Manuelle Metallbearbeitung – Einen Rohling zweckmäßig vorbereiten
Manuelle Metallbearbeitung – Einen Rohling zweckmäßig vorbereiten
Zielgruppe: Ausbildung in Metallberufen
Kurzbeschreibung: Werkstoff, Aufmaß und Ausgangszustand eines Rohlings beurteilen und eine zweckmäßige Vorbereitung planen.
Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs vermittelt Fachwissen, Planung und digitale Entscheidungssimulationen. Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht bzw. Freigabe durchgeführt werden. Betriebsanweisungen, Herstellerangaben und betriebliche PSA-Festlegungen haben Vorrang. Der Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.

Einleitung
Ein Rohling ist ein Werkstück, das bereits vorbereitet wurde und für weitere Fertigungsschritte vorgesehen ist. Häufig entsteht er aus einem Halbzeug. Vor der manuellen Bearbeitung musst Du drei Fragen klären:
- Werkstoff: Ist das Material eindeutig zugeordnet?
- Aufmaß: Reicht die vorgesehene Materialreserve für die weitere Bearbeitung?
- Ausgangszustand: Ist der Rohling hinsichtlich Maß, Form, Oberfläche und Beschädigungen geeignet?
Der Kurs folgt einem konkreten Ausbildungsfall. Du entscheidest zunächst digital und begründest Deine Entscheidungen. Erst eine betriebliche Unterweisung kann daraus einen praktischen Arbeitsauftrag machen.
Ausbildungsfall: Anschlagstück aus Flachstahl
Du erhältst den Auftrag, die Vorbereitung eines Anschlagstücks zu planen.
| Merkmal | Vorgabe |
|---|---|
| Werkstoff | S235JR laut Zeichnung und Lagerkennzeichnung |
| Halbzeug | Flachstahl 30 × 8 mm |
| Fertigmaß Länge | 60 mm |
| Bearbeitungszugabe | Für diesen Ausbildungsauftrag insgesamt +3 mm in Längsrichtung |
| Geplanter Rohling | 63 mm Länge |
| Ausgangszustand | Sägeraue Stirnseite, möglicher Grat, walztypische Oberfläche |
Wichtig: Die Zugabe von 3 mm ist nur eine Vorgabe dieses Ausbildungsfalls. Bearbeitungszugaben sind auftrags-, werkstoff- und verfahrensabhängig und dürfen nicht als allgemeiner Standardwert übernommen werden.
Kurze Lerneinheiten
Lerneinheit 1: Werkstoff eindeutig zuordnen

Merksatz: Aussehen allein ist kein sicherer Werkstoffnachweis.
Prüfe in der Planung:
- Zeichnung oder Arbeitsunterlage
- Lagerkennzeichnung und Rückverfolgbarkeit
- Abmessung und Halbzeugform
- Übereinstimmung von Auftrag und Material
Ist die Werkstoffidentität nicht gesichert, lautet die richtige Entscheidung: nicht raten, sondern klären.
Mini-Auftrag: Ein Rohling hat genau die richtige Größe, aber keine eindeutige Werkstoffkennzeichnung. Entscheide, ob Du ihn freigeben würdest, und begründe.
Hilfe 1
Trenne die Frage „Passt das Maß?“ von der Frage „Ist der Werkstoff sicher identifiziert?“
Begründetes Feedback
Nicht freigeben. Ein passendes Maß ersetzt keinen gesicherten Werkstoffnachweis. Eine falsche Werkstoffzuordnung kann die Bearbeitung, Bauteileigenschaften und Sicherheit beeinflussen.
Lerneinheit 2: Aufmaß verstehen
Aufmaß bzw. Bearbeitungszugabe ist eine bewusst vorgesehene Materialreserve für nachfolgende Bearbeitungsschritte.
Für den Ausbildungsfall gilt:
Rohmaß = Fertigmaß + vorgegebene Bearbeitungszugabe
60 mm + 3 mm = 63 mm

Beobachtungsauftrag: Welche Bereiche eines Messschiebers dienen dem Außenmessen? Übertrage die Antwort anschließend auf die Prüfung eines Rohmaßes.

