Zum Inhalt springen

Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Strangpressen als Verfahren einordnen

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Strangpressen als Verfahren einordnen

QR-Code



Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Strangpressen als Verfahren einordnen

Lernkurs für die Berufsausbildung – Metalltechnik und industrielle Fertigung

Dauer: etwa 60–90 Minuten Niveau: Ausbildung Schwerpunkte: Werkstofffluss, Matrize, Profilgestaltung, Verfahrensvergleich und Arbeitssicherheit.


Einleitung

Wie entstehen aus einem Metallblock lange Profile mit Nuten, Stegen oder Hohlräumen?

Beim Strangpressen wird ein umformbarer Metallblock unter hoher Druckkraft durch eine formgebende Matrize gepresst. Der Werkstoff fließt plastisch und nimmt einen weitgehend gleichbleibenden Querschnitt an.

Du lernst, das Verfahren gegenüber Walzen, Stranggießen und Fließpressen einzuordnen, Profilquerschnitte zu beurteilen und typische Gefahren zu erkennen.

Deine Lernziele:

  1. Strangpressen als Druckumformen erklären.
  2. Den Werkstofffluss und die Aufgabe der Werkzeuge beschreiben.
  3. Geeignete Verfahren für industrielle Profile auswählen.
  4. Gefährdungen durch heiße Werkstoffe, Feuer, Maschinen und Abgase beurteilen.

Sicherheitshinweis: Alle Modellaufgaben sind reine Zeichen-, Rechen-, Video- oder Analyseaufgaben. Praktische Demonstrationen an Pressen, Öfen oder mit heißen Werkstoffen sind ausschließlich fachlich angeleitet, nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung und mit festgelegten Schutzmaßnahmen zulässig. Keine unbeaufsichtigten Versuche.


Lerneinheit 1: Verfahren einordnen

Lernzeit: 8 Minuten


Von der Metallerzeugung zum Profil

Metalle werden gewonnen beziehungsweise recycelt und zu Halbzeugen verarbeitet. Dazu gehören beispielsweise gegossene Blöcke, Brammen und Pressbolzen. Anschließend können sie durch unterschiedliche Verfahren weitergeformt werden.

Merke: Beim normalen metallischen Strangpressen bleibt der Werkstoff fest, ist aber plastisch umformbar. Er wird nicht erst beim Durchtritt durch die Matrize geschmolzen.

Bildauftrag: Beobachte, wie Walzen die Dicke eines Werkstücks verringern.

Praxisbild: Walzwerksanlage. Achte auf Walzgerüst, Werkstückführung und die Größe der Anlage.


Vier Verfahren unterscheiden

Verfahren Wirkprinzip Typisches Ergebnis
Walzen Metall wird zwischen Walzen umgeformt. Band, Blech, Stab oder gewalztes Profil
Strangpressen Metall wird durch eine Matrize gedrückt. Langes Profil mit nahezu konstantem Querschnitt
Stranggießen Metallschmelze erstarrt fortlaufend in einer Gießform. Gegossenes Halbzeug
Fließpressen Metall fließt unter Druck in einem Werkzeug. Meist einzelne, begrenzte Formteile

Fachliche Einordnung: Strangpressen zählt bei der üblichen metallischen Massivumformung nach DIN 8583 zum Druckumformen. Auch Walzen ist ein Druckumformverfahren. Die Normsystematik kennt außerdem Sonderfälle des Strangpressens aus plastischem Ausgangszustand.


Lerneinheit 2: Aufbau einer Strangpresse

Lernzeit: 10 Minuten

Bildanalyse: Suche Pressstempel, Metallblock, Rezipient, Matrize und austretendes Profil.

Prozessvideo: Hydro zeigt eine industrielle Aluminiumfertigung mit Gießen und Strangpressen.


Bauteile und Aufgaben

Bauteil Aufgabe
Pressbolzen Ausgangsmaterial bereitstellen
Pressstempel Druckkraft übertragen
Rezipient Pressbolzen aufnehmen und umschließen
Matrize Profilquerschnitt formen
Auslauf und nachgeschaltete Einrichtungen Profil aufnehmen, führen, abkühlen und weiterbearbeiten

Prozessfolge: Geeigneten Pressbolzen bereitstellen → auf erforderliche Umformtemperatur bringen → im Rezipienten positionieren → durch die Matrize pressen → Profil kontrolliert weiterführen, abkühlen und bearbeiten.

