Zum Inhalt springen

Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Seriennummern und Chargen rückverfolgen

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Seriennummern und Chargen rückverfolgen

QR-Code



Einleitung

Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Seriennummern und Chargen rückverfolgen

Ausbildungskurs | Niveau: Berufsausbildung | Lernzeit: ca. 60–90 Minuten einschließlich Übungen

Deine Mission: Ein Ersatzteil ist möglicherweise fehlerhaft. Finde heraus, woher es stammt, wo es liegt und wohin weitere Teile derselben Charge geliefert wurden.

Das lernst Du:

  1. Materialfluss: Du verfolgst Ersatzteile vom Wareneingang bis zur Verwendung.
  2. Seriennummer: Du identifizierst ein einzelnes Ersatzteil.
  3. Chargennummer: Du ordnest mehrere Teile einem gemeinsamen Los zu.
  4. Warenwirtschaftssystem: Du dokumentierst Lagerbewegungen.
  5. Rückverfolgbarkeit: Du ermittelst betroffene Bestände und Empfänger.
  6. Beschaffung: Du vergleichst Angebote und berechnest Einkaufskosten.

Lernprinzip: Sechs kurze Lerneinheiten, ein durchgehender Ausbildungsfall, Dialoge, Bilder, Videos, drei gestufte Fallaufgaben und interaktive Lernkontrollen.

Wichtig: Sämtliche Personen, Übungsunternehmen, Geschäftsbelege, Kundennummern, Artikelkennungen, Seriennummern, Chargen und Preise der Fallaufgaben sind frei erfunden. Medien zeigen ausschließlich allgemeine Anschauungsbeispiele und gehören nicht zur fiktiven Geschäftsdokumentation.

Rechtsstand: 11. Oktober 2026. Die Rechtsinformationen beziehen sich auf Deutschland und die jeweils genannten Voraussetzungen. Betriebliche Abläufe und Vertragsanforderungen werden ausdrücklich als Modellannahmen gekennzeichnet.


Lerneinheit 1: Den Materialfluss verstehen

Dauer: 4 Minuten

Merksatz: Ein Ersatzteil bewegt sich durch das Lager. Seine Informationen müssen mitwandern.

Materialfluss Zugehörige Information
Wareneingang Lieferant, Artikel, Menge, Charge und gegebenenfalls Seriennummer
Einlagerung Lagerplatz und Bestandsstatus
Kommissionierung Entnommene Menge und konkrete Teile
Warenausgang Auftrag, Empfänger, Versand und Identifikationsdaten
Montage oder Rückgabe Verwendungsort, Entnahme beziehungsweise Rücknahme

Mini-Aufgabe: Erkläre in 30 Sekunden, weshalb der Lagerplatz allein nicht ausreicht, um ein fehlerhaftes Einzelteil zurückzuverfolgen.

Erwartete Erkenntnis: Der Lagerplatz beschreibt einen Aufenthaltsort. Er dokumentiert nicht automatisch Herkunft, eindeutige Identität oder weitere Verwendung des Teils.


Lerneinheit 2: Seriennummern und Chargen unterscheiden

Dauer: 6 Minuten

Kennung Bedeutung Fiktives Beispiel
Artikelnummer Bezeichnet einen Artikeltyp ET-440
Charge Kennzeichnet ein gemeinsames Produktions- oder Lieferlos C-26-10-A
Seriennummer Identifiziert ein einzelnes Exemplar innerhalb eines geeigneten Nummernsystems SN-A102
Lagerplatz Bezeichnet einen Aufbewahrungsort R2-F3
Versandeinheit Fasst Waren für Transport oder Lagerung zusammen Transportkarton T-17

Achtung: Eine Artikelnummer ist keine Seriennummer. Ein Lagerplatz ist keine Chargennummer. Eine Seriennummer sollte zusammen mit dem zugehörigen Artikel beziehungsweise Herstellerkontext eindeutig zugeordnet werden.

GS1-Datenbezeichner:

Code Bedeutung
01 GTIN – Artikelidentifikation
10 Charge beziehungsweise Los
21 Seriennummer
00 SSCC – Identifikation einer logistischen Einheit

Diese Datenbezeichner sind Bestandteil des GS1-Standards. Die Klammern um Datenbezeichner in der Klarschrift sind nicht selbst Bestandteil der codierten Nutzdaten.

