Mase - What You Want

Mase - What You Want
Einleitung
„What You Want“ von Mase feat. Total verbindet den entspannten Rap-Flow des späten 1990er-Jahre-Hip-Hop mit einem deutlich gesungenen R&B-Hook. Die Aufnahme erschien 1997 auf Mases Debütalbum Harlem World und wurde in der anschließenden Single-Kampagne 1997/1998 zu einem seiner bekanntesten Titel. Die Albumaufnahme dauert rund vier Minuten und wurde von Nashiem Myrick produziert; Total übernimmt die hervorgehobenen Gesangspassagen, DJ I-Roc ist für Scratches kreditiert.[1][2]
Dieser aiMOOC untersucht die konkrete Aufnahme und nicht nur den Songtitel: Entstehung, zeitgeschichtlicher Kontext, Sampling, Produktion, Instrumentierung, Rhythmus, Flow, Gesang, Harmonik, Arrangement, Songform, Textthemen, Rezeption und spätere Fassungen werden miteinander verknüpft. Du lernst dabei zugleich, musikalische Aussagen durch Hörbelege und Quellen abzusichern.
Urheberrechtlicher Hinweis: Der vollständige Songtext und eine vollständige Partitur werden hier bewusst nicht wiedergegeben. Es erscheint nur ein sehr kurzes Textzitat zur Analyse. Die Score-Beispiele sind kurze, selbst erstellte didaktische Modelle und keine Transkription der geschützten Originalmelodie. Eingebettete YouTube-Videos werden lediglich über die jeweilige Plattform abgespielt; sie sind dadurch nicht automatisch frei lizenziert.

Die freie Commons-Aufnahme zeigt Mase bei einem späteren Auftritt und dient hier zur Einordnung des Interpreten, nicht als Bilddokument der Studiosession von 1997. Die Datei steht auf Wikimedia Commons unter CC0.[3]
Steckbrief der Aufnahme
| Merkmal | Einordnung |
|---|---|
| Interpret | Mase feat. Total |
| Album | Harlem World (1997) |
| Aufnahme | 1997 |
| Singlephase | Ende 1997 und 1998; internationale Veröffentlichungs- und Katalogangaben unterscheiden zwischen Album-, Single- und EP-Daten |
| Genre | Hip-Hop, East Coast Rap, R&B und Pop-Rap-Crossover |
| Produzent | Nashiem Myrick; Sean „Puffy“ Combs ist in den veröffentlichten Credits als Executive Producer geführt[1][2] |
| Rap | Mase |
| Gesungener Hook | Total |
| Scratches | DJ I-Roc[2] |
| Aufnahme | Stephen Dent |
| Mix | Rich Travali |
| Mastering | Herb Powers[2] |
| Samplequelle | Curtis Mayfield: „Right on for the Darkness“ von 1973[1] |
| Tempo | ungefähr 94 BPM; mehrere Musikdatenbanken kommen hier überein[4] |
| Formprinzip | Wechsel zwischen Rap-Strophen und wiederkehrendem gesungenem R&B-Hook |
Entstehung und zeitgeschichtlicher Kontext
Harlem World und der Bad-Boy-Kontext von 1997
Harlem World erschien im Herbst 1997 in einer Phase, in der Hip-Hop im US-amerikanischen Mainstream stark expandierte. Mase war zuvor bereits auf sehr erfolgreichen Aufnahmen anderer Bad-Boy-Künstler zu hören gewesen. Zeitgenössische Berichte der Los Angeles Times dokumentieren, dass Harlem World direkt an die Spitze der US-Albumverkäufe ging; nach SoundScan wurden in der ersten Verkaufswoche nahezu 273.000 Exemplare verkauft.[5]
Retrospektiv wird das Album häufig der sogenannten „shiny suit era“ beziehungsweise dem kommerziellen „Jiggy“-Rap der späten 1990er zugeordnet. In einer Rückschau beschreibt Pitchfork, wie Bad Boy nach dem Tod von The Notorious B.I.G. im März 1997 Mase stärker als neuen Star positionierte und wie auf Harlem World ältere Soul- und Funk-Aufnahmen als Material für geschmeidige, popnahe Rap-Produktionen dienten.[6]

Das Apollo Theater auf der 125th Street ist ein historischer Musikort in Harlem. Das Foto illustriert den kulturellen Ortsbezug von Mases Albumtitel Harlem World; es zeigt weder den Aufnahmeort noch die konkrete Songproduktion. Foto: Petri Krohn, CC BY-SA 3.0.[7]
Produktion und Studioarbeit
