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Nachhaltig wohnen - AES

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Nachhaltig wohnen - AES



Nachhaltig wohnen - AES


Einleitung

Nachhaltig wohnen bedeutet, den eigenen Wohnalltag so zu gestalten, dass Umwelt und Ressourcen geschont werden, Kosten im Blick bleiben und Menschen gut zusammenleben können. Im Fach AES geht es dabei besonders um praktische Entscheidungen im Alltag: Heizen, Lüften, Strom und Wasser nutzen, Wäsche pflegen, Dinge anschaffen, Abfall vermeiden und das Zusammenleben organisieren.

Nachhaltigkeit wird häufig aus drei Blickwinkeln betrachtet: ökologisch, ökonomisch und sozial. Beim Wohnen hängen diese Bereiche zusammen. Eine sparsame Wohnung kann Ressourcen und Geld schonen. Eine passende Wohnungsgröße, langlebige Möbel und ein gutes Miteinander können ebenfalls zu nachhaltigem Wohnen beitragen.


Der AES-Blick auf nachhaltiges Wohnen

Im Fach AES untersuchst Du nicht nur, ob etwas „umweltfreundlich“ wirkt. Du fragst auch: Ist es im Alltag umsetzbar? Ist es bezahlbar? Ist es gesund? Ist es fair? Nachhaltige Entscheidungen müssen zu einer konkreten Lebenssituation passen.

  1. Ökologische Nachhaltigkeit: Energie, Wasser, Rohstoffe und Abfall werden möglichst sparsam und verantwortungsvoll genutzt.
  2. Ökonomische Nachhaltigkeit: Anschaffungs-, Betriebs- und Folgekosten werden mitgedacht.
  3. Soziale Nachhaltigkeit: Wohnen soll Sicherheit, Teilhabe, Rücksicht und ein gutes Zusammenleben ermöglichen.


Wohnen und Gebäude

Wie nachhaltig Wohnen sein kann, hängt teilweise vom Gebäude ab. Eine gute Wärmedämmung, passende Fenster und eine effiziente Heiztechnik können den Energiebedarf senken. Auch erneuerbare Energien, zum Beispiel Photovoltaik, können eine Rolle spielen. Als Mieterin oder Mieter kannst Du das Gebäude oft nicht grundlegend verändern, aber Du kannst Deinen Alltag beeinflussen.

Datei:Haus mit Solarmodulen im Emmmerthal 2018 A.jpg

Ein nachhaltiges Gebäude besteht nicht automatisch nur aus „natürlichen“ Materialien. Wichtig ist die gesamte Nutzung: Bauweise, Energiebedarf, Lebensdauer, Reparierbarkeit, Wohnqualität und späterer Rückbau gehören zusammen.

Datei:Green Roof at the WIPO Headquarters 9.jpg

Begrünte Dächer können Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen, Regenwasser zurückhalten und Gebäude im Sommer unterstützen. Ob eine Dachbegrünung möglich ist, hängt aber immer vom Gebäude und der Statik ab.


Energie sparen im Wohnalltag

Ein großer Teil des nachhaltigen Wohnens findet im Alltag statt. Besonders wichtig sind Heizen, Warmwasser und Strom. Dabei geht es nicht darum, auf notwendige Wärme oder Hygiene zu verzichten, sondern Energie bewusst einzusetzen.


Richtig heizen und lüften

Heizkörper sollten ihre Wärme ungehindert an den Raum abgeben können. Ein Thermostatventil hilft, die gewünschte Raumtemperatur einzustellen. In der Heizperiode ist kurzes, kräftiges Stoßlüften meist sinnvoller als dauerhaft gekippte Fenster. Regelmäßiges Lüften trägt außerdem dazu bei, Feuchtigkeit aus der Wohnung abzuführen.


Strom bewusst nutzen

Strom lässt sich an vielen Stellen sparen: Licht nur dort einschalten, wo es gebraucht wird, Geräte nicht unnötig laufen lassen und bei neuen Geräten auf den Energieverbrauch achten. Bei der Beleuchtung sind LED-Lampen besonders effizient.

Auch Routinen zählen. Eine Waschmaschine sollte möglichst passend und gut gefüllt genutzt werden. Wäsche kann, wenn Zeit, Wetter und Platz es erlauben, ohne elektrischen Trockner getrocknet werden.