Video 1: Überblick über das GS1-Barcodesystem

Video 2: GS1-128, Datenbezeichner und FNC1

Beobachtungsauftrag: Suche im zweiten Video die Erklärung, warum eine Software unterschiedliche Datenfelder innerhalb eines Barcodes auseinanderhalten kann.

Merke: Der SSCC identifiziert eine logistische Einheit, nicht automatisch jedes darin enthaltene Ersatzteil. Damit die Inhalte nachvollziehbar sind, muss die Zuordnung zum Karton beziehungsweise zur Palette dokumentiert werden.

Fachquelle: GS1 Germany – Datenbezeichner.


Lerneinheit 3: Die Dokumentationskette sichern

Dauer: 6 Minuten

Ein Scanner erfasst Kennungen. Erst die korrekte Buchung verknüpft die erfassten Daten mit einem Geschäftsvorgang.

Fiktive Dokumentationskette:

Vorgang Nachweis Verknüpfung
Bestellung Bestellbeleg Lieferant und Artikel
Anlieferung Lieferschein Bestellung und Liefermenge
Wareneingang Prüf- und Buchungsprotokoll Charge, Seriennummer und Wareneingang
Einlagerung Lagerbewegung Identifikator und Lagerplatz
Entnahme Kommissionier- oder Montagebuchung Identifikator und Auftrag
Warenausgang Versandbuchung Identifikator, Empfänger und Lieferung

Vier Prüfregeln:

  1. Identifikation: Prüfe, ob die Kennung lesbar und plausibel ist.
  2. Wareneingangskontrolle: Vergleiche Lieferung und Bestellung.
  3. Bestandsführung: Buche jede relevante Bewegung nachvollziehbar.
  4. Qualitätssicherung: Kläre fehlende, widersprüchliche oder doppelte Kennungen vor einer Freigabe.

Typischer Fehler: Ein Artikel wird korrekt gezählt, aber ohne Chargenbezug eingelagert. Der Gesamtbestand kann stimmen, während die Rückverfolgbarkeit unvollständig bleibt.


Gesprächsmedium: Funkdialog im Lager

Fiktive Rollen: Lina Beispiel, Auszubildende, und Jan Muster, Lagerleitung.

Rolle Gespräch
Lina „Hier liegen zehn gleiche Sensoren. Reicht es, die Artikelnummer zu scannen?“
Jan „Nicht in unserem Fall. Wir benötigen die Charge und jede einzelne Seriennummer.“
Lina „Was passiert, wenn ein Sensor später fehlerhaft ist?“
Jan „Wir ermitteln Herkunft, Lagerbestand, Montageorte und Empfänger. Verdächtige Teile werden gesperrt.“
Lina „Und wenn die Seriennummer nicht lesbar ist?“
Jan „Dann keine Nummer erfinden. Wir sichern das Teil und lassen seine Identität prüfen.“

Gesprächsaufgabe: Sprecht den Dialog zu zweit. Ersetzt anschließend eine richtige Entscheidung durch eine falsche und erklärt, welche Folgen das hätte.


Lerneinheit 4: Ausbildungsfall – Acht Ersatzteile unter Verdacht

Dauer: 8 Minuten

Fiktive Übungsfirma: Fiktivwerk 42 GmbH, Ersatzteillager.

Fiktives Produkt: Drucksensor ET-440.

Fiktiver Ereignistag: 8. Oktober 2026.

Die Qualitätssicherung meldet einen möglichen Fehler am Sensor SN-A102. Es besteht der Verdacht, dass die gesamte Charge C-26-10-A betroffen sein könnte.

Modellannahme: Bis zur Klärung werden vorsorglich sämtliche Teile der verdächtigen Charge intern gesperrt. Ob ein rechtlich relevanter Produktrückruf erforderlich ist, entscheiden die zuständigen Stellen nach Prüfung der tatsächlichen Risiken und Vorschriften.


Wareneingänge

Beleg Artikel Charge Seriennummern Anzahl
WE-601 ET-440 C-26-10-A SN-A101 bis SN-A108 8
WE-602 ET-440 C-26-10-B SN-B201 bis SN-B205 5

Gesamter Wareneingang: 13 Stück.