Die für die Veröffentlichung dokumentierten Credits nennen Nashiem Myrick als Produzenten, Stephen Dent für die Aufnahme, Rich Travali für den Mix und Herb Powers für das Mastering. Eine auf Originalmedien basierende Discografieangabe nennt Daddy’s House Recording Studios in New York City als Aufnahme- und Mixort; außerdem werden DJ I-Roc für die Scratches sowie Sean „Puffy“ Combs und Deric „D-Dot“ Angelettie in Executive- beziehungsweise Associate-Executive-Producer-Rollen genannt.[8]

Symbolbild: Ein modernes Aufnahmestudio, nicht Daddy’s House im Jahr 1997. Die freie Commons-Datei steht unter CC0 und veranschaulicht die Funktionen von Recording, Editing und Mixing.[9]
Belegte Besonderheiten genau dieser Aufnahme
- Curtis-Mayfield-Sample: Die Aufnahme verwendet Material aus Curtis Mayfields „Right on for the Darkness“ von 1973. MusicBrainz führt die Samplebeziehung ausdrücklich für Track 13 von Harlem World auf.[1]
- Rap und R&B sind personell getrennt und zugleich verzahnt: Mase trägt die Rap-Strophen, während Total den wiederkehrenden gesungenen Hook prägt. Die konkrete Feature-Besetzung ist in den Veröffentlichungscredits dokumentiert.[2]
- DJ-Scratches sind Bestandteil der veröffentlichten Aufnahme: DJ I-Roc wird ausdrücklich für „Scratch“ beziehungsweise „guest turntable“ genannt.[1][2]
- Der Song arbeitet mit einem mittleren Groove um 94 BPM: Dadurch bleibt genügend Raum für Mases gelassen wirkende Sprachrhythmik und für einen melodischen R&B-Refrain.[4]
- Die Aufnahme ist bewusst studiobasiert organisiert: Produktion, Recording, Mix und Mastering sind getrennt kreditiert. Das macht sie zu einem guten Beispiel dafür, dass der Klang einer Hip-Hop-Single aus mehreren spezialisierten Arbeitsschritten entsteht.[2]
- Es existiert ein eigener offizieller Single-Remix: Die 4-Track-Veröffentlichung enthält neben Albumversion und Instrumental eine längere Remixfassung. Für den Remix werden Mario Winans und Harve „Joe Hooker“ Pierre genannt.[8][10]
- Das offizielle Musikvideo besitzt eine eigenständige Regiehandschrift: Der Bad-Boy-Kanal nennt Joseph Kahn als Regisseur.[11]
Musikalische Analyse
Stil und Genre
Die Aufnahme verbindet zwei damals besonders erfolgreiche Klangfelder. Die Rap-Strophen folgen einem entspannten, gut verständlichen East-Coast-Flow, während der gesungene Hook von Total einen R&B-Charakter einführt. Dadurch besitzt das Stück sowohl die zyklische, beatbasierte Organisation einer Hip-Hop-Produktion als auch die Wiedererkennbarkeit eines melodischen Pop-/R&B-Refrains.
Die Produktion setzt nicht auf komplexe harmonische Entwicklung, sondern auf Wiederholung, Klangfarbe, Groove und Stimmkontrast. Gerade diese Reduktion schafft Platz für Mases Sprache. Die Wirkung entsteht daher weniger aus einem traditionellen „Songwriting“ mit vielen Akkordwechseln als aus dem Zusammenspiel von Sample, Drum-Groove, Rap-Cadence, Hook und Studioklang.
Sampling, Instrumentierung und Klangfarbe
Das wichtigste historische Material im Beat stammt aus Curtis Mayfields „Right on for the Darkness“ von 1973. Das Sampling ist kein zufälliges Zitat, sondern ein Produktionsprinzip: Ein älterer Soul-Klang wird in einen neuen rhythmischen und kulturellen Kontext versetzt. Die Quelle bringt eine warme, organische Soul-Färbung ein; die Hip-Hop-Produktion ordnet das Material neu und verbindet es mit programmiertem beziehungsweise studiotechnisch organisiertem Beat, Rap, R&B-Gesang und Scratches.[1]

Freie Commons-Darstellung von Curtis Mayfield, dessen Aufnahme die zentrale Samplequelle bildet. Die Datei steht unter CC BY-SA 2.0.[12]
Hörquelle zur Sample-Herkunft: Offizielle beziehungsweise rechteverwaltete Veröffentlichung des 2019 remasterten Curtis-Mayfield-Titels auf seinem Official Artist Channel. Verwende sie für den direkten Hörvergleich, nicht als frei lizenzierte OER-Datei.[13]
Achte beim Vergleich nicht nur darauf, ob Du eine Ähnlichkeit erkennst. Frage genauer: Welche Klangschicht wird übernommen? Wie verändert die Schleifenbildung Dein Zeitempfinden? Welche neue Funktion erhält das Soul-Material, sobald Rap und Hook darüberliegen?

