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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Kunststoffkennzeichnungen lesen

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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Kunststoffkennzeichnungen lesen

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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Kunststoffkennzeichnungen lesen


Einleitung

Kursziel: Du liest Werkstoffkürzel, grenzt Werkstofffamilien ein und begründest eine sortenbezogene Auswahl. Die Zielgruppe ist die Ausbildung in technischen Berufen.

Kurzbeschreibung: Kunststoffkennzeichnungen liefern wichtige Hinweise, aber keine automatische Bauteilfreigabe. Du lernst, Kürzel wie PA6-GF30, PP-TD40, Materialcodes und Elastomerkürzel zu unterscheiden und für eine sichere Vorauswahl zu nutzen.

Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten erfolgen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht. Betriebsanweisung, Herstellerangaben, Sicherheitsdatenblatt, Prüfplan und betriebliche Freigaben gehen vor.


Ausbildungsfall: Ersatzteil auswählen – aber nicht vorschnell freigeben

Bei einer Pumpenbaugruppe soll ein beschädigtes Kunststoffteil ersetzt werden. Auf dem Altteil steht:

Altteil Lageroption A Lageroption B Lageroption C
>PA66-GF30< >PA66-GF30< >PA66< >PP-TD40<

Daneben liegt ein schwarzer O-Ring. Auf dem Beutel fehlt die Werkstoffangabe. Deine Aufgabe: Kennzeichnung lesen, ungeeignete Optionen aussortieren und fehlende Freigabedaten benennen. Farbe und Aussehen reichen weder beim Kunststoffteil noch beim O-Ring für eine sichere Identifikation.


Lernpfad in sechs kurzen Einheiten

Einheit Leitfrage Ergebnis
1 Was verrät das Kürzel? Basispolymer erkennen
2 Was bedeuten GF, GB und TD? Verstärkung und Füllstoff lesen
3 Was sagt ein Materialcode? Materialfamilie von Freigabe unterscheiden
4 Wie liest Du Dichtungswerkstoffe und Dichtstoffe? Kürzel und Produktangaben einordnen
5 Was zeigen Messwerte? Messwert und Identität trennen
6 Wie entsteht eine begründete Auswahl? Datenblatt und Einsatzbedingungen prüfen


Lerneinheit 1 – Das Kürzel zerlegen

Die Norm ISO 11469 beschreibt ein einheitliches System zur Kennzeichnung von Kunststoffprodukten. Für die generische Werkstoffidentifikation verweist sie auf Kürzel und Symbole der Reihe ISO 1043. Das Kürzel ist damit ein Wegweiser zur Werkstofffamilie – nicht die vollständige Rezeptur.

Kennzeichnung Kurz gelesen Was Du ableiten kannst
>PP< PP Polypropylen als Basispolymer
>PA6-GF30< PA6 + GF30 Polyamid 6 mit 30 % Glasfasern
>PBT-GB30< PBT + GB30 Polybutylenterephthalat mit 30 % Glaskugeln
>PP-TD40< PP + TD40 Polypropylen mit 40 % Talkfüllstoff

Die Beispiele PA6-GF30, PBT-GB30 und PP-TD40 sind in einer veröffentlichten Werkstofftabelle des Fraunhofer IFAM in dieser Bedeutung dokumentiert.

Merksatz: Erst Basispolymer, dann Zusatz, dann Anteil lesen.


Mini-Prüfung: PA6-GF30

Aufgabe: Zerlege PA6-GF30 in drei Informationen.

Lösung: PA6 = Polyamid 6; GF = Glasfasern; 30 = 30 % Glasfaseranteil.

Begründetes Feedback: Wer nur „PA6“ liest, übersieht einen wesentlichen Werkstoffbestandteil. Die Glasfasern verändern das Werkstoffverhalten; unmodifiziertes PA6 ist deshalb nicht automatisch gleichwertig.


Lerneinheit 2 – Verstärkung und Füllstoff erkennen

Ein Faser-Kunststoff-Verbund besteht aus einer Matrix und einer Verstärkung. Bei kurzfaserverstärkten Formmassen ist das Polymer die Matrix; Fasern oder andere Zusätze beeinflussen die Eigenschaften.

