Parkett - Tucholsky, Kurt - Gedichtanalyse
Parkett - Tucholsky, Kurt - Gedichtanalyse
Deutsch | Klasse 9–10 | Lyrik | Gedichtanalyse
Kurzbeschreibung: Ein Theaterstück will die Welt erklären. Doch ein Zuschauer interessiert sich bald mehr für seine Nachbarin Ottilie als für das Geschehen auf der Bühne. Kurt Tucholskys Gedicht „Parkett“ aus dem Jahr 1913 erzählt davon mit Witz und Ironie.
Du arbeitest mit historischen Quellen, einer einfachen Lesefassung, Bildern, Hörbeispielen, Videos und interaktiven Übungen. Offene Schreibaufgaben werden nicht automatisch bewertet.
Einleitung

Kurt Tucholsky in Paris, 1928. Foto: Sonja Thomassen, Wikimedia Commons. Die Aufnahme entstand nach der Veröffentlichung des Gedichts.
Kurt Tucholsky lebte von 1890 bis 1935. Er schrieb Gedichte, Geschichten und kritische Texte.
Sein Gedicht „Parkett“ erschien erstmals 1913. Es umfasst in der hier verwendeten Gliederung 21 Verse in fünf Strophen.
Die Grundidee: Auf der Bühne geht es um große Gefühle und dramatische Ereignisse. Im Publikum entsteht gleichzeitig eine kleine Liebesgeschichte.
Leitfrage: Warum wird das Theaterstück für die sprechende Figur plötzlich unwichtig?
Das lernst Du
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Inhalt und Aufbau eines Gedichts beschreiben.
- Lyrische Stimme und Autor unterscheiden.
- Ironie und Umgangssprache im Gedicht untersuchen.
- Eine Deutung mit passenden Versstellen begründen.
- Historische Quellen und moderne Lesehilfen unterscheiden.
Text und historische Quellen
Der Erstdruck von 1913
Das Gedicht erschien am 4. September 1913 in der Zeitschrift Die Schaubühne, Nummer 36, Seite 842.
Die bibliografischen Textnachweise von Wikisource führen es unter dem Namen Ignaz. Das ist ein Hinweis auf Tucholskys Pseudonym Ignaz Wrobel.
Später erschien das Gedicht auch im Buch Fromme Gesänge von 1919. Dieses Buch wurde unter dem Namen Theobald Tiger veröffentlicht, einem weiteren Pseudonym Tucholskys.
Wichtig: 1913 und 1919 sind verschiedene historische Druckausgaben. Auch wenn sie dasselbe Gedicht enthalten, dürfen sie bei einem genauen Textvergleich nicht ungeprüft gleichgesetzt werden.
Die konkret vorgegebene digitale Textquelle:
Zeno.org: Kurt Tucholsky – Parkett, 1913
Nachweise:
Wikisource: Tucholsky-Textnachweise mit Erstdruckdatum und Fundstelle
Wikisource: Parkett, korrigierte Transkription nach dem Druck von 1919
University of Michigan: digitalisierter Jahrgang 1913 der Schaubühne
Quellenhinweis: Der Zeno-Text konnte beim Quellenabgleich nicht direkt geladen werden. Die folgende bildliche Quellfassung stammt deshalb nachweislich aus dem Buchdruck von 1919. Eine vollständige zeichengenaue Übereinstimmung mit dem Erstdruck von 1913 wird nicht behauptet.
Quellfassung: Historischer Buchdruck von 1919
Hier siehst Du echte Scans aus dem Buch Fromme Gesänge, veröffentlicht 1919 bei Felix Lehmann in Charlottenburg.
Originalseite 84:

Fortsetzung auf Seite 85:

Quelle: Kurt Tucholsky, Fromme Gesänge, 1919, S. 84–85. Scans: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, über Wikimedia Commons. Gemeinfrei.
Leseauftrag: Öffne die Bilder in großer Ansicht. Suche den Anfang des Gedichts und verfolge den Text bis zum Ende. Achte auf die fünf Abschnitte und die kurzen Schlussverse.