Ein frei lizenziertes Symbolbild für Turntable-Technik. Bei „What You Want“ sind Scratches von DJ I-Roc ausdrücklich kreditiert. Foto: Dan Stark, CC0.[14]
Rhythmus, Tempo und Flow
Mit ungefähr 94 BPM liegt das Stück in einem mittleren Tempo.[4] Ein solcher Puls erlaubt eine klare Viertelwahrnehmung, während Rap-Silben flexibel vor, auf oder nach metrischen Schwerpunkten platziert werden können. Mases Vortrag wirkt häufig gelassen und wenig gedrängt. Die Spannung entsteht deshalb nicht aus maximaler Geschwindigkeit, sondern aus Mikrotiming, Pausen, Akzentverschiebung und Sprachrhythmus.
Das folgende Score-Beispiel ist frei erfunden. Es zeigt nur ein mögliches Prinzip einer synkopierten Rap-Phrasierung bei 94 BPM. Alle Tonhöhen sind neutral gesetzt; es handelt sich ausdrücklich nicht um die Originalmelodie oder eine Transkription von Mases Rap.

Du kannst das Modell sprechen, klatschen oder auf einer einzelnen Trommel spielen. Verschiebe anschließend einzelne Achtel leicht hinter den gedachten Puls und beobachte, wie sich der Eindruck von „laid back“ verändert.
Melodie und Harmonik
Die melodische Hauptorientierung liefert der Gesang von Total. Im Gegensatz zu den stärker sprechrhythmischen Strophen erzeugt der Hook eine klarere Tonhöhenkontur und damit einen deutlichen Wiedererkennungswert.
Für die Harmonik ist wichtiger, die Schleifenlogik zu verstehen als eine komplizierte Funktionsanalyse zu erzwingen. Akkord- und Tonartdatenbanken sind sich in der globalen Tonartbezeichnung nicht völlig einig: Quellen nennen unter anderem F-Moll beziehungsweise enharmonisch oder algorithmisch abweichende Moll-Zentren.[4][15] Für die Höranalyse ist deshalb ein reduziertes Moll-Vamp-Modell sinnvoll.
Das folgende Score-Beispiel zeigt eine didaktische Vereinfachung mit Fm7 und B♭m7. Es ist keine vollständige oder taktgenaue Partitur des Originals:
Entscheidend ist die Wirkung: Ein kleines harmonisches Feld kann durch Looping, Bass, Sampleklang, Stimmen, Rhythmus und Produktion über längere Zeit interessant bleiben. Genau das unterscheidet viele samplebasierte Hip-Hop-Produktionen von harmonisch stärker fortschreitenden Popballaden.
Gesang und Rap
Mases Stimme ist tief in den Groove eingebettet. Sein Flow ist eher kühl, ruhig und kontrolliert als aggressiv oder hochvirtuos beschleunigt. Eine zeitgenössische Rezension der Los Angeles Times charakterisierte seinen Rap-Stil als langsam und nonchalant und hob bei „What You Want“ zugleich eine sensiblere, loyalere Persona hervor.[16]
Total bildet den Gegenpol: Der gesungene Hook ist melodischer, stärker ausgehalten und durch Wiederholung unmittelbar memorierbar. Dadurch entsteht ein Call-and-Response-ähnliches Wechselspiel zwischen erzählendem beziehungsweise argumentierendem Rap und emotional verdichteter Refrainfunktion.
Ein frei erfundenes Mini-Modell für dieses Wechselprinzip:

Die erste Zelle kann als kurze „Rap-Aussage“, die zweite als rhythmisch abgesetzte „Antwort“ verstanden werden. Auch dieses Beispiel übernimmt keinerlei Originalmelodie.