Wasser sparen und gesund wohnen

Trinkwasser ist eine wertvolle Ressource. Im Haushalt kannst Du Wasser sparen, indem Du Wasser nicht unnötig laufen lässt, tropfende Armaturen meldest oder reparierst und beim Duschen sowie Händewaschen bewusst mit Warmwasser umgehst. Warmwasser zu sparen kann zusätzlich Energie sparen.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Nachhaltiges Wohnen bedeutet zugleich gesundes Wohnen. Regelmäßiges Lüften, angemessene Raumtemperaturen, Sauberkeit und ein sinnvoller Umgang mit Feuchtigkeit helfen, ein angenehmes Wohnklima zu schaffen. Bei sichtbarem Schimmel reicht bloßes Überstreichen nicht aus: Die Ursache muss geklärt werden.


Konsum, Möbel und Haushaltsgegenstände

Nachhaltigkeit beginnt oft vor dem Kauf. Frage Dich: Brauche ich das wirklich? Kann ich etwas vorhandenes weiterverwenden, reparieren, leihen, tauschen oder gebraucht kaufen? Langlebige und reparierbare Produkte können sinnvoller sein als häufige Neuanschaffungen.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Für eine Kaufentscheidung im AES-Unterricht kannst Du mehrere Kriterien prüfen: Preis, Qualität, Lebensdauer, Reparierbarkeit, Energieverbrauch, Material, Herkunft, Nutzungshäufigkeit und Entsorgung. Ein sehr günstiges Produkt ist nicht automatisch wirtschaftlich, wenn es schnell ersetzt werden muss.


Weniger besitzen, besser nutzen

Eine nachhaltige Wohnweise kann auch bedeuten, Dinge gemeinsam zu nutzen. Werkzeuge, selten benötigte Geräte oder Bücher lassen sich teilen, ausleihen oder tauschen. Dadurch können Anschaffungen vermieden und Ressourcen besser genutzt werden.


Abfall vermeiden, wiederverwenden und trennen

Bei Abfall gilt als Grundidee: Vermeiden ist besser als Wiederverwenden, Wiederverwenden ist besser als reines Recycling. Erst wenn ein Gegenstand nicht mehr sinnvoll genutzt werden kann, wird die richtige Entsorgung wichtig.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Mülltrennung unterstützt das Recycling geeigneter Wertstoffe. Die genauen Regeln können sich regional unterscheiden. Deshalb ist es sinnvoll, die Hinweise des eigenen Entsorgungsbetriebs zu beachten.


Mobilität und Wohnort

Nachhaltiges Wohnen endet nicht an der Wohnungstür. Der Wohnort beeinflusst, wie Du Schule, Arbeit, Einkauf oder Freizeit erreichst. Kurze Wege, sichere Fuß- und Radverbindungen sowie ein guter öffentlicher Verkehr können den Alltag erleichtern und den Bedarf an Autofahrten verringern.

Bei der Wahl einer Wohnung können deshalb nicht nur Miete und Größe wichtig sein, sondern auch Lage, Wege, Einkaufsmöglichkeiten, Barrierefreiheit und Anbindung. So wird sichtbar, dass ökologische, wirtschaftliche und soziale Fragen zusammengehören.


Nachhaltig wohnen als Gemeinschaftsaufgabe

Nicht alle Menschen haben dieselben Möglichkeiten. Wer zur Miete wohnt, kann weniger am Gebäude verändern als Eigentümerinnen und Eigentümer. Auch Einkommen, Wohnungsangebot, Familiengröße, Gesundheit und Wohnort beeinflussen Entscheidungen. Nachhaltigkeit darf deshalb nicht nur als Aufgabe einzelner Personen verstanden werden.

Im Alltag kannst Du trotzdem handeln: Gewohnheiten prüfen, gemeinsam Regeln vereinbaren, Kosten vergleichen, Dinge teilen und Verbesserungen anstoßen. Gleichzeitig sind Vermietende, Unternehmen, Kommunen und Politik dafür verantwortlich, nachhaltige Rahmenbedingungen mitzugestalten.


