La Morte

La Morte
La Morte – Der Tod im Tarot
La Morte ist die italienische Bezeichnung für „Der Tod“ und bezeichnet im Tarot gewöhnlich den Trumpf beziehungsweise die Karte XIII. Dieser aiMOOC behandelt La Morte vor allem als kulturgeschichtliches und kunsthistorisches Bildmotiv des Tarot. Du lernst, wie sich die Darstellung der Karte vom italienischen Renaissance-Tarot über das Tarot de Marseille bis zum Rider-Waite-Smith-Tarot verändert hat. Außerdem untersuchst Du Verbindungen zu Memento mori, Totentanz, Personifikationen des Todes und Vorstellungen von Wandel und Vergänglichkeit.
Wichtig ist eine Unterscheidung: Tarot entstand zunächst als Kartenspiel. Die heute verbreitete Verbindung mit Wahrsagerei und Okkultismus entwickelte sich wesentlich später. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Tarotkarten zukünftige Ereignisse, Krankheiten oder Todesfälle vorhersagen können. Wenn in der Kartomantie die Karte La Morte interpretiert wird, wird sie deshalb häufig symbolisch mit Ende, Übergang und Veränderung verbunden und nicht als zuverlässige Vorhersage eines tatsächlichen Todes verstanden.[1]

Das Bild zeigt die Karte Death aus dem Rider-Waite-Smith-Tarot. Die Illustration stammt von Pamela Colman Smith und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlicht.[2]
Was bedeutet „La Morte“?
Im Italienischen ist morte ein feminines Substantiv und bedeutet Tod. Der bestimmte Artikel la entspricht hier dem deutschen Artikel die, auch wenn das deutsche Wort „Tod“ grammatisch männlich ist.
Im Zusammenhang mit dem Tarot bezeichnet La Morte die Karte, die in vielen heutigen Systemen als dreizehnter Trumpf der sogenannten Großen Arkana geführt wird. Historisch ist der Ausdruck „Große Arkana“ allerdings jünger als die ersten Tarotkarten. In den frühen Kartenspielen sprach man von besonderen Trumpfkarten beziehungsweise italienisch von trionfi.
In traditionellen Reihenfolgen steht La Morte zwischen Der Gehängte und Die Mäßigkeit. Im Tarot de Marseille fehlt auf vielen historischen Ausgaben eine ausgeschriebene Bezeichnung der Karte. Sie trägt dort lediglich die römische Zahl XIII und ist deshalb auch als Arcane sans nom, also als „namenloses Arkanum“, bekannt.[3]
Tarot als historisches Kartenspiel
Die frühesten sicheren Hinweise auf Tarot beziehungsweise carte da trionfi stammen aus dem Italien des 15. Jahrhunderts. Besonders Nord- und Mittelitalien mit Städten und Höfen wie Mailand, Florenz, Ferrara und Venedig spielten für die frühe Entwicklung eine bedeutende Rolle.
Tarotkarten ergänzten die bereits bekannten italienischen Kartenfarben durch eine Reihe besonderer Trümpfe. In der später verbreiteten Struktur umfasst ein Tarotdeck 78 Karten: 56 Farbkarten sowie 22 besondere Karten einschließlich des Narren. Historische Spiele konnten allerdings voneinander abweichen.
Die Karten dienten zunächst dem Spielen. Das Metropolitan Museum of Art weist darauf hin, dass die heute besonders bekannte Verbindung des Tarot mit Wahrsagerei und Okkultismus erst viele Jahrhunderte später große Verbreitung fand.[4]
Das Video des Victoria and Albert Museum bietet einen Überblick über mehrere Jahrhunderte Tarotgeschichte. Achte beim Anschauen darauf, zwischen historisch belegbarer Verwendung der Karten und späteren Deutungstraditionen zu unterscheiden.
La Morte im Visconti-Sforza-Tarot
Zu den berühmtesten erhaltenen frühen Tarotkarten gehören die Visconti-Sforza-Karten aus dem 15. Jahrhundert. Sie entstanden im Umfeld der norditalienischen Herrscherfamilien Visconti und Sforza und zeigen, dass die Bildsprache früher Tarotkarten noch nicht vollständig vereinheitlicht war.

