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NWT9 - NwT und gesellschaftliche Verantwortung

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NWT9 - NwT und gesellschaftliche Verantwortung



NWT9 - NwT und gesellschaftliche Verantwortung

Technik löst Probleme, erfüllt Bedürfnisse und verändert zugleich Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. In diesem aiMOOC für Klasse 9 untersuchst Du deshalb technische Entscheidungen nicht nur mit der Frage Funktioniert das?, sondern auch mit den Fragen Für wen ist es nützlich?, Welche Ressourcen werden benötigt?, Wer trägt Kosten und Risiken?, Welche Werte stehen im Konflikt? und Welche Folgen entstehen über den gesamten Lebenszyklus?

Leitfrage: Wann ist eine technische Entscheidung gesellschaftlich verantwortbar?

Grundidee: Naturwissenschaftliche Daten helfen zu klären, was messbar ist und welche Folgen wahrscheinlich sind. Technische Kenntnisse zeigen, was machbar ist. Ob eine Lösung wünschenswert, fair oder zumutbar ist, hängt zusätzlich von menschlichen Bedürfnissen, wirtschaftlichen Bedingungen, Umweltfolgen und gesellschaftlichen Wertentscheidungen ab.

Datenstand der verlinkten aktuellen Quellen: September 2026. Bei politischen Zielwerten, Rechtslagen und Prognosen sollst Du immer das Datum der Quelle mitprüfen.


Einleitung

Im baden-württembergischen Bildungsplan für NwT gehört zur Kompetenz Bedeutung und Bewertung, das Zusammenwirken naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Innovationen zu erläutern, den Zusammenhang zwischen menschlichen Bedürfnissen und technischer Entwicklung zu untersuchen sowie Wechselwirkungen technischer Systeme mit Gesellschaft und Umwelt abzuschätzen und zu bewerten. Genau diese Kompetenzen stehen im Mittelpunkt dieses aiMOOCs.

Eine verantwortete technische Entscheidung ist selten die Suche nach der einen perfekten Lösung. Häufig gibt es Zielkonflikte: Ein Produkt kann besonders leistungsfähig, aber schwer reparierbar sein. Ein Windpark kann klimafreundlichen Strom liefern und zugleich vor Ort Konflikte um Landschaft, Artenschutz oder Beteiligung auslösen. Ein Elektrofahrzeug kann im Betrieb lokal emissionsarm sein, während Rohstoffgewinnung, Batterieproduktion und Strommix für die Gesamtbewertung wichtig bleiben.

Merksatz: Gute Technikbewertung trennt zunächst Sachurteile von Werturteilen und verbindet beide anschließend transparent zu einem begründeten Gesamturteil.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du technische Entscheidungen als soziotechnische Systeme betrachten. Du kannst naturwissenschaftliche und technische Fakten von Interessen, Annahmen und Werturteilen unterscheiden. Du kannst Lebenszyklen analysieren, geeignete Kriterien entwickeln, Datenquellen prüfen, unterschiedliche Stakeholder berücksichtigen und ein begründetes Urteil formulieren.

G – Grundniveau: Du erkennst die sechs Perspektiven, ordnest Argumente zu und begründest einfache Entscheidungen mit mindestens drei Kriterien.

M – Mittleres Niveau: Du vergleichst Alternativen anhand von Daten, Lebenszyklus und Stakeholdern, gewichtest Kriterien und erklärst Zielkonflikte.

E – Erweitertes Niveau: Du prüfst Systemgrenzen, Unsicherheiten, Interessenkonflikte und Verteilungsfragen, entwickelst Alternativen und verteidigst ein bedingtes Urteil gegen Einwände.


Das Sechs-Perspektiven-Modell

Eine technische Entscheidung wird belastbarer, wenn Du sie aus sechs Perspektiven untersuchst.

Perspektive Leitfragen Typische Daten oder Kriterien
Naturwissenschaft Welche Stoffe, Kräfte, Energieflüsse oder biologischen Wirkungen sind relevant? Welche Messwerte sind belastbar? Energie, Wirkungsgrad, Stoffeigenschaften, Emissionen, Messunsicherheit
Technik Erfüllt das System seine Funktion sicher, zuverlässig und wartbar? Welche Alternativen gibt es? Leistung, Lebensdauer, Sicherheit, Reparierbarkeit, Kompatibilität
Menschliche Bedürfnisse Welches Problem soll gelöst werden? Wer profitiert? Gibt es Barrieren oder neue Abhängigkeiten? Mobilität, Kommunikation, Gesundheit, Komfort, Teilhabe, Barrierefreiheit
Wirtschaft Was kostet die Lösung über ihre Lebensdauer? Welche Arbeitsplätze, Geschäftsmodelle oder Abhängigkeiten entstehen? Anschaffung, Betrieb, Wartung, Lieferketten, Total Cost of Ownership
Umwelt Welche Folgen entstehen für Klima, Ressourcen, Wasser, Fläche, Biodiversität und Abfall? Lebenszyklus, Rohstoffbedarf, Treibhausgase, Flächennutzung, Recycling
Gesellschaftliche Werte Was gilt als fair, akzeptabel und verantwortbar? Wer darf mitentscheiden? Welche Rechte sind betroffen? Gerechtigkeit, Datenschutz, Vorsorge, Beteiligung, Generationengerechtigkeit

Wichtig: Die Perspektiven überlappen. Ein knapper Rohstoff ist zugleich naturwissenschaftlich beschreibbar, technisch relevant, wirtschaftlich bedeutsam, ökologisch problematisch und gesellschaftlich eine Frage globaler Gerechtigkeit.


