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Metallica - The Unforgiven II

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Metallica - The Unforgiven II




Metallica – The Unforgiven II


Einleitung

The Unforgiven II ist ein Song der US-amerikanischen Band Metallica und erschien 1997 auf dem Album ReLoad. Der Titel setzt The Unforgiven von 1991 musikalisch und inhaltlich fort; 2008 folgte The Unforgiven III. Der Song ist deshalb besonders geeignet, um zu untersuchen, wie eine Band ein älteres Werk nicht bloß wiederholt, sondern charakteristische Motive, Klangfarben und Themen in einen neuen Zusammenhang überführt.[1]

Dieser aiMOOC verbindet Musikanalyse, Songwriting, Musikproduktion, Lyrikanalyse, Musikvideoanalyse und Urheberrecht. Du arbeitest mit dem Original, offiziellen Live-Aufnahmen und einer Coverfassung. Vollständige Songtexte oder eine vollständige Partitur werden bewusst nicht wiedergegeben. Ein einziges kurzes Textzitat wird später als Analyseanker verwendet; alle weiteren Textaussagen werden sinngemäß zusammengefasst. Die notierten Beispiele der MediaWiki-Erweiterung Score sind neu geschaffene Analysemodelle und keine Transkription der geschützten Melodie.

James Hetfield bei einem Metallica-Konzert 1996 während der Load-Ära
James Hetfield bei einem Metallica-Konzert 1996 während der Load-Ära

James Hetfield 1996 während der Load-Tour. Freies Foto von Andrew King, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.[2]


Steckbrief

Merkmal Information
Interpret Metallica
Titel The Unforgiven II
Album ReLoad
Albumveröffentlichung 18. November 1997[3]
Autoren James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett[1]
Produzenten Bob Rock, James Hetfield, Lars Ulrich[4]
Studio The Plant, Sausalito, Kalifornien; Album- und Track-Credits ordnen die Aufnahmen den Load/ReLoad-Sessions von 1995/96 und 1997 zu.[4]
Besetzung der Aufnahme James Hetfield: Gesang und Gitarre; Kirk Hammett: Gitarre; Jason Newsted: Bass; Lars Ulrich: Schlagzeug; Jim McGillveray: zusätzliche Percussion.[4]
Länge der Albumfassung etwa 6:36 Minuten[5]
Grundcharakter langsamer bis mittlerer, schwerer Heavy-Metal-/Hard-Rock-Song mit balladesken und melodischen Anteilen


Entstehung und zeitgeschichtlicher Kontext

ReLoad gehört unmittelbar zur Load-Phase Metallicas. Die offizielle Bandchronik beschreibt Load 1996 als bewusste stilistische Erweiterung und ReLoad 1997 als Fortsetzung eines großen gemeinsamen Songbestands.[6] In einem zeitgenössischen Guitar World-Interview erklärten Hetfield und Hammett, dass beide Alben eng zusammengehörten und dass die Band auf ReLoad mit Klangfarben, Dissonanzen sowie Einflüssen außerhalb des früher dominierenden Thrash-Metal-Schemas experimentierte.[7]

Für The Unforgiven II ist die Entstehung ungewöhnlich konkret dokumentiert: Hetfield berichtete, dass er eine Telecaster mit B-Bender in die Hand nahm und dabei unbewusst das musikalische Material von The Unforgiven spielte. Der neue Klang ließ ihn zunächst glauben, er habe etwas Neues gefunden. Statt die Ähnlichkeit zu verstecken, entwickelte die Band daraus ausdrücklich eine Fortsetzung.[7] Diese Aussage ist ein wichtiges Beispiel dafür, wie ein Instrument selbst einen Kompositionsprozess anstoßen kann.