Auf dieser historischen Todeskarte trägt die Skelettfigur nicht die später besonders bekannte Sense, sondern einen Bogen. Die Karte verdeutlicht, dass das heute scheinbar selbstverständliche Bild vom Tod mit Sense nur eine mögliche ikonografische Form darstellt. Die Wikimedia-Commons-Beschreibung ordnet die Karte dem 15. Jahrhundert und dem Pierpont-Morgan-Bergamo-Tarot zu.[5]
Das Tarot de Marseille
Das sogenannte Tarot de Marseille entwickelte sich aus älteren europäischen Tarottraditionen. Trotz seines Namens entstand der Tarot nicht ursprünglich in Marseille. Die frühen Wurzeln liegen in Italien; französische Kartenmacher entwickelten und verbreiteten später charakteristische Formen, die heute als Marseille-Typ bezeichnet werden.
Ein wichtiges historisches Beispiel stammt von Jean Dodal. Sein Kartenspiel wurde in Lyon zu Beginn des 18. Jahrhunderts hergestellt.

Die Karte zeigt eine Skelettfigur mit einem schneidenden beziehungsweise mähenden Werkzeug. Um die Figur herum liegen Körperteile und pflanzenähnliche Formen. Auf der Karte erscheint die Zahl XIII, aber kein ausgeschriebener Kartenname. Das erhaltene Jean-Dodal-Tarot wird auf etwa 1701 bis 1715 datiert.[6]
Die Bezeichnung Arcane sans nom ist deshalb besonders eng mit dem Marseille-Tarot verbunden. Behauptungen, der fehlende Name sei eindeutig und ausschließlich aus Angst vor dem Aussprechen des Wortes „Tod“ entstanden, solltest Du quellenkritisch behandeln. Historische Bildtraditionen, Druckkonventionen und spätere esoterische Interpretationen können nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden.
Vergleich mit einer italienischen Minchiate-Karte

Minchiate ist eine historische italienische Kartenspieltradition mit einer erweiterten Zahl von Trümpfen und darf nicht einfach mit jedem klassischen Tarotdeck gleichgesetzt werden. Die hier gezeigte Florentiner Karte aus dem 19. Jahrhundert trägt ausdrücklich die Bezeichnung La Morte. Sie eignet sich deshalb besonders gut für einen Vergleich mit den namenlosen Marseille-Karten.
Vergleiche Haltung, Werkzeug, Kleidung, Hintergrund und Gestaltung der Figur. Bereits durch diese Beobachtung wird sichtbar, wie flexibel ein scheinbar festes Symbol über Jahrhunderte dargestellt werden kann.
Ikonografie von La Morte
Ikonografie untersucht, welche Motive, Figuren und Zeichen in Bildern vorkommen und in welchen kulturellen Zusammenhängen sie verwendet werden. Bei La Morte lassen sich verschiedene wiederkehrende Motive beobachten.
Das Skelett
Das Skelett macht die körperliche Vergänglichkeit unmittelbar sichtbar. Weil Knochen nach dem Tod länger erhalten bleiben als viele andere Bestandteile des Körpers, wurde das Skelett in der europäischen Kunst zu einem besonders verständlichen Zeichen des Todes.
Ein Skelett ist dabei nicht automatisch „böse“. In vielen Darstellungen ist der personifizierte Tod vielmehr eine neutrale Macht, der alle Menschen unabhängig von Reichtum oder sozialem Rang unterworfen sind.
Sense und Ernte
Die Sense stammt ursprünglich aus der Landwirtschaft und dient dem Mähen. In der Kunst wurde die Ernte zum Bild für das Ende menschlichen Lebens. Daraus entwickelte sich die Vorstellung des Todes als Sensenmann oder „Grim Reaper“.
Die Verbindung zwischen Tod und Ernte ist eine Metapher. Ein landwirtschaftlicher Vorgang wird auf einen abstrakten menschlichen Zusammenhang übertragen.
