NWT9 - Mein NwT-Kompetenzprofil

NWT9 - Mein NwT-Kompetenzprofil
NWT9 - Mein NwT-Kompetenzprofil
Dein NwT-Kompetenzprofil macht sichtbar, was Du in NwT bereits kannst, woran Du noch arbeiten möchtest und welche Lern- und Berufswege zu Deinen Stärken passen könnten. Es ist kein Etikett und keine endgültige Berufsempfehlung. Ein gutes Kompetenzprofil beruht auf Belegen: Projektprodukten, Fotos, Messdaten, Konstruktionszeichnungen, Programmcode, Präsentationen, Rückmeldungen und begründeten Selbsteinschätzungen.
Der baden-württembergische Bildungsplan ordnet die prozessbezogenen Kompetenzen von NwT in die Bereiche Erkenntnisgewinnung und Forschen, Entwicklung und Konstruktion, Kommunikation und Organisation sowie Bedeutung und Bewertung. Für Dein persönliches Profil werden diese Bereiche in sechs gut beobachtbare Kompetenzfelder übersetzt: Forschen, Konstruieren, Programmieren, Präsentieren, Teamarbeit und Bewerten. Programmieren knüpft besonders an die Informationsverarbeitung an; Präsentieren und Teamarbeit gehören eng zu Kommunikation und Organisation. Die Orientierung an G/M/E unterstützt eine differenzierte Selbsteinschätzung. Das hier verwendete Raster ist eine didaktische Lernhilfe und kein amtlicher Notenschlüssel.
Bildungsplan Baden-Württemberg: NwT – Profilfach an der Gemeinschaftsschule

Warum ein Kompetenzprofil?
In NwT reicht es nicht, Fachbegriffe wiederzugeben. Du entwickelst Ideen, untersuchst Fragestellungen, baust und testest Produkte, nutzt Messgeräte und digitale Werkzeuge, programmierst Abläufe, dokumentierst Entscheidungen und bewertest technische Lösungen. Deshalb sollte Dein Lernstand nicht nur durch eine einzelne Klassenarbeit sichtbar werden.
Ein Kompetenzprofil beantwortet vier Fragen:
- Was kann ich?: Welche Handlungen gelingen mir schon sicher?
- Woran kann ich das zeigen?: Welche Produkte, Daten oder Rückmeldungen belegen meine Einschätzung?
- Wie gut und wie selbstständig gelingt es mir?: Brauche ich Hilfen, arbeite ich selbstständig oder kann ich Wissen auf neue Situationen übertragen?
- Wohin könnte mich das führen?: Welche Ausbildungs-, Studien- oder Berufsfelder passen zu meinen Interessen und Stärken?
G/M/E als Lernweg
In der Sekundarstufe I werden die drei Niveaus als grundlegendes Niveau G, mittleres Niveau M und erweitertes Niveau E verwendet. Für dieses Kompetenzprofil bedeutet das:
| Niveau | Typische Arbeitsweise im Kompetenzprofil | Geeignete Belege |
|---|---|---|
| G | Du bearbeitest überschaubare Aufgaben mit Hilfen, beschreibst Dein Vorgehen und erkennst grundlegende Zusammenhänge. | Ein klar dokumentiertes Beispiel, Checkliste, Foto mit Beschriftung, einfache Messreihe oder kurze Erklärung |
| M | Du planst wesentliche Arbeitsschritte selbstständig, begründest Entscheidungen und wertest Ergebnisse fachgerecht aus. | Mehrere verknüpfte Belege, begründete Auswertung, überarbeiteter Entwurf, kommentierter Code oder strukturierte Präsentation |
| E | Du überträgst Kompetenzen auf neue Situationen, vergleichst Alternativen, optimierst Lösungen und reflektierst Grenzen, Folgen oder Fehlerquellen. | Begründeter Transfer, Optimierungszyklus, differenzierte Datenanalyse, Kriterienvergleich, selbst entwickelte Untersuchung oder eigenständige Evaluation |
Wichtig: Ein E-Niveau ist nicht einfach „mehr Text“. Entscheidend sind Selbstständigkeit, Komplexität, Begründung, Transfer und Reflexion.