Arrangement und Songform
Die Aufnahme folgt einem für Hip-Hop/R&B-Crossover sehr wirkungsvollen Grundprinzip: wiederkehrender Hook – Rap-Strophe – Hook – Rap-Strophe – weitere Hook-Wiederholungen. Die genaue Mikrogliederung lässt sich je nach Zählweise unterschiedlich benennen; entscheidend ist die Funktionsverteilung.
| Formfunktion | Hörmerkmal | Wirkung |
|---|---|---|
| Einstieg | Titelphrase beziehungsweise Hook-Material wird früh etabliert | Der zentrale Wiedererkennungsanker ist sofort präsent |
| Hook | Gesang von Total | Melodischer Kontrast zu Mases Rap |
| Rap-Strophe | Sprachrhythmisch dominierter Vortrag | Inhaltliche Ausführung und Perspektive des Sprechers |
| Rückkehr des Hooks | Wiederholung vertrauten Materials | Formale Orientierung und Pop-/R&B-Wiedererkennbarkeit |
| Schlussbereich | Verstärkte Wiederholung des Hook-Prinzips | Der Refrain bleibt als Kerngeste im Gedächtnis |
Das Arrangement lebt somit weniger von vielen neuen Abschnitten als von der Variation innerhalb einer stabilen Schleife. Hör genau auf kleine Änderungen in Stimme, Ad-libs, Textur, Scratches und Dichte.
Produktion und Mix
Die Credits zeigen eine arbeitsteilige Studioproduktion: Produzent, Recording Engineer, Mixer und Mastering Engineer sind getrennt ausgewiesen.[2] Für die Wahrnehmung bedeutet das:
- Der Beat schafft ein gleichmäßiges Fundament.
- Das Sample liefert historische Klangfarbe und Wiedererkennung.
- Die Rap-Stimme sitzt verständlich im Vordergrund, ohne den Groove zu überdecken.
- Der R&B-Hook erhält genügend Raum, um sich vom Rap abzusetzen.
- Scratches ergänzen eine hörbare Hip-Hop-Textur.
- Der Mix verbindet diese Ebenen so, dass der Track gleichzeitig weich, rhythmisch deutlich und radiotauglich wirkt.
Text, Bildsprache und Inhaltserschließung
Zentrale Textthemen
Der vollständige Songtext wird aus urheberrechtlichen Gründen nicht wiedergegeben. Für die Analyse genügt ein kurzes Zitat aus dem Hook:
„Tell me what you want for me“
Sinngemäß: „Sag mir, was Du von mir willst.“
Von diesem Kern aus entfaltet der Text mehrere Themen. Der Sprecher fragt nach den Erwartungen einer Partnerin, verbindet Zuneigung und Zukunftsvorstellungen aber stark mit materieller Sicherheit, Konsum, Status und Besitz. Gleichzeitig wird Beziehung nicht nur als Selbstdarstellung erzählt: Der Sprecher betont Fürsorge, Loyalität und den Wunsch, die andere Person glücklich zu sehen.
Für die Inhaltserschließung ist wichtig, diese Ebenen nicht vorschnell gleichzusetzen. Materielle Großzügigkeit kann im Text gleichzeitig als Liebesbeweis, Statussignal, Selbstinszenierung und Ausdruck der damaligen kommerziellen Rapkultur funktionieren.
Bildsprache und Rollenbilder
Viele Bilder des Textes stammen aus einer Welt von Geld, Luxus, Kleidung, Schmuck, Mobilität und sozialem Aufstieg. Diese Motive passen zum größeren Kontext von Harlem World und zur Bad-Boy-Ästhetik der späten 1990er. Zugleich wird eine Partnerschaft sprachlich teilweise über das Geben, Bezahlen und Ermöglichen beschrieben.
Eine reflektierte Analyse fragt deshalb:
- Wie wird Liebe durch materielle Handlungen dargestellt?
- Wo wirkt Großzügigkeit fürsorglich, wo wird sie zur Statusinszenierung?
- Welche Vorstellungen von Männlichkeit und Erfolg werden erzeugt?
- Welche Handlungsmacht erhält die angesprochene Partnerin?
- Was wirkt aus heutiger Perspektive zeittypisch, was weiterhin aktuell?
Die Antworten müssen nicht identisch ausfallen. Wichtig ist, dass Du sie mit konkreten Beobachtungen am kurzen Zitat, an sinngemäß zusammengefassten Textstellen und am Klang belegst, ohne den vollständigen Songtext zu kopieren.