Den vollständigen historischen Wortlaut mit den originalen Wörtern und Satzzeichen findest Du auch in der korrigierten Wikisource-Textfassung.
Lesefassung: Das Gedicht in einfacher Sprache
Die folgende Fassung gibt den Sinn der 21 Verse in heutigen, einfachen Worten wieder. Sie ist eine didaktische Nacherzählung, kein Originaltext und keine genaue Übersetzung. Für Zitate in einer Gedichtanalyse verwendest Du immer die historische Quelle.
Strophe 1 – Im Theater
1. Auf der Bühne läuft ein Stück mit ernster Botschaft.
2. Neben der sprechenden Figur sitzt Ottilie.
3. Sie schaut mit großen Augen zu.
4. Andere Besucher denken schon an die Zeit danach.
Strophe 2 – Bühne und Publikum
5. Im Stück werden angesehene Herren angekündigt.
6. Eine vornehme Frau begrüßt sie; ein Glas klirrt.
7. Die sprechende Figur berührt Ottilies Hand.
8. Sie hofft, dass daraus eine Beziehung entstehen könnte.
Strophe 3 – Die Antwort
9. Auf der Bühne passieren aufregende Dinge.
10. Trotzdem bleiben die Figuren höflich und zurückhaltend.
11. Die sprechende Figur fragt Ottilie nach ihren Gefühlen.
12. Ottilie antwortet mit einem Nicken.
Strophe 4 – Ein neues Gefühl
13. Jetzt ist das Theaterstück nicht mehr wichtig.
14. Die sprechende Figur denkt vor allem an Ottilie.
15. Selbst eine dramatische Vergiftung auf der Bühne lenkt sie kaum ab.
16. Durch diesen Glücksmoment fühlt sie sich reich.
Strophe 5 – Der Abschied
17. Die komplizierte Bühnenhandlung interessiert sie nicht mehr.
18. Auf der Bühne stehen Menschen um eine gespielte Leiche.
19. Die sprechende Figur hat genug.
20. Sie wendet sich erneut Ottilie zu.
21. Sie schlägt vor, gemeinsam das Theater zu verlassen.
Vergleichsauftrag: Lies einen Abschnitt der Lesefassung. Suche danach die entsprechende Strophe in der historischen Quelle. Unterstreiche Wörter, die Du nur im Original findest.
Das Gedicht verstehen
Schauplatz: Bühne und Parkett
Der Titel „Parkett“ bezeichnet hier den unteren Sitzbereich eines Theaters. Dort befindet sich das Publikum.
Auf der Bühne spielen Schauspielerinnen und Schauspieler eine erfundene Handlung.

Historischer Theatersaal in Charlottenburg, 1913. Wikimedia Commons, CC0. Dieses Gebäude ist ein Vergleichsbild und nicht als Schauplatz des Gedichts belegt.

Historischer Bestuhlungsplan des Berliner Theaters von 1912, aus Rudolph Hertzogs Agenda. Gemeinfrei.
Bildaufgabe: Suche auf dem Plan den Zuschauerraum. Wo könnte die sprechende Figur sitzen? Beschreibe den Unterschied zwischen ihrem Blick auf die Bühne und ihrem Blick auf Ottilie.
Bewegung im Theater: Zwei Animationen
Ein Theatervorhang trennt Bühne und Zuschauerraum. Die folgenden Animationen zeigen zwei Arten von Bühnenvorhängen.

Seitlich öffnender Bühnenvorhang. Animation: KDS444, CC BY-SA 3.0.

Nach oben öffnender Bühnenvorhang. Animation: KDS444, CC BY-SA 3.0.
Denkfrage: Was ist der Unterschied zwischen einem wirklichen Ereignis im Publikum und einer gespielten Handlung auf der Bühne?
Die Figuren
Die sprechende Figur: Sie erzählt in der Ich-Form. Ihre Aufmerksamkeit wandert vom Theaterstück zu Ottilie.