Kürzel Bedeutung im Kurs Typische Rolle
GF Glasfasern Verstärkung
CF Kohlenstofffasern Verstärkung
GB Glaskugeln Füllstoff
TD Talkum Füllstoff

Medienauftrag: Beobachte im Fraunhofer-Video, welche Bestandteile und Prozessschritte bei Faserverbundwerkstoffen zusammenwirken. Notiere zwei Gründe, warum „FVK“ allein noch keine ausreichende Werkstoffspezifikation ist.


Anwendungsprüfung: GF oder GB?

Aufgabe: Zwei Formteile tragen PBT-GF30 und PBT-GB30. Darf allein wegen des gleichen Basispolymers von identischem Werkstoffverhalten ausgegangen werden?

Lösung: Nein.

Begründetes Feedback: GF steht für Glasfasern, GB für Glaskugeln. Form und Funktion des Zusatzes unterscheiden sich. Für die Auswahl müssen deshalb konkrete Datenblattwerte und die Bauteilanforderungen verglichen werden.


Lerneinheit 3 – Materialcode richtig einordnen

Bei Verpackungen und Kunststoffartikeln triffst Du verschiedene Materialkennzeichnungen. Das verbreitete Resin Identification Code-System ordnet Kunststoffe den Gruppen 1 bis 7 zu. In Deutschland und der EU existieren daneben eigene rechtliche Verpackungscodes. Deshalb musst Du zuerst erkennen, welches Kennzeichnungssystem vorliegt.

RIC Kunststoffgruppe
1 PET
2 PE-HD
3 PVC
4 PE-LD
5 PP
6 PS
7 Andere Kunststoffe

Prüfregel: Ein RIC identifiziert die Kunststoffgruppe. Er ist kein Nachweis, dass ein konkretes Teil recycelt wird, und keine technische Werkstofffreigabe. Sorte, Verstärkung, Additive, Alterungszustand und Zulassungen können damit nicht vollständig bestimmt werden.


Basisaufgabe mit Feedback

Aufgabe: Auf einem Kunststoffartikel steht im gezeigten RIC-System 5 PP. Kannst Du daraus schließen, dass er als Ersatz für ein technisches Bauteil aus PP-GF30 geeignet ist?

Lösung: Nein.

Begründetes Feedback: Beide Hinweise enthalten PP, aber der RIC beschreibt nicht die vollständige technische Sorte. Bei PP-GF30 ist zusätzlich eine Glasfaserverstärkung gekennzeichnet.


Lerneinheit 4 – Dichtungswerkstoffe und Dichtstoffe lesen

Bei Dichtungen findest Du häufig Elastomerkürzel. ISO 1629:2025 standardisiert Abkürzungen für Kautschuke und Latices nach der chemischen Zusammensetzung der Polymerkette.

Kürzel Werkstofffamilie Für die Auswahl zusätzlich prüfen
NBR Nitrilkautschuk Medium, Temperatur, Druck, Freigaben
EPDM Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk Medium, Temperatur, Druck, Freigaben
FKM Fluorkautschuk Medium, Temperatur, Druck, Freigaben
VMQ Silikonkautschuk Medium, Temperatur, mechanische Beanspruchung, Freigaben

Wichtig: NBR wird häufig in mineralölbezogenen Anwendungen eingesetzt; EPDM häufig bei Wasser, Heißwasser oder Dampf; FKM häufig bei erhöhten Temperaturen und vielen Ölen bzw. Chemikalien. Das sind keine universellen Freigaben. Mischungsrezeptur und Herstellerdaten entscheiden.

Bei pastösen Dichtstoffen wie Silikondichtstoffen gilt eine andere Leselogik: Produktbezeichnung, chemische Basis, Herstellerdatenblatt, Zulassungen, Aushärtungssystem und Einsatzbedingungen sind maßgebend. Eine Kunststoffkennzeichnung nach ISO 11469 ersetzt diese Produktinformationen nicht.

Beobachtungsauftrag: Vergleiche O-Ring und pastösen Dichtstoff. Formuliere je zwei Angaben, die Du vor einer betrieblichen Verwendung zusätzlich benötigen würdest.