Dokumentierte Bewegungen

Buchung Ziel Seriennummern Menge
WA-701 Fiktiver Kunde WK-31 SN-A101, SN-A102, SN-B201 3
WA-702 Fiktiver Kunde WK-32 SN-A103, SN-A105 2
MP-703 Fiktive interne Anlage AN-7 SN-A106 1

Verbleibender Bestand:

Charge Noch lagernde Seriennummern Menge
C-26-10-A SN-A104, SN-A107, SN-A108 3
C-26-10-B SN-B202, SN-B203, SN-B204, SN-B205 4


Fall A – Basisaufgabe: Die Charge zurückverfolgen

Dein Auftrag: Ermittle, wie viele Teile der verdächtigen Charge noch im Lager sind, wie viele an Kunden geliefert wurden und wie viele intern verbaut sind.

Hilfe 1: Betrachte nur die Charge C-26-10-A.

Hilfe 2: Rechne den ursprünglichen Wareneingang abzüglich externer und interner Entnahmen.

Musterlösung und begründetes Feedback anzeigen

Lösung:

Verbleib Menge
Lagerbestand 3
Auslieferungen an Kunden 4
Interne Montage 1
Gesamtumfang der Verdachtscharge 8

Feedback: Die Lösung ist vollständig, weil alle acht Teile der Charge einer dokumentierten Verwendung oder einem Lagerbestand zugeordnet werden. Die Teile der Charge B gehören nach der vorliegenden Verdachtsmeldung nicht zur unmittelbar betroffenen Menge. Die zuständige Qualitätssicherung muss die tatsächliche Fehlerabgrenzung dennoch bestätigen.


Fall B – Anwendungsaufgabe: Eine Rückverfolgung durchführen

Dein Auftrag: Erstelle einen kurzen Maßnahmenplan für die Qualitätssicherung.

Hilfe 1: Arbeite in zwei Richtungen: zurück zur Herkunft und vorwärts zur Verwendung.

Hilfe 2: Suche Wareneingang, Lagerbestand, Kundenaufträge und interne Montage.

Musterlösung und begründetes Feedback anzeigen

Musterlösung:

  1. Die acht Teile der Charge C-26-10-A als Verdachtsmenge erfassen.
  2. Die drei lagernden Teile sperren und physisch sichern.
  3. Den Bezug zu Wareneingang WE-601 und zum Lieferanten prüfen.
  4. Die Kundenaufträge WA-701 und WA-702 ermitteln und an die zuständige Stelle melden.
  5. Die Verwendung von SN-A106 in Anlage AN-7 prüfen.
  6. Alle Prüfungen, Entscheidungen, Zeitpunkte und Verantwortlichkeiten dokumentieren.

Feedback: Eine bloße Bestandssperre reicht nicht aus. Vier Teile befinden sich bei externen Empfängern und eines ist intern verbaut. Eine nachvollziehbare Rückverfolgung berücksichtigt den gesamten bekannten Verbleib. Ob und wie Kunden informiert werden, richtet sich nach der Risikobewertung und den geltenden Pflichten.


Fall C – Transferaufgabe: Das beschädigte Etikett

Situation: Am Lagerplatz R2-F3 liegt ein Sensor der verdächtigen Charge. Sein Etikett ist beschädigt. In einer alten Buchung erscheint SN-A104, aber die Identität des konkreten Teils ist nicht sicher nachgewiesen.

Dein Auftrag: Entscheide, ob das Ersatzteil entnommen, neu beschriftet oder gesperrt werden soll.

Hilfe 1: Unterscheide eine plausible Vermutung von einer gesicherten Identifikation.

Hilfe 2: Überlege, welche Informationen ein zweiter unabhängiger Nachweis liefern könnte.

Musterlösung und begründetes Feedback anzeigen

Musterlösung: Das Teil bleibt gesperrt. Die zuständige Fachkraft prüft beispielsweise Herstellerkennzeichnung, Wareneingangsprotokoll, Scan-Historie und weitere zuverlässige Kennzeichen. Eine Ersatzkennzeichnung erfolgt nur nach nachgewiesener Zuordnung und Freigabe gemäß betrieblicher Arbeitsanweisung.