Ablaufanimation: Beobachte das Zusammenwirken von Hauptskala und Nonius. Die Animation dient dem Verständnis des Ableseprinzips.

Merksatz: Zu wenig Materialreserve kann nicht durch weiteres Abtragen ausgeglichen werden. Zu viel Aufmaß erhöht dagegen Bearbeitungszeit und Materialverlust.
Lerneinheit 3: Ausgangszustand beurteilen
Vor der weiteren Bearbeitung wird der vorhandene Zustand bewertet. Relevant sind insbesondere:
- Maßreserve und Geometrie
- Geradheit, Ebenheit und erkennbare Verformung
- Grat und scharfe Kanten
- Korrosion, Zunder, Verschmutzung und Oberflächenfehler
- Beschädigungen an bereits bearbeiteten Flächen
Entscheidungsregel: Ein auffälliger Zustand wird nicht „weginterpretiert“. Er wird dokumentiert und entsprechend betrieblicher Vorgaben bewertet.
Lerneinheit 4: Prüf- und Handwerkzeuge erkennen

Anschlagwinkel: dient zur Kontrolle von Winkligkeit und als Hilfsmittel bei der Beurteilung von Bezugsflächen.

Handbügelsäge: dient zum manuellen Trennen. Vor einer betrieblich freigegebenen Nutzung sind unter anderem Werkzeugzustand, Eignung des Sägeblatts und sichere Werkstückspannung zu prüfen.
Videoauftrag: Beobachte nur den Arbeitsablauf und notiere, welche Entscheidungen vor dem eigentlichen Trennen getroffen werden müssen. Das Video ersetzt keine Unterweisung.

Feile: dient unter anderem zum maßbezogenen Bearbeiten und Entgraten. Beschädigte oder unsicher befestigte Werkzeuggriffe sind ein Ausschlusskriterium für die Benutzung.
Videoauftrag: Ordne die gezeigten Tätigkeiten den Phasen Vorbereiten, Bearbeiten und Prüfen zu.
Vergleichsauftrag: Vergleiche die Darstellung mit den betrieblichen Vorgaben Deiner Ausbildungsstätte. Bei Abweichungen gelten die betrieblichen Unterweisungen.

Schraubstock: Spannmittel für viele manuelle Bearbeitungen. Auswahl und Einspannung müssen zum Werkstück, zur Bearbeitung und zum Oberflächenschutz passen.

Körner: kann bei Anreiß- und Markierarbeiten eingesetzt werden. Schlagwerkzeuge und Körner werden nur im Rahmen einer betrieblich unterwiesenen Tätigkeit verwendet.