Transferfrage: Der schwarze O-Ring

Aufgabe: Zwei schwarze O-Ringe sehen gleich aus. Einer ist NBR, einer EPDM. Ist die Farbe ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal?

Lösung: Nein.

Begründetes Feedback: Farbe ist keine sichere Werkstoffidentifikation. Für die Auswahl brauchst Du Kennzeichnung, Teile- oder Chargendokumentation, Datenblatt und die Einsatzbedingungen.


Lerneinheit 5 – Messwertansichten richtig lesen

Messwerte können Werkstoffverhalten beschreiben. Sie ersetzen aber nicht automatisch die Werkstoffidentifikation.

Didaktische Messwertansicht – simulierte Werte, keine Freigabedaten:

Probe Dokumentiertes Kürzel Beispielwert Shore A Schlussfolgerung
A NBR 72 Kürzel bleibt für die Identität entscheidend
B EPDM 71 Ähnliche Härte bedeutet nicht gleicher Werkstoff
C FKM 73 Härte allein trennt die Werkstofffamilien nicht sicher

Begründung: Elastomerformulierungen können ähnliche Härtewerte besitzen. Ein Messwert ist ein Kennwert unter definierten Prüfbedingungen, kein Ersatz für Rückverfolgbarkeit.

Das Spannungs-Dehnungs-Diagramm zeigt schematisch, wie unterschiedlich Polymere mechanisch reagieren können. Für reale Entscheidungen verwendest Du die Kennwerte der konkreten Sorte und beachtest Prüfbedingungen, Konditionierung und Bauteilgeometrie.


Anwendungsaufgabe mit Feedback

Aufgabe: Eine unbekannte schwarze Dichtung misst 72 Shore A. Darf sie deshalb als NBR 70 eingelagert werden?

Lösung: Nein.

Begründetes Feedback: Ein einzelner Härtewert identifiziert den Kautschuk nicht. Er kann allenfalls eine spezifizierte Probe prüfen, wenn Prüfverfahren und Sollbereich festgelegt sind.


Lerneinheit 6 – Sortenbezogene Auswahl

Für eine technische Auswahl gehst Du vom Einsatzfall zur Sorte, nicht von der Farbe zum Material.

  1. Funktion: Welche Aufgabe erfüllt das Teil?
  2. Medium: Womit kommt es in Kontakt?
  3. Temperatur: Welche Betriebs- und Spitzentemperaturen treten auf?
  4. Belastung: Welche Kräfte, Dehnungen, Druck- oder Verschleißbeanspruchungen wirken?
  5. Datenblatt: Welche konkrete Sorte erfüllt die geforderten Kennwerte?
  6. Freigabe: Stimmen Teilenummer, Zulassungen, Charge und betriebliche Vorgaben?

Entscheidungsregel: Das Werkstoffkürzel ist ein Filter. Die Freigabe erfolgt über die vollständige Spezifikation.


Rückkehr zum Ausbildungsfall

Option Bewertung Begründung
A: >PA66-GF30< bleibt Kandidat Kennzeichnung passt zur Werkstofffamilie des Altteils; genaue Sorte, Teilenummer und Freigabedaten fehlen noch
B: >PA66< nicht gleichwertig belegt Glasfaseranteil des Altteils fehlt
C: >PP-TD40< andere Werkstoffbasis anderes Basispolymer und anderer Zusatz
schwarzer O-Ring ohne Dokumentation nicht freigabefähig Werkstoff und Einsatzfreigabe sind nicht rückverfolgbar

Kernentscheidung: Option A darf im Ausbildungsfall weiter geprüft, aber noch nicht eingebaut oder freigegeben werden. Das ist der Unterschied zwischen Kennzeichnung lesen und Bauteil freigeben.


Gestufte Hilfen

Stufe Hilfe
Hilfe 1 Lies von links nach rechts: Basispolymer → Zusatz → Anteil.
Hilfe 2 Frage bei jeder Kennzeichnung: Was steht wirklich da – und was fehlt?
Hilfe 3 Erstelle eine Auswahlmatrix mit Funktion, Medium, Temperatur, Belastung, Zulassung und konkreter Sorte.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit begründetem Feedback


Basis

Aufgabe Erwartete Lösung Begründetes Feedback
Lies PBT-GB30. PBT mit 30 % Glaskugeln. Richtig ist nicht „PBT mit Glasfaser“: GB kennzeichnet Glaskugeln, GF Glasfasern.
Erkläre 5 PP im gezeigten RIC-System. Identifikationscode für die Kunststoffgruppe PP. Der Code hilft bei der Materialzuordnung, ist aber keine Aussage über die vollständige technische Sorte.


