Natürlich vorkommendes Kupfer in der Urgeschichte - Schmied 1


Natürlich vorkommendes Kupfer in der Urgeschichte - Schmied 1
Natürlich vorkommendes Kupfer in der Urgeschichte - Schmied
Einleitung
Kupfer gehört zu den ersten Metallen, die Menschen gezielt bearbeiteten. Der entscheidende Ausgangspunkt war gediegenes Kupfer: Kupfer, das in der Natur bereits elementar und damit metallisch vorkommt. Es musste nicht zuerst aus einem Erz reduziert werden. Kleine Stücke, Adern oder Nuggets konnten gesammelt, aus dem umgebenden Gestein gelöst und mit Steinwerkzeugen umgeformt werden. Damit begann ein grundlegender technologischer Wandel: Ein Werkstoff ließ sich nicht nur abschlagen, schleifen oder bohren, sondern durch plastische Verformung gezielt in eine neue Form bringen.
Für angehende Schmiedinnen und Schmiede ist dieses Thema besonders wichtig. An den frühesten Kupferobjekten lassen sich Grundprinzipien erkennen, die bis heute gelten: Kaltverformung, Kaltverfestigung, Zwischenglühen, Rekristallisation, Werkstoffprüfung durch Beobachtung sowie die Abstimmung von Werkzeug, Schlagenergie und Werkstückgeometrie. Zugleich zeigt die Urgeschichte, dass Metallbearbeitung nicht mit Hochöfen und Guss begann, sondern mit genauer Materialbeobachtung und handwerklicher Erfahrung.

Das Bild zeigt ein Stück gediegenes Kupfer. Solche Naturformen sind keine fertigen Werkstoffe mit gleichmäßiger Form. Sie können Einschlüsse, Risse, Oxidationsprodukte und unregelmäßige Oberflächen besitzen.
Lernziele
Nach diesem Lernkurs kannst Du:
- gediegenes Kupfer von Kupfererz, verhüttetem Kupfer und Bronze unterscheiden.
- die urgeschichtliche Bearbeitungskette vom Rohfund bis zum Objekt fachsprachlich beschreiben.
- Kaltverfestigung und Rekristallisationsglühen werkstoffkundlich erklären.
- archäologische Befunde vorsichtig interpretieren und Grenzen einer Rekonstruktion benennen.
- Bezüge zwischen urgeschichtlicher Kupferbearbeitung und heutiger Kupferschmiedearbeit herstellen.
- eine einfache praktische Versuchsreihe für Kupfer unter Beachtung des Arbeitsschutzes planen und dokumentieren.
Werkstoff: gediegenes Kupfer
Begriff und Abgrenzung
Gediegen bedeutet in der Mineralogie, dass ein chemisches Element in der Natur ungebunden oder nur mit geringen natürlichen Beimengungen vorkommt. Gediegenes Kupfer ist deshalb grundsätzlich etwas anderes als ein Kupfermineral wie Malachit, Azurit oder Chalkopyrit. Diese Minerale enthalten Kupfer in chemischer Verbindung. Um daraus metallisches Kupfer zu gewinnen, sind Aufbereitung und metallurgische Reduktion erforderlich.
Auch die Begriffe müssen sauber getrennt werden:
- Gediegenes Kupfer: natürlich vorkommendes, bereits metallisches Kupfer.
- Kupfererz: Gestein oder Mineralgemenge, aus dem Kupfer technisch gewonnen werden kann.
- Verhüttung: Gewinnung eines Metalls aus einer chemischen Verbindung, meist durch thermische und chemische Reduktion.
- Schmelzen: Übergang eines bereits vorhandenen Metalls in den flüssigen Zustand.
- Gießen: Einbringen flüssigen Metalls in eine Form.
- Bronze: Legierung auf Kupferbasis, klassisch vor allem mit Zinn.
Diese Prozesse gehören nicht alle zur frühesten Phase der Kupfernutzung. Die mechanische Bearbeitung von Naturkupfer ist älter als die systematische Gewinnung von Kupfer aus Erzen.

Kristallines Naturkupfer kann deutlich metallisch glänzen. Verwitterte Oberflächen sind häufig braun, schwarz oder grünlich verändert. Die Farbe allein beweist deshalb nicht, dass ein Fundstück aus Kupfer besteht.
