Lehren für Schmiedearbeiten herstellen - Schmied


Lehren für Schmiedearbeiten herstellen - Schmied
Lehren für Schmiedearbeiten herstellen - Schmied
Einleitung
Beim Schmieden entsteht die Form eines Werkstücks schrittweise durch Druck und Schlag. Besonders bei wiederkehrenden Werkstücken wie Haken, Schnörkeln, Laschen, Beschlägen oder Bauteilen für Geländer muss die Form nicht nur handwerklich sauber, sondern auch wiederholbar sein. Dafür verwendest Du Lehren: Prüfmittel, mit denen Du Maße, Winkel, Radien oder Konturen schnell mit einer Sollvorgabe vergleichst.
Eine Lehre liefert meist keinen Zahlenwert. Sie zeigt Dir unmittelbar, ob ein Werkstück in die vorgesehene Kontur passt, ob eine Gutseite durchgeht oder ob eine Ausschussseite nicht durchgehen darf. In der Schmiedewerkstatt werden dafür unter anderem Konturlehren, Winkel- und Biegelehren, Radiuslehren, Längenlehren, Rachenlehren und Lehrdorne eingesetzt. In der Werkstattsprache werden einfache Konturlehren häufig auch als Schablonen bezeichnet. Fachlich solltest Du unterscheiden: Eine Schablone dient oft dem Übertragen oder Vergleichen einer Form, während eine Prüflehre eine festgelegte Prüfaufgabe mit definierten Grenzbedingungen erfüllt.

Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende im Metallbau, in der Metallgestaltung und in der Schmiedetechnik. Du lernst, eine geeignete Lehrenart auszuwählen, eine Zeichnung auszuwerten, Bezugskanten festzulegen, die Lehre fachgerecht herzustellen und ihre Funktion zu prüfen. Die praktische Ausführung darf nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und den betrieblichen Regeln erfolgen.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du den Unterschied zwischen Messen und Lehren erklären, geeignete Lehren für typische Schmiedearbeiten auswählen, Sollmaße und Toleranzen aus technischen Unterlagen übernehmen, eine einfache Kontur- oder Biegelehre planen, herstellen, kennzeichnen und prüfen sowie typische Fehlerquellen und Sicherheitsmaßnahmen begründen.
Fachliche Grundlagen
Messen, Prüfen und Lehren
Messen bedeutet, eine physikalische Größe mit einer Einheit zu bestimmen. Mit einem Messschieber erhältst Du beispielsweise einen Zahlenwert für Breite, Dicke oder Durchmesser. Lehren bedeutet dagegen, ein Werkstück mit einer festgelegten Form oder einem Grenzmaß zu vergleichen. Das Ergebnis lautet häufig gut, nicht gut oder Nacharbeit erforderlich.

In der Ausbildung ist die Reihenfolge wichtig: Zuerst wertest Du Zeichnung, Arbeitsauftrag und Toleranzen aus. Danach entscheidest Du, ob ein Zahlenwert benötigt wird oder ob eine Lehre für die schnelle und wiederholbare Prüfung zweckmäßiger ist. Eine Lehre ersetzt nicht automatisch alle Messungen. Sie muss selbst hergestellt, geprüft, gekennzeichnet und in die betriebliche Prüfmittelüberwachung einbezogen werden.
Wichtige Fachbegriffe
- Nennmaß: Das in der Zeichnung angegebene Sollmaß, von dem zulässige Abweichungen ausgehen.
- Toleranz: Der zulässige Bereich zwischen oberem und unterem Grenzmaß.
- Bezugskante: Eine festgelegte Kante oder Fläche, von der aus geprüft oder bemaßt wird.
- Prüffläche: Der Teil der Lehre, der mit dem Werkstück verglichen wird.
- Gutseite: Die Seite einer Grenzlehre, die bei einem guten Werkstück passen oder durchgehen muss.
- Ausschussseite: Die Seite einer Grenzlehre, die bei einem guten Werkstück nicht passen oder nicht durchgehen darf.