Anwendung

Aufgabe Erwartete Lösung Begründetes Feedback
Ordne aus PA66-GF30, PA66 und PP-TD40 den besten Kandidaten zu einem Altteil PA66-GF30 zu. PA66-GF30 bleibt als Kandidat. Nur diese Option passt in Basispolymer, Verstärkungsart und angegebenem Anteil. Eine Freigabe braucht dennoch die konkrete Spezifikation.
Ein O-Ring ist schwarz und 72 Shore A hart. Benenne zwei fehlende Informationen. Zum Beispiel Werkstoffkürzel und Medium; außerdem Temperatur, Druck, Zulassung oder Teilenummer. Farbe und Einzelmesswert identifizieren keinen Elastomerwerkstoff sicher.


Transfer

Aufgabe Erwartete Lösung Begründetes Feedback
Vergleiche PBT-GF30 mit PBT-GB30 und begründe, warum Gleichheit nicht angenommen werden darf. Gleiches Basispolymer, aber anderer Zusatz. Fasern und Kugeln übernehmen unterschiedliche Werkstofffunktionen; deshalb müssen konkrete Datenblattwerte verglichen werden.
Formuliere eine Stop-Regel für die Werkstoffauswahl. Bei fehlender eindeutiger Spezifikation oder Freigabe keine Verwendung. Eine sichere Entscheidung trennt Vorauswahl von Arbeitsfreigabe und verhindert Schlussfolgerungen allein aus Aussehen oder Kurzcode.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wofür steht PA66 in der Kennzeichnung PA66-GF30? (Polyamid 66) (!Polypropylen) (!Polycarbonat) (!Polyethylenterephthalat)




Wofür steht GF in einer Kunststoffkennzeichnung? (Glasfasern) (!Glaskugeln) (!Graphitfolie) (!Gummifüllung)




Was bedeutet die Angabe 30 in PA6-GF30? (30 Prozent Glasfaseranteil) (!30 Grad Einsatztemperatur) (!30 Millimeter Wanddicke) (!30 Jahre Lebensdauer)




Wozu dient die Kennzeichnung nach ISO 11469 vor allem? (Zur Identifikation von Kunststoffprodukten) (!Zur Erteilung einer Arbeitsfreigabe) (!Zur Festlegung der Bauteilmaße) (!Zur Bestimmung der Bauteilfarbe)




Welche Kunststoffgruppe bezeichnet der RIC 5? (Polypropylen) (!Polyamid) (!Polystyrol) (!Polyvinylchlorid)




Welche Aussage zum Resin Identification Code ist richtig? (Er kennzeichnet eine Materialgruppe und ersetzt keine technische Sortenfreigabe) (!Er garantiert die Recyclingfähigkeit jedes Bauteils) (!Er beschreibt immer alle Additive und Füllstoffe) (!Er ersetzt das Werkstoffdatenblatt)




Welche Aufgabe hat die Matrix in einem Faser-Kunststoff-Verbund? (Sie umgibt und bindet die Verstärkung) (!Sie ist immer eine Metallfolie) (!Sie ersetzt jede Verstärkungsfaser) (!Sie gibt automatisch die Recyclingklasse an)




Welches Kürzel bezeichnet Nitrilkautschuk? (NBR) (!EPDM) (!FKM) (!VMQ)




Warum reicht die Farbe eines O-Rings nicht zur Werkstoffauswahl? (Farbe identifiziert den Elastomerwerkstoff nicht sicher) (!Schwarze O-Ringe bestehen immer aus EPDM) (!Farbe ersetzt die Medienbeständigkeit) (!Farbe legt die zulässige Temperatur fest)




