Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Halbzeugqualität rückverfolgbar dokumentieren
Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Halbzeugqualität rückverfolgbar dokumentieren
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Einleitung
Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Halbzeugqualität rückverfolgbar dokumentieren
Zielgruppe: Auszubildende in der Metallerzeugung, Umformtechnik und Qualitätssicherung.
Lernziel: Du kannst die Herkunft eines Stahlhalbzeugs nachweisen, den Lieferzustand zuordnen, Prüfbescheinigungen kontrollieren und Abweichungen sicher dokumentieren.
Lernweg: Fünf kurze Lerneinheiten, ein betrieblicher Ausbildungsfall, interaktive Übungen und drei Schwierigkeitsstufen.
Leitfrage: Woher weißt Du, dass genau dieses Blech die bestellte Qualität besitzt?

Bildauftrag: Was unterscheidet die einzelnen Coils? Welche Informationen kannst Du nicht allein am Aussehen erkennen?
Sicherheitsgrundsatz: Alle Aufgaben lassen sich anhand von Bildern, Videos und fiktiven Dokumenten bearbeiten. An heißen Werkstoffen, Walzanlagen, Öfen und Prüfmaschinen darfst Du nur nach betrieblicher Freigabe und unter fachkundiger Anleitung arbeiten. Keine unbeaufsichtigten Versuche!
Lerneinheit 1: Vom Halbzeug zum Walzprodukt
Lernzeit: ca. 8 Minuten
Ein Halbzeug ist ein vorgeformtes Material, das weiterverarbeitet wird. In Stahlwerken entstehen beispielsweise Brammen oder Knüppel.
Beim Walzen wird Metall zwischen rotierenden Walzen plastisch umgeformt. Dabei ändern sich Dicke, Länge oder Querschnitt.

Bild: Stahlknüppel als Vormaterial. Erkenne die gemeinsame Grundform.
Warmwalzen verstehen
Beim Warmwalzen wird Stahl oberhalb seiner Rekristallisationstemperatur umgeformt. Bei industriellen Warmwalzprozessen liegen die Werkstofftemperaturen häufig über 900 °C. Die konkreten Temperaturen hängen vom Stahl und vom Verfahren ab.
Vereinfachte Prozesskette:
| Schritt | Aufgabe |
|---|---|
| Bramme bereitstellen | Vormaterial identifizieren |
| Erwärmen | Walztemperatur herstellen |
| Entzundern | Oxidschicht entfernen |
| Walzgerüste | Querschnitt reduzieren |
| Kontrolliert kühlen | Geforderte Eigenschaften einstellen |
| Aufwickeln oder Ablängen | Bandcoil oder Blech herstellen |
| Kennzeichnen | Erzeugnis eindeutig zuordnen |

Bild: Warmwalzen von Stahl in einem industriellen Walzwerk.
Prozessvideo: Warmbandwalzwerk bei ArcelorMittal, dokumentiert durch Primetals Technologies.
Beobachtungsauftrag: Erkenne Walzgerüste, Materialtransport und Anlagenbereiche. Unterscheide erkennbare Vorgänge von Informationen, die das Video nicht belegt.
Warum dokumentieren?
Das Walzprodukt muss mit den Herstellungs- und Prüfdaten verbunden bleiben.
Merksatz: Eine gute Oberfläche beweist noch keine richtige Werkstoffgüte.
Lerneinheit 2: Chargen und Rückverfolgbarkeit
Lernzeit: ca. 8 Minuten
Die Rückverfolgbarkeit verbindet das gelieferte Halbzeug mit seiner Herstellung und Prüfung.
Eine Schmelzennummer identifiziert eine bestimmte Stahlschmelze. Eine Coilnummer identifiziert ein aufgewickeltes Band. Eine Zuschnittnummer kennzeichnet ein daraus entstandenes Teil.
Diese Kennungen dürfen nicht verwechselt werden.

Bildauftrag: Überlege, warum jedes Coil eine eindeutig zuordenbare Kennzeichnung benötigt.