Mein Kompetenzportfolio
Dein Portfolio kann analog, digital oder gemischt geführt werden. Für jede Kompetenz sammelst Du möglichst unterschiedliche Nachweise. Gute Belege zeigen nicht nur ein fertiges Ergebnis, sondern auch den Weg dorthin: erste Idee, Plan, Fehlversuch, Korrektur, Test und Verbesserung.
Medien, die als Kompetenzbelege zählen können
| Medium | Was es zeigen kann | Reflexionsfrage |
|---|---|---|
| Kompetenzkarte | Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung und nächstes Ziel | Welche Aussage kann ich mit einem konkreten Beispiel belegen? |
| Projektprodukt | Funktion, Fertigungsqualität, Konstruktion, Optimierung | Was funktioniert – und was würde ich in Version 2 verändern? |
| Foto | Aufbau, Arbeitsprozess, Messanordnung, Teamrolle | Was ist auf dem Foto fachlich relevant? |
| Messdaten | Sorgfalt, Reproduzierbarkeit, Auswertung, Interpretation | Welche Aussage ist durch die Daten gedeckt? |
| Programmcode | Algorithmisches Denken, Struktur, Fehlersuche, Dokumentation | Warum funktioniert mein Programm – und wo könnte es scheitern? |
| Präsentation | Fachsprache, Visualisierung, Argumentation, Adressatenbezug | Welche Kernaussage bleibt beim Publikum hängen? |
| Teamprotokoll | Aufgabenverteilung, Verantwortung, Konfliktlösung, Nachsteuerung | Welchen eigenen Beitrag kann ich eindeutig benennen? |
| Bewertungsmatrix | Kriterienbildung, Abwägung, begründete Entscheidung | Welche Kriterien sind besonders wichtig und warum? |
Kompetenzkarte 1: Forschen
Forschen bedeutet, aus Beobachtungen oder Problemen untersuchbare Fragen zu entwickeln, Hypothesen zu formulieren, Messungen oder Experimente zu planen, Daten auszuwerten und die Aussagekraft der Ergebnisse kritisch einzuschätzen.

Mögliche Belege: Versuchsplan, Foto des Aufbaus, Messprotokoll, Diagramm, Fehleranalyse, Vergleichsmessung, Laborjournal.
| Niveau | Ich kann … | Mein möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| G | eine vorgegebene Forschungsfrage untersuchen, Messwerte geordnet erfassen und ein Ergebnis beschreiben. | beschriftetes Messprotokoll und kurze Auswertung |
| M | eine Untersuchung weitgehend selbstständig planen, Einflussgrößen beachten und Messdaten angemessen darstellen. | eigener Versuchsplan, Diagramm und begründete Interpretation |
| E | eine Forschungsfrage selbst entwickeln, ein Messverfahren begründet anpassen, Unsicherheiten diskutieren und die Tragfähigkeit der Aussage bewerten. | optimiertes Verfahren, Kontrollmessungen und reflektierte Fehleranalyse |
Reflexionsimpuls: Nenne ein Experiment, bei dem Dein Ergebnis zunächst nicht zur Erwartung passte. Welche Änderung hat Dir geholfen, die Ursache zu verstehen?
Messdaten als Beleg
Die folgende Messreihe ist ein didaktischer Beispieldatensatz für einen Testaufbau. Sie stellt keine reale Schülerleistung dar.
| Zeit in min | Temperatur in °C |
|---|---|
| 0 | 20,1 |
| 2 | 22,7 |
| 4 | 25,0 |
| 6 | 26,9 |
| 8 | 28,4 |
| 10 | 29,2 |

Auftrag G: Beschreibe den Verlauf der Temperatur in Worten und nenne Start- und Endwert.
Auftrag M: Stelle die Messreihe in einem geeigneten Diagramm dar und formuliere eine fachlich begründete Aussage zum Verlauf.
