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Metallkunde und Werkstoffauswahl – Eine Werkstoffentscheidung begründen

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Metallkunde und Werkstoffauswahl – Eine Werkstoffentscheidung begründen

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Metallkunde und Werkstoffauswahl – Eine Werkstoffentscheidung begründen

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Maschinenbau, Mechatronik und verwandten technischen Berufen.

Kurzbeschreibung: Du leitest aus Anforderungen eine Werkstoffentscheidung ab, vergleichst Alternativen, beachtest Fertigung und Kosten und begründest die Auswahl mit prüfbaren Kriterien.


Einleitung

Eine gute Werkstoffauswahl beginnt nicht mit dem Satz „Dieser Werkstoff ist gut“, sondern mit der Frage: Was muss das Bauteil unter seinen realen Einsatzbedingungen leisten? Erst danach vergleichst Du Eigenschaften, Fertigung, Kosten und Risiken.

Sicherheitsgrenze des Kurses: Praktische Werkstattarbeiten, Prüfungen oder Maschinenversuche dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Freigabe der zuständigen Person und unter der vorgesehenen Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du Anforderungen in Auswahlkriterien übersetzen, Werkstoffkennwerte sinnvoll lesen, mindestens drei metallische Alternativen vergleichen, Fertigungsfolgen und Kostenwirkungen berücksichtigen und eine Entscheidung nachvollziehbar begründen.


Ausbildungsfall: Sensorhalter in feuchter Produktionsumgebung

Ein Betrieb benötigt jährlich etwa 200 kleine Blechhalter für einen Sensor an einer Produktionsanlage. Der Halter wird gelasert, gekantet und verschraubt. Er ist nicht sicherheitskritisch, soll aber formstabil, dauerhaft sauber und korrosionsarm bleiben.

Merkmal Vorgabe im Ausbildungsfall
Umgebung Innenbereich, wiederkehrendes Spritzwasser, keine vorgesehene dauerhafte Chloridbelastung
Geometrie Blechbauteil, etwa 3 mm Dicke
Beanspruchung geringe statische Last, Vibrationen möglich
Fertigung Laserschneiden, Abkanten, Bohren oder Fügen
Stückzahl etwa 200 Stück pro Jahr
Ziel technisch passende Lösung bei vertretbaren Gesamtkosten
Kandidaten S235JR mit Korrosionsschutz, 1.4301 X5CrNi18-10, EN AW-5754

Deine Leitfrage: Welcher Werkstoff passt am besten – und warum?


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfe 1 – Anforderungen sortieren

Trenne Muss-Kriterien von Wunsch-Kriterien. Korrosionsverhalten, ausreichende Steifigkeit und sichere Herstellbarkeit sind wichtiger als eine geringe Masse, wenn die Masse betrieblich keine zentrale Rolle spielt.

Hilfe 2 – Alternativen vergleichen

Prüfe jeden Kandidaten nacheinander auf Einsatzumgebung, mechanische Eigenschaften, Fertigungsverfahren, Oberflächenbehandlung, Fügbarkeit und Folgekosten.

Hilfe 3 – Entscheidungssatz

Nutze dieses Muster: „Ich wähle …, weil die Anforderungen … durch die Eigenschaften … erfüllt werden. Gegen … spricht im Vergleich … . Die Mehr- oder Minderkosten sind vertretbar, weil … .“


Kurze Lerneinheiten


Lerneinheit 1: Von der Anforderung zum Auswahlkriterium

Anforderung beschreibt, was das Bauteil leisten muss. Kennwert oder Eigenschaft liefert den prüfbaren Bezug dazu.

Anforderung Passendes Auswahlkriterium
geringe Verformung Elastizitätsmodul und Bauteilgeometrie
kein bleibendes Verformen Streck- oder Dehngrenze
geringe Masse Dichte
Verschleißwiderstand Härte zusammen mit Oberfläche und Belastungsart
feuchte Umgebung Korrosionsverhalten und Oberflächenschutz
wirtschaftliche Serie Werkstoffpreis, Fertigungszeit, Ausschuss, Oberfläche, Instandhaltung

Merke: Ein einzelner Kennwert entscheidet fast nie allein.


