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Mädchenmelancholie - Rilke, Rainer Maria - Gedichtanalyse

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Mädchenmelancholie - Rilke, Rainer Maria - Gedichtanalyse

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Mädchenmelancholie - Rilke, Rainer Maria - Gedichtanalyse

Zielgruppe: Klasse 9–10, mit Vertiefungen für Klasse 11–13

Thema: Erinnerung, Abschied, Sehnsucht und Bildsprache in der Lyrik.

Lernziele: Du untersuchst die Sprechweise, den Aufbau, den Klang und die Bilder eines Gedichts. Du begründest Deine Deutung mit Verszitaten.

Textgrundlage: Rainer Maria Rilke, Mädchenmelancholie, 19 Verse, vier Strophen. Maßgeblich ist die Ausgabe von 1906 aus Das Buch der Bilder.

Rainer Maria Rilke um 1900. Fotograf unbekannt, Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Einleitung

„Mir fällt ein junger Ritter ein“: Mit diesen Worten beginnt Rainer Maria Rilkes Gedicht Mädchenmelancholie.

Eine Stimme erinnert sich an einen jungen Ritter. Sie erzählt von seiner Ankunft und seinem Weggehen. Danach entstehen Bilder von Schmerz, Schönheit und Sehnsucht.

Das Gedicht gehört zur frühen literarischen Moderne. Es verbindet starke Gefühle mit einer kunstvollen Sprache.

Leitfrage: Warum klingt die Erinnerung zugleich schön und traurig?


Quellfassung, Lesefassung und Übersetzung


Quellfassung

Eine Quellfassung zeigt den Text in einer bestimmten historischen Ausgabe.

Unsere Grundlage ist die zweite, sehr vermehrte Ausgabe von Rilkes Das Buch der Bilder aus dem Jahr 1906, Seite 13. Sie wurde im Axel Juncker Verlag veröffentlicht.

Vorhandene Textseite: Gedicht – Mädchenmelancholie – Rilke, Rainer Maria

Überprüfbare Originalquelle: Mädchenmelancholie bei Wikisource.

Historischer Buchscan der verwendeten Ausgabe. Österreichische Nationalbibliothek, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Arbeitsimpuls: Vergleiche den Buchscan mit dem folgenden Text. Achte auf Schreibweisen und Satzzeichen.


Lesefassung – 19 Verse

Eine Lesefassung macht den Originaltext gut lesbar. Sie ist keine Übersetzung. Die folgende Abschrift übernimmt den Wortlaut und die historische Schreibung der Wikisource-Fassung von 1906.

Mir fällt ein junger Ritter ein
fast wie ein alter Spruch.

Der kam. So kommt manchmal im Hain
der große Sturm und hüllt dich ein.
Der ging. So läßt das Benedein
der großen Glocken dich allein
oft mitten im Gebet...
Dann willst du in die Stille schrein,
und weinst doch nur ganz leis hinein
tief in dein kühles Tuch.

Mir fällt ein junger Ritter ein,
der weit in Waffen geht.

Sein Lächeln war so weich und fein:
wie Glanz auf altem Elfenbein,
wie Heimweh, wie ein Weihnachtsschnein
im dunkeln Dorf, wie Türkisstein
um den sich lauter Perlen reihn,
wie Mondenschein
auf einem lieben Buch.

Quelle: Rainer Maria Rilke: Das Buch der Bilder, zweite sehr vermehrte Ausgabe, 1906, S. 13. Wikisource, korrekturgelesene Textfassung.

Weitere Leseansicht: Mädchenmelancholie bei Versbuch.

Die Zeilenzählung läuft von Vers 1 bis Vers 19. Die Strophen umfassen 2, 8, 2 und 7 Verse.

Achtung bei Textvarianten: Andere Ausgaben schreiben beispielsweise „der großen Glocke“ statt „der großen Glocken“. In diesem Kurs gilt die geprüfte Fassung von 1906. Zitate und Versnummern beziehen sich ausschließlich auf sie.


Übersetzung oder Erklärung?

Eine Übersetzung überträgt einen Text in eine andere Sprache. Das Gedicht liegt bereits auf Deutsch vor. Deshalb benötigen wir für diesen Kurs keine Übersetzung.

Eine Verständnishilfe erklärt schwierige Wörter. Sie verändert nicht den Originaltext.