Die Rückverfolgungskette
Fiktives Beispiel:
Schmelze H-620
|
v
Bramme B-044
|
v
Coil C-280
|
+---- Zuschnitt P-01
|
+---- Zuschnitt P-02
Vorwärtsverfolgung: Welche Produkte stammen aus Schmelze H-620?
Rückwärtsverfolgung: Aus welcher Schmelze stammt Zuschnitt P-02?
Beim Trennen, Lagern und Weiterverarbeiten muss die Zuordnung erhalten bleiben. Bei mehreren Coils oder Prüfeinheiten muss die jeweilige Herkunft eindeutig sein.
Mindestdaten einer Rückverfolgbarkeitsakte
| Datenfeld | Beispiel |
|---|---|
| Auftrag | A-140 |
| Material | S355J2+N |
| Schmelzennummer | H-620 |
| Coilnummer | C-280 |
| Zuschnittnummer | P-01 |
| Prüfbescheinigung | Z-31 |
| Prüfstatus | In Prüfung |
| Dokumentation | Datum, prüfende Person, Ergebnis |
Merksatz: Nicht allein die Nummer, sondern ihre nachweisbare Verbindung zum Produkt sichert die Rückverfolgbarkeit.
Lerneinheit 3: Lieferzustand und Prüfbescheinigungen
Lernzeit: ca. 10 Minuten
Der Lieferzustand beschreibt den vereinbarten Herstellungs- beziehungsweise Wärmebehandlungszustand eines Werkstoffs.
Bei geeigneten Baustahlerzeugnissen nach DIN EN 10025-2 begegnen Dir beispielsweise:
| Kennzeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| +AR | Wie gewalzt, ohne besondere Walz- oder Wärmebehandlungsbedingungen |
| +N | Normalisiert oder normalisierend gewalzt |
Der Lieferzustand beeinflusst die erreichbaren Werkstoffeigenschaften. Welche Zustände zulässig sind, ergibt sich aus der jeweiligen Produktnorm und Bestellung.
Wichtig: S355J2+N und S355J2+AR dürfen nicht ohne Prüfung als gleichwertig behandelt werden.
Prüfbescheinigungen nach DIN EN 10204
Die DIN EN 10204:2005-01 unterscheidet vier Bescheinigungsarten.
| Typ | Inhalt | Bestätigung |
|---|---|---|
| 2.1 | Übereinstimmung mit Bestellung, ohne Prüfergebnisse | Hersteller |
| 2.2 | Ergebnisse nichtspezifischer Prüfung | Hersteller |
| 3.1 | Ergebnisse spezifischer Prüfung | Von der Fertigung unabhängiger Abnahmebeauftragter des Herstellers |
| 3.2 | Ergebnisse spezifischer Prüfung | Herstellerabnahme und Abnahmebeauftragter des Bestellers oder gemäß amtlicher Vorschrift |
Spezifisch bedeutet: Die Prüfung bezieht sich auf die nach Erzeugnisspezifikation definierte Prüfeinheit, aus der geliefert wird. Das muss nicht bedeuten, dass jedes einzelne Blech geprüft wird.
Achtung: Die Zeugnisart 3.1 ist keine Stahlgüte und keine Garantie, dass das richtige Material geliefert wurde.
Der Dokumentenvergleich
Kontrolliere:
- Bestellung: Stimmen Werkstoff, Maße, Lieferzustand und geforderte Bescheinigungsart?
- Lieferschein: Stimmen Liefermenge und Identifikationsnummern?
- Prüfbescheinigung: Sind Hersteller, Zeugnisart, Prüfeinheit und relevante Prüfergebnisse nachvollziehbar?
- Kennzeichnung: Gehört das vorliegende Halbzeug nachweisbar zum Dokument?
- Freigabe: Sind alle geforderten Kontrollen dokumentiert und abgeschlossen?
Merksatz: Ein vorhandenes Prüfzeugnis ersetzt niemals die eindeutige Zuordnung zum Material.