Sachurteil, Werturteil und Gesamturteil

Sachurteil: Eine Aussage, die sich mit Daten, Beobachtungen oder fachlichem Wissen prüfen lässt. Beispiel: Ein verklebtes Gehäuse kann die Demontage erschweren.

Werturteil: Eine Aussage darüber, was wichtiger, gerechter oder akzeptabler ist. Beispiel: Reparierbarkeit soll wichtiger sein als ein besonders dünnes Gehäuse.

Gesamturteil: Eine begründete Entscheidung, die Sachwissen, Kriterien, Gewichtungen, Unsicherheiten und Folgen zusammenführt. Beispiel: Für Schulgeräte wird ein etwas schwereres, aber langlebigeres und reparierbares Modell bevorzugt, wenn Leistung und Sicherheit weiterhin ausreichend sind.


Werkzeuge für verantwortliche Technikentscheidungen


Lebenszyklus statt Momentaufnahme

Viele Folgen werden unsichtbar, wenn nur die Nutzungsphase betrachtet wird. Eine Lebenszyklusbetrachtung verfolgt ein Produkt von der Rohstoffgewinnung bis zum Lebensende:

Rohstoffgewinnung → Materialherstellung → Produktion → Transport → Nutzung → Wartung und Reparatur → Wiederverwendung → Recycling oder Entsorgung

Bei Smartphones und Tablets weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass die Produktion einen großen Anteil der Umweltwirkungen verursacht. Deshalb können lange Nutzung, Reparierbarkeit und sachgerechtes Recycling besonders wichtig sein.

G: Markiere für ein Alltagsprodukt mindestens vier Lebenszyklusphasen.

M: Nenne für jede Phase mindestens eine mögliche Umwelt- oder Sozialwirkung.

E: Prüfe, wie sich Dein Urteil verändert, wenn Du die Systemgrenze erweiterst, zum Beispiel um Software-Support, Infrastruktur oder Zweitnutzung.


Kriterien, Gewichtung und Entscheidungsmatrix

Eine Entscheidungsmatrix macht Wertentscheidungen sichtbar. Zuerst legst Du Kriterien fest. Danach erhält jedes Kriterium ein Gewicht. Anschließend bewertest Du mehrere Alternativen auf einer einheitlichen Skala. Eine einfache Rechenregel lautet:

Gesamtwert = Summe aus Gewicht × Bewertung für jedes Kriterium

Das Ergebnis ist keine objektive Wahrheit. Die Matrix zeigt, welche Annahmen und Prioritäten zu einer Entscheidung führen. Wenn zwei Gruppen unterschiedliche Gewichte setzen, können beide mit denselben Sachinformationen zu unterschiedlichen, aber nachvollziehbaren Urteilen kommen.

Prüfschritt Leitfrage
Problem Welche konkrete Entscheidung muss getroffen werden?
Alternativen Welche technisch realistischen Möglichkeiten gibt es, einschließlich Nicht-Handeln oder Reparieren?
Kriterien Woran soll die Entscheidung gemessen werden?
Daten Welche Belege gibt es und wie zuverlässig sind sie?
Gewichtung Welche Kriterien sind wichtiger und warum?
Betroffene Wer gewinnt, wer trägt Kosten, Risiken oder Einschränkungen?
Unsicherheit Welche Folgen sind nur geschätzt oder noch unbekannt?
Urteil Welche Alternative ist unter den genannten Bedingungen am besten begründet?


Quellenkritik für Technikdaten

Prüfe bei Daten und Medien mindestens: Wer veröffentlicht?, Wann?, Welche Einheit?, Welche Systemgrenze?, Welche Vergleichsbasis?, Welche Interessen? und Welche Unsicherheit? Ein Herstellerprospekt, ein wissenschaftlicher Bericht, ein Behördenbericht und ein Meinungsbeitrag können alle nützlich sein, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen.

E-Niveau: Achte zusätzlich auf Rebound-Effekte, Externalitäten und Pfadabhängigkeiten. Eine effizientere Technik spart nicht automatisch im gleichen Maß Ressourcen, wenn sie dadurch viel häufiger genutzt wird. Kosten können außerdem bei Menschen oder Ökosystemen anfallen, obwohl sie nicht im Kaufpreis erscheinen.