Rezeption und Bedeutung im Werk von Mase
„What You Want“ gehört zu den kommerziell erfolgreichsten Singles aus Mases Debütphase. Die dokumentierte Chartgeschichte weist für die USA einen Peak auf Platz 6 der Billboard Hot 100 aus; in Großbritannien erreichte die Single Platz 15 der Official Singles Chart und Platz 3 der dortigen Hip-Hop/R&B-Singlechart.[17][18]
Zeitgenössisch bezeichnete Musikkritiker Cheo Hodari Coker den Titel in der Los Angeles Times als „one of the most enticing rap ballads“ seit Rakims „Mahogany“.[19] Die Einordnung als „Rapballade“ ist aufschlussreich: Sie verweist darauf, dass der Song Rap nicht von R&B trennt, sondern eine romantische Thematik, einen melodischen Hook und einen Hip-Hop-Beat zu einem Crossover-Format verbindet.
Innerhalb von Mases Frühwerk zeigt der Titel besonders deutlich jene ruhige, zugängliche Flow-Ästhetik, durch die er sich im kommerziellen Hip-Hop der späten 1990er profilierte. Zugleich ist „What You Want“ ein anschauliches Beispiel für die damalige Bad-Boy-Praxis, ältere Soulaufnahmen als klangliches Gedächtnis in neue Pop-Rap-Produktionen einzubauen.[6]
Vergleich verschiedener Fassungen
Albumversion von 1997
Die Albumfassung ist durch den Curtis-Mayfield-Samplebezug, den mittleren Beat, Mases Rap, Totals Hook und die kreditierten DJ-I-Roc-Scratches geprägt. Eine offizielle, vom Rechteinhaber bereitgestellte Audiofassung ist über Mases Official Artist Channel verfügbar.[20]
Stripped Version von 2020
2020 erschien eine „Stripped Version“ als Hal-Ritson-Remix. MusicBrainz nennt für diese Fassung Hal Ritson als zusätzlichen Produzenten, Arrangeur, Remixer und Percussionisten sowie Rob Harris als Gitarristen und Mitarrangeur.[21] Die offizielle digitale Veröffentlichung nennt eine Länge von etwa 4:20; Tempoanalysen liegen weiterhin ungefähr bei 94 BPM.[22]
Hörbarer Unterschied: Die spätere Fassung verlagert die Aufmerksamkeit stärker auf Gitarre, Percussion und freier wirkende Begleittexturen. Dadurch erscheinen die Stimmen stärker freigelegt, während die 1997er Albumfassung deutlicher als sample- und beatbasierte Hip-Hop-Produktion wirkt. Weil das Grundtempo ungefähr erhalten bleibt, liegt der wichtigste Kontrast nicht in der Geschwindigkeit, sondern in Instrumentation, Klangdichte und Arrangement.
| Aspekt | Albumversion 1997 | Stripped Version 2020 |
|---|---|---|
| Produktionszentrum | Sample-/Beat-orientierte Hip-Hop-Produktion | Neu arrangierter Remix |
| Prägende Zusatzfarben | Soul-Sample, Scratches, dichteres Studiobett | Gitarre und Percussion ausdrücklich kreditiert |
| Tempo | ungefähr 94 BPM | ungefähr 94 BPM |
| Wirkung | Loopbasiert, urban, radiotauglicher Hip-Hop/R&B-Crossover | luftiger, stärker instrumentenbezogen, Stimmen treten deutlicher hervor |
Single-Remix von 1998
Die zeitgenössische 4-Track-Single enthält außerdem einen Remix von ungefähr 4:34 Minuten. Discografische Angaben nennen Mario Winans und Harve „Joe Hooker“ Pierre als Remixer.[8][10] Schon die längere Dauer und die eigenständige Remix-Creditierung zeigen, dass es sich nicht bloß um einen Edit der Albumfassung handelt.
Für eine saubere Höranalyse solltest Du bei Albumversion und Remix vier Parameter getrennt protokollieren: Intro, Drum-/Bass-Klang, Samplebehandlung und Hook-Begleitung. So vermeidest Du pauschale Urteile wie „klingt moderner“ und beschreibst tatsächlich hörbare Veränderungen.
Musikvideo und audiovisuelle Inszenierung
Das offizielle Musikvideo wurde laut Bad Boy Entertainment von Joseph Kahn inszeniert.[11] Es ist eine wichtige Quelle für die visuelle Vermarktung des Songs, aber kein Beleg für den Aufnahmeprozess im Studio.