Lerneinheit 4: Halbzeugqualität prüfen und dokumentieren
Lernzeit: ca. 10 Minuten
Zur Qualität eines gewalzten Halbzeugs können Maßhaltigkeit, Oberflächenbeschaffenheit, chemische Zusammensetzung und mechanische Eigenschaften gehören.
Welche Prüfungen erforderlich sind, legen die anwendbare Produktnorm, Bestellung und Prüfvorgaben fest.
Maßprüfung

Fachbild: Aufbau eines Messschiebers.

Fachbild: Mikrometerschraube als Messmittel für kleine Abmessungen.
Ein Prüfprotokoll enthält beispielsweise das Sollmaß, den zulässigen Bereich, den Istwert, die verwendete Messmethode, die Produkt-ID und die Prüfentscheidung.
Prüfe nur abgekühlte, freigegebene Übungsstücke und nur mit dafür geeigneten Messmitteln unter fachlicher Anleitung.
Werkstoffprüfung
Versuchsaufnahme: Zugprüfung einer Stahlprobe. Die Aufnahme zeigt einen beschleunigten Ablauf.
Beim Zugversuch werden unter anderem Streckgrenze und Zugfestigkeit ermittelt.

Fachbild: Pendelschlagwerk für den Kerbschlagbiegeversuch.
Der Kerbschlagbiegeversuch liefert Informationen über das Verhalten eines Werkstoffs bei schlagartiger Beanspruchung.

Fachbild: Härteprüfgerät. Eine Härteprüfung ist nur dann Teil der Abnahme, wenn die Prüfanforderungen dies vorsehen.
Merksatz: Prüfergebnisse müssen zur vorgeschriebenen Prüfeinheit gehören und gegen die zutreffenden Anforderungen bewertet werden.
Eine Abweichung dokumentieren
Bei einem unzulässigen Messwert oder einer fehlenden Herkunftszuordnung gilt:
Kennzeichnen → Sperren → Melden → Klären → Entscheidung dokumentieren.
Verändere Originalzeugnisse nicht eigenmächtig. Dokumentiere Korrekturen nachvollziehbar und bewahre frühere Einträge nach dem betrieblichen Verfahren auf.
Lerneinheit 5: Arbeitssicherheit im Walzwerk
Lernzeit: ca. 8 Minuten
Warmwalzwerke sind industrielle Gefahrenbereiche. Es bestehen Risiken durch hohe Temperaturen, bewegte Walzen, schwere Lasten, Öfen, Gase und Brandereignisse.

Heiße Werkstoffe: Verbrennungen und Wärmestrahlung sind möglich. Auch dunkel erscheinendes Metall kann gefährlich heiß sein. Keine Berührung oder Annäherung ohne Freigabe und geeignete Schutzmaßnahmen.

Feuer und Brandgefahren: Brennbare Betriebsstoffe, Heizgase und heiße Oberflächen können Brand- und Explosionsgefahren verursachen. Feuerbekämpfung ausschließlich durch dafür unterwiesene Personen und nach betrieblichem Notfallplan.
Abgase und gefährliche Atmosphären: An Öfen, Feuerungen und anderen thermischen Anlagen können gesundheitsgefährliche Abgase, beispielsweise Kohlenmonoxid, sowie Sauerstoffmangel auftreten. Erforderlich sind wirksame technische Schutzmaßnahmen, Lüftung, Überwachung und die Einhaltung der Betriebsanweisungen.
Mechanische Gefahren: Walzenspalte, angetriebene Teile und schwere Coils können Einziehen, Quetschen und schwere Verletzungen verursachen.
Verbindliches Verhalten in der Ausbildung:
- Gefährdungsbeurteilung: Beachte betriebliche Unterweisungen und Zutrittsbeschränkungen.
- Persönliche Schutzausrüstung: Verwende die für die Tätigkeit festgelegte geeignete Schutzausrüstung.
- Maschinensicherheit: Greife niemals in bewegte Anlagen ein und umgehe keine Schutzeinrichtungen.
- Brandschutz: Alarmiere bei Brandverdacht nach Betriebsanweisung und bringe Dich in Sicherheit.
- Arbeitsschutz: Führe praktische Demonstrationen nur fachlich angeleitet durch.