Auftrag E: Entwickle zusätzlich zwei mögliche Erklärungen für Messabweichungen, plane eine Kontrollmessung und begründe, welche Aussage mit diesem Datensatz möglich ist und welche nicht.
Kompetenzkarte 2: Konstruieren
Konstruieren bedeutet, Anforderungen zu klären, Lösungsvarianten zu entwickeln, Skizzen oder CAD-Modelle zu erstellen, Werkstoffe und Fertigungsverfahren auszuwählen, einen Prototyp zu bauen und ihn systematisch zu verbessern.


| Niveau | Ich kann … | Mein möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| G | nach einer Vorlage ein einfaches Produkt herstellen und wichtige Maße oder Bauteile benennen. | Werkstückfoto, beschriftete Skizze und kurze Funktionsbeschreibung |
| M | Anforderungen in einen eigenen Entwurf überführen, passende Materialien auswählen und den Prototyp anhand von Tests verbessern. | Anforderungsliste, CAD-Modell, Testprotokoll und Version 2 |
| E | konkurrierende Lösungsvarianten vergleichen, technische Zielkonflikte begründet abwägen und Optimierungen anhand messbarer Kriterien nachweisen. | Variantenmatrix, begründete Konstruktion, Messvergleich vor und nach der Optimierung |
Reflexionsimpuls: Welche Entscheidung in Deinem Produkt war eine echte Konstruktionsentscheidung und nicht nur eine Geschmacksfrage?
Projektprodukte dokumentieren
Ein gutes Projektfoto zeigt mehr als „Das haben wir gebaut“. Ergänze zu jedem Produkt:
- Anforderung: Welches Problem sollte gelöst werden?
- Entwurf: Welche Idee oder Variante wurde ausgewählt?
- Fertigung: Welche Werkzeuge, Maschinen oder Verfahren wurden eingesetzt?
- Test: Woran hast Du erkannt, ob das Produkt funktioniert?
- Optimierung: Was wurde nach dem Test verändert?
- Reflexion: Welche Kompetenz kannst Du mit diesem Produkt besonders gut belegen?

Kompetenzkarte 3: Programmieren
Programmieren bedeutet in NwT nicht nur, Code abzutippen. Du entwickelst einen Ablauf, zerlegst ein Problem in Teilschritte, nutzt Ein- und Ausgaben, testest den Algorithmus, findest Fehler und verbindest Software mit Sensoren oder Aktoren.

| Niveau | Ich kann … | Mein möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| G | einen vorgegebenen Programmablauf verstehen, kleine Änderungen vornehmen und Ein- sowie Ausgaben zuordnen. | kommentierter Codeausschnitt und Foto des funktionierenden Aufbaus |
| M | einen eigenen überschaubaren Algorithmus planen, programmieren, testen und typische Fehler systematisch suchen. | Ablaufplan, eigener Code, Testfälle und Fehlerprotokoll |
| E | ein Programm modular strukturieren, Sensorwerte sinnvoll verarbeiten, Grenzfälle untersuchen und die Lösung auf ein neues Problem übertragen. | modularer Code, Testkonzept, dokumentierte Grenzfälle und Transferaufgabe |
Reflexionsimpuls: Beschreibe einen Programmierfehler, den Du nicht durch Zufall, sondern durch eine systematische Strategie gefunden hast.
Kompetenzkarte 4: Präsentieren
Präsentieren heißt, fachliche Inhalte verständlich, korrekt und zielgerichtet zu vermitteln. Eine gute NwT-Präsentation verbindet Fachsprache, Modelle, Diagramme, Fotos, Konstruktionsdarstellungen und gegebenenfalls eine Demonstration des Produkts.

| Niveau | Ich kann … | Mein möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| G | ein Ergebnis in klarer Reihenfolge vorstellen und passende Fachbegriffe verwenden. | Kurzvortrag mit einem aussagekräftigen Bild oder Diagramm |
| M | eine Präsentation adressatengerecht strukturieren, Belege gezielt einsetzen und auf Rückfragen fachlich reagieren. | Folien, Handout oder Poster plus Peer-Feedback |
| E | komplexe Zusammenhänge reduzieren, Unsicherheiten transparent machen, alternative Deutungen ansprechen und eine fachliche Diskussion moderieren. | Präsentation mit Daten, Bewertung und dokumentierter Fragerunde |
Präsentationscheck:
- Ist meine Leitfrage nach spätestens einer Minute klar?
