Mit KI Gegenpositionen untersuchen

Mit KI Gegenpositionen untersuchen
Mit KI Gegenpositionen untersuchen
Wie kann Künstliche Intelligenz Dir helfen, eine andere Sichtweise zu verstehen, ohne Dir das eigene Denken abzunehmen? In diesem aiMOOC lernst Du, KI gezielt als Werkzeug für Gegenpositionen zu nutzen. Du lässt Dir nicht einfach eine fertige Meinung geben, sondern prüfst, welche Argumente eine andere Seite haben könnte, welche Belege dafür sprechen, welche Quellen fehlen, welche Verzerrungen auftreten und wie Du anschließend selbst zu einem begründeten Urteil kommst.
Der Lernkurs ist für etwa 1–2 Unterrichtsstunden ausgelegt und richtet sich besonders an Lernende der Klasse 7. Er verbindet Informatik, Deutsch, Mathematik, Geschichte, Kunst, Ethik, Gemeinschaftskunde und Medienbildung.

Lernziele
Nach diesem Lernkurs kannst Du eine eigene Ausgangsposition klar formulieren, mit einer KI gezielt eine ernst zu nehmende Gegenposition untersuchen, Argumente von Belegen unterscheiden, Aussagen mit Quellen abgleichen, mögliche Verzerrungen erkennen und eine eigene Entscheidung nachvollziehbar begründen. Besonders wichtig ist dabei: Die KI liefert Material zum Denken, aber nicht automatisch die richtige Entscheidung.
Du übst außerdem, personenbezogene Daten zu schützen, Unsicherheiten offen zu benennen, verschiedene Perspektiven fair darzustellen und die eigene KI-Nutzung transparent zu machen.
Aktivierung und kurze Diagnose
Stell Dir vor, Deine Klasse diskutiert folgende Frage:
Soll die Nutzung von Smartphones in allen Schulpausen verboten werden?
Entscheide zunächst ohne KI spontan: eher dafür, eher dagegen oder noch unentschieden. Schreibe einen Grund für Deine Position auf.
Danach stellst Du Dir drei Diagnosefragen:
- Argument: Kann ich meine Position mit mehr als einem Grund erklären?
- Gegenargument: Kann ich die stärkste Gegenposition fair wiedergeben?
- Quelle: Weiß ich, welche meiner Aussagen überprüfbare Tatsachen sind und welche nur Vermutungen oder Werturteile?
Wenn Dir besonders die zweite Frage schwerfällt, ist das völlig normal: Menschen suchen oft leichter Gründe für die eigene Sicht als für eine Gegenposition. Genau hier kann KI sinnvoll als Perspektivwechsel-Werkzeug eingesetzt werden.
Die zentrale KI-Kompetenz: Gegenpositionen prüfen statt Antworten übernehmen
Die zentrale Kompetenz dieses Kurses lautet:
Nutze KI, um Dein eigenes Denken herauszufordern, nicht um Dein eigenes Denken zu ersetzen.
Eine Gegenposition ist dabei nicht einfach das Gegenteil Deiner Meinung. Eine gute Gegenposition enthält nachvollziehbare Gründe, mögliche Belege, Interessen oder Werte, die aus einer anderen Perspektive wichtig sind.

Eine hilfreiche Routine ist der G-E-G-E-N-Check:
| Schritt | Frage | Handlung |
|---|---|---|
| G – Grundposition | Was denke ich bisher? | Formuliere Deine Ausgangsposition in einem klaren Satz. |
| E – Entgegenseite | Welche starke Gegenposition gibt es? | Bitte die KI um eine faire Gegenposition und mehrere Begründungen. |
| G – Gründe | Sind das wirklich Argumente? | Trenne Behauptung, Begründung, Beispiel und möglichen Beleg. |
| E – Evidenz | Was davon lässt sich überprüfen? | Prüfe Zahlen, Quellen, Zitate und Tatsachen außerhalb der KI-Antwort. |
| N – Nachdenken | Was ist mein eigenes Urteil? | Vergleiche beide Seiten und entscheide begründet selbst. |
Wie erzeugt eine Sprach-KI Antworten?
Viele generative Sprach-KI-Systeme beruhen auf maschinellem Lernen. Vereinfacht gesagt wurden sie mit sehr großen Textmengen trainiert und haben dabei statistische Muster in Sprache gelernt. Wenn Du einen Prompt eingibst, berechnet das Modell Schritt für Schritt, welche Textfortsetzung im jeweiligen Kontext wahrscheinlich passt.

