Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Elastomere für Dichtungen einordnen
Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Elastomere für Dichtungen einordnen
Kurzbeschreibung: In diesem Ausbildungskurs ordnest Du Elastomere für Dichtungen nach Medienbeständigkeit und Temperaturbereich ein. Du arbeitest mit Werkstoffbildern, Diagrammen, Messwertansichten und Auswahlaufgaben. Im Mittelpunkt stehen NBR, HNBR, EPDM, FKM und VMQ.
Wichtig: Temperatur- und Beständigkeitsangaben sind keine pauschale Arbeits- oder Einsatzfreigabe. Eine konkrete Mischung kann sich deutlich von einem allgemeinen Polymerbereich unterscheiden. Vor dem realen Einsatz sind aktuelles Herstellerdatenblatt, Medium, Konzentration, Temperatur, Druck, Zeit, Dichtungsgeometrie und betriebliche Freigaben zu prüfen.
Sicherheitsrahmen: Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.

Einleitung
Elastomere sind formfeste, elastisch verformbare Kunststoffe. Für Dichtungen ist entscheidend, dass der Werkstoff unter Einsatzbedingungen elastisch bleibt und durch das Medium nicht unzulässig quillt, schrumpft, versprödet oder erweicht.
Ein O-Ring dichtet durch elastische Verformung und Anpressung. Deshalb reicht die Frage „Ist das Gummi hitzefest?“ nicht aus. Du brauchst immer mindestens zwei Prüfgrößen: Medium und Temperatur.

Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du in einer Ausbildungssituation:
| Kompetenz | Du kannst ... |
|---|---|
| Einordnen | NBR, HNBR, EPDM, FKM und VMQ anhand typischer Einsatzprofile unterscheiden. |
| Prüfen | Medienkontakt und Temperaturbereich als zusammengehörige Auswahlkriterien lesen. |
| Bewerten | Quellung, Härteänderung und bleibende Verformung als Warnsignale interpretieren. |
| Auswählen | eine vorläufige Werkstoffwahl begründen und anschließend mit einem konkreten Datenblatt absichern. |
Lerneinheit 1: Dichtung und Elastomer

Ein O-Ring ist ein ringförmiges Dichtungselement mit rundem Querschnitt. Elastomere eignen sich besonders, weil sie nach Verformung weitgehend in ihre Ausgangsform zurückkehren.
Merksatz: Eine Dichtung funktioniert nur, wenn Werkstoff, Medium, Temperatur und Einbausituation zusammenpassen.

Kurzcheck: Was ist zuerst zu klären?
| Angabe aus dem Auftrag | Warum wichtig? |
|---|---|
| Medium | Kann den Elastomerwerkstoff quellen, schrumpfen, härten oder chemisch angreifen. |
| Temperatur min./max. | Beeinflusst Elastizität, Alterung und Druckverformungsrest. |
| statisch oder dynamisch | Bewegung erhöht Anforderungen an Reibung, Verschleiß und Wärme. |
| Druck | Beeinflusst Verformung, Extrusionsgefahr und erforderliche Härte. |
| konkrete Mischung | Herstellerfreigaben gelten für Compounds, nicht automatisch für jede Polymerfamilie. |
Lerneinheit 2: Werkstoffe schnell einordnen
Die folgenden Bereiche sind Orientierungswerte für die Ausbildung. Sie lehnen sich an Herstellerangaben für typische Dichtungsanwendungen an. Konkrete Mischungen können andere Grenzen besitzen.
