Zum Inhalt springen

Metallkunde und Werkstoffauswahl – Halbzeuge passend auswählen

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Metallkunde und Werkstoffauswahl – Halbzeuge passend auswählen

QR-Code



Metallkunde und Werkstoffauswahl – Halbzeuge passend auswählen


Einleitung

In diesem aiMOOC lernst Du, metallische Halbzeuge passend zu einer technischen Aufgabe auszuwählen. Im Mittelpunkt stehen Blech, Stab, Rohr, Profil und Lieferzustand. Du arbeitest mit kurzen Lerneinheiten, Bildern, Diagrammen, Messwerten und einem konkreten Ausbildungsfall.

Zielgruppe: Auszubildende in Metalltechnik, insbesondere z. B. Fachkraft für Metalltechnik, Industriemechaniker, Metallbauer und verwandte Berufe.

Wichtig für die Werkstatt: Praktische Werkstattarbeiten nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du Halbzeuge nach Form, Funktion und Weiterverarbeitung unterscheiden, einfache Werkstoffanforderungen lesen, den Lieferzustand als Teil der Beschaffung beachten und eine Auswahl mit technischen Argumenten begründen.


Lernpfad

  1. Halbzeug erkennen: Blech, Stab, Rohr und Profil unterscheiden.
  2. Werkstoffauswahl strukturieren: Funktion, Beanspruchung, Fertigung und Umgebung berücksichtigen.
  3. Lieferzustand lesen: Zusatzangaben nicht mit dem Werkstoffnamen verwechseln.
  4. Messen und Prüfen: Maße und Werkstoffkennwerte richtig einordnen.
  5. Ausbildungsfall lösen: Halbzeuge für einen Halterahmen auswählen und begründen.


Lerneinheit 1: Was ist ein Halbzeug?

Ein Halbzeug ist ein vorgefertigtes Vormaterial mit einfacher Grundform. Metallische Halbzeuge werden später z. B. durch Trennen, Umformen, Fügen oder Zerspanen zu Bauteilen weiterverarbeitet.

Für die Auswahl gilt eine einfache Regel:

Form des Bauteils + Beanspruchung + Fertigungsweg + Werkstoffanforderung = geeignete Halbzeugwahl


Blech

Blech ist flächiges Halbzeug. Typische Merkmale sind große Länge und Breite bei vergleichsweise kleiner Dicke. Es eignet sich besonders für Gehäuse, Abdeckungen, Laschen, Winkelteile und Platten.

Merksatz: Wenn ein Bauteil überwiegend flächig ist, prüfst Du zuerst, ob Blech oder Platte sinnvoll ist.


Stab

Stab ist langes Vollmaterial mit meist gleichbleibendem Querschnitt, z. B. rund, vierkant oder sechskant. Rundstab ist typisches Ausgangsmaterial für Drehteile, Bolzen, Achsen und Stifte.

Merksatz: Für ein massives rotationssymmetrisches Teil ist Rundstab oft näher an der Endform als ein Blechzuschnitt.


Rohr

Rohr ist längliches Hohlmaterial. Durch den Hohlraum kann bei geeigneter Geometrie Masse eingespart werden. Rohre werden z. B. für Leitungen, Griffbügel, Rahmen oder leichte Konstruktionen eingesetzt.

Merksatz: Ein Rohr ist nicht automatisch geeignet, nur weil es leicht ist. Wanddicke, Belastung, Verbindung und Einsatzumgebung müssen passen.


Profil

Ein Profil besitzt über seine Länge einen definierten Querschnitt, z. B. L-, U-, T- oder I-Form. Durch die Querschnittsform kann Material gezielt dort liegen, wo es für die Belastung wirksam ist.

Im Kurs werden Rohre als eigene Halbzeuggruppe behandelt. Technisch zählen manche Hohlquerschnitte ebenfalls zu Profilen.


Schnellvergleich

Halbzeug Typische Geometrie Typischer Gedanke bei der Auswahl
Blech flächig Abdeckung, Platte, Lasche, Umformteil
Stab lang und massiv Bolzen, Welle, Stift, Drehteil
Rohr lang und hohl Masse sparen, Hohlraum nutzen, Griff oder Rahmen
Profil definierter offener oder geschlossener Querschnitt Tragwirkung, Führung, Rahmen, Kante


Lerneinheit 2: Halbzeug passend auswählen

Eine gute Auswahl beginnt nicht mit dem Materiallager, sondern mit der Funktion des Bauteils.