Analysiere beim Sehen vier Ebenen getrennt: Performance von Mase und Total, Kleidung und Styling, Kamera/Schnitt sowie Status- und Beziehungssymbole. Vergleiche anschließend, ob die Bildwelt die im Text angelegten Vorstellungen von Erfolg, Begehren und materieller Sicherheit verstärkt, relativiert oder erweitert.
Rechtssichere Mediennutzung und Quellenkritik
Nicht jedes im Unterricht erlaubte Medium ist automatisch eine freie OER. Für diesen aiMOOC werden deshalb verschiedene Rechtslagen deutlich getrennt:
- Wikimedia-Commons-Bilder: Die hier verwendeten Dateien sind als CC0, CC BY-SA 3.0 oder CC BY-SA 2.0 ausgewiesen. Beachte bei CC-BY-SA-Dateien Namensnennung, Lizenzlink und gegebenenfalls Share-Alike-Bedingungen.
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- Lyrics: Der aiMOOC verwendet nur ein sehr kurzes Zitat für Analysezwecke und gibt den restlichen Text sinngemäß wieder.
- Score: Die notierten Rhythmus- und Harmoniemodelle sind kurze didaktische Eigenkonstruktionen. Es wird keine vollständige geschützte Melodie, kein vollständiger Beat und keine vollständige Partitur reproduziert.
- Quellenkritik: Technische Datenbanken können bei Tonarten voneinander abweichen. Solche Angaben solltest Du daher als Analysehilfe behandeln und mit eigenem Hören sowie verlässlicheren Produktionscredits abgleichen.
Quellen und Mediennachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 MusicBrainz: Mase – Harlem World, Track 13 „What You Want“, Credits und Sampleangaben, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Qobuz: Mase – What You Want, Credits und Fassungen, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Wikimedia Commons: Mase-JuicyFest-2024-Auckland-billboard-1548.jpg, CC0 1.0, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 SongData: What You Want – Tempo- und Tonartdaten, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Los Angeles Times, 06.11.1997: „Mase’s ‘World’ Makes Its Way Straight to Top“, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ 6,0 6,1 Pitchfork, Sheldon Pearce, 21.07.2019: Mase – Harlem World, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Wikimedia Commons: Harlem - Apollo Theater.jpg, CC BY-SA 3.0, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 NeverDieMedia: Mase – What You Want 4-Track, Produktions- und Mixcredits, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Wikimedia Commons: Recording studio console for DAW work, CC0 1.0, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ 10,0 10,1 NTS: Mario Winans – „What You Want (Remix)“, Harve „Joe Hooker“ Pierre/Mario Winans Mix, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ 11,0 11,1 Bad Boy Entertainment: Mase feat. Total – What You Want, Official Music Video, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Wikimedia Commons: Curtis M. (284761654).jpg, CC BY-SA 2.0, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Curtis Mayfield Official Artist Channel: Right on for the Darkness, 2019 Remaster, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Wikimedia Commons: DJ turntable in close-up, CC0 1.0, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ GuitarTuna: vereinfachte Akkord-/Tempodarstellung zu What You Want, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Los Angeles Times, Cheo Hodari Coker, 09.11.1997: Review von Mase – Harlem World, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Wikipedia: What You Want (Mase song), Chartübersicht mit weiterführenden Quellen, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Official Charts Company: Mase ft Total – What You Want, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ Los Angeles Times, 15.11.1997: „Mase Is Looking for His Own Place in the 'World'“, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ MA$E Official Artist Channel: What You Want feat. Total, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ MusicBrainz: Stripped: Acoustic R&B, Track „What You Want (Stripped version)“, abgerufen am 19.09.2026.
- ↑ SongBPM: What You Want (Stripped Version), 94 BPM, abgerufen am 19.09.2026.
Weiterführende, nachprüfbare Ausgangspunkte:
- Wikipedia: What You Want (Mase song) – Überblick mit Diskografie-, Chart- und Literaturangaben.
- Wikipedia: Harlem World – Albumkontext.
- Wikipedia: Mase – Biografischer Kontext.
- Wikipedia: Curtis Mayfield – Kontext der Samplequelle.
- Sampling – musikalisches und urheberrechtliches Grundprinzip.
