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Literatur verstehen - Tod und Teufel (Totentanz) - Frank Wedekind

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Literatur verstehen - Tod und Teufel (Totentanz) - Frank Wedekind

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Einleitung

Frank Wedekind: „Tod und Teufel (Totentanz)“ ist ein kurzes, aber anspruchsvolles Theaterstück in drei Szenen aus dem Jahr 1905. Eine Frauenrechtlerin will eine junge Frau aus einem Bordell befreien. Der Betreiber des Hauses verwickelt sie in einen gefährlichen Streit über Moral, Geld, Liebe und Macht. Danach erlebt das Publikum eine Begegnung mit der jungen Frau selbst. Das Drama zeigt Gewalt, Abhängigkeiten und ein tragisches Ende. Es ist keine Anleitung für richtiges Verhalten: Du sollst die Aussagen der Figuren kritisch prüfen.

Für wen? Klassen 11–13; einzelne gekürzte Textausschnitte auch für Klassen 9–10 mit pädagogischer Begleitung. Inhaltshinweis: Der historische Text enthält sexualisierte Ausbeutung, Drohungen, körperliche Gewalt und einen Suizid. Du musst diese Szenen nicht nachspielen oder persönliche Erfahrungen erzählen. Nutze bei Bedarf eine sachliche Zusammenfassung.

Lernziele: Du kannst den Aufbau in drei Szenen erklären, die Interessen der Figuren unterscheiden, kurze Originalzitate belegen, Regieanweisungen deuten, historische Wertungen von heutigen Menschenrechten abgrenzen und eine eigene begründete Deutung formulieren.

Vorhandene MOOCwiki-Buchausgabe mit Volltext: Buch – Tod und Teufel (Totentanz) – Wedekind, Frank. Lies dort den Originaltext. Die Buchseite wird nur verlinkt; hier entsteht keine zweite Buchausgabe. Als unabhängig geprüfte Vergleichstexte dienen TextGrid Repository, Volltext nach der Werkausgabe von 1969 und Projekt Gutenberg, Georg-Müller-Ausgabe 1913. Vergleiche Schreibweisen stets mit der tatsächlich geöffneten Ausgabe.

Frank Wedekind (Porträt; Wikimedia Commons, gemeinfrei).


Werk, Volltext und Entstehungszeit


Das Werk in Kürze

Wedekind lebte von 1864 bis 1918. Er schrieb Dramen, trat als Schauspieler auf und kritisierte gesellschaftliche Tabus. „Totentanz“ entstand 1905; später wurde auch der Titel „Tod und Teufel“ verwendet. Das Drama ist in drei Szenen gegliedert. Das ist wichtig: Es handelt sich weder um einen Roman noch um eine Erzählung. Es lebt vom Gespräch, von Beobachtung und von überraschenden Rollenwechseln. Die Uraufführung fand 1906 statt. Biografie beim Deutschen Historischen Museum


Welche Fassung lese ich?

Die ursprüngliche Sprache des Dramas ist Deutsch. Eine deutsche Übersetzung aus einer anderen Originalsprache ist also nicht erforderlich. Auf der Titelseite der historischen Ausgabe steht jedoch ein griechisches Motto mit dem Hinweis auf Matthäus 21,31. Unterscheide dieses Motto vom deutschsprachigen Dialog. Prüfe anhand der Buchseite, ob Vorwort, Schreibweise, Satzzeichen und Szenenaufteilung mit der Ausgabe von 1913 oder der TextGrid-Fassung übereinstimmen. Eine moderne Übertragung in einfache Sprache wäre eine Bearbeitung, nicht Wedekinds Wortlaut.

Leseauftrag zur Buchausgabe: Öffne den Volltext und notiere Autor, Titel, Erscheinungsangabe der benutzten Ausgabe sowie den Beginn und das Ende jeder Szene. Wenn zwei Ausgaben anders schreiben, halte beide Lesarten samt Quelle fest. Schreibe nie eine vereinfachte Fassung als angebliches Originalzitat auf.


Die historische Situation

Um 1900 stritt die Gesellschaft über die Rolle von Frauen, die bürgerliche Moral und das Recht auf Selbstbestimmung. Wedekind lässt gegensätzliche Stimmen auftreten. Ein Mann, der von Ausbeutung profitiert, gibt sich im Gespräch als kluger Moralexperte aus. Gerade dadurch wird seine Argumentation fragwürdig. Die Geschichte darf nicht als Bericht über alle Frauen oder Männer jener Zeit gelesen werden.