Auswahlkriterien

  1. Geometrie: Welche Grundform liegt der Endform am nächsten?
  2. Beanspruchung: Zug, Druck, Biegung, Torsion, Verschleiß oder nur Abdeckung?
  3. Fertigung: Muss gedreht, gefräst, gebogen, gebohrt oder gefügt werden?
  4. Masse: Ist Vollmaterial nötig oder genügt ein Hohlquerschnitt?
  5. Umgebung: Korrosion, Temperatur und Medienkontakt beachten.
  6. Maße und Toleranzen: Abmessung, Wanddicke, Oberfläche und Maßhaltigkeit prüfen.
  7. Dokumente: Werkstoffbezeichnung, Lieferzustand und Prüfbescheinigung abgleichen.
  8. Wirtschaftlichkeit: Verschnitt, Bearbeitungszeit, Lagerbestand und Beschaffung berücksichtigen.


Auswahlregel mit Beispiel

Ein Bolzen mit rundem Querschnitt soll später gedreht werden. Ein Rundstab liegt der Endform nahe. Ein Blechpaket wäre technisch und wirtschaftlich unpassend.

Ein Schutzdeckel soll großflächig und dünn sein. Hier liegt Blech näher an der Endform als ein massiver Stab.

Ein leichter Griff soll eine geschlossene, hohle Geometrie besitzen. Rohr kann gegenüber Vollstab Masse sparen.

Ein Rahmen braucht einen formstabilen Querschnitt. Ein passendes Profil kann gegenüber massivem Material Bearbeitungsaufwand und Masse reduzieren.


Lerneinheit 3: Werkstoff und Lieferzustand

Werkstoff und Halbzeugform sind zwei verschiedene Entscheidungen. Ein Rundstab kann z. B. aus unterschiedlichen Stählen oder Aluminiumlegierungen bestehen. Umgekehrt kann derselbe Werkstoff als Blech, Stab oder Profil verfügbar sein.

Der Lieferzustand beschreibt, in welchem Herstellungs- oder Behandlungszustand ein Erzeugnis geliefert wird. Dieser Zustand kann Eigenschaften und Weiterverarbeitung beeinflussen.


Beispiel aus Baustählen

Bei Erzeugnissen nach der Normenreihe EN 10025 können unter anderem folgende Kurzzeichen vorkommen:

  1. +AR: wie gewalzt.
  2. +N: normalgeglüht oder normalisierend gewalzt, soweit die jeweilige Erzeugnisnorm dies so festlegt.
  3. +M: thermomechanisch gewalzt, soweit die jeweilige Erzeugnisnorm dies vorsieht.

Achtung: Solche Kurzzeichen sind nicht beliebig auf alle Metalle und Halbzeuge übertragbar. Maßgeblich sind Zeichnung, Bestellung, Werkstoffnorm, Erzeugnisnorm, Datenblatt und gegebenenfalls Prüfbescheinigung.

Praxisregel: Fehlt der geforderte Lieferzustand auf Kennzeichnung oder Dokumentation, darfst Du ihn nicht einfach annehmen.


Mini-Fall: gleiche Werkstoffbezeichnung, offene Frage

Die Zeichnung fordert S355J2+N. Im Lager liegt Material mit der Kennzeichnung S355J2, aber ohne eindeutig dokumentierten Lieferzustand.

Entscheidung: Nicht einfach gleichsetzen. Kennzeichnung und zugehörige Dokumente prüfen und die zuständige Fachkraft einbeziehen.

Begründung: Der Lieferzustand ist eine eigenständige Spezifikation. Eine ähnliche Werkstoffbezeichnung ersetzt den Nachweis nicht.


Lerneinheit 4: Messen und Prüfen

Die Auswahl eines Halbzeugs endet nicht mit dem Namen. Maße, Oberfläche, Kennzeichnung und gegebenenfalls Werkstoffkennwerte müssen zur Anforderung passen.