- Zunder: Oxidschicht, die sich beim Erwärmen von Stahl bildet und das Prüfergebnis beeinflussen kann.
- Rückfederung: Elastische Formänderung nach dem Entlasten, besonders beim Biegen.
- Wärmedehnung: Größenänderung eines Werkstücks durch Erwärmung.
- Prüfmittelüberwachung: Geplante Kontrolle, Kennzeichnung und Dokumentation von Prüfmitteln.
Lehrenarten für Schmiedearbeiten
Konturlehre oder Prüfschablone: Sie bildet eine Außen- oder Innenkontur ab. Du erkennst Lichtspalte, Übermaß oder fehlende Ausformung. Sie eignet sich beispielsweise für Haken, Bögen, Schnörkel und wiederkehrende Zierteile.
Winkel- und Biegelehre: Sie prüft Winkel, Schenkellängen und Biegelagen. Eine eindeutige Anlagekante verhindert, dass das Werkstück verkantet aufgelegt wird.

Radiuslehre: Sie vergleicht Innen- oder Außenradien. Bei Schmiedeteilen sollte die Prüfkante so gestaltet sein, dass Zunder, Übergangsrundungen oder ein vorgeschriebener Freiraum das Ergebnis nicht verfälschen.
Längen- oder Anschlaglehre: Sie prüft eine Länge zwischen festen Anschlägen. Sie ist besonders nützlich, wenn viele gleiche Werkstücke hergestellt werden.
Rachenlehre: Sie prüft Dicken oder Breiten. Bei einer Grenzrachenlehre muss die Gutseite ohne Gewalt über das Werkstück gehen; die Ausschussseite darf nicht darübergehen.
Lehrdorn: Er prüft Bohrungen oder gelochte Bereiche. Bei einer Grenzlehre muss die Gutseite passen und die Ausschussseite darf nicht passen. Geschmiedete oder gestanzte Löcher müssen vor der Prüfung abgekühlt, entzundert und gegebenenfalls nachbearbeitet sein.

Fühlerlehre: Sie dient zur Bestimmung kleiner Spalte. In Verbindung mit einer Richtkante kann sie helfen, Abweichungen sichtbar zu machen. Sie ist nicht für den Kontakt mit glühenden Werkstücken bestimmt.

Auswahl der geeigneten Lehre
Die Lehrenart richtet sich nach der Prüfaufgabe. Für eine dekorative Kontur ist eine Prüfschablone meist sinnvoller als ein Messschieber. Für eine Bohrung brauchst Du eher einen Lehrdorn. Für eine Biegung sind Anlagefläche, Winkel und Schenkellage entscheidend. Bei sicherheitsrelevanten oder eng tolerierten Bauteilen gelten die betriebliche Prüfanweisung, die Zeichnung und gegebenenfalls Normen; eine selbst gefertigte Werkstattlehre darf diese Vorgaben nicht eigenmächtig ersetzen.
Prüfe vor der Konstruktion:
- Welche Merkmale sind funktionsentscheidend?
- Wird warm, handwarm oder kalt geprüft?
- Welche Bezugskante legt die Lage des Werkstücks fest?
- Ist eine Gut-Ausschuss-Aussage ausreichend oder wird ein Messwert benötigt?
- Wie wird Fehlauflage verhindert?
- Wie werden Zunder, Übergangsradius und Nachbearbeitungszugabe berücksichtigt?
- Wie kann die Lehre sicher gehalten und eindeutig gekennzeichnet werden?
Planung und Konstruktion
Technische Unterlagen auswerten
Grundlage sind Zeichnung, Skizze, Musterteil, Arbeitsplan und Prüfanweisung. Übernimm Nennmaße, Toleranzen, Radien, Winkel, Symmetrien und Bearbeitungszugaben. Markiere die funktionswichtigen Merkmale. Lege danach ein Bezugssystem fest: Das Werkstück muss immer an denselben Flächen oder Kanten anliegen. Eine Lehre ohne eindeutigen Bezug kann trotz sauberer Fertigung falsche Ergebnisse liefern.