Die Handlung: drei Szenen lesen


Erste Szene: Elfriede und Casti Piani

Elfriede von Malchus engagiert sich gegen Mädchenhandel. Sie sucht eine junge Frau, die früher im Haushalt ihrer Familie lebte. Marquis Casti Piani hat sie in seinem Haus unter Kontrolle. Elfriede wirft ihm Ausbeutung vor; er stellt sich als verständiger Gesellschaftskritiker dar. Dabei lenkt er das Gespräch immer wieder auf Elfriede selbst. Der Streit kippt in persönliche Abhängigkeit und Gewalt.

Textstelle A – Anfang: Elfriede fragt: „Wie lange will man mich hier noch warten lassen!“ (TextGrid: Beginn des Stücktexts, erster Auftritt Elfriedes.) Die mehrfache Wiederholung und die Pausen zeigen Unsicherheit und steigende Spannung.

Leseaufgabe A: Markiere im Anfangsdialog drei Versuche, das Gespräch zu bestimmen. Finde eine Stelle, an der Elfriede eine klare Forderung formuliert, und eine Stelle, an der Casti Piani ausweicht. Frage: Wer kontrolliert die Situation tatsächlich?

Gestufte Hilfe: 1. Unterstreiche Aufforderungen und Fragen. 2. Vergleiche, wer wem eine Antwort verweigert. 3. Begründe mit der Regieanweisung, weshalb scheinbar höfliche Worte trotzdem bedrohlich wirken.


Zweite Szene: Lisiska und Herr König

Elfriede und Casti Piani beobachten versteckt eine Begegnung zwischen Lisiska und Herrn König. Es geht um Begehren, Leiden und Gewalt. Herr König reagiert anders, als Lisiska erwartet. Das Gespräch ist verstörend und lässt keine einfache Antwort auf Schuld und Selbstbestimmung zu. Achte auf den Machtkontext des Hauses: Eine Äußerung unter Zwang ist nicht einfach ein Beweis freier Zustimmung.

Textstelle B – Gespräch mit Herrn König: Lisiska sagt: „Ich bin nicht Ihr Eigentum“ (TextGrid: Dialog Lisiska/Herr König). Das ist eine deutliche Aussage gegen Besitzansprüche. Ihre übrigen Sätze können widersprüchlich wirken. Ein Widerspruch ist für deine Analyse eine Beobachtung, kein Grund, Gewalt zu rechtfertigen.

Leseaufgabe B: Suche unmittelbar vor und nach dieser Stelle je eine Äußerung von Herrn König. Beschreibe, worin Lisiska widerspricht. Unterscheide Figurenrede, Deutung und eigene Bewertung.

Gestufte Hilfe: 1. Wer spricht gerade mit wem? 2. Welche Wörter gehören zu Eigentum und Freiheit? 3. Wie verändert das wirtschaftliche und soziale Machtgefälle die Bedeutung des Gesprächs?


Dritte Szene und Schluss: die Krise

Nach der Beobachtung kehrt das Stück zum Konflikt zwischen Elfriede und Casti Piani zurück. Die Positionen der Figuren verschieben sich weiter. Casti Piani verzweifelt und verletzt sich mit einem Revolver tödlich. Die anwesenden jungen Frauen treten am Ende ebenfalls auf. Beachte: Diese Bühnenhandlung ist kein Vorbild und soll nicht bildlich nachgestellt werden. Wer diese Passage nicht lesen möchte, arbeitet mit dieser Zusammenfassung.

Leseaufgabe C: Wähle eine Regieanweisung aus dem Schluss, die ohne grafische Einzelheiten besprochen werden kann. Erkläre, wie sie die Machtverhältnisse verändert. Nenne zwei Interpretationsmöglichkeiten, ohne eine Absicht des Autors als bewiesen auszugeben.


Figuren, Macht und widersprüchliche Aussagen


Vier Perspektiven

  • Elfriede von Malchus: will einer jungen Frau helfen. Gleichzeitig ist sie selbst für Beeinflussung empfänglich. Frage: Warum verändert sich ihre Haltung?
  • Marquis Casti Piani: betreibt den Handel mit Frauen und rechtfertigt sein Geschäft rhetorisch. Seine Aussagen sind keine neutralen Fakten über Moral.
  • Lisiska: steht im Mittelpunkt der Auseinandersetzung, spricht aber auch selbst. Suche nach ihrer eigenen Wortwahl und ihren Grenzen.
  • Herr König: ist ein Kunde. Seine Reaktionen helfen dir zu verstehen, wie die zweite Szene Erwartungen bricht.

