbindet mehrere Seiten seines Werks:

  1. die große emotionale Popballade,
  2. den rhythmisch und produktionstechnisch erfahrenen Schlagzeuger,
  3. die Zusammenarbeit mit prominenten Gastmusikern,
  4. die Hinwendung zu stärker bandorientierten Klängen auf …But Seriously,
  5. die Fähigkeit, Blues-, Soul- und Gospel-Elemente in Mainstream-Pop zu integrieren.

Rhino führt den Titel auch in späteren Singles-Sammlungen als einen der großen Top-10-Erfolge der Soloära.[20]


Medien- und Urheberrechtskompetenz

Dieser Song eignet sich besonders gut, um musikalische Analyse mit Urheberrecht und Open Educational Resources zu verbinden.

  1. Songtext: Keine vollständige Wiedergabe; nur kurze, für die Analyse notwendige Zitate.
  2. Partitur: Keine vollständige Melodie oder Originalpartitur. Die Score-Beispiele sind neu komponierte Analysemodelle.
  3. Wikimedia Commons: Die eingebundenen Fotos stehen unter freien Lizenzen beziehungsweise sind als freie Medien auf Commons dokumentiert.
  4. YouTube: Eingebettet werden ausschließlich offizielle Uploads des Künstlers beziehungsweise Rechteinhabers. Diese Videos sind nicht automatisch OER.
  5. Albumcover: Es wird bewusst nicht reproduziert, weil Covergrafik regelmäßig urheberrechtlich geschützt ist.
  6. Hörvergleich: Für Unterricht und Studium sollten offizielle Streams, lizenzierte Tonträger oder institutionell erlaubte Zugänge verwendet werden.


Quellen und weiterführende Nachweise

  1. MusicBrainz: …But Seriously – detaillierte Track-Credits
  2. Official Charts: I Wish It Would Rain Down
  3. Rhino: …But Seriously – Deluxe Edition
  4. Rhino: Kontext des Albums
  5. The Genesis Archive: Liner-Note- und Produktionsangaben
  6. Musicnotes: Originaltonart und Tempoangabe
  7. Phil Collins Official: Musikvideo
  8. Phil Collins Official: Demo
  9. Phil Collins Official: Lyric-Video
  10. Wikipedia deutsch: I Wish It Would Rain Down
  11. Wikipedia englisch: I Wish It Would Rain Down


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Gitarrist ist für die Studioaufnahme von I Wish It Would Rain Down belegt? (Eric Clapton) (!Daryl Stuermer) (!Mark Knopfler) (!Steve Lukather)




Wer spielt den Bass der Originalaufnahme? (Pino Palladino) (!Leland Sklar) (!Nathan East) (!John Deacon)




Welche Instrumente übernimmt Phil Collins in der dokumentierten Studioaufnahme zusätzlich zum Gesang? (Schlagzeug Keyboards und Tamburin) (!Saxofon Trompete und Bass) (!Akustikgitarre Orgel und Cello) (!Klavier Harfe und Kontrabass)




Welche Tonart wird für die veröffentlichte Originalfassung in gängigen Notenausgaben angegeben? (As-Dur) (!C-Dur) (!e-Moll) (!Fis-Dur)




Welches Tempo beschreibt die langsame Grundzählung des Songs ungefähr? (63 Schläge pro Minute) (!92 Schläge pro Minute) (!148 Schläge pro Minute) (!180 Schläge pro Minute)




Welches Naturbild steht im Zentrum des Textes? (Regen) (!Schnee) (!Feuer) (!Sonnenaufgang)




Welche Funktion hat der große Gospelchor vor allem im Arrangement? (Er vergrößert und hymnisiert den Refrainklang) (!Er ersetzt vollständig das Schlagzeug) (!Er spielt die Gitarrensoli) (!Er verändert den Song in einen Marsch)




Wer produzierte die Aufnahme gemeinsam mit Phil Collins? (Hugh Padgham) (!Quincy Jones) (!Trevor Horn) (!Brian Eno)




Was unterscheidet die offizielle Demo besonders deutlich vom fertigen Master? (Die Demo-Credits nennen nur Collins an Schlagzeug Keyboards und Gesang) (!Die Demo ist ein vollständiges Sinfonieorchesterstück) (!Die Demo wurde von Eric Clapton allein gesungen) (!Die Demo enthält ausschließlich einen Kinderchor)




Welche Aussage entspricht der urheberrechtlichen Vorgehensweise dieses aiMOOCs? (Es werden nur kurze Zitate und selbst erstellte Score-Beispiele genutzt) (!Der vollständige Songtext wird frei kopiert) (!Die vollständige Originalpartitur wird veröffentlicht) (!Das Albumcover wird ohne Lizenz als OER erklärt)





Memory

Eric Clapton Gitarre der Studioaufnahme
Pino Palladino Bass der Studioaufnahme
Hugh Padgham Co-Produktion und Engineering
As-Dur Tonales Zentrum
Gospelchor Hymnische Klangverdichtung
Regenbild Symbol für Reinigung und Trauer
Demo Frühere Produktionsstufe
Serious Tour Live-Kontext 1990





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Eric Clapton Expressive elektrische Gitarre im Master
Phil Collins Gesang Schlagzeug Keyboards und Tamburin
Pino Palladino Bass der Studioaufnahme
Hugh Padgham Co-Produktion und Tontechnik
Gospelchor Vergrößerung des Refrainklangs
Regen Zentrale Bildsprache des Textes





