NWT9 - Profile und Leichtbau

NWT9 - Profile und Leichtbau
Einleitung
NWT9 - Profile und Leichtbau untersucht eine zentrale Frage technischen Konstruierens: Wie kann ein Bauteil mit möglichst wenig Material möglichst stabil und steif werden? Du vergleichst Vollquerschnitte, offene Profile, Hohlprofile, Fachwerke, Wellpappe und Sandwichstrukturen. Dabei erkennst Du, dass nicht nur der Werkstoff entscheidet. Mindestens ebenso wichtig ist, wo das Material im Querschnitt liegt und wie Kräfte durch eine Konstruktion weitergeleitet werden.

Ein flaches Blatt Papier biegt sich leicht. Dasselbe Blatt kann durch Falten, Rollen oder Wellen deutlich steifer werden, obwohl seine Masse fast gleich bleibt. Genau dieses Prinzip findest Du bei Stahlprofilen, Fahrradrahmen, Flugzeugbauteilen, Brücken, Türmen, Wellpappe und Sandwichplatten wieder. Leichtbau bedeutet deshalb nicht einfach „einen leichten Werkstoff verwenden“, sondern Material lastgerecht und formgerecht einzusetzen.
In diesem aiMOOC arbeitest Du experimentell, modellierst Papierprofile, vergleichst reale Bauwerke und nutzt interaktive Belastungssimulationen. Das Niveau ist für Klasse 9 angelegt und nach G – grundlegendem Niveau, M – mittlerem Niveau und E – erweitertem Niveau differenziert.
Leitfrage
Wie beeinflussen Form und Materialverteilung die Stabilität eines Bauteils, und warum können Hohl- und Profilkonstruktionen Material sparen?
Lernziele und Differenzierung
| Niveau | Du kannst ... |
|---|---|
| G | typische Profile erkennen, Zug und Druck unterscheiden, einfache Papiermodelle vergleichen und erklären, warum ein gefaltetes oder gerolltes Blatt steifer sein kann als ein flaches. |
| M | verschiedene Profilformen begründet vergleichen, faire Belastungsversuche planen, Messwerte auswerten und die Materialverteilung in Bezug auf die Biegung erklären. |
| E | die Rolle der neutralen Faser und des Flächenträgheitsmoments qualitativ und mit einfachen Formeln deuten, Zielkonflikte des Leichtbaus beurteilen und Konstruktionen optimieren. |
Was ist ein Profil?
Ein Profil ist bei langgestreckten Bauteilen die Form des Querschnitts. Bei vielen technischen Profilen bleibt dieser Querschnitt über die Länge gleich. Typische Formen sind I-, U-, T-, L- und Z-Profile sowie runde, quadratische oder rechteckige Hohlprofile.

Beim I-Profil heißen die breiten äußeren Bereiche Flansche oder Gurte. Der schmale verbindende Bereich heißt Steg. Diese Materialverteilung ist für Biegung besonders günstig: Viel Material liegt weit von der Querschnittsmitte entfernt, während im mittleren Bereich weniger Material benötigt wird.
Beobachtungsauftrag: Achte im Video darauf, wo beim gebogenen Balken die größten Zug- und Druckspannungen auftreten und warum Material weit außen besonders wirksam ist.
Vollquerschnitt, offenes Profil und Hohlprofil
| Bauform | Kennzeichen | Typische Wirkung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Vollquerschnitt | Material füllt den Querschnitt vollständig | einfach, aber bei Biegung oft materialintensiv | Vollstab |
| Offenes Profil | Querschnitt ist nicht vollständig geschlossen | gute Biegesteifigkeit in bevorzugten Richtungen | I-, U-, L-Profil |
| Hohlprofil | dünne Wand umschließt einen Hohlraum | günstige Materialverteilung, oft gute Biegungs- und Torsionseigenschaften | Rohr, Rechteckrohr |

G: Beschreibe nur die sichtbaren Unterschiede der Querschnitte.
M: Erkläre, welche Form bei gleichem Materialeinsatz eine große Außenabmessung ermöglicht.
E: Begründe, warum ein geschlossenes dünnwandiges Profil bei Verdrehung oft günstiger ist als ein offenes Profil, und nenne gleichzeitig die Gefahr des lokalen Beulens dünner Wände.
Belastungen verstehen
Bauteile können auf unterschiedliche Weise belastet werden. Für Profile und Leichtbau sind vor allem Zug, Druck, Biegung, Schub und Torsion wichtig.