Bei einem geschmiedeten Haken kann beispielsweise die Stirnfläche des Schafts als Längenbezug und die Schaftachse als Lagebezug dienen. Die Innenkontur des Hakens wird dann gegen die ausgeschnittene Prüfkante gehalten. Ein Freiraum am Übergang vom Schaft zum Bogen verhindert, dass ein unvermeidbarer Schmiederadius die Anlage verfälscht.
Warm- oder Kaltprüfung
Ein heißes Werkstück ist größer als dasselbe Werkstück bei Raumtemperatur. Außerdem können Zunder, Rückfederung und nachfolgende Bearbeitung das Ergebnis verändern. Deshalb muss auf der Lehre deutlich stehen, ob sie für warm, handwarm oder kalt vorgesehen ist.
Für eine überschlägige Betrachtung der Wärmedehnung kann folgende Beziehung verwendet werden:
Bei einer kalten Soll-Länge von 200 mm, einem nur beispielhaft angesetzten Wärmeausdehnungskoeffizienten von 12 · 10-6 1/K und einer Temperaturdifferenz von 800 K ergibt sich rechnerisch eine warme Länge von ungefähr 201,9 mm. Für die Fertigung gelten jedoch die werkstoffbezogenen Tabellenwerte, betrieblichen Erfahrungswerte und die konkrete Prüftemperatur. Die Beispielrechnung ersetzt keine Arbeitsanweisung.
Eine Warmlehre benötigt ausreichend Abstand zur Hand, einen sicheren Griff und eine Form, die Zunder nicht einklemmt. Sie darf nur verwendet werden, wenn sie dafür vorgesehen ist. Für genaue Endprüfungen wird das Werkstück in der Regel abgekühlt, gereinigt und im festgelegten Zustand geprüft.
Werkstoff und Bauform der Lehre
Für einfache Kontur- und Biegelehren werden häufig Stahlblech oder Flachstahl verwendet. Die Dicke muss so gewählt werden, dass die Lehre steif bleibt und sich beim Prüfen nicht verbiegt. Bei häufigem Gebrauch oder verschleißbeanspruchten Prüfflächen kann ein geeigneter höherwertiger Werkstoff erforderlich sein. Werkstoff, Härte und Wärmebehandlung dürfen nicht nach Gefühl gewählt werden, sondern müssen zur Prüfanweisung passen.
Eine gute Lehre besitzt:
- stabile Bezugskanten und ausreichend steife Stege,
- gut zugängliche Prüfflächen,
- Freimachungen für Zunder, Grate und Übergangsrundungen,
- einen sicheren Griff oder Haltebereich,
- entgratete Außenkanten,
- eine eindeutige Prüfrichtung,
- eine dauerhafte Kennzeichnung mit Prüfmittelnummer, Sollmerkmal, Warm- oder Kaltzustand und Änderungsstand.
Herstellung einer einfachen Konturlehre
Arbeitsablauf
Als Ausbildungsprojekt dient eine Konturlehre für einen geschmiedeten Haken. Die konkreten Maße stammen aus Deiner Arbeitszeichnung.
- Arbeitsauftrag prüfen: Kontrolliere Zeichnung, Werkstückzustand, Toleranz und Prüftemperatur.
- Lehrenkonzept festlegen: Bestimme Bezugskante, Prüfrichtung, Kontur, Freimachungen und Griff.
- Rohmaterial auswählen: Wähle geeignetes Blech oder Flachmaterial mit ausreichender Steifigkeit.
- Anreißen: Übertrage Kontur und Bohrungen mit Reißnadel, Stahllineal, Winkel und Zirkel; kennzeichne Abfallseite und Bezugskante.
- Körnen: Körne nur die vorgesehenen Bohrungsmittelpunkte und vermeide Kerben an späteren Prüfflächen.
- Trennen: Säge, schere oder trenne nach betrieblicher Freigabe mit Bearbeitungszugabe außerhalb der Anrisslinie.