Werkstoffeigenschaften
Reines Kupfer besitzt ein kubisch-flächenzentriertes Kristallgitter und ist bei Raumtemperatur gut plastisch verformbar. Beim Hämmern gleiten Versetzungen im Kristallgitter. Mit zunehmender Verformung steigt die Versetzungsdichte. Ihre Bewegung wird erschwert: Das Werkstück wird fester und härter, aber weniger duktil. Dieser Vorgang heißt Kaltverfestigung.
Für die handwerkliche Praxis bedeutet das: Ein Kupferstück lässt sich zunächst gut treiben oder strecken. Nach vielen Schlägen steigt jedoch der Verformungswiderstand. Werden Ränder, Kerben oder Materialfehler weiter belastet, können Risse entstehen. Durch geeignetes Glühen laufen Erholung und Rekristallisation ab. Neue, weniger stark verformte Körner bilden sich, und die Umformbarkeit nimmt wieder zu.
Wichtig ist die Abgrenzung zu härtbarem Stahl: Abschrecken macht reines Kupfer nicht martensitisch hart. Die Härte des Kupfers wird vor allem durch Kaltverformung erhöht; Glühen vermindert diese Verfestigung wieder.

Das Kupfer ist hier in ein Gestein eingebettet. Für urgeschichtliche Bearbeiter bestand die erste Aufgabe daher oft nicht im Schmieden, sondern im Erkennen, Gewinnen, Sortieren und Reinigen des geeigneten Rohmaterials.
Kupfer in der Urgeschichte
Frühe Fundorte und zeitliche Einordnung
Die frühesten sicher untersuchten Kupferobjekte sind klein. Besonders wichtig sind Fundplätze des präkeramischen Neolithikums in Anatolien und im nördlichen Vorderasien. In Çayönü wurden unter anderem Perlen, Stifte, Ahlen und hakenförmige Objekte aus gediegenem Kupfer gefunden. Die frühesten bearbeiteten Stücke werden dort in das späte 9. und frühe 8. Jahrtausend v. Chr. eingeordnet. Metallographische Untersuchungen weisen darauf hin, dass nicht nur kalt gehämmert, sondern teilweise auch zwischengeglüht wurde. Aus Aşıklı Höyük sind ebenfalls sehr frühe Kupferobjekte des 8. Jahrtausends v. Chr. bekannt.
Die Datierung und Bewertung einzelner Funde werden in der Forschung fortlaufend präzisiert. Für die Ausbildung ist deshalb die vorsichtige Formulierung wichtig: Çayönü gehört zu den frühesten gut dokumentierten Orten der Bearbeitung von gediegenem Kupfer. Daraus folgt nicht, dass dort weltweit erstmals jeder einzelne Bearbeitungsschritt erfunden wurde.

Der sogenannte Fruchtbare Halbmond umfasst mehrere Regionen, in denen sich frühe bäuerliche Gesellschaften, überregionale Austauschnetze und neue Handwerkstechniken entwickelten.

Der Fundkontext ist ebenso wichtig wie das Metallstück selbst. Gebäudestrukturen, Werkplätze, Rohmaterial, Halbzeuge und Abfälle helfen dabei, Herstellung und Nutzung zu rekonstruieren.

Keine einheitliche Kupferzeit
Die Begriffe Kupfersteinzeit, Chalkolithikum und Äneolithikum bezeichnen regional unterschiedliche Übergangsphasen zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit. Es gab keine weltweit gleichzeitig beginnende „Kupferzeit“. In manchen Regionen wurde Naturkupfer lange mechanisch bearbeitet, während andernorts bereits Kupfererze verhüttet, Metall geschmolzen und gegossen wurden.
Ein zweites wichtiges Beispiel ist das Gebiet der Großen Seen in Nordamerika. Dort standen umfangreiche Vorkommen von gediegenem Kupfer zur Verfügung. Gemeinschaften des sogenannten Old Copper Complex fertigten über lange Zeit Werkzeuge und Schmuck aus Naturkupfer. Diese Entwicklung verlief unabhängig von Vorderasien und zeigt, dass ähnliche Werkstoffeigenschaften in verschiedenen Kulturräumen zu vergleichbaren Grundtechniken führen konnten.