Das Bild zeigt einen Messschieber mit Nonius. In der Ausbildung ist wichtig, zwischen Nennmaß, Messwert und zulässiger Abweichung zu unterscheiden.


Messwertansicht: Wareneingang

Didaktischer Übungsdatensatz, kein realer Prüfbericht:

Messstelle Blechdicke Übungsgrenze Bewertung
A 2,99 mm 2,95 bis 3,05 mm innerhalb
B 3,01 mm 2,95 bis 3,05 mm innerhalb
C 2,97 mm 2,95 bis 3,05 mm innerhalb
D 3,00 mm 2,95 bis 3,05 mm innerhalb

Lernpunkt: Ein einzelner Messwert ersetzt keine vollständige Wareneingangsprüfung. Prüfumfang und Grenzwerte kommen aus den gültigen Unterlagen.


Kennwerte aus dem Zugversuch

Im Zugversuch werden Werkstoffkennwerte wie Streckgrenze, Zugfestigkeit und Bruchdehnung bestimmt. Das Spannungs-Dehnungs-Diagramm hilft Dir zu verstehen, dass Werkstoffauswahl nicht nur eine Frage der Form ist.

Das Diagramm zeigt den typischen Verlauf eines Baustahls. Es dient zum Verständnis des Zusammenhangs zwischen Spannung, elastischer Verformung, plastischer Verformung und Bruch. Es ist kein Universaldiagramm für jeden Stahl.


Härte als zusätzlicher Kennwert

Härte beschreibt den Widerstand eines Werkstoffs gegen das Eindringen eines härteren Prüfkörpers. Sie kann für Verschleiß- oder Oberflächenfragen wichtig sein, ersetzt aber nicht andere Kennwerte.


Ausbildungsfall: Halterahmen für eine Prüfstation

Du sollst für einen kleinen Halterahmen die passenden Halbzeugformen vorbereiten. Die technische Zeichnung und Stückliste geben Werkstoff und Maße vor. Deine Aufgabe ist nicht die Fertigung, sondern die begründete Auswahl der Halbzeugform und die Kontrolle der Materialangaben.

Bauteile des Ausbildungsfalls:

Bauteil Funktionshinweis Naheliegendes Halbzeug Begründung
Montageplatte flächige Aufnahme mehrerer Bauteile Blech oder Platte Die Grundform ist flächig und nahe an der Endform.
Zentrierstift massives rundes Teil Rundstab Rundstab passt zur rotationssymmetrischen Endform.
Griffbügel leicht, hohl, länglich Rohr Der Hohlquerschnitt kann Masse gegenüber Vollmaterial reduzieren.
Seitenrahmen tragende längliche Kante Profil Ein definierter Profilquerschnitt kann die gewünschte Tragwirkung mit wenig Material bereitstellen.


Auswahlentscheidung mit Dokumentenprüfung

Vor der Freigabe einer Bestellung oder Entnahme prüfst Du mindestens:

  1. Ist die Halbzeugform passend?
  2. Stimmen die Abmessungen?
  3. Stimmt der Werkstoff?
  4. Ist der geforderte Lieferzustand nachgewiesen?
  5. Sind notwendige Prüf- oder Lieferdokumente vorhanden?
  6. Gibt es eine abweichende Oberflächen- oder Toleranzanforderung?


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Form: Vergleiche die Form des Fertigteils mit Blech, Stab, Rohr und Profil.

Hilfe 2 – Fertigung: Wähle möglichst ein Halbzeug, das wenig unnötiges Material entfernt oder umgeformt werden muss.

Hilfe 3 – Nachweis: Prüfe Werkstoff und Lieferzustand getrennt. Eine passende Form allein reicht nicht.

Hilfe 4 – Wirtschaftlichkeit: Vergleiche Bearbeitungsaufwand, Verschnitt, Masse und Verfügbarkeit.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben


Basisaufgabe

Ein Werkstück ist lang, massiv und rund. Es soll später auf einer Drehmaschine bearbeitet werden. Wähle die naheliegendste Halbzeugform.

Begründetes Feedback: Rundstab ist die naheliegende Wahl, weil die Halbzeuggeometrie der rotationssymmetrischen Endform bereits nahekommt. Dadurch kann unnötiger Materialabtrag reduziert werden.


