Metallgestaltung und historische Schmiedekunst – Geschmiedete Oberflächen beurteilen
Metallgestaltung und historische Schmiedekunst – Geschmiedete Oberflächen beurteilen
Zielgruppe: Ausbildung im Metallbau, besonders Fachrichtung Metallgestaltung, sowie verwandte metallgestaltende Ausbildungsberufe.
Du beurteilst geschmiedete Oberflächen anhand von Struktur, Zunder und gewünschter Wirkung. Du lernst, Herstellungsmerkmale, Oxidschichten und mögliche Schäden auseinanderzuhalten, Beobachtungen zu dokumentieren und Entscheidungen fachlich zu begründen. Praktische Demonstrationen mit heißem Metall finden ausschließlich fachlich angeleitet statt.

Einleitung
Beim Schmieden werden Werkstücke durch Druckkräfte umgeformt. In der handwerklichen Metallgestaltung können Werkzeugspuren sichtbar bleiben, geglättet oder gezielt als Gestaltungsmittel eingesetzt werden. Für historische Bauteile ist deshalb wichtig: erst beobachten und dokumentieren, dann bewerten.
Der Ausbildungsrahmen für Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung verbindet Schmiedetechniken, Oberflächengestaltung und das Dokumentieren erhaltenswerter Bauteile. Dieser Kurs trainiert genau diese Verbindung.
Ausbildungsfall: Ein historisches Torgitter

Auftrag: Ein historisches geschmiedetes Torgitter soll vor einer Restaurierungsentscheidung beurteilt werden. Die gewünschte Wirkung lautet: handwerklich lebendig, historisch glaubwürdig und im Gebrauch sicher. Du darfst zunächst nichts verändern.
Deine Leitfrage lautet: Welche Spuren gehören zur Gestaltung, welche zur Hochtemperatur-Oxidation und welche müssen weiter untersucht werden?
Erste Entscheidung: Nicht sofort „glätten“ oder „reinigen“. Fotografiere, skizziere und beschreibe zuerst Oberfläche, Übergänge, Kanten und auffällige Stellen. So bleiben Herstellungs- und Alterungsspuren als Information erhalten.
Lerneinheit 1: Struktur lesen

Struktur meint hier die sicht- und fühlbare Oberflächenform. Sie kann aus Werkzeugkontakt, Umformung, späterer Bearbeitung, Nutzung oder Schädigung stammen.
| Beobachtung | Fachliche Frage | Vorläufige Entscheidung |
|---|---|---|
| wiederkehrende, gerichtete Hammerstruktur | passt sie zu Form und Gestaltung? | als mögliches Herstellungsmerkmal dokumentieren |
| einzelne tiefe Kerbe oder Rissanzeichen | gehört sie zur Gestaltung oder ist sie ein Schaden? | nicht vorschnell deuten; weiter prüfen |
| sehr glatter Bereich neben deutlich strukturiertem Bereich | ist der Übergang funktional oder gestalterisch erklärbar? | Vergleich mit Bauteilfunktion und Gesamtbild |
Beobachtungsaufgabe: Suche im Bild drei Stellen mit unterschiedlicher Oberflächenwirkung. Beschreibe nur, was Du siehst, noch ohne Ursache.
Begründetes Feedback: Gute Beurteilungen trennen Beschreibung und Deutung. „Unregelmäßig“ ist eine Beobachtung; „historisch original“ wäre bereits eine Schlussfolgerung.
Lerneinheit 2: Historische Form und Oberflächenwirkung vergleichen

Eine historische Zeichnung zeigt vor allem Form, Proportion und Ornament. Sie beweist nicht, wie rau oder glatt die reale Oberfläche eines einzelnen Bauteils war. Nutze Zeichnungen deshalb als Vergleichsquelle, nicht als alleinigen Oberflächennachweis.
Entscheidungsaufgabe: Eine Zeichnung zeigt ein sehr regelmäßiges Ornament, das vorhandene Werkstück aber deutliche Hammermarken. Solltest Du die Marken automatisch beseitigen?
Begründetes Feedback: Nein. Die Zeichnung beschreibt die Gestalt, während reale Werkzeugspuren Informationen zur Herstellung tragen können. Vor einem Eingriff müssen Bestand, Funktion, Restaurierungsziel und Dokumentation zusammen betrachtet werden.
Lerneinheit 3: Zunder erkennen und richtig einordnen
Vergleichsbild: Die Aufnahme zeigt Zunder an industriell heißverarbeitetem Stahl und dient hier nur zum Erkennen des Phänomens, nicht als Beispiel für ein historisches Schmiedestück.