Vom Naturstück zum Werkstück
Mögliche urgeschichtliche Prozesskette
Eine plausible Bearbeitungskette lässt sich aus Fundspuren, Metallographie und experimentalarchäologischen Versuchen ableiten. Sie ist kein einheitliches Rezept für alle Regionen.
- Rohmaterialsuche: Auffällige metallische Stücke, Adern oder durch Verwitterung freigelegte Nuggets werden erkannt und gesammelt.
- Aufbereitung: Anhaftendes Gestein wird mit Schlagsteinen, Reibsteinen oder durch vorsichtiges Zerkleinern entfernt.
- Sortieren: Rissige, stark verunreinigte oder zu kleine Stücke werden anders verwendet als kompakte Stücke.
- Vorformen: Das Kupfer wird auf einer harten Unterlage gestaucht, gestreckt, abgeflacht oder zu einem Blech ausgeschmiedet.
- Kaltverformung: Kontrollierte Schläge verändern Querschnitt und Kontur.
- Zwischenglühen: Bei abnehmender Umformbarkeit wird das Stück erwärmt, damit sich der Werkstoff erholt und rekristallisiert.
- Feinformung: Kanten werden geglättet, Spitzen ausgearbeitet, Bleche gerollt oder Durchlochungen vorbereitet.
- Nachbearbeitung: Schleifen, Schaben, Polieren und gegebenenfalls erneutes Hämmern verbessern Form, Oberfläche und Festigkeit.

Schlagstein, Reibstein und steinerne Unterlage waren keine primitiven Ersatzwerkzeuge. Ihre Masse, Härte, Oberflächenform und Führung bestimmten die Qualität des Ergebnisses.
Typische frühe Produkte
Die ältesten Naturkupferobjekte waren häufig klein, weil Rohstücke begrenzt verfügbar waren und das Umformen großer Querschnitte schwierig ist. Typische Formen sind Perlen, kleine Bleche, Stifte, Ahlen, Haken, Ringe und Schmuckelemente. Dünne Perlen konnten hergestellt werden, indem ein flach gehämmertes Kupferblech um einen Dorn gerollt wurde. Spitzenförmige Werkzeuge erforderten eine gleichmäßige Querschnittsreduktion und sorgfältige Kontrolle der Rissbildung.
Große Beile und komplexe Gussstücke gehören meist zu späteren metallurgischen Entwicklungsstufen. Die berühmte Kupferaxt des Ötzi ist deshalb ein gutes Vergleichsobjekt, aber kein Beleg für die früheste Bearbeitung gediegenen Kupfers. Sie steht für eine Zeit, in der Erzgewinnung, Metallproduktion und spezialisierte Verarbeitung bereits deutlich weiterentwickelt waren.

Werkstoffkundliche Deutung
Kaltverfestigung erkennen
Beim Hämmern wird das Kupfer plastisch verformt. Messbare Folgen können eine höhere Härte, veränderte Kornformen und gerichtete Gefügestrukturen sein. In der Archäometallurgie werden dafür unter anderem Metallographie, Härtemessung, chemische Analytik und mikroskopische Untersuchung von Werkzeugspuren eingesetzt.
Ein einzelnes Merkmal genügt selten. Eine flache Form kann durch Hämmern entstanden sein, aber auch durch spätere Beschädigung. Eine erhitzte Oberfläche beweist nicht automatisch ein gezieltes Zwischenglühen. Fachgerechte Interpretation verbindet deshalb Objektform, Gefüge, Fundschicht, Vergleichsfunde und experimentelle Ergebnisse.
Glühen und Rekristallisation
Beim Erwärmen kaltverformten Kupfers können zunächst innere Spannungen abgebaut werden. Bei ausreichender Temperatur und Zeit bilden sich neue Körner. Die dafür nötigen Bedingungen hängen unter anderem von Reinheit, Verformungsgrad, Korngröße und Heizdauer ab. Urgeschichtliche Handwerker arbeiteten ohne moderne Temperaturmessung. Sie konnten den Prozess dennoch über Feuerführung, Erwärmungsdauer, Abstand zur Glut und die anschließende Umformbarkeit beurteilen.
Das Zwischenglühen ist ein Schlüssel zur Herstellung dünner Bleche und enger Radien. Ohne erneutes Erweichen würde stark kaltverfestigtes Kupfer an kritischen Stellen reißen. Handwerkliches Wissen zeigte sich daher nicht nur im kräftigen Schlag, sondern vor allem darin, rechtzeitig zu glühen.