Technisch arbeitet ein modernes Sprachmodell nicht wie ein Schulbuch, das eine geprüfte Antwort an einer festen Stelle nachschlägt. Es verarbeitet Text in kleinen Einheiten, häufig Tokens genannt, und erzeugt daraus eine wahrscheinliche Fortsetzung. Dabei können sehr überzeugende Formulierungen entstehen, obwohl einzelne Aussagen falsch, unvollständig oder erfunden sind.
Ein wichtiges Missverständnis lautet deshalb: Sprachlich sicher klingt nicht automatisch sachlich sicher.
Bei Gegenpositionen ist diese Eigenschaft zugleich nützlich und riskant. Nützlich ist sie, weil die KI schnell unterschiedliche Sichtweisen formulieren kann. Riskant ist sie, weil das Modell auch schwache oder erfundene Gründe überzeugend darstellen kann.
Prompt, Kontext und Ausgabe
Die Antwort einer KI hängt unter anderem davon ab, wie Du fragst, welche Informationen im Kontext stehen und welche Muster das Modell gelernt hat. Deshalb können zwei unterschiedlich formulierte Prompts zu deutlich verschiedenen Gegenpositionen führen.
Vergleiche:
Prompt A: „Warum ist ein Smartphoneverbot in Pausen sinnvoll?“
Prompt B: „Nenne die stärksten Argumente gegen ein vollständiges Smartphoneverbot in Schulpausen. Formuliere fair, trenne Tatsachen von Werturteilen und kennzeichne Aussagen, die überprüft werden müssen.“
Prompt B fördert eher eine prüfbare Gegenposition, weil er die Aufgabe genauer beschreibt. Trotzdem gilt: Auch eine gut formulierte Antwort muss geprüft werden.
Was bedeutet Bias?
Bias bedeutet hier eine systematische Verzerrung. Eine KI kann Perspektiven unterschiedlich stark darstellen, weil ihre Trainingsdaten, Auswahlverfahren, Modellregeln oder der Prompt bestimmte Sichtweisen stärker sichtbar machen als andere.

Bias bedeutet nicht automatisch, dass eine Antwort vollständig falsch ist. Ein Text kann viele richtige Informationen enthalten und trotzdem wichtige Gruppen, Gründe oder Perspektiven übersehen.
Ein einfaches Beispiel: Du fragst nach Vorteilen von KI im Unterricht. Wenn die KI überwiegend Zeitersparnis, Individualisierung und neue Lernformen nennt, aber Datenschutz, Abhängigkeit, ungleiche Zugänge oder Fehler kaum berücksichtigt, kann das Bild einseitig sein.

Die Zielscheiben-Grafik zeigt anschaulich den Unterschied zwischen zufälligen Abweichungen und systematischer Verschiebung. Übertragen auf KI-Ausgaben bedeutet das: Ein einzelner Fehler kann zufällig sein. Wenn eine bestimmte Perspektive immer wieder benachteiligt oder übersehen wird, solltest Du nach einer systematischen Verzerrung fragen.
Gegenpositionen fair untersuchen
Eine gute Gegenposition soll stark und nicht absichtlich schwach sein. Wenn Du nur eine lächerliche Gegenmeinung erzeugen lässt, lernst Du wenig. In einer fairen Diskussion versucht man deshalb, die Gegenposition so zu formulieren, dass ihre Anhänger sie selbst wiedererkennen würden.
In der Argumentationslehre hilft eine Argument-Map, weil sie sichtbar macht, welche Aussagen eine These stützen und welche ihr widersprechen.

Das Video von Planet Schule zeigt, wie aus Behauptung, Begründung, Beispiel und Folgerung ein stärkeres Argument entsteht. Nutze dieses Muster auch bei KI-Gegenpositionen.
Vier Prüffragen für jedes KI-Argument
- Behauptung: Was genau wird behauptet?
- Begründung: Warum soll diese Behauptung gelten?
- Beleg: Welche überprüfbaren Daten, Quellen oder Beispiele stützen sie?
- Schlussfolgerung: Folgt die Schlussfolgerung wirklich aus dem Beleg?
Ein häufiger Fehler ist, dass eine KI eine plausible Begründung nennt, aber keinen echten Beleg. Ein anderer Fehler ist, dass ein Beispiel so behandelt wird, als würde es für alle Fälle gelten.