Die 2026 veröffentlichte, offizielle ReLoad-Deluxe-Edition enthält außerdem einen als Unforgiven 2 bezeichneten Rough Mix vom August 1997. Dieses Archivmaterial bestätigt, dass der Titel in der Endphase der ReLoad-Arbeiten bereits in einer weit entwickelten Fassung vorlag.[8]


Mindestens drei belegte Besonderheiten dieser Aufnahme

  1. B-Bender-Klang als Ausgangspunkt: Hetfield nennt die B-Bender-Telecaster ausdrücklich als Auslöser der Fortsetzung. Die Verse-Melodik ist eng mit diesem gleitenden Saitenzug verbunden.[7][5]
  2. Musikalische Rückbindung an Teil I: Die Akkordfolge der Strophen von The Unforgiven II entspricht in ihrer relativen Funktion weitgehend der Refrainfolge des ersten The Unforgiven. Damit wird die Fortsetzung nicht nur durch den Titel, sondern durch Harmonik hörbar gemacht.[5]
  3. Wiederkehrender Horn-Auftakt: The Unforgiven II greift denselben markanten Hornklang auf, der bereits den ersten Song eröffnet. Für den Ursprung dieses Samples kursieren unterschiedliche Zuschreibungen; gesichert ist, dass der Klang des ersten Titels rückwärts bearbeitet wurde und in Teil II als bewusstes Erkennungszeichen wiederkehrt.[9]
  4. Halbton tiefer gestimmte Gitarren: Gitarrenlehrmaterial zur Originalaufnahme dokumentiert die Stimmung Es–As–Des–Ges–B–Es. Dadurch klingen vertraute Griffbilder einen Halbton tiefer; das trägt zum dunklen Gesamtcharakter bei.[10]
  5. Ungewöhnlich seltene Live-Geschichte: Die offizielle Metallica-Songseite verzeichnet bis Dezember 2024 nur sieben Aufführungen. Nach der ersten Aufführung bei den Billboard Music Awards 1997 tauchte das Stück erst 2015 erstmals in einem regulären Metallica-Set auf. Bei der Aufführung 2024 nennt Metallica sogar ausdrücklich zusätzliche „B-Bender Support“-Hilfe durch Avi Vinocur.[1][11][12]
Patentzeichnung eines frühen Parsons-White String Benders
Patentzeichnung eines frühen Parsons-White String Benders

Freie technische Illustration: frühe Parsons-White-String-Bender-Konstruktion; Public Domain nach Angabe von Wikimedia Commons. Das Bild zeigt das Prinzip der Mechanik, nicht Hetfields konkretes Instrument.[13]


Das B-Bender-Prinzip

Ein B-Bender ist eine mechanische Vorrichtung an einer E-Gitarre. Über Zug am Gitarrengurt beziehungsweise einen Hebelmechanismus kann die H-Saite beziehungsweise im englischen Tonsystem die B-Saite gezielt angehoben werden, während andere Töne weiterklingen. So entstehen gleitende Zweiklänge, die an Pedal-Steel-Spielweisen erinnern. Genau diese Mischung aus Rockgitarre und Country-artigem Gleiten ist für die Farbigkeit von The Unforgiven II zentral.[14]

Steg einer Fender Telecaster
Steg einer Fender Telecaster

Freies Detailfoto einer Telecaster-Brücke, CC BY-SA 2.0. Es handelt sich nicht um einen B-Bender; das Foto dient dazu, den Gitarrentyp und den Bereich zu lokalisieren, an dem Saitenzug und Steg zusammenwirken.[15]


Score-Analysebeispiel 1: selbst erfundene B-Bender-Idee

Das folgende Mini-Beispiel ist keine Melodie aus dem Song. Es demonstriert nur die Idee, dass ein Ton liegen bleibt, während ein zweiter Ton stufenweise nach oben gezogen wird.


\relative c'' {
  \key e \major
  \time 4/4
  <e b>2 <e cis>2 | <e b>2 <e cis>2 |
}

Höre beziehungsweise lies die obere Stimme als Bewegungsimpuls und die untere Stimme als klanglichen Anker. Übertrage dieses Prinzip gedanklich auf eine E-Gitarre mit B-Bender.


Stil und Genre

Der Song verbindet Heavy Metal, Hard Rock und die Dramaturgie einer Powerballade, ohne einfach dem klassischen „leise Strophe – lauter Refrain“-Schema zu folgen. Im Vergleich zu Metallicas Thrash-Metal-Werken der 1980er Jahre stehen hier Tempo, Raum, Klangfarbe und melodische Wiederholung stärker im Vordergrund. Zugleich bleibt der Sound durch verzerrte Rhythmusgitarren, kräftige Snare-Akzente, Bassfundament und Hetfields rauen Gesang eindeutig im Metal verankert.