Lerneinheit 2: Messwerte lesen – nicht nur Zahlen sammeln

Im Zugversuch werden Kraft und Längenänderung gemessen. Daraus entstehen Kennwerte wie Streckgrenze oder Dehngrenze, Zugfestigkeit und Bruchdehnung. Der Versuch ist ein genormtes, zerstörendes Prüfverfahren.

Messwertansicht S235JR – Datenblattbezug:

Kennwert Wert für den Vergleich Bedeutung
Mindeststreckgrenze ReH 235 MPa bei Nenndicke bis 16 mm Beginn bleibender Verformung darf nicht mit „Bruch“ verwechselt werden
Zugfestigkeit Rm 360 bis 510 MPa bei dünnen Flacherzeugnissen höchste technische Zugspannung im Zugversuch
Mindestbruchdehnung A 24 % bei 3 bis 16 mm Nenndicke zeigt die plastische Dehnfähigkeit unter der definierten Prüfbedingung

Wichtig: Werte gelten nur im Rahmen der zugehörigen Norm, Erzeugnisform, Dicke und Lieferbedingung. Für reale Aufträge sind aktuelle Normen, Zeichnungen, Zeugnisse und Lieferantendaten maßgebend.


Lerneinheit 3: Härte, Gefüge und Werkstoffzustand

Härte beschreibt den Widerstand gegen das Eindringen eines Prüfkörpers. Sie ist nicht dasselbe wie Zugfestigkeit oder Zähigkeit.

Ein Werkstoffname allein beschreibt nicht jede Eigenschaft. Gefüge und Zustand beeinflussen das Verhalten.

Prüffrage an Dich: Welche Eigenschaft brauchst Du wirklich für die Bauteilfunktion – und mit welchem Prüfverfahren lässt sie sich sinnvoll absichern?


Lerneinheit 4: Drei Alternativen für den Sensorhalter

Kriterium S235JR mit Korrosionsschutz 1.4301 X5CrNi18-10 EN AW-5754
Dichte etwa 7,85 g/cm³ etwa 7,9 g/cm³ etwa 2,67 g/cm³
Steifigkeit hoch, E-Modul etwa 210 GPa ähnlich hoch wie Baustahl deutlich geringer, E-Modul etwa 69 GPa
Korrosionsstrategie Beschichtung oder anderer geeigneter Schutz erforderlich in vielen feuchten Alltagsumgebungen gut, Chloride gesondert prüfen gute Korrosionsbeständigkeit in vielen Anwendungen, Kontaktkorrosion beachten
Lasern und Abkanten gut geeignet gut geeignet, Kaltverfestigung bei Bearbeitung beachten gut geeignet, Biegeradius und Zustand beachten
Masse hoch hoch niedrig
Kostenwirkung günstiger Grundwerkstoff, zusätzliche Oberflächenkosten möglich höherer Materialpreis, dafür oft weniger Beschichtungsaufwand mittlerer Materialpreis, Geometrie kann wegen geringerer Steifigkeit angepasst werden müssen

Kostenangaben sind bewusst relativ. Einkaufspreise ändern sich; im Betrieb zählt das aktuelle Angebot und die gesamte Prozesskette.


Lerneinheit 5: Fertigung verändert die Entscheidung

Werkstoff und Fertigungsverfahren müssen zusammenpassen. Ein preiswerter Werkstoff kann durch zusätzliche Bearbeitung, Beschichtung, Nacharbeit oder Ausschuss insgesamt teurer werden.

Gesamtkosten denken: Material + Zuschnitt + Umformen + Fügen + Oberfläche + Prüfung + Ausschuss + Instandhaltung.

Werkstatt-Hinweis: Die Medien zeigen Verfahren, geben aber keine Bedienanweisung. Praktische Arbeiten erfolgen nur mit betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, freigegebenem Arbeitsmittel und zuständiger Aufsicht.


Lerneinheit 6: Korrosion ist eine Einsatzfrage

Korrosion ist die Wechselwirkung eines Werkstoffs mit seiner Umgebung, die zu messbaren Veränderungen führen kann. Auch nichtrostende Stähle sind nicht unter allen Bedingungen „rostfrei“.