Was ist vor einer sortenbezogenen Freigabe zusätzlich zum Werkstoffkürzel zu prüfen? (Einsatzbedingungen und konkrete Werkstoffspezifikation) (!Nur die Bauteilfarbe) (!Nur der Materialcode) (!Nur der Lagerort)





Memory

PA66 Polyamid 66
GF Glasfasern
GB Glaskugeln
TD Talkum
NBR Nitrilkautschuk
EPDM Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
FKM Fluorkautschuk





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Polyamid PA
Glasfaser GF
Glaskugeln GB
Talkum TD
Nitrilkautschuk NBR






Kreuzworträtsel

Polyamid Welcher Kunststoff steckt hinter dem Kürzel PA?
Glasfaser Welche Verstärkung bezeichnet GF?
Polypropylen Welcher Kunststoff steckt hinter dem Kürzel PP?
Elastomer Zu welcher Werkstoffgruppe gehören viele O-Ring-Werkstoffe?
Talkum Welcher Füllstoff wird mit TD gekennzeichnet?
Datenblatt Welches Dokument liefert sortenbezogene Kennwerte?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Kennzeichnung PA6-GF30 enthält als Basispolymer

. Das Kürzel GF steht für

. Bei PBT-GB30 bezeichnet GB

. Der RIC 5 gehört zur Kunststoffgruppe

. Ein Materialcode ersetzt keine technische

. NBR ist ein Kürzel für

. Ein einzelner Shore-Wert reicht nicht zur sicheren

. Vor einer Auswahl muss das Kontaktmedium als

geprüft werden. Für reale Bauteile sind konkrete Herstellerwerte im

wichtig. Praktische Arbeiten erfolgen nur nach Unterweisung und unter zuständiger

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kürzelkarten: Erstelle vier Lernkarten zu PA, PP, GF und NBR mit Kürzel, Bedeutung und einer Grenze der Aussage.
  2. Kennzeichnungsfoto: Fotografiere im erlaubten Ausbildungsumfeld drei Kunststoffkennzeichnungen und transkribiere sie; beachte betriebliche Foto- und Datenschutzregeln.
  3. Datenblatt-Suche: Finde zu einer vorgegebenen Kunststoffsorte ein Herstellerdatenblatt und markiere Basispolymer, Verstärkung und zwei Kennwerte.
  4. Code-Check: Suche drei Verpackungen mit unterschiedlichen Materialcodes und erkläre, welches Kennzeichnungssystem vorliegt, was der Code aussagt und was nicht.


Standard

  1. Auswahlmatrix: Vergleiche PA66, PA66-GF30 und PP-TD40 anhand einer vorgegebenen Anforderungsliste und begründe, welche Angaben für eine Entscheidung noch fehlen.
  2. Dichtungsvergleich: Vergleiche NBR, EPDM und FKM anhand von drei seriösen Herstellerdatenblättern; formuliere keine universelle Freigabe, sondern dokumentiere Einsatzgrenzen der konkreten Produkte.
  3. Messwertkritik: Erstelle eine kleine Messwertansicht mit simulierten Shore-A-Werten und erläutere, warum daraus keine sichere Elastomeridentifikation folgt.
  4. Ausbilderinterview: Befrage eine zuständige Fachkraft, wie im Betrieb Werkstofffreigaben dokumentiert werden. Halte Freigabeschritte und Stop-Kriterien fest.


