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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Werkstoffkombinationen recyclinggerecht beurteilen

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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Werkstoffkombinationen recyclinggerecht beurteilen

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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Werkstoffkombinationen recyclinggerecht beurteilen

Kurzbeschreibung: Trennbarkeit und dokumentierte Materialzuordnung.

Zielgruppe Schwerpunkt Lernziel
Ausbildung in technischen Berufen Kunststoff, Verbundwerkstoff, Dichtstoffe und Dichtelemente Werkstoffkombinationen anhand von Materialzuordnung, Trennbarkeit, Verunreinigung und realistischem Recyclingweg begründet beurteilen


Einleitung

Recyclinggerechtes Beurteilen beginnt nicht beim Recyclingzeichen, sondern bei vier Fragen: Was ist verbaut? Wie ist es verbunden? Lässt es sich sauber trennen? Ist ein geeigneter Verwertungsweg tatsächlich bekannt?

Du arbeitest in diesem Kurs mit einem fiktiven Ausbildungsfall: einer Sensorgehäuse-Baugruppe aus glasfaserverstärktem Kunststoff, transparentem Fenster, O-Ring, Schrauben und Dichtstoffresten. Ziel ist eine nachvollziehbare Entscheidung statt einer bloßen Vermutung.

Merksatz: Je eindeutiger Werkstoffe zugeordnet, je sauberer sie getrennt und je besser relevante Zusätze und Verbindungen dokumentiert sind, desto besser lässt sich ein passender Recyclingweg prüfen.


Sicherheit und Arbeitsfreigabe

Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht erfolgen. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Brennproben, unbegleitetes Schneiden, Mahlen, Erhitzen oder chemisches Lösen von Werkstoffen sind keine Kursaufgaben.


Kurze Lerneinheit 1: Kunststoff erkennen – Kennzeichnung vor Vermutung

Kunststoff-Kennzeichnungen helfen bei der Materialzuordnung. Für Kunststoff-Formteile beschreibt DIN EN ISO 11469 ein einheitliches Kennzeichnungssystem; Kurzzeichen für Basispolymere werden unter anderem in ISO 1043 festgelegt.

Wichtig: Eine Kennzeichnung ist eine Informationshilfe. Sie beweist nicht automatisch, dass ein konkretes Bauteil in einer vorhandenen Anlage hochwertig recycelt werden kann.

Prüffrage Gute Dokumentation
Welches Bauteil? eindeutige Bauteil-ID
Welcher Werkstoff? z. B. PP, PC, EPDM
Welche Modifikation? z. B. GF30, Füllstoff, Beschichtung
Wie verbunden? z. B. Schraube, Clip, Klebung, Dichtstoff
Welcher Weg? bestätigte betriebliche oder externe Recyclingroute


Mini-Auswahl: Was prüfst Du zuerst?

Unbekanntes Kunststoffteil Kennzeichnung und Dokumentation prüfen
Markiertes Bauteil Kurzzeichen mit Stückliste oder Materialpass abgleichen
Nicht eindeutig markiertes Teil freigegebenes Identifikationsverfahren nutzen




Kurze Lerneinheit 2: Verbundwerkstoffe – starke Funktion, anspruchsvolle Trennung

Ein Verbundwerkstoff kombiniert mindestens zwei Werkstoffkomponenten so, dass gemeinsam neue Eigenschaften entstehen. Bei Faserverbunden bilden Fasern und Matrix eine funktionale Einheit.

Bei einer thermoplastischen Matrix kann mechanisches Recycling grundsätzlich möglich sein. Zerkleinern und Wiederaufbereiten können Fasern jedoch verkürzen oder schädigen. Bei duroplastischen Matrizes ist einfaches Wiederaufschmelzen nicht möglich; je nach Werkstoff und Infrastruktur kommen andere mechanische oder chemische Wege infrage.

Prüffrage: Nicht nur „Ist Kunststoff enthalten?“, sondern „Welche Matrix, welche Verstärkung, welche Verbindung und welcher nachgewiesene Recyclingweg?“


Kurze Lerneinheit 3: Dichtstoffe und Dichtelemente

Ein herausnehmbarer O-Ring und ein ausgehärteter Dichtstoff erfüllen beide eine Dichtfunktion, sind am Lebensende aber unterschiedlich zu beurteilen.