Für den Fall: 1.4301 ist für viele feuchte Umgebungen gut geeignet, aber chloridhaltige Medien können kritisch sein. Aluminium kann bei ungünstigem Kontakt mit anderen Metallen und einem Elektrolyten Kontaktkorrosion zeigen. S235JR benötigt im feuchten Einsatz einen geeigneten Korrosionsschutz.


Lerneinheit 7: Kosten bewerten – nicht nur Kilopreis

Kostenblock Frage
Material Was kostet die benötigte Menge in der geforderten Lieferform?
Fertigung Welche Schneid-, Umform-, Füge- und Prüfzeiten entstehen?
Oberfläche Ist Beschichten, Beizen, Passivieren oder eine andere Behandlung erforderlich?
Qualität Wie hoch sind Prüfaufwand, Nacharbeit und Ausschussrisiko?
Nutzung Entstehen Reinigung, Korrosionsschutzpflege oder Ersatzteilkosten?

Merke: Eine belastbare Werkstoffentscheidung vergleicht Gesamtkosten und technische Eignung gemeinsam.


Lerneinheit 8: Entscheidung begründen

Für den Ausbildungsfall gibt es keine universell richtige Lösung ohne betriebliche Prioritäten.

Plausible Begründung bei hoher Priorität auf Korrosionsarmut und geringer Wartung: 1.4301 ist eine starke Option, weil Steifigkeit und Blechverarbeitung zum Bauteil passen und in der beschriebenen, nicht dauerhaft chloridbelasteten Umgebung häufig kein zusätzlicher Beschichtungsprozess nötig ist.

Plausible Begründung bei hoher Priorität auf niedrige Herstellkosten und sicher beherrschtem Beschichtungsprozess: S235JR mit geeignetem Korrosionsschutz kann wirtschaftlicher sein.

Plausible Begründung bei hoher Priorität auf Masse: EN AW-5754 kann sinnvoll sein, wenn die geringere Steifigkeit konstruktiv berücksichtigt und Kontaktkorrosion vermieden wird.

Entscheidungsregel: Erst Anforderungen gewichten, dann Daten prüfen, danach Fertigung und Kosten einbeziehen und zuletzt die Restunsicherheit benennen.


Aufgaben mit begründetem Feedback


Basisaufgaben

Basis 1: Ordne „geringe Durchbiegung“ dem passenden Kennwert zu.

Feedback: Der E-Modul beschreibt die elastische Steifigkeit des Werkstoffs. Die tatsächliche Durchbiegung hängt zusätzlich stark von der Geometrie des Bauteils ab. Nur „hohe Festigkeit“ zu nennen wäre deshalb unvollständig.

Basis 2: Erkläre, warum Härte allein keine vollständige Werkstoffentscheidung ermöglicht.

Feedback: Härte beschreibt nur einen Teil des Materialverhaltens. Für den Sensorhalter sind zusätzlich Steifigkeit, Korrosion, Fertigbarkeit und Kosten wichtig. Eine Entscheidung mit nur einem Kennwert blendet relevante Anforderungen aus.


Anwendungsaufgaben

Anwendung 1: Der Einkauf meldet, dass 1.4301 pro Kilogramm teurer ist als S235JR. Darf der Werkstoff deshalb sofort ausgeschlossen werden?

Feedback: Nein. Der Kilopreis ist nur ein Kostenblock. Wenn bei S235JR Beschichtung, Handling, Nacharbeit oder spätere Instandhaltung hinzukommen, können die Gesamtkosten anders aussehen.

Anwendung 2: Die Konstruktion möchte ohne Geometrieänderung von Stahl auf EN AW-5754 wechseln. Welchen Punkt musst Du zuerst prüfen?

Feedback: Prüfe die geforderte Steifigkeit und Verformung. Aluminium hat einen deutlich niedrigeren E-Modul als Stahl. Gleiche Form und gleiche Blechdicke führen deshalb nicht automatisch zu gleicher Steifigkeit.


Transferaufgaben

Transfer 1: Der Reinigungsprozess wird geändert und enthält künftig chloridhaltige Medien. Was passiert mit Deiner bisherigen Auswahl?

Feedback: Die Einsatzbedingung hat sich geändert, also muss die Werkstoffauswahl neu bewertet werden. 1.4301 darf nicht automatisch weiterverwendet werden; chloridbeständigere Werkstoffe oder angepasste Schutzkonzepte können erforderlich sein.

