M10 E - Logarithmus als Lösung einer Exponentialgleichung verwenden

M10 E - Logarithmus als Lösung einer Exponentialgleichung verwenden
M10 E - Logarithmus als Lösung einer Exponentialgleichung verwenden
Mini-Beschreibung: Du verstehst als den Exponenten, mit dem potenziert werden muss, um zu erhalten. Du nutzt Logarithmen zur Lösung geeigneter Exponentialgleichungen und verbindest Term, Graph und Umkehrvorstellung.
Zielgruppe: Mathematik Klasse 10, Baden-Württemberg, E-Niveau.

Kurzer Einstieg
Gesucht ist der fehlende Exponent:
Hier kannst Du noch erkennen:
also
- .
Aber wie löst Du
- ?
Dafür brauchst Du den Logarithmus.
Der Logarithmus beantwortet also eine Exponent-Frage.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Logarithmen als Umkehrung des Potenzierens deuten.
- zwischen und sicher wechseln.
- geeignete Exponentialgleichungen mit Logarithmen lösen.
- die Lösung mit dem Graphen einer Exponentialfunktion verbinden.
- die Logarithmusfunktion als Umkehrfunktion einer Exponentialfunktion erklären.
- den Basiswechsel herleiten.
- Rechenwege begründen und digitale Ergebnisse kritisch prüfen.
- Gegenbeispiele zu falschen Logarithmusregeln untersuchen.
- exponentielle Modelle entwickeln und Lösungen im Sachzusammenhang deuten.
Vorwissen-Check
Prüfe ohne Taschenrechner:
- Eine Exponentialfunktion hat die Form mit und .
Denkfrage: Welche Zahl müsste bei für stehen? Eine ganze Zahl ist es nicht. Genau hier wird der Logarithmus nützlich.
Grundidee: Der Logarithmus ist ein Exponent
Für
gilt:
Merksatz: ist der Exponent, mit dem Du potenzieren musst, um zu erhalten.
Beispiele:
- , denn .
- , denn .
- , denn .
- , denn .

Term und Umkehrvorstellung
Potenzieren:
Logarithmieren zur Basis :
Die Operationen machen einander rückgängig:
und für :
- .
Graph und Umkehrfunktion
Für gehören die Funktionen
und
zusammen.
Ihre Graphen sind Spiegelbilder an der Geraden
- .
Ein Punkt wird dabei vertauscht:
- .
Für :
- .

Graphische Deutung von : Du suchst beim Graphen den -Wert zur Höhe . Beim Logarithmusgraphen suchst Du den -Wert an der Stelle . Beide liefern dieselbe Zahl.
Exponentialgleichungen mit Logarithmen lösen
Fall 1: Exponent steht allein
Gegeben:
Schritt 1: Logarithmus anwenden.
Schritt 2: Taschenrechner mit Basiswechsel.
Schritt 3: Näherung.
Schritt 4: Probe.

