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Metallkunde und Werkstoffauswahl – Gusseisen richtig einordnen

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Metallkunde und Werkstoffauswahl – Gusseisen richtig einordnen

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Metallkunde und Werkstoffauswahl – Gusseisen richtig einordnen


Einleitung

Kurzbeschreibung: In diesem Lernkurs ordnest Du graphitische Gusseisenwerkstoffe über ihre Graphitform ein. Du verknüpfst Gefüge, Bearbeitbarkeit und typische Einsatzgrenzen und triffst eine begründete Vorauswahl für einen Ausbildungsfall.

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Zerspanung, Instandhaltung, Gießereitechnik und verwandten Berufen.

Sicherheit: Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten, Probenpräparation, Härteprüfungen, Zerspanversuche oder Arbeiten an Maschinen dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Freigabe der zuständigen Stelle und unter der vorgesehenen Aufsicht durchgeführt werden.

Merksatz: Die Form des Graphits beeinflusst, wie stark der Graphit als innere Kerbe wirkt. Daraus ergeben sich deutliche Unterschiede bei Festigkeit, Duktilität, Dämpfung und Zerspanbarkeit.

Abgrenzung: Dieser Kurs konzentriert sich auf Gusseisen mit Lamellen-, Vermicular- und Kugelgraphit. Weißes Gusseisen mit überwiegend carbidisch gebundenem Kohlenstoff ist werkstoffkundlich anders einzuordnen.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du GJL, GJV und GJS anhand von Gefügebildern unterscheiden, typische Eigenschaftstrends erklären, Messwerte aus Datenblättern vorsichtig interpretieren und eine Werkstoffvorauswahl mit Einsatzgrenzen begründen.

Stufe Du kannst ...
Basis Graphitformen erkennen und Kurzzeichen zuordnen.
Anwendung Bearbeitbarkeit, Dämpfung und mechanische Beanspruchung in eine Auswahl einbeziehen.
Transfer Eine geänderte Bauteilanforderung erkennen und die Werkstoffvorauswahl neu begründen.


Lerneinheit 1: Drei Graphitformen erkennen


GJL – Lamellengraphit

Bei Gusseisen mit Lamellengraphit liegen dunkle Graphitlamellen in der metallischen Matrix. Die Lamellen erzeugen eine ausgeprägte Kerbwirkung. GJL ist deshalb bei Zug- und Stoßbeanspruchung begrenzt, bietet aber sehr gute Dämpfung und ist häufig sehr gut zerspanbar.

Kurzzeichen: EN-GJL.


GJV – Vermiculargraphit

Bei Gusseisen mit Vermiculargraphit erscheint der Graphit würmchen- oder kompaktförmig. GJV liegt bei vielen Eigenschaften zwischen GJL und GJS. Es verbindet vergleichsweise hohe Festigkeit mit günstigen thermischen Eigenschaften, ist bei der Zerspanung aber häufig anspruchsvoller als GJL.

Kurzzeichen: EN-GJV.


GJS – Kugelgraphit

Bei Gusseisen mit Kugelgraphit ist der Graphit weitgehend kugelförmig. Dadurch ist die Kerbwirkung deutlich geringer als bei Lamellengraphit. Viele GJS-Sorten erreichen höhere Festigkeit und deutlich höhere Bruchdehnung als GJL. Die genaue Eigenschaft hängt von Sorte, Matrix, Wanddicke und Herstellzustand ab.

Kurzzeichen: EN-GJS.


Schnellvergleich

Merkmal GJL GJV GJS
Graphitform Lamellen vermicular Kugeln
Kerbwirkung durch Graphit hoch mittel geringer
Dämpfung sehr günstig günstig meist geringer als GJL
Duktilität sehr gering höher als GJL sortenabhängig deutlich höher
Zerspanbarkeit meist sehr gut häufig anspruchsvoller stark von Matrix und Festigkeit abhängig
typische Rolle Gehäuse, Maschinenbetten, Bremsscheiben thermisch und mechanisch kombinierte Beanspruchung dynamisch stärker belastete Bauteile, Rohre, Naben, Gehäuse


Lerneinheit 2: Vom Gefüge zur Eigenschaft

Denkweg: Graphitform → Kerbwirkung → lokale Spannung → Verformungs- und Bruchverhalten.