Fallbeispiel 1: Smartphone – nützlich, rohstoffintensiv, reparierbar?

Smartphones verbinden Kommunikation, Navigation, Lernen, Unterhaltung, Fotografie und viele weitere Funktionen. Genau deshalb ist ihre Bewertung komplex: Hoher Nutzen steht einem aufwendigen Produktlebenszyklus gegenüber.

Das Bild zeigt einen entnehmbaren Geräteakku eines älteren Mobiltelefons. Es eignet sich als Ausgangspunkt für eine Konstruktionsfrage: Welche Vor- und Nachteile haben leicht austauschbare Komponenten gegenüber stark integrierten Bauweisen?


Datenlabor Elektroschrott

Der Global E-waste Monitor 2024 von ITU und UNITAR berichtet für 2022 weltweit rund 62 Millionen Tonnen Elektroschrott. Davon wurden 22,3 Prozent als formal gesammelt und umweltgerecht recycelt dokumentiert. Für 2030 werden bei Fortsetzung der Entwicklung etwa 82 Millionen Tonnen Elektroschrott prognostiziert. Die Zahl 22,3 Prozent bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Rest auf Deponien landet; sie zeigt, dass für den größeren Anteil keine dokumentierte formale Sammlung und Verwertung ausgewiesen wurde.

Jahr Weltweit erzeugter Elektroschrott Dokumentiert formal gesammelt und recycelt
2010 34 Millionen Tonnen 8 Millionen Tonnen
2022 62 Millionen Tonnen 13,8 Millionen Tonnen beziehungsweise 22,3 Prozent
2030 rund 82 Millionen Tonnen prognostiziert abhängig von Politik, Sammlung, Produktdesign und Verhalten

G: Beschreibe die Entwicklung von 2010 bis 2022 in zwei Sätzen.

M: Berechne, um wie viele Millionen Tonnen die erzeugte Menge und die formal recycelte Menge jeweils gestiegen sind. Vergleiche die Zuwächse.

E: Erkläre, warum eine steigende absolute Recyclingmenge trotzdem nicht genügt, wenn die gesamte Abfallmenge schneller wächst.

Die Aufnahme aus Agbogbloshie in Ghana kann eine Diskussion über globale Stoffströme und Umweltgerechtigkeit anstoßen. Verwende das Bild nicht als Beweis für die aktuelle Situation eines ganzen Landes, sondern als dokumentiertes Beispiel eines konkreten Ortes und Zeitpunkts.

Medienauftrag: Vergleiche Klimasünde Elektroschrott? | KlimaZeit mit Elektroschrott recyclen fürs Klima | Klimazeit. Notiere jeweils drei überprüfbare Sachinformationen, kennzeichne Bewertungen und prüfe, ob die Beiträge unterschiedliche Schwerpunkte setzen.


Designentscheidung: Reparieren oder ersetzen?

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Smartphones möglichst lange zu nutzen, weil die Herstellung einen großen Ressourcenaufwand verursacht und Recycling nicht alle enthaltenen Metalle vollständig zurückgewinnt. Reparierbarkeit ist deshalb nicht nur eine Komfortfrage, sondern eine technische und gesellschaftliche Gestaltungsentscheidung.

Seit 2026 ist zudem der europäische Rechtsrahmen zur Förderung von Reparaturen für bestimmte Produktgruppen anzuwenden. Er soll Reparaturen attraktiver machen und Hersteller dort zur Reparatur verpflichten, wo EU-Recht technische Reparierbarkeitsanforderungen festlegt. Solche Regeln zeigen: Gesellschaftliche Wertentscheidungen können technische Produktgestaltung verändern.


Interaktive Bewertung: Drei fiktive Schul-Smartphones

Die Werte sind didaktisch erfunden und bewerten keine realen Hersteller. Vergib für jedes Kriterium ein Gewicht von 0 bis 5. Multipliziere Gewicht und Bewertung. Vergleiche danach Deine Rangfolge mit einer anderen Gruppe.

Kriterium Gerät A Leistung Gerät B Modular Gerät C Budget
Rechenleistung 5 3 2
Reparierbarkeit 1 5 3
erwartbare Nutzungsdauer 3 5 2
günstiger Anschaffungspreis 2 3 5
Ersatzteilzugang 1 5 3
Ressourcenschonung durch lange Nutzung 2 5 3

Auswertung: Gibt es einen eindeutigen Sieger? Welche Gewichtung führt zu welchem Ergebnis? Welche zusätzlichen Daten würdest Du vor einem echten Kauf verlangen, zum Beispiel zu Software-Support, Datenschutz, Garantie, Energieverbrauch oder Lieferkette?


Fallbeispiel 2: Lithium-Ionen-Akku und Elektromobilität

Lithium-Ionen-Akkus speichern elektrische Energie durch reversible elektrochemische Prozesse. Sie ermöglichen Smartphones, Werkzeuge, Fahrräder, Fahrzeuge und stationäre Speicher. Ihre technische Stärke bedeutet jedoch nicht, dass jede Anwendung automatisch nachhaltig ist.