- Hip-Hop und R&B – stilistische Einordnung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer wird als Produzent der Aufnahme „What You Want“ geführt? (Nashiem Myrick) (!Joseph Kahn) (!Rob Harris) (!Herb Powers)
Welche Gruppe singt den markanten Hook der Aufnahme? (Total) (!TLC) (!En Vogue) (!SWV)
Welcher Curtis-Mayfield-Titel ist als Samplequelle belegt? (Right on for the Darkness) (!Move On Up) (!Superfly) (!Freddie's Dead)
In welchem ungefähren Tempobereich liegt die Aufnahme? (94 BPM) (!62 BPM) (!128 BPM) (!160 BPM)
Wer ist für die Scratches der Aufnahme kreditiert? (DJ I-Roc) (!DJ Premier) (!Jam Master Jay) (!Grandmaster Flash)
Welches Formprinzip prägt den Song besonders? (Wechsel von Rap-Strophen und gesungenem Hook) (!Durchkomponierte Opernform) (!Reines Gitarrensolo ohne Gesang) (!Nur instrumentale Strophen ohne Refrain)
Auf welchem Mase-Album erschien „What You Want“ 1997? (Harlem World) (!Welcome Back) (!Double Up) (!No Way Out)
Welche Instrumente beziehungsweise Klangquellen sind für die spätere Stripped Version ausdrücklich neu hervorgehoben? (Gitarre und Percussion) (!Kirchenorgel und Harfe) (!Streichquartett und Oboe) (!Tuba und Akkordeon)
Welchen höchsten Rang erreichte „What You Want“ in der US Billboard Hot 100? (Platz 6) (!Platz 1) (!Platz 24) (!Platz 50)
Wer führte beim offiziellen Musikvideo Regie? (Joseph Kahn) (!Spike Lee) (!Hype Williams) (!Michel Gondry)
Memory
| Nashiem Myrick | Produktion |
| Total | R&B-Hook |
| Curtis Mayfield | Samplequelle |
| DJ I-Roc | Scratches |
| Stephen Dent | Recording |
| Rich Travali | Mix |
| Joseph Kahn | Musikvideo-Regie |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion in der Aufnahme |
|---|---|
| Mase | Rap-Strophen |
| Total | Gesungener Hook |
| Nashiem Myrick | Produktion |
| DJ I-Roc | Scratches |
| Curtis Mayfield | Historische Samplequelle |
Kreuzworträtsel
| Mayfield | Wie lautet der Nachname des Musikers, dessen Soulaufnahme gesampelt wird? |
| Sampling | Wie heißt die Technik, vorhandenes Audiomaterial in einen neuen musikalischen Kontext zu überführen? |
| Myrick | Wie lautet der Nachname des Produzenten von What You Want? |
| Total | Welche R&B-Gruppe übernimmt den gesungenen Hook? |
| Harlem | Welcher New Yorker Stadtteil steht im Titel von Mases Debütalbum? |
| Scratches | Welche Turntable-Klänge werden DJ I-Roc zugeschrieben? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Höre die offizielle Albumfassung und markiere auf einer Zeitleiste nur die Wechsel zwischen Rap und Hook. Verwende keine Lyrics, sondern Formbegriffe.
- Samplevergleich: Höre nacheinander Curtis Mayfields „Right on for the Darkness“ und „What You Want“. Beschreibe drei hörbare Gemeinsamkeiten oder Umformungen mit musikalischem Fachvokabular.
- Groove klatschen: Stelle ein Metronom auf ungefähr 94 BPM und entwickle einen eigenen zweitaktigen Sprech- oder Klatschrhythmus, der bewusst Pausen enthält.
- Bildanalyse: Wähle drei Standbilder aus dem offiziellen Video und beschreibe Kleidung, Bildkomposition und Statussymbole, ohne Personen nach Aussehen zu bewerten.
Standard
- Formkarte: Erstelle eine grafische Songkarte mit Hook, Rap-Strophen und Übergängen. Ergänze Zeitangaben aus Deiner Hörfassung.
- Mixanalyse: Beschreibe für Stimme, Beat, Sample und Scratches jeweils Lautstärkeeindruck, Stereoraum und klangliche Funktion.
- Medienrechte: Vergleiche die Lizenz einer verwendeten Commons-Datei mit der Rechtslage des eingebetteten offiziellen YouTube-Videos. Erkläre, was Du jeweils weiterverwenden darfst.
- Versionsvergleich: Vergleiche Albumversion und Stripped Version. Erstelle eine Tabelle zu Tempo, Instrumentierung, Klangdichte, Vocal-Wirkung und Arrangement.
Schwer
- Analyseessay: Verfasse einen argumentativen Text darüber, wie die Verbindung von Soul-Sample, Rap und R&B-Hook den Crossover-Charakter der Aufnahme erzeugt. Belege jede Hauptaussage mit einem Hörbeispiel oder einer Quelle.