Bei Lamellen entstehen an den scharfen Enden stärkere Spannungsspitzen. Kugeln unterbrechen die metallische Matrix weniger ungünstig. Vermiculargraphit bildet eine Zwischenform.

Wichtig: Aus einem Gefügebild allein folgt noch keine vollständige Werkstofffreigabe. Matrix, Wanddicke, Wärmebehandlung, Gussqualität, Fehlstellen und reale Lasten müssen zusätzlich bewertet werden.


Vertiefungsbild: Graphit und Erstarrung

Das Diagramm zeigt als Vertiefung die stabile Graphit- und die metastabile Cementitbetrachtung im Eisen-Kohlenstoff-System. Für die Werkstoffauswahl im Ausbildungsfall genügt zunächst die Frage: In welcher Form liegt der freie Graphit vor?

Das NPTEL-Video „Cast Irons and Steels“ stammt aus einer Vorlesungsreihe des IIT Roorkee und eignet sich zur Wiederholung der Einordnung von Gusseisen.


Lerneinheit 3: Bearbeitbarkeit richtig einordnen

Beim Zerspanen ist nicht nur die Härte wichtig. Graphitform, Matrix und Gusshaut beeinflussen Spanbildung, Schnittkräfte und Werkzeugverschleiß.

Beobachtung Einordnung
kurze, bröckelige Späne und niedrige Schnittkräfte typisch günstig bei vielen GJL-Sorten
höhere Festigkeit und zusammenhängendere Matrix kann Zerspanung bei GJV und höherfestem GJS erschweren
ferritische Matrix meist günstiger zu bearbeiten als stark perlitische oder hochfeste Zustände
harte Randzonen oder Gusshaut können Werkzeugverschleiß deutlich erhöhen

Praxisgrenze: Schnittwerte werden nicht aus diesem Kurs übernommen. Verwende betriebliche Arbeitsunterlagen, Werkzeugherstellerdaten, Werkstoffzeugnisse und freigegebene Bearbeitungspläne.


Lerneinheit 4: Messwerte lesen – nicht überinterpretieren


Brinell-Härte als Messwertansicht

Bei der Brinell-Härteprüfung wird eine Hartmetallkugel mit definierter Prüfkraft eingedrückt. Aus dem Eindruck wird ein Härtewert bestimmt.

Das Video „Brinell Hardness Test“ wird von Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwab, Hochschule Karlsruhe, verantwortet und zeigt Prinzip und Ablauf der Prüfung.


Zwei veröffentlichte Datenansichten

Die folgenden Werte sind Beispiele aus veröffentlichten Datenblättern. Sie sind keine allgemeine Freigabe für ein Bauteil und ersetzen weder die aktuelle Norm noch ein Werkstoffzeugnis.

Datenansicht Zugfestigkeit Dehngrenze Bruchdehnung Brinellhärte Lernhinweis
EN-GJL-250, Datenblatt KIPP 250–350 N/mm² keine klassische Rp0,2-Angabe etwa 0,3–0,8 % etwa 190–230 HB hohe Festigkeit bedeutet hier nicht hohe Duktilität
EN-GJS-400-18, Übersicht Fonderie Schlumberger mindestens etwa 400 MPa etwa 240 MPa etwa 18 % etwa 130–175 HB deutlich höhere Dehnung ist ein wichtiges Auswahlmerkmal

Prüffrage: Ein Werkstoff kann härter sein und trotzdem für eine dynamische Zugbeanspruchung ungünstiger sein. Deshalb werden Härte, Festigkeit, Dehnung, Gefüge und reale Belastung gemeinsam bewertet.


Lerneinheit 5: Typische Einsatzgrenzen

Werkstofffamilie Gut passend, wenn ... Kritisch prüfen, wenn ...
GJL Dämpfung, Formsteifigkeit, Gießbarkeit und gute Bearbeitbarkeit wichtig sind hohe Zugwechsel-, Stoß- oder Kerbbeanspruchung auftritt
GJV mechanische und thermische Anforderungen kombiniert auftreten sehr gute Zerspanbarkeit oder sehr hohe Duktilität gefordert ist
GJS höhere Festigkeit und Duktilität benötigt werden Temperaturbereich, Kerbschlagverhalten oder sehr hohe Härte besondere Anforderungen stellen

Schweißen als Grenze: Schweißarbeiten an Gusseisen sind kein Standard-Reparaturschritt. Für Gusseisen bestehen eigene Empfehlungen und qualifizierte Verfahren. Eine Reparaturentscheidung gehört in die zuständige Fach- und Freigabekette.