Quellenkritik: Eine KI-Antwort ist noch keine Quelle
Wenn eine KI behauptet, „Studien zeigen“ oder „Forschende sind sich einig“, brauchst Du überprüfbare Angaben. Frage nach Autor, Institution, Titel, Datum oder Fundstelle und prüfe anschließend, ob diese Quelle tatsächlich existiert und die Aussage wirklich stützt.

Eine brauchbare Quellenprüfung für Klasse 7 besteht aus fünf Fragen:
- Urheber: Wer veröffentlicht die Information?
- Absicht: Soll informiert, überzeugt, verkauft oder provoziert werden?
- Beleg: Gibt es nachvollziehbare Daten, Dokumente oder Quellen?
- Bestätigung: Finden unabhängige seriöse Quellen dieselbe Information?
- Aktualität: Passt das Datum zur Frage?
Beim Faktencheck ist es oft sinnvoller, nicht nur innerhalb einer Seite zu bleiben, sondern andere Quellen zu öffnen und die Behauptung von außen zu prüfen. Diese Vorgehensweise wird häufig als laterales Lesen bezeichnet.

Medienanalyse: Nicht nur WAS, sondern auch WIE
Gegenpositionen erscheinen nicht nur in Texten. Auch Bilder, Diagramme, Videos, Überschriften und Social-Media-Posts können eine Meinung beeinflussen.
Untersuche deshalb zusätzlich:
- Framing: Welche Wörter oder Bilder lenken Deine Aufmerksamkeit?
- Auswahl: Welche Informationen werden gezeigt und welche fehlen?
- Emotion: Soll Angst, Wut, Mitleid oder Begeisterung ausgelöst werden?
- Perspektive: Wer kommt zu Wort und wer nicht?
- Visualisierung: Werden Zahlen fair dargestellt oder durch Achsen, Ausschnitte oder Größenverhältnisse verzerrt?
In Kunst kannst Du untersuchen, wie Bildausschnitt, Farbe, Blickrichtung oder Symbolik eine Position unterstützen. In Deutsch analysierst Du Wortwahl, rhetorische Mittel und Argumentstruktur. In Medienbildung prüfst Du Produktionsbedingungen, Quelle und Verbreitung.
Mathematik-Check: Zahlen sind nicht automatisch neutral
Eine KI könnte schreiben: „80 Prozent der Befragten sind für die Regel.“
Das klingt eindeutig. Aber für eine Bewertung fehlen wichtige Informationen:
Wie viele Menschen wurden befragt? Acht von zehn Personen sind ebenfalls 80 Prozent.
Wie wurden sie ausgewählt? Eine Umfrage nur in einer bestimmten Gruppe kann andere Ergebnisse liefern als eine größere, gemischte Stichprobe.
Wie lautete die Frage? Schon die Formulierung kann Antworten beeinflussen.
Wurde nur ein Prozentwert genannt? Ohne Grundmenge, Zeitraum und Vergleich kann eine Zahl leicht irreführend wirken.
So verbindet sich das Thema mit Prozentrechnung, Statistik und der Frage, wie Daten zur Begründung von Positionen eingesetzt werden.
Fächerübergreifende Bezüge
| Fach | Beitrag zum Thema | Beispiel |
|---|---|---|
| Informatik | Funktionsweise generativer KI, Prompt, Trainingsdaten, Unsicherheit und Bias | Warum kann ein Sprachmodell überzeugend klingen und trotzdem irren? |
| Deutsch | Argumentieren, Erörtern, Gegenargumente, sprachliche Wirkung | Wie wird aus einer Behauptung ein begründetes Argument? |
| Mathematik | Prozentangaben, Stichproben, Diagramme, Plausibilität | Ist „80 Prozent“ ohne weitere Angaben aussagekräftig? |
| Geschichte | Multiperspektivität und Quellenkritik | Wie unterscheiden sich Berichte verschiedener Zeitzeugen? |
| Kunst | Bildsprache, Framing und visuelle Manipulation | Wie verändert ein Bildausschnitt die Wirkung einer Aussage? |
| Ethik | Werte, Fairness, Verantwortung und Folgen | Welche Interessen werden geschützt und welche benachteiligt? |
| Gemeinschaftskunde | Debatte, Kompromiss, demokratische Urteilsbildung | Wie kann eine Klasse faire Regeln aushandeln? |
| Medienbildung | Faktencheck, Quellenvergleich, Transparenz und Sicherheit | Welche Informationen darfst Du einer KI anvertrauen? |
Anwendungssituation: Soll KI bei Hausaufgaben erlaubt sein?