Fall 2: Erst Exponentialterm isolieren
Gegeben:
Schritt 1:
Schritt 2:
Schritt 3:
Schritt 4:
Fall 3: Im Exponenten steht ein Term
Gegeben:
Schritt 1:
Schritt 2:
Schritt 3:
Schritt 4 mit Basiswechsel:
Warum funktioniert der Basiswechsel?
Für
gilt nach der Definition:
- .
Logarithmiere beide Seiten mit dem natürlichen Logarithmus:
- .
Mit
folgt:
- .
Also:
- .
Damit gilt:
- .
Das gilt für
- .
Interaktives Beispiel: Term – Graph – Bedeutung
Gegeben:
- .
Term:
Taschenrechner:
Graph:
Der Graph erreicht die Höhe bei ungefähr .
Umkehrung:
Der Graph hat bei ungefähr den Funktionswert .
Probe:
Übungen mit Hilfestufen und Feedback
Übung A: Direkt logarithmieren
Löse:
Hilfe 1: Forme die Gleichung direkt in Logarithmusform um.
Hilfe 2:
Hilfe 3:
Feedback: Dein Ergebnis sollte zwischen und liegen, weil und .
Übung B: Erst isolieren
Löse:
Hilfe 1: Teile zuerst durch .
Hilfe 2:
Hilfe 3:
Feedback: Prüfe anschließend, ob wieder ungefähr ergibt.
Übung C: Linearer Exponent
Löse:
Hilfe 1:
Hilfe 2:
Hilfe 3:
Feedback: Kontrolliere den gesamten Exponenten , nicht nur .
Übung D: Basis kleiner als 1
Löse:
Hilfe 1:
Hilfe 2:
Feedback: Weil , fällt die Exponentialfunktion. Ein positives passt daher zu einem Ergebnis unter .
Typische Fehler
Fehler 1: Basis und Argument vertauschen
Falsch:
Richtig:
Fehler 2: Negative Argumente im Reellen
ist als reeller Logarithmus nicht definiert.
Fehler 3: Basis
ist nicht definiert, denn für jedes reelle .
Fehler 4: Falsche Summenregel
Im Allgemeinen gilt nicht:
- .
Gegenbeispiel:
aber
- .
Fehler 5: Taschenrechnerwert ungeprüft übernehmen
Ein Dezimalwert ist nur dann überzeugend, wenn Du ihn in die Ausgangsgleichung einsetzt oder graphisch plausibilisierst.
Digitale Werkzeuge sinnvoll nutzen
Du darfst Taschenrechner, dynamische Geometriesoftware oder Tabellenkalkulation verwenden.
Prüfe digitale Ergebnisse immer durch mindestens eine zweite Darstellung:
- Einsetzen in die Ausgangsgleichung.
- Vergleich mit dem Graphen.
- Größenordnung abschätzen.
- Definitionsbedingungen prüfen.
Gib keine personenbezogenen Daten in Online-Werkzeuge ein.
KI-Ausgaben können Rechenwege vorschlagen, ersetzen aber keinen mathematischen Beweis. Prüfe insbesondere Umformungen, Definitionsbereiche und Näherungswerte selbst.
Exponentielle Modelle
Eine Größe wächst nach
- .
Wann hat sie sich verdoppelt?
Gesucht:
- .
Einsetzen:
Isolieren:
Logarithmieren:
Näherung:
- .
Deutung: Nach ungefähr Zeiteinheiten ist der Anfangswert verdoppelt.
Modell kritisch prüfen
Ein korrekt gerechneter Logarithmus macht ein Modell noch nicht automatisch realistisch.
Prüfe:
- Ist exponentielles Wachstum im betrachteten Zeitraum plausibel?
- Ist die Wachstumsrate konstant?
- Ist die Einheit von klar?
- Passt der errechnete Zeitpunkt zum Definitionsbereich des Modells?
E-Niveau: Verallgemeinern und begründen
Für
mit geeigneten positiven Größen und gilt nach dem Isolieren:
- .
Dann:
- .
Also:
- .
Mit Basiswechsel:
- .
Bedingungen:
- .
Begründung: Die Äquivalenz folgt daraus, dass für erlaubte Basen eine umkehrbare Funktion ist und der Logarithmus genau diese Umkehrung beschreibt.
Gegenbeispiele prüfen
Entscheide jeweils, warum der Rechenweg nicht zulässig ist.
A
Im Bereich der reellen Zahlen gibt es keine Lösung, weil für jedes reelle gilt.
B
Keine Lösung, weil für jedes reelle gilt.
C
Die übliche reelle Exponentialfunktion mit beliebigem reellen Exponenten wird in diesem Schulkontext nur für positive Basen betrachtet. Deshalb ist der direkte Logarithmusweg hier nicht zulässig.