Ausführung Trennbarkeit Recyclingrelevanz
O-Ring in Nut meist lösbar kann separat zugeordnet und ausgeschleust werden
ausgehärtete Dichtstoffraupe häufig stoffschlüssig oder anhaftend Rückstände können den Stoffstrom verunreinigen

Viele O-Ringe bestehen aus vernetzten Elastomeren. Sie lassen sich nicht wie Thermoplaste einfach aufschmelzen. Entscheidend ist deshalb die dokumentierte Werkstoffart und der tatsächlich verfügbare Verwertungsweg.

Medienhinweis: Das Video dient als Anschauung zum Messen von O-Ringen. Es ersetzt keine betriebliche Mess- oder Arbeitsanweisung.


Kurze Lerneinheit 4: Von der Baugruppe zum sortierten Stoffstrom

Für hochwertiges werkstoffliches Recycling sind gut sortierte und möglichst saubere Stoffströme besonders günstig. Gemischte Kunststoffe, Fremdstoffe, Beschichtungen, Klebstoffe oder Dichtstoffreste erhöhen den Sortier- und Aufbereitungsaufwand.

Beobachtungsauftrag: Notiere beim Video drei Stellen, an denen Sortierung, Erkennung oder Abtrennung die Materialqualität beeinflusst.


Kurze Lerneinheit 5: Messwertansichten statt Bauchgefühl

FTIR-Spektroskopie erzeugt ein Infrarotspektrum. Charakteristische Banden können mit Referenzen oder Bibliotheken verglichen werden und so die Polymeridentifikation unterstützen.

Grenze der Aussage: Ein Spektrum liefert nicht automatisch die vollständige Rezeptur, alle Additive oder die Recyclingfähigkeit. Messung, Probenahme und Auswertung benötigen ein geeignetes Verfahren und geschultes Personal.


Gestufte Hilfe zur Materialidentifikation

  1. Hilfe 1: Suche zuerst nach Bauteilkennzeichnung, Zeichnung, Stückliste oder Materialpass.
  2. Hilfe 2: Prüfe, ob die Angabe das Basispolymer und relevante Modifikationen wie Glasfasern enthält.
  3. Hilfe 3: Nutze Messdaten nur mit passender Referenz und dokumentierter Methode.
  4. Hilfe 4: Bleibt die Zuordnung unsicher, kennzeichne sie als unsicher und erfinde keine Materialklasse.


Kurze Lerneinheit 6: Recyclinggerechte Bewertung

Die folgende Matrix ist eine didaktische Entscheidungshilfe. Sie ist keine Norm und keine Annahmegarantie eines Recyclingbetriebs.

Kriterium günstig kritisch zu klären
Trennbarkeit lösbar und zerstörungsarm stoffschlüssig oder starke Rückstände Demontageweg unbekannt
Materialzuordnung markiert und dokumentiert widersprüchliche Angaben Werkstoff unbekannt
Reinheit geringer Fremdstoffanteil Klebstoff, Dichtstoff oder Mischmaterial Verschmutzungsgrad unbekannt
Recyclingweg bestätigt und dokumentiert Spezialprozess nötig kein belastbarer Weg bekannt

Entscheidungsregel: Eine gute Bewertung verbindet Identifikation + Trennbarkeit + Reinheit + dokumentierten Verwertungsweg.


Ausbildungsfall: Sensorgehäuse-Baugruppe

Ausgangslage: In der Ausbildung soll eine ausgemusterte Sensorgehäuse-Baugruppe recyclinggerecht beurteilt werden. Du erhältst nur Zeichnung, Stückliste, Produktfoto und freigegebene Messdaten. Eine Demontage findet im Kurs nicht statt.

Pos. Bauteil dokumentierter Werkstoff Verbindung
1 Gehäuse PP GF30 Grundkörper
2 Sichtfenster PC verschraubter Rahmen
3 Dichtelement EPDM O-Ring in Nut
4 Schrauben Stahl lösbar
5 Reparaturrest ausgehärteter Silikon-Dichtstoff lokal anhaftend


Schritt 1: Bauteile zuordnen

PP GF30 ist ein glasfaserverstärkter Thermoplast. PC ist ein Thermoplast. EPDM ist ein Elastomer. Stahl ist metallisch. Der ausgehärtete Silikon-Dichtstoff ist als eigener Werkstoffrest zu erfassen.