Eure Klasse soll eine Regel für den Einsatz generativer KI bei Hausaufgaben entwickeln. Drei Vorschläge stehen im Raum:
Position A: KI sollte bei Hausaufgaben grundsätzlich erlaubt sein.
Position B: KI sollte bei Hausaufgaben grundsätzlich verboten sein.
Position C: KI darf als Hilfsmittel genutzt werden, wenn Eigenleistung, Quellenprüfung und KI-Nutzung sichtbar gemacht werden.
Du beginnst mit Deiner eigenen Einschätzung. Danach lässt Du eine KI die stärkste Gegenposition formulieren.
Ein geeigneter Arbeitsauftrag an die KI könnte lauten:
„Formuliere eine starke Gegenposition zu meiner Meinung. Nenne drei unterschiedliche Gründe. Trenne überprüfbare Tatsachen von Werturteilen. Erfinde keine Quellen. Markiere Aussagen, die ich extern prüfen sollte. Entscheide nicht für mich.“
Danach arbeitest Du mit einer Prüftabelle:
| KI-Aussage | Art | Prüfmöglichkeit | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Behauptung 1 | Tatsache, Vermutung oder Werturteil | Quelle oder Vergleich | bestätigt, unklar oder widerlegt |
| Behauptung 2 | Tatsache, Vermutung oder Werturteil | Quelle oder Vergleich | bestätigt, unklar oder widerlegt |
| Behauptung 3 | Tatsache, Vermutung oder Werturteil | Quelle oder Vergleich | bestätigt, unklar oder widerlegt |
Deine Aufgabe ist nicht, die „beste KI-Antwort“ zu finden. Deine Aufgabe ist, aus überprüften Argumenten ein eigenes begründetes Urteil zu entwickeln.
Sicherheit und verantwortlicher KI-Einsatz
Gib in schulischen KI-Aufgaben keine unnötigen personenbezogenen Daten ein. Verwende keine echten Namen, Adressen, privaten Chatverläufe, Gesundheitsdaten, Passwörter oder andere sensible Informationen.
Wenn Du einen realen Konflikt untersuchen willst, anonymisiere ihn. Statt „Lena aus der 7b hat …“ kannst Du schreiben: „Eine Schülerin in einer fiktiven Klasse …“.
Transparenz bedeutet außerdem: Wenn KI Deine Arbeit beeinflusst hat, beschreibe kurz, wofür Du sie genutzt hast. Zum Beispiel: „Ich habe KI verwendet, um Gegenargumente zu sammeln. Zwei Tatsachenbehauptungen habe ich anschließend mit unabhängigen Quellen geprüft. Mein Urteil habe ich selbst formuliert.“
Typische Fehler und bessere Strategien
| Fehler | Warum problematisch? | Bessere Strategie |
|---|---|---|
| Die erste KI-Antwort übernehmen | Eine Antwort kann einseitig oder falsch sein. | Mindestens eine Gegenposition und externe Quellen prüfen. |
| Nur nach Bestätigung fragen | Der Prompt verstärkt möglicherweise die eigene Sicht. | Die KI ausdrücklich um die stärkste Gegenposition bitten. |
| „Studien zeigen“ glauben | Quellen können fehlen oder nicht passen. | Konkrete Fundstellen verlangen und selbst überprüfen. |
| Viele Argumente mit guten Argumenten verwechseln | Menge sagt nichts über Qualität aus. | Gründe gewichten und Belege prüfen. |
| KI über Personen urteilen lassen | Das kann unfair, verletzend oder datenschutzkritisch sein. | Sachfragen untersuchen und Personen schützen. |
| KI das Schlussurteil überlassen | Verantwortung wird an ein System abgegeben. | Urteil selbst formulieren und begründen. |
Mini-Reflexion: Wer entscheidet?
Beantworte nach der Anwendungssituation drei Fragen:
- Perspektivwechsel: Welche Gegenposition hat Dein Denken tatsächlich verändert oder erweitert?
- Unsicherheit: Welche Aussage blieb trotz Recherche unklar?