Selbstkontrolle
Kannst Du jede Aussage begründen?
- ist ein Exponent.
- und sind äquivalente Schreibweisen.
- Der Graph von entsteht aus dem Graphen von durch Spiegelung an .
- Vor dem Logarithmieren sollte der Exponentialterm möglichst isoliert sein.
- Der Basiswechsel macht Logarithmen mit beliebiger erlaubter Basis am Taschenrechner berechenbar.
- Ein Näherungswert sollte durch Probe oder Graph kontrolliert werden.
Transfer
Ein Medikamentenmodell sei
- .
Bestimme den Zeitpunkt, an dem noch Einheiten vorhanden sind.
Ansatz:
Isolieren:
Lösen:
- .
Transferfrage: Warum ist das Ergebnis positiv, obwohl sowohl als auch negativ sind?
Kompetenzcheck
Du beherrschst das Thema auf E-Niveau, wenn Du:
- Exponentialgleichungen algebraisch auf Logarithmen zurückführen kannst.
- den Basiswechsel selbst herleiten kannst.
- Term, Graph und Umkehrfunktion miteinander verknüpfst.
- Definitionsbedingungen vor und nach dem Rechnen prüfst.
- falsche Logarithmusregeln mit Gegenbeispielen widerlegst.
- exponentielle Modelle aufstellst, löst und kritisch deutest.
- digitale Ergebnisse durch mathematische Argumente absicherst.
Reflexion
Beantworte kurz:
- An welcher Stelle einer Exponentialgleichung erkennst Du, dass ein Logarithmus sinnvoll ist?
- Welche Darstellung hilft Dir am meisten: Term, Graph oder Umkehrvorstellung?
- Welche Probe überzeugt Dich stärker: Einsetzen oder Graph? Begründe.
- Welche Definitionsbedingung würdest Du künftig zuerst prüfen?
- Wo kann ein korrekt berechneter Logarithmus trotzdem zu einer schlechten Modellentscheidung führen?
Folgekurs
Als nächstes passen besonders:
- Logarithmengesetze sicher anwenden
- Exponential- und Logarithmusfunktionen vergleichen
- Exponentielle Wachstums- und Zerfallsmodelle
- Komplexere Exponentialgleichungen
- Umkehrfunktionen formal untersuchen
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet die Aussage Logarithmus von 8 zur Basis 2 ist 3? (2 hoch 3 ist 8) (!3 hoch 2 ist 8) (!8 hoch 2 ist 3) (!8 hoch 3 ist 2)
Welche Gleichung gehört zur Aussage x ist der Logarithmus von 12 zur Basis 5? (5 hoch x ist 12) (!12 hoch x ist 5) (!x hoch 5 ist 12) (!5 hoch 12 ist x)
Welche Bedingung muss für die Basis eines reellen Logarithmus gelten? (Die Basis ist positiv und nicht 1) (!Die Basis ist negativ) (!Die Basis ist genau 1) (!Die Basis ist genau 0)
Wie löst Du die Gleichung 3 hoch x ist 20? (x ist der Logarithmus von 20 zur Basis 3) (!x ist der Logarithmus von 3 zur Basis 20) (!x ist 20 hoch 3) (!x ist 3 mal 20)
Welche Beschreibung des Basiswechsels ist richtig? (Logarithmus von b zur Basis a ist ln von b geteilt durch ln von a) (!Logarithmus von b zur Basis a ist ln von a geteilt durch ln von b) (!Logarithmus von b zur Basis a ist ln von a plus ln von b) (!Logarithmus von b zur Basis a ist a mal ln von b)
Was musst Du bei 5 mal 2 hoch x gleich 70 zuerst tun? (Den Exponentialterm isolieren) (!Den Exponenten verdoppeln) (!Die Basis mit 70 addieren) (!Den Logarithmus der Summe bilden)
Wie hängen Exponential- und Logarithmusfunktion graphisch zusammen? (Sie sind an der Geraden y gleich x gespiegelt) (!Sie sind an der x-Achse gespiegelt) (!Sie sind parallel) (!Sie haben immer denselben Graphen)
Welche Aussage über Logarithmen ist im Allgemeinen falsch? (Der Logarithmus einer Summe ist die Summe der Logarithmen) (!Logarithmieren kann Potenzieren rückgängig machen) (!Exponentieren kann Logarithmieren rückgängig machen) (!Ein Basiswechsel kann mit natürlichen Logarithmen durchgeführt werden)
Warum ist der Logarithmus von minus 8 zur Basis 2 im Reellen nicht definiert? (2 hoch x ist für reelle x immer positiv) (!Die Basis 2 ist zu groß) (!Der Exponent müsste immer ganzzahlig sein) (!Logarithmen dürfen nur zur Basis 10 gebildet werden)
Welche Kontrolle ist nach einer logarithmischen Lösung besonders sinnvoll? (Die Lösung in die Ausgangsgleichung einsetzen) (!Nur die letzte Taschenrechneranzeige abschreiben) (!Die Basis ignorieren) (!Den Exponenten durch die Basis ersetzen)
Memory
| Logarithmus | gesuchter Exponent |
| Exponentialfunktion | Funktion mit Variable im Exponenten |
| Umkehrfunktion | vertauscht Eingabe und Ausgabe |
| Spiegelachse | Gerade |
| Basiswechsel | Quotient zweier Logarithmen |
| Argument | positive Zahl im Logarithmus |
| Probe | Einsetzen in die Ausgangsgleichung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Potenzform | Exponentialgleichung |
| Logarithmusform | Umkehrschreibweise |
| Spiegelung an der Winkelhalbierenden | Umkehrfunktion |
| Positives Argument | Definitionsbedingung |
| Einsetzen in die Ausgangsgleichung | Ergebniskontrolle |
Kreuzworträtsel
| Logarithmus | Welche Rechenoperation liefert den gesuchten Exponenten? |
| Exponent | Welche Zahl wird beim Logarithmieren gesucht? |
| Umkehrfunktion | Wie heißt die Funktion, die Eingabe und Ausgabe vertauscht? |
| Basis | Wie heißt die Zahl in ? |
| Argument | Wie heißt die Zahl in ? |
| Spiegelung | Welcher geometrische Vorgang verbindet Exponential- und Logarithmusgraph? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Logarithmus-Karten: Erstelle acht Kartenpaare aus Potenzform und passender Logarithmusform.
- Graphen lesen: Zeichne und in dasselbe Koordinatensystem und markiere drei vertauschte Punktpaare.
- Fehlersuche: Erfinde einen typischen falschen Rechenweg zu und korrigiere ihn.
- Taschenrechner-Check: Berechne drei Logarithmen mit Basiswechsel und überprüfe jedes Ergebnis durch Potenzieren.
Standard
- Exponentialgleichungen vergleichen: Löse drei Gleichungen mit unterschiedlich aufgebauten Exponenten und erkläre, warum die Schritte jeweils äquivalent sind.
- Umkehrmodell: Gestalte eine Skizze, die den Weg sichtbar macht.
- Sachmodell: Entwickle ein realistisches Wachstums- oder Zerfallsmodell und formuliere eine Frage, die nur mit einem Logarithmus gelöst werden kann.
- Digitale Prüfung: Vergleiche Taschenrechner, Graph und händischen Rechenweg für dieselbe Exponentialgleichung.
Schwer
- Basiswechsel beweisen: Leite die Basiswechselformel vollständig her und benenne an jeder Stelle die verwendete Regel.
- Gegenbeispiel: Widerlege eine falsche Logarithmusregel mit einem selbst gewählten Gegenbeispiel und erkläre, warum ein einzelnes Gegenbeispiel genügt.
- Allgemeine Lösung: Leite die Lösungsformel für her und notiere alle notwendigen Bedingungen.
- Komplexes Modell: Entwickle ein mehrstufiges exponentielles Modell, bestimme einen Schwellenzeitpunkt logarithmisch und diskutiere die Grenzen Deines Modells.