Schritt 2: Trennbarkeit beurteilen

Teil Beurteilung Begründung
Schrauben günstig lösbare Verbindung
PC-Fenster günstig bis mittel separat entnehmbar, sofern keine zusätzliche Verklebung vorliegt
EPDM-O-Ring günstig als separates Dichtelement entnehmbar
PP-GF30-Gehäuse separat bewerten Faseranteil gehört zur Werkstoffzuordnung
Silikonrest kritisch anhaftender Fremdstoff kann einen Kunststoffstrom verunreinigen


Schritt 3: Materialzuordnung dokumentieren

Eine brauchbare Dokumentation enthält mindestens: Bauteil-ID, Werkstoff, relevante Verstärkung oder Zusätze, Verbindung oder Dichtung, vorgesehenen Trennschritt, Zielstoffstrom, belegte Recyclingroute und Quelle der Angabe.


Schritt 4: Verbesserung vorschlagen

Wenn Funktion, Sicherheit, Dichtheit und Zulassung erhalten bleiben, ist ein lösbares Dichtelement für die spätere Trennung meist günstiger als eine großflächig anhaftende Dichtstofflösung. Eine Änderung darf aber nie allein aus Recyclinggründen betriebliche oder sicherheitstechnische Anforderungen verletzen.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

  1. Stufe 1 – Finden: Markiere in der Stückliste alle eindeutigen Werkstoffangaben.
  2. Stufe 2 – Trennen: Zeichne für jedes Bauteil eine Verbindungslinie zum nächsten Teil und notiere lösbar, formschlüssig, kraftschlüssig oder stoffschlüssig.
  3. Stufe 3 – Prüfen: Suche gezielt nach Mischmaterial, Verstärkung, Beschichtung und anhaftenden Resten.
  4. Stufe 4 – Begründen: Nenne für jede Entscheidung den Nachweis: Dokumentation, Messung oder bestätigter Recyclingweg.


Aufgaben mit begründetem Feedback


Basisaufgabe

Aufgabe: Wähle die recyclinggerechtere Variante für eine zugängliche Serviceabdeckung.

Schrauben plus austauschbarer O-Ring günstiger
dauerhafte Verklebung plus Dichtstoffraupe kritischer



Feedback: Die erste Variante ist bei gleicher Funktion in der Regel günstiger, weil Verbindung und Dichtelement getrennt gelöst und Werkstoffe eindeutiger ausgeschleust werden können. Die tatsächliche Eignung muss dennoch konstruktiv und betrieblich bestätigt werden.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: Begründe, warum beim Ausbildungsfall der Silikonrest gesondert dokumentiert werden muss.

Musterfeedback: Eine gute Antwort nennt mindestens zwei Punkte: Er ist ein zusätzlicher Werkstoff, haftet am Grundmaterial und kann beim Recycling als Fremdstoff wirken. Deshalb muss seine Entfernung oder sein verbleibender Anteil im vorgesehenen Stoffstrom geklärt werden.


Transferaufgabe

Aufgabe: Entwickle eine alternative Dicht- und Verbindungslösung für die Sensorgehäuse-Baugruppe. Sie muss Dichtfunktion, Wartbarkeit, sichere Montage und bessere Trennbarkeit zusammenbringen.

Musterfeedback: Eine überzeugende Lösung nennt nicht nur ein anderes Material, sondern begründet die Verbindung, die Demontage, die Materialkennzeichnung und einen realistischen Recyclingweg. Funktion und Sicherheit haben Vorrang; ein Recyclingvorteil ohne technische Eignung ist keine tragfähige Lösung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Womit beginnt eine belastbare Materialzuordnung bei einem Kunststoffbauteil? (Mit Kennzeichnung und vorhandener Dokumentation) (!Mit einer Brennprobe) (!Mit einer Vermutung nach Farbe) (!Mit einer Schätzung nach Gewicht)