- Bohren: Stelle Griff-, Entlastungs- oder Aufhängebohrungen her; spanne das Werkstück sicher.
- Feilen und Schleifen: Arbeite schrittweise bis an die Anrisslinie. Prüfflächen dürfen keine Wellen, Ausbrüche oder Schleifbrand aufweisen.
- Entgraten: Runde Handkanten leicht, ohne die festgelegte Prüfkontur unzulässig zu verändern.
- Prüfen: Kontrolliere die Lehre mit Messschieber, Winkel, Radiuslehre oder einem freigegebenen Meisterstück.
- Kennzeichnen: Bringe Prüfmittelnummer, Bauteilbezeichnung, Warm- oder Kaltzustand und Änderungsstand an.
- Erproben und dokumentieren: Prüfe ein Gutteil und ein bewusst abweichendes Muster; dokumentiere Ergebnis und Freigabe.
Genaues Anreißen und Bearbeiten
Die Anrisslinie ist keine beliebige Orientierung, sondern die Grenze Deiner Bearbeitung. Trenne zunächst mit Zugabe und nähere Dich der Linie durch Feilen oder kontrolliertes Schleifen. Kontrolliere häufig, denn abgetragenes Material lässt sich nicht einfach zurückbringen. Innenradien bohrst Du bei geeigneter Konstruktion vor, bevor Du den Zwischenraum aussägst. Dadurch entstehen saubere Radien und die Gefahr von Kerbrissen in der Lehre wird verringert.
Beim Feilen muss die Lehre sicher gespannt sein. Verwende Feilen mit festem Heft. Beim Bohren wird das Werkstück mit geeigneten Spannmitteln gehalten, niemals mit der Hand. Beim Schleifen müssen Schutzhaube, Werkstückauflage, Funkenrichtung und zulässiger Scheibenzustand beachtet werden.
Prüfen und Freigeben der Lehre
Eine neu hergestellte Lehre ist erst nach Prüfung ein verwendbares Prüfmittel. Kontrolliere:
- Maßhaltigkeit der Bezugskanten und Prüfkontur,
- Ebenheit und Verzug,
- Gratfreiheit und sichere Handhabung,
- eindeutige Anlage des Werkstücks,
- Wiederholbarkeit bei mehreren Prüfungen,
- Kennzeichnung und dokumentierte Freigabe.
Bei einer Gut-Ausschuss-Lehre darf keine zusätzliche Kraft das Ergebnis erzwingen. Prüfe mit der in der Arbeitsanweisung festgelegten Handhabung. Zeigt die Lehre Verschleiß, Beschädigung, Korrosion oder Verzug, wird sie gesperrt und erneut geprüft oder ersetzt.
Anwendung in der Schmiedewerkstatt
Prüfen während des Schmiedens
Kontrolliere das Werkstück in sinnvollen Arbeitsstufen. Bei einem Haken können das beispielsweise Rohlinglänge, abgesetzter Bereich, Biegewinkel und Endkontur sein. Eine Zwischenprüfung verhindert, dass sich kleine Abweichungen bis zum Ende summieren. Entferne losen Zunder mit dem vorgesehenen Werkzeug und halte das Werkstück mit einer passenden Schmiedezange. Lege die Lehre nicht unkontrolliert auf ein glühendes Werkstück.

Typische Fehler und ihre Ursachen
- Werkstück passt nur in Schräglage: Bezugskanten oder Prüfrichtung sind nicht eindeutig.
- Kontur wirkt gut, Maß ist trotzdem falsch: Die Lehre prüft nicht alle funktionswichtigen Merkmale.
- Ergebnisse wechseln zwischen zwei Personen: Handhabung, Prüfkraft oder Anlagefolge sind nicht festgelegt.
- Warmteil passt, Kaltteil nicht: Wärmedehnung oder Rückfederung wurde nicht berücksichtigt.