| Werkstofffamilie | Typischer Orientierungsbereich | Typische Stärken | Typische Grenze |
|---|---|---|---|
| NBR | etwa -30 bis +100 °C | Mineralöle, viele Hydrauliköle, gute Standardlösung | Ozon/Witterung und viele Kraftstoff- bzw. Spezialmedien je nach Mischung kritisch |
| HNBR | etwa -30 bis +150 °C | Öle, höhere Wärmebeständigkeit als NBR | ebenfalls compound- und medienabhängig |
| EPDM | etwa -40 bis +150 °C | Heißwasser, Dampf, Wasser-Glykol, gute Ozon-/Alterungsbeständigkeit | Mineralöle und viele Kohlenwasserstoffe meist ungeeignet |
| FKM | etwa -25 bis +200 °C | Kraftstoffe, Öle, viele Chemikalien, hohe Temperatur | Tieftemperatur und einzelne Medien stark mischungsabhängig |
| VMQ | je nach Mischung großer Temperaturbereich | hohe und tiefe Temperaturen, gute Alterungsbeständigkeit | Medien- und mechanische Eignung muss genau geprüft werden |
Achtung: Parker nennt für konkrete O-Ring-Compounds beispielsweise NBR-Bereiche um -35 bis +100 °C und EPDM um -50 bis +150 °C. Das zeigt: Polymername allein genügt nicht.
Auswahlbild: gleiche Form, anderer Werkstoff

Farbe ist kein verlässlicher Werkstoffnachweis. Ein schwarzer O-Ring kann aus unterschiedlichen Elastomeren bestehen. Entscheidend sind Kennzeichnung, Dokumentation und Datenblatt.
Lerneinheit 3: Medienbeständigkeit verstehen
Medien können Elastomere physikalisch und chemisch verändern. Für die Auswahl sind besonders Quellung, Schrumpfung, Härteänderung und Verlust der Elastizität wichtig.
| Beobachtung | Mögliche Bedeutung | Folge für die Bewertung |
|---|---|---|
| Volumen nimmt deutlich zu | Medium wird aufgenommen | Quellung kann Maße, Härte und Dichtfunktion verändern |
| Volumen nimmt ab | Bestandteile werden herausgelöst | Schrumpfung kann Anpressung und Dichtheit verringern |
| Härte steigt stark | Alterung oder chemischer Angriff möglich | Werkstoff kann spröde werden |
| Härte sinkt stark | Erweichung oder Quellung möglich | Extrusions- und Verschleißrisiko kann steigen |
| Form bleibt nach Entlastung flach | hoher Druckverformungsrest | Rückstellvermögen ist reduziert |
Medien-Merkkarte
| Medium | Häufige erste Werkstoffidee | Was Du trotzdem prüfen musst |
|---|---|---|
| Mineralöl | NBR, HNBR oder FKM | Temperatur, Additive, Druck, konkrete Mischung |
| Wasser-Glykol | EPDM häufig geeignet | Temperatur, Konzentration, Freigabe |
| Heißwasser/Dampf | EPDM häufig geeignet | reale Temperatur, Zeit, Mischung |
| Kraftstoff | FKM häufig geeignet | Kraftstoffzusammensetzung, Alkoholanteil, Temperatur |
Lerneinheit 4: Temperaturbereich richtig lesen
Ein Temperaturbereich ist kein einzelner absoluter Grenzwert. Hohe Temperatur beschleunigt die Alterung. Tiefe Temperatur vermindert die Elastizität. Zusätzlich wirken Medium, Zeit, Bewegung und Druck.
Entscheidungsregel: Liegt der geplante Betrieb nahe an einer Temperaturgrenze, ist die Auswahl besonders kritisch und muss mit dem konkreten Compound und der Anwendung abgesichert werden.
| Werkstoff | kalt | mittlere Temperaturen | hohe Temperaturen |
|---|---|---|---|
| NBR | gut bis mäßig je nach Mischung | sehr häufig eingesetzt | oberhalb typischer NBR-Grenzen kritisch |
| HNBR | ähnlich bis besser je nach Mischung | sehr gut | höher belastbar als NBR |
| EPDM | häufig sehr gut | sehr gut bei Wasser-/Glykolanwendungen | je nach Mischung bis etwa 150 °C, Sonderfälle abweichend |
| FKM | Standard-FKM bei Kälte begrenzter | sehr gut | häufig bis etwa 200 °C |
| VMQ | sehr großer Tieftemperaturbereich möglich | geeignet | hohe Temperaturen möglich, Medium prüfen |
Temperatur und Zeit gehören zusammen
Eine Dichtung, die eine hohe Temperatur nur kurz verträgt, ist nicht automatisch für den Dauerbetrieb bei derselben Temperatur geeignet. Herstellerdiagramme zeigen deshalb häufig einen Zusammenhang zwischen Temperatur und zulässiger Einsatzdauer.