Feedback: Eine erfundene oder ungeprüft übernommene Seriennummer würde eine falsche Dokumentationskette erzeugen. Das kann eine spätere Rückverfolgung verfälschen und die Sicherheit beeinträchtigen.


Lerneinheit 5: Kaufmännische Entscheidungen treffen

Dauer: 7 Minuten


Produktvergleich: Zwei fiktive Sensorvarianten

Modellannahmen: Beide Varianten sind technisch gleichwertig für den vorgesehenen Übungsfall, haben dieselbe Lieferzeit und unterliegen bei der angenommenen steuerpflichtigen Inlandslieferung dem Regelsteuersatz von 19 Prozent Umsatzsteuer. Die Vertragsanforderung verlangt eine dokumentierte Identifikation jedes Einzelstücks.

Merkmal S-Track S-Los
Preis je Stück netto 42,00 € 36,00 €
Chargenführung Ja Ja
Seriennummer je Stück Ja Nein
Lieferzeit 2 Tage 2 Tage
Versandkosten netto 12,00 € 12,00 €
Einzelteilrückverfolgung Möglich bei vollständiger Buchung Nicht mit der Chargenkennung allein

Kaufmännischer Fall 1: Die Übungsfirma bestellt fünf Sensoren. Vergleiche den gesamten Nettopreis und entscheide, welches Angebot die vertragliche Anforderung erfüllt.

Hilfe 1: Menge mal Stückpreis plus Versand.

Hilfe 2: Prüfe nach der Berechnung, ob die günstigere Variante die Einzelidentifikation ermöglicht.

Musterlösung und begründetes Feedback anzeigen

Berechnung S-Track S-Los
Warenwert netto 210,00 € 180,00 €
Versand netto 12,00 € 12,00 €
Gesamtnetto 222,00 € 192,00 €
19 Prozent Umsatzsteuer 42,18 € 36,48 €
Gesamtbrutto 264,18 € 228,48 €

Netto-Mehrpreis S-Track: 30,00 €.

Feedback: Obwohl S-Los preiswerter ist, erfüllt es die angenommene vertragliche Anforderung an eine Einzelteilidentifikation nicht. Unter diesen Bedingungen ist S-Track die geeignete Wahl. Ohne eine solche Anforderung müsste die notwendige Rückverfolgungstiefe neu bewertet werden.


Kaufmännischer Fall 2: Rabatt und Umsatzsteuer

Fiktiver Bestellvorgang:

Position Vereinbarung
Sensor S-Track 4 Stück zu je 42,00 € netto
Preisnachlass 5 Prozent auf den Nettowarenwert
Versand 12,00 € netto
Umsatzsteuer 19 Prozent

Dein Auftrag: Berechne den rabattierten Nettobetrag, die Umsatzsteuer und den Bruttogesamtbetrag.

Hilfe 1: Berechne zuerst 4 × 42,00 €.

Hilfe 2: Ziehe 5 Prozent vom Warenwert ab, addiere die Versandkosten und berechne erst dann die Steuer.

Musterlösung und begründetes Feedback anzeigen

Rechenschritt Betrag
4 × 42,00 € 168,00 €
Abzüglich 5 Prozent Rabatt −8,40 €
Warenwert nach Rabatt 159,60 €
Zuzüglich Versand netto 12,00 €
Gesamt netto 171,60 €
Umsatzsteuer 19 Prozent 32,60 €
Gesamt brutto 204,20 €

Feedback: Der Rabatt gilt laut Vereinbarung nur für die Ware, nicht für den Versand. Die Umsatzsteuer wird auf den rabattierten Nettobetrag einschließlich der steuerpflichtigen Versandkosten berechnet. Der Steuerbetrag wurde auf Cent gerundet.

Hinweis: Dies ist ein fiktives Rechen- und Rechnungsprüfblatt, keine steuerrechtlich vollständige Rechnung.


Gesprächsmedium: Einkauf und Qualitätssicherung

Fiktiver Dialog:

Einkauf: „S-Los kostet sechs Euro weniger pro Stück.“

Qualitätssicherung: „Können wir damit feststellen, welcher konkrete Sensor in welcher Anlage eingebaut wurde?“

Einkauf: „Nicht anhand einer individuellen Seriennummer.“

Qualitätssicherung: „Dann müssen wir zuerst unsere Vertragsanforderung erfüllen und anschließend die wirtschaftlich passende Lösung auswählen.“

Deine Aufgabe: Gestalte aus diesem Gespräch ein 45-sekündiges Beratungsgespräch mit einer begründeten Kaufentscheidung. Verwende keine echten Geschäfts- oder Personendaten.