Keine unbeaufsichtigten Versuche, keine eigenen Heiz- oder Schmelzversuche, keine Demonstrationen mit offenem Feuer und keine eigenmächtige Bedienung von Walzanlagen!
Die aktuellen Informationen der DGUV zu Walzwerken sowie die branchenspezifischen Regeln des Betriebs sind maßgeblich. Für jugendliche Auszubildende gelten zusätzlich die einschlägigen Schutzbestimmungen.
Ausbildungsfall: Drei Bleche für den Maschinenbau
Der folgende Fall ist vollständig fiktiv. Alle Kennungen und Messwerte sind Übungsdaten.
Du arbeitest im Wareneingang eines Metallbetriebs. Drei Bleche sollen für einen Fertigungsauftrag bereitgestellt werden.
Bestellung und Unterlagen
| Dokument | Eintrag |
|---|---|
| Auftrag | A-140 |
| Bestellte Menge | Drei Bleche |
| Werkstoff | S355J2+N |
| Nenndicke | 8,0 mm |
| Übungs-Prüfbereich | 7,8 bis 8,2 mm |
| Geforderter Nachweis | Abnahmeprüfzeugnis 3.1 |
| Lieferschein L-09 | Coil C-280, Schmelze H-620 |
| Prüfzeugnis Z-31 | Typ 3.1, S355J2+N, Prüfeinheit H-620, Prüfergebnisse vorhanden |
Hinweis: Der Bereich 7,8 bis 8,2 mm ist ausschließlich eine für diesen Übungsfall festgelegte Prüfvorgabe und kein angegebener Normtoleranzwert.
Drei Prüfkarten
| Zuschnitt | Herkunft laut Karte | Gemessene Dicke | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| P-01 | Coil C-280 | 8,1 mm | Kennzeichnung lesbar |
| P-02 | Coil C-280 | 8,4 mm | Maßabweichung |
| P-03 | Coil C-281 | 8,0 mm | Herkunft von C-281 nicht belegt |
Aufgaben mit begründetem Feedback
Basisaufgabe: Verbinde P-01 mit der dokumentierten Schmelze.
Musterlösung: P-01 → C-280 → H-620.
Feedback: Die Verbindung ist nachvollziehbar, weil Lieferschein und Zuordnungskarte dieselbe Coilnummer enthalten. Das Maß allein würde die Herkunft nicht beweisen.
Anwendungsaufgabe: Entscheide über den Prüfstatus von P-02.
Musterlösung: P-02 sperren, Abweichung 8,4 mm dokumentieren und die verantwortliche Qualitätssicherung informieren.
Feedback: Der Istwert liegt über dem im Übungsfall festgelegten Höchstwert von 8,2 mm. Ein passendes Prüfzeugnis kann diese Maßabweichung nicht aufheben.
Transferaufgabe: P-03 hat das richtige Maß. Darf das Blech freigegeben werden?
Musterlösung: Nein. P-03 bleibt gesperrt, bis die Verbindung von Coil C-281 zur passenden Schmelze und Prüfeinheit belegt ist und die übrigen Prüfungen abgeschlossen sind.
Feedback: Die Maßeigenschaft ist nur ein Teil der Qualitätsanforderung. Ohne nachvollziehbare Materialidentität ist die geforderte Rückverfolgbarkeit nicht vollständig.
Gesamtentscheidung: P-01 ist nach den vorliegenden Übungsdaten hinsichtlich Identität und Dicke plausibel. Eine endgültige Freigabe erfordert zusätzlich alle sonst vorgeschriebenen Kontrollen. P-02 und P-03 bleiben gesperrt.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Orientierung: Lies zuerst Auftrag, Lieferschein und Prüfkarten. Markiere gleiche Identifikationsnummern.
Hilfe 2 – Vergleich: Prüfe getrennt die Werkstoffidentität, den Lieferzustand, den Zeugnistyp und den Messwert.