Prüffrage: Steht im Auftrag „max. 150 °C“, musst Du klären, ob dies Dauerbetrieb, kurzzeitige Spitze oder Störung bedeutet.
Lerneinheit 5: Messwertansichten lesen

Die Shore-Härte ist ein wichtiger Kennwert für Elastomere. Sie beschreibt jedoch nicht allein die Medienbeständigkeit.

Didaktische Beispielmesswerte – keine Freigabedaten:
| Probe | vor Lagerung | nach Lagerung | Beobachtung | Interpretation |
|---|---|---|---|---|
| A | 70 Shore A | 58 Shore A | deutlich weicher, Volumen +32 % | starke Wechselwirkung; Auswahl kritisch |
| B | 75 Shore A | 74 Shore A | geringe Änderung, Volumen +6 % | im Vergleich unauffälliger; weitere Kriterien prüfen |
| C | 70 Shore A | 82 Shore A | deutlich härter, kleine Risse | mögliche Alterung oder chemischer Angriff |
Wichtig: Solche Messwerte werden nur sinnvoll, wenn Prüfmedium, Konzentration, Temperatur, Dauer, Prüfkörper und Prüfverfahren bekannt sind.
Prüfauftrag zur Messwertansicht
Aufgabe: Welche Probe würdest Du für eine weitere Eignungsprüfung priorisieren?
Gestufte Hilfe 1: Suche zuerst nach möglichst kleinen Änderungen.
Gestufte Hilfe 2: Vergleiche sowohl Volumen als auch Härte und sichtbare Schäden.
Gestufte Hilfe 3: „Unauffällig“ bedeutet noch nicht „freigegeben“. Danach müssen Temperatur, Druck, Dauer und Herstellerdaten geprüft werden.
Begründetes Feedback: Probe B wäre für die nächste Prüfstufe am plausibelsten, weil sie in dieser didaktischen Messwertansicht die geringsten Veränderungen zeigt. Das ist aber nur eine Vorauswahl und keine Einsatzfreigabe.
Lerneinheit 6: Konkreter Ausbildungsfall
Fall: Kühlmittelpumpe in einer Ausbildungswerkstatt
An einer Pumpe soll ein O-Ring ersetzt werden. Das Medium ist ein Wasser-Glykol-Gemisch. Der vorgesehene Dauerbereich liegt zwischen -20 °C und +115 °C. Im Ersatzteillager liegen O-Ringe mit den Werkstoffangaben NBR, EPDM und FKM. Die Farbe der Ringe ist ähnlich.
| Prüfschritt | Leitfrage |
|---|---|
| 1 | Welches Medium berührt die Dichtung? |
| 2 | Welche minimale und maximale Temperatur liegt an? |
| 3 | Welche Werkstofffamilie passt grundsätzlich zu Wasser-Glykol? |
| 4 | Gibt es für die konkrete Mischung eine Herstellerfreigabe? |
| 5 | Stimmen Abmessung, Härte, Dichtungsart und betriebliche Vorgaben? |
Vorläufige Auswahl: EPDM ist für Wasser-Glykol und den genannten Temperaturbereich häufig eine naheliegende Werkstofffamilie. Erst das konkrete Datenblatt bzw. die Ersatzteilvorgabe entscheidet.
Warum nicht einfach NBR? NBR ist eine sehr häufige Standardlösung für Mineralöl, aber nicht automatisch die beste Wahl für einen Wasser-Glykol-Kreislauf bei erhöhter Temperatur.
Warum nicht automatisch FKM? FKM ist temperatur- und medienbeständig, aber „technisch hochwertiger“ bedeutet nicht automatisch „für jedes Medium und jede Konstruktion besser“. Kosten, Kälteverhalten, konkrete Medienverträglichkeit und Freigaben zählen ebenfalls.
Auswahlaufgabe mit gestuften Hilfen
Situation: Eine zweite Dichtung soll Mineralöl bei +90 °C abdichten.
Deine Auswahl: NBR, EPDM oder FKM?