Dies ist eine Prozessübersicht, keine Maschinenbedienungsanleitung.


Die Matrize aus der Nähe

Beobachtungsauftrag: Welche Konturen erkennst Du? Überlege, weshalb kleine Nuten und unterschiedliche Wandstärken die Werkzeugkonstruktion anspruchsvoller machen.


Lerneinheit 3: Werkstofffluss verstehen

Lernzeit: 10 Minuten

Beim Strangpressen fließt Metall unter Druck zur Werkzeugöffnung. Seine plastische Bewegung wird von Temperatur, Werkstoff, Pressgeschwindigkeit, Reibung und Werkzeuggeometrie beeinflusst.

Direktes Strangpressen: Stempel und austretender Strang bewegen sich in dieselbe Richtung. Zwischen Pressbolzen und Rezipient entstehen Reibkräfte.

Indirektes Strangpressen: Die Matrize bewegt sich relativ zum Block, beispielsweise auf einem Hohlstempel. Die Relativbewegung zwischen Block und Rezipient ist deutlich geringer; dadurch sinken die entsprechenden Reibkräfte.

Visualisierung: Hydro zeigt den Werkstofffluss aus einer virtuellen Perspektive im Inneren der Presse.

Videoauftrag: Halte die Aufnahme an drei Stellen an und zeichne jeweils die Richtung der Materialbewegung ein.


Einfaches Werkstofffluss-Modell

Für eine stationäre, idealisierte Umformung mit näherungsweise konstanter Dichte gilt:

A₀ · v₀ ≈ A₁ · v₁

A₀ bezeichnet die Ausgangsquerschnittsfläche, A₁ die Profilquerschnittsfläche und v die jeweilige mittlere Geschwindigkeit.

Modellbeispiel:

A₀ = 3.600 mm²

A₁ = 360 mm²

v₀ = 2 mm/s

Das Flächenverhältnis beträgt 10 : 1.

Daher ergibt sich im idealisierten Modell v₁ ≈ 20 mm/s.

Begründung: Bei gleichem Volumenstrom muss die mittlere Austrittsgeschwindigkeit mit abnehmender Querschnittsfläche steigen.

Wichtig: Dies ist keine Berechnung einer realen Presseneinstellung. Übergangsphasen, Pressrest, temperaturbedingte Dichteänderungen und weitere Prozesseinflüsse werden im Modell nicht vollständig berücksichtigt. Die Presskraft lässt sich daraus nicht bestimmen.


Lerneinheit 4: Profilgestaltung

Lernzeit: 10 Minuten

Vergleiche: Vollprofile, offene Profile mit Nuten und Profile mit geschlossenen Hohlräumen.


Welche Geometrie ist günstig?

Günstige Entwurfsmerkmale: Ein klar definierter, längs gleichbleibender Querschnitt, möglichst ausgewogene Wandstärken, zweckmäßige Übergänge und funktionsgerechte Nuten.

Kritisch können sein: Sehr dünne Stege, ausgeprägte Wandstärkensprünge, tiefe schmale Nuten und hohe Maßanforderungen.

Eine ungünstige Querschnittsgestaltung kann den Werkstofffluss unterschiedlich stark behindern. Dadurch sind unter anderem Maßabweichungen, Verzug oder Werkzeugprobleme möglich.

Die reale Herstellbarkeit beurteilen Fachleute anhand von Legierung, Matrize, Pressenleistung, Toleranzen und Prozessbedingungen.


Vollprofil und Hohlprofil

Offene Nuten lassen sich häufig unmittelbar im Profilquerschnitt formen.

Für geschlossene Hohlkammern sind besondere Werkzeuge erforderlich. Bei einer Brückenmatrize fließt das Metall um die Werkzeugstege und vereinigt sich hinter ihnen. Dabei können Längspressnähte entstehen.