- Eigenes Score-Modell: Schreibe mit der Score-Extension vier Takte eines selbst erfundenen Rhythmus- oder Harmoniemodells bei 94 BPM. Verwende keine Originalmelodie und erkläre, welches Analyseprinzip Dein Modell verdeutlicht.
- Kontextprojekt: Untersuche anhand von drei zeitgenössischen Quellen, wie sich kommerzieller Hip-Hop 1997/1998 positionierte. Trenne zeitgenössische Aussagen von späteren Rückblicken.
- Eigenproduktion: Produziere einen 30- bis 60-sekündigen Hip-Hop/R&B-Entwurf mit selbst aufgenommenem oder eindeutig frei lizenziertem Ausgangsmaterial. Dokumentiere Quelle, Lizenz, Bearbeitungsschritte und Mixentscheidungen.


Lernkontrolle
- Sampling und Bedeutung: Erkläre, wie sich die kulturelle Bedeutung eines Soul-Klangelements verändern kann, wenn es in einen Hip-Hop-Beat übertragen wird. Beziehe Dich auf „What You Want“ und auf ein selbst gewähltes zweites Beispiel.
- Form und Wirkung: Begründe, warum ein wiederkehrender gesungener Hook in einer Rapaufnahme sowohl musikalische Orientierung als auch kommerzielle Zugänglichkeit fördern kann.
- Rhythmus und Flow: Entwickle zwei unterschiedliche Rap-Rhythmusmodelle bei 94 BPM und erläutere, wie Pausen und Mikrotiming die Wirkung verändern.
- Versionsvergleich: Leite aus dem Vergleich von Album- und Stripped-Fassung ab, welche Parameter eines Songs bei einem Remix gleich bleiben können und welche seine Wirkung stark verändern.
- Text und Rollenbild: Analysiere, wie materielle Großzügigkeit gleichzeitig als Zuneigung, Statussymbol und Machtressource gelesen werden kann. Formuliere mindestens zwei plausible Deutungen.
- Quellenkritik: Zwei Datenbanken nennen unterschiedliche Tonarten, aber dasselbe Tempo. Entwickle ein Verfahren, mit dem Du entscheidest, welche Aussagen Du in einer Analyse sicher übernehmen kannst.
- Urheberrecht und OER: Entwirf für einen schulischen Blogbeitrag eine Medienstrategie, die freie Bilder, kurze zulässige Zitate, eigene Notationsbeispiele und verlinkte beziehungsweise eingebettete Originalmedien sinnvoll trennt.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu „What You Want“ solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Fakten wiedergeben, sondern Hören, Quellen und Analyse miteinander verbinden kannst.
- Du ordnest die Aufnahme in den Hip-Hop-/R&B-Kontext von 1997/1998 ein.
- Du benennst Produzent, Feature-Gesang, Scratches und die belegte Samplequelle korrekt.
- Du erläuterst mindestens drei aufnahmespezifische Besonderheiten mit überprüfbaren Belegen.
- Du analysierst Tempo, Rhythmus, Flow, Harmonik, Instrumentierung, Klangfarbe, Arrangement und Songform.
- Du erklärst die Funktion des Curtis-Mayfield-Samples, ohne geschütztes Material unzulässig zu vervielfältigen.
- Du erschließt die zentralen Textthemen sinngemäß und arbeitest mit höchstens kurzen Zitaten.
- Du vergleichst mindestens zwei Fassungen anhand konkreter hörbarer Parameter.
- Du unterscheidest freie Commons-Medien von lediglich eingebetteten, urheberrechtlich geschützten Plattformmedien.
- Du belegst Deine Aussagen mit nachvollziehbaren Quellen und kennzeichnest Unsicherheiten oder widersprüchliche Metadaten.
- Du kannst ein eigenes kurzes Score- oder Rhythmusmodell entwickeln, das ein Analyseprinzip erklärt, ohne die Originalmelodie zu kopieren.
OERs zum Thema
Zum Song existiert ein englischsprachiger Wikipedia-Artikel mit weiterführenden Einzelnachweisen:
Die in diesem aiMOOC verwendeten Commons-Bilder sind je nach Datei CC0 oder unter einer Creative-Commons-Lizenz verfügbar. Die eingebetteten Originalaufnahmen auf YouTube sind dagegen keine frei lizenzierten OER-Audiodateien und dürfen nicht einfach kopiert oder neu hochgeladen werden.
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