Bedeutung für die Schmiedeausbildung
Übertragbare Fachkompetenzen
Die urgeschichtliche Kupferbearbeitung schult grundlegende berufliche Denkweisen:
- Werkstoffprüfung: Oberfläche, Klang, Verformungswiderstand, Risse und Gefüge werden beobachtet.
- Prozessplanung: Umformschritte und Glühzyklen werden aufeinander abgestimmt.
- Werkzeugauswahl: Hammerbahn, Unterlage und Schlagenergie werden der Formaufgabe angepasst.
- Qualitätssicherung: Maße, Symmetrie, Wandstärke, Kanten und Oberflächen werden kontrolliert.
- Dokumentation: Jeder Arbeitsschritt wird nachvollziehbar protokolliert.
- Fehleranalyse: Risse, Falten, ungleichmäßige Dicken und Überhitzung werden Ursachen zugeordnet.
Sicherer Ausbildungsversuch
Ein geeigneter Werkstattversuch arbeitet nicht mit archäologischen Originalen und nicht mit unbekannten Fundstücken. Verwende nur eindeutig gekennzeichnetes Kupferhalbzeug und arbeite unter Anleitung. Trage Schutzbrille, geeignete Arbeitskleidung und bei Bedarf Gehörschutz. Nutze sichere Greifwerkzeuge, eine geeignete Feuerstelle und eine wirksame Lüftung. Vermeide das Erhitzen beschichteter, verlöteter oder unbekannter Kupferteile.
Für eine Versuchsreihe kann ein Kupferstreifen abschnittsweise kalt gehämmert werden. Nach definierten Schlagfolgen werden Dicke, Breite, Rückfederung und subjektiver Verformungswiderstand dokumentiert. Ein Teilstück wird fachgerecht geglüht und erneut geprüft. So wird der Unterschied zwischen kaltverfestigtem und rekristallisiertem Zustand unmittelbar erfahrbar.
Archäologische Verantwortung
Urgeschichtliche Metallobjekte sind Quellen, keine Rohstoffproben. Funde dürfen nicht gereinigt, angeschliffen, geglüht oder experimentell belastet werden. Auch kleine Veränderungen können Werkzeugspuren, Korrosionsschichten, Rückstände und den wissenschaftlichen Aussagewert zerstören. Bei einem möglichen Bodenfund gelten die denkmalrechtlichen Regeln des jeweiligen Landes. Fundort und Lage müssen dokumentiert und die zuständigen Fachstellen informiert werden.
Experimentelle Archäologie arbeitet deshalb mit klar gekennzeichneten Repliken und dokumentierten Ausgangsmaterialien. Ein guter Versuch unterscheidet zwischen Beobachtung, Messwert und Interpretation. Er beweist nicht automatisch, dass Menschen der Urgeschichte exakt dieselbe Technik eingesetzt haben; er zeigt zunächst, was technisch möglich und unter bestimmten Bedingungen plausibel ist.