Merksatz: Zwischen einer Behauptung im Stück und einer Aussage des Autors liegt ein Unterschied. Ein Charakter kann überzeugend sprechen und dennoch manipulieren.

Arbeitsmethode:

  1. Schreibe die wörtliche Behauptung einer Figur mit Fundstelle auf.
  2. Notiere ihre Interessen und ihre Handlung im selben Abschnitt.
  3. Prüfe Gegenbelege aus anderen Figurenreden.
  4. Formuliere erst danach deine eigene Deutung.

Porträtzeichnung von Fritz Wolff aus dem Jahr 1918: künstlerische Darstellung, kein Bild einer Dramenfigur (gemeinfrei).


Argumente und Gegenargumente

Casti Piani benutzt wirtschaftliche Vergleiche und wertende Begriffe. Er stellt sich zeitweise sogar als „Moralist“ dar. Das kann ironisch wirken, weil sein Verhalten die behauptete Moral widerlegt. Elfriede zeigt Empörung, gerät aber in die Logik seines Gesprächs. Lisiska ist keine bloße Requisite: Ihre Rede macht die Lage komplizierter. Prüfe bei allen Figuren, ob Argument und Handeln zueinander passen.

Mini-Debatte: Formuliere einen sachlichen Einwand gegen Casti Pianis Behauptung, Ausbeutung sei ein Geschäft wie jedes andere. Nutze den Begriff Machtgefälle. Niemand muss dabei eine problematische Position persönlich verteidigen.


Sprache, Aufbau und Theater


Textbeleg statt Vermutung

Textstelle C – Selbstdarstellung: Casti Piani sagt: „Ich bin – – – Moralist!“ (TextGrid: erstes großes Streitgespräch.) Die unterbrochene Rede kann eine Pause, Betonung oder Selbstinszenierung anzeigen. Erkläre diese Wirkung, statt die Äußerung automatisch für wahr zu halten.

Regieanweisung nennt man die Angaben über Bewegungen, Pausen, Kleidung oder Bühne. Am Anfang warten zwei rote Polstersessel in einem Raum mit verhängten Fenstern. Efeuwände schaffen Orte, von denen aus Personen heimlich beobachten können. Damit erhält auch das Publikum Wissen, das einzelne Figuren nicht haben.

Dramatischer Aufbau: Die drei Szenen steigern den Konflikt: Gespräch – Beobachtung – Krise. Der Wechsel zwischen Reden, Zuhören und Verbergen verstärkt die Spannung. Du untersuchst eine Inszenierung des Streits, nicht nur einen Text über Moral.


So belege ich eine Interpretation

Schreibe in drei Schritten: Beobachtung („Elfriede wiederholt die Frage“); Beleg (exakte Wörter aus dem Volltext mit Szenenangabe); Deutung („Die Wiederholung wirkt ungeduldig und macht ihre Unsicherheit sichtbar“). Ein anderes Verständnis bleibt möglich, wenn es ebenfalls am Text begründet wird.

Vergleichsaufgabe: Vergleiche eine Stelle in Dialogform mit einer Regieanweisung. Welche Informationen fehlen, wenn du nur die gesprochene Rede liest? Nutze die Buchausgabe und prüfe im TextGrid-Volltext die Schreibweise.


Moderne und das Motiv Totentanz


Kein einzelnes Epochenetikett

Um 1900 entwickelten sich mehrere literarische Richtungen gleichzeitig: Naturalismus, Symbolismus, Jugendstil, Wiener Moderne und frühe Formen des Expressionismus. Das gesamte frühe 20. Jahrhundert hat keine einheitliche Stilrichtung. Wedekinds provokantes Drama steht in diesem vielfältigen Umfeld; es ist nicht einfach ein typisches Beispiel für jede dieser Richtungen.

Der Symbolismus arbeitet häufig mit Andeutungen und Bildern. Die Wiener Moderne ist unter anderem mit psychologischen Konflikten, dem Ich und Sprachexperimenten verbunden. Beides kann eine Vergleichsperspektive bieten, aber ein einzelnes Motiv beweist keine Epochenzugehörigkeit. Wedekinds gesellschaftskritische Dialoge und die harte Bühnensituation verdienen eine eigene Betrachtung.