Ottilie: Sie sitzt neben der sprechenden Figur. Im Gedicht heißt sie auch „Ottilchen“. Das ist eine vertrauliche Verkleinerungsform ihres Namens.
Die Bühnenfiguren: Ein Diener, eine vornehme Dame und Kommerzienräte gehören zur erfundenen Theaterhandlung.
Wichtig: Nicht jede Figur, die im Gedicht erwähnt wird, gehört zum Publikum.
Historischer Hinweis: Hüte und Arbeit
Die Beschreibung von Ottilies Arbeit zeigt, dass sie Hüte näht. Es geht also um eine handwerkliche Tätigkeit.

Historische Werbung für ein Hutgeschäft in New York, 1913. Quelle: The New York Age; Wikimedia Commons, gemeinfrei. Das Bild zeigt nicht Ottilie und stammt nicht aus Deutschland.
Die Arbeit mit Hüten war ein eigenes Berufsfeld. Im Gedicht steht diese praktische Arbeit im Gegensatz zu den vornehmen Personen auf der Bühne.
Deutungsfrage: Könnte Tucholsky mit diesem Gegensatz auch gesellschaftliche Unterschiede sichtbar machen?
Das ist eine mögliche Interpretation. Du musst sie mit dem Text begründen.
Schwierige Wörter einfach erklärt
| Wort | Bedeutung |
|---|---|
| Weltanschauung | Eine Vorstellung davon, wie die Welt funktioniert und wie Menschen leben sollen. |
| Kommerzienrat | Ein historischer Ehrentitel für angesehene Kaufleute oder Unternehmer. |
| die Gnädige | Eine höfliche, heute altmodisch wirkende Anrede für eine vornehme Frau. |
| Tragik | Etwas sehr Ernstes oder Unglückliches. |
| Bühnenränke | Listige Pläne oder Intrigen innerhalb des Theaterstücks. |
| Madameken | Eine saloppe Bezeichnung für eine Frau; im Gedicht ist eine Bühnenfigur gemeint. |
| ick | Umgangssprachliche Form von „ich“, besonders mit Berlin verbunden. |
Die Gedichtanalyse
Inhalt und Entwicklung
Das Gedicht beginnt mit einem Theaterbesuch.
In der Mitte kommt die sprechende Figur Ottilie näher. Sie fragt Ottilie nach ihrer Zuneigung. Ottilie nickt.
Danach erscheint der sprechenden Figur das ernste Bühnenstück unwichtig.
Am Ende möchte sie mit Ottilie gehen.
Merksatz: Die private Begegnung wird wichtiger als die große Geschichte auf der Bühne.
Die lyrische Stimme ist nicht der Autor
Kurt Tucholsky hat das Gedicht geschrieben.
Das lyrische Ich ist die Stimme im Gedicht. Es erzählt und handelt innerhalb des Textes.
Es gibt keinen ausreichenden Beleg dafür, dass der Theaterbesuch genau so in Tucholskys eigenem Leben stattgefunden hat.
Schreibe daher: „Das lyrische Ich verliert das Interesse am Theaterstück.“
Schreibe nicht als Tatsache: „Tucholsky verliebt sich im Theater in Ottilie.“
Lernvideo: Lyrisches Ich
Video: Studyflix, „Lyrisches Ich | einfach erklärt“, 2022.
Form: Verse, Strophen und Reime
Das Gedicht hat in der verwendeten Gliederung fünf Strophen und 21 Verse.
Die ersten vier Strophen bestehen aus jeweils vier Versen. Die letzte Strophe hat fünf Verse.
Mehrere Versenden bilden Kreuzreime. Die letzten Verse wirken jedoch besonders locker und gesprochen.
Beobachtung: Die wechselnden Verslängen und die kurzen Sätze passen zur unruhigen Aufmerksamkeit der sprechenden Figur.