Transfer 2: Die Stückzahl steigt von 200 auf 20.000 Stück pro Jahr. Welche Entscheidungsebene ändert sich besonders?

Feedback: Die Fertigungs- und Kostenbetrachtung gewinnt stark an Gewicht. Automatisierung, Werkzeugkosten, Taktzeit, Materialausnutzung und stabile Serienprozesse können die wirtschaftlich beste Lösung verschieben, obwohl die technischen Anforderungen gleich bleiben.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was steht am Anfang einer begründeten Werkstoffauswahl? (Die Anforderungen an Bauteil und Einsatzbedingungen) (!Der niedrigste Kilopreis) (!Die höchste Härte) (!Die bekannteste Werkstoffbezeichnung)




Welcher Kennwert beschreibt vor allem die elastische Steifigkeit eines Werkstoffs? (Elastizitätsmodul) (!Dichte) (!Härte) (!Bruchfarbe)




Welche Kennwerte werden typischerweise aus einem Zugversuch abgeleitet? (Streckgrenze beziehungsweise Dehngrenze und Zugfestigkeit) (!Nur die Dichte) (!Nur die Wärmeleitfähigkeit) (!Nur die Oberflächenrauheit)




Welcher Prüfkörper wird bei der Vickers-Härteprüfung verwendet? (Eine Diamantpyramide) (!Eine Gummikugel) (!Ein Kupferdraht) (!Eine Stahlplatte)




Warum ist EN AW-5754 für Leichtbau interessant? (Es besitzt eine deutlich geringere Dichte als Stahl) (!Es hat immer den höchsten E-Modul) (!Es benötigt immer keine Prüfung) (!Es ist unter allen Bedingungen korrosionsfrei)




Welche Aussage zu 1.4301 ist für die Werkstoffauswahl wichtig? (Chloridhaltige Medien müssen gesondert bewertet werden) (!Der Werkstoff ist in jeder Umgebung vollständig korrosionsfrei) (!Der Werkstoff besteht aus reinem Eisen) (!Der Werkstoff kann nicht umgeformt werden)




Welche Folge kann die Wahl von S235JR in feuchter Umgebung haben? (Ein zusätzlicher geeigneter Korrosionsschutz kann erforderlich sein) (!Der Werkstoff wird automatisch leichter) (!Der E-Modul verdoppelt sich) (!Das Bauteil benötigt grundsätzlich keine Oberfläche)




Was gehört zu einer sinnvollen Kostenbetrachtung? (Die gesamte Prozesskette einschließlich Oberfläche und Nacharbeit) (!Nur der Preis pro Kilogramm) (!Nur die Maschinenfarbe) (!Nur die Lagerplatznummer)




Was geschieht mit einem Werkstoffkandidaten, der ein Muss-Kriterium sicher nicht erfüllt? (Er wird für diese Anwendung ausgeschlossen) (!Er gewinnt automatisch die Auswahl) (!Er wird nur nach dem Namen bewertet) (!Er bleibt unabhängig vom Risiko erste Wahl)




Welche Struktur macht eine Werkstoffentscheidung nachvollziehbar? (Anforderung mit Eigenschaft und Konsequenz verknüpfen) (!Nur den Werkstoffnamen nennen) (!Nur eine Tabelle ohne Begründung abgeben) (!Nur die billigste Alternative markieren)





Memory

Anforderung Auswahlkriterium
E-Modul Steifigkeit
Dehngrenze Bleibende Verformung
Vickers Härteprüfung
Korrosionsschutz Lebensdauer
Fertigungsverfahren Herstellbarkeit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Zugversuch Streckgrenze und Zugfestigkeit
Vickersprüfung Härte
Laserschneiden Konturzuschnitt
Abkanten Biegeform
Beschichten Korrosionsschutz





Kreuzworträtsel

Anforderung Was beschreibt zuerst, was ein Bauteil leisten muss?
Steifigkeit Welche Eigenschaft wird wesentlich durch den E-Modul beschrieben?
Vickers Welches Härteprüfverfahren nutzt eine Diamantpyramide?
Korrosion Wie heißt die schädigende Wechselwirkung eines Werkstoffs mit seiner Umgebung?
Abkanten Wie heißt das Biegen von Blech an einer Kant- oder Gesenkbiegepresse?
Zugversuch Welcher Versuch liefert unter anderem Streckgrenze und Zugfestigkeit?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Werkstoffauswahl beginnt mit der Klärung der