Lernkontrolle
- Darstellungswechsel: Gegeben ist . Erkläre dieselbe Situation als Gleichung, Logarithmusausdruck, Graphenfrage und Umkehrfunktion.
- Begründung: Begründe formal, warum für zulässige Basen gilt.
- Fehleranalyse: Eine Person behauptet . Prüfe die Behauptung rechnerisch und erkläre den Denkfehler.
- Modelltransfer: In einem Zerfallsmodell ist der Faktor kleiner als . Erkläre, warum ein gesuchter positiver Zeitpunkt trotzdem durch einen Quotienten zweier negativer Logarithmen entstehen kann.
- Beweisidee: Leite den Basiswechsel von zu natürlichen Logarithmen her.
- Gültigkeitsbereich: Untersuche, welche Bedingungen an nötig sind, damit mit dem angegebenen Logarithmusverfahren lösbar ist.
- Modellkritik: Beurteile ein exponentielles Modell nicht nur rechnerisch, sondern auch hinsichtlich Zeitraum, Einheiten und realistischer Annahmen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Du erklärst als Exponenten.
- Du wandelst sicher zwischen Potenz- und Logarithmusform um.
- Du löst Exponentialgleichungen nachvollziehbar.
- Du nutzt den Basiswechsel korrekt und kannst ihn herleiten.
- Du verbindest Term, Graph und Umkehrfunktion.
- Du prüfst Definitionsbedingungen.
- Du führst Proben durch.
- Du analysierst typische Fehler und Gegenbeispiele.
- Du deutest Ergebnisse in exponentiellen Modellen.
- Du begründest, warum ein digital erzeugtes Ergebnis mathematisch plausibel ist.
OERs zum Thema

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