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Magnetismus - Physik

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Magnetismus - Physik




Magnetismus - Physik


Einleitung

Magnetismus begegnet Dir an Kühlschrankmagneten, Lautsprechern, Elektromotoren und am Kompass. Hinter diesen Beispielen steckt ein Magnetfeld. Es kann Kräfte ausüben, obwohl man es nicht direkt sieht. Magnetismus und Elektrizität gehören zusammen und bilden den Elektromagnetismus.

Das Bild zeigt Eisenfeilspäne über einem Stabmagneten. Die Späne richten sich im Magnetfeld aus und machen dessen Form sichtbar.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie sich Magnetpole verhalten, wie Feldlinien gelesen werden und warum nur bestimmte Stoffe stark magnetisch sind. Du kannst einen einfachen Elektromagneten beschreiben, den Kompass mit dem Erdmagnetfeld verbinden und Anwendungen aus Alltag und Technik untersuchen.


Grundlagen des Magnetismus


Magnet und Magnetpole

Ein Magnet besitzt mindestens einen Nordpol und einen Südpol. Die magnetische Wirkung ist an den Polen meist besonders stark.

  1. Gleichnamige Pole stoßen sich ab: Nordpol und Nordpol oder Südpol und Südpol.
  2. Ungleichnamige Pole ziehen sich an: Nordpol und Südpol.
  3. Wird ein Stabmagnet geteilt, entstehen kleinere Magnete mit jeweils zwei Polen.
  4. Ein einzelner magnetischer Pol wurde bei gewöhnlichen Magneten nicht beobachtet.

Die Pfeile zeigen den Verlauf des Feldes um einen idealisierten Stabmagneten.


Das Magnetfeld und seine Feldlinien

Ein Magnetfeld ist der Raum, in dem magnetische Wirkungen auftreten. Feldlinien sind ein Modell, mit dem Richtung und Stärke des Feldes dargestellt werden.

  1. Außerhalb eines Magneten verlaufen Feldlinien vom Nordpol zum Südpol.
  2. Im Inneren schließen sie sich wieder zum Nordpol. Magnetische Feldlinien bilden geschlossene Kurven.
  3. Eine Kompassnadel richtet sich an ihrem Ort tangential zur Feldlinie aus.
  4. Dicht gezeichnete Feldlinien stehen für ein starkes Feld.
  5. Feldlinien können sich nicht schneiden, weil das Feld an jedem Ort nur eine Richtung besitzt.

Eisenfeilspäne und kleine Kompasse helfen, ein Magnetfeld zu untersuchen. Die sichtbaren Spuren sind jedoch nicht die Feldlinien selbst, sondern eine Darstellung ihrer Richtung.


Magnetische Stoffe

Nicht jedes Metall wird stark von einem Magneten angezogen. Ferromagnetische Stoffe wie Eisen, Kobalt, Nickel und viele ihrer Legierungen können stark magnetisiert werden. Kupfer und Aluminium zeigen im Schulversuch keine vergleichbar starke Anziehung.

In einem ferromagnetischen Stoff gibt es kleine Bereiche mit geordneter Magnetisierung. Sie heißen magnetische Domänen oder Weiß-Bezirke. Sind viele Domänen ähnlich ausgerichtet, wirkt der Körper nach außen magnetisch. Wärme, starke Erschütterungen oder ein geeignetes Gegenfeld können diese Ordnung schwächen.

Die Grafik veranschaulicht, wie die Ausrichtung magnetischer Bereiche die Magnetisierung eines Körpers bestimmt.


Elektrischer Strom und Magnetismus


Magnetfeld eines stromdurchflossenen Leiters

Fließt elektrischer Strom durch einen Leiter, entsteht um ihn ein Magnetfeld. Bei einem geraden Draht verlaufen die Feldlinien kreisförmig um den Leiter. Mit der Rechte-Hand-Regel bestimmst Du die Richtung: Der Daumen zeigt in die technische Stromrichtung, die gekrümmten Finger zeigen die Feldrichtung.

Wird der Draht zu einer Spule gewickelt, überlagern sich die Magnetfelder der einzelnen Windungen. Das Feld ähnelt dann dem eines Stabmagneten.


Elektromagnet

Ein Elektromagnet besteht meist aus einer Spule und einem Kern aus ferromagnetischem Material. Er wirkt magnetisch, solange Strom fließt. Seine Stärke nimmt im einfachen Schulmodell zu, wenn die Stromstärke oder die Windungszahl größer wird. Ein Eisenkern verstärkt die Wirkung zusätzlich.

Elektromagnete lassen sich ein- und ausschalten. Deshalb werden sie unter anderem in Relais, Schrottkränen, Klingeln und Motoren eingesetzt.


Elektromagnetische Induktion

Ändert sich das Magnetfeld in einer Spule, kann eine elektrische Spannung entstehen. Dieser Vorgang heißt elektromagnetische Induktion. Sie ist die Grundlage von Generator, Transformator, Induktionskochfeld und vielen Ladesystemen.

Entscheidend ist nicht nur ein Magnet, sondern die Änderung des magnetischen Flusses. Wird ein Magnet schneller in eine Spule hinein- oder herausbewegt, ist die gemessene Induktionsspannung meist größer.


Erdmagnetfeld und Kompass

Die Erde besitzt ein großräumiges Erdmagnetfeld. Es entsteht hauptsächlich durch Bewegungen elektrisch leitfähiger, flüssiger Materie im äußeren Erdkern. Eine frei bewegliche Magnetnadel richtet sich nach dem Feld aus. Der magnetische und der geografische Nordpol liegen nicht genau am selben Ort.

Ein Kompass zeigt deshalb näherungsweise nach Norden. In der Nähe von Magneten, Stahlteilen oder stromführenden Leitungen kann seine Anzeige gestört werden.


Anwendungen im Alltag

Magnetismus wird genutzt, um Kräfte zu übertragen, Bewegungen zu erzeugen, elektrische Energie zu gewinnen oder Informationen zu speichern.

  1. Elektromotor: Strom und Magnetfeld erzeugen eine Drehbewegung.
  2. Generator: Bewegung und Magnetfeld erzeugen durch Induktion eine Spannung.
  3. Lautsprecher: Eine stromdurchflossene Spule bewegt sich im Feld eines Dauermagneten.
  4. Relais: Ein Elektromagnet betätigt einen elektrischen Schalter.
  5. Magnetresonanztomographie: Starke Magnetfelder helfen, Bilder aus dem Körperinneren zu erzeugen.
  6. Magnetspeicher: Magnetisierte Bereiche speichern Informationen.

Die Skizze zeigt Magnet und Schwingspule eines Lautsprechers. Ein wechselnder Strom bewegt die Spule und damit die Membran.


Experimente für die Schule


Versuch: Welche Stoffe sind magnetisch?

Lege Gegenstände aus Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium, Holz und Kunststoff bereit. Prüfe sie mit einem Schulmagneten. Notiere Material, Beobachtung und mögliche Erklärung. Formuliere anschließend die Regel: Nicht alle Metalle sind ferromagnetisch.


Versuch: Feldlinien mit einem Kompass kartieren

Lege einen Stabmagneten unter ein Blatt Papier. Setze einen kleinen Kompass an verschiedene Stellen und markiere jeweils die Richtung der Nadel. Verbinde die Markierungen vorsichtig zu Feldlinien. Vergleiche Deine Zeichnung mit dem Eisenfeilspänebild.


Versuch: Einfacher Elektromagnet

Wickle isolierten Kupferdraht mehrfach um einen Eisennagel. Verbinde die Drahtenden nur kurz mit einer geeigneten Batterie und prüfe, wie viele Büroklammern angehoben werden. Vergleiche verschiedene Windungszahlen.

Sicherheit: Verwende niemals Netzspannung. Vermeide einen Kurzschluss und trenne die Batterie sofort, wenn Draht oder Batterie warm werden. Führe den Versuch unter Aufsicht durch.


Mathematische Vertiefung

Die magnetische Flussdichte wird mit B bezeichnet und in Tesla gemessen. Für eine lange Spule gilt näherungsweise:

Bμ0μrNlI

Dabei ist N die Windungszahl, l die Spulenlänge, I die Stromstärke und μr eine Materialeigenschaft des Kerns.

Auf eine bewegte Ladung im Magnetfeld wirkt die Lorentzkraft:

FL=q(v×B)

Sie steht senkrecht zur Bewegungsrichtung der Ladung und zur Richtung des Magnetfeldes.


Zusammenfassung

Magnete besitzen Nord- und Südpol. Gleichnamige Pole stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen sich an. Magnetfelder werden mit geschlossenen Feldlinien dargestellt. Elektrischer Strom erzeugt ein Magnetfeld, während eine Änderung des magnetischen Flusses eine Spannung induzieren kann. Diese Zusammenhänge erklären Kompass, Elektromagnet, Motor, Generator und Lautsprecher.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie verhalten sich zwei gleichnamige Magnetpole? (Sie stoßen sich ab) (!Sie ziehen sich an) (!Sie verlieren sofort ihre Wirkung) (!Sie erzeugen nur Wärme)




In welche Richtung verlaufen Feldlinien außerhalb eines Magneten? (Vom Nordpol zum Südpol) (!Vom Südpol zum Nordpol) (!Nur senkrecht nach oben) (!Ohne feste Richtung)




Was erzeugt ein elektrischer Strom um einen Leiter? (Ein Magnetfeld) (!Ein Vakuum) (!Eine Gewichtskraft) (!Eine chemische Flamme)




Welcher Stoff ist typischerweise ferromagnetisch? (Eisen) (!Kupfer) (!Glas) (!Holz)




In welcher Einheit wird die magnetische Flussdichte gemessen? (Tesla) (!Volt) (!Watt) (!Ohm)




Welches Bauteil gehört zu einem einfachen Elektromagneten? (Eine stromdurchflossene Spule) (!Eine Glasscheibe) (!Ein Gummiband) (!Eine Holzfeder)




Warum richtet sich eine Kompassnadel aus? (Sie reagiert auf das Erdmagnetfeld) (!Sie folgt dem Sonnenlicht) (!Sie wird von Wolken gedreht) (!Sie zeigt immer zur nächsten Stadt)




Was entsteht beim Teilen eines Stabmagneten? (Zwei kleinere Magnete mit je zwei Polen) (!Ein einzelner Nordpol und ein einzelner Südpol) (!Zwei unmagnetische Metallstücke) (!Ein elektrischer Stromkreis)




Wie kann ein Elektromagnet im Schulversuch stärker werden? (Durch mehr Windungen der Spule) (!Durch einen längeren Kunststoffgriff) (!Durch Ausschalten des Stroms) (!Durch Entfernen jedes Leiters)




Wann kann in einer Spule eine Induktionsspannung entstehen? (Bei einer Änderung des magnetischen Flusses) (!Bei dauerhaft unverändertem Magnetfeld ohne Bewegung) (!Nur beim Abkühlen von Wasser) (!Nur bei völliger Dunkelheit)





Memory

Nordpol Feldlinien treten außen aus
Südpol Feldlinien treten außen ein
Ferromagnetismus starke Magnetisierbarkeit
Kompass Ausrichtung im Erdmagnetfeld
Elektromagnet Magnetwirkung durch elektrischen Strom
Tesla Einheit der magnetischen Flussdichte
Spule Verstärkung des Strommagnetfeldes
Induktion Spannung durch Feldänderung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ungleichnamige Pole Anziehung
Gleichnamige Pole Abstoßung
Strom einschalten Elektromagnet wirkt
Stromrichtung umkehren Spulenpole wechseln
Magnet in Spule bewegen Induktionsspannung entsteht




...


Kreuzworträtsel

Magnetfeld Wie heißt der Raum mit magnetischer Wirkung?
Kompass Welches Gerät richtet seine Nadel am Erdmagnetfeld aus?
Tesla Wie heißt die Einheit der magnetischen Flussdichte?
Spule Wie heißt ein mehrfach gewickelter elektrischer Leiter?
Eisen Welches Metall ist typischerweise ferromagnetisch?
Induktion Wie heißt die Spannungserzeugung durch eine Änderung des magnetischen Flusses?