Ablaufanimation: Die Animation zeigt das Funktionsprinzip eines automatischen Körners. Sie ist eine technische Visualisierung und keine Handlungsfreigabe.
Lerneinheit 5: Zweckmäßige Reihenfolge planen
| Planungsphase | Leitfrage |
|---|---|
| Auftrag verstehen | Was soll am Ende erreicht werden? |
| Werkstoff klären | Ist das Material eindeutig zugeordnet? |
| Rohmaß prüfen | Ist die vorgegebene Bearbeitungszugabe vorhanden? |
| Ausgangszustand bewerten | Gibt es Verformung, Grat, Korrosion oder Schäden? |
| Bezugsflächen festlegen | Von welcher geeigneten Fläche wird geprüft und angezeichnet? |
| Werkzeuge und Spannen planen | Was ist für Werkstoff, Werkstück und Verfahren vorgesehen? |
| Bearbeitung nur nach Freigabe | Liegen Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und Aufsicht vor? |
| Zwischenprüfung | Stimmen Maß, Form und Zustand mit dem Arbeitsplan überein? |
Sichere Fertigungssimulationen
Alle folgenden Simulationen finden ohne reale Werkzeugbenutzung statt. Nutze Bildschirm, Karten oder Papiermodelle.
Simulation 1: Rohling auswählen
Vier digitale Rohlinge stehen zur Auswahl:
| Rohling | Information |
|---|---|
| A | S235JR eindeutig gekennzeichnet, Länge 63 mm, gerade, leichter Grat erkennbar |
| B | Länge 63 mm, Werkstoffkennzeichnung fehlt |
| C | S235JR eindeutig gekennzeichnet, Länge 59 mm |
| D | S235JR eindeutig gekennzeichnet, Länge 80 mm, deutlich verformt |
Arbeitsauftrag: Wähle den Rohling, der für den Ausbildungsfall am sinnvollsten weiter geprüft werden sollte. Begründe mit Werkstoff, Aufmaß und Ausgangszustand.
Hilfe 1 – Werkstoff
Streiche zuerst alle Optionen, deren Materialidentität nicht gesichert ist.
Hilfe 2 – Aufmaß
Vergleiche anschließend 60 mm Fertigmaß mit der für diesen Auftrag vorgegebenen Zugabe von 3 mm.
Hilfe 3 – Zustand
Bewerte zum Schluss, ob erkennbare Schäden oder Verformungen die Eignung grundsätzlich infrage stellen.
Begründetes Feedback
Rohling A ist die beste Ausgangswahl für die weitere Prüfung: Werkstoffidentität und vorgesehenes Rohmaß passen. Der erkennbare Grat muss im betrieblich festgelegten Ablauf berücksichtigt werden. B scheidet wegen ungeklärter Materialidentität aus, C wegen fehlender Längenreserve. D hat unnötig große Materialreserve und eine auffällige Verformung.
Simulation 2: Ablaufkarten sortieren
Arbeitsauftrag: Bringe diese Karten auf Bildschirm oder Papier in eine fachlich sinnvolle Reihenfolge: Auftrag prüfen – Werkstoff zuordnen – Rohmaß prüfen – Ausgangszustand bewerten – Bezugsflächen planen – Werkzeug und Spannen planen – Freigabestatus klären – Bearbeitung – Zwischenprüfung – Dokumentation.
Hilfe
Alles, was eine falsche Material- oder Rohlingwahl verhindern kann, gehört vor die eigentliche Bearbeitung.
Begründetes Feedback
Die Bearbeitung steht erst nach Auftrags-, Material-, Maß-, Zustands- und Sicherheitsklärung. So werden Fehler möglichst früh erkannt, bevor Zeit oder Material verbraucht werden.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgabe
Auftrag: Das Fertigmaß beträgt 60 mm. Im Arbeitsplan sind für diesen Auftrag insgesamt 3 mm Bearbeitungszugabe vorgegeben. Bestimme das Rohmaß.
Hilfe
Addiere die ausdrücklich vorgegebene Zugabe zum Fertigmaß.
Begründetes Feedback
Das Rohmaß beträgt 63 mm. Begründung: 60 mm + 3 mm = 63 mm. Der Wert 3 mm ist keine allgemeine Regel, sondern Bestandteil dieses Arbeitsplans.