- Human Agency: Welche Entscheidung hast Du selbst getroffen und warum?
Human Agency bedeutet hier: Du bleibst handelnde und entscheidende Person. Die KI kann Vorschläge erzeugen, aber Ziele, Werte, Prüfung und Verantwortung liegen bei Menschen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Du bist für ein Smartphoneverbot und willst mit KI fair prüfen. Welcher Prompt ist am geeignetsten? (Formuliere die stärksten Gegenargumente und markiere überprüfbare Tatsachenbehauptungen) (!Bestätige ausführlich, warum meine Meinung richtig ist) (!Schreibe einfach irgendetwas zum Thema Smartphones) (!Entscheide für mich, welche Regel die beste ist)
Eine KI schreibt: „Studien beweisen, dass diese Regel besser ist“, nennt aber keine Quelle. Was ist der beste nächste Schritt? (Nach konkreten Quellenangaben fragen und diese unabhängig überprüfen) (!Die Aussage übernehmen, weil sie wissenschaftlich klingt) (!Nur die Formulierung verbessern) (!Die Gegenposition verwerfen)
Welche Aussage beschreibt die Rolle eines Sprachmodells am treffendsten? (Es erzeugt wahrscheinliche sprachliche Fortsetzungen und kann dabei auch falsche Aussagen formulieren) (!Es besitzt automatisch eine geprüfte Datenbank aller wahren Aussagen) (!Es entscheidet unabhängig, welche Werte für Menschen gelten sollen) (!Es überprüft jede eigene Aussage vor der Ausgabe mit mehreren Quellen)
Eine KI nennt nur Vorteile einer Position. Was hilft am besten gegen mögliche Einseitigkeit? (Eine starke Gegenposition anfordern und fehlende Perspektiven gezielt suchen) (!Den gleichen Prompt unverändert zehnmal senden) (!Nur die längste Antwort auswählen) (!Alle Gegenargumente als falsch einstufen)
Eine Aussage lautet: „80 Prozent sind dafür.“ Welche Zusatzinformation ist besonders wichtig? (Wie viele Personen befragt wurden und wie die Stichprobe zustande kam) (!Welche Schriftart die Umfrage verwendete) (!Ob die KI die Zahl besonders selbstbewusst formuliert) (!Ob die Zahl in einem langen Absatz steht)
Was ist ein sinnvoller Umgang mit einer KI-generierten Gegenposition? (Argumente prüfen, Belege suchen und danach selbst urteilen) (!Die Gegenposition vollständig übernehmen) (!Die eigene Meinung sofort aufgeben) (!Nur die Anzahl der Argumente zählen)
Welche Handlung schützt personenbezogene Daten am besten? (Einen realen Konflikt anonymisieren und unnötige persönliche Angaben weglassen) (!Den vollständigen Klassenchat in die KI kopieren) (!Echte Namen verwenden, damit die Antwort genauer klingt) (!Private Daten ergänzen, wenn die KI danach fragt)
Was ist bei einer fairen Gegenposition wichtig? (Sie soll so stark formuliert sein, dass die andere Seite sich darin wiedererkennen könnte) (!Sie soll absichtlich schwächer als die eigene Position sein) (!Sie soll möglichst viele schwierige Wörter enthalten) (!Sie soll ohne Begründung nur widersprechen)
Welche Frage gehört besonders zur Medienanalyse? (Welche Informationen werden gezeigt und welche wichtigen Informationen fehlen?) (!Wie viele Buchstaben hat die Überschrift?) (!Ist das Bild besonders bunt?) (!Ist der Beitrag länger als eine Minute?)