Fachbegriffe im Überblick
| Fachbegriff | Bedeutung |
|---|---|
| Gediegenes Kupfer | Natürlich vorkommendes, bereits metallisches Kupfer |
| Kaltverformung | Plastische Umformung unterhalb der Rekristallisationstemperatur |
| Kaltverfestigung | Zunahme von Festigkeit und Härte durch plastische Verformung |
| Duktilität | Fähigkeit eines Werkstoffs, sich plastisch zu verformen, bevor er bricht |
| Zwischenglühen | Glühen zwischen Umformschritten zur Wiederherstellung der Umformbarkeit |
| Rekristallisation | Neubildung spannungsarmer Körner im verformten Metall |
| Verhüttung | Gewinnung eines Metalls aus Erz durch chemisch-thermische Prozesse |
| Archäometallurgie | Erforschung historischer Metallgewinnung und Metallverarbeitung mit archäologischen und naturwissenschaftlichen Methoden |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist gediegenes Kupfer? (Natürlich vorkommendes metallisches Kupfer) (!Ein Kupfererz mit hohem Schwefelgehalt) (!Eine Legierung aus Kupfer und Zinn) (!Geschmolzenes Kupfer in einer Gussform)
Welcher Vorgang macht kalt gehämmertes Kupfer härter? (Kaltverfestigung) (!Verzinnung) (!Abschrecken zu Martensit) (!Entkohlung)
Warum wurde Kupfer während längerer Umformung zwischengeglüht? (Um die Umformbarkeit wieder zu erhöhen) (!Um das Kupfer in Bronze umzuwandeln) (!Um den Kupferanteil zu verringern) (!Um das Werkstück magnetisch zu machen)
Welcher Gegenstand ist für sehr frühe Naturkupferbearbeitung typisch? (Kleine Perle) (!Gegossene Kanone) (!Geschweißter Stahlträger) (!Maschinell gewalztes Rohr)
Was unterscheidet Verhüttung vom Schmelzen? (Verhüttung gewinnt Metall chemisch aus Erz) (!Verhüttung ist nur eine Form des Polierens) (!Schmelzen erzeugt immer eine Legierung) (!Schmelzen erfolgt ausschließlich unter Raumtemperatur)
Welche Aussage zu reinem Kupfer ist richtig? (Abschrecken erzeugt keine martensitische Härtung) (!Abschrecken macht Kupfer zu Stahl) (!Kupfer kann nicht kaltverformt werden) (!Kupfer ist bei Raumtemperatur spröde)
Wofür ist Çayönü besonders bedeutsam? (Für sehr frühe gut dokumentierte Naturkupferbearbeitung) (!Für die Erfindung des Hochofens) (!Für mittelalterliche Damaszenerklingen) (!Für industrielle Aluminiumproduktion)
Welche Methode hilft bei der Rekonstruktion früher Bearbeitungsschritte? (Metallographische Gefügeuntersuchung) (!Astrologische Deutung) (!Sprachaufnahme des Fundstücks) (!Messung seiner Magnetisierung als alleiniger Beweis)
Was ist bei einem archäologischen Kupferfund richtig? (Fundlage dokumentieren und Fachstellen informieren) (!Den Fund sofort blank schleifen) (!Eine Ecke zur Werkstoffprobe abschlagen) (!Den Fund zur Prüfung ausglühen)
Welche Größe beeinflusst die Rekristallisation von Kupfer? (Der vorherige Verformungsgrad) (!Die Farbe des Ambosses) (!Der Name des Fundortes) (!Die Jahreszeit der Ausgrabung allein)
Memory
| Gediegenes Kupfer | Natürliches metallisches Kupfer |
| Kaltverfestigung | Härtezunahme durch Umformung |
| Rekristallisation | Neubildung spannungsarmer Körner |
| Çayönü | Früher Fundort der Kupferbearbeitung |
| Ahle | Spitzenförmiges Werkzeug |
| Archäometallurgie | Untersuchung früher Metalltechnik |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bearbeitungsschritt |
|---|---|
| Rohmaterialsuche | Metallisches Naturstück erkennen |
| Aufbereitung | Anhaftendes Gestein entfernen |
| Vorformen | Grundform durch Schläge erzeugen |
| Zwischenglühen | Umformbarkeit wiederherstellen |
| Nachbearbeitung | Kanten glätten und Oberfläche verbessern |
...
Kreuzworträtsel
| Kupfer | Welches Metall wurde bereits gediegen bearbeitet? |
| Cayönü | Welcher anatolische Fundort ist für frühe Kupferobjekte bekannt? |
| Perle | Welches kleine Schmuckobjekt wurde aus dünnem Kupferblech gerollt? |
| Glühen | Welcher Wärmeprozess stellt die Umformbarkeit wieder her? |
| Ahle | Welches spitze Werkzeug ist unter frühen Kupferfunden vertreten? |
| Duktilität | Wie heißt die plastische Verformungsfähigkeit eines Werkstoffs? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Materialsteckbrief Kupfer: Erstelle einen Steckbrief zu Farbe, Dichte, Verformbarkeit, Leitfähigkeit und Korrosionsverhalten von reinem Kupfer.
- Begriffe unterscheiden: Gestalte eine übersichtliche Darstellung zu gediegenem Kupfer, Kupfererz, Verhüttung, Schmelzen, Gießen und Bronze.
- Bildanalyse Naturkupfer: Beschreibe an zwei Medien Form, Oberfläche, mögliche Einschlüsse und erkennbare Verwitterungsspuren.