Anwendungsaufgabe
Auftrag: Ein gekennzeichneter S235JR-Rohling ist 63 mm lang, weist aber eine deutlich beschädigte Bezugskante auf. Entscheide, welche Information Du vor einer Freigabe zusätzlich benötigst.
Hilfe
Frage Dich, ob eine korrekte Länge allein genügt, wenn die spätere Prüfung auf einer ungeeigneten Bezugsfläche aufbauen würde.
Begründetes Feedback
Du musst klären, ob eine andere geeignete Bezugsfläche vorgesehen werden kann oder ob der Rohling nach betrieblichen Qualitätsvorgaben auszusondern ist. Eine korrekte Länge kompensiert keine ungeklärte Referenz- oder Oberflächenproblematik.
Transferaufgabe
Auftrag: Ein anderer Ausbildungsauftrag verwendet einen anderen Werkstoff und eine andere Endgeometrie. Entwickle einen Entscheidungsplan, ohne die 3-mm-Zugabe des ersten Falls zu übernehmen.
Hilfe
Beginne nicht mit einem Zahlenwert. Beginne mit Zeichnung, Arbeitsplan, Werkstoff, Bearbeitungsfolge und geforderter Qualität.
Begründetes Feedback
Ein guter Transfer trennt allgemeine Prinzipien von auftragsspezifischen Zahlen. Allgemein bleiben Werkstoffzuordnung, geeignete Materialreserve, Zustandsprüfung und Freigabeklärung. Die konkrete Zugabe wird aus Arbeitsunterlagen und Verfahren abgeleitet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet einen Rohling am treffendsten? (Ein vorbereitetes Werkstück für weitere Fertigungsschritte) (!Ein vollständig montiertes Endprodukt) (!Ein beliebiges Werkzeug aus Metall) (!Ein ausschließlich gegossenes Bauteil)
Wie wird eine unsichere Werkstoffidentität behandelt? (Die Identität wird vor der Bearbeitung geklärt) (!Der Werkstoff wird nach der Farbe geschätzt) (!Das Maß ersetzt die Werkstoffprüfung) (!Der Werkstoff wird unabhängig vom Auftrag verwendet)
Was beschreibt das Aufmaß im Ausbildungsfall? (Eine vorgesehene Materialreserve für weitere Bearbeitung) (!Die maximale Länge des Schraubstocks) (!Die Härte des Werkzeugs) (!Die Anzahl der Arbeitsschritte)
Wie ist die Bearbeitungszugabe grundsätzlich festzulegen? (Auftrags- und verfahrensbezogen nach Arbeitsunterlagen) (!Immer mit demselben festen Wert) (!Ausschließlich nach Augenmaß) (!Erst nach Fertigstellung des Bauteils)
Was gehört zur Beurteilung des Ausgangszustands? (Maß Form Oberfläche und erkennbare Beschädigungen) (!Nur die Farbe des Werkstücks) (!Nur der spätere Verkaufspreis) (!Nur die Werkzeugmarke)
Warum ist ein zu kurzer Rohling problematisch? (Fehlende Materialreserve kann durch Abtragen nicht ergänzt werden) (!Er lässt sich immer ohne Prüfung verlängern) (!Die Werkstoffidentität wird dadurch sicherer) (!Die Oberfläche wird dadurch automatisch besser)
Was ist vor einer freigegebenen Arbeit mit der Handbügelsäge wesentlich? (Werkzeugzustand und sichere Werkstückspannung prüfen) (!Das Werkstück nur mit einer Hand festhalten) (!Ein stumpfes Sägeblatt weiterverwenden) (!Die Werkstoffart ignorieren)
Welche Aussage zur Feile ist sicherheitsgerecht? (Der Werkzeugzustand einschließlich Griff muss geprüft werden) (!Ein lockerer Griff ist für kurze Arbeiten ausreichend) (!Beschädigte Feilen sind grundsätzlich weiterzuverwenden) (!Die Werkzeugwahl ist vom Werkstoff unabhängig)
Was ist bei einer beschädigten Bezugskante zu tun? (Die Eignung der Bezugskante oder eine Alternative wird geklärt) (!Die Beschädigung wird grundsätzlich ignoriert) (!Das Fertigmaß wird ohne Prüfung verändert) (!Der Werkstoff wird neu benannt)
Welche Freigabe erteilt dieser Kurs für Werkstattarbeiten? (Keine Arbeitsfreigabe) (!Eine allgemeine Freigabe für alle Handwerkzeuge) (!Eine Freigabe ohne Gefährdungsbeurteilung) (!Eine Freigabe ohne zuständige Aufsicht)
Memory
| Rohling | Weiterzubearbeitendes Werkstück |
| Halbzeug | Vorgeformtes Ausgangsmaterial |
| Aufmaß | Materialreserve |
| Fertigmaß | Gefordertes Endmaß |
| Ausgangszustand | Zustand vor weiterer Bearbeitung |
| Werkstoffnachweis | Gesicherte Materialzuordnung |
| Anschlagwinkel | Kontrolle der Winkligkeit |
| Schraubstock | Spannmittel für Werkstücke |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Werkstoffkennzeichnung | Materialidentität |
| Messschieber | Rohmaß |
| Anschlagwinkel | Winkligkeit |
| Handbügelsäge | Trennen |
| Feile | Entgraten |
Kreuzworträtsel
| Rohling | Wie heißt ein für weitere Fertigungsschritte vorbereitetes Werkstück? |
| Aufmaß | Wie heißt die vorgesehene Materialreserve? |
| Halbzeug | Wie heißt vorgeformtes Vormaterial für weitere Fertigung? |
| Messschieber | Welches Messmittel kann Außenmaße eines Rohlings prüfen? |
| Schraubstock | Welches Spannmittel wird bei vielen manuellen Arbeiten verwendet? |
| Feile | Welches Handwerkzeug trägt bei manueller Bearbeitung Material ab? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkstoffkennzeichnung: Erstelle eine digitale Checkkarte mit drei Informationsquellen, über die Du die Werkstoffidentität absichern würdest.
- Aufmaß: Zeichne Fertigmaß und vorgegebene Bearbeitungszugabe für den Ausbildungsfall maßstäblich als einfache Skizze.
- Ausgangszustand: Erstelle aus Fotos oder selbst gezeichneten Symbolen eine Bildkarte zu Grat, Korrosion, Verformung und sauberer Bezugsfläche.
- Werkzeugkunde: Ordne die im Kurs gezeigten Medien den Funktionen Messen, Prüfen, Spannen, Trennen, Abtragen und Markieren zu.
Standard
- Rohlingauswahl: Entwirf vier digitale Rohlingkarten, von denen nur eine in Werkstoff, Aufmaß und Ausgangszustand plausibel ist. Begründe die Lösung.
- Prüfplan: Erstelle für den Ausbildungsfall eine einseitige Reihenfolge aus Auftrag, Material, Maß, Zustand, Freigabestatus und Dokumentation.
- Qualitätssicherung: Beschreibe, warum eine korrekte Länge allein noch keinen geeigneten Rohling garantiert.
- Medienanalyse: Vergleiche zwei Kursmedien daraufhin, welche fachliche Entscheidung sie veranschaulichen und welche praktische Unterweisung sie nicht ersetzen.
Schwer
- Transferplanung: Übertrage das Entscheidungsmodell auf einen anderen metallischen Werkstoff, ohne Bearbeitungswerte zu erfinden. Nenne, welche Unterlagen Du zusätzlich brauchst.
- Materialeffizienz: Entwickle eine Strategie, wie ausreichende Bearbeitungsreserve und geringer Materialverlust gegeneinander abgewogen werden können.
- Fertigungssimulation: Gestalte eine sichere digitale Entscheidungssimulation mit mindestens drei Fehlentscheidungen und jeweils begründetem Feedback.
- Gefährdungsbeurteilung: Analysiere einen fiktiven Arbeitsauftrag und markiere die Stellen, an denen betriebliche Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung oder Aufsicht erforderlich sind. Praktische Ausführung ist nicht Teil dieser Aufgabe.


