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Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Meldebestand und Bestellmenge im Modell berechnen

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Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Meldebestand und Bestellmenge im Modell berechnen

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Lagerlogistik Ersatzteile und Materialfluss – Meldebestand und Bestellmenge im Modell berechnen


Einleitung

Zielgruppe: Ausbildung in Lagerlogistik, Industrie und kaufmännischen Berufen · Dauer: ca. 35 Minuten plus Projektzeit · Ziel: Du entscheidest, wann und wie viel von einem Ersatzteil bestellt wird.

Leitfrage: Das Ersatzteil wird knapp. Bestellst Du sofort 300, 600 oder 1.200 Stück – und bei welchem Angebot?

Bild: Lagerregale, BBCLCD, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Mini-Einheit Du kannst danach …
1. Materialfluss (3 Min.) den Weg eines Ersatzteils zeigen
2. Falldaten (4 Min.) Verbrauch und Reserve deuten
3. Meldebestand (5 Min.) den Bestellzeitpunkt berechnen
4. Bestellmenge (7 Min.) Bestell- und Lagerkosten vergleichen
5. Einkaufsentscheidung (6 Min.) Angebote und Lieferrisiken abwägen
6. Transfer (5 Min.) Annahmen und Störungen untersuchen

Wichtig: Alle Namen, Personen, Artikel, Firmen, Preise, Angebote und Vorgänge des Ausbildungsfalls sind frei erfunden. Es sind Rechen- und Gesprächsmodelle, keine echten Geschäftsunterlagen. Die externen Bilder zeigen nur Beispiele realer Lagertechnik; sie bilden nicht den Übungsbetrieb ab.


Lerneinheit 1: Ersatzteile im Materialfluss


Sehen – ordnen – sprechen

Bild: Fördertechnik im Lager, Mike.dill01, Wikimedia Commons, CC0 1.0.

Materialfluss: Bedarfsmeldung → Bestellung → Wareneingang und Prüfung → Einlagerung → Kommissionierung → Übergabe an die Werkstatt. Der Informationsfluss (Bestand, Auftrag, Buchung) begleitet jeden Schritt.

Bild: Entnahme mit Scanner, MicroSYST Systemelectronic GmbH, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Mini-Auftrag: Zeige mit dem Finger die Station, an der eine Entnahme den digitalen Bestand senkt. Feedback: Erst eine korrekt gebuchte Entnahme macht den angezeigten Bestand verlässlich.


Lerneinheit 2: Der fiktive Ausbildungsfall


Fallkarte: Ersatzteil DS-L

Im fiktiven Lehrbetrieb „L-42“ benötigt die Werkstatt ein Dichtungsset DS-L für ein Fördermodul. Das Set ist ein erfundenes Lernprodukt.

Bild: Ersatzteilschrank, Marco d'Itri, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.

Bild: Beispiel einer Kleinteilebox, Franz BERNHART / MediacomART, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Modellgröße Wert
Bedarf je Arbeitstag 50 Sets
Arbeitstage je Modelljahr 240
Jahresbedarf 12.000 Sets
Lieferzeit für Angebot A 6 Arbeitstage
Sicherheitsbestand 100 Sets
Aktuell verfügbar 390 Sets
Offene Bestellungen / Rückstände keine
Einstandspreis Angebot A 12,00 € netto je Set, Fracht inklusive
Fixe interne Bestellkosten 36,00 € je Bestellung
Lagerhaltungskostensatz 20 % des Einstandspreises pro Jahr

Modellannahmen: Gleichmäßiger Verbrauch von 50 Sets je Arbeitstag, sichere Lieferzeit bei Angebot A, sofort vollständige Einlagerung am Liefertag, unveränderlicher Nettopreis, keine Mengenrabatte und keine Fehlmengen im Grundmodell. 100 Sets Reserve entsprechen hier zwei Verbrauchstagen. Der Puffer ist eine frei gewählte Sicherheitsannahme, keine statistisch ermittelte Servicegarantie.


Gesprächsmedium 1: Schichtübergabe

Person (fiktiv) Gesprochener Satz
Mira, Lager „Wir haben 390 DS-L-Sets im Regal. Pro Tag gehen 50 heraus.“
Jona, Einkauf „Der Standardlieferant braucht sechs Arbeitstage. Reicht das?“
Mira „Wir wollen zusätzlich 100 Sets als Reserve behalten.“

Dein Sprechauftrag: Spielt das Gespräch zu zweit nach. Ergänze einen Satz mit einer begründeten Bestellempfehlung. Ihr könnt daraus eine eigene 30-Sekunden-Audioaufnahme erstellen; es gibt keine vorgetäuschte Audiodatei.