Beim Zug wird ein Bauteil auseinandergezogen, beim Druck zusammengedrückt. Bei Biegung entstehen gleichzeitig Zug- und Druckbereiche. Bei Torsion wird das Bauteil verdreht. Dünne Bauteile unter Druck können außerdem knicken oder beulen, obwohl der Werkstoff selbst noch nicht gebrochen ist.

Bei einem Balken, der an zwei Stellen aufliegt und in der Mitte belastet wird, entsteht ein klassischer Drei-Punkt-Biegeversuch. Unter einer nach unten gerichteten Last wird eine Seite des Balkens überwiegend gedrückt, die gegenüberliegende Seite überwiegend gezogen. Dazwischen liegt eine Zone, in der die Längsspannung bei idealisierter Biegung gegen null geht: die neutrale Faser.
Warum Material weit außen besonders wirksam ist
Bei Biegung sind die Längsspannungen nahe der neutralen Faser klein und an den äußeren Bereichen größer. Deshalb kann es günstig sein, Material aus wenig wirksamen Bereichen nahe der Mitte wegzunehmen und weiter außen anzuordnen.
Das erklärt, warum ein I-Profil oder ein Kastenprofil bei gleicher Materialmenge deutlich steifer gegen Biegung sein kann als ein kompakter, flacher Querschnitt.
Wichtig: Material kann nicht beliebig entfernt werden. Der Steg eines I-Profils überträgt unter anderem Schubkräfte und hält die Flansche auf Abstand. Zu dünne Wände können beulen. Gute Leichtbaukonstruktionen sind deshalb immer ein Kompromiss aus Masse, Steifigkeit, Festigkeit, Stabilität, Herstellbarkeit und Sicherheit.
E-Niveau: Flächenträgheitsmoment als Formkennwert
Das Flächenträgheitsmoment beschreibt geometrisch, wie die Querschnittsfläche zu einer bestimmten Biegeachse verteilt ist. Ein größeres bedeutet bei gleichem Werkstoff und gleicher Belastung in der Regel eine geringere Krümmung und geringere Durchbiegung.
Für ein Rechteck mit Breite und Höhe gilt bezüglich der waagerechten Schwerpunktachse:
Die Höhe geht mit der dritten Potenz ein. Deshalb macht es einen großen Unterschied, ob ein rechteckiger Balken flach oder hochkant belastet wird.
Für einen rechteckigen Hohlquerschnitt kann das innere Rechteck vom äußeren abgezogen werden:
Du musst diese Formel in Klasse 9 nicht vollständig herleiten. Entscheidend ist die Idee: Material, das weiter von der neutralen Faser entfernt liegt, erhöht den Widerstand gegen Biegung besonders stark.
Papier als Modellwerkstoff
Papier eignet sich hervorragend, um den Einfluss der Form zu untersuchen. Ein flaches Blatt ist in einer Richtung sehr biegsam. Durch Falten entstehen Kanten, Stege und Flansche; durch Rollen entsteht ein Hohlprofil; durch Ziehharmonikafaltung eine Folge kleiner Profilkammern.
Experiment: Gleiche Masse – andere Form
Material: mehrere gleiche A4-Blätter, zwei gleich hohe Bücher oder Klötze, Lineal, identische Münzen oder kleine Normgewichte, optional eine Küchenwaage, pro Modell die gleiche Menge Klebeband.
Versuchsregel: Spannweite, Papiersorte, Blattanzahl, Belastungsposition und Klebebandmenge bleiben gleich. Nur die Querschnittsform wird verändert.
| Modell | Herstellungsidee | Erwartung | Messgröße |
|---|---|---|---|
| Flach | Blatt ohne Faltung auflegen | geringe Biegesteifigkeit | Durchbiegung oder maximale Last |
| U-Profil | zwei Längskanten hochfalten | deutlich steifer | Durchbiegung oder maximale Last |
| Ziehharmonika | mehrere parallele Falten | viele kleine Stege | Durchbiegung oder maximale Last |
| Rohr | Blatt rollen und mit gleicher Klebebandlänge schließen | geschlossener Hohlquerschnitt | Durchbiegung oder maximale Last |
Sicherheitsregel: Verwende nur kleine, kontrollierbare Lasten. Halte Hände und Gesicht nicht unter das belastete Modell und fange fallende Gewichte in einer flachen Schale auf.