Ausbildungsfall: Gehäuse für einen Prüfstand

Ein Ausbildungsbetrieb plant ein gegossenes Lager- und Getriebegehäuse. Es soll Schwingungen gut dämpfen, viele Bohr- und Fräsflächen erhalten und im normalen Betrieb überwiegend statisch belastet werden. Stoßbelastungen sind konstruktiv nicht vorgesehen.

Kandidaten: EN-GJL-250, EN-GJV und EN-GJS.

Anforderung Gewichtung Beobachtung
Schwingungsdämpfung hoch spricht stark für GJL
gute Zerspanbarkeit hoch spricht häufig für GJL
hohe Bruchdehnung niedrig im Ausgangsfall nicht führend
starke Stoß- und Zugwechselbeanspruchung niedrig im Ausgangsfall nicht vorgesehen

Didaktische Vorauswahl: GJL ist für diesen Ausgangsfall ein plausibler Kandidat. Das ist noch keine Bauteilfreigabe. Konstruktion, Wanddicke, Lastkollektiv, Gussqualität, Normanforderungen und Werkstoffzeugnis müssen geprüft werden.

Das Bild zeigt eine Bremsscheibe aus Gusseisen als anschauliches Beispiel für eine reale Gussanwendung. Die konkrete Werkstoffsorte eines Bauteils darf aus einem Foto allein nicht abgeleitet werden.


Änderung des Falls

Nun soll derselbe Gehäusebereich eine Lasche tragen, die regelmäßig wechselnd auf Zug beansprucht wird und gelegentliche Stoßlasten aufnehmen muss.

Neue Bewertung: Die ursprüngliche Begründung für GJL reicht nicht mehr aus. Eine GJS-Sorte wird als Werkstofffamilie deutlich interessanter, weil geringere Graphit-Kerbwirkung und höhere Duktilität zur geänderten Beanspruchung passen. Die konkrete Sorte muss erneut aus Norm, Konstruktion und Nachweisen gewählt werden.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Gefüge: Suche zuerst die Graphitform. Lamelle, Wurm oder Kugel?

Hilfe 2 – Anforderung: Übersetze „Schwingung“, „Stoß“, „Zugwechsel“ und „viel Zerspanung“ in Werkstoffeigenschaften.

Hilfe 3 – Vorauswahl: Wähle zuerst eine Werkstofffamilie. Die genaue Sorte folgt erst nach Daten- und Normprüfung.

Hilfe 4 – Freigabegrenze: Eine gute Lernlösung ist noch keine technische Freigabe. Werkstoffzeugnis, Zeichnung, Norm, Belastung und betriebliche Freigabe bleiben notwendig.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben


Basis

  1. Graphitform erkennen: Ordne die drei Schliffbilder GJL, GJV und GJS zu und nenne jeweils das sichtbare Formmerkmal.
  2. Kurzzeichen entschlüsseln: Erkläre, wofür L, V und S in den Kurzzeichen GJL, GJV und GJS stehen.

Begründetes Feedback: GJL erkennst Du an Lamellen, GJV an vermicularen oder wurmähnlichen Graphitformen und GJS an kugeligen Graphitausscheidungen. Die Form ist wichtig, weil sie die Kerbwirkung und damit das mechanische Verhalten beeinflusst.


Anwendung

  1. Werkstoffauswahl Gehäuse: Wähle für den Ausgangsfall eine Werkstofffamilie und begründe sie mit zwei Anforderungen.
  2. Messwerte vergleichen: Begründe anhand der beiden Datenansichten, welcher Werkstoff bei höherer geforderter plastischer Verformbarkeit günstiger erscheint.