Medienauftrag G: Erkläre mit eigenen Worten, warum beim Laden und Entladen Ionen und Elektronen unterschiedliche Wege nehmen.

Medienauftrag M: Notiere zwei technische Vorteile und zwei Grenzen eines Lithium-Ionen-Akkus.

Medienauftrag E: Welche Fragen zur gesellschaftlichen Verantwortung beantwortet ein reines Funktionsvideo noch nicht?

Datei:Albemarle Corporation Lithium Operation at Silver Peak (49810666528).jpg

Rohstoffgewinnung ist standort- und verfahrensabhängig. Deshalb sind pauschale Aussagen wie „Lithium ist immer umweltschädlich“ oder „Elektromobilität ist immer sauber“ zu grob. Bewertet werden müssen konkrete Fördermethoden, Energie- und Wasserbedarf, lokale Ökosysteme, Arbeits- und Beteiligungsbedingungen, Transportwege, Batteriegröße, Fahrzeugnutzung, Strommix, Lebensdauer und Recycling.

Quellencheck zum Video: Das Terra-X-Video Die Wahrheit über Lithium stammt aus dem Jahr 2020. Nutze es als Fall- und Erklärmaterial, aber prüfe Zahlen, die sich seitdem verändert haben könnten, mit neueren Quellen.

Datei:Polestar 2 charging at Tesla Supercharger.jpg

Das Umweltbundesamt bewertet batterieelektrische Fahrzeuge über den gesamten Lebenszyklus als wichtigen Baustein zur Verringerung der Treibhausgasemissionen im Verkehr. Gleichzeitig steigt der Bedarf an teils kritischen Rohstoffen. Wie groß der Vorteil eines konkreten Fahrzeugs ist, hängt unter anderem von Fahrzeuggröße, Batterie, Strommix, Fahrleistung und Lebensdauer ab.


Debattenkarten: Soll eine Schule Dienstfahrzeuge elektrisch beschaffen?

Ziehe eine Rolle. Nutze die Karte nicht als persönliche Meinung, sondern als Perspektive. Formuliere zunächst ein starkes Argument Deiner Rolle und danach ein Argument, das die eigene Position einschränkt.

Rolle Hauptinteresse Mögliche Forderung Schwierige Rückfrage
Schulleitung zuverlässige Mobilität und Kostenkontrolle planbare Gesamtkosten und einfache Nutzung Sind Ladezeiten und Reichweite im Alltag ausreichend?
Schülervertretung Klimaschutz und Vorbildwirkung transparente Nachhaltigkeitskriterien Wie werden Rohstoffgewinnung und Fahrzeuggröße berücksichtigt?
Hausmeisterei Wartung und praktische Betriebsfähigkeit sichere Ladeinfrastruktur Wer trägt Verantwortung für Betrieb und Störungen?
Kämmerei begrenztes Budget niedrige Lebenszykluskosten Welche Kosten entstehen nach dem Kauf?
Umweltgruppe Klima, Ressourcen und Flächen kleines Fahrzeug, erneuerbarer Strom, lange Nutzung Ist ein Auto überhaupt die beste Mobilitätslösung?
Lokaler Handwerksbetrieb regionale Wertschöpfung und Reparatur Zugang zu Diagnose, Ersatzteilen und Service Wie reparierbar sind neue Fahrzeugsysteme?

G: Finde je Rolle ein Sachargument.

M: Ordne jedes Argument mindestens zwei der sechs Perspektiven zu.

E: Entwickle eine vierte Alternative neben Verbrenner, Elektroauto und Nicht-Kauf, zum Beispiel Carsharing oder Lastenrad, und prüfe sie mit denselben Kriterien.


Fallbeispiel 3: Windenergie – Klimaschutz, Landschaft und Beteiligung

Eine Windenergieanlage wandelt Bewegungsenergie des Windes über Rotor und Generator in elektrische Energie um. Für die technische Auslegung sind unter anderem Windangebot, Rotordurchmesser, Nabenhöhe, Generator, Netzanschluss und Sicherheit wichtig. Für die gesellschaftliche Entscheidung kommen Standort, Natur- und Artenschutz, Landschaft, Anwohnerinteressen, Kosten, Netzinfrastruktur und Beteiligung hinzu.

Datei:Wind turbine components, Burnie 20190310-001.jpg
Datei:Four turbines of the Waipipi Wind Farm.jpg

Das Umweltbundesamt betont die Bedeutung der Windenergie für Energiewende und Klimaschutz und weist zugleich auf Konflikte mit Natur und Landschaft hin. Bei der Standortplanung müssen besonders empfindliche Arten, Schutzgebiete, Flugrouten und weitere lokale Bedingungen berücksichtigt werden.