G-Auftrag: Ordne die Modelle nach ihrer Tragfähigkeit und beschreibe die Unterschiede.
M-Auftrag: Führe für jedes Modell mindestens drei Messungen durch und vergleiche Mittelwerte.
E-Auftrag: Bestimme zusätzlich das Verhältnis „maximal getragene Masse / Masse des Papiermodells“ und diskutiere, welches Profil die beste Materialausnutzung zeigt.
Papier und Wellpappe
Wellpappe kombiniert ebene Decklagen mit einer gewellten Zwischenlage. Die Welle hält die Decklagen auf Abstand und bildet viele kleine Stege. Dadurch entsteht mit relativ wenig Papier ein deutlich dickerer und steiferer Querschnitt.
Das Prinzip zeigt bereits eine wichtige Leichtbauregel: Dicke muss nicht durch massives Material entstehen. Abstand zwischen tragenden Außenschichten kann ebenfalls Steifigkeit erzeugen.
Sandwich- und Wabenstrukturen
Bei einer Sandwichstruktur liegen zwei relativ feste Deckschichten außen, dazwischen befindet sich ein leichter Kern. Der Kern kann aus Schaum, Wellstrukturen oder Waben bestehen. Er hält die Decklagen auf Abstand und überträgt Schubkräfte.


Dieses Prinzip wird unter anderem in Fahrzeugen, Flugzeugen, Rotorblättern, Türen und Verbundplatten genutzt. Die Decklagen übernehmen bei Biegung große Zug- und Druckanteile, während der leichte Kern den Abstand sichert. Damit lässt sich eine hohe Biegesteifigkeit bei vergleichsweise geringer Masse erreichen.
G: Beschreibe den Aufbau Decklage – Kern – Decklage.
M: Erkläre, warum ein dicker, leichter Kern wirksamer sein kann als zwei direkt aufeinanderliegende Decklagen.
E: Beurteile, was passiert, wenn der Kern zu weich ist, die Decklage sich vom Kern ablöst oder die Waben lokal einknicken.
Fachwerke: Stabilität durch Stäbe und Dreiecke
Ein Fachwerk besteht idealisiert aus geraden Stäben, die an Knoten verbunden sind. Dreiecke sind für solche Konstruktionen besonders wichtig, weil ihre Form bei unveränderten Stablängen geometrisch festgelegt ist. Ein Viereck kann sich ohne Diagonale dagegen verschieben.

Im idealisierten Fachwerk tragen die Stäbe vor allem Zug oder Druck. Dadurch können Kräfte mit relativ wenig Material über große Spannweiten geleitet werden.
Bauwerke als Leichtbau-Labor

Der Eiffelturm zeigt sehr anschaulich, wie eine große räumliche Struktur aus vielen vergleichsweise schlanken Stäben aufgebaut werden kann. Statt den gesamten Raum mit massivem Material zu füllen, werden Lasten über ein gegliedertes Stabwerk weitergeleitet.

Auch große Brücken nutzen Fachwerk-, Kasten- und Profilprinzipien. Für die Konstruktion zählt nicht nur, wie viel Material vorhanden ist, sondern ob es entlang der Kraftwege sinnvoll angeordnet ist.
Interaktive Belastungssimulationen
Simulationen ersetzen keinen realen Versuch, können aber zeigen, wie sich Belastung, Auflager, Querschnitt und Materialeigenschaften getrennt verändern lassen.
Simulation 1: Balken biegen
G-Auftrag: Verändere die Balkenhöhe und beobachte die Biegung.
M-Auftrag: Vergleiche zwei Geometrien bei gleicher Belastung und formuliere eine Wenn-dann-Regel.
E-Auftrag: Verknüpfe Deine Beobachtung mit der Materialverteilung zur neutralen Faser.
Simulation 2: Querschnitt, Werkstoff und Last
Die Simulation erlaubt unter anderem den Vergleich von Rechteck, Kreis und I-Profil sowie die Veränderung von Last, Spannweite und Werkstoff.
G-Auftrag: Finde eine Einstellung mit deutlich kleinerer Durchbiegung.
M-Auftrag: Verändere immer nur eine Größe und dokumentiere Ursache und Wirkung.
E-Auftrag: Untersuche getrennt den Einfluss von Elastizitätsmodul und Flächenträgheitsmoment . Begründe, warum Werkstoffwahl und Form zwei verschiedene Stellschrauben des Leichtbaus sind.