Im zeitgeschichtlichen Kontext der späten 1990er Jahre steht die Aufnahme für Metallicas Phase nach dem massiven Erfolg des „Black Album“. Die Band erweiterte ihr Klangspektrum auf Load und ReLoad um Hard-Rock-, Blues-, Country- und Alternative-Rock-Farben. Die stilistische und visuelle Veränderung wurde damals innerhalb der Metal-Szene kontrovers diskutiert; für eine Analyse ist wichtiger, die konkreten musikalischen Veränderungen zu benennen als sie pauschal als „härter“ oder „weicher“ zu bewerten.[6][7]


Melodie und Harmonik

Die Aufnahme wird häufig in Gis-Moll beziehungsweise enharmonisch As-Moll analysiert; bei Tempo- und Tonarterkennungen schwanken Internetdatenbanken leicht, weil Stimmung, Gitarrengriffbilder und enharmonische Schreibweisen unterschiedlich dargestellt werden.[16] Für das Hören ist entscheidend: Der Song hat ein deutliches Mollzentrum, das durch Durakkorde aus der natürlichen Molltonleiter aufgehellt wird.

Eine besonders charakteristische relative Folge lässt sich funktional als i – III – VII – v beschreiben. In Gis-Moll sind das beispielsweise Gis-Moll – H-Dur – Fis-Dur – Dis-Moll. Diese Folge ist für die Strophen wichtig und verbindet Teil II strukturell mit dem ersten The Unforgiven.[5]


Score-Analysebeispiel 2: selbst erstelltes Harmoniemodell

Dieses Beispiel zeigt nur die harmonische Funktion; Rhythmus, Voicing und Melodie sind frei gewählt und entsprechen nicht der Originalaufnahme.


\chordmode {
  gis1:m | b1 | fis1 | dis1:m |
}

Achte darauf, dass der Schlussakkord v nicht die starke Dominantwirkung eines Dur-Dominantakkords erzeugt. Dadurch bleibt die Folge eher kreisend und offen als eindeutig „aufgelöst“.


Rhythmus und Tempo

Der Grundpuls ist langsam und schwer. Je nach Zählweise kann die Aufnahme ungefähr bei 66 Schlägen pro Minute im Halftime-Gefühl oder bei etwa 132 bis 133 Zählzeiten im Double-Time-Raster beschrieben werden.[16] Der 4/4-Takt wirkt durch klare Backbeats stabil. Wichtig ist der Gegensatz zwischen ruhigem Grundtempo und dichter werdenden Gitarrenschichten: Energie entsteht weniger durch hohe Geschwindigkeit als durch Lautstärke, Klangdichte, Akzente und lange Spannungsbögen.


Score-Analysebeispiel 3: selbst erfundenes Rhythmusmodell

Das folgende eintaktige Muster ist nur eine Übung für den Halftime-Eindruck, nicht das Schlagzeugpattern der Aufnahme.


\drummode {
  \time 4/4
  bd4 hh8 hh sn4 hh8 hh | bd4 hh8 hh sn4 hh8 hh |
}

Sprich dazu „eins und zwei und drei und vier und“. Beobachte, wie ein kräftiger Snare-Schwerpunkt einen langsamen, breiten Groove erzeugen kann.


Gesang

James Hetfield singt mit einer Mischung aus melodischem Vortrag, rauer Bruststimme und zugespitzten Akzenten. Die Stimme ist deutlich stärker als Bedeutungsträger eingesetzt als in vielen schnellen Thrash-Metal-Stücken der frühen Bandphase. Lange Silben und wiederholte Phrasen verstärken den Eindruck von Beharren, Verletzlichkeit und innerem Konflikt. Im Refrain steigt die Intensität, ohne dass der Song sein langsames Grundgefühl verliert.