Wort im Gedicht Bedeutung in einfachem Deutsch
Hain (V. 3) Ein kleiner Wald.
Benedein (V. 5) Ein älteres Wort aus dem Umfeld von „benedeien“, also segnen oder lobpreisen.
schrein (V. 8) Verkürzte Form von „schreien“.
Weihnachtsschnein (V. 15) Ein poetisches Bild für das Schneien zur Weihnachtszeit.
lauter Perlen (V. 17) Hier bedeutet „lauter“ so viel wie „nur“ oder „nichts als“.

Wichtig: Eine Erklärung ist noch keine Interpretation. Erst bei einer Interpretation begründest Du, welche Bedeutung die Wörter und Bilder im Gedicht haben könnten.


Das Gedicht verstehen


Die Erinnerung

Der erste Vers lautet:

„Mir fällt ein junger Ritter ein“ (V. 1).

Eine Stimme denkt an einen Ritter zurück. Der Ausdruck „fast wie ein alter Spruch“ (V. 2) lässt die Erinnerung fern und märchenhaft wirken.

Der Ritter kann eine wirkliche Person innerhalb der dargestellten Situation sein. Er kann aber auch ein Wunschbild darstellen. Der Text legt das nicht eindeutig fest.


Begegnung und Abschied

„Der kam.“ (V. 3) und „Der ging.“ (V. 5) sind sehr kurze Aussagen.

Die Begegnung wird mit einem Sturm verglichen. Sie erscheint dadurch heftig und überwältigend.

Nach dem Weggehen bleibt Traurigkeit zurück. Die angesprochene Person möchte schreien. Sie weint aber nur leise.

Oskar von Pistor: Der Abschied, 1900. Gemeinfreies Gemälde. Bildimpuls zum Thema Abschied, keine Originalillustration des Gedichts.

Frage: Wie unterscheiden sich Abschied und Erinnerung im Gedicht von der Darstellung im Gemälde?


Die Erinnerung wird schön

Im letzten Teil wird das Lächeln des Ritters mit mehreren Dingen verglichen.

Dazu gehören Elfenbein, Weihnachtsschnee, Türkisstein, Perlen und Mondenschein.

Diese Bilder können Wärme, Schönheit, Wert und Sehnsucht ausdrücken. Sie beweisen aber nicht, dass der Ritter vollkommen oder die Begegnung glücklich war.


Gedichtanalyse


Wer spricht?

Das lyrische Ich ist die Stimme im Gedicht. Es ist nicht automatisch Rilke selbst.

Die Wörter „Mir fällt“ (V. 1 und 11) zeigen eine erinnernde Ich-Stimme.

Daneben spricht der Text ein „du“ an. Besonders deutlich wird dies in den Versen 8–10.

Der Titel legt eine weibliche Perspektive nahe. Ob die Ich-Stimme selbst das Mädchen ist oder eine andere Person anspricht, bleibt offen.

Deutung: Vielleicht beschreibt das Gedicht eine Erinnerung aus zwei Blickwinkeln. Vielleicht spricht eine Stimme zu sich selbst.

Studyflix: Lyrisches Ich – einfach erklärt. Ergänzendes Lernvideo, keine Analyse speziell dieses Gedichts.


Aufbau und Form

Das Gedicht hat 19 Verse in vier Strophen.

Die Strophen sind unterschiedlich lang. Das kann die Bewegung zwischen kurzer Erinnerung und ausführlicher Gefühlsdarstellung unterstützen.

Die Zeile „Mir fällt ein junger Ritter ein“ kehrt in Vers 11 wieder. Diese Wiederholung verbindet Anfang und Schluss.

Auffällig sind die vielen Reimwörter mit dem Klang „ein“: zum Beispiel „ein“, „allein“ und „hinein“.

Auch „Spruch“, „Tuch“ und „Buch“ bilden eine hörbare Verbindung.

Es gibt deutliche Reimgruppen. Ein einfaches, durchgehendes Paar- oder Kreuzreimschema beschreibt den Text jedoch nicht gut.

Das Gedicht besitzt einen hörbaren Rhythmus. Wegen der unterschiedlichen Zeilenlängen solltest Du kein einheitliches Metrum behaupten, ohne die einzelnen Verse zu prüfen.