Simulation 3: Fachwerk unter Last
Hier kannst Du bei einem Warren-Fachwerk Lasten an verschiedenen Knoten setzen und beobachten, welche Stäbe auf Zug oder Druck beansprucht werden.
G-Auftrag: Suche je einen Zug- und einen Druckstab.
M-Auftrag: Verschiebe die Last und beobachte, welche Stäbe ihre Beanspruchungsart wechseln.
E-Auftrag: Entwirf eine Begründung dafür, weshalb nicht jeder Stab eines Fachwerks gleich stark dimensioniert sein muss.
Konstruktionsregeln des Leichtbaus
| Regel | Begründung |
|---|---|
| Material lastgerecht verteilen | Material soll dort liegen, wo hohe Spannungen und Verformungswiderstände benötigt werden. |
| Große Querschnittshöhe nutzen | Bei Biegung erhöht ein größerer Abstand der Randbereiche von der neutralen Faser die Biegesteifigkeit stark. |
| Hohlräume zulassen | Nicht jeder Bereich eines Querschnitts trägt gleich wirksam zur Biegesteifigkeit bei. |
| Dreiecke und Fachwerke einsetzen | Kräfte können über Zug- und Druckstäbe gezielt weitergeleitet werden. |
| Dünne Wände stabilisieren | Sicken, Wellen, Stege oder Waben vermindern unerwünschtes Beulen. |
| Versagen mitdenken | Knicken, Beulen, Risse, schlechte Verbindungen oder lokale Überlastung können eine leichte Konstruktion begrenzen. |
Zielkonflikte im Leichtbau
Die leichteste Konstruktion ist nicht automatisch die beste. Technische Entwicklung muss mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Sicherheit, Steifigkeit, Festigkeit, Lebensdauer, Kosten, Reparierbarkeit, Fertigung, Recycling und Ressourceneinsatz.
Ein sehr dünnwandiges Profil spart Material, kann aber leichter beulen. Ein komplexes Wabenbauteil ist leicht, kann jedoch schwieriger herzustellen oder zu reparieren sein. Ein leichterer Werkstoff kann eine größere Bauteildicke benötigen, wenn seine Steifigkeit geringer ist. Deshalb ist Leichtbau eine Optimierungsaufgabe.
G/M/E-Entscheidungsaufgabe
Situation: Für einen 30 cm langen Modellträger stehen 20 g Karton zur Verfügung.
G: Wähle zwischen flach, U-Profil und Rohr und begründe Deine Wahl mit einem Satz.
M: Skizziere zwei Varianten, nenne jeweils einen Vorteil und einen möglichen Versagensmodus.
E: Entwickle ein Bewertungsschema aus mindestens vier Kriterien und entscheide nachvollziehbar, welche Konstruktion für eine mittige Biegelast am geeignetsten ist.
Medien- und Quellenhinweise
| Bereich | Vertiefung |
|---|---|
| Leichtbau | Wikipedia: Leichtbauweise |
| Profile | Wikipedia: Profilstahl |
| Biegung | Wikipedia: Flächenträgheitsmoment |
| Sandwich | Wikipedia: Sandwichbauweise |
| Freie Medien | Wikimedia Commons |
Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Lizenz, Urheberangaben und mögliche Weiterverwendungsbedingungen findest Du jeweils auf der Dateibeschreibungsseite.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum kann ein I-Profil bei Biegung Material besonders effizient nutzen? (Viel Material liegt weit von der neutralen Faser entfernt) (!Der gesamte Querschnitt besteht aus Vollmaterial) (!Der Steg verhindert jede Form von Spannung) (!Das Profil kann sich grundsätzlich nicht verformen)
Welche Belastung entsteht in einem idealisierten Fachwerkstab hauptsächlich? (Zug oder Druck) (!Nur Torsion) (!Nur Biegung) (!Nur Reibung)
Was ist ein Hohlprofil? (Ein Profil mit einem umschlossenen Hohlraum) (!Ein Vollstab ohne Außenwand) (!Eine ebene Platte ohne Querschnittshöhe) (!Ein Werkstoff ohne feste Form)
Warum wird ein hochkant gestellter rechteckiger Balken bei gleicher Last meist weniger durchgebogen als derselbe Balken flach? (Seine Querschnittshöhe in Belastungsrichtung ist größer) (!Seine Masse verdoppelt sich) (!Sein Werkstoff wird automatisch härter) (!Die Gewichtskraft verschwindet)