Zunder entsteht durch Oxidation von Metall bei hoher Temperatur in Kontakt mit Sauerstoff. Beim Schmieden können Oxidschichten als Hammerschlag oder Zunderschuppen abplatzen. Zunder ist nicht dasselbe wie Patina und eine dunkle Farbe allein ist kein sicherer Alters- oder Originalitätsnachweis.
| Merkmal | Nicht vorschnell folgern |
|---|---|
| dunkle Oberfläche | „Das ist sicher historischer Zunder.“ |
| schuppige, lose Auflage | „Das gehört sicher zur gewünschten Gestaltung.“ |
| schwarzer Belag in Vertiefungen | „Das beweist das Alter des Bauteils.“ |
Entscheidungsaufgabe: Du siehst dunkle, teilweise schuppige Bereiche. Welche Aussage ist fachlich stärker: „alter Zunder“ oder „dunkle Auflage, Herkunft noch zu klären“?
Begründetes Feedback: Die zweite Aussage ist stärker, weil sie Beobachtung und Interpretation trennt. Für die Bewertung brauchst Du zusätzlich Bauteilgeschichte, Schichtaufbau, Lage der Spuren und gegebenenfalls weitere fachliche Untersuchung.
Lerneinheit 4: Gewünschte Wirkung beurteilen

Die Sollwirkung ist kein reines Geschmacksurteil. Sie muss mit Auftrag, Funktion, Bestand und gegebenenfalls Anforderungen der Restaurierung oder des Denkmalschutzes zusammenpassen.
| Gewünschte Wirkung | Worauf Du beim Beurteilen achtest |
|---|---|
| handwerklich lebendig | nachvollziehbare Werkzeugstruktur, stimmige Übergänge, keine zufällige „Rauheit“ als Selbstzweck |
| ruhig und zurückhaltend | gleichmäßige Gesamtwirkung, unaufdringliche Werkzeugspuren |
| historische Spuren bewahren | vorhandene Herstellungs- und Nutzungsspuren zuerst dokumentieren und fachlich einordnen |
| sicher nutzbar | Berührungsbereiche, scharfe Kanten, lose Schichten und Funktion gesondert prüfen |
Transferfrage: Ein Kunde wünscht „sichtbar handgeschmiedet, aber ruhig“. Welche Oberfläche passt besser: möglichst viele zufällige Vertiefungen oder eine kontrollierte, wiederkehrende Werkzeugstruktur?
Begründetes Feedback: Eine kontrollierte Struktur lässt sich besser mit dem Ziel „handwerklich, aber ruhig“ begründen. Die Entscheidung richtet sich nach der vereinbarten Wirkung und der Funktion, nicht nach maximaler Rauheit.
Lerneinheit 5: Prozessvideo beobachten – nicht nachmachen
Video 1: LWL-Freilichtmuseum Hagen, Schmieden eines Holzbohrers.
Beobachtung: Achte auf Formänderungen, Werkzeugkontakte und darauf, an welchen Stellen sichtbare Arbeitsspuren entstehen oder weiterbearbeitet werden.
Entscheidung: Welche Spuren würdest Du an einem historischen Vergleichsstück zuerst fotografisch festhalten?
Feedback: Besonders aussagekräftig sind Übergänge, wiederkehrende Werkzeugspuren, Kanten und Bereiche, an denen sich verschiedene Bearbeitungszustände treffen.
Video 2: Internationales Jungschmiedetreffen im LWL-Freilichtmuseum Hagen.
Beobachtung: Achte auf Zusammenarbeit, Werkzeugwechsel und die Reihenfolge verschiedener Arbeitsphasen. Beurteile nur den Prozessablauf; leite daraus keine unbeaufsichtigte Praxisanleitung ab.
Entscheidung: Warum ist ein Prozessvideo für die Oberflächenbeurteilung nützlich?
Feedback: Es macht sichtbar, dass Oberflächenmerkmale aus einer Folge von Umform-, Werkzeug- und Nachbearbeitungsschritten entstehen. Eine fertige Oberfläche sollte deshalb nicht losgelöst vom Herstellungsprozess gedeutet werden.
Video 3: Vom Museumsdorf Hösseringen verlinkte Impressionen zur historischen Maultrommelproduktion.
Beobachtung: Vergleiche Form, Maßstab und sichtbare Werkzeugkontakte mit dem Torgitter aus dem Ausbildungsfall.