Anwendungsaufgabe

Für eine leichte Schutzabdeckung stehen 3-mm-Blech und 30-mm-Rundstab aus demselben Werkstoff zur Verfügung. Entscheide, welches Halbzeug grundsätzlich näher an der Aufgabe liegt.

Begründetes Feedback: Blech ist die sinnvollere Ausgangsform, weil die Abdeckung flächig ist. Rundstab würde sehr viel unnötigen Materialabtrag und Aufwand verursachen.


Transferaufgabe

Für einen Rahmen stehen Vollstab und ein geeignetes Profil zur Diskussion. Beide erfüllen nach Berechnung die Belastungsanforderung. Begründe, warum trotzdem nicht automatisch der Vollstab gewählt werden sollte.

Begründetes Feedback: Neben der Festigkeit zählen Masse, Steifigkeit des Querschnitts, Bearbeitungsaufwand, Fügbarkeit, Verfügbarkeit, Kosten und Verschnitt. Ein Profil kann die Funktion mit weniger Material erfüllen. Die endgültige Entscheidung muss jedoch auf Zeichnung, Berechnung und Spezifikation beruhen.


Sicherheitsrahmen für praktische Lernphasen

Praktische Werkstattarbeiten nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.

Beobachten, dokumentieren und auswählen kannst Du als Lernaufgabe. Sägen, Bohren, Drehen, Fräsen, Umformen, Schweißen oder Prüfen an Maschinen erfolgt ausschließlich im betrieblich freigegebenen Rahmen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Halbzeug passt am ehesten zu einem flächigen Schutzdeckel? (Blech) (!Rundstab) (!Rohr) (!Sechskantstab)




Welches Halbzeug ist für einen massiven runden Bolzen besonders naheliegend? (Rundstab) (!Blech) (!I-Profil) (!Rohrbogen)




Welches Merkmal unterscheidet ein Rohr grundsätzlich von einem Vollstab? (Der Querschnitt ist hohl) (!Der Werkstoff ist immer Aluminium) (!Ein Rohr hat immer einen rechteckigen Querschnitt) (!Ein Rohr darf nicht belastet werden)




Wozu dient die Profilform bei einem Halbzeug häufig? (Sie verteilt Material gezielt im Querschnitt) (!Sie legt automatisch den Werkstoff fest) (!Sie ersetzt jede Festigkeitsberechnung) (!Sie macht den Lieferzustand unwichtig)




Was beschreibt der Lieferzustand eines metallischen Erzeugnisses? (Den Herstellungs- oder Behandlungszustand bei Lieferung) (!Nur die Länge des Halbzeugs) (!Nur den Einkaufspreis) (!Nur die Verpackungsart)




Was bedeutet bei passenden Erzeugnisnormen das Kurzzeichen +AR? (Wie gewalzt) (!Automatisch rostfrei) (!Ausscheidungsgehärtet) (!Abgeschreckt und angelassen)




Was solltest Du tun, wenn ein geforderter Lieferzustand nicht eindeutig dokumentiert ist? (Dokumente prüfen und zuständige Fachkraft einbeziehen) (!Den Zustand aus der Farbe schätzen) (!Den Werkstoffnamen als ausreichenden Nachweis ansehen) (!Das Material automatisch freigeben)




Welche Größe wird mit einem Messschieber direkt ermittelt? (Ein geometrisches Maß) (!Die Zugfestigkeit) (!Die chemische Zusammensetzung) (!Der Lieferzustand)




Welche Aussage zur Werkstoffauswahl ist richtig? (Form, Beanspruchung, Fertigung und Umgebung müssen zusammen betrachtet werden) (!Das billigste Halbzeug ist immer richtig) (!Nur die Form entscheidet) (!Nur die Härte entscheidet)




Wann darf eine praktische Werkstattarbeit aus diesem Kurs heraus begonnen werden? (Nur nach betrieblicher Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständiger Aufsicht) (!Sobald das Quiz bestanden ist) (!Sobald das Halbzeug erkannt wurde) (!Sobald ein Video angesehen wurde)





Memory

Blech flächiges Halbzeug
Rundstab massives langes Rundmaterial
Rohr längliches Hohlmaterial
Profil definierter Querschnitt über die Länge
Lieferzustand Herstellungs- oder Behandlungszustand bei Lieferung
Messschieber geometrische Maße prüfen
Zugversuch Festigkeits- und Verformungskennwerte