Klang und Stille

In Vers 5–7 erscheinen Glocken. Ihr Klang gehört zur religiösen Bildwelt.

Die Verse 8 und 9 enthalten einen starken Gegensatz:

„Dann willst du in die Stille schrein,“ (V. 8)

„und weinst doch nur ganz leis hinein“ (V. 9).

Der Wunsch zu schreien trifft auf leises Weinen. Dieser Gegensatz macht die unterdrückte Traurigkeit deutlich.

Hörimpuls: Glockenklang

Kirchenglocken in Leverkusen. Aufnahme von Natalie, 2007, gemeinfrei. Klangbeispiel, keine historische Aufnahme des Gedichts.

Höraufgabe: Lies die Verse 5–10 und denke dabei an den Glockenklang. Welche Wirkung entsteht?

Klang und Rhythmus vergleichen

Datei:-- Metronome.webm

Animation eines Metronoms von Jesse Labat Randall, CC BY 3.0.

Das Metronom gibt einen regelmäßigen Takt vor. Prüfe, ob Du das Gedicht wirklich gleichmäßig lesen kannst. Achte besonders auf „Der kam.“ und „Der ging.“ und auf die kurzen Schlussverse.


Bildsprache

Rilke nutzt zahlreiche Vergleiche und Bilder.

Textbeleg Beobachtung Mögliche Deutung
„der große Sturm“ (V. 4) Die Begegnung wird mit einem Naturereignis verglichen. Sie wirkt mächtig und überwältigend.
„tief in dein kühles Tuch“ (V. 10) Das Tuch gehört zum stillen Weinen. Es kann Trost oder emotionale Kälte andeuten.
„wie Glanz auf altem Elfenbein“ (V. 14) Das Lächeln wird mit sanftem Glanz verglichen. Die Erinnerung wirkt kostbar und zart.
„wie Heimweh“ (V. 15) Ein Gefühl wird zum Vergleich für das Lächeln. Schönheit und schmerzliche Sehnsucht verbinden sich.
„wie Mondenschein“ (V. 18) Ein Lichtbild steht am Ende. Die Erinnerung kann ruhig, fern und verklärt erscheinen.

Das sind mögliche Deutungen, keine feststehenden Aussagen über Rilkes persönliche Gefühle.

Mittelalterliche Ritterdarstellung von Mestre Pero. Fotografie: Daderot, 2019, CC0.

Bildfrage: Was ist der Unterschied zwischen einem historischen Ritterbild und Rilkes erinnerter Ritterfigur?


Eine Deutung formulieren

Eine mögliche Deutungshypothese lautet:

Das Gedicht zeigt, wie die Erinnerung an eine kurze Begegnung zu einem schönen, aber schmerzhaften inneren Bild wird.

Dafür sprechen die kurze Schilderung von Ankunft und Abschied, das leise Weinen und die vielen sanften Vergleiche am Ende.

Eine andere Deutung sieht im Ritter ein romantisches Ideal. Dieses Ideal ist vielleicht unerreichbar.

Beide Ansätze müssen mit Versen begründet werden.


Epochenkontext: Moderne und Expressionismus


Literarische Moderne

Rilkes Das Buch der Bilder erschien erstmals 1902 und in einer stark erweiterten Ausgabe 1906.

Die Sammlung gehört zur frühen Moderne. Zu ihrem Umfeld gehören Symbolismus und Impressionismus.

Besonders die feinen Stimmungen, Klangwirkungen und symbolischen Bilder passen zu diesen Strömungen.

Rainer Maria Rilke, gemalt von Paula Modersohn-Becker. Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Vergleich mit dem Expressionismus

Der literarische Expressionismus entwickelte sich besonders ab etwa 1910.

Viele expressionistische Gedichte zeigen starke innere Spannungen, Krisen oder gesellschaftliche Umbrüche.

Auch Mädchenmelancholie enthält starke Gefühle und eindrucksvolle Bilder. Das Gedicht entstand jedoch im Umfeld von Rilkes früher Moderne.

Wichtig: Starke Gefühle allein machen ein Gedicht nicht expressionistisch. Für eine Epocheneinordnung brauchst Du mehrere passende Merkmale und einen historischen Zusammenhang.

Das Motiv „Waffen“ (V. 12) ist kein Beweis für einen Bezug zum Ersten Weltkrieg.