Lernvideo: Gedichtformen
Video: Studyflix, „Gedichtformen | einfach erklärt“, 2022.
Sprache: Ironie und Umgangssprache
Im Gedicht treffen zwei Welten aufeinander:
Die ernste Welt der Bühne: Dort geht es um Gefühle, Konflikte und tragische Ereignisse.
Die private Welt des Publikums: Dort entwickelt sich eine hoffnungsvolle Begegnung.
Dieser Gegensatz kann ironisch wirken: Das große Drama verliert seine Bedeutung wegen eines kleinen persönlichen Glücksmoments.
Auch die umgangssprachlichen Formen lockern das Gedicht auf. Sie unterscheiden sich von der feierlichen Sprache des Bühnenstücks.
Lernvideo: Ironie und Sarkasmus unterscheiden
Video: Studienkreis, „Ironie und Sarkasmus – Welche Unterschiede gibt es?“, 2022.
So entsteht eine Deutung
Eine gute Interpretation verbindet Beobachtung, Textbeleg und Erklärung.
Beobachtung: Das lyrische Ich interessiert sich immer weniger für die Aufführung.
Textbeleg: In den Versen 13–14 wird die Tragik des Bühnenstücks ausdrücklich unwichtig.
Deutung: Die mögliche Beziehung zu Ottilie verändert den Blick der Figur auf die Welt.
Eine andere Deutung ist ebenfalls möglich, wenn Du sie am Text begründen kannst.
Hörbeispiel: Theateratmosphäre
Theaterapplaus, Aufnahme von RHumphries, 2005, CC BY 3.0; Wikimedia Commons. Dies ist keine historische Aufnahme und keine Lesung von „Parkett“.
Höraufgabe: Höre Dir den Applaus an. Stelle Dir vor, die Vorstellung endet. Schreibe drei Sätze darüber, was Ottilie und die sprechende Figur jetzt denken könnten.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Den Text verstehen
Lies immer nur eine Strophe. Kläre zuerst: Wer handelt? Wo passiert etwas?
Hilfe 2 – Stellen markieren
Verwende zwei Farben. Markiere eine Farbe für die Bühne und eine andere für Ottilie und die sprechende Figur.
Hilfe 3 – Eine Interpretation schreiben
Nutze diese Satzanfänge:
„In Vers ... fällt auf, dass ...“
„Das könnte bedeuten, dass ...“
„Diese Deutung passt zum Text, weil ...“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Zitiergestütztes Lesequiz: Die Fragen beziehen sich auf kurze Wörter und Formulierungen der historischen Textfassung. Die Versangaben folgen der Gliederung mit 21 Versen.
1. Was bezeichnet der Titel „Parkett“ in diesem Gedicht? (Titel und Verse 1–2) (Den Sitzbereich des Publikums im Theater) (!Den Arbeitsraum einer Tischlerei) (!Die Hauptfigur des Bühnenstücks) (!Einen öffentlichen Tanzplatz)
2. Wer ist mit „Ottilchen“ gemeint? (Vers 1) (Die Begleiterin neben der sprechenden Figur) (!Die vornehme Dame auf der Bühne) (!Der Name eines Theaterstücks) (!Die Leiterin des Theaters)
3. Wo gehören die „Kommerzienräte“ zur Handlung? (Verse 5–6) (Zur erfundenen Handlung auf der Bühne) (!Zu einem Gespräch im Klassenzimmer) (!Zu einer Szene auf der Straße) (!Zu einem Bericht über eine Gerichtsverhandlung)
4. Was erfährst Du durch „Hüte nähte“ über Ottilie? (Vers 7) (Sie übt eine handwerkliche Arbeit aus) (!Sie spielt selbst die Hauptrolle) (!Sie besitzt das Theatergebäude) (!Sie leitet ein Orchester)