Medienauftrag: Das Quarks-Video prüft Behauptungen über Windräder. Erstelle eine Tabelle mit drei Spalten: Behauptung, Beleglage, offene Frage. Prüfe mindestens eine Aussage zusätzlich mit einer unabhängigen Quelle.


Debattenkarten: Windpark am Stadtrand

Szenario: Eine Kommune prüft einen Windpark auf einer geeigneten Fläche. Es gibt keinen vorgegebenen richtigen Beschluss. Entscheidend ist die Qualität der Begründung.

Rolle Chance Sorge Frage an die anderen
Gemeinderat lokale Energieversorgung und kommunale Einnahmen Akzeptanz und langfristige Planung Welche Bedingungen machen den Standort tragfähig?
Anwohnerin Beitrag zum Klimaschutz Lärm, Sichtwirkung, Fairness Wie werden Belastungen und Nutzen verteilt?
Naturschutzverband klimafreundliche Energie kann Ökosysteme langfristig schützen lokale Risiken für sensible Arten Welche Daten liegen zum konkreten Standort vor?
Energiegenossenschaft Beteiligung und regionale Wertschöpfung Finanzierung und Projektrisiken Können Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden und profitieren?
Landwirt zusätzliche Einnahmen und Doppelnutzung von Flächen Bauphase, Wege und Flächenbedarf Welche Flächen werden dauerhaft benötigt?
Jugendvertretung Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen Verzögerungen beim Klimaschutz Wie werden Langzeitfolgen im Beschluss gewichtet?
Netzbetreiber zusätzliche erneuerbare Erzeugung Netzengpässe und Anschlusskosten Welche Netzerweiterungen oder Speicher sind nötig?
Tourismusbetrieb nachhaltiges Image Veränderung des Landschaftsbilds Welche Annahmen über Gäste sind durch Daten belegt?

Debattenregel: Jede Person muss zuerst die Position einer anderen Rolle so wiedergeben, dass diese zustimmt. Erst danach darf widersprochen werden.


Technikfolgenabschätzung als Denkprozess

Technikfolgenabschätzung versucht, Chancen, Risiken und mögliche Nebenfolgen technischer Entwicklungen frühzeitig zu untersuchen. Sie verbindet Fachwissen mit gesellschaftlicher Beratung. Besonders schwierig ist, dass Folgen oft unsicher sind, wenn eine Technik neu ist, während spätere Änderungen teuer oder schwer möglich werden können.

Ein praktikabler Ablauf für Klasse 9 ist:

  1. Problem klären: Welche Entscheidung steht an?
  2. Technik verstehen: Wie funktioniert das System und welche Grenzen hat es?
  3. Folgen erfassen: Welche direkten und indirekten Folgen sind zu erwarten?
  4. Stakeholder bestimmen: Wer ist beteiligt, betroffen oder künftig betroffen?
  5. Kriterien festlegen: Nach welchen Maßstäben wird bewertet?
  6. Daten prüfen: Welche Quellen sind belastbar, aktuell und vergleichbar?
  7. Alternativen entwickeln: Welche anderen Lösungen oder Verhaltensänderungen gibt es?
  8. Gewichten und abwägen: Welche Zielkonflikte bestehen?
  9. Urteil formulieren: Welche Lösung ist unter welchen Bedingungen verantwortbar?
  10. Revision zulassen: Welche neuen Daten würden das Urteil ändern?


Unsicherheit, Risiko und Vorsorge

Risiko kann vereinfacht als Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß gedacht werden. In realen Technikfragen sind beide Größen oft nur teilweise bekannt. Deshalb gehört zur Verantwortung auch, Unsicherheit offen zu benennen.

Das Vorsorgeprinzip bedeutet nicht, jede neue Technik zu verbieten. Es fordert, mögliche schwere oder irreversible Schäden ernst zu nehmen, auch wenn noch nicht jede Ursache vollständig geklärt ist. Zugleich müssen Nutzen, Alternativen und die Folgen des Nicht-Handelns betrachtet werden.

G: Benenne eine Unsicherheit im Windpark-Fall.

M: Erkläre, welche zusätzliche Messung oder Information die Unsicherheit verkleinern könnte.

E: Diskutiere, ab wann fehlende Daten ein Grund für weitere Erprobung, Auflagen oder eine vorläufige Ablehnung sein sollten.


Interaktive Bewertungswerkstatt


Perspektiven zuordnen

Ordne die richtige Perspektive zu. Aussage
Naturwissenschaft Welche Stoffeigenschaften und Energieflüsse lassen sich messen?
Technik Wie zuverlässig, sicher und reparierbar ist die Lösung?
Menschliche Bedürfnisse Welches konkrete Problem wird für welche Menschen gelöst?
Wirtschaft Welche Kosten, Lieferketten und Geschäftsmodelle entstehen?
Umwelt Welche Folgen gibt es für Klima, Ressourcen und Biodiversität?
Gesellschaftliche Werte Was gilt als fair, akzeptabel und mitbestimmbar?