Otto Mueller, „Tänzerin mit Schleier, von einem Mann beobachtet“, um 1903: ein zeitnahes Kunstwerk zum Blickverhältnis, keine Illustration des Wedekind-Dramas (gemeinfrei).


Was bedeutet „Totentanz“?

In der älteren Kunst erinnert der Totentanz daran, dass Menschen aller Stände sterblich sind. Wedekinds Untertitel greift das Wort auf; in seinem Drama tritt aber keine klassische mittelalterliche Skelett-Tanzgruppe auf. Er verbindet die Frage nach dem Tod mit gesellschaftlicher Moral, Abhängigkeit und Selbstzerstörung. Ob das Motiv eine allgemeine Aussage über die Gesellschaft trägt, musst du am Text prüfen.

Historischer Totentanz nach Hans Holbein dem Jüngeren (gemeinfrei): Vergleichsmotiv, keine Szene des Stücks.

Moderne Skelett-Animation von Kurt Kaiser (CC0): Untersuche den Unterschied zwischen einem heutigen Bewegungsbild und Wedekinds literarischem Titel. Keine Aufführung des Dramas.

Hörvergleich: – Franz Liszt, „Totentanz“, Klavier Neal O'Doan und Orchester. Das Musikstück stammt aus einem anderen Kunstwerk und wird hier nur als Hörvergleich zum Motiv genutzt. Beschreibe Tempo und Stimmung ohne eine musikalische Verbindung zu Wedekinds Aufführung zu behaupten.

YouTube als Theatervergleich: Eine Hochschulseite der LMU München verlinkt einen Trailer zu einer mehrsprachigen Inszenierung von Wedekinds anderem Drama „Frühlings Erwachen“. Beobachte, wie Bühne, Körper und Pausen Bedeutung erzeugen; der Trailer ist keine Verfilmung von „Tod und Teufel“. Externe Videos unterliegen eigenen Nutzungsbedingungen.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz

Welche Gattung hat „Tod und Teufel“? (Ein Drama in drei Szenen) (!Ein Briefroman) (!Ein Gedichtzyklus) (!Ein Märchen)




Wer sucht die junge Frau im Haus auf? (Elfriede von Malchus) (!Herr König) (!Franz Liszt) (!Fritz Wolff)




Welche Aufgabe hat Casti Piani in der Handlung? (Er betreibt das Haus und verteidigt sein Geschäft) (!Er ist Elfriedes Bruder) (!Er führt Regie bei der Uraufführung) (!Er schreibt einen Theaterbericht)




Welche Figur spricht mit Herrn König? (Lisiska) (!Elfriede) (!Mutter Adele) (!Fritz Wolff)




Welche Funktion haben die Efeuwände auf der Bühne? (Sie machen heimliches Beobachten möglich) (!Sie zeigen den Weg nach draußen) (!Sie ersetzen sämtliche Schauspieler) (!Sie sind das antike Griechenland)




Was ist eine Regieanweisung? (Eine Bühnenangabe über Handlungen oder Spielweise) (!Ein persönlicher Brief an das Publikum) (!Eine Aussage der historischen Forschung) (!Eine Liste von Verlagen)




Wie geht man mit problematischen Behauptungen Casti Pianis um? (Man prüft sie anhand von Handeln und Gegenbelegen) (!Man übernimmt sie als Meinung des Autors) (!Man entfernt alle widersprechenden Sätze) (!Man versteht sie als gültiges Gesetz)




In welcher Sprache wurde das Drama ursprünglich geschrieben? (Deutsch) (!Englisch) (!Altgriechisch) (!Französisch)




Was ist über die literarische Moderne richtig? (Verschiedene Strömungen bestehen nebeneinander) (!Alle Werke verwenden dieselben Stilmittel) (!Nur der Symbolismus existiert) (!Sie beginnt erst nach dem Jahr 2000)




Wie sollte eine Textdeutung begründet werden? (Mit überprüfbaren Textstellen und nachvollziehbaren Gründen) (!Mit einem frei erfundenen Zitat) (!Mit einer ungeprüften Internetbehauptung) (!Mit dem Verzicht auf die Lektüre)





Memory-Spiel

Ordne jedem Begriff genau eine Erklärung zu.