5. Was bedeutet „Da oben“ im Zusammenhang des Gedichts? (Vers 9) (Auf der Theaterbühne) (!Auf dem Dach des Hauses) (!Auf einem Berg) (!In einer Wohnung über dem Theater)
6. Was möchte die sprechende Figur mit ihrer Frage nach dem „schätzen“ erfahren? (Vers 11) (Ob Ottilie ihr zugeneigt ist) (!Wie teuer die Theaterkarten sind) (!Ob das Stück ausverkauft ist) (!Wie viel Geld die Bühnenfiguren besitzen)
7. Wie reagiert Ottilie auf diese Frage? Der Text sagt „sie nickt“. (Vers 12) (Sie zeigt Zustimmung durch ein Nicken) (!Sie verlässt sofort das Theater) (!Sie beginnt laut zu singen) (!Sie wirft ihre Eintrittskarte fort)
8. Wie verändert sich die Haltung des lyrischen Ichs zur „ganzen Tragik“? (Verse 13–14) (Die Bühnenhandlung wird für die Figur unwichtig) (!Die Figur wird besonders aufmerksam) (!Die Figur möchte die Hauptrolle übernehmen) (!Die Figur beginnt das Drama aufzuschreiben)
9. Was zeigt die Schreibweise „ick“? (Vers 15) (Eine umgangssprachliche Ausdrucksweise) (!Eine Übersetzung ins Lateinische) (!Eine mathematische Abkürzung) (!Eine englische Anrede)
10. Was schlägt die sprechende Figur mit „wir wollen gehn“ vor? (Vers 21) (Das Theater gemeinsam zu verlassen) (!Das Stück noch einmal anzusehen) (!Auf der Bühne mitzuspielen) (!Im Theater zu übernachten)
Memory
Verbinde jeden Begriff mit seiner passenden Erklärung.
| Parkett | Sitzbereich im Theater |
| Ottilie | Angesprochene Begleiterin |
| Lyrisches Ich | Sprechende Textfigur |
| Kommerzienrat | Historischer Ehrentitel |
| Bühnenränke | Intrigen im Theaterstück |
| Umgangssprache | Alltägliche Ausdrucksweise |
| Ironie | Gegensatz von Aussage und gemeintem Sinn |
Drag and Drop
Ordne die Begriffe ihren Bedeutungen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Weltanschauung | Grundhaltung zum Leben |
| Ottilchen | Vertraulicher Kosename |
| Sektglas | Getränkebehälter auf der Bühne |
| Tragik | Ernstes Unglück |
| Nicken | Zustimmende Kopfbewegung |
Kreuzworträtsel
Löse die Fragen mit Begriffen aus dem Gedicht.
| Parkett | Wie heißt der Sitzbereich des Publikums und gleichzeitig der Titel des Gedichts? |
| Ottilie | Wie heißt die Begleiterin der sprechenden Figur? |
| Diener | Wer kündigt im Bühnenstück die Kommerzienräte an? |
| Bühne | Wo wird die erfundene Theaterhandlung gespielt? |
| Sektglas | Was klirrt während der Bühnenhandlung? |
| Tragik | Wie bezeichnet die sprechende Figur das ernste Geschehen im Theaterstück? |
LearningApps
Hier kannst Du nach weiteren Übungen zum Thema suchen.
Lückentext
Ergänze die Begriffe. Jede Lücke fragt einen wichtigen Lernpunkt ab.
Offene Aufgaben
Wichtig: Diese Aufgaben haben keine automatische Bewertung. Schreibe eigene Antworten und begründe Deine Gedanken. Nutze bei Bedarf die drei Hilfestufen.
Leicht
- Inhaltsangabe: Schreibe zu jeder der fünf Strophen einen einfachen Satz. Hilfe: Wer? Was? Wo?
- Figurenbeschreibung: Beschreibe Ottilie in fünf Sätzen. Unterscheide zwischen sicheren Textinformationen und Deinen Vermutungen.
- Dialog: Schreibe ein kurzes Gespräch zwischen Ottilie und der sprechenden Figur nach dem Ende des Gedichts. Verwende sechs bis acht Sätze.