Faktencheck oder Wertentscheidung?

Entscheide bei jeder Aussage zunächst: prüfbare Sachfrage, Wertfrage oder Mischfrage.

Aussage Deine Einordnung Begründung
Ein Gerät hält im Test acht Jahre.
Acht Jahre Lebensdauer sind wichtiger als geringes Gewicht.
Eine Kommune soll lokale Natur stärker gewichten als günstigen Strom.
Ein Akku verliert nach vielen Ladezyklen Speicherkapazität.
Der Hersteller soll die Kosten für Rücknahme und Recycling tragen.
Ein Schulgerät soll auch mit eingeschränkter Feinmotorik bedienbar sein.

E-Auftrag: Wähle eine Mischfrage und zerlege sie in mindestens eine prüfbare Teilfrage und eine ausdrücklich benannte Wertentscheidung.


Entscheidungs-Challenge: Tablets für eine Schule

Eine Schule möchte einen Klassensatz Tablets beschaffen. Entwickle in Gruppen ein Bewertungsmodell mit mindestens sechs Kriterien. Mindestens je ein Kriterium muss aus den Bereichen Technik, Bedürfnisse, Wirtschaft, Umwelt und gesellschaftliche Werte stammen; zusätzlich soll ein naturwissenschaftlich messbares Kriterium verwendet werden.

G: Nutze eine Skala von 1 bis 3 und begründe jedes Kriterium.

M: Gewichte die Kriterien so, dass die Summe 100 Prozent ergibt, und führe eine Sensitivitätsprobe durch: Ändere zwei Gewichte.

E: Ergänze Unsicherheitsbereiche, ein Stakeholder-Veto-Kriterium und mindestens eine nicht-kaufbasierte Alternative wie Reparatur oder längere Nutzung vorhandener Geräte.


Quellen und Datenbasis

  1. Bildungspläne Baden-Württemberg: NwT, prozessbezogene Kompetenzen und Bedeutung/Bewertung – fachlicher Kompetenzrahmen.
  2. ITU und UNITAR: Global E-waste Monitor 2024 – Daten zu Elektroschrott.
  3. Umweltbundesamt: Smartphones und Tablets nachhaltig nutzen – Lebensdauer, Produktion, Reparierbarkeit und Recycling.
  4. Umweltbundesamt: Ressourcenschonung im Verkehr – Lebenszyklus und Rohstoffe der Elektromobilität.
  5. Umweltbundesamt: Windenergie an Land – Funktionsweise, Flächen- und Naturschutzfragen.
  6. Europäische Kommission: Directive on repair of goods – Reparaturregeln und Anwendung ab 2026.
  7. KIT-ITAS: Was ist Technikfolgenabschätzung? – wissenschaftlicher Hintergrund zur Technikfolgenabschätzung.
  8. Wikipedia: Technikfolgenabschätzung – Überblick und weiterführende Begriffe.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was gehört zu einer gesellschaftlich verantwortlichen Technikbewertung? (Das Zusammenspiel von Funktion, Bedürfnissen, Wirtschaft, Umwelt und Werten) (!Nur der niedrigste Kaufpreis) (!Nur die höchste technische Leistung) (!Nur die persönliche Meinung)




Was ist ein Sachurteil? (Eine Aussage, die mit Daten oder Fachwissen überprüft werden kann) (!Eine persönliche Priorität ohne Begründung) (!Eine Abstimmung über Geschmack) (!Eine Rangliste ohne Kriterien)




Warum ist eine Lebenszyklusbetrachtung wichtig? (Weil Folgen von der Rohstoffgewinnung bis zum Lebensende entstehen) (!Weil nur die Nutzungsphase zählt) (!Weil Recycling alle anderen Phasen ersetzt) (!Weil Transport immer die größte Wirkung hat)




Was zeigt eine Entscheidungsmatrix besonders gut? (Welche Kriterien und Gewichtungen zu einem Urteil führen) (!Welche Entscheidung für alle Menschen objektiv richtig ist) (!Dass Werte bei Entscheidungen keine Rolle spielen) (!Dass nur messbare Größen berücksichtigt werden dürfen)




Was bedeutet die Angabe von 22,3 Prozent beim Elektroschrott 2022? (Dieser Anteil wurde als formal gesammelt und umweltgerecht recycelt dokumentiert) (!Dieser Anteil aller Elektrogeräte wurde neu hergestellt) (!Dieser Anteil bestand nur aus Smartphones) (!Dieser Anteil wurde vollständig wieder zu identischen Geräten)




Welche Frage gehört vor allem zur Perspektive menschliche Bedürfnisse? (Welches Problem soll für welche Menschen gelöst werden) (!Wie groß ist der elektrische Widerstand) (!Wie hoch ist die Recyclingquote eines Metalls) (!Wie viele Ersatzteile liegen im Lager)