Hilfe 3 – Entscheidung: Stelle fest, welche Anforderung nicht erfüllt oder nicht nachweisbar ist. Formuliere eine Sperr- oder Freigabeempfehlung mit Begründung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine Bramme? (Ein flaches metallisches Gussvormaterial) (!Eine vollständig montierte Maschine) (!Ein Schmierstoff für Walzen) (!Ein Messgerät)
Welches Fertigungsverfahren formt Metall zwischen rotierenden Werkzeugen um? (Walzen) (!Lackieren) (!Kleben) (!Löten)
Was bezeichnet die Schmelzennummer? (Die Zuordnung zu einer bestimmten Stahlschmelze) (!Die Verpackungsgröße) (!Die Nummer des Messschiebers) (!Die Länge des Walzgerüsts)
Welche Nummer identifiziert ein bestimmtes aufgewickeltes Stahlband? (Coilnummer) (!Raumnummer) (!Telefonnummer) (!Maschinennummer des Prüfgeräts)
Was bedeutet der Lieferzustand +N bei den entsprechenden Baustahlerzeugnissen? (Normalisiert oder normalisierend gewalzt) (!Automatisch verzinkt) (!Immer unlegiert) (!Grundsätzlich ungehärtet)
Welche Bescheinigung enthält Ergebnisse spezifischer Prüfung und wird durch einen von der Fertigung unabhängigen Abnahmebeauftragten des Herstellers bestätigt? (Abnahmeprüfzeugnis 3.1) (!Werksbescheinigung 2.1) (!Lieferschein) (!Lagerkarte)
Welche Aussage trifft auf ein Werkszeugnis 2.2 zu? (Es enthält Ergebnisse nichtspezifischer Prüfung) (!Es enthält grundsätzlich keine Prüfergebnisse) (!Es verlangt stets die Bestätigung eines Kundenprüfers) (!Es ersetzt die Werkstoffkennzeichnung)
Wie wird ein Halbzeug ohne nachweisbare Herkunftszuordnung behandelt? (Es wird bis zur Klärung gesperrt) (!Es wird ohne Prüfung freigegeben) (!Es erhält eine frei erfundene Schmelzennummer) (!Das Prüfzeugnis eines anderen Coils wird übernommen)
Wie ist im Ausbildungsfall ein Messwert von 8,4 mm bei höchstens 8,2 mm zu beurteilen? (Der Messwert liegt außerhalb des festgelegten Bereichs) (!Der Messwert ist genau das Sollmaß) (!Das Maß ist für die Qualitätsbewertung unerheblich) (!Die Herkunftsnummer macht die Abweichung zulässig)
Was gilt beim Umgang mit heißen Werkstoffen und Brandgefahren im Walzwerk? (Nur unterwiesene und befugte Personen dürfen die vorgesehenen Tätigkeiten ausführen) (!Heiße Werkstoffe dürfen zur Kontrolle kurz berührt werden) (!Auszubildende dürfen Walzanlagen unbeaufsichtigt ausprobieren) (!Bei Brandverdacht wird die Arbeit ohne Meldung fortgesetzt)
Memory
| Schmelze | Herstellungseinheit des flüssigen Stahls |
| Coil | Aufgewickeltes Metallband |
| Bramme | Flaches Gussvormaterial |
| Lieferzustand | Vereinbarter Zustand bei der Lieferung |
| Abnahmeprüfzeugnis | Dokument mit spezifischen Prüfergebnissen |
| Sperrvermerk | Kennzeichnung einer nicht freigegebenen Einheit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Walzspalt | Dickenabnahme |
| Entzunderung | Entfernen der Oxidschicht |
| Probenahme | Entnahme von Prüfmaterial |
| Kennzeichnung | Eindeutige Materialzuordnung |
| Freigabe | Dokumentierte Erlaubnis zur Weiterverwendung |
Kreuzworträtsel
| Bramme | Wie heißt das breite flache Gussvormaterial für die Herstellung von Walzblech? |
| Walzen | Wie heißt das Umformverfahren mit rotierenden Werkzeugen? |
| Charge | Wie heißt eine zusammengehörige Herstellungseinheit, die häufig durch eine gemeinsame Kennung identifiziert wird? |
| Coil | Wie heißt ein aufgewickeltes Metallband? |
| Messschieber | Wie heißt ein häufig verwendetes Messmittel zur Längenmessung? |
| Freigabe | Wie heißt die dokumentierte Entscheidung, Material zur Weiterverwendung zuzulassen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bildanalyse: Erstelle aus den Prozessbildern eine Bildfolge vom Vormaterial bis zum Coil und beschrifte die Stationen.