Lernkontrolle
- Rohlingbewertung: Ein Rohling besitzt das richtige Maß, aber keine sichere Materialkennzeichnung. Begründe eine fachlich und organisatorisch angemessene Entscheidung.
- Aufmaß und Wirtschaftlichkeit: Erkläre den Zielkonflikt zwischen zu kleiner und zu großer Materialreserve und leite Kriterien für eine zweckmäßige Auswahl ab.
- Bezugsflächen: Erkläre, warum eine beschädigte Bezugskante spätere Mess- und Anreißergebnisse beeinflussen kann.
- Werkstoffwechsel: Beschreibe, welche Teile des Planungsablaufs bei einem anderen Werkstoff gleich bleiben und welche neu geprüft werden müssen.
- Qualität und Sicherheit: Entwickle zwei Stop-Kriterien, bei denen ein Auszubildender nicht selbstständig weiterarbeitet, sondern die zuständige Person einbezieht.
- Prozessverbesserung: Vergleiche die Folgen eines früh erkannten Materialfehlers mit denen eines erst nach mehreren Bearbeitungsschritten erkannten Fehlers.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- Werkstoff, Halbzeug und Rohling fachlich unterscheiden kannst.
- eine vorgegebene Bearbeitungszugabe korrekt auf ein Fertigmaß beziehen kannst.
- den Ausgangszustand systematisch nach Maß, Form, Oberfläche und Beschädigungen beurteilst.
- geeignete Mess-, Prüf-, Spann- und Handwerkzeuge funktional zuordnen kannst.
- ungeklärte Werkstoff- oder Qualitätsfragen als Stop- und Klärpunkt erkennst.
- einen zweckmäßigen Ablauf von der Auftragsprüfung bis zur dokumentierten Zwischenprüfung begründen kannst.
- die Grenzen des Kurses kennst und praktische Arbeiten nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und zuständiger Aufsicht durchführst.
Fachliche Quellen und Medienrechte
Stand der Prüfung: 4. Oktober 2026.
Fachliche Grundlage:
- BGHM – Arbeiten mit Handbügelsägen: Werkzeug- und Sägeblattauswahl, Sichtprüfung, Einspannen und sichere Verwendung.
- BGHM – Arbeiten mit Handwerkzeugen: Prüfung, bestimmungsgemäßer Einsatz und Werkzeugzustand.
- DGUV Information 209-001 – Mensch und Arbeitsplatz: Arbeiten mit Handwerkzeugen, Ausgabe 09/2024.
- Metallbauer-Ausbildungsverordnung: Prüfen und Messen sowie manuelles Spanen als Ausbildungsinhalte.
- Ausbildungsrahmenplan Metall- und Glockengießer: Anreißen nach vorgegebenen Maßen und Bearbeitungszugaben sowie manuelles Spanen.
- Wikipedia – Halbzeug und Wikipedia – Werkstück: begriffliche Einordnung von Halbzeug, Werkstück und Rohling.
Wikimedia-Commons-Medien:
- Assorted bar stock.jpg – Alister 77 – Public Domain.
- Vernier caliper.svg – Joaquim Alves Gaspar u. a. – unter anderem CC BY-SA 3.0 / CC BY 2.5.
- Vernier-anim-03nov2008.gif – Xofc – Public Domain.
- Using the caliper new.gif – Joaquim Alves Gaspar – GFDL / CC BY 2.5.
- Engineer's Square.jpg – Luke Milburn – CC BY 2.0.
- Tool-hacksaw.jpg – Evan-Amos – Public Domain.
- Hand File.jpg – Luke Milburn – CC BY 2.0.
- Tornillo banco.png – MdeVicente – CC0 1.0.
- Centre Punch.jpg – Luke Milburn – CC BY 2.0.
- Automatic center punch operation animation.gif – Pietruchass – CC BY-SA 3.0.
YouTube-Medien:
- Lernvideo Metallbearbeitung Teil 2: Sägen
- Feilen lernen – Videoprojekt einer überbetrieblichen Ausbildungswerkstatt
- Lernvideo Metallbearbeitung Teil 3: Feilen
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