- Prozesskette: Zeichne die Bearbeitung vom Naturstück bis zu einer gerollten Kupferperle als Ablaufdiagramm.
Standard
- Werkstattprotokoll Kupfer: Plane unter Anleitung eine Kaltverformungsreihe mit Messpunkten für Dicke, Breite und Rückfederung.
- Glühvergleich: Vergleiche kaltverfestigtes und geglühtes Kupfer hinsichtlich Verformungswiderstand und Rissneigung.
- Werkzeugrekonstruktion: Entwirf ein Set aus Schlagstein, Unterlage und Dorn für eine experimentalarchäologische Perlenherstellung und begründe die Auswahl.
- Fundortvergleich: Vergleiche Çayönü, Aşıklı Höyük und den Old Copper Complex nach Rohstoff, Objektformen und Bearbeitungstechniken.
Schwer
- Gefügeinterpretation: Erkläre, welche Gefügemerkmale auf Kaltverformung oder Rekristallisation hinweisen können und welche Unsicherheiten bleiben.
- Versuchsdesign: Entwickle eine reproduzierbare Versuchsreihe zum Einfluss der Schlagzahl auf Härte und Formänderung eines Kupferstreifens.
- Technologietransfer: Beurteile, welche Kenntnisse aus Steinbearbeitung, Keramikbrand und Feuerführung zur Entwicklung der Metallbearbeitung beigetragen haben könnten.
- Ausstellungskonzept: Erstelle ein kleines Ausbildungsmuseum mit Repliken, Medien, Sicherheitsstation und einer Mitmachaufgabe zur frühen Kupfertechnik.


Lernkontrolle
- Prozessanalyse: Erkläre, warum ein Kupferblech bei fortgesetztem Hämmern zunächst formbar bleibt, später aber an den Rändern reißen kann. Leite daraus einen sinnvollen Arbeitsplan ab.
- Fehlerdiagnose: Ein Lernender schlägt eine Spitze aus Kupfer ohne Zwischenglühen. Das Werkstück wird hart und bekommt einen Längsriss. Analysiere Ursache, Vorbeugung und mögliche Grenzen einer Reparatur.
- Technologievergleich: Vergleiche mechanische Naturkupferbearbeitung und Erzverhüttung hinsichtlich Rohstoff, Energiebedarf, Prozesswissen und möglicher Produktgröße.
- Quellenkritik: Bewerte die Aussage „Eine flache Kupferperle beweist, dass sie kalt gehämmert wurde“. Nenne notwendige zusätzliche Befunde.
- Transfer in die Werkstatt: Entwickle Qualitätskriterien für eine moderne, aus Kupfer getriebene Schale und zeige, welche davon bereits bei urgeschichtlicher Kupferbearbeitung relevant gewesen sein könnten.
- Sicherheitskonzept: Formuliere ein Sicherheits- und Dokumentationskonzept für einen Ausbildungsversuch mit Kupfer, Feuerstelle und Steinwerkzeugen.
Lernnachweis
Für einen qualifizierten Lernnachweis sind wichtig:
- korrekte Verwendung der Fachbegriffe gediegenes Kupfer, Kaltverformung, Kaltverfestigung, Rekristallisation, Duktilität und Verhüttung.
- nachvollziehbare Beschreibung einer urgeschichtlichen Bearbeitungskette.
- werkstoffkundliche Erklärung des Zusammenhangs zwischen Hämmern, Härtezunahme, sinkender Duktilität und Zwischenglühen.
- klare Unterscheidung zwischen belegtem archäologischem Befund, experimenteller Beobachtung und eigener Interpretation.
- fachgerechte Dokumentation von Werkzeugen, Ausgangsmaterial, Arbeitsschritten, Messwerten und Fehlern.
- Einhaltung von Arbeitsschutz, Denkmalschutz und verantwortungsvollem Umgang mit Kulturgut.
- Transfer der Erkenntnisse auf heutige Aufgaben der Kupfer- und Metallbearbeitung.
OERs zum Thema
Weiterführende Quellen
- Wikipedia: Kupfersteinzeit
- Wikipedia: Kupferschmied
- Wikipedia: Çayönü
- Molist und weitere: New Metallurgic Findings from the Pre-Pottery Neolithic
- Metallfunde und frühe Kupferbearbeitung aus Çatalhöyük im Forschungskontext
Verknüpfte Lernbereiche
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