Lerneinheit 6: Recht und Qualität

Dauer: 5 Minuten

Deutschland und Europäische Union – geprüft am 11.10.2026


Produktkennzeichnung und Rückverfolgbarkeit

Die EU-Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 gilt seit dem 13. Dezember 2024. Soweit ein Produkt in ihren Anwendungsbereich fällt, verlangt Artikel 9 Absatz 5 von Herstellern ein identifizierendes Element, beispielsweise eine Typen-, Chargen- oder Seriennummer. Das bedeutet nicht, dass für jedes beliebige Ersatzteil gesetzlich immer sowohl eine Charge als auch eine Seriennummer vorgeschrieben wäre.

Je nach Produkt und Verwendung können speziellere Regelungen gelten. Auch Vertragsbedingungen oder ein Qualitätsmanagementsystem können eine genauere Rückverfolgung verlangen.

Quelle: EU-Verordnung 2023/988, konsolidierte Fassung vom 29.05.2026.


Kaufmännische Pflichtangaben und Aufbewahrung

Bei einer regulären Rechnung sind nach § 14 Absatz 4 UStG insbesondere folgende Angaben relevant: Name und Anschrift beider Beteiligten, Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID des Leistenden, Rechnungsdatum, eindeutige fortlaufende Rechnungsnummer, Art und Menge, Leistungsdatum, Entgelt und vereinbarte Entgeltminderungen sowie Steuersatz und Steuerbetrag. Sonderfälle können weitere oder abweichende Anforderungen auslösen.

Für die fiktiven Rechenblätter werden bewusst keine erfundenen steuerlichen Identifikationsnummern oder scheinbar gültigen vollständigen Rechnungen erzeugt.

E-Rechnung: Seit 2025 gelten für inländische B2B-Umsätze neue Regelungen. Im Oktober 2026 bestehen für Rechnungsaussteller noch gesetzliche Übergangsmöglichkeiten für sonstige Rechnungen bis Ende 2026; unter bestimmten Voraussetzungen reichen sie bis Ende 2027. Eine einfache PDF-Datei ist keine strukturierte E-Rechnung im gesetzlichen Sinn. Inländische Unternehmen müssen grundsätzlich E-Rechnungen empfangen können.

Steuersatz: Bei den hier angenommenen regulär steuerpflichtigen Ersatzteilen beträgt der allgemeine Umsatzsteuersatz nach § 12 Absatz 1 UStG 19 Prozent.

Aufbewahrungsfristen im Regelfall: Handelsbücher zehn Jahre, Buchungsbelege acht Jahre und Handelsbriefe sechs Jahre gemäß § 257 HGB beziehungsweise § 147 AO. Für besondere Unternehmen, Dokumente oder noch offene Steuerfälle können Abweichungen oder verlängerte Wirkungen bestehen. Nicht jeder Lagerbeleg ist automatisch ein Buchungsbeleg.

Fachquellen:

  1. § 12 UStG – Steuersätze
  2. § 14 UStG – Rechnungsangaben
  3. Bundesfinanzministerium – E-Rechnung, Stand März 2026
  4. § 257 HGB – Aufbewahrung
  5. § 147 AO – Aufbewahrung

Praxisregel: Behandle fachlich erforderliche Rückverfolgungsdaten, handelsrechtliche Belege und steuerliche Unterlagen nach ihrem jeweiligen Zweck und den dafür geltenden Anforderungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Kennung identifiziert im Ausbildungsfall einen einzelnen Sensor? (Seriennummer) (!Artikelgruppe) (!Regalreihe) (!Gesamtbestand)




Was bezeichnet eine Chargennummer? (Ein gemeinsam gekennzeichnetes Produktionslos) (!Immer genau ein einzelnes Exemplar) (!Ausschließlich den Rechnungsempfänger) (!Den aktuellen Lagerplatz)




Wofür steht der GS1-Datenbezeichner 01? (GTIN) (!Chargennummer) (!Seriennummer) (!Lagerplatz)