Begründetes Feedback: Für das schwingungsdämpfende, stark zu bearbeitende Gehäuse ohne relevante Stoßlast ist GJL plausibel. Für höhere Verformbarkeit spricht GJS, weil die veröffentlichte Beispielansicht eine deutlich höhere Bruchdehnung zeigt. Ein einzelner Kennwert reicht trotzdem nicht zur Freigabe.


Transfer

  1. Anforderungsänderung: Entscheide neu, wenn die Gehäuselasche wechselnd auf Zug und zusätzlich stoßartig belastet wird.
  2. Grenzfall GJV: Formuliere einen Fall, in dem GJV als Kompromiss zwischen GJL und GJS interessant sein könnte.

Begründetes Feedback: Bei dynamischer Zug- und Stoßbeanspruchung wird GJS als Familie attraktiver, weil kugeliger Graphit die Kerbwirkung reduziert. GJV kann interessant sein, wenn höhere Festigkeit als bei GJL mit günstigen thermischen Eigenschaften kombiniert werden soll. Die konkrete Sorte bleibt eine Prüfaufgabe.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Graphitform kennzeichnet GJL? (Lamellengraphit) (!Kugelgraphit) (!Vermiculargraphit) (!Cementitkugeln)




Welche Graphitform kennzeichnet GJS? (Kugelgraphit) (!Lamellengraphit) (!Vermiculargraphit) (!Nadelgraphit)




Welche Graphitform kennzeichnet GJV? (Vermiculargraphit) (!Kugelgraphit) (!Lamellengraphit) (!Fasergrafit)




Warum ist GJL bei Zugbeanspruchung vergleichsweise kritisch? (Graphitlamellen erzeugen eine starke Kerbwirkung) (!Graphitlamellen machen den Werkstoff immer weich) (!GJL enthält grundsätzlich keinen Kohlenstoff) (!GJL kann grundsätzlich nicht gegossen werden)




Welche Eigenschaft spricht bei einem schwingungsdämpfenden Maschinengehäuse oft für GJL? (Gute Schwingungsdämpfung) (!Sehr hohe Bruchdehnung) (!Sehr hohe Kerbschlagzähigkeit) (!Sehr hohe plastische Umformbarkeit)




Welche Werkstofffamilie bietet typischerweise die höhere Duktilität? (GJS) (!GJL) (!Weißes Gusseisen) (!Gehärteter Hartguss)




Was wird bei der Brinell-Härteprüfung ausgewertet? (Der Eindruck einer Prüfkugel) (!Die Farbe der Bruchfläche) (!Die elektrische Leitfähigkeit) (!Die Länge eines Spans)




Welche Norm behandelt Gusseisen mit Lamellengraphit? (DIN EN 1561) (!DIN EN 16079) (!DIN EN 1563) (!DIN EN 1011 Teil 8)




Was ist vor einer praktischen Werkstattprüfung zwingend zu klären? (Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Nur die gewünschte Messzahl) (!Nur die Werkzeugfarbe) (!Nur die Werkstoffbezeichnung)




Welche Reihenfolge beschreibt eine saubere Werkstoffvorauswahl am besten? (Anforderung Eigenschaft Werkstofffamilie Nachweis) (!Werkstoffname Preis Farbe Freigabe) (!Härte Foto Schätzung Freigabe) (!Werkzeug Werkstoff Zufall Serienstart)





Memory

Lamellengraphit GJL
Kugelgraphit GJS
Vermiculargraphit GJV
Kerbwirkung Spannungsspitze
Brinellprüfung Eindruckdurchmesser
Schwingungsdämpfung Maschinenbett
Duktilität Bruchdehnung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Lamellengraphit gute Dämpfung
Kugelgraphit höhere Duktilität
Vermiculargraphit Zwischenstellung
Brinellhärte Kugel-Eindruck
Bearbeitbarkeit Spanbildung und Werkzeugverschleiß