Studyflix: Expressionismus Gedichte – Literatur einfach erklärt. Nutze das Video für einen Epochenvergleich.

Vergleichsfrage: Welche Merkmale des Expressionismus findest Du bei Rilke? Welche eher nicht?


Das Gedicht hören

Rainer Maria Rilke: MÄDCHENMELANCHOLIE – Gedicht aus DAS BUCH DER BILDER. Gelesen von Florian Friedrich, veröffentlicht 2017.

Hörauftrag: Höre die Lesung einmal ohne mitzulesen. Markiere danach drei Verse, die besonders traurig, kraftvoll oder zart auf Dich wirken.

Höre anschließend mit der Lesefassung mit. Prüfe Pausen, Betonung und Satzzeichen.

Die YouTube-Aufnahme ist eine vorhandene Interpretation des Gedichts durch die Stimme des Vorlesers. Sie ist keine historische Aufnahme von Rilke.

Zusätzliches Commons-Audio: Aussprache des Autorennamens

Ausspracheaufnahme von Jeuwre, 2024, CC BY-SA 4.0. Diese Datei spricht nur den Namen Rainer Maria Rilke, nicht das Gedicht.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Die folgenden zehn Fragen beziehen sich auf überprüfbare Stellen der Quellfassung von 1906. Lies die Verszitate genau.

Was bedeutet „Mir fällt ein junger Ritter ein“ in Vers 1 für die Sprechsituation? (Die Stimme erinnert sich an einen Ritter) (!Die Stimme stellt einen Ritter persönlich vor) (!Der Ritter erzählt selbst von seiner Kindheit) (!Die Stimme berichtet von einer Schlacht)




Welche Wirkung kann der Vergleich „fast wie ein alter Spruch“ in Vers 2 haben? (Die Erinnerung wirkt fern und überliefert) (!Die Erinnerung wird als wissenschaftlicher Bericht dargestellt) (!Der Ritter wird ausdrücklich als König vorgestellt) (!Die Stimme erklärt eine genaue Jahreszahl)




Womit wird die Ankunft in Vers 3 und 4 verglichen? (Mit einem großen Sturm) (!Mit einem stillen See) (!Mit einem Sonnenaufgang) (!Mit einer Reise auf einem Schiff)




Welche Veränderung zeigen die Aussagen „Der kam“ und „Der ging“ in Vers 3 und 5? (Auf die Ankunft folgt der Abschied) (!Auf den Winter folgt der Sommer) (!Auf das Gebet folgt ein Fest) (!Auf die Erinnerung folgt ein Gespräch)




Was ist mit dem „Benedein“ der Glocken in Vers 5 und 6 verbunden? (Ein religiös geprägter Klang des Segnens) (!Ein militärischer Trommelschlag) (!Das Geräusch eines fahrenden Zuges) (!Ein Lied über die Jagd)




Welcher Gegensatz entsteht durch „schrein“ und „ganz leis“ in Vers 8 und 9? (Laute Klage steht stillem Weinen gegenüber) (!Freude steht lautem Lachen gegenüber) (!Sommer steht Winter gegenüber) (!Hoffnung steht einem Sieg gegenüber)




Welche Beobachtung ist bei „Mir fällt ein junger Ritter ein“ in Vers 1 und 11 richtig? (Die Zeile wird wiederholt) (!Der Ritter erhält einen neuen Namen) (!Die Zeile enthält ein Gespräch mit dem Ritter) (!Die Zeile nennt zwei verschiedene Personen)




Was zeigt die Formulierung „der weit in Waffen geht“ in Vers 12? (Der Ritter wird als fortgehend beschrieben) (!Der Ritter legt seine Waffen im Dorf nieder) (!Der Ritter kehrt ausdrücklich zurück) (!Der Ritter verliert seinen Helm)




Welche Gefühlsfarbe bringt „wie Heimweh“ in Vers 15 in die Reihe der Vergleiche? (Sehnsucht und schmerzliche Erinnerung) (!Spott und Verachtung) (!Übermut und Siegesfreude) (!Gleichgültigkeit und Langeweile)




Welches Bild beendet das Gedicht in Vers 18 und 19? (Mondenschein auf einem lieben Buch) (!Sonnenlicht auf einem Schwert) (!Ein Sturm über dem Meer) (!Eine Glocke auf einem Berg)





Memory

Finde die passenden Begriffspaare. Die Begriffe stammen aus dem Gedicht oder seiner Analyse.