Das kurze Originalzitat „What I’ve felt, what I’ve known“ funktioniert wie ein Erinnerungsanker. Inhaltlich kehrt das lyrische Ich immer wieder zu Erlebtem und Gewusstem zurück, aber Teil II verschiebt die Perspektive: Nicht nur die eigene Verletzung, sondern die Möglichkeit von Nähe, Verständnis und gegenseitiger Schuld beziehungsweise Vergebung rückt ins Zentrum.[1]


Instrumentierung

Die Kernbesetzung besteht aus zwei E-Gitarren, E-Bass, Schlagzeug und Gesang; zusätzliche Percussion ist in den Credits ebenfalls verzeichnet.[4] Klanglich wichtig sind:

  1. E-Gitarre: Wechsel zwischen klareren, räumlichen Klangflächen und stark verzerrten Schichten; B-Bender-Färbung in der melodischen Gitarrenarbeit.
  2. E-Bass: Fundament und Verbindung zwischen Kickdrum und Gitarren; Jason Newsteds Bass stabilisiert besonders die schweren Mittelteile.
  3. Schlagzeug: breiter Rock-Groove, markante Snare und Beckensteigerungen statt dauerhaft schneller Thrash-Metal-Figuren.
  4. Gesang: Hetfields Stimme steht weit vorne und trägt die dramatische Entwicklung.
  5. Percussion: Jim McGillveray ist für zusätzliche Percussion kreditiert, was zur texturierten Produktion der Load/ReLoad-Phase passt.[4]


Arrangement und Produktion

Die Produktion von Bob Rock, James Hetfield und Lars Ulrich setzt stark auf Kontraste: einzelne Gitarrenlinien werden gegen breite verzerrte Wände gestellt; Gesang und Leadgitarre erhalten in wichtigen Momenten viel Raum. Randy Staub wird als Recording Engineer und Mixer geführt, Mike Fraser ebenfalls als Mixer; das Album wurde von George Marino gemastert.[4]

Das Arrangement arbeitet mit Wiedererkennung. Hornklang, harmonische Verwandtschaft und die „Unforgiven“-Thematik bilden Brücken zum Song von 1991. Gleichzeitig verhindert der B-Bender-Klang, dass die Fortsetzung nur wie eine Kopie wirkt. Gerade dieses Spannungsverhältnis – Zitat und Veränderung – ist ein Schlüssel für das Verständnis des Stücks.


Songform

Eine sinnvolle Hörgliederung der Albumfassung ist:

  1. Intro: Horn-Erkennungszeichen und Gitarrenaufbau.
  2. Strophe: ruhigerer, erzählender Gesang über der charakteristischen Mollfolge.
  3. Erweiterte Strophe: Verdichtung und Steigerung.
  4. Refrain: melodisch markanter Wiedererkennungsteil mit Bezug auf Teil I.
  5. Weitere Strophe und Refrain: Variation durch Klangdichte und Gesangsintensität.
  6. Instrumentaler Lead-Abschnitt: melodische Gitarrenarbeit als eigener Spannungsbogen.
  7. Schlussstrophe und Refrain-Coda: Rückführung zentraler Bilder und Motive, anschließend ausgedehnter Schluss.

Diese Form ist absichtlich nicht taktgenau notiert. Für eine schulische Analyse solltest Du die Zeitmarken selbst im offiziellen Video setzen und Deine Gliederung mit hörbaren Einsätzen begründen.


Textthemen, Bildsprache und sinngemäße Übersetzung

Der vollständige englische Songtext wird hier aus Urheberrechtsgründen nicht wiedergegeben. Stattdessen erschließt Du die zentralen Motive sinngemäß:

  1. Nähe und Distanz: Das lyrische Ich sucht körperliche und emotionale Nähe, bleibt aber von Misstrauen geprägt.
  2. Tür als Symbol: Eine verschlossene beziehungsweise sich öffnende Tür steht für Zugang zur eigenen Innenwelt. Offenheit ist möglich, aber an Vertrauen gebunden.
  3. Schlüssel als Symbol: Der Schlüssel bündelt Fragen nach Zugang, Bindung und Macht. Am Ende wird er nicht einfach zur Befreiung genutzt, sondern in ein ambivalentes Bild gegenseitiger Verstrickung überführt.
  4. Dunkelheit und Licht: Dunkle Bilder stehen für Verletzung, Abschottung und Erinnerung; Licht beziehungsweise Sonne markiert die Möglichkeit neuer Erkenntnis.
  5. Gegenseitigkeit: Teil I konzentriert sich stark auf den Einzelnen, der von anderen geformt und verletzt wird. Teil II fragt stärker, ob auch das Gegenüber „unvergeben“ ist und ob Verständnis wechselseitig werden kann.
  6. Vergebung: Der Song liefert keine einfache moralische Lösung. Er zeigt vielmehr, wie schwer es ist, alte Verletzungen in einer Beziehung in Vertrauen zu verwandeln.

Sinngemäße Übersetzung des Inhalts: Eine verletzte Person bittet ein Gegenüber um Nähe und darum, wirklich verstanden zu werden. Die Beziehung erscheint zugleich als Schutzraum und als Gefahr. Türen, Schlüssel, Dunkelheit und Licht machen sichtbar, dass Öffnung möglich wäre, aber nicht ohne Risiko. Die zentrale Frage lautet nicht nur, wer wem vergeben sollte, sondern ob beide Seiten durch frühere Erfahrungen geprägt und dadurch in ähnlicher Weise gefangen sind.


Das Musikvideo als zweite Erzählebene

Das offizielle Video wurde von Matt Mahurin inszeniert, der bereits das Video zum ersten The Unforgiven gedreht hatte. Es wurde im Dezember 1997 in Los Angeles gefilmt und im Januar 1998 erstmals gezeigt.[17] Visuell knüpft es an die Bildwelt des Vorgängers an: Gefangensein, Wand, Alterungsprozess und Befreiung werden erneut aufgegriffen, aber neu kombiniert. Dadurch entsteht eine audiovisuelle Fortsetzung, nicht bloß ein Performance-Clip.

Hörauftrag zum offiziellen Video: Notiere Zeitmarken für den Horn-Auftakt, den ersten deutlichen Einsatz der verzerrten Gitarren, den ersten Refrain, den Leadgitarren-Abschnitt und die Schluss-Coda. Beschreibe jeweils, was Bild und Musik gleichzeitig erzählen.


Vergleich: Studio, Live und Cover

Ein Vergleich ist fachlich sinnvoll, weil gerade die ungewöhnliche Gitarrenfarbe und die dichte Studioproduktion zeigen, was bei einer Live- oder Coverfassung neu gelöst werden muss.


Live 1997 und die Rückkehr 2015

Metallica spielte den Song erstmals am 8. Dezember 1997 bei den Billboard Music Awards. Danach blieb er viele Jahre aus regulären Setlists verschwunden. Am 29. Mai 2015 in Gelsenkirchen wurde er laut Metallica erstmals in ein vollständiges reguläres Konzertset aufgenommen.[11]

Hörbarer Unterschied zur Studiofassung: Die Live-Version wirkt unmittelbarer und weniger geschichtet. Raumklang, Publikumsanteil und Bühnenverstärkung treten an die Stelle eines vollständig kontrollierten Studiobildes. Einzelne Gitarrenfunktionen müssen live klarer auf die vorhandenen Spieler verteilt werden; dadurch lassen sich Begleitung, Leadfunktion und B-Bender-Farbe leichter getrennt verfolgen.


Live 2024: dokumentierter B-Bender-Support

Bei Metallicas Helping-Hands-Konzert am 13. Dezember 2024 wurde The Unforgiven II zum siebten Mal live gespielt. Die offizielle Konzertseite vermerkt ausdrücklich, dass Avi Vinocur bei diesem Stück „B-Bender Support“ leistete.[12] Das ist ein besonders anschaulicher Hinweis darauf, dass die charakteristische Gitarrentechnik für eine Live-Umsetzung organisatorisch relevant bleibt.

Im offiziellen Konzertvideo beginnt The Unforgiven II bei ungefähr 2:20:02.