Warum kann ein Windpark trotz Klimanutzen lokale Konflikte auslösen? (Weil Standort, Natur, Landschaft, Beteiligung und Interessen unterschiedlich bewertet werden) (!Weil Windenergie keine Technik benötigt) (!Weil Wind überall gleich stark weht) (!Weil alle Beteiligten dieselben Interessen haben)




Was ist ein Stakeholder? (Eine Person oder Gruppe, die beteiligt oder von einer Entscheidung betroffen ist) (!Nur die Firma, die ein Produkt verkauft) (!Nur eine Behörde) (!Nur eine Person mit technischem Beruf)




Was bedeutet Vorsorge bei unsicheren Technikfolgen? (Mögliche schwere Schäden ernst nehmen und Alternativen sowie Schutzmaßnahmen prüfen) (!Jede neue Technik grundsätzlich verbieten) (!Unsicherheiten verschweigen) (!Nur kurzfristige Vorteile betrachten)




Was macht ein besonders gutes E-Niveau-Urteil aus? (Es nennt Bedingungen, Unsicherheiten, Gegenargumente und mögliche Alternativen) (!Es ist möglichst kurz und ohne Quellen) (!Es übernimmt die Meinung der Mehrheit) (!Es verzichtet auf eine Gewichtung von Kriterien)





Memory

Technikfolgenabschätzung Chancen und Risiken technischer Entwicklungen systematisch untersuchen
Lebenszyklus Weg von der Rohstoffgewinnung bis zum Lebensende
Stakeholder Beteiligte oder von einer Entscheidung betroffene Gruppe
Reparierbarkeit Defekte Komponenten instand setzen oder austauschen können
Externalität Kosten oder Nutzen außerhalb des Marktpreises
Vorsorgeprinzip Mögliche schwere Schäden trotz Unsicherheit berücksichtigen
Kreislaufwirtschaft Produkte und Materialien möglichst lange im Umlauf halten
Gewichtung Bedeutung eines Kriteriums für die Entscheidung festlegen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Naturwissenschaft Messbare Stoffeigenschaften und Energieflüsse
Technik Funktion, Sicherheit und Reparierbarkeit
Menschliche Bedürfnisse Nutzen, Teilhabe und Alltagstauglichkeit
Wirtschaft Kosten, Lieferketten und Geschäftsmodelle
Umwelt Klima, Ressourcen und Biodiversität
Gesellschaftliche Werte Fairness, Beteiligung und Generationengerechtigkeit






Kreuzworträtsel

Lebenszyklus Wie heißt die Betrachtung eines Produkts von Rohstoffgewinnung bis Entsorgung?
Stakeholder Wie nennt man Beteiligte und Betroffene einer technischen Entscheidung?
Reparatur Wie heißt das Instandsetzen eines defekten Produkts?
Recycling Wie heißt die Rückgewinnung von Materialien aus Abfällen?
Vorsorge Welches Prinzip nimmt mögliche schwere Schäden trotz Unsicherheit ernst?
Kriterien Wie heißen Maßstäbe, nach denen Alternativen verglichen werden?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine verantwortliche Technikentscheidung verbindet naturwissenschaftliches Wissen mit einer transparenten

.
Der Weg eines Produkts von der Rohstoffgewinnung bis zum Lebensende heißt

.
Menschen oder Gruppen, die von einer Entscheidung betroffen sind, nennt man

.
Ein prüfbarer Satz über messbare Folgen ist ein

.
Die Frage, welche Folge wichtiger oder gerechter ist, verlangt ein

.
Die Möglichkeit, defekte Teile auszutauschen, beschreibt die

.
Bei knappen oder kritischen Rohstoffen spielt auch die Gestaltung von

eine wichtige Rolle.
Mögliche Kosten für andere Menschen oder die Umwelt, die nicht im Preis erscheinen, heißen

.
Eine Entscheidungsmatrix macht Kriterien und ihre

sichtbar.
Bei unsicheren, möglicherweise schweren Folgen kann das

relevant sein.




Offene Aufgaben


Leicht – G

  1. Produktbiografie: Wähle einen Alltagsgegenstand und zeichne seinen Lebenszyklus von Rohstoffgewinnung bis Entsorgung. Markiere drei Stellen, an denen gesellschaftliche Verantwortung eine Rolle spielt.
  2. Medienvergleich: Vergleiche zwei Medienbeiträge zum selben Technikthema. Notiere Autor, Datum, Hauptaussage, Beleg und eine offene Frage.
  3. Reparatur-Check: Untersuche ein ausgeschaltetes Alltagsgerät von außen auf Schrauben, Klappen, Ersatzteilhinweise oder Reparaturinformationen. Öffne keine Akkus und keine Geräte mit Netzspannung. Dokumentiere Deine Beobachtungen mit Fotos oder Skizzen.
  4. Mini-Interview: Befrage zwei Personen dazu, was ihnen bei einem Smartphone wichtiger ist: Preis, Leistung, Reparierbarkeit, Datenschutz oder lange Nutzung. Vergleiche die Wertentscheidungen.