. Für eine geringe elastische Verformung ist der

wichtig. Der Zugversuch liefert unter anderem die

. Die Vickersprüfung bestimmt die

. In feuchter Umgebung muss das

berücksichtigt werden. Ein zusätzlicher Beschichtungsprozess beeinflusst die

. Bei Aluminium kann die geringere Steifigkeit eine Änderung der

erfordern. Eine belastbare Entscheidung verknüpft Daten mit einer nachvollziehbaren

.




Offene Aufgaben

Sicherheit: Aufgaben mit Werkstattbezug dürfen praktisch nur nach Unterweisung, dokumentierter betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Freigabe und unter der vorgesehenen Aufsicht durchgeführt werden. Ohne diese Voraussetzungen bearbeitest Du die Aufgabe ausschließlich theoretisch.


Leicht

  1. Anforderungsprofil: Formuliere für den Sensorhalter fünf Muss- und drei Wunsch-Kriterien.
  2. Werkstoffkennwert: Erstelle eine Karte mit E-Modul, Dichte, Streck- oder Dehngrenze, Härte und Korrosionsverhalten und notiere jeweils, wofür der Kennwert nützlich ist.
  3. Medienanalyse: Wähle zwei der eingebetteten Werkstoffbilder und beschreibe, welche Information sie für eine Auswahl liefern und welche nicht.
  4. Kostenkette: Zeichne die Prozesskette vom Blech bis zum fertigen Halter und markiere mindestens vier Kostenstellen.


Standard

  1. Entscheidungsmatrix: Vergleiche S235JR mit Korrosionsschutz, 1.4301 und EN AW-5754 anhand von mindestens sechs Kriterien und begründe Deine Gewichtung.
  2. Datenblattvergleich: Suche zwei aktuelle Herstellerdatenblätter zu geeigneten Blechwerkstoffen und markiere Kennwerte, Lieferzustand, Dicke und Normbezug.
  3. Fertigungsplanung: Plane theoretisch die Reihenfolge Laserschneiden, Entgraten, Abkanten, Fügen und Oberflächenbehandlung für zwei Werkstoffalternativen.
  4. Fachgespräch: Interviewe eine zuständige Fachkraft im Betrieb zur Frage, welche Werkstofffehler oder Nacharbeitskosten in der Praxis häufig unterschätzt werden.


Schwer

  1. Variantenvergleich: Ändere die Einsatzbedingung auf regelmäßige chloridhaltige Reinigung und entwickle eine neue Werkstoffentscheidung mit Quellenbezug.
  2. Serienfertigung: Untersuche, wie sich eine Stückzahlsteigerung auf 20.000 Stück pro Jahr auf Materialausnutzung, Werkzeugstrategie, Taktzeit und Auswahl auswirkt.
  3. Versuchsplanung: Entwirf ohne praktische Durchführung einen Prüfplan, mit dem Du zwei Werkstoffalternativen hinsichtlich Steifigkeit, Festigkeit und Korrosionsverhalten absichern würdest.
  4. Entscheidungsvorlage: Erstelle eine einseitige technische Entscheidungsvorlage für Ausbilder, Konstruktion und Einkauf mit Anforderung, Alternativen, Risiken, Kostenwirkung und Empfehlung.