Hilfe 1: Suche zuerst nach der typischen Medienstärke.
Hilfe 2: NBR wird häufig für Mineralöl eingesetzt. EPDM ist bei Mineralöl typischerweise keine erste Wahl.
Hilfe 3: +90 °C liegt innerhalb vieler NBR-Orientierungsbereiche, aber nahe Belastungsgrenzen einzelner Anwendungen kann ein konkretes Datenblatt entscheidend sein.
Begründetes Feedback: NBR ist hier eine plausible erste Auswahl, sofern die konkrete Mischung für das Öl, die Temperatur und die Anwendung freigegeben ist. FKM kann ebenfalls geeignet sein, wäre aber ohne weitere Anforderungen nicht automatisch erforderlich.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgabe
Aufgabe: Ordne NBR, EPDM und FKM je einem typischen Einsatzprofil zu: Mineralöl, Wasser-Glykol, Kraftstoff bei erhöhter Temperatur.
Hilfe: Denke an die Kernstärken: NBR – Öl, EPDM – Wasser/Glykol, FKM – Kraftstoff/hohe Temperatur.
Begründetes Feedback: NBR passt typischerweise zu Mineralöl, EPDM häufig zu Wasser-Glykol und FKM häufig zu Kraftstoff bei höherer Temperatur. Das ist eine Werkstofffamilien-Einordnung, noch keine Bauteilfreigabe.
Anwendungsaufgabe
Aufgabe: Ein Datenblatt nennt -25 bis +200 °C. Die Anlage fährt dauerhaft bei +195 °C und enthält ein aggressives Reinigungsmedium. Ist die Auswahl allein wegen des Temperaturbereichs ausreichend begründet?
Hilfe: Prüfe zwei Achsen: Temperatur und Medium.
Begründetes Feedback: Nein. Der Temperaturwert liegt nahe der oberen Grenze, und das Reinigungsmedium kann die Eignung zusätzlich einschränken. Erforderlich sind konkrete Medienverträglichkeit, Dauerbeanspruchung und Freigabe der Mischung.
Transferaufgabe
Aufgabe: Zwei Hersteller nennen für dieselbe Polymerfamilie unterschiedliche Temperaturbereiche. Erkläre, warum das kein Widerspruch sein muss.
Hilfe: Denke an Mischung, Additive, Vernetzung, Prüfmethode, Medium und Einsatzdauer.
Begründetes Feedback: Polymerfamilien beschreiben nur die Basis. Reale Dichtungswerkstoffe sind Compounds mit eigenen Rezepturen und Prüfbedingungen. Deshalb können seriöse Datenblätter unterschiedliche Grenzen angeben.
Werkzeug- und Prüfmittelbilder

Ein Shore-Messgerät kann Härteänderungen sichtbar machen. Ein Messschieber kann Maße dokumentieren. Beide Messungen sind nur sinnvoll, wenn Prüfbedingungen und Messverfahren festgelegt sind.