- Zeigt jede Grafik etwas, das ich im Vortrag wirklich brauche?
- Trenne ich Messdaten, Interpretation und Bewertung?
- Kann ich meine wichtigste Entscheidung begründen?
- Habe ich eine verständliche Schlussfolgerung statt nur einer Wiederholung?
Kompetenzkarte 5: Teamarbeit
NwT-Projekte sind häufig arbeitsteilig. Teamarbeit bedeutet deshalb mehr als „Wir haben uns verstanden“. Kompetent arbeitest Du im Team, wenn Ziele und Aufgaben klar sind, Verantwortung sichtbar übernommen wird, Absprachen eingehalten werden und das Team auf Probleme reagieren kann.

| Niveau | Ich kann … | Mein möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| G | eine vereinbarte Aufgabe zuverlässig übernehmen und über meinen Arbeitsstand berichten. | Aufgabenliste und kurzer persönlicher Tätigkeitsnachweis |
| M | Aufgaben sinnvoll verteilen, Absprachen dokumentieren, Feedback geben und bei Planabweichungen mit dem Team nachsteuern. | Teamprotokoll, Zwischenstand und Peer-Feedback |
| E | Teamprozesse reflektieren, Konflikte sachlich bearbeiten, Entscheidungen moderieren und die Zusammenarbeit für ein neues Projekt gezielt verbessern. | Rollenreflexion, Entscheidungsprotokoll und begründeter Verbesserungsplan |
Reflexionsimpuls: Welche Leistung Deines Teams wäre ohne Deinen eigenen Beitrag anders ausgefallen? Beschreibe konkret, was Du getan hast.
Kompetenzkarte 6: Bewerten
Bewerten bedeutet, eine technische oder naturwissenschaftliche Lösung anhand nachvollziehbarer Kriterien zu beurteilen. Dazu können Funktion, Sicherheit, Kosten, Ressourcenverbrauch, Reparierbarkeit, Umweltwirkung, gesellschaftlicher Nutzen oder Risiken gehören. Eine Bewertung ist stärker als eine Meinung, weil sie Kriterien, Belege und eine begründete Gewichtung enthält.
| Niveau | Ich kann … | Mein möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| G | Vor- und Nachteile einer Lösung nennen und eine einfache begründete Entscheidung treffen. | Pro-Contra-Tabelle mit Schlussurteil |
| M | mehrere Kriterien anwenden, Informationen vergleichen und eine Entscheidung nachvollziehbar begründen. | Kriterienmatrix oder Nutzwertanalyse |
| E | Zielkonflikte, Datenunsicherheiten und Folgen für unterschiedliche Beteiligte berücksichtigen und die Grenzen des eigenen Urteils reflektieren. | mehrperspektivische Bewertung mit Gewichtung und Unsicherheitsanalyse |
Reflexionsimpuls: Bei welcher technischen Entscheidung gibt es nicht „die eine beste Lösung“, weil verschiedene Kriterien miteinander konkurrieren?
Kompetenzprofil als Radar
Trage für jedes Feld zunächst eine Selbsteinschätzung ein. Nutze nicht nur Dein Gefühl, sondern mindestens einen Beleg. Eine einfache Skala kann von 1 = brauche noch viel Unterstützung bis 4 = arbeite sicher, selbstständig und transferiere reichen.
| Kompetenz | Meine Einschätzung 1–4 | Mein stärkster Beleg | Rückmeldung einer anderen Person | Mein nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| Forschen | ||||
| Konstruieren | ||||
| Programmieren | ||||
| Präsentieren | ||||
| Teamarbeit | ||||
| Bewerten |
Regel: Jede hohe Selbsteinschätzung braucht einen starken Beleg. Jede niedrige Selbsteinschätzung braucht ein erreichbares nächstes Ziel.