Elfriede Aktivistin gegen den Mädchenhandel
Casti Piani Betreiber des Hauses und Gesprächsgegner
Lisiska Junge Frau im beobachteten Gespräch
Herr König Besucher, der Lisiska begegnet
Regieanweisung Textangabe über das Bühnengeschehen
Totentanz Überliefertes Bildmotiv der Sterblichkeit





Drag and Drop

Verbinde die analytischen Fachbegriffe mit der passenden Tätigkeit.

Gesuchter Begriff Beschreibung
Textbeleg Wörtliche Stelle samt genauer Fundangabe
Figurenrede Äußerung einer Person innerhalb des Dramas
Deutung Begründete Erklärung einer möglichen Bedeutung
Kontext Historische Umstände des Werks
Inszenierung Umsetzung eines Dramas auf der Bühne





Kreuzworträtsel

Elfriede Wie lautet der Vorname der Aktivistin von Malchus?
Lisiska Wie heißt die junge Frau im Gespräch mit dem Besucher?
Marquis Welchen Adelstitel führt Casti Piani?
Dialog Wie heißt ein Gespräch zwischen Figuren im Drama?
Bühne Wo werden die Szenen eines Theaterstücks dargestellt?
Totentanz Welches Motiv der Sterblichkeit steht im Untertitel?





LearningApps

Suche passende zusätzliche Zuordnungsübungen. Suchergebnisse sind nicht automatisch von der Kursredaktion geprüft.


Lückentext

Vervollständige die Sätze.
Das Werk ist ein Drama mit drei

.
Die Aktivistin heißt

von Malchus.
Casti Piani begegnet ihr in einem Streit über

.
Der Besucher der jungen Lisiska heißt Herr

.
Angaben zu Bewegungen und Pausen sind

.
Eine Deutung braucht einen genauen

.
Die literarische Moderne umfasst verschiedene

.
Der Untertitel verweist auf das Motiv

.




Offene Aufgaben

Bearbeite mindestens eine Schlüsselaufgabe pro Schwierigkeitsgrad. Insgesamt stehen zwölf Aufgaben bereit. Bei heiklen Passagen darfst du dich auf Sprache und Macht statt auf Gewaltdetails konzentrieren.


Leicht

  1. Schlüsselaufgabe – Wiederholung: Suche die wiederholte Frage Elfriedes am Stückanfang. Notiere das exakte Zitat und erkläre in zwei Sätzen seine Wirkung. Hilfe: Achte auf Pausen und Ausrufezeichen.
  2. Figurenkarte: Zeichne eine Karte der vier Hauptfiguren mit Pfeilen für Gespräch, Einfluss und Beobachtung. Hilfe: Beginne mit Elfriede und Casti Piani.
  3. Textsorten erkennen: Unterscheide an vier kurzen Stellen Figurenrede und Regieanweisung. Hilfe: Wer spricht, und wer beschreibt die Bühne?
  4. Historische Wörter: Erkläre drei heute ungewohnte Wörter aus deiner Volltextausgabe in einfacher Sprache. Hilfe: Belege Bedeutung und Quelle.


Standard

  1. Schlüsselaufgabe – Überzeugung: Untersuche in einem Absatz, wie Casti Piani Elfriede sprachlich beeinflusst. Nutze zwei genaue Fundstellen und einen Gegenbeleg. Hilfe: Prüfe, ob sein Verhalten zu seinen Worten passt.
  2. Stimmen vergleichen: Vergleiche Elfriedes Position vor und nach dem Gespräch. Nutze eine kurze Tabelle und zwei Textbelege. Hilfe: Betrachte die jeweiligen Forderungen.
  3. Bühnenbild erklären: Entwirf einen Grundriss des Zimmers nach der Regieanweisung und beschrifte die Verstecke. Hilfe: Überlege, wer wen sehen kann. Keine Gewaltszene darstellen.
  4. Ausgabenvergleich: Vergleiche dieselbe kurze Stelle in MOOCwiki, TextGrid und der Ausgabe von 1913. Dokumentiere Originalschreibung, Satzzeichen und mögliche Abweichungen. Hilfe: Gleiche nicht stillschweigend an.