Kreuzworträtsel

Clapton Welcher Nachname gehört zum Gitarristen der Studioaufnahme?
Palladino Welcher Nachname gehört zum Bassisten der Aufnahme?
Padgham Wie lautet der Nachname des Co-Produzenten?
Gospelchor Welche Vokalgruppe vergrößert den hymnischen Klang?
Regen Welches Naturbild steht im Zentrum des Textes?
Blues Welchem Genre näherte sich Collins mit dem Song nach eigener Einschätzung besonders an?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Studioaufnahme von I Wish It Would Rain Down stammt aus dem Album

.
Die Gitarre der veröffentlichten Fassung spielt

.
Den Bass übernimmt

.
Phil Collins ist in der Aufnahme auch als

zu hören.
Die Originaltonart wird als

angegeben.
Der Song steht im

.
Das zentrale Naturbild des Textes ist der

.
Die Produktion entstand gemeinsam mit Hugh

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre die offizielle Studiofassung und notiere, wann Dir Gitarre, Chor und Schlagzeug besonders auffallen.
  2. Bildsprache: Gestalte ein eigenes Foto oder eine Zeichnung zum Motiv Regen als Symbol für Trauer oder Reinigung und begründe Deine Gestaltung.
  3. Instrumentenkunde: Erstelle drei kurze Steckbriefe zu E-Gitarre, E-Bass und Tamburin und erkläre ihre Funktion im Song.
  4. Songform: Markiere beim Hören Strophe, Refrain und Mittelteil mit einer selbst gewählten Farb- oder Zeichensprache.


Standard

  1. Demovergleich: Vergleiche die offizielle Demo mit dem Master und beschreibe mindestens fünf Unterschiede in Instrumentierung, Dynamik und Raumwirkung.
  2. Blues in der Popmusik: Suche drei typische Ausdrucksmittel des Blues und prüfe, welche davon Du in der Gitarrenarbeit dieser Aufnahme wahrnimmst.
  3. Musikvideoanalyse: Untersuche, wie das offizielle Video Collins’ Biografie als Schlagzeuger und Sänger ironisch verarbeitet.
  4. Textinterpretation: Schreibe eine kurze Interpretation des Regenmotivs und vergleiche mindestens zwei unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten.


Schwer

  1. Produktionsanalyse: Entwickle einen eigenen Produktionsplan für eine Ballade mit ähnlicher Steigerungsdramaturgie, ohne Melodie oder Akkordfolge des Originals zu übernehmen.
  2. Arrangementvergleich: Vergleiche eine dokumentierte Livefassung der Serious Tour mit dem Studio-Master und analysiere, wie der Wechsel der Musiker den Klang verändert.
  3. Urheberrecht und Musikunterricht: Erstelle einen Leitfaden, wie urheberrechtlich geschützte Popsongs in einem offenen Online-Lernangebot analysiert werden können.
  4. Eigenkomposition: Komponiere einen 16-taktigen eigenen Pop-/Blues-Abschnitt mit selbst entwickelter Melodie, 4/4-Takt, Vorhalt und einer kurzen Call-and-Response-Idee zwischen Stimme und Instrument.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Harmonik: Erkläre, warum eine verzögerte harmonische Auflösung zu einem Text über Reue und unerfüllten Wunsch passen kann, und übertrage das Prinzip auf einen anderen Song.
  2. Arrangement und Wirkung: Begründe, wie sich die Wirkung verändern würde, wenn Claptons expressive E-Gitarre durch eine akustische Gitarre ersetzt würde.
  3. Produktion als Interpretation: Zeige anhand von Demo und Master, warum Produktion nicht nur technische Nachbearbeitung, sondern Teil der musikalischen Aussage ist.
  4. Text und Klang: Analysiere, wie Regenmetaphorik, langsames Tempo und Klangverdichtung zusammenwirken, ohne Dich auf reine Inhaltsangabe zu beschränken.
  5. Live-Transfer: Plane, wie eine Schulband den Songcharakter mit legalem eigenem Material nachbilden könnte, ohne die Originalpartitur zu kopieren.
  6. Medienkompetenz: Beurteile an konkreten Beispielen, welche Medien dieses aiMOOCs frei nachnutzbar sind und welche nur eingebettet beziehungsweise verlinkt werden dürfen.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. die belegte Studiobesetzung der Originalaufnahme benennen und ihre klanglichen Funktionen erklären kannst,
  2. Entstehung und Albumkontext in die späten 1980er Jahre einordnen kannst,
  3. Stilmerkmale von Pop, Soft Rock, Blues, Soul und Gospel am Hörbeispiel unterscheiden kannst,
  4. Grundzüge von Tonart, 4/4-Takt, langsamer Pulswirkung, Vorhalt und harmonischer Spannung beschreiben kannst,
  5. die Form des Songs nach Gehör gliedern kannst,
  6. die Entwicklung von Strophe zu Refrain und Schluss als Arrangementprozess erklären kannst,
  7. die zentrale Regenmetaphorik sinngemäß deuten kannst,
  8. Master und Demo anhand konkreter Klangmerkmale vergleichen kannst,
  9. die Rezeption mithilfe überprüfbarer Chart- und Quellenangaben einordnen kannst,
  10. zwischen frei lizenzierten Commons-Medien und urheberrechtlich geschützten offiziellen Streams unterscheiden kannst,
  11. kurze eigene Score-Beispiele erstellen kannst, ohne geschützte Melodien oder vollständige Partituren zu kopieren.




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