Interaktives Reflexionsinstrument: Beleg – Feedback – Ziel
Bearbeite für jedes Kompetenzfeld denselben Dreischritt:
- Beleg: Wähle ein konkretes Produkt, Foto, Diagramm, Codebeispiel oder Protokoll.
- Feedback: Notiere eine fachliche Rückmeldung von Lehrkraft, Mitschülerinnen oder Mitschülern.
- Ziel: Formuliere einen nächsten Schritt, der beobachtbar ist, zum Beispiel „Ich begründe beim nächsten Versuch die Auswahl des Messbereichs.“
| Kompetenz | Beleg | Feedback | Nächstes Ziel |
|---|---|---|---|
| Forschen | |||
| Konstruieren | |||
| Programmieren | |||
| Präsentieren | |||
| Teamarbeit | |||
| Bewerten |
Peer-Feedback mit zwei Perspektiven
Stärke: „An Deinem Nachweis sehe ich die Kompetenz besonders daran, dass …“
Entwicklung: „Noch überzeugender wäre der Nachweis, wenn Du …“
Qualitätsregel: Feedback bezieht sich auf beobachtbare Handlungen oder Produkte, nicht auf die Persönlichkeit.
Von meinen Stärken zu Bildungs- und Berufswegen
Ein Kompetenzprofil soll Dich nicht auf einen Beruf festlegen. Es kann aber Hinweise geben, welche Tätigkeiten Dir liegen und welche Wege Du erkunden möchtest. Viele technische Berufe kombinieren mehrere Kompetenzfelder.
| Stärke oder Kombination | Typische Tätigkeiten | Mögliche Ausbildungswege | Mögliche Studienfelder |
|---|---|---|---|
| Forschen | untersuchen, messen, Daten auswerten, Qualität sichern | Chemielaborant/in, Biologielaborant/in, Werkstoffprüfer/in | Chemie, Biologie, Physik, Materialwissenschaft, Umweltwissenschaften |
| Konstruieren | entwerfen, dimensionieren, fertigen, testen, optimieren | Technische/r Produktdesigner/in, Industriemechaniker/in, Mechatroniker/in | Maschinenbau, Mechatronik, Bauingenieurwesen, Produktentwicklung |
| Programmieren | Algorithmen entwickeln, Sensoren auslesen, Systeme automatisieren | Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung, Elektroniker/in für Automatisierungstechnik, Mechatroniker/in | Informatik, Elektrotechnik, Automatisierungstechnik, Robotik |
| Präsentieren | technische Inhalte erklären, Ergebnisse visualisieren, Projekte vertreten | je nach Fachgebiet z. B. technische Ausbildung mit Beratung, Dokumentation oder Kundenkontakt | Wissenschaftskommunikation, Technikmanagement, Lehramt, Ingenieurstudiengänge mit Projektanteilen |
| Teamarbeit | Projekte koordinieren, Schnittstellen klären, gemeinsam Probleme lösen | in nahezu allen technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildungsberufen bedeutsam | Projektmanagement, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Informatik |
| Bewerten | Kriterien entwickeln, Sicherheit und Nachhaltigkeit beurteilen, Alternativen vergleichen | Umwelttechnische Berufe, Qualitätsprüfung, technische Ausbildungswege mit Prüf- und Dokumentationsaufgaben | Umwelttechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Nachhaltigkeitswissenschaften, Technikfolgenabschätzung |
| Forschen + Programmieren | Messsysteme entwickeln, Daten automatisiert erfassen und analysieren | Elektronik, Automatisierung, Labor- und IT-nahe Ausbildungen | Data Science, Computational Science, Elektrotechnik, Messtechnik |
| Konstruieren + Programmieren | intelligente Produkte, Robotik und mechatronische Systeme entwickeln | Mechatroniker/in, Elektroniker/in, Fachinformatik mit Hardwarebezug | Mechatronik, Robotik, Embedded Systems |
| Forschen + Bewerten | Umwelt- oder Technikdaten erheben und Folgen beurteilen | Labor-, Umwelt- oder Prüftechnik | Umweltwissenschaften, Umwelttechnik, Energietechnik |
Berufskompass: Markiere drei Wege, die Dich neugierig machen. Suche anschließend je einen realen Ausbildungsberuf, Studiengang oder Betrieb in Deiner Region und prüfe, welche Kompetenzen dort tatsächlich verlangt werden.