Abgetrennte Körperteile
In manchen Marseille-Karten liegen Hände, Köpfe und andere Körperteile am Boden. Diese drastische Bildsprache kann auf die Macht des Todes und auf die Auflösung weltlicher Unterschiede verweisen.
Wenn gekrönte Köpfe neben gewöhnlichen Körperteilen erscheinen, kann dies als Hinweis auf ein verbreitetes Motiv der europäischen Todesikonografie gelesen werden: Vor dem Tod sind gesellschaftliche Rangunterschiede bedeutungslos.
Diese Interpretation sollte aus dem jeweiligen historischen Bildzusammenhang entwickelt werden und nicht allein aus modernen Kartenhandbüchern übernommen werden.
Pflanzen und neues Wachstum
Zwischen Knochen und Körperteilen erscheinen in vielen Versionen pflanzenartige Formen. Spätere Tarotinterpretationen lesen diese häufig als Zeichen von Erneuerung oder Transformation. Kunsthistorisch ist zunächst festzuhalten, dass die Gegenüberstellung von Tod und Wachstum eine starke visuelle Spannung erzeugt.
Hier zeigt sich eine wichtige Methode der Bildanalyse: Zuerst beschreibst Du, was tatsächlich sichtbar ist. Erst danach untersuchst Du mögliche Bedeutungen.
La Morte und Memento mori
Der lateinische Ausdruck Memento mori bedeutet sinngemäß „Bedenke, dass Du sterben musst“. In Kunst, Literatur und Religion erinnert das Motiv an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens.

Dieses antike Mosaik aus dem archäologischen Museum in Neapel zeigt einen Totenschädel im Zentrum. Solche Bilder belegen, dass die bildliche Beschäftigung mit Vergänglichkeit wesentlich älter als das Tarot ist.
La Morte kann deshalb in einen breiteren kulturgeschichtlichen Zusammenhang gestellt werden. Totenschädel, Knochen, Uhren, verwelkende Pflanzen oder erlöschende Lichter wurden in unterschiedlichen Epochen genutzt, um über Zeit, Leben und Tod nachzudenken.
Totentanz und Gleichheit vor dem Tod
Der Totentanz oder die Danse macabre wurde im späten Mittelalter zu einem wichtigen europäischen Bild- und Literaturmotiv. Menschen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen werden darin gemeinsam mit dem Tod dargestellt.
Könige, Geistliche, Kaufleute, Bauern, Frauen, Männer, Junge und Alte können gleichermaßen auftreten. Die Botschaft ist häufig, dass sozialer Rang den Tod nicht aufheben kann.
Die Todesfigur des Tarot steht damit in einer größeren Tradition der Personifikation des Todes. Ein abstraktes Ereignis wird als handelnde menschliche oder menschenähnliche Figur dargestellt.
Der Trionfo della Morte
Ein weiteres verwandtes Motiv ist der Triumph des Todes. In mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunst erscheint der Tod als überwältigende Macht, die über weltliche Stärke, Schönheit und Besitz triumphiert.
Auch der italienische Dichter Francesco Petrarca beschrieb in seinen Trionfi eine Folge allegorischer Triumphe, zu denen auch der Tod gehört. Ob und in welchem Umfang Petrarcas Werk unmittelbar die frühe Tarotstruktur beeinflusste, wird in der Forschung diskutiert. Eine Ähnlichkeit der kulturellen Bildwelt ist jedoch deutlich.
Das Video behandelt die italienischen Ursprünge und historische Tarotdecks. Nutze es nicht als einzige Quelle, sondern vergleiche Aussagen mit Museums-, Bibliotheks- und Forschungsquellen.
Rider-Waite-Smith: eine neue Bildsprache
Das heute weltweit bekannte Rider-Waite-Smith-Tarot entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Bilder wurden von der Künstlerin Pamela Colman Smith nach einem Konzept von Arthur Edward Waite gestaltet.

Im Unterschied zur Marseille-Darstellung erscheint der Tod hier als gepanzerte Skelettfigur auf einem weißen Pferd. Die Figur trägt eine schwarze Fahne mit einer weißen, fünfblättrigen Rose. Am Boden liegt eine gekrönte Person. Weitere Figuren reagieren auf den Reiter. Im Hintergrund befindet sich eine helle Sonne zwischen zwei Türmen.