- Wortschatz: Wähle fünf schwierige Wörter aus dem historischen Gedicht. Erkläre sie mit eigenen Worten und bilde jeweils einen Beispielsatz.
Standard
- Innerer Monolog: Schreibe zehn Sätze aus Ottilies Sicht. Was denkt sie, als sie die Frage der sprechenden Figur hört? Kennzeichne Deinen Text als erfundene Ergänzung.
- Gedichtanalyse: Untersuche, wie sich die Aufmerksamkeit der sprechenden Figur verändert. Verwende mindestens zwei Versbelege.
- Perspektivwechsel: Erzähle den Theaterbesuch aus Sicht einer weiteren Person im Publikum. Zeige, wie unterschiedlich Menschen dieselbe Aufführung wahrnehmen können.
- Ironie: Erkläre in einem kurzen Absatz, weshalb die ernste Bühnenhandlung und das persönliche Glück einen witzigen Gegensatz bilden können.
Schwer
- Literarische Interpretation: Verfasse eine Gedichtanalyse mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Untersuche Inhalt, Aufbau, Sprache und eine mögliche Aussage des Gedichts.
- Gesellschaftskritik: Prüfe, ob der Gegensatz zwischen Ottilies Arbeit und der vornehmen Bühnenwelt als Kritik an gesellschaftlichen Unterschieden verstanden werden kann. Nenne Belege und eine mögliche Gegeninterpretation.
- Quellenkritik: Vergleiche die bibliografischen Angaben zum Erstdruck von 1913 mit dem Buchdruck von 1919. Erkläre, warum man eine spätere Ausgabe nicht ohne Prüfung als identisch mit dem Erstdruck bezeichnen darf.
- Erörterung: Schreibe einen kurzen argumentierenden Text zur Frage: „Ist persönliches Glück wichtiger als große gesellschaftliche Fragen?“ Beziehe Dich auf das Gedicht und auf eine Situation aus dem heutigen Leben.


Lernkontrolle
Diese Aufgaben prüfen Zusammenhänge und die Anwendung Deines Wissens.
- Vergleich: Vergleiche die beiden Handlungsebenen Bühne und Publikum. Erkläre, wie ihr Gegensatz die Wirkung des Gedichts verändert.
- Deutungshypothese: Entwickle zwei unterschiedliche Erklärungen für das Glücksgefühl der sprechenden Figur. Entscheide anschließend, welche Deutung besser zu den Versen passt.
- Sprachliche Mittel: Untersuche, warum das Gedicht sowohl gehobene als auch umgangssprachliche Ausdrücke verwendet. Begründe die Wirkung.
- Transfer: Übertrage den Grundkonflikt in eine heutige Situation, etwa einen Kinobesuch oder eine Schulveranstaltung. Schreibe eine kurze Szene und erkläre die Gemeinsamkeiten.
- Quellenbewertung: Erkläre den Unterschied zwischen einem historischen Scan, einer wissenschaftlich überprüften Abschrift, einer modernen Nacherzählung und Deiner eigenen Interpretation.
- Perspektive: Untersuche, welche Informationen über Ottilie fehlen. Begründe, warum das wichtig ist, wenn man die sprechende Figur kritisch betrachtet.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du das Gedicht verstanden hast und eigene Gedanken begründen kannst.
Dazu gehören:
- Textverständnis: Den Verlauf des Theaterbesuchs in eigenen Worten erklären.
- Lyrisches Ich: Zwischen Kurt Tucholsky und der sprechenden Figur unterscheiden.
- Gedichtform: Die Gliederung mit 21 Versen und fünf Strophen beschreiben.
- Ironie: Einen sprachlichen oder inhaltlichen Gegensatz erkennen und seine Wirkung erklären.
- Textbeleg: Mindestens zwei passende Versstellen korrekt angeben.
- Interpretation: Eine begründete Deutung formulieren.
- Quellenkritik: Den Erstdruck von 1913 und die spätere Buchfassung von 1919 unterscheiden.