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Montageplatte Blech
Zentrierstift Rundstab
Griffbügel Rohr
Seitenrahmen Profil
Dokumentenprüfung Lieferzustand






Kreuzworträtsel

Halbzeug Wie heißt vorgefertigtes Vormaterial mit einfacher Grundform?
Rundstab Welches massive Halbzeug eignet sich oft als Ausgang für runde Drehteile?
Profil Wie heißt Halbzeug mit definiertem Querschnitt über die Länge?
Messschieber Welches Handmessgerät dient zum Prüfen von Außen Innen und Tiefenmaßen?
Zugversuch Welcher Versuch liefert unter anderem Zugfestigkeit und Bruchdehnung?
Normung Welcher Begriff beschreibt das Festlegen technischer Regeln und Standards?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein

ist vorgefertigtes Vormaterial mit einfacher Grundform. Ein flächiges metallisches Halbzeug heißt

. Ein langes massives Rundmaterial wird als

bezeichnet. Ein längliches Hohlmaterial ist ein

. Ein Halbzeug mit definiertem Querschnitt über seine Länge heißt

. Der Herstellungs- oder Behandlungszustand bei Lieferung wird als

bezeichnet. Maße können zum Beispiel mit einem

geprüft werden. Festigkeitskennwerte können unter anderem aus dem

gewonnen werden. Eine fachgerechte Auswahl berücksichtigt neben der Form auch die

. Praktische Werkstattarbeiten benötigen vorher eine

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Halbzeug-Fotodokumentation: Fotografiere mit Freigabe im Ausbildungsbetrieb vier eindeutig gekennzeichnete Halbzeuge und ordne sie Blech, Stab, Rohr oder Profil zu.
  2. Formvergleich: Zeichne je ein Bauteil, für das Blech, Rundstab, Rohr und Profil als Ausgangsform sinnvoll sein könnten.
  3. Kennzeichnung lesen: Analysiere eine freigegebene Materialkennzeichnung und trenne Werkstoff, Abmessung und Lieferzustand.
  4. Messwertkarte: Erstelle aus bereitgestellten Messwerten eine Tabelle und markiere, welche Werte innerhalb einer vorgegebenen Toleranz liegen.


Standard

  1. Werkstoffauswahl begründen: Wähle für vier Bauteile eines einfachen Rahmens passende Halbzeugformen und begründe jede Entscheidung mit mindestens zwei Kriterien.
  2. Verschnitt vergleichen: Vergleiche für ein vorgegebenes Werkstück zwei mögliche Halbzeugformen und schätze qualitativ, bei welcher Variante weniger Material entfernt werden muss.
  3. Lieferzustand prüfen: Vergleiche zwei freigegebene Datenblätter desselben Werkstoffsystems und untersuche, welche Lieferzustände genannt werden.
  4. Interview Fachkraft: Befrage eine zuständige Fachkraft dazu, welche Fehler bei der Halbzeugauswahl im Betrieb häufig vorkommen, und fasse die Antworten anonymisiert zusammen.