Welcher GS1-Datenbezeichner kennzeichnet die Charge? (10) (!21) (!00) (!01)




Welcher GS1-Datenbezeichner kennzeichnet die Seriennummer? (21) (!10) (!00) (!17)




Welche Einheit identifiziert ein SSCC? (Logistische Einheit) (!Einzelnen Mitarbeiter) (!Rechnungsbetrag) (!Steuersatz)




Was ist bei einer nicht sicher lesbaren Seriennummer richtig? (Teil sichern und Identität prüfen lassen) (!Neue Nummer frei vergeben) (!Ohne weitere Prüfung ausliefern) (!Charge eigenständig ändern)




Wie viele Teile der Charge C-26-10-A wurden an Kunden ausgeliefert? (Vier) (!Drei) (!Fünf) (!Acht)




Wie viele Teile der verdächtigen Charge liegen noch im Lager? (Drei) (!Vier) (!Fünf) (!Sieben)




Welche fiktive Sensorvariante erfüllt die verlangte Einzelidentifikation? (S-Track) (!S-Los) (!Beide ohne weitere Prüfung) (!Keine der beiden Varianten)





Memory

Aufgabe: Finde acht zusammengehörige Fachbegriffe.

GTIN Artikelidentifikation
Seriennummer Einzelidentifikation
Charge Produktionslos
SSCC Transporteinheit
Lagerplatz Aufbewahrungsort
Kommissionierung Auftragszusammenstellung
Sperrbestand Verwendungsblockade
Lieferschein Lieferdokument





Drag and Drop

Aufgabe: Ordne jedem Fachbegriff seine Funktion zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion
Bestandssperre Verhinderung einer unzulässigen Verwendung
Wareneingang Erfassung angelieferter Güter
Chargenkennzeichnung Identifikation eines Warenloses
Warenausgang Dokumentation einer Auslieferung
Montagebuchung Zuordnung eines Bauteils zum Verwendungsort





Kreuzworträtsel

Charge Wie heißt ein gemeinsames Produktions- oder Lieferlos?
Seriennummer Welche Kennung identifiziert ein einzelnes Exemplar?
Wareneingang Wie heißt der Lagerprozess bei der Annahme neuer Ware?
Lieferschein Welches Dokument begleitet typischerweise eine Warenlieferung?
Kommissionierung Wie nennt man die auftragsbezogene Zusammenstellung von Waren?
Sperrlager Wie nennt man den besonderen Lagerbereich für nicht freigegebene Ware?





LearningApps

Suche nach passenden interaktiven Übungen zu Lagerlogistik, Seriennummern und Chargen.

Hinweis: Die Suchergebnisse stammen von externen Anbietern. Prüfe ihre fachliche Richtigkeit und Nutzungsrechte, bevor Du sie im Unterricht weiterverwendest.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein einzelnes Ersatzteil kann über seine

eindeutig identifiziert werden.
Mehrere gemeinsam gekennzeichnete Ersatzteile gehören zu einer

.
Die Artikelidentifikation im GS1-System erfolgt über eine

.
Die Nummer einer logistischen Einheit wird als

bezeichnet.
Eine Anlieferung wird beim

kontrolliert und erfasst.
Der Aufbewahrungsort eines Artikels heißt

.
Die auftragsbezogene Zusammenstellung von Waren nennt man

.
Bei einem Qualitätsverdacht muss eine gefährdete Warenmenge gegebenenfalls

werden.
Die Verbindung zwischen Herkunft und Verwendung ermöglicht die

.
Der regelmäßige allgemeine Umsatzsteuersatz in Deutschland beträgt

Prozent.
Fehlende Kennungen dürfen nicht ohne zuverlässigen

ergänzt werden.
Für eine vollständige Dokumentation müssen relevante Lagerbewegungen nachvollziehbar

werden.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben mit fiktiven Angaben oder selbst erstellten Modellen.