Cover 2024: Apocalyptica

Apocalyptica veröffentlichte 2024 eine instrumentale Fassung für sein Album Plays Metallica Vol. 2. Die offizielle Videoveröffentlichung nennt Eicca Toppinen, Paavo Lötjönen und Perttu Kivilaakso an den Celli sowie Mikko Sirén am Schlagzeug; die Fassung ist deutlich kürzer als Metallicas Albumversion.[18]

Hörbarer Unterschied: Die gesungene Hauptlinie wird in eine instrumentale Cello-Stimme übersetzt. Gestrichene Töne können lange Crescendi und eine andere Art von Vibrato erzeugen als E-Gitarre oder Stimme. Dadurch bleibt die melancholische Melodik erkennbar, während Textsemantik und Hetfields stimmliche Rauheit entfallen. Die Coverfassung zeigt besonders deutlich, welche Informationen im Material selbst stecken und welche erst durch Stimme, Text und Metallica-spezifische Produktion entstehen.


Rezeption und Bedeutung im Werk Metallicas

The Unforgiven II wurde 1998 als Single ausgekoppelt. Historische Billboard-Tabellen weisen als Höchstposition Platz 59 der Hot 100 aus; in Großbritannien erreichte der Song Platz 15 der Singles-Charts und Platz 1 der damaligen Rock-&-Metal-Wertung.[19][20][5]

Im Werk der Band ist der Song aus drei Gründen bedeutsam: Er war Metallicas erste ausdrücklich nummerierte Fortsetzung eines eigenen Songs, er überträgt ein zentrales Thema der Bandgeschichte – Selbstbestimmung gegenüber Verletzung und Fremdbestimmung – in eine Beziehungsperspektive, und er verbindet die Welt des „Black Album“ mit der experimentierfreudigeren Load/ReLoad-Ära. Dass 2008 ein dritter Teil folgte, bestätigt den langfristigen Stellenwert dieses Motivkomplexes.[1]


Medien- und Urheberrecht

Für schulische Arbeit ist die Unterscheidung zwischen frei lizenzierten Medien und offiziell bereitgestellten, aber weiterhin urheberrechtlich geschützten Medien wichtig. Die Wikimedia-Commons-Bilder dieses aiMOOCs sind mit freien beziehungsweise Public-Domain-Hinweisen versehen; die jeweiligen Lizenzseiten bleiben maßgeblich. Die YouTube-Videos stammen aus offiziellen Künstlerkanälen und werden lediglich eingebettet. Sie sind dadurch nicht automatisch freie OER. Vollständige Lyrics, vollständige Noten oder Tabs werden hier nicht kopiert. Eigene Kurzanalysen, selbst erstellte Score-Beispiele und sinngemäße Inhaltsangaben sind die rechtssichere Lernform.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Auf welchem Album erschien The Unforgiven II zuerst? (ReLoad) (!Load) (!Metallica) (!Death Magnetic)




Welche Gitarrentechnik ist für die Entstehung des Songs besonders wichtig? (B-Bender) (!Floyd Rose Divebomb) (!E-Bow) (!Bottleneck)




Welche Funktion hat die Strophenharmonik im Verhältnis zu Teil I? (Sie greift eine verwandte Akkordfolge des ersten Songs auf) (!Sie vermeidet jeden harmonischen Bezug zum ersten Song) (!Sie besteht nur aus einem einzigen Akkord) (!Sie verwendet ausschließlich Ganztonharmonik)




Wer singt die Studioaufnahme? (James Hetfield) (!Kirk Hammett) (!Jason Newsted) (!Lars Ulrich)




Welches Instrument spielt Jason Newsted auf der Aufnahme? (E-Bass) (!Cello) (!Keyboard) (!Violine)




Was kennzeichnet den Grundpuls des Songs am besten? (Langsam und schwer mit Halftime-Wirkung) (!Sehr schnell und durchgehend im Blastbeat) (!Walzer im Dreivierteltakt) (!Freies Tempo ohne erkennbaren Puls)




Welche Bildidee ist für den Text besonders wichtig? (Tür und Schlüssel als Symbole für Zugang und Vertrauen) (!Schiff und Leuchtturm als Symbole für Reise) (!Berg und Gipfel als Symbole für Erfolg) (!Uhr und Kalender als Symbole für Pünktlichkeit)