Welche Verbindung ist bei gleicher Funktion meist leichter recyclinggerecht zu trennen? (Eine Schraubverbindung mit austauschbarem O-Ring) (!Eine vollflächige Verklebung) (!Eine unlösbare Vergussmasse) (!Eine unbekannte Dichtstoffschicht)




Welche Eigenschaft kennzeichnet einen Thermoplasten grundsätzlich? (Er kann bei geeigneter Erwärmung wieder erweichen) (!Er ist immer faserverstärkt) (!Er besteht immer aus einem einzigen Stoff) (!Er ist grundsätzlich biologisch abbaubar)




Warum ist ein Faserverbund beim Recycling anspruchsvoller als ein sortenreiner unverstärkter Thermoplast? (Matrix und Fasern bilden eine gekoppelte Werkstoffstruktur) (!Weil Fasern immer aus Metall bestehen) (!Weil Verbundwerkstoffe nie zerkleinert werden können) (!Weil Verbundwerkstoffe keine Kennzeichnung besitzen dürfen)




Warum lässt sich ein vernetzter Elastomer-O-Ring nicht wie ein Thermoplast einfach aufschmelzen? (Weil seine Polymerstruktur vernetzt ist) (!Weil jeder O-Ring aus Glas besteht) (!Weil Elastomere immer hohl sind) (!Weil O-Ringe keine Werkstoffe sind)




Welche Wirkung kann ein anhaftender ausgehärteter Dichtstoff auf einen Kunststoff-Stoffstrom haben? (Er kann als Fremdstoff die Materialreinheit verschlechtern) (!Er macht jede Sortierung automatisch überflüssig) (!Er verwandelt jeden Thermoplasten in Stahl) (!Er erhöht immer die Reinheit des Rezyklats)




Was ist bei einem unbekannten Kunststoffteil der sinnvollste erste Prüfschritt? (Kennzeichnung und verfügbare Unterlagen prüfen) (!Das Teil unkontrolliert erhitzen) (!Das Teil sofort mit anderen Kunststoffen mischen) (!Nur nach der Oberflächenfarbe entscheiden)




Wozu kann ein FTIR-Spektrum bei der Werkstoffbeurteilung dienen? (Zum Vergleich charakteristischer Signale mit Referenzen) (!Zur automatischen Bestimmung jeder Recyclinganlage) (!Zur sicheren Ermittlung aller Additive ohne weitere Prüfung) (!Zur Festlegung einer Arbeitsfreigabe)




Welche Angabe gehört in eine nachvollziehbare Materialdokumentation? (Bauteil Werkstoff Verbindung und vorgesehener Recyclingweg) (!Nur die Farbe des Bauteils) (!Nur der Name der Maschine) (!Nur das Herstellungsjahr der Werkstatt)




Welche vier Kriterien ergeben zusammen eine tragfähige recyclinggerechte Beurteilung? (Identifikation Trennbarkeit Reinheit und bestätigter Verwertungsweg) (!Farbe Glanz Gewicht und Preis) (!Härte Geruch Lagerort und Alter) (!Form Marke Verpackung und Stückzahl)





Memory

Thermoplast durch Erwärmung erneut verarbeitbarer Kunststofftyp
Duroplast dauerhaft vernetzte Kunststoffmatrix
Elastomer gummielastisch vernetzter Werkstoff
FTIR spektrale Materialidentifikation
O-Ring lösbares Dichtelement
Werkstoffkennzeichnung Grundlage dokumentierter Materialzuordnung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Werkstoffbeurteilung
Schraubverbindung lösbare Verbindung
Silikonraupe anhaftende Dichtstelle
PP GF30 glasfaserverstärkter Thermoplast
EPDM Elastomer
FTIR Spektrum Messwertansicht zur Identifikation




...