Diese zahlreichen Bildelemente ermöglichen komplexere Erzählungen als die stärker reduzierte Marseille-Karte. Trotzdem gibt es nicht für jedes Detail nur eine einzig „richtige“ Bedeutung. Unterschiedliche Autoren und Tarottraditionen interpretieren die Motive verschieden.
Beobachtung oder Interpretation?
Eine gute Bildanalyse trennt mehrere Ebenen.
- Bildbeschreibung: Welche Personen, Gegenstände, Farben, Gesten und räumlichen Strukturen sind tatsächlich sichtbar?
- Ikonografie: Welche bekannten Motive wie Skelett, Sense, Krone oder Sonnenaufgang erscheinen?
- Historischer Kontext: Wann und wo entstand die Karte, und wozu wurde das Kartensystem verwendet?
- Interpretation: Welche möglichen Bedeutungen ergeben sich aus dem Zusammenspiel der Elemente?
- Quellenkritik: Stammt eine Bedeutung aus einer historischen Quelle, einer modernen Tarottradition oder aus einer persönlichen Deutung?
La Morte in der Kartomantie
In späteren Formen der Kartomantie wird La Morte meist nicht als wörtliche Ankündigung eines Todes verstanden. Häufige symbolische Begriffe sind Ende, Übergang, Abschied, Wandel und Neubeginn.
Solche Deutungen gehören zu kulturellen und esoterischen Interpretationssystemen. Sie sind nicht mit naturwissenschaftlicher Vorhersage gleichzusetzen. Eine gezogene Tarotkarte kann nicht zuverlässig feststellen, ob eine Person sterben wird, krank ist oder ein bestimmtes zukünftiges Ereignis erleben wird.
Für eine wissenschaftlich orientierte Beschäftigung mit Tarot ist deshalb interessant, wie Menschen Bildern Bedeutung geben, nicht ob Karten übernatürliche Informationen liefern.
Die Zahl XIII
La Morte trägt häufig die römische Zahl XIII. Die Zahl 13 wird in verschiedenen europäischen und nordamerikanischen Traditionen mit Unglück verbunden. Diese Vorstellung wird als Triskaidekaphobie bezeichnet, wenn sie die Form einer ausgeprägten Angst vor der Zahl 13 annimmt.
Es wäre jedoch falsch, daraus zu schließen, die Zahl 13 habe überall und zu allen Zeiten dieselbe Bedeutung. Zahlensymbolik hängt von Kultur, Epoche und Kontext ab.
Bei der Tarotkarte ist besonders spannend, wie die Verbindung von Zahl XIII und Todesmotiv spätere populäre Vorstellungen gegenseitig verstärken konnte.
Varianten im Vergleich
| Tradition | Zeitlicher Kontext | Auffällige Darstellung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Visconti-Sforza | 15. Jahrhundert | Skelett mit Bogen | Frühe italienische Tarottradition |
| Jean Dodal | 1701 bis 1715 | Skelett mit mähendem Werkzeug | Kein ausgeschriebener Kartenname |
| Minchiate aus Florenz | 19. Jahrhundert | Todesfigur als Trumpfkarte | Bezeichnung La Morte sichtbar |
| Rider-Waite-Smith | Beginn des 20. Jahrhunderts | Gepanzerter Skelettreiter auf weißem Pferd | Stark erzählerische Bildkomposition |
Der Vergleich macht deutlich, dass La Morte kein unveränderliches Bild ist. Gestaltung und Deutung verändern sich mit historischen, künstlerischen und kulturellen Kontexten.
La Morte in Kunst und Popkultur
Die Figur des Todes erscheint weit über Tarotkarten hinaus. Sie begegnet Dir in Malerei, Literatur, Film, Comic, Computerspiel, Musik und Werbung.
Besonders häufig verwendet die Popkultur die Kombination aus schwarzem Mantel, Kapuze, Skelett und Sense. Dieses Bild ist so bekannt geworden, dass es heute oft ohne Erklärung als „Tod“ verstanden wird.