Wer führte Regie beim offiziellen Musikvideo? (Matt Mahurin) (!Bob Rock) (!George Marino) (!Jason Newsted)




Was ist an der Apocalyptica-Fassung von 2024 besonders? (Sie überträgt das Stück weitgehend instrumental auf Celli) (!Sie ist eine Rapfassung ohne Streichinstrumente) (!Sie ist eine identische Kopie der Studiomischung) (!Sie ersetzt alle Instrumente durch Synthesizer)




Warum sind die Score-Beispiele in diesem aiMOOC rechtlich unproblematischer als eine vollständige Transkription? (Sie sind kurze selbst geschaffene Analysemodelle) (!Sie enthalten die vollständige Originalpartitur) (!Sie geben den gesamten Songtext wieder) (!Sie kopieren ein kommerzielles Notenbuch)





Memory

B-Bender gezieltes Anheben einer Saite
ReLoad Album von 1997
Matt Mahurin Regisseur des Musikvideos
Jason Newsted Bassist der Studioaufnahme
Sausalito Ort der Plant Studios
Apocalyptica Cello-Cover von 2024





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
B-Bender gleitende Gitarrenfarbe
Horn-Auftakt Rückbezug auf Teil I
Halftime langsames Groove-Empfinden
Türsymbolik Zugang und Abschottung
Cello-Cover instrumentale Neuinterpretation






Kreuzworträtsel

Bender Welche Gitarrenmechanik prägt die Entstehung des Songs?
Reload Wie heißt das Album, auf dem der Song erschien?
Mahurin Wie lautet der Nachname des Video-Regisseurs?
Newsted Wie lautet der Nachname des Bassisten der Studioaufnahme?
Sausalito In welcher kalifornischen Stadt lagen die Plant Studios?
Telecaster Welcher Gitarrentyp führte Hetfield zur Idee der Fortsetzung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
The Unforgiven II erschien auf dem Album

.
Eine besondere Gitarrentechnik des Stücks ist der

.
Das Album wurde unter anderem in den Plant Studios in

aufgenommen.
James Hetfield übernimmt den

.
Die Strophenharmonik knüpft funktional an den ersten

-Song an.
Das offizielle Musikvideo inszenierte Matt

.
Eine zentrale Bildidee des Textes ist die verschlossene

.
Apocalyptica veröffentlichte 2024 eine vorwiegend instrumentale Fassung mit

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre die ersten zwei Minuten der offiziellen Studiofassung und markiere mindestens fünf auffällige Klangereignisse mit Zeitstempel.
  2. B-Bender: Erkläre mit einer eigenen Skizze, wie das Anheben nur einer Saite einen Zweiklang verändern kann.
  3. Bildsprache: Gestalte eine Bildcollage zu den Motiven Tür, Schlüssel, Dunkelheit und Licht, ohne geschütztes Album- oder Videomaterial zu kopieren.
  4. Songform: Erstelle eine einfache Formkarte mit Intro, Strophe, Refrain, Solo und Coda und trage eigene Zeitmarken ein.


Standard

  1. Vergleichende Musikanalyse: Vergleiche Studiofassung und Gelsenkirchen-Livefassung anhand von Gitarrendichte, Schlagzeugklang, Gesang und Raumwirkung.
  2. Coverversion: Vergleiche Metallicas Original mit Apocalypticas Cello-Fassung und beschreibe, welche musikalischen Funktionen von Stimme und Gitarre auf die Celli übergehen.
  3. Textinterpretation: Schreibe eine Deutung der Tür-und-Schlüssel-Symbolik und belege sie ausschließlich mit sinngemäßen Inhaltsverweisen sowie höchstens dem im aiMOOC bereits verwendeten Kurzzitat.
  4. Musikproduktion: Entwickle für eine eigene vierzigsekündige Komposition einen Produktionsplan mit einem klaren Wechsel zwischen transparenter und dichter Klangfläche.