Anwendung: Stranggepresste Aluminium-Kühlkörper nutzen viele Rippen und damit eine große Oberfläche für den Wärmeübergang.


Lerneinheit 5: Arbeitssicherheit

Lernzeit: 10 Minuten

Achtung: Strangpressen und Walzen können erhebliche thermische, mechanische und stoffliche Gefährdungen aufweisen. Die folgenden Regeln ersetzen keine betriebliche Unterweisung.


Heiße Werkstoffe und Feuer

Heiße Pressbolzen, Profile, Matrizen und Ofenteile können schwere Verbrennungen verursachen, auch wenn sie nicht sichtbar glühen. Wärmestrahlung und unkontrollierte Materialbewegungen erhöhen die Gefährdung.

Heiße Oberflächen müssen nach der Gefährdungsbeurteilung abgeschirmt, abgesperrt oder gekennzeichnet sein. Bei unvermeidbarer Exposition sind die festgelegten persönlichen Schutzausrüstungen erforderlich.

Feuer und Brandgefahren: Heiße Teile, Brennstoffleckagen und brennbare Betriebsstoffe können Brände begünstigen. Bei der späteren Aluminiumbearbeitung können zusätzlich brennbare Metallstäube entstehen.

Brennbare Materialien gehören nicht in heiße Gefahrenbereiche. Löschmittel und Löschverfahren müssen zur konkreten Brandklasse und Anlage passen. Keine eigenständigen Löschversuche ohne entsprechende Einweisung und sichere Bedingungen.


Abgase und Gefahrstoffe

Bei gasbeheizten Öfen oder Anlagen mit Prozessgasen können schädliche Abgase beziehungsweise austretende Gase auftreten. Kohlenmonoxid ist besonders gefährlich. Auch Rauch, ölhaltige Dämpfe und andere prozessabhängige Emissionen müssen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden.

Erforderlich sind geeignete technische Abgasführung, gegebenenfalls Absaugung, Lüftung und die vorgesehenen Überwachungsmaßnahmen.

Bei Verdacht auf Gasaustritt oder unkontrollierte Rauchentwicklung: Gefahrenbereich verlassen, andere warnen und nach betrieblichem Alarmplan handeln. Keine eigenmächtigen Eingriffe.


Presskräfte und bewegte Bauteile

Einzugs-, Quetsch- und Scherstellen, bewegte Profile und schwere Werkstücke erfordern wirksame Schutzeinrichtungen, abgesicherte Bewegungsbereiche und fachgerechte Arbeitsorganisation.

Keine unbeaufsichtigten Versuche: Lernende führen keine selbstständigen Press-, Heiz-, Schmelz- oder Branddemonstrationen durch. Besichtigungen und praktische Vorführungen finden nur unter qualifizierter Anleitung, mit Freigabe und nach Gefährdungsbeurteilung statt.


Ausbildungsfall: Führungsschiene für eine Schutzeinhausung

Lernzeit: 15 Minuten

Ein Metallbaubetrieb soll 600 Aluminium-Führungsschienen für industrielle Schutzeinhausungen herstellen lassen.

Jede Schiene soll 1,20 m lang sein. Der Querschnitt bleibt über die Länge gleich. Zwei integrierte Befestigungsnuten und ein geringes Gewicht sind gewünscht.

Dein Auftrag: Entscheide zwischen Walzen, Strangpressen und Stranggießen. Begründe Deine Empfehlung fachlich und nenne Sicherheitsanforderungen.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Beobachten: Ändert sich die Form der Schiene entlang ihrer Länge?

Hilfe 2 – Vergleichen: Welches Verfahren kann eine Nut bereits im formgebenden Werkzeug erzeugen? Welches stellt vor allem gewalzte Halbzeuge bereit?

Hilfe 3 – Entscheiden: Vergleiche Matrizenform, integrierte Befestigungsfunktionen, Materialfluss und notwendige Nachbearbeitung.

Hilfe 4 – Sicherheit: Unterscheide Risiken am heißen Ofen, an der Presse und beim Weitertransport der Profile.


Begründete Musterlösung

Geeignete Vorentscheidung: Strangpressen. Das Verfahren erlaubt einen längs gleichbleibenden Querschnitt mit integrierten Nuten. Das Profil kann anschließend auf 1,20 m zugeschnitten werden.