Leicht

  1. Warenfluss: Zeichne den Weg eines Ersatzteils von der Anlieferung bis zur Montage. Markiere drei Stellen, an denen Daten erfasst werden.
  2. Chargennummer: Entwirf zwei Etiketten für denselben Artikel mit unterschiedlichen Chargen und erkläre den Unterschied.
  3. Seriennummer: Gestalte einen kurzen Dialog zwischen Lager und Qualitätssicherung über ein beschädigtes Etikett.
  4. Wareneingangskontrolle: Erstelle eine Prüfliste mit fünf sinnvollen Kontrollpunkten für eine neue Ersatzteillieferung.


Standard

  1. Bestandsführung: Erstelle eine eigene Tabelle mit acht fiktiven Ersatzteilen, deren Seriennummern, Chargen, Lagerplätzen und Buchungen.
  2. Kommissionierung: Simuliere mit Papieretiketten eine Entnahme und zeige, wie die Zuordnung zum Kundenauftrag erhalten bleibt.
  3. Beschaffung: Vergleiche die beiden Sensorvarianten S-Track und S-Los in einem selbst gestalteten Produktvergleich mit Kosten und Nutzen.
  4. Beratungsgespräch: Nimm mit einer zweiten Person ein einminütiges Hörspiel über einen Rückverfolgungsfall auf. Verwende fiktive Namen und Auftragsdaten.


Schwer

  1. Rückverfolgbarkeit: Entwickle eine Rückverfolgungskarte, die vom fehlerhaften Einzelteil zur Herkunft und zu allen bekannten Verwendungsorten führt.
  2. Qualitätssicherung: Simuliere eine interne Rückrufprüfung. Stelle einen Maßnahmenplan mit Zuständigkeiten, Reihenfolge und Dokumentation auf.
  3. Prozessoptimierung: Entwirf eine technische und organisatorische Lösung, die Doppelbuchungen, verwechselte Chargen und vergessene Scans reduziert.
  4. Wirtschaftlichkeit: Bewerte, wann eine chargengenaue Verfolgung genügt und wann eine Einzelteilverfolgung sinnvoll oder vertraglich erforderlich ist. Berücksichtige Kosten, Risiko und Datenqualität.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Fünf Transferaufgaben mit begründeter Entscheidung:

  1. Fehleranalyse: In einem Lager sind sämtliche Mengen korrekt, aber mehrere Entnahmebuchungen enthalten keine Seriennummer. Erkläre, welche Fragen sich bei einem Qualitätsverdacht nicht mehr zuverlässig beantworten lassen und wie Du die Dokumentation künftig verbessern würdest.
  2. Wirtschaftlichkeit: Ein Lieferant bietet ein Bauteil mit Seriennummer zu einem höheren Preis an. Entwickle Entscheidungskriterien, unter denen der Mehrpreis gerechtfertigt ist, und stelle ihnen Fälle gegenüber, in denen eine Chargenverfolgung ausreichen könnte.
  3. Prozessgestaltung: Ein Ersatzteil wird von einer Anlage in eine andere umgebaut. Beschreibe die nötigen Buchungen und begründe, weshalb die ursprüngliche Warenausgangsbuchung allein nicht ausreicht.
  4. Risikomanagement: Zwei Lagerplätze enthalten Teile einer verdächtigen Charge. Ein Teil wurde bereits montiert. Entwickle eine Reihenfolge der Maßnahmen und erläutere, wie sie Fehlverwendungen verhindert.
  5. Rechnungsprüfung: Ein fiktiver Einkaufsbeleg enthält Mengen, Preise und Umsatzsteuer, aber keinen nachvollziehbaren Bezug zum Wareneingang. Erkläre den Unterschied zwischen einer formell richtigen Rechnung und einer vollständigen betrieblichen Dokumentationskette.

Bewertungsmaßstab: Eine überzeugende Lösung benennt das Problem, begründet die Entscheidung, beschreibt die erforderlichen Nachweise und berücksichtigt mögliche Risiken sowie Kosten.


Lernnachweis

Dein Lernnachweis besteht aus einer kurzen digitalen oder analogen Fallmappe.