- Lehre wird schnell ungenau: Werkstoff, Dicke oder Verschleißschutz sind ungeeignet.
- Lichtspalt trotz korrekter Form: Zunder, Grat oder Übergangsradius verhindert die Anlage.
- Bauteil wird beim Prüfen beschädigt: Prüfkanten sind scharf oder die Lehre wird mit Gewalt angesetzt.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Beim Schmieden bestehen Gefährdungen durch Hitze, Funken, Zunder, Lärm, Quetschstellen und wegfliegende Teile. Beim Herstellen der Lehre kommen Gefährdungen durch scharfe Kanten, Bohrmaschinen, Schleifmaschinen und Funkenflug hinzu.
Trage die nach Gefährdungsbeurteilung vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, insbesondere geeigneten Augen- und Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und schwer entflammbare Arbeitskleidung. Handschutz wird nur passend zum Verfahren eingesetzt; an rotierenden Maschinen dürfen Handschuhe wegen der Einzugsgefahr nicht getragen werden. Werkstücke werden sicher gespannt. Heiße Werkstücke werden mit geeigneten Zangen geführt. Hände und Körper bleiben außerhalb des Schlag- und Quetschbereichs. Beschädigte Lehren, Werkzeuge oder Schleifmittel werden nicht weiterverwendet.
Qualitätssicherung und Dokumentation
Eine Lehre gehört zum Qualitätsprozess. Sie sollte eine eindeutige Prüfmittelnummer besitzen und einem Bauteil, einer Zeichnung und einem Änderungsstand zugeordnet sein. Im Prüfmittelverzeichnis werden je nach betrieblicher Regelung Prüfintervall, Prüfergebnis, Status und Aufbewahrungsort dokumentiert. Nach einer Zeichnungsänderung muss geprüft werden, ob die Lehre noch gültig ist. Alte oder gesperrte Lehren dürfen nicht versehentlich weiterverwendet werden.
Zur Pflege gehören Reinigen, trockene Lagerung, Korrosionsschutz ohne Veränderung der Prüfkontur und Schutz vor Stoß oder Verbiegen. Warmlehren müssen vor dem Einlagern vollständig abgekühlt sein.
Quellen und Vertiefung
- Ausbildungsprogramm Metallbauerin EFZ und Metallbauer EFZ: Handlungskompetenzen zu Hilfskonstruktionen, Lehren und Schwerpunkt Schmiedearbeiten.
- Ausbildungsordnung Metallbauer: Berufsbezogene Grundlagen zu Prüfen, Messen, Fertigen und Metallgestaltung.
- DGUV Information 209-076 Hufbeschlag: Hinweise zu Schutzbrille, Gehörschutz, Schmiedehammer und sicherem Führen heißer Werkstücke.
- Lehre (Technik)
- Grenzlehre
- Schmieden
- Metallbauer
- Technisches Zeichnen
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wodurch unterscheidet sich Lehren grundsätzlich vom Messen? (Beim Lehren wird mit einer festgelegten Form oder einem Grenzmaß verglichen) (!Beim Lehren wird immer ein genauer Zahlenwert angezeigt) (!Beim Lehren wird das Werkstück ausschließlich gewogen) (!Beim Lehren wird die Werkstückoberfläche chemisch untersucht)
Welche Angabe muss bei einer Lehre für Schmiedeteile besonders eindeutig sein? (Ob im warmen oder kalten Zustand geprüft wird) (!Welche Farbe der Amboss besitzt) (!Wie laut der Schmiedehammer ist) (!Wie viele Personen im Betrieb arbeiten)
Welche Lehre eignet sich besonders zum Prüfen einer geschmiedeten Außenkontur? (Eine Konturlehre) (!Eine Wasserwaage) (!Ein Drehmomentschlüssel) (!Ein Stromprüfer)
Was muss bei einer Gut-Ausschuss-Lehre gelten? (Die Gutseite muss passen und die Ausschussseite darf nicht passen) (!Beide Seiten müssen mit Gewalt passen) (!Nur die Ausschussseite muss passen) (!Keine der beiden Seiten darf gekennzeichnet sein)