Schwer

  1. Fehlerfall: Entwickle einen Fall, in dem ein ähnlich aussehendes Ersatzteil wegen falscher Werkstoffannahme abgelehnt werden muss. Begründe die Entscheidung mit Kennzeichnung und Datenblatt.
  2. Rückverfolgbarkeit: Entwirf einen Ablauf vom Wareneingang bis zur Montage, der Kürzel, Chargenangabe, Teilenummer und Freigabestatus sichtbar trennt.
  3. Verbundvergleich: Vergleiche PBT-GF30 und PBT-GB30 für eine selbst gewählte Bauteilfunktion. Leite aus Datenblättern mindestens drei entscheidungsrelevante Unterschiede ab.
  4. Sicherheitsreview: Prüfe einen geplanten Ausbildungsversuch nur auf Informationsbedarf und Schutzorganisation. Formuliere, welche Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und Aufsicht vor praktischer Durchführung vorhanden sein müssten; führe den Versuch nicht eigenständig durch.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Begründete Vorauswahl: Ein Altteil ist mit PA6-GF30 gekennzeichnet, verfügbar sind PA6, PA6-GF30 und PA6-GB30. Begründe, welche Option nur als Kandidat weitergeprüft werden darf und welche Informationen vor einer Freigabe noch fehlen.
  2. Medienwechsel: Eine Anlage soll mit einem anderen Medium betrieben werden. Erläutere, warum ein bisher funktionierender NBR-O-Ring nicht automatisch weiterverwendet werden darf und welche Nachweise Du verlangst.
  3. Messwert und Identität: Zwei Dichtungen haben nahezu gleiche Shore-A-Werte, aber unterschiedliche Werkstoffkürzel. Erkläre, warum der Härtewert die Materialidentität nicht ersetzt.
  4. Code und Sorte: Ein Bauteil trägt einen PP-Materialcode, ein Ersatzteil PP-GF30. Beurteile, welche Gemeinsamkeit sicher erkennbar ist und warum daraus keine Gleichwertigkeit folgt.
  5. Struktur und Eigenschaft: Erkläre anhand von GF und GB, warum gleiche Polymermatrix nicht automatisch gleiches Bauteilverhalten bedeutet.
  6. Stop-Entscheidung: Entwickle ein kurzes Stop-Kriterium für den Fall, dass Kennzeichnung, Datenblatt und Teileliste einander widersprechen. Begründe, warum die Entscheidung sicherheits- und qualitätsrelevant ist.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Werkstoffkürzel in Basispolymer, Zusatz und Anteil zerlegen kannst.
  2. Materialcode, technische Werkstoffkennzeichnung und Elastomerkürzel voneinander unterscheiden kannst.
  3. die Grenzen einer Kurzkennzeichnung erklären kannst.
  4. eine sortenbezogene Vorauswahl anhand von Einsatzbedingungen und Datenblatt begründen kannst.
  5. Messwerte kritisch interpretierst und nicht mit Werkstoffidentität verwechselst.
  6. fehlende Informationen erkennst und eine begründete Stop-Entscheidung formulierst.
  7. die Sicherheitsgrenze des Kurses beachtest: keine praktische Arbeit ohne Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht.


Fachliche Quellen und Medienrechte

Quellenprüfung: 04.10.2026. Verwendet werden Normübersichten und Fachinformationen; Normtexte selbst werden nicht vervielfältigt.

  1. ISO 11469:2016: einheitliche Kennzeichnung von Kunststoffprodukten; verweist für generische Identifikation auf ISO 1043.
  2. ISO 1043-1:2011: Kurzzeichen für Basispolymere und besondere Merkmale.
  3. ISO 1043-2:2011: Kurzzeichen für Füll- und Verstärkungsstoffe.
  4. ISO 1629:2025: Nomenklatur und Kurzzeichen für Kautschuke und Latices.
  5. ASTM D7611/D7611M: Resin Identification Codes dienen der Harzidentifikation und sind keine Recyclinggarantie; die ASTM-Seite weist D7611/D7611M-26 als aktive Fassung aus.
  6. DGUV Information 202-038: Arbeitsschutzinformationen zu Kunststoffen.
  7. Gefahrstoffverordnung § 14: Unterrichtung und Unterweisung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.
  8. Fraunhofer IFAM: Fachinformationen und Weiterbildung zu Faserverbundkunststoffen.
Medium Lizenz / Rechtehinweis Lernzweck
Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 Granulat als Ausgangsmaterial
Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 PE-LD-Granulat und Additivierung
Wikimedia Commons, CC BY 4.0 Glasfaserverstärktes PA6 im Querschnitt
Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 Kohlenstofffasergewebe
Wikimedia Commons, CC0 / Public Domain Dedication Resin Identification Codes
Wikimedia Commons, CC BY 4.0 Material- und Recyclingkennzeichnungen im Überblick
Wikimedia Commons, Public Domain in den USA / Public Domain Mark O-Ring als Dichtungselement
Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 pastöser Silikondichtstoff
Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 Shore-Härtemessgerät
Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 schematische Spannungs-Dehnungs-Kurven

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