Praxisgrenze: Messungen an realen Bauteilen oder Proben in der Werkstatt dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht stattfinden. Der Kurs ersetzt keine Betriebsanweisung und erteilt keine Arbeitsfreigabe.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Werkstoff ist häufig eine gute erste Wahl für Mineralöl bei moderater Temperatur? (NBR) (!EPDM) (!Papier) (!PVC-Schaum)
Welcher Werkstoff ist häufig für Wasser-Glykol geeignet? (EPDM) (!NBR) (!PA) (!Kupfer)
Welcher Werkstoff wird häufig für Kraftstoffe und höhere Temperaturen eingesetzt? (FKM) (!EPDM) (!Naturholz) (!Gips)
Was muss neben der Temperatur immer geprüft werden? (Medienverträglichkeit) (!Farbe) (!Verpackungsgröße) (!Lagerort im Regal)
Was bedeutet eine starke Volumenzunahme nach Medienkontakt häufig? (Quellung) (!Kalibrierung) (!Schmierung) (!Magnetisierung)
Wofür steht Shore A im Zusammenhang mit Elastomeren? (Härte) (!Dichte) (!Leitfähigkeit) (!Schmelzpunkt)
Warum reicht die Farbe eines O-Rings nicht zur Werkstoffbestimmung? (Verschiedene Elastomere können ähnlich gefärbt sein) (!Jeder O-Ring ist immer schwarz) (!Farben zeigen nur den Durchmesser) (!Farbe bestimmt allein die Temperaturgrenze)
Welche Aussage zu Temperaturgrenzen ist richtig? (Sie hängen von Compound und Einsatzbedingungen ab) (!Sie sind für alle EPDM-Mischungen identisch) (!Sie gelten unabhängig vom Medium) (!Sie ersetzen jede Herstellerprüfung)
Was kann ein hoher Druckverformungsrest anzeigen? (Verringertes Rückstellvermögen) (!Erhöhte elektrische Spannung) (!Größere Metallhärte) (!Bessere Wärmeleitung)
Was ist vor einer praktischen Werkstattarbeit erforderlich? (Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Nur das Bestehen des Quiz) (!Nur ein Datenblatt) (!Nur ein Messschieber)
Memory
| NBR | Mineralöl |
| EPDM | Wasser-Glykol |
| FKM | Kraftstoff |
| Shore A | Elastomerhärte |
| Quellung | Volumenzunahme |
| Druckverformungsrest | bleibende Verformung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| NBR | typische Ölbeständigkeit |
| EPDM | typische Wasser-Glykol-Beständigkeit |
| FKM | typische Kraftstoff- und Hochtemperaturbeständigkeit |
| Shore A | Härtekennwert für Elastomere |
| Quellung | Volumenzunahme durch Medienaufnahme |
...
Kreuzworträtsel
| Elastomer | Wie heißt ein elastisch verformbarer Kunststoff für viele Dichtungen? |
| Quellung | Wie heißt die Volumenzunahme eines Werkstoffs durch Medienaufnahme? |
| Durometer | Wie heißt ein Gerät zur Härteprüfung nach Shore? |
| Acrylnitril | Welcher Stoffname steckt im ausgeschriebenen Namen von NBR? |
| Glykol | Welcher Stoffbestandteil ist häufig mit Wasser in Kühlkreisläufen gemischt? |
| Vulkanisation | Wie heißt die chemische Vernetzung vieler Kautschuke zu elastischen Werkstoffen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Elastomer-Steckbrief: Erstelle drei Bildkarten zu NBR, EPDM und FKM mit je einem typischen Medium, einem Temperaturhinweis und einer Warnung.
- Dichtungsfoto analysieren: Beschreibe an einem frei lizenzierten O-Ring-Foto, welche Informationen Du aus dem Bild erkennen kannst und welche nicht.
- Temperaturbereich: Übertrage die Orientierungsbereiche von NBR, EPDM und FKM in eine eigene, klar beschriftete Skizze.
- Begriffskarte Medienbeständigkeit: Erkläre Quellung, Schrumpfung, Härteänderung und Druckverformungsrest jeweils in einem kurzen Satz.
Standard
- Werkstoffauswahl Kühlmittel: Begründe für den Ausbildungsfall eine vorläufige Auswahl und nenne mindestens drei Angaben, die vor der Freigabe fehlen könnten.
- Datenblattvergleich: Vergleiche zwei reale Herstellerdatenblätter derselben Polymerfamilie und erkläre Unterschiede bei Temperatur und Medienfreigabe.
- Messwertanalyse: Werte die didaktischen Proben A, B und C aus und formuliere, welche weitere Prüfung Du für jede Probe verlangen würdest.
- Prüfplan entwerfen: Entwirf auf Papier einen Prüfplan für Härte- und Maßkontrolle. Praktische Durchführung nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht.
Schwer
- Mehrkriterienentscheidung: Entwickle eine Auswahlmatrix für Medium, Temperatur, Druck, Bewegung, Kosten und Dokumentationslage und wende sie auf NBR, EPDM, FKM und HNBR an.
- Fehleranalyse Dichtung: Analysiere einen fiktiven Schadensfall mit Quellung, einseitigem Abrieb und Temperaturspitzen. Trenne mögliche Werkstoff-, Konstruktions- und Montageursachen.