Standard – M

  1. Datenvisualisierung: Erstelle aus den Elektroschrottdaten von 2010 und 2022 ein Diagramm. Erkläre anschließend, warum absolute und relative Werte zu unterschiedlichen Eindrücken führen können.
  2. Entscheidungsmatrix: Entwickle eine gewichtete Matrix für die Beschaffung eines Schulgeräts. Nutze mindestens sechs Kriterien und begründe jedes Gewicht.
  3. Windpark-Debatte: Führt mit den Debattenkarten eine strukturierte Anhörung durch. Jede Rolle muss ein eigenes Argument und ein anerkanntes Gegenargument vortragen.
  4. Reparatur statt Neukauf: Recherchiere für ein reales Produkt Ersatzteilpreise, Reparaturmöglichkeiten und Software-Support. Formuliere, unter welchen Bedingungen Reparatur die bessere Entscheidung ist.


Schwer – E

  1. Technikfolgenanalyse: Untersuche eine neue Technik wie KI-Rechenzentren, Lieferdrohnen oder autonome Fahrzeuge mit dem Sechs-Perspektiven-Modell. Trenne Fakten, Annahmen, Werte und Unsicherheiten.
  2. Sensitivitätsanalyse: Nimm eine vorhandene Entscheidungsmatrix und ändere systematisch die Gewichte. Zeige, ab wann sich die Rangfolge der Alternativen ändert und was das über Wertentscheidungen aussagt.
  3. Bürgergutachten: Entwirf für ein lokales Technikprojekt ein kurzes Bürgergutachten mit Stakeholderanalyse, Datenbedarf, Kriterien, Minderheitenposition und begründetem Beschlussvorschlag.
  4. Alternativen-Design: Entwickle zu einem bestehenden technischen System eine Alternative, die denselben Bedarf mit weniger Ressourcen erfüllt. Erstelle Skizze, Funktionsbeschreibung, Lebenszyklusvergleich und eine Reflexion möglicher Rebound-Effekte.




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Lernkontrolle

  1. Smartphone-Beschaffung: Eine Schule schwankt zwischen einem leistungsstarken, schlecht reparierbaren und einem etwas langsameren, modularen Smartphone. Entwickle Kriterien, gewichte sie und formuliere ein Urteil, das mindestens einen Einwand berücksichtigt.
  2. Windenergie und Artenschutz: Ein Standort hat gutes Windangebot, aber Hinweise auf eine empfindliche Fledermausart. Erkläre, welche zusätzlichen Daten benötigt werden und welche technischen oder planerischen Maßnahmen geprüft werden sollten.
  3. Elektromobilität im Vergleich: Erkläre, warum die Frage „Ist ein Elektroauto nachhaltig?“ ohne Systemgrenze nicht eindeutig beantwortet werden kann. Entwickle eine passende Systemgrenze für einen fairen Vergleich.
  4. Reparaturrecht und Produktdesign: Zeige an einem selbst gewählten Produkt, wie eine gesellschaftliche Regel zur Reparierbarkeit technische Konstruktionsentscheidungen beeinflussen kann.
  5. Daten und Werte: Formuliere zu einem Technikthema zwei Sachurteile und zwei Werturteile. Verbinde sie anschließend zu einem begründeten Gesamturteil.
  6. Unsicherheit: Beschreibe eine Situation, in der zwei Gruppen dieselben Daten akzeptieren, aber wegen unterschiedlicher Werte zu verschiedenen Entscheidungen kommen. Zeige, wie ein fairer Entscheidungsprozess aussehen könnte.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du beschreibst eine technische Entscheidung als Zusammenspiel von Naturwissenschaft, Technik, menschlichen Bedürfnissen, Wirtschaft, Umwelt und gesellschaftlichen Werten.
  2. Du trennst überprüfbare Sachinformationen von Werturteilen und benennst Annahmen.
  3. Du verwendest mindestens eine Lebenszyklusbetrachtung statt nur die Nutzungsphase zu bewerten.
  4. Du entwickelst nachvollziehbare Kriterien und begründest ihre Gewichtung.
  5. Du berücksichtigst mehrere Stakeholder sowie die Verteilung von Nutzen, Kosten und Risiken.
  6. Du prüfst Quellen nach Aktualität, Aussagekraft, Interessen und Systemgrenzen.
  7. Du formulierst ein begründetes Gesamturteil und nennst Bedingungen, Unsicherheiten und mindestens eine Alternative.
  8. Auf M- und E-Niveau zeigst Du, wie sich das Urteil bei veränderten Gewichten oder neuen Daten ändern kann.




OERs zum Thema

Weitere passende offene Lernbereiche sind Nachhaltige Entwicklung, Kreislaufwirtschaft, Ökobilanz, Erneuerbare Energie, Elektromobilität, Rohstoff, Recycling, Vorsorgeprinzip und Technikethik.



Verknüpfte Lernbereiche


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