- Werkstoffkunde: Zeichne eine einfache Rückverfolgungskette zwischen Schmelze, Coil und Zuschnitt.
- Kennzeichnung: Gestalte ein fiktives Coiletikett mit Werkstoff, Schmelzennummer, Coilnummer und Lieferzustand.
- Arbeitssicherheit: Entwirf ein Warnplakat zu heißen Werkstoffen, Feuer, Abgasen und Einzugsgefahren.
Standard
- Dokumentenprüfung: Vergleiche die Bestell- und Prüfdaten des Ausbildungsfalls und formuliere einen kurzen Wareneingangsbericht.
- Messprotokoll: Erstelle eine Prüftabelle für P-01, P-02 und P-03 und dokumentiere Sollwerte, Istwerte und Entscheidungen.
- Rückverfolgbarkeit: Zeichne den Rückverfolgungsweg von P-01 zur Schmelze und beschreibe, wo Daten verloren gehen könnten.
- Qualitätssicherung: Verfasse einen Dialog zwischen Wareneingang und Qualitätssicherung über die Maßabweichung von P-02.
Schwer
- Qualitätsaudit: Entwickle einen kleinen Auditplan, mit dem Du die Vollständigkeit von Chargen- und Prüfnachweisen kontrollierst.
- Fehleranalyse: Untersuche die fehlende Herkunftszuordnung von P-03 und erstelle einen nachvollziehbaren Klärungsplan.
- Digitalisierung: Entwirf eine digitale Dokumentation mit verknüpften Datensätzen für Schmelze, Coil, Zuschnitt und Prüfstatus.
- Risikomanagement: Erstelle eine begründete Entscheidungsvorlage für die Qualitätsleitung, in der Du technische und organisatorische Folgen einer falschen Materialfreigabe vergleichst.
Für alle Aufgaben gilt: Arbeite mit Modelldaten, Zeichnungen oder bereits vorhandenen Unterlagen. Betriebserkundungen, Messungen und Demonstrationen sind nur nach Genehmigung und unter fachkundiger Begleitung zulässig. Keine unbeaufsichtigten Versuche.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Transferaufgaben. Begründe Deine Entscheidungen anhand der vorhandenen Informationen.
- Werkstoffauswahl: Ein Lieferant bietet S355J2+AR an, obwohl S355J2+N bestellt wurde. Erkläre, warum diese Abweichung nicht allein aufgrund derselben Stahlgrundbezeichnung akzeptiert werden darf.
- Rückverfolgung: Zwei äußerlich identische Coils werden ohne eindeutige Kennzeichnung gemeinsam gelagert. Entwickle einen sicheren Ablauf zur Klärung und Vermeidung einer Verwechslung.
- Prüfbescheinigung: Ein Prüfnachweis nennt die richtige Stahlsorte, aber es fehlt die Zuordnung zur gelieferten Prüfeinheit. Bewerte die Nachweislage und leite Maßnahmen ab.
- Fehlermanagement: Eine Dicke liegt außerhalb des vereinbarten Prüfbereichs. Erläutere, wie Sperrung, Dokumentation und Entscheidung ineinandergreifen.
- Prozessqualität: Erkläre, weshalb Temperaturführung, Umformung und kontrollierte Kühlung für die spätere Qualität eines Walzprodukts wichtig sein können.
- Arbeitsschutz: Während einer Besichtigung werden Rauchentwicklung und eine mögliche Gasstörung bemerkt. Entwickle das richtige organisatorische Vorgehen ohne eigene Eingriffe in die Anlage.