Transferentscheidung: Welche Beobachtung ist trotz des anderen Werkstücks übertragbar?
Feedback: Übertragbar ist vor allem die Methode: Werkzeugspuren im Zusammenhang mit Formgebung und Funktion lesen, statt einzelne dunkle oder raue Stellen isoliert zu bewerten.
Sicherheit: Heißes Metall, Feuer, Abgase und Brandgefahr

Sicherheitsregel: Dieser Kurs ersetzt keine Unterweisung. Schmiedearbeit kann zu Verbrennungen, Augenverletzungen, Lärm- und Staubbelastung, Einatmen von Rauchgasen sowie Bränden führen. Funken, Schlacke und Zunder können weggeschleudert werden. Heiße Werkstücke können gefährlich bleiben, auch wenn kein deutliches Glühen mehr sichtbar ist.
| Gefahr | Konsequenz für Ausbildung und Demonstration |
|---|---|
| heiße Werkstoffe und Werkzeuge | Berühren und Handhaben nur nach Unterweisung und festgelegtem Arbeitsablauf |
| Feuer, Funken und heiße Partikel | Brandschutz und freigegebener Arbeitsbereich müssen vor Beginn geklärt sein |
| Rauchgase, Abgase, Kohle- und Aschestaub | wirksame Lüftung oder Absaugung und betriebliche Schutzmaßnahmen müssen festgelegt sein |
| Funken, Schlacke und Zunderflug | vorgeschriebene Schutzmaßnahmen und persönliche Schutzausrüstung einhalten |
| Lärm und bewegte Werkzeuge oder Maschinen | nur eingewiesen und unter den geltenden Betriebsregeln arbeiten |
Verbindlich: Praktische Demonstrationen mit Schmiedefeuer oder heißem Metall erfolgen nur fachlich angeleitet, auf Grundlage der schulischen oder betrieblichen Gefährdungsbeurteilung und mit den dort festgelegten Schutzmaßnahmen. Keine unbeaufsichtigten Versuche. Keine improvisierten Feuerstellen, keine Versuche in ungeeigneten Räumen und keine eigenständige Nachahmung der Videos.
Beurteilungsraster in 60 Sekunden
| Kriterium | Beobachtung | Entscheidung |
|---|---|---|
| Struktur | Werkzeugspuren, Übergänge, Kanten, Vertiefungen | Gestaltung, Herstellung oder möglicher Schaden? |
| Zunder | Farbe, Haftung, Schuppung, Lage | Oxidschicht plausibel oder weitere Prüfung nötig? |
| Wirkung | lebendig, ruhig, gleichmäßig, kontrastreich | passt die Oberfläche zum vereinbarten Ziel? |
| Funktion | Berührungsbereich, Kante, Verbindung, Bewegungszone | entstehen Nutzungs- oder Sicherheitskonflikte? |
| Dokumentation | Foto, Skizze, Befundbeschreibung | ist die Entscheidung später nachvollziehbar? |
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
| Stufe | Hilfe |
|---|---|
| Hilfe 1 | Beschreibe nur sichtbare Merkmale: Lage, Richtung, Größe, Wiederholung, Übergang. |
| Hilfe 2 | Ordne jedes Merkmal vorläufig einer Gruppe zu: Herstellungsmerkmal, Oxidschicht, Nutzungsspur oder möglicher Schaden. |
| Hilfe 3 | Prüfe anschließend Sollwirkung, Funktion, Bestand und Erhaltungsziel. Erst dann begründest Du „bewahren“, „angleichen“ oder „weiter untersuchen“. |
Musterentscheidung: Wiederkehrende, zur Form passende Werkzeugspuren werden zunächst als mögliche Herstellungsmerkmale bewahrt und dokumentiert. Lose oder auffällige Schichten werden nicht allein nach Farbe bewertet, sondern fachlich weiter untersucht. Eine gestalterische Angleichung ist erst sinnvoll, wenn Sollwirkung, Funktion und Umgang mit dem historischen Bestand geklärt sind.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basisaufgabe: Ordne bei den Bauteilbildern je zwei sichtbare Merkmale den Kategorien Struktur, Zunderverdacht und Funktion zu.
Begründetes Feedback: Eine gute Basislösung verwendet neutrale Beobachtungswörter wie „gerichtet“, „schuppig“, „glatt“, „wiederkehrend“ oder „an der Kante“ und vermeidet voreilige Altersangaben.