  1. Materialflussplan: Zeige die Stationen eines Ersatzteils mit den zugehörigen Buchungen.
  2. Identifikationsnachweis: Unterscheide Artikelnummer, Charge und Seriennummer an einem fiktiven Beispiel.
  3. Rückverfolgung: Dokumentiere den vollständigen Verbleib der acht Sensoren aus Charge C-26-10-A.
  4. Sperrentscheidung: Erkläre, warum ein Teil mit unklarer Identität nicht eigenmächtig neu etikettiert werden darf.
  5. Kaufmännische Berechnung: Rechne eine Bestellung einschließlich Rabatt, Versand, Umsatzsteuer und Bruttopreis korrekt durch.
  6. Produktvergleich: Begründe eine wirtschaftliche und fachlich geeignete Beschaffungsentscheidung.
  7. Kommunikation: Führe ein sachliches Übergabegespräch zwischen Lager und Qualitätssicherung.
  8. Reflexion: Beschreibe mindestens zwei Verbesserungen für die Dokumentationssicherheit.

Mögliche Bewertung: Fachliche Genauigkeit 30 Prozent, vollständige Dokumentationskette 25 Prozent, Problemlösung und Begründung 25 Prozent, kaufmännische Richtigkeit 10 Prozent, verständliche Darstellung 10 Prozent.

Erfolgreicher Lernnachweis: Du kannst den Weg eines fiktiven Ersatzteils anhand seiner dokumentierten Kennungen und Bewegungen nachvollziehbar erklären und bei Unklarheiten eine fachlich begründete Handlung wählen.


OERs zum Thema

Wikipedia: Rückverfolgbarkeit in der Produktionswirtschaft

Weitere Fachinformationen:

  1. GS1 Germany – Application Identifier
  2. GS1 Germany – GS1-128
  3. Globaler GS1 Rückverfolgbarkeitsstandard
  4. Europäische Union – Produktkonformität
  5. Bundesfinanzministerium – E-Rechnung


Mediennachweise und Nutzungsrechte

Die folgenden Bilddateien wurden auf Wikimedia Commons recherchiert. Die Lizenzangaben beziehen sich auf die jeweiligen Dateibeschreibungsseiten zum Prüfzeitpunkt.

Medium Urheber beziehungsweise Quellenangabe Lizenz
Lagerregale Shixart1985 / Nenad Stojković CC BY 2.0
Lieferketten-Diagramm Miguel Garcia Gonzalez CC BY-SA 4.0
Lagertypen OCM Management Consultants CC BY-SA 4.0
GS1-128-Beispiel Omerzu CC0 1.0
GS1-128 und SSCC Standardsforever CC BY-SA 4.0
Barcode-Handscanner Raimond Spekking CC BY-SA 4.0
Kommissionierung mit Scanner MicroSYST Systemelectronic GmbH CC BY-SA 4.0
Picking-Arbeitsplatz Ingenieria-logistica CC BY-SA 4.0

Lizenzbedingungen: Bei CC-BY-Material ist die Namensnennung einschließlich Lizenzhinweis einzuhalten. CC-BY-SA verlangt bei Bearbeitungen zusätzlich die Beachtung der Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Die konkreten Lizenztexte und gegebenenfalls Änderungsvermerke sind auf den verlinkten Dateiseiten beziehungsweise Lizenzseiten zu beachten.

Verifizierte YouTube-Medien:

  1. Entdecken Sie das GS1 Barcodesystem – Teil 1, TEC-IT Software, veröffentlicht am 15.12.2023.
  2. Entdecken Sie das GS1 Barcodesystem – Teil 2, TEC-IT Software, veröffentlicht am 15.12.2023.

Rechtehinweis: Die YouTube-Videos werden lediglich über die Plattformfunktion eingebettet. Sie sind dadurch nicht automatisch frei lizenzierte OER. Eine eigenständige Weiterverarbeitung oder Wiederveröffentlichung benötigt eine entsprechende Rechtsgrundlage oder Erlaubnis. Auch die Einbettbarkeit sollte vor dem Unterrichtseinsatz erneut geprüft werden.

Didaktische Gesprächsmedien: Die fiktiven Dialoge, Falltabellen und Aufgaben wurden für diesen Lernkurs neu erstellt. Sie enthalten keine echten Beschäftigten-, Lieferanten- oder Kundendaten.


Verknüpfte Lernbereiche

Kernzusammenhang: Eindeutige Kennungen und verlässliche Buchungen verbinden physische Materialbewegungen mit der Dokumentation. Dadurch werden Bestände überprüfbar, Fehler eingrenzbar und kaufmännische Entscheidungen nachvollziehbar.


aiMOOC-Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...