Warum nicht einfach Walzen? Für die beschriebenen Nuten wären je nach Walzverfahren und Geometrie weitere Formgebung oder Bearbeitung erforderlich. Profilwalzen ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Warum nicht Stranggießen? Stranggießen dient der Erstarrung aus der Metallschmelze und liefert typischerweise andere Ausgangsquerschnitte.

Was bleibt zu prüfen? Werkstoff, Nutenmaße, Toleranzen, Festigkeit, Werkzeugkosten, Losgröße und Wirtschaftlichkeit. Aus den Angaben lässt sich keine endgültige Kostenentscheidung ableiten.

Sicherheitsentscheidung: Kein unbeaufsichtigter Betrieb. Heiße Werkstücke und Ofenanlagen absichern, wirksame Maschinen-Schutzeinrichtungen beachten, Abgase technisch beherrschen und Brand- und Alarmplan einhalten.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zu welcher Verfahrensgruppe gehört das übliche metallische Strangpressen? (Druckumformen) (!Spanen) (!Beschichten) (!Fügen)




Welches Werkzeug bestimmt hauptsächlich den Profilquerschnitt? (Matrize) (!Pressenmotor) (!Transportrolle) (!Kühlventilator)




Was geschieht beim Walzen eines Blechs typischerweise? (Seine Dicke wird durch Walzen verringert) (!Es wird durch eine Matrize gepresst) (!Es wird ausschließlich geschmolzen) (!Es wird durch Kleben verbunden)




Wie bewegen sich Pressstempel und austretendes Profil beim direkten Strangpressen? (In dieselbe Richtung) (!Immer senkrecht zueinander) (!Immer kreisförmig) (!Ohne Materialbewegung)




Welche Aufgabe besitzt der Rezipient? (Er umschließt den Pressbolzen) (!Er misst die Raumtemperatur) (!Er schneidet das fertige Profil) (!Er entfernt den gesamten Pressrest)




Was ist ein Vorteil des Strangpressens? (Komplexe gleichbleibende Profilquerschnitte herstellen) (!Jedes Werkstück ohne Werkzeug fertigen) (!Jede Metalllegierung beliebig umformen) (!Immer ohne Erwärmung produzieren)




Welche Konstruktion wird für geschlossene Hohlprofile häufig verwendet? (Eine Matrize mit abgestütztem Dorn) (!Eine einfache Schneidscheibe) (!Ein Schleifband) (!Ein normales Walzenpaar ohne Formwerkzeug)




Was folgt im idealisierten Modell bei kleinerer Austrittsfläche und gleichem Volumenstrom? (Die mittlere Austrittsgeschwindigkeit steigt) (!Die Materialmenge wird größer) (!Die Dichte verdoppelt sich immer) (!Der Werkstofffluss endet sofort)




Welche Gefahr besteht bei bestimmten Industrieöfen mit Gasen? (Gefährliche Abgase und Kohlenmonoxid) (!Immer ungefährliche Raumluft) (!Ausschließlich harmloser Wasserdampf) (!Keine Gefahr bei unsichtbaren Gasen)




Wann ist eine praktische Demonstration an einer Strangpresse zulässig? (Nur fachlich angeleitet und mit festgelegten Schutzmaßnahmen) (!Unbeaufsichtigt in jeder Werkstatt) (!Ohne vorherige Gefährdungsbeurteilung) (!Bei geöffneten Schutzbereichen durch Lernende)





Memory

Ordne Fachbegriff und Bedeutung einander zu.