Anwendungsaufgabe: Entscheide im Ausbildungsfall für drei auffällige Stellen zwischen „bewahren“, „weiter prüfen“ und „gestalterisch angleichen“. Begründe jede Entscheidung mit mindestens zwei Kriterien aus dem Raster.
Begründetes Feedback: Stark ist eine Lösung, wenn sie Bestand und Sollwirkung verbindet. „Gefällt mir besser“ reicht nicht; nachvollziehbar sind Aussagen zu Herstellungsmerkmal, Schicht, Funktion und Dokumentation.
Transferaufgabe: Für ein neues Handlaufstück lautet der Auftrag „modern, ruhig, aber sichtbar handgeschmiedet“. Formuliere drei beobachtbare Oberflächenkriterien.
Begründetes Feedback: Geeignet sind Kriterien wie kontrollierte Wiederholung der Werkzeugspuren, ruhige Übergänge und sichere Berührungsflächen. So wird eine abstrakte Wirkung in prüfbare Merkmale übersetzt.
Quellen und Medienrechte
Fachliche Grundlagen, geprüft am 05.10.2026:
- BIBB: Metallbauer/Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung – Berufsprofil mit Schmieden, Schmiedefeuer, Oberflächengestaltung und Restaurieren.
- Ausbildungsrahmenplan Metallbauer/in – Dokumentieren erhaltenswerter Bauteile, Werkstoff- und Oberflächenzustand sowie Fachrichtung Metallgestaltung.
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 118: Schmiedeessen – Gefährdungen durch Rauchgase, Feuer, Funken, Zunder, Verbrennungen und Staub.
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 129: Schmiedehammer – Gefährdungen und Unterweisung an Schmiedehämmern.
- Wikipedia: Schmieden und Wikipedia: Abbrand – Grundlagen zu Schmieden, Oberflächenbearbeitung und Hochtemperatur-Oxidation.
- LWL-Freilichtmuseum Hagen: Werkstätten sowie Museumsdorf Hösseringen – museale Vermittlung historischer Handwerkstechniken.
Verwendete Wikimedia-Commons-Medien und Rechte:
| Datei | Rechte laut Commons-Dateiseite |
|---|---|
| Fort Vancouver Blacksmiths Shop.jpg | CC BY 2.0 |
| Wrought iron gate from Germany, V&A London.jpg | CC0 1.0 |
| Detail on wrought-iron gate.jpg | CC BY-SA 4.0 |
| Schmiedeeisen-Ornamente (1895) 003.jpg | gemeinfrei |
| ArcelorMittal Eisenhüttenstadt 12.JPG | Namensnennung gemäß Dateiseite |
| Gate MET ES79.jpg | CC0 1.0 |
| Blacksmith working.jpg | CC BY-SA 2.0 |
Videorechte: Die beiden LWL-Videos stammen vom offiziellen YouTube-Kanal des LWL-Freilichtmuseums Hagen. Das Maultrommel-Video wird auf der offiziellen Veranstaltungsseite des Museumsdorfs Hösseringen verlinkt. Die Videos werden lediglich eingebettet; ihre urheberrechtlichen Nutzungsrechte bleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Eine freie OER-Lizenz der Videos wird hier nicht behauptet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist Zunder bei der Metallbearbeitung? (Eine bei hoher Temperatur durch Oxidation entstehende Schicht) (!Eine absichtlich eingravierte Ornamentlinie) (!Ein ausschließlich durch Polieren entstehender Glanz) (!Eine Holzauflage auf einem Metallbauteil)
Was ist der erste sinnvolle Schritt bei der Beurteilung eines historischen Schmiedeteils? (Den Zustand und die sichtbaren Spuren dokumentieren) (!Alle dunklen Stellen sofort entfernen) (!Die Oberfläche vollständig glätten) (!Das Bauteil ohne Befund neu beschichten)
Warum reicht eine dunkle Farbe nicht als Nachweis für historischen Zunder? (Farbe allein erklärt Entstehung und Schichtaufbau nicht) (!Dunkle Oberflächen bestehen grundsätzlich aus Lack) (!Zunder ist immer hell und glänzend) (!Historische Bauteile besitzen nie Oxidschichten)
Welche Bedeutung können Hammermarken an einem Schmiedeteil haben? (Sie können Informationen über Herstellung und Gestaltung tragen) (!Sie beweisen immer einen Materialfehler) (!Sie müssen bei jeder Restaurierung entfernt werden) (!Sie zeigen ausschließlich moderne Maschinenbearbeitung)