Schwer

  1. Schlüsselaufgabe – Deutung: Prüfe die These, Casti Pianis Selbstbezeichnung als Moralist sei ironisch. Schreibe eine Erörterung mit zwei Belegen, einem möglichen Einwand und einem Urteil. Hilfe: Unterscheide Behauptung und Handlung.
  2. Epochenvergleich: Vergleiche das Drama mit Merkmalen des Naturalismus, Symbolismus und der Wiener Moderne. Belege Ähnlichkeiten und Grenzen; ordne das Werk nicht schematisch zu.
  3. Freiheit und Abhängigkeit: Erörtere den Unterschied zwischen einer ausgesprochenen Entscheidung und einer Entscheidung unter Machtgefälle. Nutze Figurenreden und heutige Begriffe wie Selbstbestimmung, ohne den historischen Text umzuschreiben.
  4. Totentanz in mehreren Medien: Vergleiche Holbeins Bildmotiv mit Liszts Musik und Wedekinds Drama. Trenne gemeinsame Titelmotive von tatsächlichen historischen Bezügen; füge überprüfbare Quellen und Lizenzangaben hinzu.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Belegen: Erkläre an einem exakten Satz von Elfriede, wie Wiederholung die Situation auf der Bühne verändert.
  2. Argumentationskritik: Zeige mit zwei Belegen, wie Casti Piani seine Interessen hinter moralischen Wörtern verbirgt.
  3. Perspektivwechsel: Begründe, warum Lisiska nicht nur anhand von Äußerungen der anderen Figuren beschrieben werden sollte.
  4. Bühnenwirkung: Erkläre, wie das heimliche Beobachten die Zuschauerinnen und Zuschauer in eine besondere Position versetzt.
  5. Kontextualisieren: Nenne zwei Strömungen um 1900 und erkläre, warum sie keine einheitliche Schublade für Wedekind bilden.
  6. Quellenvergleich: Dokumentiere eine echte Textvariante nur dann, wenn du sie in zwei Ausgaben nachweisen kannst; sonst vermerke ausdrücklich, dass keine Abweichung gefunden wurde.




Lernnachweis

Wissen: Du kennst Autor, Gattung, drei Szenen, Figuren und wichtige Konflikte. Fertigkeiten: Du zitierst genau, unterscheidest Rede und Regieanweisung, überprüfst Aussagen und kennzeichnest historische Fassungen. Produkt: Sammle drei kurze Textanalysen verschiedener Schwierigkeitsgrade und eine Figurenkarte oder einen Ausgabenvergleich. Transfer: Erkläre an einem frei gewählten Beispiel, warum starke Rhetorik nicht automatisch eine gerechte Handlung bedeutet. Persönliche Erlebnisse sind für diesen Lernnachweis nicht erforderlich.




OER und Wikipedia

Lektüre und Sekundärquellen:

Mediennachweise: Die folgenden Werke stammen aus externen Wikimedia-Commons-Dateiseiten. Die Bilder und Animation sind keine originalen Bühnenaufnahmen dieses Stücks. „Gemeinfrei“ bezeichnet die von Commons ausgewiesene Lizenzlage; die verlinkten Dateiseiten erläutern Details.

Verwendete Datei Urheber und Gegenstand Quelle Rechteangabe
File:Frank Wedekind.jpg Fotograf nicht angegeben; Porträt Frank Wedekinds Wikimedia Commons Gemeinfrei / Public Domain Mark
File:Frank Wedekind, gezeichnet von Fritz Wolff, 1918.png Fritz Wolff, Porträtzeichnung 1918 Wikimedia Commons Gemeinfrei
File:Otto Mueller - Tänzerin mit Schleier, von einem Mann beobachtet - ca 1903.jpg Otto Mueller, Gemälde um 1903 Wikimedia Commons Gemeinfrei
File:Totentanz.gif Hans Holbein der Jüngere, historisches Totentanzmotiv Wikimedia Commons Gemeinfrei
File:Skeleton-Black-Forward-v2.gif Kurt Kaiser, moderne Animationsgrafik Wikimedia Commons CC0 1.0
File:Liszt Totentanz.ogg Franz Liszt, „Totentanz“; Klavier Neal O'Doan und Orchester; Aufnahme aus der Pandora Music Collection Wikimedia Commons CC BY-SA 2.0; Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen

YouTube-Nachweis: LMU München, Studiobühne „Frühlings Erwachen“ (2012/13), offizieller Verweis auf den Trailer – Videolink. Externes Videomaterial ist nicht als OER ausgewiesen; bitte nur unter den dort geltenden Bedingungen ansehen oder einbetten. Die Hochschule nennt Inszenierung, Regie und Beteiligte. Direkte Verfügbarkeit kann sich ändern.



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