Bewertungshinweis: Eine überzeugende Antwort stellt Zusammenhänge her, benennt Unsicherheiten, begründet die Entscheidung und berücksichtigt die Zuständigkeiten im Betrieb.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du folgende Ergebnisse vorlegen können:
- Prozessverständnis: Eine beschriftete Übersicht von Vormaterial, Warmwalzen, Kühlung und Kennzeichnung.
- Chargenkenntnis: Eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Schmelze, Coil und Zuschnitt.
- Lieferzustand: Eine fachlich richtige Erklärung der Unterschiede zwischen +AR und +N im passenden Normkontext.
- Prüfnachweise: Einen korrekten Vergleich der Bescheinigungsarten 2.1, 2.2, 3.1 und 3.2.
- Qualitätsentscheidung: Ein ausgefülltes Prüfprotokoll mit begründeter Beurteilung des Ausbildungsfalls.
- Abweichungsmanagement: Eine nachvollziehbar dokumentierte Sperr- und Klärungsentscheidung.
- Arbeitssicherheit: Eine Erklärung der Gefahren durch heiße Werkstoffe, Feuer, Abgase, Brandereignisse und bewegte Anlagen sowie der erforderlichen Schutzprinzipien.
Bewertung: Vollständigkeit, fachliche Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit, begründete Entscheidungen und sicherheitsgerechtes Denken.
OERs zum Thema
Wikipedia: Walzen
Wikipedia: Halbzeug
Wikipedia: EN 10204
Fachlich geprüfte Grundlagen und Quellen
- DIN Media: DIN EN 10204:2005-01 – Arten von Prüfbescheinigungen für metallische Erzeugnisse.
- DIN Media: DIN EN 10025-2:2019-10 – Technische Lieferbedingungen für warmgewalzte unlegierte Baustähle.
- ArcelorMittal Belgium: Production Process – Prozessfolge von der Stahlerzeugung bis zum Walzprodukt.
- voestalpine: Normalisierendes Walzen – Technologischer Zusammenhang von Walzverfahren und Werkstoffeigenschaften.
- WW-K: Material Testing – Industrielle Werkstoffprüfverfahren.
- DGUV: Themenfeld Walzwerke – Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und weiterführende aktuelle Regeln.
- DGUV Regel 109-609: Branche Kaltwalzwerke – Branchenspezifische Gefährdungen, einschließlich Wärmebehandlung, Gase sowie Brand- und Explosionsschutz.
- BAuA: TRGS 500 – Allgemeine Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.
Normenhinweis: Die vollständigen Normtexte sind nicht frei verfügbar. Dieser Lernkurs ersetzt keine verbindliche Produktspezifikation, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung oder betriebliche Freigabe.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die Bilddateien wurden anhand ihrer Wikimedia-Commons-Dateiseiten und der dort angegebenen Lizenzen ausgewählt. Urhebernennung und Lizenzbedingungen sind bei einer Weiterverwendung einzuhalten.
| Medium auf Wikimedia Commons | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|
| Celsa Steel Works | Jeremy Segrott | CC BY 2.0 |
| Hot Rolling Some Steel | Erik Charlton | CC BY 2.0 |
| Steel Coils | Arosset | CC BY-SA 4.0 |
| Steel Coils at Port Kembla | JustARandomEditor123 | CC BY-SA 4.0 |
| Messschieber | Joaquim Alves Gaspar, Antilived, Sebastian Wallroth | CC BY 2.5 beziehungsweise CC BY-SA 3.0 |
| Micrometer | Stephanie cheks | CC BY-SA 4.0 |
| Zugversuch | Cristian V. | CC BY 4.0 |
| Kerbschlagprüfgerät | Cjp24 | CC BY-SA 3.0 |
| Härteprüfgerät | Three-quarter-ten | CC BY-SA 3.0 |
| Warnzeichen heiße Oberfläche | MaxxL | Gemeinfrei |
| Warnzeichen feuergefährliche Stoffe | MaxxL | Gemeinfrei |
Prozessvideo: New hot strip mill at ArcelorMittal Poland, veröffentlicht vom Fachunternehmen Primetals Technologies.
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