Welche Aufgabe hat der leichte Kern einer Sandwichplatte besonders? (Er hält die Decklagen auf Abstand und überträgt Schub) (!Er macht die Decklagen überflüssig) (!Er erhöht nur die Farbechtheit) (!Er verhindert jede Temperaturänderung)
Warum ist ein Dreieck im Fachwerk besonders nützlich? (Seine Form ist bei festen Stablängen geometrisch stabil) (!Es enthält immer mehr Material als ein Viereck) (!Es kann keine Druckkräfte übertragen) (!Es funktioniert nur bei Holz)
Was beschreibt das Flächenträgheitsmoment im Zusammenhang mit Balken? (Die Verteilung der Querschnittsfläche relativ zur Biegeachse) (!Die Masse eines rotierenden Motors) (!Die Temperatur des Werkstoffs) (!Die Länge des gesamten Bauwerks)
Welche Aussage über Leichtbau ist richtig? (Leichtbau verbindet Materialwahl und geeignete Formgebung) (!Leichtbau bedeutet immer nur Aluminium zu verwenden) (!Leichtbau bedeutet möglichst dünne Bauteile ohne Sicherheitsnachweis) (!Leichtbau verzichtet grundsätzlich auf Hohlräume)
Welche Gefahr tritt bei sehr dünnwandigen Profilen unter Druck auf? (Beulen oder Knicken) (!Magnetisierung) (!Verdampfung bei Raumtemperatur) (!Vollständige Gewichtslosigkeit)
Warum ist Wellpappe steifer als ein einzelnes flaches Papierblatt gleicher Grundfläche? (Die gewellte Mittellage hält Decklagen und Bereiche auf Abstand) (!Die Wellen machen das Papier automatisch aus Metall) (!Die Masse wird unendlich groß) (!Die Fasern verlieren jede Beweglichkeit)
Memory
| I-Profil | Material weit von der neutralen Faser |
| Hohlprofil | Geschlossener dünnwandiger Querschnitt |
| Steg | Verbindung zwischen den äußeren Gurten |
| Flansch | Außenliegender Bereich eines Trägers |
| Fachwerk | Stabstruktur aus Dreiecken |
| Sandwich | Decklagen mit leichtem Kern |
| Wellpappe | Gewellte Mittellage zwischen Deckschichten |
| Flächenträgheitsmoment | Formkennwert für Biegeverhalten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| I-Profil | günstige Materialverteilung bei Biegung |
| Rohrprofil | geschlossener Querschnitt mit Hohlraum |
| U-Profil | offener Profilquerschnitt |
| Sandwichplatte | großer Decklagenabstand durch leichten Kern |
| Fachwerk | Lastabtragung über Zug und Druck in Stäben |
Kreuzworträtsel
| Profil | Wie heißt die Form des Querschnitts eines langgestreckten Bauteils? |
| Flansch | Wie heißt ein äußerer Gurt eines I-Trägers? |
| Fachwerk | Wie heißt eine Tragstruktur aus verbundenen Stäben und Dreiecken? |
| Sandwich | Wie heißt eine Bauweise mit zwei Decklagen und leichtem Kern? |
| Wellpappe | Welches Papierprodukt nutzt eine gewellte Zwischenlage? |
| Biegung | Welche Beanspruchung krümmt einen Balken? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Profil-Safari: Fotografiere oder skizziere vier Profile aus Deinem Alltag, zum Beispiel an Regalen, Fahrrädern, Fenstern oder Möbeln, und benenne ihre Querschnittsform.
- Papiervergleich: Baue aus zwei gleichen Papierstreifen ein flaches und ein gefaltetes Modell und dokumentiere, welches sich unter derselben Last stärker durchbiegt.
- Bauwerksuche: Finde ein Bauwerk mit sichtbaren Dreiecken oder Fachwerkstäben und markiere in einem Bild mindestens fünf tragende Stäbe.
- Wellpappe untersuchen: Schneide mit Erlaubnis ein kleines Stück Verpackungswellpappe auf und zeichne Decklagen, Wellen und Hohlräume.
Standard
- Fairer Belastungsversuch: Plane einen Vergleich von mindestens drei Papierprofilen mit gleicher Spannweite und gleicher Materialmenge und protokolliere drei Messreihen.