Kreuzworträtsel

Thermoplast Welcher Kunststofftyp lässt sich bei geeigneter Temperatur erneut erweichen und verarbeiten?
Elastomer Welche Werkstoffgruppe ist typisch für viele O-Ringe und gummielastisch?
Duroplast Wie heißt ein dauerhaft vernetzter Kunststofftyp, der nicht einfach aufschmilzt?
Spektrum Wie heißt die grafische Messwertdarstellung einer FTIR-Analyse?
Dichtung Welches Bauteil begrenzt oder verhindert unerwünschten Stoffübergang?
Trennbarkeit Welches Kriterium beschreibt, ob Werkstoffe am Lebensende voneinander gelöst werden können?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine recyclinggerechte Beurteilung beginnt mit einer belastbaren

.
Eine lösbare Verbindung verbessert häufig die

.
Ein Werkstoff aus funktional gekoppelten Komponenten heißt

.
Viele O-Ringe bestehen aus vernetzten

.
Thermoplastische Kunststoffe können bei geeigneter Temperatur wieder

.
Die Messkurve einer FTIR-Untersuchung heißt

.
Anhaftende Fremdstoffe können zu einer

des Stoffstroms führen.
Ein vorgesehener Verwertungsweg gehört in die

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Materialkennzeichnung: Übertrage aus bereitgestellten Fotos oder freigegebenen Bauteilen drei Werkstoffkennzeichnungen in eine Tabelle und erkläre jedes Kurzzeichen.
  2. Werkstoffliste: Erstelle für den Ausbildungsfall eine Liste aus Bauteil, Werkstoff und Verbindung.
  3. Trennbarkeit: Vergleiche zwei vorgegebene Produktzeichnungen und markiere, welche Verbindung voraussichtlich leichter lösbar ist.
  4. Dichtung: Zeichne schematisch O-Ring und Dichtstoffraupe und notiere jeweils einen Vorteil und einen Recyclingnachteil.


Standard

  1. Ausbildungsfall: Fülle die Bewertungsmatrix für alle fünf Positionen der Sensorgehäuse-Baugruppe aus und begründe jede Einstufung.
  2. FTIR-Spektroskopie: Vergleiche die beiden im Kurs gezeigten Spektren und beschreibe, was Du aus einer Messkurve ableiten kannst und was nicht.
  3. Faserverbundwerkstoff: Stelle thermoplastische und duroplastische Matrixsysteme hinsichtlich Wiederaufschmelzbarkeit und möglicher Recyclingwege gegenüber.
  4. Materialpass: Entwirf ein einseitiges Datenblatt, das Material, Verstärkung, Verbindung, Trennschritt, Zielstoffstrom und Nachweisquelle dokumentiert.


Schwer

  1. Recyclinggerechte Konstruktion: Entwickle für den Ausbildungsfall eine konstruktive Alternative mit besserer Trennbarkeit, ohne Dichtheit, Sicherheit oder Wartbarkeit zu verschlechtern.
  2. Sortiertechnik: Analysiere das eingebettete Sortiervideo und ordne mindestens vier Prozessschritte möglichen Fehlerquellen bei der Materialzuordnung zu.
  3. Entscheidungsmatrix: Entwickle eine gewichtete Bewertungsmatrix aus mindestens vier Kriterien und begründe Deine Gewichtung für einen Ausbildungsbetrieb.
  4. Kreislaufwirtschaft: Untersuche ein von der Ausbildungsleitung freigegebenes reales Produkt ausschließlich anhand zugänglicher Dokumentation und recherchierter Entsorgungswege. Belege, welche Materialfraktionen tatsächlich angenommen werden; keine eigenständige Demontage.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zielkonflikt: Erkläre an einem Beispiel, warum gute Trennbarkeit allein noch keine recyclinggerechte Konstruktion garantiert, wenn Funktion oder Sicherheit beeinträchtigt werden.
  2. Werkstoffidentifikation: Ein Bauteil ist nicht markiert und zwei Datenblätter widersprechen sich. Entwickle eine belastbare Reihenfolge der nächsten Prüfschritte und begründe, wann Du die Zuordnung ausdrücklich als unsicher dokumentierst.
  3. Dichtkonzept: Vergleiche einen austauschbaren EPDM-O-Ring mit einer ausgehärteten Silikon-Dichtstoffraupe für denselben Anwendungsfall und leite Folgen für Wartung, Trennung und Stoffstrom ab.
  4. Messwertinterpretation: Ein FTIR-Spektrum passt nur teilweise zu einer Referenz. Begründe, welche Schlussfolgerung zulässig ist und welche Zusatzinformationen Du vor einer Recyclingentscheidung benötigst.
  5. Faserverbund: Für ein PP-GF30-Bauteil ist nur ein Recyclingweg für unverstärktes PP bekannt. Entscheide, warum eine gemeinsame Zuordnung nicht automatisch zulässig ist, und formuliere die fehlende Prüffrage.
  6. Dokumentationsqualität: Bewerte zwei Materialpässe, von denen einer nur Polymerkurzzeichen und der andere zusätzlich Verstärkung, Verbindung, Demontagehinweis und Recyclingroute enthält. Begründe den Unterschied für die spätere Kreislaufführung.