Wie wird eine gewünschte Oberflächenwirkung fachlich beurteilt? (Sie wird mit Funktion, Auftrag und Bestand abgeglichen) (!Sie richtet sich nur nach persönlichem Geschmack) (!Sie wird ausschließlich nach der dunkelsten Farbe gewählt) (!Sie ist unabhängig von der Nutzung des Bauteils)
Welche Gefahr ist an einer Schmiedeesse besonders zu beachten? (Funken, Schlacke und Zunder können Augen und Haut gefährden) (!Heißes Metall ist ungefährlich, sobald es nicht mehr rot glüht) (!Rauchgase treten beim Schmieden grundsätzlich nicht auf) (!Brandgefahr besteht nur bei elektrischen Werkzeugen)
Warum sind Lüftung oder Absaugung beim Schmieden wichtig? (Sie helfen, Rauchgase und andere Luftbelastungen zu erfassen und abzuführen) (!Sie machen jede persönliche Schutzausrüstung überflüssig) (!Sie kühlen das Werkstück automatisch auf Raumtemperatur) (!Sie verhindern sämtliche mechanischen Gefährdungen)
Unter welcher Bedingung darf eine praktische Schmiededemonstration im Kurskontext stattfinden? (Nur fachlich angeleitet nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsregeln) (!Allein, sobald ein Video angesehen wurde) (!Ohne Aufsicht, wenn nur ein kleines Werkstück verwendet wird) (!In jedem Raum, solange ein Fenster geöffnet ist)
Was ist ein sinnvolles Ziel beim Beobachten eines Prozessvideos? (Prozessmerkmale erkennen und begründet beschreiben) (!Das Video ohne Unterweisung direkt nachmachen) (!Nur die Farbe des Feuers auswendig lernen) (!Jede sichtbare Unebenheit als Fehler einstufen)
Was sollte vor einer verändernden Maßnahme an einem historischen Bauteil geschehen? (Dokumentation erstellen und Erhaltungsziele klären) (!Alle Werkzeugspuren entfernen) (!Die Oberfläche ohne Vergleich vereinheitlichen) (!Nur den persönlichen Eindruck notieren)
Memory
| Schmiedestruktur | sichtbare Werkzeugspuren |
| Zunder | Hochtemperatur-Oxidschicht |
| Schlichten | Oberfläche glätten |
| Dokumentation | Zustand festhalten |
| Sollwirkung | gestalterisches Ziel |
| Gefährdungsbeurteilung | Schutzmaßnahmen festlegen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beurteilung |
|---|---|
| bewusste Hammerstruktur | mögliches Gestaltungsmerkmal |
| lose Oxidschuppen | fachlich weiter prüfen |
| dunkle Farbe allein | kein sicherer Herkunftsnachweis |
| historische Zeichnung | Vergleichsquelle für Form und Ornament |
| Rauchgase | Arbeitsschutzthema |
Kreuzworträtsel
| Zunder | Wie heißt eine bei hoher Temperatur entstehende Oxidschicht auf Metall? |
| Schlichten | Wie nennt man das Glätten einer Schmiedeoberfläche mit geeigneten Hämmern? |
| Amboss | Auf welchem Werkzeug wird beim Handschmieden häufig umgeformt? |
| Oxidation | Wie heißt die Reaktion mit Sauerstoff, die bei hoher Temperatur Zunder bilden kann? |
| Patina | Wie heißt eine durch Alterung und Oberflächenreaktionen entstandene Erscheinung, die nicht mit Zunder gleichzusetzen ist? |
| Struktur | Welcher Begriff beschreibt das sichtbare Gefüge der Werkzeug- und Oberflächenspuren? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bildanalyse: Markiere auf einem der bereitgestellten Bauteilbilder fünf sichtbare Oberflächenmerkmale und beschreibe sie neutral, ohne Alter oder Ursache zu behaupten.
- Skizze: Übertrage einen kleinen Ausschnitt aus der historischen Ornamentzeichnung und kennzeichne Formlinie, Übergang und vermutete Werkzeugstruktur mit unterschiedlichen Symbolen.
- Beobachtungsprotokoll: Sieh eines der Prozessvideos an und notiere sechs Stellen, an denen Form oder Oberfläche sichtbar verändert werden. Keine praktische Nachahmung.
- Sicherheitskarte: Erstelle aus den BGHM-Hinweisen eine Karte mit vier Gefahren und den dazugehörigen Schutzprinzipien für eine angeleitete Schmiededemonstration.