- Versagensanalyse: Filme einen Papierträger kurz beim Belastungstest und bestimme anschließend, ob das erste Versagen durch Biegung, Knicken, Beulen oder eine schlechte Verbindung ausgelöst wurde.
- Simulationsvergleich: Verändere in einer Balkensimulation nacheinander Last, Spannweite und Profilform und formuliere für jede Größe eine begründete Wenn-dann-Aussage.
- Leichtbau im Fahrrad: Untersuche an einem Fahrrad, warum viele Rahmenteile als Rohre ausgeführt sind, und erstelle eine beschriftete Skizze mit mindestens drei vermuteten Kraftwegen.
Schwer
- Optimierungs-Challenge: Baue aus genau einem A4-Blatt und einer festgelegten Klebebandlänge einen 20 cm langen Träger mit maximaler Tragfähigkeit. Dokumentiere mindestens zwei Entwicklungsstufen.
- Kennzahl Tragfähigkeit: Vergleiche mehrere Papierkonstruktionen mit der Kennzahl maximale Last geteilt durch Eigenmasse und diskutiere, warum diese Kennzahl allein noch kein vollständiges Qualitätsurteil liefert.
- Profilrechnung: Vergleiche auf E-Niveau zwei rechteckige Querschnitte mit ähnlicher Fläche, aber unterschiedlicher Höhe mithilfe von und überprüfe, ob Dein Versuch die Tendenz bestätigt.
- Ingenieurinterview: Befrage eine Person aus Bauwesen, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder Produktentwicklung dazu, wo im Beruf Profile und Leichtbau eingesetzt werden, und fasse drei Zielkonflikte zwischen Masse, Sicherheit und Kosten zusammen.


Lernkontrolle
- Transfer Profilwahl: Für einen Regalboden stehen ein flacher Vollstreifen, ein U-Profil und ein Rechteckrohr mit ähnlicher Masse zur Auswahl. Entscheide Dich für eine Variante und begründe Deine Wahl für eine vertikale Biegelast.
- Fehlerdiagnose: Ein besonders leichtes Papierprofil trägt zunächst viel Last, knickt dann aber plötzlich seitlich ein. Erkläre, warum hohe Materialeffizienz und Stabilität nicht dasselbe sind, und schlage zwei Verbesserungen vor.
- Vergleich Werkstoff und Form: Ein Konstrukteur kann entweder einen steiferen Werkstoff oder einen günstigeren Querschnitt wählen. Erkläre, wie beide Maßnahmen die Durchbiegung beeinflussen und warum sie unterschiedliche Folgen für Kosten und Masse haben können.
- Sandwichschaden: Bei einer Sandwichplatte löst sich eine Decklage vom Kern. Beschreibe, warum die Biegesteifigkeit stark sinken kann, obwohl die einzelnen Schichten noch nicht gebrochen sind.
- Fachwerktransfer: Ein rechteckiger Rahmen verformt sich unter seitlicher Last. Begründe, warum eine Diagonale hilft, und entscheide, ob sie je nach Lastrichtung eher auf Zug oder Druck beansprucht werden kann.
- Ressourcenbewertung: Beurteile die Aussage „Hohlprofile sind immer nachhaltiger als Vollprofile“. Entwickle eine ausgewogene Antwort, die Materialmenge, Fertigung, Lebensdauer, Reparatur und Recycling berücksichtigt.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern technische Zusammenhänge anwenden kannst.
- Profilformen erkennen: Du kannst Vollquerschnitt, offenes Profil, Hohlprofil, Fachwerk und Sandwichstruktur sicher unterscheiden.
- Belastungen erklären: Du kannst Zug, Druck, Biegung, Torsion, Knicken und Beulen an Beispielen beschreiben.
- Materialverteilung deuten: Du kannst erklären, warum Material weit von der neutralen Faser die Biegesteifigkeit besonders wirksam erhöht.
- Versuche auswerten: Du kannst einen fairen Belastungsversuch planen, Messwerte darstellen und eine begründete Schlussfolgerung ziehen.
- Leichtbau bewerten: Du kannst Materialeinsparung gegen Stabilität, Herstellbarkeit, Sicherheit und Ressourceneinsatz abwägen.
- G/M/E-Kompetenz: Auf G-Niveau beschreibst und vergleichst Du, auf M-Niveau begründest und wertest Du aus, auf E-Niveau modellierst, berechnest und optimierst Du.
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