Merksätze

  1. Nachhaltigkeit: Beim Wohnen gehören Umwelt, Kosten und soziales Miteinander zusammen.
  2. Energie sparen: Bewusstes Heizen, Lüften, Beleuchten und Nutzen von Geräten kann Energie sparen.
  3. Wasser sparen: Weniger unnötiger Wasser- und Warmwasserverbrauch schont Ressourcen.
  4. Nachhaltiger Konsum: Prüfe zuerst Bedarf, Reparatur, Leihen, Tauschen und Gebrauchtkauf.
  5. Abfallvermeidung: Vermeiden und Wiederverwenden stehen vor dem Recycling.
  6. Mobilität: Kurze Wege und gute Alternativen zum Auto können nachhaltiges Wohnen unterstützen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche drei Bereiche gehören häufig zur Nachhaltigkeit? (Ökologie Ökonomie und Soziales) (!Technik Sport und Werbung) (!Wohnen Reisen und Fernsehen) (!Mode Musik und Freizeit)




Was ist in der Heizperiode meist sinnvoller als dauerhaft gekippte Fenster? (Kurzes kräftiges Stoßlüften) (!Fenster ständig gekippt lassen) (!Gar nicht lüften) (!Nur die Wohnungstür öffnen)




Wozu dient ein Thermostatventil am Heizkörper? (Zum Regeln der gewünschten Raumtemperatur) (!Zum Trennen von Haushaltsabfällen) (!Zum Messen des Wasserverbrauchs) (!Zum Laden eines Smartphones)




Welche Beleuchtung ist besonders energieeffizient? (LED-Lampe) (!Glühlampe) (!Kerze) (!Halogenstrahler ohne Bedarf)




Welche Handlung steht in der Abfallhierarchie besonders weit oben? (Abfall vermeiden) (!Alles sofort wegwerfen) (!Jeden Gegenstand neu kaufen) (!Müll absichtlich vermischen)




Welche Frage passt zu nachhaltigem Konsum? (Brauche ich das Produkt wirklich) (!Ist die Verpackung möglichst groß) (!Kann ich es möglichst schnell ersetzen) (!Ist Werbung dafür besonders laut)




Was kann beim Wäschetrocknen Energie sparen? (Wäsche auf der Leine trocknen) (!Trockner für einzelne Kleidungsstücke starten) (!Nasse Wäsche erneut waschen) (!Heizkörper vollständig mit Wäsche abdecken)




Warum gehört der Wohnort zum Thema nachhaltiges Wohnen? (Weil er Wege und Mobilität beeinflusst) (!Weil er die Lieblingsfarbe bestimmt) (!Weil er Mülltrennung überflüssig macht) (!Weil dort immer gleich viel Energie gebraucht wird)




Was ist eine mögliche nachhaltige Alternative zum Neukauf? (Gebraucht kaufen) (!Funktionsfähiges wegwerfen) (!Mehr kaufen als benötigt) (!Produkte absichtlich früh ersetzen)




Welche Aussage beschreibt nachhaltiges Wohnen am besten? (Umwelt Kosten und Zusammenleben gemeinsam berücksichtigen) (!Nur möglichst wenig Geld ausgeben) (!Nur neue Technik kaufen) (!Auf Komfort und Gesundheit immer verzichten)





Memory

Stoßlüften kurzer Luftaustausch
Thermostat Raumtemperatur regeln
LED effiziente Beleuchtung
Secondhand gebraucht kaufen
Recycling Wertstoffe wiederverwerten
Photovoltaik Sonnenlicht in Strom umwandeln





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Nachhaltigkeitswirkung
Reparieren Nutzungsdauer verlängern
Teilen Dinge gemeinsam nutzen
Stoßlüften Raumluft schnell austauschen
Mülltrennen Wertstoffe getrennt sammeln
Radfahren kurze Wege ohne Auto zurücklegen




...


Kreuzworträtsel

Thermostat Welches Bauteil hilft am Heizkörper beim Regeln der Raumtemperatur?
Recycling Wie heißt die Wiederverwertung geeigneter Wertstoffe?
Photovoltaik Welche Technik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um?
Secondhand Wie nennt man Waren, die bereits gebraucht wurden?
Stoßlüften Wie heißt kurzes kräftiges Lüften mit weit geöffnetem Fenster?
Nachhaltigkeit Welcher Begriff verbindet Umwelt Wirtschaft und Soziales mit Zukunftsfähigkeit?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Nachhaltiges Wohnen betrachtet ökologische, wirtschaftliche und

Fragen. Beim Heizen hilft ein

, die gewünschte Raumtemperatur zu regeln. In der Heizperiode ist kurzes kräftiges

meist sinnvoller als dauerhaft gekippte Fenster. Für die Beleuchtung sind

besonders energieeffizient. Beim Konsum kann der Kauf von

eine Alternative zum Neukauf sein. In der Abfallhierarchie steht die

vor dem Recycling. Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht in

um. Auch die Lage der Wohnung beeinflusst die tägliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Energiespar-Check: Untersuche einen Raum zu Hause oder in der Schule und notiere fünf Möglichkeiten, wie dort Energie bewusster genutzt werden kann.
  2. Wasser-Check: Beobachte einen Tag lang, wann Du Wasser nutzt, und entwickle drei realistische Spartipps.
  3. Secondhand-Suche: Wähle einen Haushaltsgegenstand und vergleiche Neukauf, Gebrauchtkauf und Ausleihen.
  4. Mülltagebuch: Sammle einen Tag lang Daten zu Deinem Haushaltsabfall und markiere, was vermeidbar oder wiederverwendbar gewesen wäre.