Gerade deshalb eignet sich La Morte gut für die Medienbildung. Du kannst untersuchen, wie jahrhundertealte Symbole in modernen Medien verändert, vereinfacht, ironisiert oder kommerzialisiert werden.
Kritischer Umgang mit Tarotquellen
Beim Recherchieren wirst Du auf sehr unterschiedliche Arten von Quellen stoßen. Museen und wissenschaftliche Publikationen interessieren sich vor allem für Entstehung, Material, Datierung, Spielgeschichte und Bildkultur. Tarotratgeber beschäftigen sich dagegen häufig mit symbolischen oder divinatorischen Bedeutungen.
Beide Arten von Texten können Gegenstand einer Untersuchung sein, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen. Frage deshalb immer:
- Autorenschaft: Wer hat den Text verfasst?
- Quellenlage: Werden historische Belege genannt?
- Zielsetzung: Geht es um Forschung, Unterhaltung, Verkauf oder spirituelle Beratung?
- Überprüfbarkeit: Lassen sich die Aussagen anhand anderer seriöser Quellen kontrollieren?
- Fakt und Interpretation: Wird klar getrennt, was historisch belegt und was gedeutet wird?
Zusammenfassung
La Morte ist eine der bekanntesten Tarotkarten. Ihre Bedeutung erschließt sich besonders gut, wenn Du sie nicht isoliert betrachtest, sondern mit der Geschichte des Tarot und der europäischen Todesikonografie verbindest.
Die wichtigsten Zusammenhänge sind:
- Tarot entstand im Italien des 15. Jahrhunderts zunächst als Kartenspiel.
- La Morte entspricht im verbreiteten Tarot dem Trumpf XIII.
- Historische Karten zeigen unterschiedliche Todesfiguren und Attribute.
- Das Tarot de Marseille zeigt die Karte häufig ohne ausgeschriebenen Namen.
- Das Rider-Waite-Smith-Tarot entwickelte eine besonders erzählerische Darstellung mit einem Skelettreiter.
- Memento mori, Totentanz und Triumph des Todes bilden wichtige kulturgeschichtliche Vergleichsfelder.
- Moderne kartomantische Deutungen verstehen La Morte häufig als Symbol von Übergang und Veränderung.
- Tarot besitzt keine wissenschaftlich nachgewiesene Fähigkeit, Todesfälle oder andere zukünftige Ereignisse vorherzusagen.
- Für Kunstgeschichte und Medienbildung ist besonders interessant, wie sich Symbole über Jahrhunderte verändern.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Position besitzt La Morte im verbreiteten System der Großen Arkana? (Trumpf XIII) (!Trumpf III) (!Trumpf XVIII) (!Trumpf XXI)
In welchem Land liegen die frühen historischen Wurzeln des Tarot? (Italien) (!Norwegen) (!Kanada) (!Japan)
Wozu wurden Tarotkarten ursprünglich vor allem verwendet? (Zum Kartenspielen) (!Zur medizinischen Diagnose) (!Zur Wettervorhersage) (!Zur astronomischen Messung)
Welches Merkmal ist für viele historische Marseille-Versionen von La Morte typisch? (Der Kartenname fehlt) (!Die Karte besitzt keine Figur) (!Die Karte trägt die Nummer Eins) (!Die Karte zeigt ausschließlich ein Schiff)
Welches Werkzeug trägt die Todesfigur auf einer Visconti-Sforza-Karte? (Einen Bogen) (!Einen Hammer) (!Eine Geige) (!Einen Kompass)
Wer gestaltete die Bilder des Rider-Waite-Smith-Tarot? (Pamela Colman Smith) (!Leonardo da Vinci) (!Claude Monet) (!Frida Kahlo)
Welches Motiv gehört zur Darstellung von La Morte im Rider-Waite-Smith-Tarot? (Ein Skelett auf einem weißen Pferd) (!Ein Drache auf einem Schiff) (!Ein König auf einem Elefanten) (!Ein Engel auf einem Regenbogen)