Warum braucht eine Lehre eindeutige Bezugskanten? (Damit das Werkstück bei jeder Prüfung gleich angelegt wird) (!Damit die Lehre schwerer wird) (!Damit sich mehr Zunder bildet) (!Damit die Prüffläche absichtlich schräg steht)
Welche Folge kann Zunder beim Prüfen haben? (Er kann die Anlage verfälschen und einen scheinbaren Lichtspalt erzeugen) (!Er verbessert automatisch die Maßgenauigkeit) (!Er ersetzt die Kennzeichnung der Lehre) (!Er verhindert jede Wärmedehnung)
Wann ist eine neu gefertigte Lehre als Prüfmittel verwendbar? (Nach Prüfung, Kennzeichnung und betrieblicher Freigabe) (!Sobald die grobe Kontur ausgesägt ist) (!Sobald sie warm geworden ist) (!Sobald irgendein Werkstück hineinpasst)
Warum wird beim Trennen zunächst außerhalb der Anrisslinie gearbeitet? (Damit Material für die genaue Endbearbeitung stehen bleibt) (!Damit die Lehre absichtlich zu klein wird) (!Damit die Bezugskante verschwindet) (!Damit keine Nachprüfung mehr möglich ist)
Welche Maßnahme ist beim Bohren einer Lehre erforderlich? (Das Werkstück wird mit geeigneten Spannmitteln sicher gehalten) (!Das Werkstück wird mit der freien Hand festgehalten) (!Die Schutzhaube wird entfernt) (!Die Bohrmaschine wird während des Spannens eingeschaltet)
Was gehört zur Prüfmittelüberwachung? (Prüfstatus, Prüfintervall und Ergebnis werden dokumentiert) (!Jede Lehre wird nach einmaligem Gebrauch entsorgt) (!Die Kennzeichnung wird absichtlich entfernt) (!Nur das Gewicht der Lehre wird notiert)
Memory
| Konturlehre | Vergleich einer Werkstückform mit einer Sollkontur |
| Bezugskante | Eindeutige Anlage für die Prüflage |
| Gutseite | Muss bei einem guten Werkstück passen |
| Ausschussseite | Darf bei einem guten Werkstück nicht passen |
| Zunderfreiraum | Verhindert eine falsche Anlage durch Oxidschichten |
| Prüfmittelnummer | Eindeutige Kennzeichnung und Zuordnung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Zeichnung auswerten | Sollmaße, Toleranzen und Bezug festlegen |
| Kontur anreißen | Form mit Bearbeitungszugabe übertragen |
| Rohling trennen | Material außerhalb der Anrisslinie entfernen |
| Prüffläche fertig bearbeiten | Feilen und kontrolliert schleifen |
| Lehre freigeben | Maßhaltigkeit prüfen und Status dokumentieren |
Kreuzworträtsel
| Konturlehre | Welche Lehre vergleicht die Form eines Schmiedeteils mit einer Sollkontur? |
| Messschieber | Welches Messmittel liefert einen Zahlenwert für Außen-, Innen- oder Tiefenmaße? |
| Toleranz | Wie heißt der zulässige Bereich zwischen Grenzmaßen? |
| Bezugskante | Welche Kante bestimmt die eindeutige Anlage des Werkstücks? |
| Entgraten | Wie heißt das Entfernen scharfer Bearbeitungskanten? |
| Zunder | Wie heißt die Oxidschicht auf erhitztem Stahl? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Lehrenarten erkennen: Fotografiere oder skizziere fünf Prüfmittel aus Deiner Werkstatt und ordne jedem eine konkrete Prüfaufgabe zu.
- Messen oder Lehren: Erstelle eine Tabelle mit sechs Werkstückmerkmalen und entscheide jeweils begründet, ob Du messen oder lehren würdest.
- Sicherheitscheck: Formuliere eine kurze Checkliste für das sichere Bohren, Feilen und Schleifen einer Konturlehre.