Mögliche Abgabe: Eine eigene Gedichtanalyse von etwa 300 bis 450 Wörtern. Alternativ kann die Lehrkraft eine kürzere Analyse mit gestuften Hilfen vereinbaren.
Rückmeldung: Die Lehrkraft achtet vor allem auf nachvollziehbare Gedanken, passende Belege und die klare Trennung zwischen Textinhalt und Interpretation.
OERs zum Thema
Historische Textquellen
Erstdruck von 1913: Kurt Tucholsky, „Parkett“, Die Schaubühne, 4. September 1913, Nr. 36, S. 842. Bibliografisch nachgewiesen in den Tucholsky-Textnachweisen.
Digitale Ausgangsquelle: Zeno.org – Parkett, 1913.
Buchfassung von 1919: Kurt Tucholsky, Fromme Gesänge, Felix Lehmann Verlag, Charlottenburg, S. 84–85. Korrigierter Text auf Wikisource.
Die historische Dichtung ist in Deutschland gemeinfrei, da Tucholsky 1935 starb und die Schutzfrist abgelaufen ist. Bei späteren Bearbeitungen, Übersetzungen und Aufnahmen können eigene Rechte bestehen.
Wikipedia: Kurt Tucholsky
Der Wikipedia-Artikel behandelt den Autor und seine Werke. Er ist kein Ersatz für die genaue Untersuchung des Gedichts.
Wikimedia Commons: Medien- und Lizenznachweise
Historische Textscans:
Seite 84 und Seite 85. Kurt Tucholsky, Buchdruck 1919; digitale Scans nach Vorlage der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Gemeinfrei, Public Domain Mark.
Autorenfoto:
TucholskyParis1928.jpg. Sonja Thomassen, 1928. Lizenz: GNU Free Documentation License 1.2. Namensnennung und Lizenzbedingungen beachten.
Historischer Theatersaal:
Saal Deutsche Oper, Charlottenburg 1913.png. Bild aus der Berliner Architekturwelt, 1913; Fotograf nicht genannt. Lizenzkennzeichnung: CC0 1.0.
Historischer Bestuhlungsplan:
Berliner Theater, Bestuhlung 1912. Aus Rudolph Hertzog, Agenda 1912, Sammlung Kuhn. Urheber nicht bekannt; Wikimedia Commons: Public Domain.
Historische Hutgeschäftswerbung:
Ad for Odessa Millinery.jpg. The New York Age, Januar 1913. Public Domain in den USA.
Animationen:
Traveler-curtain.gif und Guillotine-curtain.gif. Urheber: KDS444, 2012. Lizenz: CC BY-SA 3.0. Beide Animationen zeigen Bühnenvorhänge, nicht eine konkrete Aufführung von „Parkett“.
Audio:
Applause-2.ogg. Urheber: RHumphries, aufgenommen 2005. Lizenz: CC BY 3.0. Theaterapplaus als modernes Hörbeispiel, nicht als historische Tonquelle.
Lizenztexte:
CC BY 3.0 – Namensnennung.
CC BY-SA 3.0 – Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
CC0 1.0 – Freigabe ohne urheberrechtliche Beschränkungen, soweit rechtlich möglich.
GNU FDL 1.2 – Freie Dokumentationslizenz.
Die verwendeten Commons-Medien wurden nicht eigens für diesen aiMOOC erzeugt. Auf den jeweiligen Dateiseiten stehen die vollständigen Angaben zu Urhebern, Quellen und Nutzungsrechten.
YouTube-Videos: Hinweise zur Nutzung
Die eingebundenen Videos stammen von Studyflix und Studienkreis. Sie erklären allgemeine Methoden der Gedichtanalyse und keine historisch belegte Interpretation von „Parkett“.
Die Videos sind externe Angebote ihrer jeweiligen Rechteinhaber. Eine freie Weiterverwendung der Video-Dateien wird nicht behauptet. Die Einbettung ersetzt keine eigene urheberrechtliche Freigabe.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen