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M5 E - Fermi-Aufgaben lösen

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M5 E - Fermi-Aufgaben lösen



Einleitung

M5 E - Fermi-Aufgaben lösen führt Dich in eine besondere Art des mathematischen Modellierens ein. Bei einer Fermi-Aufgabe fehlen absichtlich einige genaue Angaben. Du sollst deshalb nicht raten, sondern vernünftig schätzen, passende Referenzgrößen nutzen, das Problem in Teilprobleme zerlegen und Deine Annahmen offen nennen. Das Ergebnis ist meist keine exakt richtige Zahl, sondern eine begründete Größenordnung oder eine sinnvolle Spanne.

Der Name erinnert an den Physiker Enrico Fermi. Bekannt wurde er unter anderem dafür, komplizierte quantitative Fragen mit wenigen Informationen durch geschickte Abschätzungen zu bearbeiten. Für Dich ist vor allem die Methode wichtig: Frage verstehen → Annahmen wählen → rechnen → prüfen → verbessern.

Lernziel: Du kannst am Ende offene Fermi-Fragen auf E-Niveau lösen, indem Du Annahmen begründest, Einheiten sicher verwendest, Überschläge mit +, , und : durchführst, Ergebnisse in Diagrammen darstellst und ihre Plausibilität prüfst.


Was ist eine Fermi-Aufgabe?

Eine Fermi-Aufgabe ist eine quantitative Frage, für die zunächst nicht alle nötigen Daten vorliegen. Ein Beispiel ist:

Offene Frage Was fehlt? Was kannst Du tun?
Wie viele Blatt Papier verbraucht eine Schule in einem Jahr? Zahl der Lernenden, Blätter pro Tag, Zahl der Schultage sinnvolle Annahmen treffen und später mit echten Daten vergleichen
Wie viele Schritte gehst Du an einem Schultag? Wege, Raumwechsel, Pausenwege, persönliche Schrittlänge Schulweg im Gebäude in Teilstrecken zerlegen und Stichproben messen
Wie viel Trinkwasser sollte für eine Veranstaltung bereitstehen? Teilnehmendenzahl, Dauer, Bedingungen, Reserve Szenarien rechnen und eine Sicherheitsreserve als Modellannahme begründen

Eine typische Fermi-Rechnung hat die Form

GesamtmengeAnzahlMenge je EinheitZeit

Das Zeichen bedeutet ungefähr gleich. Es erinnert Dich daran, dass Du mit einem Modell arbeitest.


Der Fermi-Kompass: sieben Schritte

Schritt Leitfrage Mathematische Handlung
1. Frage klären Was soll ungefähr bestimmt werden? gesuchte Größe und Einheit notieren
2. Referenzgrößen suchen Welche bekannten Größen helfen? bekannte Vergleichswerte sammeln
3. Annahmen festlegen Welche fehlenden Daten kann ich sinnvoll ersetzen? jede Annahme mit Einheit notieren
4. Teilprobleme bilden Wie lässt sich die große Frage zerlegen? Teilrechnungen planen
5. Überschlagen Welche gerundeten Zahlen reichen? einfache, einheitenrichtige Modellrechnung durchführen
6. Plausibilität prüfen Ist die Größenordnung vernünftig? Gegenprobe, Einheitencheck, untere und obere Grenze bilden
7. Modell verbessern Welche Annahme beeinflusst das Ergebnis besonders stark? messen, recherchieren oder Szenarien vergleichen

Eine nützliche Kurzschreibweise lautet:

Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \boxed{\text{Fermi-Ergebnis}=\text{Annahmen}+\text{Modellrechnung}+\text{Plausibilitätscheck}}}


Visualisierung: ein aufklappbarer Rechenweg

Beispiel: 24 Klassen mit ungefähr 25 Lernenden – wie viele Lernende sind das?
1. Runde Referenzgrößen: 2425 und 25 Lernende je Klasse.
2. Überschlag: 2525=625.
3. Genauere Modellrechnung mit 24 Klassen: 2425=600.
4. Aussage: Die Schule hat in diesem Modell ungefähr 600 Lernende. Die Zahl ist eine Annahme, keine Messung.


Referenzgrößen und Einheiten

Referenzgrößen sind Vergleichswerte, die Du kennst, messen kannst oder als Modellannahme ausdrücklich festlegst.

Größe Referenz oder Modellannahme Mathematische Darstellung
A4-Blatt Seitenlängen 21cm und 29,7cm 0,21m0,297m=0,06237m2
Liter 1L=1000mL 1L=1dm3
Masse 1kg=1000g 2680kg=2,68t
Schrittlänge im Beispiel wird 0,60m pro Schritt angenommen WegSchritte0,60m
Schultage im Papiermodell werden 190 Tage angenommen tatsächliche Zahl kann je nach Schule und Schuljahr abweichen
Kopierpapier für das Modell werden 80g/m2 angenommen 0,06237m280g/m25g je A4-Blatt


Interaktive Zahlengerade: Größenordnungen sehen

Nutze die dynamische Zahlengerade, um Schätzwerte, Untergrenzen und Obergrenzen sichtbar zu machen.

Beispiel: Liegt die Schrittzahl eher bei 500, 5000 oder 50000? Eine Zahlengerade hilft Dir, unplausible Größenordnungen schnell zu erkennen.


Interaktives Stellenwertmodell: große Zahlen sicher lesen

Bei Fermi-Aufgaben entstehen schnell große Zahlen. Im Stellenwertmodell kannst Du Ziffern verschieben und beobachten, wie sich der Wert verändert.

Beispiel:

536000=5100000+310000+61000

Ein Faktor 10 zu viel oder zu wenig fällt im Stellenwertmodell besonders gut auf.


Interaktiver Überschlag

Bevor Du genau rechnest, kannst Du Zahlen runden. So erkennst Du die erwartete Größenordnung.

Beispiel:

598191600200=120000

Der Überschlag liefert eine Vergleichszahl. Wenn eine genauere Rechnung später 1200000 ergäbe, wäre ein Fehler sehr wahrscheinlich.


Bewegliche Bruchdarstellung: Anteile modellieren

Fermi-Aufgaben enthalten oft Anteile: Vielleicht nutzt nur ein Teil der Lernenden die Mensa oder nur ein Teil der Blätter wird einseitig bedruckt. Mit Bruchstreifen kannst Du solche Anteile sichtbar machen.

Beispiel:

34600=450

Wenn ungefähr drei Viertel von 600 Personen an einer Veranstaltung teilnehmen, modellierst Du also etwa 450 Teilnehmende.


Schulgebäude, Karten und Grundrisse als Datenquellen

Ein Schulgebäude lässt sich mathematisch als Netz aus Wegen, Räumen, Etagen und Flächen betrachten. Eine Karte oder ein Grundriss hilft Dir, Wege zu zerlegen und Größen zu schätzen.

Karte Grundriss

Wichtig: Die abgebildeten Schulen sind nur Anschauungsbeispiele. Für Deine eigene Fermi-Aufgabe verwendest Du einen Plan Deiner Schule nur dann, wenn Du ihn rechtmäßig nutzen darfst. Persönliche Daten, Raumbelegungen oder sensible Sicherheitsinformationen gehören nicht in ein öffentliches Lernprodukt.


Drei gelöste Fermi-Aufgaben


Use-Case 1: Papierverbrauch einer Schule

Fermi-Frage: Wie viele A4-Blätter verbraucht eine Beispielschule ungefähr in einem Schuljahr?


Schritt 1: Annahmen sichtbar machen

Modellgröße Annahme Begründung im Modell
Lernende 600 runde Größe für eine mittelgroße Beispielschule
Papier pro Lernendem und Schultag 4 Blatt angenommener Mittelwert für Arbeitsblätter, Kopien und Ausdrucke
Schultage 190 runde Jahresannahme
zusätzliches Papier 80000 Blatt angenommene Kopien für Verwaltung, Lehrkräfte, Prüfungen und Reserve
Papiermasse 80g/m2 Modellwert für Kopierpapier


Schritt 2: Teilproblem Lernendenpapier

Einheiten helfen beim Denken:

600Lernende4BlattLernenderTag190Tage=456000Blatt


Schritt 3: Zusatzpapier addieren

456000+80000=536000

Modellergebnis: ungefähr 536000 Blatt pro Schuljahr.


Schritt 4: Wie viele Pakete sind das?

Wenn ein Paket im Modell 500 Blatt enthält:

536000Blatt500Blatt/Paket=1072Pakete


Schritt 5: Welche Masse hat das Papier?

Für ein A4-Blatt mit der Fläche 0,06237m2 und dem Modellwert 80g/m2 gilt:

0,06237m280g/m2=4,9896g5g

Damit:

5360005g=2680000g=2680kg2,7t

Das ist eine anschauliche Umrechnung, aber die tatsächliche Papiermasse hängt von der verwendeten Papiersorte ab.


Schritt 6: Dynamische Geometrie – warum ein A4-Blatt eine Fläche hat

Verändere im Rechteck-Modell Länge und Breite. Beobachte, wie sich die Fläche verändert.

Für A4:

A=21cm29,7cm=623,7cm2


Schritt 7: Sensitivität – was passiert bei einer anderen Annahme?

Blätter je Lernendem und Tag Modellrechnung Jahresmenge ungefähre Masse bei 5g je Blatt
3 6003190+80000 422000 2110kg
4 6004190+80000 536000 2680kg
5 6005190+80000 650000 3250kg

Schon ein zusätzliches Blatt je Lernendem und Schultag verändert das Jahresmodell um:

6001190=114000Blatt

und bei 5g je Blatt um:

1140005g=570000g=570kg

Fermi-Lektion: Eine scheinbar kleine Annahme kann bei vielen Personen und vielen Tagen einen großen Unterschied machen.


Use-Case 2: Anzahl von Schritten an einem Schultag

Fermi-Frage: Wie viele Schritte geht eine Schülerin oder ein Schüler ungefähr innerhalb eines Schultags im Schulgebäude und auf dem Schulgelände?


Schritt 1: Den Schultag in Wege zerlegen

Teilweg Modellannahme Rechnung
Eingang zum Klassenraum 200 Schritte 200
acht Raumwechsel je 150 Schritte 8150=1200
zwei große Pausen je 700 Schritte 2700=1400
Mensa, Toilette, Bibliothek oder ähnliche Wege zusammen 800 Schritte 800
spontane Zusatzwege 500 Schritte 500
Klassenraum zum Ausgang 200 Schritte 200


Schritt 2: Schritte addieren

S=200+8150+2700+800+500+200

S=200+1200+1400+800+500+200=4300

Modellergebnis: ungefähr 4300 Schritte.


Schritt 3: Schritte in Wegstrecke umrechnen

Wir nehmen für dieses Modell eine mittlere Schrittlänge von 0,60m an:

43000,60m=2580m=2,58km

Gerundet:

2,58km2,6km

Die Schrittlänge ist individuell verschieden. Du kannst Dein Modell verbessern, indem Du eine bekannte Strecke gehst, Deine Schritte zählst und rechnest:

eigene mittlere Schrittlängegemessene Streckegezählte Schritte


Schritt 4: Mit einer Spanne statt einer einzigen Zahl arbeiten

Nehmen wir für unterschiedliche Schultage zwischen 3500 und 5500 Schritte an.

Untere Modellgrenze:

35000,60m=2100m=2,1km

Obere Modellgrenze:

55000,60m=3300m=3,3km

Damit lautet eine bessere Fermi-Aussage:

Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \boxed{\text{etwa }3500\text{ bis }5500\text{ Schritte bzw. }2{,}1\text{ bis }3{,}3\,\mathrm{km}}}


Schritt 5: Dynamische Zahlengerade für die Spanne

Markiere auf der Zahlengeraden 3500, 4300 und 5500. So erkennst Du, dass 4300 nur ein mittleres Szenario ist.


Use-Case 3: Benötigte Trinkwassermenge bei einer Veranstaltung

Fermi-Frage: Wie viel Trinkwasser sollte für eine vierstündige Schulveranstaltung mit ungefähr 450 Teilnehmenden logistisch bereitgestellt werden?

Hinweis: Die folgenden Werte sind Planungsannahmen für eine Fermi-Modellrechnung und keine persönliche medizinische Trinkempfehlung. In der Realität müssen Wetter, Aktivität, Veranstaltungsort und geltende Vorgaben berücksichtigt werden.


Schritt 1: Mittleres Szenario festlegen

Wir nehmen für die Veranstaltungslogistik im Modell an:

Größe Modellannahme
Teilnehmende 450
Veranstaltungsdauer 4h
bereitgestellte Wassermenge pro Person für das vierstündige Ereignis 0,6L
zusätzliche Reserve 10%

Als zugehörige Modellrate kann man schreiben:

0,6L4h=0,15L/h

Zuerst ohne Reserve:

4504h0,15LPersonh=270L

Mit 10% Reserve:

270L1,10=297L

Als Fermi-Planungswert runden wir auf:

297L300L


Schritt 2: Behälterzahl modellieren

Bei 10L je Behälter:

Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \frac{300\,\mathrm{L}}{10\,\mathrm{L/Behälter}}=30\,\mathrm{Behälter}}

Bei 20L je Behälter:

Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \frac{300\,\mathrm{L}}{20\,\mathrm{L/Behälter}}=15\,\mathrm{Behälter}}


Schritt 3: Zweites Szenario für wärmere oder aktivere Bedingungen

Als bewusst höhere Modellannahme verwenden wir 0,8L pro Person für die gesamte Veranstaltung:

4500,8L1,10=396L

Gerundet:

396L400L

Für die Logistik ergibt sich damit als Fermi-Spanne:

Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \boxed{\text{ungefähr }300\text{ bis }400\,\mathrm{L}}}

Diese Spanne ist kein allgemeingültiger Bedarf pro Person, sondern das Ergebnis der ausdrücklich gewählten Planungsannahmen.


Schritt 4: Liter anschaulich machen


Schritt 5: Faltbarer und rotierbarer 3D-Körper

Ein Wasserbehälter kann näherungsweise als Quader modelliert werden. Falte im interaktiven Modell ein Quadernetz und untersuche die Flächen.

Für einen quaderförmigen Behälter gilt:

V=lbh

Da 1dm3=1L, kann zum Beispiel gelten:

4dm2,5dm2dm=20dm3=20L

So verbindet die Fermi-Aufgabe Volumen, Längen, Einheiten und reale Planung.


Plausibilitätscheck und Sensitivität


Drei schnelle Änderungsrechnungen

Eine Sensitivitätsrechnung fragt: Wie stark verändert sich das Ergebnis, wenn sich eine Annahme verändert?

Modell Änderung einer Annahme Auswirkung
Papier +1 Blatt je Lernendem und Tag 6001190=114000 Blatt mehr pro Jahr
Schritte +1000 Schritte bei 0,60m je Schritt: 10000,60=600m mehr
Wasser +0,1L je Person vor Reserve: 4500,1=45L mehr

Mit 10% Reserve würde die letzte Änderung sogar

45L1,10=49,5L

mehr Planungsmenge bedeuten.


Untergrenze, Mittelwert und Obergrenze

Eine Fermi-Antwort wird besser, wenn Du nicht nur eine einzelne Zahl nennst.

untere Grenzeplausibler Wertobere Grenze

Beispiel Schritte:

350043005500

Beispiel Wasserplanung:

300LW400L

Das Zeichen bedeutet hier sinngemäß ungefähr kleiner oder gleich.


Der Einheitencheck

Ein guter Rechenweg verrät durch seine Einheiten, ob das Modell zusammenpasst.

Papier:

LernendeBlattLernenderTagTag=Blatt

Schritte zu Weg:

SchrittmSchritt=m

Wasser:

PersonLPerson=L

Wenn am Ende eine unpassende Einheit steht, solltest Du den Rechenweg prüfen.


Diagramme statt Zahlenwüste


Szenarien als Balken vergleichen

Für das Papiermodell kannst Du zum Beispiel diese drei Werte in ein Balkendiagramm übertragen:

Szenario Jahresmenge
sparsam 422000 Blatt
mittel 536000 Blatt
hoch 650000 Blatt

Die Balken sollen bei 0 beginnen. So vergleichst Du die Größen fair. Beschrifte Achse und Einheit deutlich.


Visuelle Schritt-für-Schritt-Erklärung: vom Problem zum Diagramm

Klicke zum Aufklappen: Modellierungsweg
Frage: Wie viel Papier?
Annahmen: 600 Lernende, 190 Tage, 3/4/5 Blatt je Tag, plus 80000 Blatt.
Formel: P=600b190+80000
Szenarien: P(3)=422000, P(4)=536000, P(5)=650000
Diagramm: drei Balken mit gleicher Skala und Einheit Blatt.
Aussage: Die Annahme b beeinflusst das Ergebnis stark.


Interaktive Modellierungswerkstatt


Station 1: Zahlengerade – Größenordnungen

Ordne gedanklich die Werte 500, 5000, 50000 und 500000 auf einer Zahlengeraden ein. Entscheide dann, welche Größenordnung zu Schritte an einem Schultag und welche zu Blätter einer Schule pro Jahr passen könnte.


Station 2: Stellenwert – Faktorfehler entdecken

Vergleiche:

53600,536000,5360000

Welche Zahl ist zehnmal so groß wie 536000? Welche ist zehnmal so klein? Erkläre, warum Faktorfehler bei Fermi-Aufgaben besonders auffallen können.


Station 3: Runden – Überschlag vor genauer Rechnung

Schätze zuerst:

612187600200=120000

Berechne danach genauer und vergleiche. Ein sinnvoller Überschlag ist eine Fehlerwarnanlage.


Station 4: Brüche – Teilgruppen modellieren

Wenn von 600 Lernenden ungefähr 34 an einer Aktion teilnehmen:

60034=450

Verändere den Anteil im Bruchmodell. Überlege, wie sich dadurch die benötigte Wassermenge verändert.


Station 5: Dynamische Geometrie – Flächen verändern

Verdoppele bei einem Rechteck nur die Länge. Was passiert mit der Fläche?

A=lb

Verdoppelst Du l bei unverändertem b, dann gilt:

Aneu=2lb=2Aalt

Solche Zusammenhänge helfen Dir bei Schätzungen von Papierflächen, Bodenflächen oder Plakatgrößen.


Station 6: 3D-Modell – Behälter und Volumen

Untersuche ein Quadernetz, falte es gedanklich oder im Modell und verbinde es mit:

V=lbh

Prüfe anschließend, ob ein Behälter mit 20L in Deinem Modell plausibel dimensioniert ist.


Medien und offene Lizenzen

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien sind für diesen aiMOOC bewusst aus frei beziehungsweise gemeinfrei gekennzeichneten Medien ausgewählt. Die verbindlichen Lizenz- und Urheberangaben stehen jeweils auf der Commons-Dateibeschreibungsseite, die Du durch Anklicken der Datei erreichst. YouTube-Videos werden eingebettet und nicht als eigene Datei vervielfältigt.

Medium Lernzweck Lizenzhinweis laut Commons-Dateiseite
Enrico Fermi 1943-49.jpg historischer Bezug gemeinfrei / Public Domain
Sasebo-es-school-front-01.webp Schulgebäude als Modellierungsraum gemeinfrei / Public Domain
A4 PAPER.jpg Papierformat und Flächenmodell CC BY-SA 4.0
Pedometer K+R.jpg Schritte messen gemeinfrei / Public Domain
Water Dispenser Kaercher WPD.jpg Wasserlogistik CC BY-SA laut Dateiseite
Water 0012.jpg Trinkwasser im Schulkontext CC BY-SA 4.0
SchoolMap.jpg Wege auf einer Schulkarte gemeinfrei / Public Domain
Gymnasium Bremervörde Grundriss.svg Weg- und Flächenmodell im Schulgrundriss CC BY-SA 3.0
WDQS - Bar Chart.gif animierte Diagrammdarstellung CC BY-SA 4.0


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist typisch für eine Fermi-Aufgabe? (Es fehlen zunächst genaue Daten) (!Alle nötigen Daten sind vollständig gegeben) (!Es gibt immer genau eine exakte Lösung) (!Man darf keine Annahmen verwenden)




Was ist nach dem Verstehen der Frage ein sinnvoller nächster Schritt? (Sinnvolle Annahmen und Referenzgrößen festlegen) (!Sofort eine zufällige Zahl nennen) (!Alle Einheiten weglassen) (!Nur das Endergebnis aufschreiben)




Warum zerlegt man eine Fermi-Frage in Teilprobleme? (Weil kleinere Teilfragen leichter zu schätzen und zu rechnen sind) (!Weil dadurch jede Schätzung automatisch exakt wird) (!Weil man dann keine Einheiten mehr braucht) (!Weil man dadurch immer dieselbe Zahl erhält)




Wie viele Blätter ergeben 600 Lernende mal 4 Blätter pro Tag mal 190 Tage? (456000) (!45600) (!536000) (!650000)




Wie viele Blätter ergeben sich im Papiermodell nach dem Addieren von 80000 Zusatzblättern? (536000) (!456000) (!616000) (!1072000)




Welche Wegstrecke ergeben 4300 Schritte bei einer angenommenen Schrittlänge von 0,60 Metern? (2580 Meter) (!258 Meter) (!4300 Meter) (!7167 Meter)




Wie viel Wasser ergeben 450 Personen mal 0,6 Liter im mittleren Modell ohne Reserve? (270 Liter) (!27 Liter) (!297 Liter) (!450 Liter)




Wie viel sind 270 Liter mit 10 Prozent Reserve? (297 Liter) (!280 Liter) (!3000 Liter) (!243 Liter)




Wozu dient eine Sensitivitätsrechnung? (Sie zeigt wie stark Annahmen das Ergebnis verändern) (!Sie macht jede Annahme automatisch wahr) (!Sie ersetzt alle Messungen) (!Sie löscht Unsicherheiten vollständig)




Wie formuliert man ein gutes Fermi-Ergebnis? (Als begründete Näherung mit Annahmen und möglichst einer Spanne) (!Als exakte Zahl ohne Erklärung) (!Als Vermutung ohne Rechnung) (!Als Zahl ohne Einheit)





Memory

Annahme begründete Ersatzangabe
Referenzgröße bekannte Vergleichsgröße
Teilproblem kleiner lösbarer Baustein
Überschlag grobe Rechnung
Plausibilitätscheck Prüfung der Größenordnung
Spanne Bereich zwischen Grenzen
Modell vereinfachte Beschreibung der Wirklichkeit
Sensitivität Einfluss einer Annahme auf das Ergebnis





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Fermi-Schritt
Gesuchte Größe klären Frage verstehen
Bekannte Vergleichswerte nutzen Referenzgrößen wählen
Fehlende Daten begründet ersetzen Annahmen notieren
Großes Problem in Bausteine zerlegen Teilprobleme bilden
Mit gerundeten Werten rechnen Überschlag durchführen
Ergebnis mit Alltag und Einheit vergleichen Plausibilität prüfen






Kreuzworträtsel

Annahme Wie heißt eine begründete Ersatzangabe für einen fehlenden Wert?
Ueberschlag Wie nennt man eine grobe Rechnung zur Größenordnung?
Teilproblem Wie heißt ein kleiner lösbarer Baustein einer großen Frage?
Referenzwert Wie heißt ein bekannter Vergleichswert zum Schätzen?
Plausibilitaet Welches Wort beschreibt die Prüfung, ob ein Ergebnis vernünftig wirkt?
Modellierung Wie heißt das mathematische Vereinfachen einer realen Situation?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Fermi-Aufgabe verlangt eine quantitative

. Eine fehlende Größe kann durch eine begründete

ersetzt werden. Bekannte Vergleichswerte heißen

. Eine schwierige Frage wird in kleinere

zerlegt. Vor einer genauen Modellrechnung hilft ein

. Im Papiermodell entstehen insgesamt ungefähr 536000

. Im Schrittmodell entsprechen 4300 Schritte bei 0,60 Metern ungefähr 2580

. Im mittleren Wassermodell ergeben sich mit Reserve ungefähr 300

. Eine untere und eine obere Grenze bilden zusammen eine

. Die Prüfung auf eine vernünftige Größenordnung heißt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fermi-Tagebuch: Wähle eine Alltagsfrage wie „Wie viele Bleistifte gibt es ungefähr in unserer Schule?“. Notiere mindestens drei Annahmen mit Einheit und begründe jede davon.
  2. Schritte messen: Zähle fünf Minuten lang Deine Schritte auf einem normalen Weg. Nutze die Stichprobe, um eine Schätzung für einen längeren Schulabschnitt zu entwickeln. Veröffentliche dabei keine personenbezogenen Bewegungsdaten.
  3. Papierstichprobe: Beobachte mit Erlaubnis einen Tag lang, wie viele Arbeitsblätter in einer Lerngruppe verwendet werden. Rechne daraus ein Modell für eine Woche und kennzeichne klar, was gemessen und was geschätzt wurde.
  4. Wasserbehälter: Suche zu Hause oder in der Schule drei Behälter mit Literangaben. Entwickle daraus eine anschauliche Zusammenstellung für ungefähr 50 Liter, ohne schwere Behälter unnötig zu bewegen.


Standard

  1. Schulwegmodell: Erstelle mit einem freigegebenen oder selbst gezeichneten vereinfachten Schulplan ein Wegenetz. Schätze die Schritte eines Schultags aus mindestens fünf Teilwegen und vergleiche Dein Ergebnis mit einer Stichprobe.
  2. Papierszenarien: Rechne den Jahresverbrauch einer Beispielschule mit drei Annahmen für Blätter pro Person und Tag. Stelle die Ergebnisse in einem Balkendiagramm dar und erkläre, welche Annahme am stärksten wirkt.
  3. Dateninterview: Führe mit Zustimmung ein kurzes Interview mit einer zuständigen Person über Papierbestellungen oder Veranstaltungslogistik. Vergleiche die reale Angabe mit Deinem vorherigen Fermi-Modell, ohne Namen oder interne Daten öffentlich zu machen.
  4. Wasserstation planen: Entwickle drei Versorgungsszenarien für eine fiktive Schulveranstaltung. Gib Teilnehmendenzahl, Modellmenge pro Person, Reserve, Gesamtmenge und Behälterzahl jeweils mit Einheit an.