Beispiel: Kompetenzprofil trifft Berufsorientierung
Profil A: stark in Konstruieren und Programmieren, gern praktische Teamarbeit. Mögliche Erkundungsrichtungen: Mechatronik, Robotik, Automatisierung, Embedded Systems.
Profil B: stark in Forschen und Bewerten, sorgfältig bei Messdaten. Mögliche Erkundungsrichtungen: Laborberufe, Umwelttechnik, Energietechnik, naturwissenschaftliche Studiengänge.
Profil C: stark in Präsentieren und Teamarbeit, interessiert an Technik und gesellschaftlichen Folgen. Mögliche Erkundungsrichtungen: technische Projektarbeit, Lehramt NwT, Wissenschaftskommunikation, Technikmanagement.
Entscheidend: Ein Kompetenzprofil zeigt Möglichkeiten. Interessen, Werte, Arbeitsbedingungen, schulische Voraussetzungen und praktische Erfahrungen gehören genauso zur Berufsorientierung.
Medienwerkstatt: aus Projektarbeit wird ein Portfolio
Foto-Nachweis

Beschrifte ein eigenes Projektfoto mit maximal drei fachlichen Hinweisen: Was ist zu sehen? Was war Deine Aufgabe? Welche Kompetenz wird belegt? Ein Foto ohne Erklärung ist meist ein schwacher Kompetenznachweis.
Programmier- und Elektronik-Nachweis

Dokumentiere bei einem Mikrocontroller-Projekt nicht nur den fertigen Aufbau. Zeige mindestens einen Zwischenstand, einen relevanten Codeausschnitt, einen Test und eine Verbesserung.
Konstruktions- und Fertigungs-Nachweis
Ein CAD-Modell zeigt Planung; ein Prototyp zeigt Umsetzung; ein Test zeigt Funktion; eine Version 2 zeigt Lernfortschritt. Besonders überzeugend wird Dein Nachweis, wenn diese vier Medien miteinander verbunden sind.
Präsentations-Nachweis
Speichere nicht nur die Folien. Ergänze eine kurze Reflexion: Welche Frage aus dem Publikum war besonders wichtig? Welche Folie hat Deine Aussage am besten gestützt? Was würdest Du beim nächsten Mal anders visualisieren?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wodurch wird eine Selbsteinschätzung im Kompetenzprofil besonders überzeugend? (Durch einen konkreten Kompetenzbeleg) (!Durch eine möglichst hohe Selbsteinschätzung) (!Durch eine lange Beschreibung ohne Beispiel) (!Durch die Meinung einer einzigen Person)
Welcher Nachweis passt besonders gut zur Kompetenz Forschen? (Ein Messprotokoll mit Auswertung) (!Eine reine Materialliste) (!Ein Titelblatt ohne Inhalt) (!Ein unkommentiertes Gruppenfoto)
Was kennzeichnet Konstruieren auf erweitertem Niveau besonders? (Lösungsvarianten vergleichen und Optimierungen begründet nachweisen) (!Nur eine Vorlage exakt kopieren) (!Nur das fertige Produkt fotografieren) (!Auf Tests vollständig verzichten)
Was ist beim Programmieren ein Zeichen für systematisches Arbeiten? (Testfälle nutzen und Fehler gezielt eingrenzen) (!Code nur so lange verändern bis zufällig etwas funktioniert) (!Nur fremden Code kopieren) (!Fehlermeldungen ignorieren)
Was gehört zu einer guten NwT-Präsentation? (Messdaten, Interpretation und Bewertung nachvollziehbar trennen) (!Möglichst viel Text auf jede Folie schreiben) (!Alle Fachbegriffe vermeiden) (!Nur das Endergebnis ohne Vorgehen zeigen)