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Lernkontrolle

  1. Änderungsmanagement: Der Kunde fordert plötzlich eine Reinigung mit chloridhaltigem Medium. Zeige, welche Annahmen der bisherigen Werkstoffentscheidung ungültig werden und welche Informationen neu beschafft werden müssen.
  2. Leichtbau: Begründe, warum ein Wechsel von Stahl zu Aluminium trotz ähnlicher Festigkeitswerte eine Geometrieänderung erforderlich machen kann.
  3. Lebenszykluskosten: Vergleiche eine billige, beschichtete Stahllösung mit einer teureren nichtrostenden Lösung über die Nutzungsdauer. Nenne mindestens vier Kosten- oder Risikotreiber.
  4. Prüfstrategie: Ein Lieferant nennt nur einen Härtewert. Erkläre, warum das für die Freigabe des Sensorhalters nicht reicht und welche zusätzlichen Nachweise Du verlangen würdest.
  5. Fertigungsänderung: Die Serie soll künftig nicht mehr gekantet, sondern aus einem Profil hergestellt werden. Leite ab, welche Auswahlkriterien dadurch wichtiger oder unwichtiger werden.
  6. Unsicherheit: Zwei Werkstoffe erfüllen alle Muss-Kriterien nahezu gleich gut. Entwickle eine faire Entscheidungsregel und zeige, wie Du Unsicherheit und fehlende Daten dokumentierst.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du eine Werkstoffentscheidung nachvollziehbar und prüfbar aufbauen kannst.

  1. Anforderungsprofil: Muss- und Wunsch-Kriterien mit Einsatzbedingungen
  2. Alternativenvergleich: mindestens drei geeignete Werkstoffoptionen
  3. Kennwertbezug: passende Werkstoffkennwerte und deren Bedeutung
  4. Fertigungsbezug: Auswirkungen auf Schneiden, Umformen, Fügen und Oberfläche
  5. Kostenbezug: Material-, Prozess-, Qualitäts- und Nutzungskosten
  6. Risikoanalyse: Korrosion, Kontaktpaarungen, Lieferzustand und offene Daten
  7. Quellenprüfung: Normbezug, Herstellerdatenblätter und belastbare Fachquellen
  8. Entscheidungsbegründung: klare Empfehlung mit benannten Grenzen und Alternativen




Fachliche Quellen und Medienrechte

Fachliche Grundlagen:

  1. Wikipedia: Werkstoffauswahl – Auswahl nach Anforderungen, Eigenschaften, Normen und Datenblättern.
  2. Wikipedia: Zugversuch – Grundlagen und Kennwerte des Zugversuchs; Verweis auf DIN EN ISO 6892-1.
  3. Wikipedia: Stahl – Grundlagen zu Stahl, Dichte und Verarbeitung.
  4. Wikipedia: Aluminium – Dichte und Elastizitätsmodul von Aluminium.
  5. Wikipedia: Nichtrostender Stahl – Einordnung von 1.4301 und Hinweise zu chloridhaltigen Medien.
  6. Wikipedia: Korrosion – Grundbegriffe und Einfluss der Umgebung.
  7. BAuA: Gefährdungsbeurteilung – betriebliche Grundlage für sicheres Arbeiten.
  8. DGUV Akademie: Metallwerkstatt – Gefährdungen und Schutzmaßnahmen in der Metallbearbeitung.
  9. thyssenkrupp Materials Processing Europe: S235JR – Kennwerte nach DIN EN 10025-2.
  10. Wikipedia: 5754 aluminium alloy – typische Dichte und E-Modul der Legierung.
  11. worldstainless: Corrosion properties – Grenzen der Korrosionsbeständigkeit nichtrostender Stähle.

Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien und Lizenzen laut jeweiliger Dateiseite:

  1. Bill Abbott – CC BY-SA 2.0.
  2. Mercurybds – CC BY 3.0.
  3. Enzoaubery – CC BY-SA 4.0.
  4. Cdang – Public Domain.
  5. Slashme und Bearbeitende – CC BY-SA 3.0 beziehungsweise GFDL laut Dateiseite.
  6. Trociny-atakujo – CC0.
  7. Freundchen – CC0.
  8. Eisenbeisser – CC BY-SA 4.0.
  9. Chutianlaser – CC BY-SA 3.0.
  10. URMEL, Bearbeitung Wizard191 – CC BY-SA 3.0 beziehungsweise GFDL laut Dateiseite.
  11. Borowski – Public Domain.
  12. Webcorr – CC BY-SA 3.0.

YouTube-Hinweis: Die eingebetteten Videos „Zugversuch an Stahl, Werkstoffprüfung“ von Bender-Ferndorf und „Härteprüfung nach Vickers“ vom BFSV Verpackungsinstitut Hamburg werden nur über YouTube eingebettet. Für sie wird hier keine freie OER-Lizenz behauptet. Es wurden keine Sofatutor-Medien verwendet.


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