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Lückentext

Vervollständige den Text.
Jeder gewöhnliche Magnet besitzt einen Nordpol und einen

. Gleichnamige Pole

sich ab. Ungleichnamige Pole

sich an. Der Raum magnetischer Wirkungen heißt

. Außerhalb des Magneten verlaufen Feldlinien vom Nordpol zum

. Stark magnetisierbare Stoffe nennt man

. Ein elektrischer Strom erzeugt um einen Leiter ein

. Eine stromdurchflossene Spule mit Eisenkern kann als

wirken. Eine Kompassnadel richtet sich am

aus. Eine Änderung des magnetischen Flusses kann eine Spannung durch

erzeugen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Magnetische Gegenstände: Suche zehn Gegenstände im Klassenraum und vermute, welche von einem Magneten angezogen werden. Prüfe Deine Vermutung und dokumentiere das Ergebnis.
  2. Magnetpole: Zeichne zwei Situationen für Anziehung und zwei für Abstoßung. Beschrifte alle Pole.
  3. Feldlinienbild: Gestalte ein Plakat, das den Unterschied zwischen einem echten Magnetfeld und dem Feldlinienmodell erklärt.
  4. Magnetismus im Alltag: Fotografiere oder zeichne vier Anwendungen von Magneten und beschreibe jeweils ihre Aufgabe.


Standard

  1. Kompassversuch: Baue einen einfachen schwimmenden Kompass aus einer magnetisierten Nadel und erkläre seine Ausrichtung.
  2. Elektromagnet: Untersuche, wie die Windungszahl die Zahl angehobener Büroklammern beeinflusst. Stelle die Messwerte in einem Diagramm dar.
  3. Forschungsinterview: Befrage eine Fachkraft aus Elektrotechnik, Mechatronik oder Physik zur Nutzung von Elektromagneten.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zweiminütiges Lernvideo über Feldlinien, Pole und die richtige Verwendung eines Kompasses.


Schwer

  1. Magnetfeldmessung: Nutze einen geeigneten Sensor, um das Magnetfeld an mehreren Punkten um einen Magneten zu messen und erstelle eine Feldkarte.
  2. Motoranalyse: Zerlege unter Aufsicht einen alten Kleinmotor oder untersuche ein Modell. Erkläre die Funktion von Magnet, Spule und Stromwender.
  3. Induktionsprojekt: Plane einen Versuch, der den Zusammenhang zwischen Bewegungsgeschwindigkeit und Induktionsspannung untersucht.
  4. Technikfolgen: Vergleiche Dauermagnete und Elektromagnete hinsichtlich Steuerbarkeit, Energiebedarf, Materialeinsatz und Anwendungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fehlvorstellung Metalle: Eine Person behauptet, jeder metallische Gegenstand werde von einem Magneten angezogen. Entwickle einen Gegenversuch und begründe das erwartete Ergebnis.
  2. Feldlinien deuten: Vergleiche zwei Feldlinienbilder mit unterschiedlicher Liniendichte. Erkläre, wo das Feld stärker ist und wie ein Kompass dort stehen würde.
  3. Elektromagnet optimieren: Ein Schrottkran hebt zu wenig Masse. Schlage drei physikalisch begründete Veränderungen am Elektromagneten vor und nenne mögliche Grenzen.
  4. Kompassstörung: Ein Kompass zeigt in einem Klassenzimmer nicht zuverlässig nach Norden. Entwickle eine Untersuchung, mit der Du die Störquelle findest.
  5. Energieumwandlung: Erkläre die Energieumwandlungen in einem Elektromotor und einem Generator. Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
  6. Induktion übertragen: Begründe, warum ein ruhender Magnet in einer ruhenden Spule keine dauerhafte Induktionsspannung erzeugt, eine Bewegung aber schon.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du:

  1. das Verhalten gleichnamiger und ungleichnamiger Pole sicher erklärst,
  2. Feldlinien als Modell zeichnest und deutest,
  3. magnetische und nicht stark magnetische Stoffe experimentell unterscheidest,
  4. den Aufbau und die Steuerung eines Elektromagneten beschreibst,
  5. den Zusammenhang zwischen Strom und Magnetfeld erklärst,
  6. die Grundidee der elektromagnetischen Induktion auf eine Anwendung überträgst,
  7. die Funktion eines Kompasses mit dem Erdmagnetfeld begründest,
  8. ein Experiment sicher planst, dokumentierst und auswertest.




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