Schwer

  1. Eigene Fermi-Aufgabe: Erfinde eine neue Fermi-Frage aus Schule oder Freizeit. Entwickle Referenzgrößen, Teilprobleme, eine Modellgleichung sowie eine untere und obere Grenze und begründe Dein Ergebnis.
  2. Schulfläche modellieren: Schätze die Fläche eines Schulbereichs aus selbst gemessenen oder freigegebenen Längen. Zerlege unregelmäßige Formen in Rechtecke und dokumentiere, welche Vereinfachungen Dein Ergebnis beeinflussen.
  3. Unsicherheitsanalyse: Nimm eine gelöste Fermi-Aufgabe und ordne ihre Annahmen danach, wie stark sie das Ergebnis verändern. Verbessere nur die wichtigste Annahme durch eine Messung oder zuverlässige Quelle und berechne das Modell neu.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo zu einer eigenen Fermi-Lösung. Zeige mindestens eine Formel, eine Einheitenprüfung, ein Diagramm und einen Plausibilitätscheck. Nutze nur eigene oder offen lizenzierte Medien und filme keine Personen ohne Zustimmung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modelle vergleichen: Zwei Gruppen berechnen für dieselbe Schule 420000 und 650000 Blatt pro Jahr. Entwickle je ein mögliches Annahmenset, das zu den Ergebnissen passt, und beurteile, ob beide Modelle zugleich plausibel sein können.
  2. Fehlendes Teilproblem: Ein Schrittmodell berücksichtigt nur Raumwechsel im Unterricht. Erkläre, welche Wege fehlen könnten, ergänze mindestens zwei Teilprobleme und zeige rechnerisch, wie sich das Ergebnis verändert.
  3. Proportionalität prüfen: Bei einer Veranstaltung verdoppelt sich die Zahl der Gäste, die Dauer halbiert sich. Prüfe, welche Teile eines einfachen Wassermodells proportional verändert werden können und welche Annahmen neu überlegt werden müssen.
  4. Grenzen bilden: Formuliere für eine selbst gewählte Fermi-Frage eine glaubwürdige Untergrenze und Obergrenze. Begründe, warum das echte Ergebnis nach Deinem Modell dazwischen liegen könnte.
  5. Einheitenfehler finden: Eine Rechnung endet für eine Wassermenge mit der Einheit Meter. Rekonstruiere, welche Art von Modellfehler vorliegen könnte, und formuliere eine einheitenrichtige Rechnung.
  6. Modell validieren: Plane eine kleine Stichprobe, mit der Du eine wichtige Annahme aus einer Fermi-Aufgabe überprüfen kannst. Beschreibe, wie Du das Modell nach der Stichprobe verändern würdest, falls Messwert und Annahme deutlich voneinander abweichen.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Bestandteile wichtig:

  1. Fermi-Frage: eine klar formulierte offene quantitative Frage mit gesuchter Einheit.
  2. Annahmen: eine Tabelle, die Messwerte, bekannte Referenzgrößen und eigene Annahmen deutlich unterscheidet.
  3. Teilprobleme: eine nachvollziehbare Zerlegung der großen Frage in kleinere Rechenschritte.
  4. Modellrechnung: ein einheitenrichtiger Rechenweg mit geeigneten +, , und :.
  5. Überschlag: eine grobe Vergleichsrechnung zur erwarteten Größenordnung.
  6. Ergebnisbereich: möglichst eine untere Grenze, ein plausibler Mittelwert und eine obere Grenze.
  7. Sensitivität: mindestens eine Rechnung, die zeigt, wie sich eine veränderte Annahme auf das Ergebnis auswirkt.
  8. Plausibilitätscheck: eine begründete Aussage dazu, warum das Ergebnis vernünftig erscheint oder wie es verbessert werden müsste.
  9. Reflexion: eine kurze Erklärung, welche zusätzliche Messung oder Recherche das Modell am stärksten verbessern würde.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zum Fermi-Problem bietet Hintergrundinformationen zur Methode und zu ihrem Namensgeber.

Weitere freie interaktive Lernmöglichkeiten im aiMOOC sind die oben eingebetteten GeoGebra-Materialien zu Zahlengeraden, Stellenwert, Überschlag, Brüchen, Flächen und Quadernetzen.



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