Lernnachweis

Für den Lernnachweis ist wichtig, dass Du:

  1. Werkstoffangaben aus Kennzeichnung, Unterlagen und freigegebenen Messdaten nachvollziehbar zuordnest.
  2. Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere und Faserverbunde hinsichtlich ihrer Recyclingrelevanz unterscheidest.
  3. lösbare und stoffschlüssige Verbindungen hinsichtlich der Trennbarkeit begründet vergleichst.
  4. Dichtstoffe und Dichtelemente als eigenständige Material- und Verunreinigungsfaktoren berücksichtigst.
  5. Grenzen von Messdaten benennst und Unsicherheiten ausdrücklich dokumentierst.
  6. für einen Ausbildungsfall einen Materialpass oder eine Bewertungsmatrix mit begründetem Verwertungsweg erstellst.
  7. bei allen praktischen Bezügen Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht als Voraussetzung nennst.




Fachliche Quellen und Medienrechte

Fachlich geprüft: 04.10.2026. Die Quellen stützen die im Kurs verwendeten Grundsätze zu Kunststoffkennzeichnung, Materialidentifikation, Sortierung und Recycling. Die tatsächliche Annahme eines Stoffstroms muss immer mit der zuständigen betrieblichen Stelle oder dem Recyclingbetrieb geklärt werden.

Fachquelle Verwendung im Kurs
Umweltbundesamt: Kunststoffe Kunststoffarten und Verwertungswege
Umweltbundesamt: Kunststoffabfälle Bedeutung von Sammlung, Sortierung und Verwertung
DIN EN ISO 11469 einheitliche Kennzeichnung von Kunststoff-Formteilen
DIN EN ISO 1043-1 Kurzzeichen für Basispolymere und besondere Eigenschaften
Fraunhofer WKI: Recycling von Kunststoffen und Verbundwerkstoffen mechanische Aufbereitung und Grenzen bei Faserverbunden
Fraunhofer ICT: Recyclingtechnologie Trennen, Sortieren sowie mechanische und chemische Verfahren
Fraunhofer UMSICHT: Pyrolyse von Kunststoffen und Verbundstoffen Einordnung chemischer Recyclingwege
Circular Economy Hub Berlin: Interzero Praxisbeispiel automatisierter Kunststoffsortierung


Geprüfte Medienrechte

Medium Urheber oder Quelle Lizenzstatus laut Commons-Dateiseite
Typen von Kunststoff nach Verwendung und Recyclingkennzeichnung.svg PLASTIKATLAS, Appenzeller, Hecher, Sack CC BY 4.0
Struttura di un materiale composito rinforzato con fibre.svg Daniele Pugliesi, nach Endeleble CC BY-SA 3.0
Carbon fiber bundle.jpg Acheolg CC BY-SA 4.0
O-ring.svg Arnero Public Domain
2-part silicone adhesive sealant.jpg Cjp24 CC BY-SA 3.0
General scheme of primary and secondary recycling processes.webp Beghetto und weitere CC BY 4.0
Clean-HDPE-drum-flakes.jpg Soddaa CC BY-SA 4.0
Plastic pellets.jpg SuSanA Secretariat, Foto C. Rieck CC BY 2.0
Ftir-spectrum.png Butenbremer GFDL und CC BY-SA 3.0
Polystyrol-IR.jpg Dr. Reiner Düren CC BY-SA 3.0 DE

YouTube-Hinweis: Die zwei Videos werden ausschließlich über die Plattform eingebettet. Urheber- und Nutzungsrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern bzw. Uploadenden; eine freie OER-Lizenz wird hier nicht behauptet.


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