Standard

  1. Wohnungsgrundriss: Zeichne einen kleinen Grundriss und plane, wie Licht, Möbel und Wege praktisch und ressourcenschonend organisiert werden können.
  2. Produktvergleich: Vergleiche zwei Haushaltsgeräte nach Preis, Energieverbrauch, Lebensdauer, Reparierbarkeit und Nutzen.
  3. Interview Nachhaltig wohnen: Befrage eine Person aus Deinem Umfeld zu Energiesparen, Konsum und Müllvermeidung und werte die Antworten aus.
  4. Nachhaltige WG-Regeln: Entwickle zehn faire Regeln für eine Wohngemeinschaft zu Energie, Wasser, Reinigung, Einkaufen und gemeinsamer Nutzung.


Schwer

  1. Wohnkosten und Nachhaltigkeit: Entwickle ein Monatsbudget für eine fiktive Wohnung und begründe, welche nachhaltigen Entscheidungen finanziell sinnvoll sind.
  2. Sanierungsberatung: Erstelle für ein fiktives älteres Wohnhaus einen Maßnahmenplan mit kleinen Verhaltensänderungen und größeren baulichen Verbesserungen.
  3. Nachhaltigkeitskonflikt: Analysiere einen Zielkonflikt, zum Beispiel niedrige Anschaffungskosten gegen lange Lebensdauer, und entwickle eine begründete Entscheidung.
  4. Schulprojekt Nachhaltig wohnen: Plane eine Ausstellung, einen Podcast oder ein Video, das anderen Jugendlichen konkrete Möglichkeiten nachhaltigen Wohnens erklärt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Wohnung: Eine Familie möchte Energie sparen, hat aber nur ein kleines Budget. Entwickle drei Maßnahmen, ordne sie nach Aufwand und Wirkung und begründe Deine Reihenfolge.
  2. Zielkonflikt Konsum: Ein günstiger neuer Tisch und ein teurerer reparierbarer Tisch stehen zur Wahl. Entwickle Entscheidungskriterien und begründe eine Wahl.
  3. Transfer Heizen und Lüften: Erkläre, wie Du in einem feuchten Schlafzimmer vorgehen würdest, ohne nur einen einzelnen Tipp zu nennen.
  4. Abfallstrategie: Entwickle für einen Klassenraum eine Strategie, die zuerst Vermeidung, dann Wiederverwendung und erst danach Recycling berücksichtigt.
  5. Mobilität und Wohnen: Vergleiche zwei fiktive Wohnungen mit unterschiedlicher Miete und Verkehrsanbindung. Begründe, welche für einen bestimmten Haushalt nachhaltiger sein könnte.
  6. Soziale Nachhaltigkeit: Entwickle Regeln für einen gemeinsam genutzten Wohn- oder Aufenthaltsraum, die Rücksicht, Teilhabe und Ressourcenschonung verbinden.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu Nachhaltig wohnen - AES ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären und auf Alltagssituationen übertragen kannst.

  1. Du kannst ökologische, ökonomische und soziale Aspekte des Wohnens unterscheiden und verbinden.
  2. Du kannst sinnvolle Maßnahmen zum Energie- und Wassersparen begründen.
  3. Du kannst nachhaltige Konsumentscheidungen anhand mehrerer Kriterien beurteilen.
  4. Du kannst Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling sinnvoll einordnen.
  5. Du kannst Zielkonflikte erkennen und eine begründete Entscheidung treffen.
  6. Du kannst die Bedeutung von Wohnort, Mobilität und sozialem Zusammenleben erklären.
  7. Du kannst eigene Verbesserungsvorschläge für Haushalt, Schule oder Wohngemeinschaft entwickeln.




OERs zum Thema

Wikipedia: Nachhaltiger Konsum

Wikipedia: Nachhaltiges Bauen



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