Kreuzworträtsel

Graphit Welcher Kohlenstoffbestandteil erscheint in GJL GJV und GJS in unterschiedlicher Form?
Lamelle Welche Form hat der Graphit bei GJL?
Kugelgraphit Welche Graphitform vermindert die Kerbwirkung gegenüber Lamellen deutlich?
Vermiculargraphit Welche wurmähnliche Graphitform kennzeichnet GJV?
Brinell Welche Härteprüfung arbeitet mit einem kugelförmigen Eindringkörper?
Dämpfung Welche Eigenschaft ist bei Maschinenbetten häufig besonders wichtig?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei GJL liegt der Graphit überwiegend

vor.
Bei GJS ist der Graphit überwiegend

ausgebildet.
Bei GJV ist die Graphitform

.
Die Enden von Graphitlamellen verstärken die

.
GJL ist bei Maschinengehäusen oft wegen seiner guten

interessant.
Eine verbreitete Härteprüfung für Gusswerkstoffe ist die Prüfung nach

.
Bei höherer dynamischer Zug- und Stoßbeanspruchung ist häufig

günstiger als GJL.
Vor einer realen Freigabe muss die aktuelle

zusammen mit Zeichnung und Nachweisen geprüft werden.




Offene Aufgaben

Sicherheitsrahmen für alle Aufgaben: Beobachten, Auswerten, Planen und Dokumentieren ist ohne Maschinenarbeit möglich. Jede tatsächliche Werkstattdurchführung erfolgt nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, betrieblicher Freigabe und mit zuständiger Aufsicht.


Leicht

  1. Gefügebild beschriften: Erstelle zu den drei Schliffbildern je eine Bildlegende mit Graphitform und Kurzzeichen.
  2. Eigenschaftskarten: Formuliere je eine Karte zu Dämpfung, Duktilität, Kerbwirkung und Bearbeitbarkeit.
  3. Werkstoffsteckbrief: Erstelle einen kompakten Steckbrief für GJL, GJV oder GJS.
  4. Medienprüfung: Öffne eine verwendete Commons-Dateiseite und notiere Urheber, Lizenz und Lernzweck des Bildes.


Standard

  1. Auswahlmatrix: Bewerte GJL, GJV und GJS für ein Gehäuse mit den Kriterien Dämpfung, Bearbeitbarkeit und dynamische Beanspruchung.
  2. Messwertanalyse: Erkläre, warum ein Härtewert allein keine Aussage über Duktilität und Stoßeignung erlaubt.
  3. Zerspanvergleich: Recherchiere in freigegebenen Fachunterlagen, wie sich Werkzeugbelastung bei GJL, GJV und GJS unterscheiden kann.
  4. Erklärvideo planen: Entwirf ein einminütiges Storyboard zum Zusammenhang von Graphitform und Kerbwirkung.


Schwer

  1. Konstruktionsänderung bewerten: Ändere im Ausbildungsfall eine Lastanforderung und begründe, ob die Werkstofffamilie gewechselt werden sollte.
  2. Schadenshypothese: Entwickle für einen hypothetischen Riss an einer GJL-Lasche drei mögliche Ursachen und nenne die Informationen, die zur Prüfung fehlen.
  3. Normenvergleich: Vergleiche den Anwendungsbereich von DIN EN 1561, DIN EN 1563 und DIN EN 16079 anhand aktueller Norminformationen.
  4. Prüfplan entwerfen: Erstelle auf Papier einen Prüfplan aus Gefügebeurteilung, Härtewert, Werkstoffzeugnis und Lastanforderung. Eine reale Durchführung ist nur nach betrieblicher Freigabe zulässig.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Werkstofffamilie begründen: Ein Maschinenbett soll stark dämpfen und gut bearbeitbar sein. Begründe eine Vorauswahl und nenne zwei Grenzen dieser Entscheidung.
  2. Anforderungskonflikt lösen: Ein Bauteil benötigt hohe Dämpfung und zugleich hohe Duktilität. Erkläre, warum eine einfache Rangliste der Gusseisenarten nicht genügt.
  3. Messdaten bewerten: Zwei Werkstoffdatenblätter zeigen ähnliche Härtewerte, aber stark unterschiedliche Bruchdehnungen. Leite daraus ab, welche zusätzliche Information für eine dynamische Belastung wichtig ist.
  4. Gefügebild übertragen: Du erhältst ein unbekanntes Schliffbild mit überwiegend kugeligem Graphit. Formuliere eine begründete Hypothese zur Werkstofffamilie und nenne zwei Punkte, die Du noch prüfen musst.
  5. Bearbeitungsgrenze erklären: Begründe, warum die Aussage „Gusseisen ist immer gut zerspanbar“ fachlich zu pauschal ist.
  6. Freigabe unterscheiden: Erkläre den Unterschied zwischen einer didaktischen Werkstoffvorauswahl und einer technischen Arbeits- oder Bauteilfreigabe.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur Kurzzeichen auswendig kennst, sondern Zusammenhänge begründen kannst.