Ritter erinnerte Gestalt
Sturm überwältigende Begegnung
Benedein religiöser Segensklang
Tuch stilles Weinen
Elfenbein zarter Glanz
Mondenschein sanftes Lichtbild





Drag and Drop

Ordne jedem Textmotiv eine mögliche Deutung zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Mögliche Bedeutung
Sturm Überwältigung
Glocken Abschiedsklang
Tuch Zurückgehaltener Schmerz
Perlen Kostbarkeit
Mondenschein Sanfte Erinnerung





Kreuzworträtsel

Finde die Wörter aus dem Gedicht.

Ritter Welche Gestalt fällt der sprechenden Stimme ein?
Sturm Welches Naturereignis dient als Vergleich für die Ankunft?
Glocken Was erklingt im religiösen Bild?
Heimweh Welches schmerzliche Gefühl wird ausdrücklich als Vergleich genannt?
Elfenbein Mit welchem hellen Material wird der Glanz verglichen?
Mondenschein Welches Lichtbild steht am Ende des Gedichts?





LearningApps

Suche nach bereits vorhandenen Lernübungen zu diesem Thema.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Gedicht „Mädchenmelancholie“ wurde von Rainer Maria

geschrieben.
Der Text umfasst insgesamt

Verse.
Die erinnerte männliche Gestalt wird als

bezeichnet.
Die Ankunft wird mit einem großen

verglichen.
Nach dem Fortgehen erscheint das Benedein der großen

.
Die angesprochene Person möchte schreien, weint aber ganz

.
Ein Vergleich beschreibt das Lächeln mit dem Glanz auf altem

.
Das Wort Heimweh verweist auf ein Gefühl von

.
Am Schluss erscheint das Bild des

auf einem Buch.
Die Einordnung des Gedichts gehört zur frühen literarischen

.
Eine Interpretation muss durch passende

begründet werden.




Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Einstieg: Lies zuerst nur die Verse 1–12. Unterstreiche Wörter für Ankunft, Abschied und Trauer. Erkläre die Stelle in Deinen eigenen Worten.

Hilfe 2 – Schreibgerüst: Nutze die Reihenfolge Beobachtung – Zitat – Wirkung – Deutung. Ein Satzanfang könnte sein: „In Vers ... fällt auf, dass ... . Dies könnte zeigen, dass ... .“

Hilfe 3 – Vertiefung: Prüfe mehrere Deutungen. Trenne dabei sichere Beobachtungen von Vermutungen. Berücksichtige auch die Wirkung von Wiederholungen, Reim und kurzen Sätzen.


Offene Aufgaben


Leicht – Kreatives Schreiben

  1. Erinnerungsbrief: Schreibe einen kurzen Brief aus der Sicht des angesprochenen „du“. Beschreibe die Begegnung und den Abschied in etwa 100 Wörtern. Verwende ein nachprüfbares Originalzitat mit Versnummer und kennzeichne Deine übrigen Aussagen als erfundene Gedanken. Hilfe: Orientiere Dich an den Versen 3–10.


Standard – Textgestützte Analyse

  1. Analyseabsatz: Erkläre auf etwa 150 Wörter, wie Rilke Sehnsucht darstellt. Wähle zwei Bilder aus den Versen 13–19. Beschreibe zuerst die Bilder und erkläre dann ihre mögliche Wirkung. Hilfe: Nutze das Schreibgerüst und zwei genaue Verszitate.


Schwer – Epochenvergleich

  1. Literarischer Vergleich: Vergleiche Mädchenmelancholie mit einem selbst gewählten, nachweislich expressionistischen Gedicht, beispielsweise Weltende von Jakob van Hoddis. Untersuche Stimmung, Bilder und sprachliche Form. Schreibe eine begründete Deutung von 250–350 Wörtern mit Belegen aus beiden Gedichten. Hilfe: Prüfe zuerst Erscheinungszeit und Merkmale der Texte; vermeide pauschale Epochenbehauptungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Sprechperspektive: Erkläre, wie die Verbindung von „mir“ und „du“ die Wahrnehmung der Erinnerung verändert. Stütze Deine Überlegung auf zwei Textstellen.
  2. Gegensätze: Zeige, wie laute und leise Bilder zusammenwirken. Übertrage diese Beobachtung auf ein anderes Gedicht Deiner Wahl.
  3. Form und Wirkung: Begründe, warum die vielen ähnlichen Reimklänge die Erinnerung zusammenhalten könnten. Berücksichtige die ungleichen Strophen.
  4. Mehrdeutigkeit: Entwickle zwei unterschiedliche Deutungen der Ritterfigur. Prüfe, welche Textstellen sie jeweils unterstützen und wo Fragen offenbleiben.
  5. Epochenvergleich: Erkläre anhand konkreter Merkmale, warum Du das Gedicht eher der frühen Moderne zuordnest als dem klassischen Expressionismus.