Schwer

  1. Entscheidungsmatrix Halbzeuge: Entwickle eine gewichtete Entscheidungsmatrix mit Kriterien wie Geometrie, Masse, Bearbeitungsaufwand, Fügbarkeit, Korrosion und Kosten.
  2. Alternativwerkstoff: Prüfe für den Ausbildungsfall, welche zusätzlichen Fragen bei einem Wechsel von Stahl zu Aluminium geklärt werden müssten, ohne eigenständig Material freizugeben.
  3. Wareneingangskonzept: Entwirf auf Papier einen Ablauf zur Dokumenten- und Maßprüfung eines Halbzeugs einschließlich Eskalationspunkt bei Abweichungen.
  4. Transferprojekt: Erstelle ein kurzes Erklärvideo oder Poster mit dem Titel „Form allein reicht nicht – Werkstoff und Lieferzustand mitdenken“.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Auswahlbegründung: Für ein Bauteil stehen Blech, Rundstab und Profil zur Verfügung. Begründe anhand von Geometrie, Beanspruchung und Fertigung, welche Informationen Du vor der Auswahl noch benötigst.
  2. Fehleranalyse Lieferzustand: Ein Lageretikett nennt den richtigen Werkstoff, aber nicht den geforderten Lieferzustand. Beschreibe, warum die Entnahme nicht allein aufgrund des Werkstoffnamens freigegeben werden sollte.
  3. Messwertinterpretation: Vier Messwerte liegen innerhalb einer Übungsgrenze, die Werkstoffkennzeichnung fehlt jedoch. Erkläre, warum die Maßprüfung allein die Verwendbarkeit nicht bestätigt.
  4. Wirtschaftlichkeit: Ein Werkstück kann aus Vollstab oder Profil gefertigt werden. Entwickle Kriterien für einen technischen und wirtschaftlichen Vergleich.
  5. Transfer auf neuen Fall: Für einen leichten Maschinenschutz soll ein Rahmen mit Abdeckung entstehen. Ordne mögliche Halbzeuge zu und begründe, welche Nachweise vor einer Fertigung zusätzlich erforderlich sind.
  6. Sicherheitskompetenz: Erkläre, warum ein bestandener Onlinekurs keine betriebliche Arbeitsfreigabe für Maschinen ersetzt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind besonders wichtig:

  1. Du kannst Blech, Stab, Rohr und Profil sicher unterscheiden.
  2. Du kannst die Halbzeugform aus der Bauteilgeometrie und Funktion begründet ableiten.
  3. Du berücksichtigst Beanspruchung, Fertigung, Masse, Umgebung und Wirtschaftlichkeit.
  4. Du trennst Werkstoffbezeichnung und Lieferzustand.
  5. Du kannst einfache Messwerttabellen auswerten.
  6. Du erkennst, dass Kennwerte aus Werkstoffprüfungen die Auswahl unterstützen, aber Zeichnung und Spezifikation nicht ersetzen.
  7. Du kannst eine Auswahlentscheidung nachvollziehbar dokumentieren.
  8. Du beachtest, dass praktische Werkstattarbeit Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht voraussetzt.




OERs zum Thema



Fachliche Quellen

  1. Fraunhofer IZFP: Halbzeuge – Einordnung von Halbzeugen als vorgeformte Rohmaterialien.
  2. Wikipedia: Halbzeug – Überblick über Formen und Einteilung.
  3. Wikipedia: Metall-Halbzeug – Überblick über metallische Halbzeuge.
  4. DIN Media: DIN EN 10025-2 – Hinweise zu Lieferzuständen bei warmgewalzten Erzeugnissen aus Baustählen.
  5. Wikipedia: Zugversuch – Grundlagen zu Spannungs-Dehnungs-Diagramm und Werkstoffkennwerten.
  6. DGUV Akademie: Metallwerkstatt – Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und sichere Gestaltung.
  7. BGHM: Gefährdungsbeurteilungen – Hilfen für betriebliche Gefährdungsbeurteilungen.


Medien und Rechte

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien wurden über ihre Dateibeschreibungsseiten geprüft. Dort stehen Urheber, Quelle und konkrete Lizenz. Die verwendeten Dateien sind frei lizenziert oder gemeinfrei. Bei Nachnutzung sind die Bedingungen der jeweiligen Dateiseite einzuhalten.

  1. Sheet metal used.jpg – CC BY-SA 4.0.
  2. StahlstangenW.jpg – CC BY-SA 3.0 beziehungsweise alternative freie Lizenz laut Dateiseite.
  3. Steel pipe.jpg – CC BY-SA 4.0.
  4. Ibeam.svg – CC BY-SA 3.0 beziehungsweise alternative freie Lizenz laut Dateiseite.
  5. Vernier caliper.svg – freie Creative-Commons-/GFDL-Lizenzen laut Dateiseite.
  6. Stress v strain A36 2 de.svg – freie Creative-Commons-/GFDL-Lizenzen laut Dateiseite.
  7. Tensile test - steel sample.ogv – CC BY 4.0.

Die YouTube-Videos wurden über konkrete, existierende Videoseiten geprüft und nur eingebettet, nicht kopiert. Die Einbettung folgt der von YouTube vorgesehenen Embed-Funktion; Rechte am Video verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...