Was bezeichnet Memento mori? (Eine Erinnerung an die menschliche Vergänglichkeit) (!Eine mathematische Rechenmethode) (!Eine italienische Tanzform) (!Eine mittelalterliche Währung)
Welche Aussage über Tarotvorhersagen entspricht wissenschaftlichen Maßstäben? (Eine zuverlässige Vorhersage zukünftiger Todesfälle ist nicht belegt) (!Tarotkarten sagen Todesfälle exakt voraus) (!Die Karte XIII stellt eine medizinische Diagnose) (!Jede gezogene Todeskarte bedeutet einen bevorstehenden Todesfall)
Was solltest Du bei einer Bildanalyse zuerst tun? (Sichtbare Bildelemente genau beschreiben) (!Sofort eine übernatürliche Bedeutung festlegen) (!Das Entstehungsdatum erfinden) (!Alle historischen Unterschiede ignorieren)
Memory
| La Morte | Tod |
| Jean Dodal | Marseille-Typ |
| Pamela Colman Smith | Rider-Waite-Smith |
| Memento mori | Vergänglichkeit |
| Totentanz | Gleichheit |
| Sensenmann | Erntemetapher |
| Visconti-Sforza | Bogen |
| Kartomantie | Deutungspraxis |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Visconti-Sforza | Todesfigur mit Bogen |
| Jean Dodal | Namenloser Trumpf im Marseille-Stil |
| Rider-Waite-Smith | Gepanzerter Skelettreiter |
| Memento mori | Erinnerung an Vergänglichkeit |
| Totentanz | Gleichheit gesellschaftlicher Gruppen vor dem Tod |
| Kartenspiel | Historischer Ausgangspunkt des Tarot |
| Kartomantie | Spätere symbolische Deutung von Karten |
Kreuzworträtsel
| Morte | Wie lautet das italienische Wort für Tod? |
| Skelett | Welche Gestalt verkörpert La Morte besonders häufig? |
| Sense | Welches landwirtschaftliche Werkzeug wurde zum Symbol des Sensenmannes? |
| Marseille | Welche französische Stadt gab einem berühmten Tarottyp ihren Namen? |
| Bembo | Welcher Nachname wird mit einem bedeutenden Künstler früher Visconti-Sforza-Karten verbunden? |
| Tarot | Wie heißt das Kartensystem, zu dem La Morte gehört? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bildbeschreibung: Beschreibe die Rider-Waite-Smith-Karte La Morte möglichst genau, ohne zunächst Bedeutungen zu nennen.
- Symbollexikon: Gestalte ein kleines Lexikon zu Skelett, Sense, Krone und Sonne und erkläre ihre Verwendung in der Todesikonografie.
- Zeitleiste: Erstelle eine Zeitleiste vom Tarot des 15. Jahrhunderts über Jean Dodal bis zum Rider-Waite-Smith-Tarot.
- Italienisch: Gestalte eine Lernkarte mit den Wörtern la morte, la vita, il cambiamento und la fine und übersetze sie ins Deutsche.
Standard
- Bildvergleich: Vergleiche La Morte aus dem Visconti-Sforza-Tarot, dem Jean-Dodal-Tarot und dem Rider-Waite-Smith-Tarot anhand von mindestens fünf Bildelementen.
- Quellenkritik: Suche drei Internetseiten über La Morte und bewerte sie nach Autorenschaft, Quellenlage, Zielsetzung und Überprüfbarkeit.
- Storyboard: Entwickle ein Storyboard für ein zweiminütiges Erklärvideo über die Entwicklung der Todeskarte.
- Museumsausstellung: Plane eine kleine Ausstellung mit fünf Objekten zum Thema „Vom Memento mori zur Tarotkarte“.
Schwer
- Ikonografische Analyse: Untersuche, welche Gemeinsamkeiten zwischen La Morte, Totentanz und Triumph des Todes bestehen und wo wichtige Unterschiede liegen.
- Forschungsfrage: Entwickle eine Forschungsfrage zur Veränderung der Todesdarstellung zwischen Renaissance und Moderne und beantworte sie mit mindestens vier überprüfbaren Quellen.