Lerneinheit 3: Meldebestand berechnen


Wann wird bestellt?

Bild: Handscanner, Rodrigo César, Wikimedia Commons, gemeinfrei (Public Domain).

Meldebestand = Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand

Einsetzen: 50 × 6 + 100 = 400 Sets.

Entscheidung: 390 ≤ 400. Im vereinfachten Bestellpunktverfahren wird jetzt eine Bestellung ausgelöst. Bei pünktlicher Lieferung nach sechs Arbeitstagen bleiben rechnerisch 390 − 300 = 90 Sets übrig. Das liegt unter der gewünschten Reserve von 100, verursacht bei den gegebenen Annahmen aber noch keine Fehlmenge.

Bestellpunkt ist nicht Bestellmenge: 400 ist die Warnschwelle, nicht die Menge der neuen Bestellung. Im realen Warenwirtschaftssystem werden auch offene Bestellungen, Reservierungen und Rückstände berücksichtigt; hier sind sie ausdrücklich null.

Video: „Bestellpunktverfahren rechnen und zeichnen gaaanz einfach!“ (Wirtschaft gaaanz einfach!, 2022). Stoppfrage: Wo liegt in der Bestandskurve der Auslösepunkt? Video ist nicht automatisch OER.


Gestufte Hilfe: Bestellpunkt

Hilfe 1 – Begriff: Finde im Datensatz den Tagesverbrauch, die Lieferzeit und die Reserve.

Hilfe 2 – Ansatz: Der Verbrauch bis zur Anlieferung muss vorab reichen. Addiere dann die Reserve.

Hilfe 3 – Rechenkontrolle: 50 × 6 = 300; 300 + 100 = 400. Vergleiche mit 390.


Lerneinheit 4: Bestellmenge und Kosten


Wie viel wird bestellt?

Bild: Palettendurchlaufregal, Markj52, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Zu kleine Mengen: viele Bestellvorgänge. Zu große Mengen: höhere Lager- und Kapitalbindungskosten.

Lagerkosten je Set und Jahr: h = 12,00 € × 0,20 = 2,40 €.

Andler-Modell: Optimale Bestellmenge Q* = √(2 × Jahresbedarf × fixe Bestellkosten ÷ jährliche Lagerkosten je Set).

Einsetzen: Q* = √(2 × 12.000 × 36 ÷ 2,40) = √360.000 = 600 Sets.

Kontrolle mit drei möglichen Mengen: Bestellkosten pro Jahr = 12.000 ÷ Q × 36 €. Lagerkosten pro Jahr = (Q ÷ 2 + 100) × 2,40 €.

Q (Sets) Bestellungen pro Jahr Bestellkosten Lagerkosten inkl. Reserve Summe
300 40 1.440 € 600 € 2.040 €
600 20 720 € 960 € 1.680 €
1.200 10 360 € 1.680 € 2.040 €

Begründetes Feedback: 600 Sets verursachen unter diesen Modellannahmen die geringste Summe. Im Optimum sind die mengenabhängigen Lagerkosten ohne die konstante Reserve (300 × 2,40 € = 720 €) genau so hoch wie die Bestellkosten (720 €). Die zusätzlichen 240 € für den ständig gehaltenen Sicherheitsbestand ändern den optimalen Q-Wert hier nicht. Der im idealen Zyklus höchste Bestand beträgt 600 + 100 = 700 Sets.

Grenze: Die klassische Andler-Formel ist ein vereinfachtes Losgrößenmodell. Schwankender Bedarf, Mindestabnahmen, Lagerplatzgrenzen, Verderb, Preisstaffeln oder unsichere Lieferungen können zu einer anderen Praxisentscheidung führen. Die 12.000 × 12 € jährlichen Einkaufskosten sind bei konstantem Stückpreis für alle drei Mengen gleich und deshalb nicht Teil dieser Vergleichssumme.

Video: „Optimale Bestellmenge nach der Andler Formel“ (erklaerung-und-mehr, 2026). Hörfrage: Welche zwei Kostenarten wirken gegenläufig? Video ist nicht automatisch OER.


Gestufte Hilfe: Bestellmenge

Hilfe 1 – Einheiten: Rechne zuerst Euro pro Set und Jahr aus.

Hilfe 2 – Formel: Verwende unter der Wurzel 2 × 12.000 × 36 ÷ 2,40. Bei 20 % als Dezimalzahl gilt 0,20, nicht 20.

Hilfe 3 – Gegenprobe: 600 × 600 = 360.000. Setze Q = 600 in beide Kostenformeln ein.


Lerneinheit 5: Fiktiver Produkt- und Angebotsvergleich


Preis, Zeit und Lieferfähigkeit

Alle drei erfundenen Varianten sind für das Modell technisch gleichwertig und passen zum DS-L. Die Lieferzeiten gelten ab heutiger Bestellung; verglichen wird ein Auftrag über 600 Sets. Rechne zunächst netto.

Modellangebot Preis je Set netto Fracht je Auftrag Lieferzeit Gesamt netto bei 600
A – Standard 12,00 € inklusive 6 Arbeitstage 7.200 €
B – Spar 11,70 € 30 € 9 Arbeitstage 7.050 €
C – Express 12,45 € inklusive 3 Arbeitstage 7.470 €

Mini-Fall: Was wählst Du bei 390 Sets Anfangsbestand und 50 Sets Verbrauch pro Arbeitstag?

Modellangebot Bestand unmittelbar vor Anlieferung bei konstantem Verbrauch
A 390 − 6 × 50 = 90 Sets
B 390 − 9 × 50 = −60 Sets → Fehlmenge von 60
C 390 − 3 × 50 = 240 Sets

Begründetes Feedback: B kostet gegenüber A bei 600 Sets 150 € weniger, erzeugt ohne Zwischenlösung aber rechnerisch eine Fehlmenge. A deckt den erwarteten Verbrauch ohne Fehlmenge; C bietet mehr Zeitreserve, kostet aber 270 € mehr als A. Eine tragfähige Empfehlung nennt Preis, Lieferzeit, Service-Risiko und Annahmen. A ist im Grundfall eine nachvollziehbare Wahl, C bei hoher Ausfallfolge ebenfalls begründbar. Die 600er Vergleichsmenge wurde für A optimiert; abweichende Preise und Frachtkosten können bei B und C ein anderes Kostenoptimum ergeben.


Gesprächsmedium 2: Einkaufskonferenz

Person (fiktiv) Gesprochener Satz
Jona, Einkauf „B ist 150 Euro günstiger als A. Sollen wir sparen?“
Mira, Lager „Neun Tage Lieferzeit ergeben bei heutigem Bestand 60 fehlende Sets.“
Jona „Dann prüfen wir A und C sowie die Folgen eines Stillstands.“

Dein Auftrag: Sprich eine 45-Sekunden-Entscheidung ein: „Ich entscheide mich für …, weil …“. Begründe Deine Wahl mit zwei Zahlen.


Kaufmännische Notiz und aktueller Rechtscheck

Fiktive Übungsbestellnotiz (keine Rechnung): Vorgang L42-ÜB-01 · Artikel DS-L · Variante A · 600 Sets · 12,00 € netto je Set · 7.200 € netto · Lieferzeit modellhaft sechs Arbeitstage · Fracht inklusive. Keine echten Namen, Adressen, Steuer-IDs oder Kontodaten.

Steuermodell Deutschland, Rechtsstand 11.10.2026: Für im Inland steuerpflichtige gewöhnliche Ersatzteile wird hier 19 % Umsatzsteuer als Rechenannahme angesetzt: 7.200 € netto + 1.368 € USt = 8.568 € brutto. § 12 UStG regelt 19 % regulär und 7 % für gesetzlich bestimmte Umsätze; Ausnahmen müssen im echten Einzelfall geprüft werden. Für den betriebswirtschaftlichen Modellvergleich rechnen wir einheitlich netto; eine etwaige Vorsteuerabzugsberechtigung wäre im realen Fall zu klären.

Pflichtangaben – nicht verwechseln: Eine Rechnung benötigt nach § 14 Abs. 4 UStG grundsätzlich u. a. die beteiligten Unternehmer mit Anschriften, Steuer- oder USt-IdNr. des Ausstellers, Datum, eindeutige Rechnungsnummer, Menge und Artikel, Lieferzeitpunkt, Entgelt, Steuersatz und Steuerbetrag; für Sonderfälle gelten Zusatz- oder Ausnahmeregelungen. Die Übungsbestellnotiz ist keine rechtlich vollständige Rechnung. 2026 gelten im inländischen B2B-Bereich E-Rechnungsregeln mit Übergangsregelungen für Aussteller bis Ende 2026; der Empfang von E-Rechnungen muss grundsätzlich seit 2025 möglich sein. Prüfe echte Vorgänge stets anhand der aktuellen Rechtslage.

Amtliche Quellen: § 12 UStG, § 14 UStG, § 27 Abs. 38 UStG, BMF-FAQ E-Rechnung (Stand März 2026).


Lerneinheit 6: Störung und Modellgrenzen


Was wäre, wenn …?

Bild: Roboter entnimmt ein Teil, Wenshan Wang u. a., Wikimedia Commons, CC BY 4.0.

Transferfall: Lieferzeit A steigt dauerhaft auf acht Arbeitstage; sonst bleibt alles gleich. Neuer Meldebestand = 50 × 8 + 100 = 500 Sets. Bei aktuellem Bestand 390 und acht Tagen bis zur Lieferung drohen 10 Sets Fehlmenge. Das zeigt: Ein Meldebestand ist nur so belastbar wie seine Prognosen.

Prüfe die Annahmen: Wie schwankt der Verbrauch? Wie verlässlich ist die zugesagte Lieferzeit? Reicht der Lagerplatz für den Höchstbestand? Ist ein technisches Alternativteil wirklich freigegeben? In echten Betrieben müssen Disposition, Werkstatt und Einkauf diese Fragen gemeinsam klären.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie heißt die Bestandsgrenze, bei der nachbestellt wird? (Meldebestand) (!Jahresbestand) (!Verkaufspreis) (!Lagerzins)




Welche Station prüft neu gelieferte Sets vor der Einlagerung? (Wareneingang) (!Kommissionierung) (!Verbrauchsmeldung) (!Rechnungsarchiv)




Wie groß ist der Jahresbedarf bei 50 Sets und 240 Arbeitstagen? (12000 Sets) (!2400 Sets) (!6000 Sets) (!500 Sets)




Wie viele Sets werden in sechs Arbeitstagen verbraucht? (300 Sets) (!600 Sets) (!50 Sets) (!100 Sets)




Wie groß ist die angenommene Sicherheitsreserve? (100 Sets) (!390 Sets) (!600 Sets) (!12000 Sets)




Wie groß ist der Meldebestand bei Angebot A? (400 Sets) (!300 Sets) (!600 Sets) (!700 Sets)




Was geschieht bei 390 Sets und einem Bestellpunkt von 400 Sets im Grundmodell? (Jetzt nachbestellen) (!Ein Jahr warten) (!Die Reserve abschaffen) (!Den Verbrauch ignorieren)




Wie viel kostet die Lagerhaltung eines Sets pro Jahr im Modell? (2,40 Euro) (!12 Euro) (!20 Euro) (!36 Euro)




Welche Bestellmenge ergibt die Andler-Formel für Angebot A? (600 Sets) (!100 Sets) (!300 Sets) (!1200 Sets)




Wie hoch ist der Meldebestand bei neun Tagen Lieferzeit und gleicher Reserve? (550 Sets) (!450 Sets) (!400 Sets) (!900 Sets)





Begründetes Quiz-Feedback

  1. Meldebestand: Er löst die Bestellung aus, er ist nicht selbst die Bestellmenge.
  2. Wareneingang: Erst prüfen und buchen, dann sachgerecht einlagern.
  3. 12.000: 50 Sets pro Tag × 240 Arbeitstage.
  4. 300: Verbrauch während der sechstägigen Lieferzeit: 50 × 6.
  5. 100: Die Reserve wird hier bewusst auf zwei Verbrauchstage gesetzt.
  6. 400: Zum Lieferzeitverbrauch kommt die Reserve hinzu.
  7. Sofort bestellen: Der verfügbare Bestand unterschreitet die Auslöseschwelle.
  8. 2,40 €: 12,00 € × 20 % pro Jahr; ein Prozentsatz ist kein Eurobetrag.
  9. 600: Dort ist die modellierte Summe aus Bestell- und Lagerkosten am kleinsten.
  10. 550: Neun Tage × 50 Sets + 100 Sets Reserve.