Schwer

  1. Intertextualität: Untersuche, wie Teil II musikalisch auf Teil I verweist, und unterscheide Harmonik, Klangzitat, Textthema und visuelle Motive.
  2. Arrangement: Schreibe ein eigenes acht- bis sechzehntaktiges Arrangement für Gitarre, Bass und Schlagzeug, das mit i–III–VII–v arbeitet, aber keine Originalmelodie übernimmt.
  3. Musikvideoanalyse: Produziere ein zweiminütiges Analysevideo über das Verhältnis von Wand-, Schlüssel- und Befreiungsmotiv im offiziellen Clip. Verwende nur zulässige kurze Zitate oder eigene Standbilder/Skizzen.
  4. Forschungsauftrag: Recherchiere anhand mindestens dreier Primär- oder Sekundärquellen, wie Metallica zwischen 1991 und 1997 seinen Sound veränderte, und trenne belegte Aussagen klar von Deiner eigenen Bewertung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Harmonik und Wirkung: Erkläre, warum eine wiederkehrende Mollfolge mit offenem Schlussgefühl zu Themen wie Erinnerung, Ambivalenz und fehlender Auflösung passen kann.
  2. Instrument und Komposition: Zeige am Beispiel des B-Benders, wie technische Eigenschaften eines Instruments kompositorische Ideen beeinflussen können. Übertrage den Gedanken auf ein anderes Instrument.
  3. Studio und Bühne: Begründe, welche Elemente einer dicht geschichteten Studioaufnahme bei einer Live-Umsetzung besonders geplant werden müssen.
  4. Text und Video: Vergleiche die Bedeutung der Tür im Songtext mit der Wand- beziehungsweise Befreiungsdarstellung im Video. Welche Deutung entsteht erst durch die Verbindung beider Medien?
  5. Original und Cover: Beurteile anhand konkreter Hörmerkmale, welche Aspekte der musikalischen Identität in der Apocalyptica-Fassung erhalten bleiben und welche sich verändern.
  6. Urheberrecht und Analyse: Entwirf Regeln für ein schulisches Referat über einen urheberrechtlich geschützten Song, das trotzdem mit Hörbeispielen, Notation und Textanalyse arbeiten kann.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du:

  1. die Stellung von The Unforgiven II innerhalb von ReLoad und der Unforgiven-Trilogie erklären können.
  2. mindestens drei belegte Besonderheiten der Aufnahme benennen und mit Quellen nachweisen können.
  3. B-Bender, Halftime-Gefühl, Mollzentrum und die Funktion i–III–VII–v fachsprachlich erläutern können.
  4. die Rollen von Gesang, Gitarren, Bass, Schlagzeug und Produktion im Arrangement beschreiben können.
  5. zentrale Textthemen und Symbole sinngemäß erschließen können, ohne den vollständigen Liedtext zu reproduzieren.
  6. Studio-, Live- und Coverfassung anhand konkreter Hörmerkmale vergleichen können.
  7. zwischen freier Lizenz, offizieller Einbettung und urheberrechtlich geschütztem Werk unterscheiden können.
  8. eigene Analyseurteile mit Zeitmarken, Hörbelegen und überprüfbaren Quellen begründen können.




OERs zum Thema

Die deutschsprachige Wikipedia behandelt The Unforgiven II im Artikel zur Songreihe The Unforgiven:

Weitere freie Medien:

  1. Wikimedia Commons: Metallica
  2. Wikimedia Commons: B-Bender
  3. Wikimedia Commons: Fender Telecaster


Quellen und Nachweise

Primär- und nahe Primärquellen

  1. Metallica – Song Catalog: The Unforgiven II
  2. Metallica – History
  3. Metallica – ReLoad
  4. Metallica – Gelsenkirchen 2015
  5. Metallica – Helping Hands 2024
  6. Metallica – offizielles Musikvideo
  7. Apocalyptica – offizielles Covervideo

Sekundär- und Datennachweise

  1. Guitar World – Archivinterview zu ReLoad
  2. MusicBrainz – ReLoad Credits
  3. Official Charts – Rock & Metal Singles
  4. Wikipedia – The Unforgiven II mit Einzelnachweisen


Verknüpfte Lernbereiche


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