Standard
- Bauteilvergleich: Vergleiche zwei historische Gitterbilder nach Struktur, Übergängen, Ornament und Gesamtwirkung. Formuliere drei Gemeinsamkeiten und drei Unterschiede.
- Befund zum Ausbildungsfall: Verfasse für das Torgitter eine kurze Empfehlung mit den Kategorien „bewahren“, „weiter prüfen“ und „angleichen“ und begründe jede Kategorie.
- Prozessvideo-Vergleich: Vergleiche das LWL-Video mit den Maultrommel-Impressionen. Welche Oberflächeninformationen entstehen im Prozess, welche erkennst Du erst am fertigen Bauteil?
- Sollwirkung übersetzen: Übersetze „handwerklich lebendig, aber ruhig“ in drei beobachtbare Kriterien, die zwei Fachkräfte möglichst ähnlich beurteilen könnten.
Schwer
- Restaurierungsentscheidung: Entwickle eine Matrix mit Struktur, Schichtzustand, Funktion, historischem Aussagewert und Sollwirkung. Wende sie auf den Ausbildungsfall an.
- Experteninterview: Befrage eine ausgebildete Schmiedin, einen Schmied oder eine restauratorische Fachkraft dazu, welche Oberflächenspuren erhalten werden sollten und wie Sicherheit organisiert wird. Keine unbeaufsichtigten Versuche durchführen.
- Museumsbeobachtung: Untersuche bei einem Museums- oder Werkstattbesuch drei geschmiedete Bauteile mit einem reinen Beobachtungsbogen. Beachte alle Haus-, Sicherheits- und Fotografieregeln.
- OER-Erklärvideo: Produziere ein zweiminütiges Erklärvideo zur Frage „Struktur, Zunder oder Schaden?“. Nutze nur selbst erstellte oder nachweislich passende frei lizenzierte Medien und dokumentiere die Rechte.


Lernkontrolle
- Befund und Deutung: Erkläre an einem selbst gewählten Bauteilbild, warum dieselbe raue Stelle je nach Lage und Wiederholung als Gestaltungsmerkmal oder als Prüfhinweis bewertet werden kann.
- Zielkonflikt: Ein historischer Handlauf besitzt markante Werkzeugspuren, aber auch scharfkantige Bereiche. Entwickle eine Entscheidung, die historischen Aussagewert und sichere Nutzung gegeneinander abwägt.
- Dokumentationslogik: Begründe, warum Fotos, Skizzen und Befundtext vor einer verändernden Maßnahme wichtig sind und welche Information jede Form der Dokumentation zusätzlich liefern kann.
- Vergleichende Beurteilung: Bauteil A ist gleichmäßig dunkel und glatt, Bauteil B dunkel, schuppig und stark strukturiert. Zeige, welche Aussagen ohne weitere Untersuchung zulässig sind und welche nicht.
- Transfer auf Neuanfertigung: Entwickle für ein neues Geländer mit der Vorgabe „modern und sichtbar handgeschmiedet“ ein kurzes Beurteilungsraster. Begründe, welche historischen Kriterien Du übernimmst und welche nicht.
- Sicherheitsentscheidung: In einer Werkstatt sind Rauchgase wahrnehmbar und brennbare Materialien liegen nahe am Schmiedebereich. Begründe, warum die Demonstration nicht einfach fortgesetzt werden darf und welche betrieblichen Schutzfragen vor einer Fortsetzung geklärt sein müssen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe nennst, sondern Deine Beurteilung nachvollziehbar begründest.
- Beobachten: Struktur, Lage, Wiederholung, Übergänge und Schichtzustand präzise beschreiben.
- Einordnen: Zunder als Hochtemperatur-Oxidschicht erklären und von bloßer Farbe, Patina oder möglichem Schaden unterscheiden.
- Wirkung beurteilen: Sollwirkung mit Auftrag, Funktion und Bestand verbinden.
- Dokumentieren: Foto, Skizze und Befundtext zweckmäßig einsetzen.
- Entscheiden: „bewahren“, „weiter prüfen“ oder „angleichen“ mit Kriterien begründen.
- Sicher handeln: Gefahren durch heiße Werkstoffe, Feuer, Funken, Zunder, Rauchgase, Abgase, Staub, Lärm und Maschinen berücksichtigen; keine unbeaufsichtigten Versuche.
- Medienkompetenz: Quellenqualität, Urheberrecht und Medienlizenz nachvollziehbar prüfen.
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