Memory

Meldebestand Schwelle zur Nachbestellung
Sicherheitsbestand Reserve für ungeplante Abweichungen
Tagesverbrauch Durchschnittliche Entnahme je Arbeitstag
Wiederbeschaffungszeit Zeitraum von Bestellung bis Verfügbarkeit
Bestellfixkosten Aufwand für einen einzelnen Bestellvorgang
Lagerhaltungskostensatz Jährlicher Prozentsatz auf den Lagerwert





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Aufgabe im Materialfluss
Bedarfsmeldung Die Werkstatt fordert ein Ersatzteil an
Bestellauslösung Das System erkennt die unterschrittene Schwelle
Wareneingang Neu angelieferte Sets werden geprüft und gebucht
Einlagerung Die Ware erhält einen Lagerplatz
Kommissionierung Sets werden für einen Werkstattauftrag entnommen





Kreuzworträtsel

Meldebestand Welcher Bestand ist das Signal für eine Nachbestellung?
Sicherheitsbestand Wie heißt die geplante Reserve gegen Schwankungen?
Wiederbeschaffungszeit Wie heißt die Zeit von der Bestellung bis zur Verfügbarkeit?
Kommissionierung Wie heißt das Zusammenstellen der Teile für einen Auftrag?
Materialfluss Wie heißt die Bewegung von Gütern durch Lager und Betrieb?
Bestellmenge Welche Größe gibt an, wie viele Sets geordert werden?





LearningApps

Die eingeblendete Seite ist eine Themensuche; die dortigen Übungen stammen ggf. von Dritten und müssen einzeln geprüft werden.


Lückentext

Vervollständige den Text zum Ausbildungsfall.
Im Modell führt die Bedarfsmeldung zur

.
Die Materialentnahme wird im Lager mithilfe eines

erfasst.
Der tägliche Verbrauch beträgt

Sets.
Die Wiederbeschaffungszeit von Angebot A beträgt sechs

.
Für unvorhergesehene Abweichungen ist ein

vorgesehen.
Während der normalen Lieferzeit werden

Sets benötigt.
Daraus ergibt sich ein Meldebestand von

Sets.
Der aktuelle Bestand liegt

dem Bestellpunkt.
Die Modellformel liefert eine optimale Bestellmenge von

Sets.
Die jährlichen Lagerhaltungskosten betragen je Set

Euro.
Angebot B hat eine besonders lange

.
Ein niedriger Einkaufspreis verhindert nicht automatisch eine

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Materialfluss: Zeichne die sechs Stationen vom Werkstattbedarf bis zur Entnahme als Pfeilkette und markiere den Zeitpunkt der Bestandsbuchung.
  2. Tagesverbrauch: Erstelle aus 50 Sets pro Arbeitstag eine Bildkarte für einen, zwei und sechs Tage.
  3. Sicherheitsbestand: Erkläre einer fiktiven Kollegin in einer 30-Sekunden-Sprachnachricht, warum 100 Sets Reserve nicht dasselbe wie 100 Sets Bestellmenge sind.
  4. Barcode: Gestalte ein eigenes fiktives Lageretikett mit Artikelname, Lagerort und einer ausgedachten Artikelkennung; verwende keine echten Betriebsdaten.

Feedback zu den Basisaufgaben: Ein nachvollziehbarer Ablauf und korrekt gekennzeichnete Einheiten sind wichtiger als aufwendige Gestaltung. Eine Buchung am falschen Prozessschritt verfälscht den Bestand.


Standard

  1. Meldebestand: Berechne den Bestellpunkt für vier und sieben Arbeitstage Lieferzeit und begründe, weshalb er sich verändert.
  2. Optimale Bestellmenge: Übertrage die Kosten für Q = 300, 600 und 1.200 in ein eigenes Säulendiagramm und kommentiere das Minimum.
  3. Beschaffung: Vergleiche die drei fiktiven Produktvarianten mit einer selbst gewählten Gewichtung für Preis, Geschwindigkeit und Lieferfähigkeit.
  4. Rollenspiel: Nimm mit einer zweiten Person ein einminütiges Einkaufsgespräch mit fiktiven Rollen auf und verteidige Angebot A oder C mit Zahlen.