- Dokumentarfilm: Produziere ein kurzes Video, das historische Fakten, sichtbare Bildelemente und spätere esoterische Interpretationen klar voneinander trennt.
- Transferprojekt: Untersuche drei moderne Darstellungen des Sensenmannes aus Film, Computerspiel, Comic oder Werbung und erkläre, welche historischen Elemente übernommen oder verändert wurden.


Lernkontrolle
- Historischer Wandel: Erkläre anhand zweier Karten, warum La Morte nicht als unveränderliches Symbol betrachtet werden kann.
- Bild und Bedeutung: Untersuche ein unbekanntes Bild einer Todesfigur. Trenne Beobachtung, ikonografischen Vergleich und Interpretation deutlich voneinander.
- Quellenbewertung: Eine Webseite behauptet, La Morte habe seit dem 15. Jahrhundert immer ausschließlich „Transformation“ bedeutet. Entwickle Kriterien, mit denen Du diese Aussage überprüfen würdest.
- Medienkompetenz: Erkläre, weshalb ein Museumsartikel und eine kommerzielle Tarot-Deutungsseite unterschiedliche Aussagen über dieselbe Karte machen können.
- Transfer: Vergleiche das Motiv der Gleichheit vor dem Tod im Totentanz mit einem aktuellen gesellschaftlichen oder künstlerischen Beispiel.
- Wissenschaft und Deutung: Begründe, warum kulturelle Bedeutung und wissenschaftliche Vorhersagekraft zwei unterschiedliche Fragen sind.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu La Morte solltest Du zeigen können, dass Du historische Informationen, Bildanalyse und Interpretation voneinander unterscheiden kannst.
- Du kannst die Entstehung des Tarot in den historischen Kontext des Italien des 15. Jahrhunderts einordnen.
- Du kennst La Morte als Trumpf XIII und kannst ihre Position im verbreiteten Tarot erklären.
- Du kannst mindestens drei historische Darstellungen miteinander vergleichen.
- Du kannst die Begriffe Memento mori, Totentanz, Personifikation und Ikonografie korrekt anwenden.
- Du kannst sichtbare Bildelemente von späteren symbolischen Deutungen unterscheiden.
- Du kannst erklären, weshalb das Tarot de Marseille nicht einfach als ursprünglich in Marseille erfunden bezeichnet werden sollte.
- Du kannst die Bedeutung von Pamela Colman Smith für das Rider-Waite-Smith-Tarot erläutern.
- Du kannst Internetquellen nach wissenschaftlichen Kriterien bewerten.
- Du kannst begründen, weshalb Tarot keine wissenschaftlich nachgewiesene Methode zur Vorhersage von Todesfällen oder anderen zukünftigen Ereignissen darstellt.
- Du kannst die Veränderung eines kulturellen Symbols über mehrere Jahrhunderte nachvollziehbar darstellen.
OERs zum Thema
Weitere offene und frei zugängliche Materialien:
- Italienische Wikipedia: La Morte
- Wikimedia Commons: Death – Major Arcana
- Wikimedia Commons: Rider-Waite-Smith Death
- Wikimedia Commons: Jean Dodal Trump XIII
- Wikimedia Commons: Visconti-Sforza Death
- Metropolitan Museum of Art: Geschichte und Struktur des Tarot
Quellen und Hinweise
Die historische Darstellung dieses aiMOOCs stützt sich insbesondere auf Museumsquellen, Wikimedia-Projekte und die Dokumentation erhaltener Karten. Bei Tarotliteratur ist zwischen historischer Forschung und späteren esoterischen Interpretationen zu unterscheiden.
- ↑ Metropolitan Museum of Art: Before Fortune-Telling – The History and Structure of Tarot Cards
- ↑ Wikimedia Commons: RWS Tarot 13 Death
- ↑ Wikipedia Italia: La Morte – tarocchi
- ↑ Metropolitan Museum of Art: Tarotgeschichte
- ↑ Wikimedia Commons: Visconti-Sforza Death
- ↑ Wikimedia Commons: Jean Dodal Tarot trump 13
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