Matrize Formgebende Werkzeugöffnung
Rezipient Umschließender Presszylinder
Stempel Überträger der Druckkraft
Pressrest Verbleibender Materialanteil am Blockende
Hohlprofil Querschnitt mit geschlossener Kammer
Walzspalt Zwischenraum der Walzen
Werkstofffluss Plastische Bewegung des Metalls





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion
Matrize Außenkontur des Profils formen
Pressstempel Druckkraft auf das Werkstück übertragen
Rezipient Metallblock während des Pressens umschließen
Walzenpaar Werkstück durch rotierende Werkzeuge umformen
Brückenmatrize Geschlossene Hohlkammer mit Hilfe eines Dorns erzeugen
Schutzabdeckung Zugang zu gefährlichen Maschinenbewegungen verhindern





Kreuzworträtsel

Matrize Welches Werkzeug bestimmt beim Strangpressen die Form des Profilquerschnitts?
Rezipient Wie heißt der Zylinder, der den Pressbolzen umschließt?
Stempel Welches Bauteil überträgt die Druckkraft auf den Pressbolzen?
Pressrest Wie heißt der am Ende eines Pressvorgangs verbleibende Materialanteil?
Walzspalt Wie nennt man den Zwischenraum zweier Walzen?
Hohlprofil Wie heißt ein Profil mit vollständig geschlossener Kammer?





LearningApps

Hier kannst Du nach weiteren Übungen suchen. Die Suchergebnisse sind keine eigens für diesen Kurs fachlich geprüften Lernspiele.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Strangpressen wird der Werkstoff durch eine

gedrückt.
Das Verfahren gehört bei der üblichen Metallumformung zum

.
Der Metallblock liegt während des Pressens im

.
Die Druckkraft wird durch den

übertragen.
Der Querschnitt des austretenden Profils bleibt entlang seiner Länge weitgehend

.
Beim Walzen wird das Werkstück durch rotierende

umgeformt.
Beim direkten Strangpressen bewegen sich Stempel und Strang in die gleiche

.
Eine geschlossene Profilkammer wird mithilfe eines

geformt.
Die plastische Bewegung des Metalls bezeichnet man als

.
Im idealisierten Modell steigt bei kleinerem Querschnitt und gleichem Volumenstrom die mittlere

.
Heiße Werkstücke können schwere

verursachen.
Bei bestimmten Industrieöfen kann giftiges

auftreten.
Entstehende Abgase müssen sicher

werden.
Praktische Maschinenvorführungen sind nur unter fachlicher

zulässig.




Offene Aufgaben

Bearbeite die folgenden Aufgaben ohne reale Pressen, Hitzequellen oder Werkstoffversuche. Vergleiche Deine Ergebnisse jeweils mit dem begründeten Feedback.