- Quellenkritik Werkstoffdaten: Prüfe, warum allgemeine Internettabellen nicht dieselbe Aussagekraft wie ein aktuelles Compound-Datenblatt und eine anwendungsspezifische Freigabe besitzen.
- Ausbildungsprojekt Dichtungsauswahl: Erstelle eine kurze digitale Entscheidungshilfe, die zuerst Medium und Temperatur abfragt und am Ende ausdrücklich auf Herstellerdaten, betriebliche Freigaben und Aufsicht verweist.


Lernkontrolle
- Dichtungsauswahl begründen: Eine Anlage wechselt von Mineralöl auf Wasser-Glykol. Erkläre, warum der vorhandene O-Ring neu bewertet werden muss, obwohl Temperatur und Druck unverändert bleiben.
- Grenzbereich beurteilen: Ein Werkstoff ist laut Datenblatt bis +150 °C angegeben, die Anlage fährt dauerhaft bei +148 °C und hat regelmäßige Temperaturspitzen. Begründe, welche Zusatzinformationen Du verlangst.
- Messwerte interpretieren: Eine Probe wird nach Lagerung 12 Shore A härter, ohne stark zu quellen. Entwickle zwei plausible Ursachen und nenne eine sinnvolle nächste Prüfung.
- Werkstofffamilie und Compound: Erkläre anhand eines Beispiels, warum „EPDM“ oder „FKM“ allein keine vollständige Bestell- oder Freigabeinformation ist.
- Fehlentscheidung vermeiden: Ein Kollege wählt einen O-Ring nur nach Farbe und Temperaturbereich. Formuliere eine fachlich begründete Korrektur seines Auswahlwegs.
- Transfer in die Instandhaltung: Entwickle eine kurze Checkliste, mit der eine Dichtung vor Bestellung und Einbau dokumentiert geprüft werden kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Werkstofffamilien: NBR, HNBR, EPDM, FKM und VMQ anhand typischer Stärken und Grenzen einordnen.
- Medienbeständigkeit: Quellung, Schrumpfung, Härteänderung und chemischen Angriff unterscheiden.
- Temperaturbereich: Temperaturangaben als anwendungs- und compoundabhängige Bereiche interpretieren.
- Messwerte: Härte-, Maß- und Volumenänderungen fachlich vorsichtig bewerten.
- Auswahlprozess: Medium, Temperatur, Druck, Bewegung, Dichtungsgeometrie und Herstellerfreigabe zusammenführen.
- Sicherheitskompetenz: erklären, dass praktische Arbeiten Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, betriebliche Freigaben und zuständige Aufsicht erfordern.
Quellen und Medienrechte
Die fachlichen Aussagen wurden mit Hersteller- und Wikipedia-Quellen abgeglichen. Für reale Anwendungen gilt immer die aktuelle technische Dokumentation des konkreten Herstellers.
- Parker O-Ring Handbook: Werkstofffamilien, Compounddaten, Medienverträglichkeit und Temperaturbereiche.
- Trelleborg Sealing Solutions – Rotationsdichtungen: Übersicht zu NBR, HNBR, FKM, EPDM und typischen Medien-/Temperaturbereichen.
- Trelleborg Sealing Solutions – O-Ringe: O-Ringe und verfügbare Elastomerwerkstoffe.
- Wikipedia – O-Ring: Aufbau, Wirkungsweise und Werkstoffbezug.
- Wikipedia – Elastomere: Grundlagen zu elastischen Kunststoffen.
- Wikipedia – Dichtung: Einordnung technischer Dichtungen.
Freie Bilder: Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Die jeweilige Dateibeschreibungsseite enthält Urheber- und Lizenzangaben. Verwendet werden unter anderem gemeinfreie Dateien sowie CC BY/CC BY-SA-lizenzierte Werke. Beispiele: O-ring.svg ist gemeinfrei; das NBR-O-Ring-Foto von R. Henrik Nilsson steht unter CC BY 4.0; Hardness tester shore (Shore durometer).jpg steht unter CC BY-SA 4.0; Vernier caliper.svg ist unter freien Lizenzen verfügbar.
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