Was zeigt Human Agency beim Arbeiten mit KI? (Du nutzt KI als Hilfsmittel, prüfst Ergebnisse und begründest Deine Entscheidung selbst) (!Du gibst jede Entscheidung an die KI ab) (!Du übernimmst immer den ersten Vorschlag) (!Du vermeidest jede eigene Begründung)
Memory
| Gegenposition | Alternative Sicht mit eigenen Gründen |
| Bias | Systematische Verzerrung |
| Prompt | Eingabe oder Arbeitsauftrag an eine KI |
| Beleg | Überprüfbare Stütze für eine Behauptung |
| Framing | Wirkung durch Auswahl und Darstellung |
| Human Agency | Menschliche Handlungs- und Entscheidungsmacht |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Grundposition formulieren | Eigene Ausgangssicht klären |
| Gegenposition anfordern | Andere Perspektive ernsthaft untersuchen |
| Gründe zerlegen | Behauptung, Begründung und Beleg unterscheiden |
| Evidenz prüfen | Quellen, Zahlen und Tatsachen abgleichen |
| Urteil begründen | Nach der Prüfung selbst entscheiden |
Kreuzworträtsel
| Bias | Wie heißt eine systematische Verzerrung? |
| Quelle | Woher stammt eine überprüfbare Information? |
| Prompt | Wie heißt die Eingabe an eine generative KI? |
| Beleg | Was stützt eine Behauptung überprüfbar? |
| Perspektive | Wie heißt eine bestimmte Sichtweise auf ein Thema? |
| Halluzination | Wie nennt man eine überzeugend klingende, aber erfundene KI-Aussage häufig? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Gegenargument: Wähle eine harmlose Schulfrage wie „Soll es längere Pausen geben?“ und notiere zuerst Deine eigene Meinung. Formuliere anschließend zwei mögliche Gegenargumente ohne KI.
- Prompt: Schreibe einen Prompt, der eine KI auffordert, eine starke Gegenposition zu formulieren, Tatsachen von Werturteilen zu trennen und offene Prüffragen zu markieren.
- Argumentationsanalyse: Zerlege ein KI-Argument in Behauptung, Begründung, Beispiel und möglichen Beleg.
- Medienanalyse: Suche in einer Nachricht oder einem Schulplakat ein Beispiel für Framing und beschreibe, wie Wortwahl oder Bildauswahl Deine Wahrnehmung beeinflussen könnte.
Standard
- Quellenkritik: Lass Dir zu einer schulischen Streitfrage drei überprüfbare Tatsachenbehauptungen nennen. Prüfe jede mit mindestens einer unabhängigen Quelle und dokumentiere das Ergebnis.
- Bias: Stelle derselben KI zwei unterschiedlich formulierte Prompts zur gleichen Streitfrage. Vergleiche, welche Perspektiven jeweils stärker sichtbar werden.
- Mathematik: Erfinde zwei Aussagen mit demselben Prozentwert, aber sehr unterschiedlichen Stichprobengrößen. Erkläre, warum der Prozentwert allein noch kein starkes Argument ergibt.
- Debatte: Arbeitet zu zweit. Eine Person vertritt Position A, die andere Position B. Nutzt KI nur zur Sammlung möglicher Gegenargumente. Markiert danach, welche Argumente Ihr selbst geprüft habt.
Schwer
- Multiperspektivität: Übertrage die Methode auf ein historisches Thema. Vergleiche zwei Quellen mit unterschiedlichen Perspektiven und lass die KI nur zusätzliche Prüffragen erzeugen. Begründe, welche Quelle wofür aussagekräftig ist.
- Fairness: Untersuche eine KI-Antwort darauf, welche Schulregel „fair“ sei. Markiere versteckte Wertannahmen und erkläre, welche Gruppen von der Regel unterschiedlich betroffen sein könnten.
- Visualisierung: Erstelle zwei Diagramm-Entwürfe mit denselben Daten, aber unterschiedlicher Wirkung. Analysiere, welche Gestaltung fair informiert und welche manipulativ wirken könnte.
- Transfer: Bearbeite eine neue Situation, die im Kurs noch nicht vorkam, zum Beispiel „Soll unsere Schule Gesichtserkennung zur Zugangskontrolle einsetzen?“. Formuliere eine Ausgangsposition, nutze KI für eine starke Gegenposition, prüfe mindestens zwei Tatsachenbehauptungen, benenne Risiken und triff anschließend ein eigenes begründetes Urteil.


Lernkontrolle
- Urteilsbildung: Eine KI liefert fünf Gründe für eine Regel, aber nur einen Grund dagegen. Erkläre, warum die Anzahl der Gründe kein ausreichendes Qualitätsmerkmal ist, und entwickle ein faires Prüfverfahren.
- Quellenkritik: Eine KI nennt eine angebliche Studie ohne Autor und Link. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Du prüfst, ob die Behauptung belastbar ist.
- Bias: Zwei Prompts zur gleichen Frage führen zu sehr unterschiedlichen Antworten. Erkläre mindestens zwei mögliche Ursachen und wie Du damit methodisch umgehen würdest.