Leicht – Basisaufgaben

  1. Prozessskizze: Zeichne den schematischen Aufbau einer Strangpresse und beschrifte fünf Bauteile. Feedback: Eine korrekte Lösung zeigt die Kraftübertragung vom Stempel bis zur Matrize sowie den austretenden Strang, weil dadurch der Werkstoffweg nachvollziehbar wird.
  2. Verfahrensvergleich: Schreibe jeweils zwei Sätze zu Walzen und Strangpressen. Feedback: Du hast die Verfahren verstanden, wenn Du Walzspalt und Matrize als unterschiedliche Formgebungsprinzipien erklärst.
  3. Profilbilder: Wähle aus den Bildern ein Nutprofil und einen Kühlkörper. Markiere ihre funktionellen Merkmale. Feedback: Nuten dienen beispielsweise der Befestigung; Rippen vergrößern die Oberfläche für den Wärmeübergang.
  4. Sicherheitsplakat: Erstelle ein Plakat zu Hitze, Feuer und Abgasen. Feedback: Ein brauchbares Plakat benennt nicht nur Gefahren, sondern zeigt auch wirksame Maßnahmen wie Abschirmung, technische Abgasführung und richtiges Alarmverhalten.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Auftragsentscheidung: Begründe anhand des Ausbildungsfalls Deine Verfahrenswahl in fünf Sätzen. Feedback: Strangpressen ist eine geeignete Vorentscheidung, weil die Schiene einen konstanten Querschnitt mit integrierten Nuten benötigt; die Wirtschaftlichkeit muss zusätzlich geprüft werden.
  2. Werkstofffluss berechnen: Berechne für A₀ = 3.600 mm², A₁ = 360 mm² und v₀ = 2 mm/s die ideale Austrittsgeschwindigkeit. Feedback: Das Flächenverhältnis beträgt 10 und v₁ ungefähr 20 mm/s, weil der Volumenstrom im stationären Modell erhalten bleibt; dies ist keine reale Einstellvorgabe.
  3. Profilentwurf: Skizziere einen konstanten Querschnitt mit zwei Befestigungsnuten. Markiere möglicherweise problematische Wandstärkesprünge. Feedback: Gute Entwürfe beachten Funktion und möglichst ausgewogenen Werkstofffluss; die Fertigbarkeit muss dennoch fachlich geprüft werden.
  4. Gefahrenszenario: Eine heiße Schiene liegt ungesichert am Transportweg. Beschreibe die Gefahr und ein Schutzkonzept. Feedback: Kontaktverhinderung durch geeignete Lagerung und Abschirmung ist vorrangig; bloße Warnungen reichen bei vermeidbarem Zugang nicht aus.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Alternative Fertigungsroute: Entwickle für eine einfache U-Schiene eine Herstellung aus gewalztem Blech mit anschließendem Biegen und vergleiche diese mit Strangpressen. Feedback: Entscheidend sind Querschnittskomplexität, Stückzahl, Werkzeugaufwand und Nachbearbeitung; ohne Kostenangaben gibt es keine universell günstigste Lösung.
  2. Fehleranalyse: In einem Profil entstehen Maßabweichungen. Entwickle zwei fachlich plausible Ursachen und nenne die erforderliche Expertenprüfung. Feedback: Unterschiedlicher lokaler Werkstofffluss und ungünstige Werkzeuggeometrie sind mögliche Ursachen, aber ohne Messdaten keine gesicherte Fehlerdiagnose.
  3. Sicheres Erklärvideo: Plane ein 90-sekündiges Lernvideo mit lizenzierten Bildern, Zeichnungen und Sprechertext, ohne industrielle Vorführung. Feedback: Fachlich und rechtlich gelungen ist das Video, wenn Verfahren, Sicherheitsgrenzen, Bildquellen und erforderliche Lizenzhinweise korrekt dargestellt werden.
  4. Fertigungsbewertung: Vergleiche zwei Profilentwürfe hinsichtlich Materialmenge, Fertigung, Verschnitt und späterer Wiederverwertung. Feedback: Weniger Material kann Vorteile bringen, wenn Funktion, Stabilität und Herstellbarkeit erhalten bleiben; eine ökologische Gesamtbewertung erfordert zusätzliche belastbare Daten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Die folgenden Aufgaben prüfen, ob Du Zusammenhänge erklären und Wissen übertragen kannst.

  1. Form und Fluss: Erkläre, weshalb stark unterschiedliche Wandstärken im Profil den Materialfluss erschweren können, und leite zwei konstruktive Verbesserungsansätze ab.
  2. Prozesskette: Entwickle für den Ausbildungsfall eine Prozesskette vom Halbzeug bis zum verwendbaren Bauteil. Begründe, welche Prüfungen und Nacharbeiten notwendig sind.
  3. Sicherheitsentscheidung: Bei einer Ofenanlage entsteht ungewöhnlicher Rauch. Begründe, weshalb der Produktionsablauf nicht einfach fortgesetzt werden darf, und erläutere die richtige Melde- und Alarmorganisation.
  4. Variantenvergleich: Vergleiche ein offenes Nutprofil mit einem geschlossenen Hohlprofil bezüglich Funktion, Werkzeugaufwand und möglichen Fertigungsgrenzen.
  5. Verfahrensgrenzen: Ein Kunde verlangt statt einer Führungsschiene ein großflächiges dünnes Blech. Beurteile, wie sich Deine Verfahrenswahl verändert und weshalb.
  6. Entscheidungsvorlage: Formuliere eine kurze Empfehlung an die Ausbildungsleitung, die Profilfunktion, Verfahrenswahl, offene Kostenfragen, Sicherheitsrisiken und mindestens eine fachliche Quelle berücksichtigt.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis legst Du eine kurze digitale oder schriftliche Arbeitsmappe vor. Diese enthält:

  1. Eine fachlich beschriftete Prozessskizze des Strangpressens.
  2. Einen begründeten Vergleich von Walzen, Strangpressen und Stranggießen.
  3. Einen Profilentwurf mit eingezeichneten Funktionsflächen und möglichen konstruktiven Schwachstellen.
  4. Eine nachvollziehbare Rechnung zum idealisierten Volumenstrom mit Einheiten und Modellgrenzen.
  5. Eine begründete Lösung des Ausbildungsfalls einschließlich offener technischer und wirtschaftlicher Fragen.
  6. Eine Gefährdungsübersicht zu heißen Werkstoffen, Feuer, Brandgefahren, Abgasen und Pressenbewegungen mit geeigneten Schutzmaßnahmen.
  7. Eine Reflexion über das Gelernte und die Grenzen eigener Entscheidungen als Auszubildende oder Auszubildender.

Bewertung: Technische Richtigkeit, nachvollziehbare Begründungen, geeignete Verfahrenswahl, sicherheitsbewusste Entscheidungen und korrekt ausgewiesene Quellen stehen im Mittelpunkt.




OERs zum Thema

Wikipedia-Grundlagen:

Ergänzende Themen: Walzen, Stranggießen, Fließpressen, Massivumformung, Werkstofftechnik, Aluminium und Arbeitssicherheit.


Fachlich geprüfte Quellen

  1. Wikipedia: Strangpressen – Grundlagen, Varianten und fertigungstechnische Einordnung.
  2. Hydro: Custom-made extrusion dies – Matrizen, Voll- und Hohlprofile sowie Einfluss der Werkzeuggeometrie.
  3. Hydro: Strangpressprofile – Industrielle Anwendungen.
  4. DGUV Information 209-008: Einrichten von Pressen – Sicheres Einrichten und Betreiben von Pressen.
  5. DGUV Regel 109-605: Wärmebehandlung von Metallen – Heiße Werkstücke, Ofenanlagen, Abgase und Brandschutz.
  6. DGUV: Härtereitechnik und Wärmebehandlung – Risiken bei Ofen- und Prozessgasen.
  7. DGUV: Walzwerke – Sicherheitsaspekte des Walzens.

Hinweis: Industrielle Herstellerquellen dienen der Verfahrensillustration und Konstruktionseinordnung. Sie ersetzen keine betrieblichen Anweisungen, Normenprüfung oder Gefährdungsbeurteilung.


Medienrechte und Nachweise

Die folgenden Bilddateien wurden anhand ihrer Wikimedia-Commons-Dateiseiten geprüft. Bei Weiterverwendung gelten die jeweiligen Lizenzbedingungen einschließlich Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

  1. Rolling.png – Meisam, CC BY-SA 3.0.
  2. Rolling mill.jpg – Vitold Muratov, CC BY-SA 3.0.
  3. Schematic of metal extrusion process.jpg – Vivekverma239, CC0 1.0.
  4. Aluminium extrusion die front.png – Wizard191, CC BY-SA 3.0.
  5. Aluminium extrusion die closeup.png – Wizard191, CC BY-SA 3.0.
  6. Common Commercially Avaliable extrusion profiles.png – Vivekverma239, CC BY-SA 3.0.
  7. Thöni Aluminium-Profile.jpg – Thöni Gruppe, CC BY-SA 4.0.
  8. Extruded aluminium section x3.jpg – Mike1024, Public Domain.
  9. Strangkkp.jpg – Ulfbastel, Public Domain.

Geprüfte Prozessvideos:

Hydro: How Is Aluminium Extruded? – Aluminium Casting and Extrusion

Hydro: Aluminium Extrusion – An Inside The Machine View

Die Videos stammen aus dem offiziellen YouTube-Angebot von Hydro. Sie werden nur über die Videoeinbettung eingebunden. Eine freie OER-Lizenz für Bearbeitung oder Weiterveröffentlichung wird nicht behauptet.

Medienprüfung: Es wurden keine erfundenen Bilddateien, Videos oder fertigen LearningApps verwendet. Die LearningApps-Einbettung öffnet ausschließlich eine thematische Suche. Für die tatsächliche Ausspielung auf moocwiki.org sind die Verfügbarkeit der eingebetteten Medien und die lokale Wikimedia-Commons-Einbindung zusätzlich zu kontrollieren.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...