Lernnachweis

Für einen gelungenen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Textverständnis besitzt und den Gedankengang des Gedichts verständlich wiedergibst.
  2. Gedichtanalyse durchführst und Strophen, Verse, Klang und sprachliche Bilder richtig untersuchst.
  3. Lyrisches Ich und den Autor unterscheiden kannst.
  4. Textbelege wortgetreu mit überprüfbaren Versnummern angibst.
  5. Interpretation von sicheren Textbeobachtungen unterscheidest.
  6. Literarische Moderne und Expressionismus anhand konkreter Merkmale vergleichen kannst.

Bewertung: Wichtig sind genaue Textbeobachtungen, verständliche Erklärungen und begründete Deutungen. Eine eigene Interpretation ist möglich, wenn sie durch den Text gestützt wird.




OERs zum Thema

Originaltext und Digitalisat: Mädchenmelancholie – Wikisource

Vorhandene Gedichtseite auf MOOCwiki: Gedicht - Mädchenmelancholie - Rilke, Rainer Maria

Weitere vorhandene Lesefassung: Mädchenmelancholie – Versbuch

Informationen zum Gedichtband: Das Buch der Bilder – Wikipedia

Methode Gedichtanalyse: Serlo – Wie schreibe ich eine gute Gedichtanalyse?

Epochenwissen: Die deutschsprachige Lyrik der Frühen Moderne – wissenschaftlicher Fachbeitrag


Quellen, Lizenzen und Namensnennung

Die verwendeten Medien stammen aus bereits veröffentlichten Quellen. Es wurden keine neuen Bilder, Audioaufnahmen oder Animationen hergestellt.

Wikimedia Commons: Bilder und Buchscan

  1. Rainer Maria Rilke 1900.jpg: Fotograf unbekannt, Aufnahme um 1900, gemeinfrei.
  2. Das Buch der Bilder (Rilke) 013.jpg: Rainer Maria Rilke, Ausgabe 1906, Scan eines Exemplars der Österreichischen Nationalbibliothek, gemeinfrei.
  3. Oskar von Pistor – Der Abschied 1900.jpg: Oskar von Pistor, 1900, gemeinfrei.
  4. Rilke.jpg: Gemälde von Paula Modersohn-Becker, gemeinfrei.
  5. Mittelalterliche Ritterdarstellung: Werk von Mestre Pero, Fotografie Daderot, 2019, CC0 1.0.

Wikimedia Commons: Audio und Animation

  1. Churchbells.ogg: Glockenaufnahme von Natalie, 2007, gemeinfrei.
  2. De-Rainer Maria Rilke.ogg: Sprecher und Urheber Jeuwre, 2024, CC BY-SA 4.0.
  3. -- Metronome.webm: Animation von Jesse Labat Randall, 2018, CC BY 3.0.

Alle Commons-Medien werden unverändert eingebunden. Die Dateiseiten enthalten zusätzliche Informationen zu Quelle, Urheber und Lizenz.

YouTube: Die Lesung von Florian Friedrich und die Lernvideos von Studyflix sind über ihre Original-URLs eingebunden. Die Rechte an den Aufnahmen verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Eine freie Lizenz wird nicht unterstellt. Das Einbetten ist keine Freigabe zur Weiterverbreitung der Videodateien.

Textrechte: Rilkes Gedicht ist in Deutschland gemeinfrei. Rilke starb 1926; die reguläre urheberrechtliche Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Todesjahr ist abgelaufen. Der Text wurde anhand der Wikisource-Ausgabe von 1906 geprüft.

Wortbedeutungen: Duden – benedeien und Duden – lauter.


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