- Mathematik und Medienbildung: Ein Post behauptet, „90 Prozent der Jugendlichen wollen die Regel“. Nenne die zusätzlichen Daten, die Du brauchst, bevor Du die Zahl als Argument verwendest.
- Ethik: Eine KI formuliert eine Gegenposition, die eine bestimmte Schülergruppe pauschal abwertet. Erkläre, wie Du Inhalt und Form kritisch bewertest und wie eine faire Alternative aussehen müsste.
- Transfer: Wähle eine neue schulische oder gesellschaftliche Streitfrage. Zeige anhand des G-E-G-E-N-Checks, wie Du von der ersten Meinung zu einem überprüften, selbst begründeten Urteil kommst.
Selbstkontrolle und Reflexion
Bewerte Dich nach der Lernkontrolle selbst mit den Stufen noch unsicher, teilweise sicher oder sicher.
- Perspektivwechsel: Ich kann eine starke Gegenposition formulieren oder mit KI erzeugen lassen.
- Argumentation: Ich kann Behauptung, Begründung und Beleg unterscheiden.
- Quellenkritik: Ich prüfe Tatsachenbehauptungen außerhalb der KI-Antwort.
- Bias: Ich kann nach fehlenden oder benachteiligten Perspektiven suchen.
- Datenschutz: Ich vermeide unnötige personenbezogene Daten.
- Urteil: Ich treffe die Entscheidung selbst und kann sie begründen.
Reflexionsfrage: Hat die Gegenposition Deine Meinung verändert, geschärft oder nur besser begründbar gemacht? Jede dieser Antworten kann sinnvoll sein, wenn Du erklären kannst, warum.
Transfer auf eine neue Situation
Am Ende des Kurses sollst Du die Methode ohne vorgegebenes Beispiel anwenden können.
Neue Situation:
Die Schule überlegt, ob ein KI-System automatisch Vorschläge machen soll, welche Schülerinnen und Schüler zusätzliche Förderung erhalten.
Bearbeite die Situation selbstständig:
- Ausgangsposition: Formuliere Deine erste Einschätzung.
- Gegenposition: Lass Dir eine starke Gegenposition erzeugen, ohne ein Schlussurteil anzufordern.
- Prüfung: Markiere Tatsachenbehauptungen und überprüfe mindestens zwei davon.
- Fairness: Frage, welche Gruppen durch fehlerhafte oder verzerrte Daten benachteiligt werden könnten.
- Transparenz: Überlege, welche Informationen Menschen über die Funktionsweise und Kriterien kennen müssten.
- Entscheidung: Formuliere Dein eigenes Urteil mit mindestens zwei Gründen und einer Bedingung oder Grenze.
Ein starkes Ergebnis lautet nicht einfach „ja“ oder „nein“. Es zeigt, wie Du geprüft hast und warum Du zu Deinem Urteil kommst.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Eigenständige Position: Du formulierst eine eigene Ausgangsposition.
- Starke Gegenposition: Du stellst eine Gegenposition fair und nachvollziehbar dar.
- Argumentqualität: Du unterscheidest Behauptungen, Gründe, Beispiele und Belege.
- Quellenprüfung: Du überprüfst zentrale Tatsachenbehauptungen mit geeigneten externen Quellen.
- Bias-Analyse: Du erkennst mögliche Verzerrungen und fehlende Perspektiven.
- Medienanalyse: Du beachtest Framing, Auswahl, Sprache, Bildwirkung und Datenvisualisierung.
- Sicherheit: Du schützt personenbezogene Daten und gehst verantwortungsvoll mit sensiblen Informationen um.
- Transparenz: Du dokumentierst, wofür KI eingesetzt wurde.
- Urteilsfähigkeit: Du triffst die Entscheidung selbst und begründest sie.
- Transfer: Du wendest die Methode auf eine neue Situation an.
Medien und Quellenhinweise
- Wikimedia Commons: Die eingebundenen Grafiken zu Argument-Maps, Bias, künstlichen neuronalen Netzen und Desinformation stammen aus frei nutzbaren oder frei lizenzierten Commons-Beständen.
- Planet Schule: Die eingebundenen Videos zu Argumentation und Fake News sind als CC BY-SA gekennzeichnet und eignen sich für schulische Vertiefung.
- Wikipedia: Weiterführende Grundlagen findest Du unter anderem bei Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, Argument, Bestätigungsfehler, Quellenkritik und Medienkompetenz.
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