  1. Graphitformen: GJL, GJV und GJS anhand der Graphitform sicher unterscheiden.
  2. Gefüge-Eigenschaft-Beziehung: Kerbwirkung, Dämpfung und Duktilität aus der Graphitform qualitativ ableiten.
  3. Bearbeitbarkeit: erklären, warum Graphitform und Matrix die Zerspanung beeinflussen.
  4. Messwerte: Brinellhärte, Zugfestigkeit, Dehngrenze und Bruchdehnung in ihrer Aussage unterscheiden.
  5. Werkstoffauswahl: Anforderungen in eine begründete Werkstoffvorauswahl übersetzen.
  6. Einsatzgrenzen: erkennen, wann eine ursprüngliche Werkstoffentscheidung neu bewertet werden muss.
  7. Sicherheitsgrenze: erklären, warum dieser Kurs keine Arbeitsfreigabe ersetzt.




Fachliche Quellen und Medienrechte

Normstatus bei Kurserstellung geprüft: 04.10.2026. Für reale Entscheidungen ist immer der im Betrieb gültige aktuelle Stand zu verwenden.

Quelle Verwendung im Kurs Prüfhinweis
DIN EN 1561:2024-03 Gusseisen mit Lamellengraphit bei DIN Media als aktuell geführt
DIN EN 1563:2019-04 Gusseisen mit Kugelgraphit bei DIN Media als aktuell geführt
DIN EN 16079:2024-03 Gusseisen mit Vermiculargraphit bei DIN Media als aktuell geführt
Procedia CIRP: Machinability of graphitic cast iron grades Vergleich von GJL GJV und GJS bei der Zerspanung Open-Access-Fachartikel
Metallographic Atlas der Universidad Complutense de Madrid Gefügeeinordnung Hochschulquelle
KIPP Datenblatt EN-GJL-250 Beispielwerte für Messdaten Datenblattwerte nicht als allgemeine Abnahmewerte verwenden
Fonderie Schlumberger Werkstoffübersicht Beispielwerte EN-GJS-400-18 Werte mit Norm und Zeugnis abgleichen
Wikipedia Gusseisen OER-Orientierung und Begriffe Sekundärquelle
Wikipedia Zerspanbarkeit von Gusseisen Überblick zur Zerspanbarkeit Sekundärquelle mit Fachliteratur


Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien

Datei Lernzweck Lizenz laut Commons-Dateiseite
GGV-GGG.jpg direkter Vergleich GJL GJV GJS Public Domain
Gusseisen mit Lamellengraphit.jpg Schliffbild GJL CC BY-SA 4.0, Urheber Hb tuw
Gusseisen mit Kugelgraphit.jpg Schliffbild GJS CC BY-SA 4.0, Urheber Hb tuw
GJV 50e 01 ies.jpg Schliffbild GJV CC BY-SA 3.0 und GFDL, Urheber Frank Vincentz
Diag FeC fonte grise.svg Diagramm zu Graphit und Cementit CC BY-SA und GFDL, Urheber Cdang
BrinellHardness.svg Prüfprinzip Brinell CC BY-SA und GFDL
Brinell calibration block.jpg reale Messwert- und Prüfansicht CC BY 4.0, Urheber GarfieldJAustin
Disc break wheel.jpg Anwendungsbild Bremsscheibe CC BY-SA 3.0, Urheber Majorcaptain

YouTube-Hinweis: Die eingebetteten Videos verweisen auf die jeweiligen Originalangebote bei YouTube. Die Rechte verbleiben bei den Rechteinhabern. Eingebettet werden nur die oben genannten, fachlich geprüften Bildungsangebote; kein Sofatutor-Inhalt wird verwendet.


OERs zum Thema

Wikimedia Commons: Metallography of cast iron

Wikimedia Commons: Metallography of compacted graphite iron



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