- Fachbegriffe erklären: Erstelle Karteikarten zu Nennmaß, Toleranz, Bezugskante, Gutseite, Ausschussseite und Zunder.
Standard
- Konturlehre entwerfen: Zeichne eine Lehre für einen geschmiedeten Haken und kennzeichne Bezug, Prüffläche, Freimachung und Griff.
- Arbeitsplan erstellen: Plane die Herstellung Deiner Lehre mit Arbeitsgängen, Werkzeugen, Prüfmitteln und Sicherheitsmaßnahmen.
- Fehleranalyse: Untersuche ein bewusst abweichendes Schmiedeteil und beschreibe, welche Abweichungen die Lehre erkennt und welche nicht.
- Warm- und Kaltmaß vergleichen: Berechne mit vorgegebenen Werkstoffdaten ein Warmmaß und diskutiere die Grenzen der Rechnung.
Schwer
- Gut-Ausschuss-Lehre konstruieren: Entwickle eine zweistufige Lehre für eine vorgegebene Breitentoleranz und begründe die Anordnung beider Prüfseiten.
- Prüfmittelüberwachung planen: Entwirf ein Prüfmittelblatt mit Nummer, Zeichnungsstand, Prüfmerkmal, Intervall, Ergebnis und Freigabestatus.
- Serienprüfung untersuchen: Prüfe eine kleine Serie geschmiedeter Musterteile, dokumentiere Abweichungen und leite Verbesserungen am Schmiedeablauf ab.
- Lehrenkonzept präsentieren: Vergleiche eine Konturlehre, eine digitale Messung und eine Vorrichtung für dasselbe Bauteil und verteidige Deine Auswahl in einem Fachgespräch.


Lernkontrolle
- Prüfstrategie entwickeln: Für einen geschmiedeten Haken sind Gesamtlänge, Innenradius und Lage der Spitze funktionswichtig. Entwickle eine Prüfstrategie und begründe, welche Merkmale gemessen und welche gelehrt werden.
- Fehlmessung beurteilen: Zwei Auszubildende erhalten mit derselben Lehre unterschiedliche Ergebnisse. Analysiere mögliche Ursachen in Bezug auf Anlage, Zunder, Prüfkraft und Werkstücktemperatur.
- Konstruktionskritik: Eine Konturlehre besitzt keine Bezugskante und ist aus sehr dünnem Blech gefertigt. Erkläre die Folgen und schlage eine verbesserte Bauform vor.
- Temperaturproblem lösen: Ein Werkstück passt im glühenden Zustand, nach dem Abkühlen aber nicht mehr. Leite eine systematische Vorgehensweise zur Ursachenklärung ab.
- Qualitätsentscheidung treffen: Eine Lehre ist leicht verbogen, trägt aber noch eine gültige Kennzeichnung. Begründe, wie Du mit ihr verfährst und welche Dokumentation nötig ist.
- Prozessverbesserung planen: In einer Serie treten immer wieder zu kleine Biegeradien auf. Zeige, wie Zwischenlehren, Arbeitsfolge und Rückmeldung an den Schmiedeprozess zusammenwirken können.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- den Unterschied zwischen Messen, Prüfen und Lehren fachlich korrekt erklärst,
- eine technische Zeichnung hinsichtlich Nennmaß, Toleranz, Bezug und Prüftemperatur auswertest,
- eine geeignete Lehrenart für ein Schmiedeteil begründet auswählst,
- eine einfache Lehre mit sauberer Prüfkontur, sicheren Kanten und eindeutiger Kennzeichnung herstellst,
- die Lehre mit geeigneten Mess- und Prüfmitteln kontrollierst,
- eine nachvollziehbare Prüf- und Freigabedokumentation erstellst,
- Arbeitssicherheit, Wärmedehnung, Zunder und Rückfederung in Deiner Vorgehensweise berücksichtigst,
- Dein Ergebnis in einem Fachgespräch erläutern und Verbesserungen ableiten kannst.
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