Feedback zu den Anwendungsaufgaben: Deine Berechnung muss durch eine Kosten- oder Risikoaussage zur Entscheidung führen. Ein Preis allein genügt nicht, wenn die Lieferzeit zu einer Fehlmenge führt.


Schwer

  1. Risikomanagement: Entwickle für 60 Sets Tagesverbrauch und acht Arbeitstage Lieferzeit einen neuen Bestellpunkt; bestimme die Reserve selbst und begründe sie.
  2. Kostenvergleich: Schätze die wirtschaftliche Bedeutung der 60 Sets Fehlmenge bei Angebot B mit einer ausdrücklich fiktiven Stillstandskostenannahme.
  3. Prozessoptimierung: Gestalte ein digitales Schaubild, in dem Scan, Bestandsbuchung, Bestellalarm, Wareneingang und Werkstattbedarf verknüpft sind.
  4. Modellkritik: Erfinde zwei realistische Störungen, etwa Qualitätsmangel und Mindestabnahmemenge, und präsentiere einen verbesserten Beschaffungsplan als kurzes Video oder Poster.

Feedback zu den Transferaufgaben: Gute Lösungen benennen neue Annahmen ausdrücklich, rechnen Folgen nach und wägen Lieferfähigkeit gegen Kosten ab. Mehrere Entscheidungen können richtig sein, wenn die Begründung trägt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite ohne die Musterergebnisse abzulesen. Entscheidend ist Deine Begründung.

  1. Lieferzeit: Ein Lieferant benötigt künftig acht statt sechs Arbeitstage. Berechne den neuen Meldebestand und erkläre, weshalb die bisherige Warnschwelle zu niedrig sein kann.
  2. Nachfrage: Der Tagesverbrauch steigt auf 60 Sets, die Lieferzeit bleibt bei sechs Arbeitstagen und die Reserve soll weiterhin zwei Verbrauchstage decken. Bestimme die neue Reserve und den Bestellpunkt; benenne die geänderte Annahme.
  3. Angebotsvergleich: Stelle dar, warum das günstigste Angebot B kurzfristig ungeeignet sein kann. Entwickle eine Lösung, die Preis und Verfügbarkeit berücksichtigt.
  4. Lagerkosten: Erkläre an den Mengen 300, 600 und 1.200 Sets, wie gegenläufige Bestell- und Lagerkosten das rechnerische Optimum erzeugen.
  5. Bestandsführung: Angenommen, es existiert bereits eine verbindlich bestätigte Lieferung. Erkläre, weshalb der reine Regalbestand allein keinen zweiten Bestellauftrag rechtfertigt und welche Angaben vor der Entscheidung geprüft werden müssen.
  6. Transfer: Nenne zwei Schwächen des Modells bei schwankender Nachfrage und entwickle für jede eine konkrete betriebliche Prüfmaßnahme.

Bewertungsfeedback: Überzeugend sind passende Formeln mit Einheiten, korrekte Rechnungen, eine erkennbare Entscheidung, ein benanntes Risiko und eine ehrliche Aussage über die Grenze des Modells. Eine bloße Zahl ohne Erklärung genügt nicht.




Lernnachweis

  1. Materialfluss: Du dokumentierst eine verständliche Prozessgrafik vom Bedarf bis zur Ausgabe.
  2. Meldebestand: Du rechnest den Bestellpunkt mit Tagesverbrauch, Lieferzeit und begründeter Sicherheitsannahme korrekt aus.
  3. Bestellmenge: Du bestimmst eine Modellbestellmenge und vergleichst mindestens drei Gesamtkostenwerte.
  4. Angebotsvergleich: Du legst eine Entscheidung anhand fiktiver Nettoangebote und Lieferzeiten begründet dar.
  5. Modellkritik: Du erklärst mindestens zwei Annahmen oder Unsicherheiten und zeigst ihre Wirkung.
  6. Dokumentation: Deine Abgabe enthält nur selbst erstellte oder korrekt gekennzeichnete Medien und ausschließlich fiktive Falldaten.




OERs zum Thema

Fachliche Vertiefung: Materialfluss, Lagerhaltung, Bestellpunktverfahren, Kommissionierung, Wikipedia: Materialfluss, Wikipedia: Lagerhaltung, Erklärung der Andler-Formel.

Prüfbare Rechtsquellen (Deutschland, abgerufen am 11.10.2026): UStG § 12, UStG § 14, UStG § 27, BMF: E-Rechnung.

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