Woran lässt sich gute Teamarbeit besonders erkennen? (Verantwortung und eigene Beiträge sind nachvollziehbar dokumentiert) (!Alle Teammitglieder machen immer exakt dasselbe) (!Nur eine Person trifft alle Entscheidungen) (!Probleme werden nicht angesprochen)
Was macht aus einer Meinung eine fachliche Bewertung? (Nachvollziehbare Kriterien und Belege) (!Eine besonders starke Formulierung) (!Eine spontane Entscheidung) (!Die häufigste Meinung in der Gruppe)
Was bedeutet Transfer im Kompetenzprofil? (Eine Kompetenz auf eine neue Situation anwenden) (!Eine Definition auswendig wiederholen) (!Eine bekannte Aufgabe unverändert abschreiben) (!Nur das Ergebnis eines anderen Teams übernehmen)
Welche Aussage zur Berufsorientierung ist angemessen? (Ein Kompetenzprofil zeigt mögliche Richtungen, legt aber keinen Beruf fest) (!Eine Stärke bestimmt eindeutig einen einzigen Beruf) (!Nur Schulnoten sind für Berufswege relevant) (!Teamarbeit spielt in technischen Berufen keine Rolle)
Was ist ein sinnvolles nächstes Lernziel? (Ein beobachtbarer konkreter Verbesserungsschritt) (!Ich werde irgendwann besser) (!Ich mache alles perfekt) (!Ich vermeide künftig schwierige Aufgaben)
Memory
| Forschen | Hypothesen und Messdaten prüfen |
| Konstruieren | Prototyp entwickeln und optimieren |
| Programmieren | Algorithmus in Code umsetzen |
| Präsentieren | Ergebnisse adressatengerecht darstellen |
| Teamarbeit | Verantwortung koordiniert übernehmen |
| Bewerten | Nutzen Risiken und Folgen abwägen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Kompetenz |
|---|---|
| Messreihe | Forschen |
| CAD-Modell | Konstruieren |
| Quellcode | Programmieren |
| Poster | Präsentieren |
| Teamprotokoll | Teamarbeit |
| Nutzwertanalyse | Bewerten |
Kreuzworträtsel
| Hypothese | Wie heißt eine begründete vorläufige Annahme für eine Untersuchung? |
| Prototyp | Wie heißt eine erste funktionsfähige Ausführung eines Produkts? |
| Algorithmus | Wie heißt eine eindeutige Folge von Schritten zur Lösung eines Problems? |
| Diagramm | Wie heißt eine grafische Darstellung von Messdaten? |
| Feedback | Wie heißt eine Rückmeldung zu einer Leistung oder einem Arbeitsprozess? |
| Abwaegung | Wie heißt das begründete Vergleichen konkurrierender Kriterien vor einer Entscheidung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Kompetenzfoto: Wähle ein Foto aus einem NwT-Projekt. Beschrifte drei Stellen und erkläre, welche Kompetenz Du damit belegst.
- Stärkenkarte: Wähle aus Forschen, Konstruieren, Programmieren, Präsentieren, Teamarbeit und Bewerten zwei aktuelle Stärken. Nenne zu jeder Stärke einen konkreten Beleg.
- Messdaten-Check: Nimm eine vorhandene Messreihe aus Deinem Unterricht und formuliere eine Aussage, die durch die Daten gedeckt ist, sowie eine Aussage, die mit den Daten nicht sicher belegt werden kann.
- Berufsspur: Suche einen Ausbildungsberuf oder Studiengang, der zu einer Deiner Stärken passt, und notiere drei typische Tätigkeiten.
Standard
- Kompetenzkarte: Erstelle für eines der sechs Kompetenzfelder eine eigene Karte mit Selbsteinschätzung, Beleg, Feedback und nächstem Ziel.
- Projektprodukt analysieren: Dokumentiere ein eigenes Werkstück oder einen Prototyp mit Anforderung, Entwurf, Test und einer konkreten Verbesserungsidee.
- Code erklären: Wähle einen eigenen Codeausschnitt und erstelle eine kurze Bildschirmaufnahme oder Präsentation, in der Du Ein- und Ausgaben, Ablauf und eine Fehlerquelle erklärst.
- Peer-Interview: Führe ein fünfminütiges Interview mit einem Teammitglied über Deine Zusammenarbeit. Vergleiche Fremd- und Selbsteinschätzung und formuliere ein gemeinsames Entwicklungsziel.
Schwer
- Kompetenzportfolio: Erstelle ein Portfolio mit mindestens vier unterschiedlichen Medientypen und zeige damit die Entwicklung in mindestens drei Kompetenzfeldern über mehrere Wochen.
- Optimierungsprojekt: Wähle ein bestehendes Produkt oder Programm, definiere messbare Verbesserungsziele, entwickle Version 2 und belege anhand von Tests, ob die Optimierung gelungen ist.
- Berufswege vergleichen: Vergleiche zwei Ausbildungs- oder Studienwege, die zu Deinem Profil passen. Berücksichtige Tätigkeiten, Voraussetzungen, Teamanteil, technische Inhalte und persönliche Interessen.
- Kompetenzpräsentation: Halte eine fünf- bis siebenminütige Präsentation „Mein NwT-Profil“. Belege jede behauptete Stärke mit Evidenz, benenne eine Entwicklungsaufgabe und begründe einen möglichen nächsten Bildungs- oder Berufsweg.


Lernkontrolle
- Transfer Forschen: Du erhältst zwei unterschiedliche Messreihen zum selben technischen Problem. Entwickle Kriterien, mit denen Du entscheidest, welche Messreihe belastbarer ist, und begründe Dein Urteil.
- Transfer Konstruieren: Ein Prototyp erfüllt seine Hauptfunktion, verbraucht aber zu viel Material. Entwickle zwei Optimierungsvarianten und begründe, welche Du zuerst testen würdest.
- Transfer Programmieren: Ein Sensorsystem liefert gelegentlich unrealistische Werte. Entwirf eine Strategie aus Softwaretests und Messkontrollen, mit der Du herausfinden kannst, ob die Ursache im Code, im Sensor oder im Aufbau liegt.
- Transfer Präsentieren: Dasselbe Projektergebnis soll einmal einer 5. Klasse und einmal einem Ingenieurbüro vorgestellt werden. Erläutere, wie Du Sprache, Grafiken und Detailtiefe jeweils verändern würdest.
- Transfer Teamarbeit: In einem Viererteam bleibt eine wichtige Aufgabe liegen, weil alle dachten, jemand anderes erledige sie. Entwickle eine neue Organisationsstruktur, die dieses Problem beim nächsten Projekt verhindert.
- Transfer Bewerten: Zwei technische Lösungen unterscheiden sich bei Kosten, Energiebedarf, Reparierbarkeit und Leistung. Entwickle eine begründete Gewichtung der Kriterien und erkläre, warum eine andere Person trotzdem zu einem anderen vertretbaren Urteil kommen könnte.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu „Mein NwT-Kompetenzprofil“ sind wichtig:
- Selbsteinschätzung: eine begründete Einschätzung in allen sechs Kompetenzfeldern.
- Evidenz: mehrere konkrete Belege aus realer NwT-Arbeit, darunter möglichst Projektprodukt, Foto, Messdaten, Programmierbeleg und Präsentationsmaterial.
- G/M/E-Reflexion: eine nachvollziehbare Einordnung der eigenen Selbstständigkeit, Komplexität und Transferfähigkeit.
- Fremdeinschätzung: mindestens eine fachliche Rückmeldung von Mitschülerinnen, Mitschülern oder Lehrkraft.
- Entwicklungsziel: ein konkreter nächster Schritt für mindestens zwei Kompetenzfelder.
- Berufsorientierung: eine begründete Verbindung zwischen eigenen Stärken, Interessen und mindestens einem möglichen Ausbildungs- oder Studienweg.
- Reflexion: ein Beispiel dafür, wie ein Fehler, Feedback oder Test zu einer Verbesserung geführt hat.
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