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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Elastomere für Dichtungen einordnen

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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Elastomere für Dichtungen einordnen

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Kunststoffe Verbundwerkstoffe und Dichtstoffe – Elastomere für Dichtungen einordnen

Kurzbeschreibung: In diesem Ausbildungskurs ordnest Du Elastomere für Dichtungen nach Medienbeständigkeit und Temperaturbereich ein. Du arbeitest mit Werkstoffbildern, Diagrammen, Messwertansichten und Auswahlaufgaben. Im Mittelpunkt stehen NBR, HNBR, EPDM, FKM und VMQ.

Wichtig: Temperatur- und Beständigkeitsangaben sind keine pauschale Arbeits- oder Einsatzfreigabe. Eine konkrete Mischung kann sich deutlich von einem allgemeinen Polymerbereich unterscheiden. Vor dem realen Einsatz sind aktuelles Herstellerdatenblatt, Medium, Konzentration, Temperatur, Druck, Zeit, Dichtungsgeometrie und betriebliche Freigaben zu prüfen.

Sicherheitsrahmen: Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.


Einleitung

Elastomere sind formfeste, elastisch verformbare Kunststoffe. Für Dichtungen ist entscheidend, dass der Werkstoff unter Einsatzbedingungen elastisch bleibt und durch das Medium nicht unzulässig quillt, schrumpft, versprödet oder erweicht.

Ein O-Ring dichtet durch elastische Verformung und Anpressung. Deshalb reicht die Frage „Ist das Gummi hitzefest?“ nicht aus. Du brauchst immer mindestens zwei Prüfgrößen: Medium und Temperatur.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du in einer Ausbildungssituation:

Kompetenz Du kannst ...
Einordnen NBR, HNBR, EPDM, FKM und VMQ anhand typischer Einsatzprofile unterscheiden.
Prüfen Medienkontakt und Temperaturbereich als zusammengehörige Auswahlkriterien lesen.
Bewerten Quellung, Härteänderung und bleibende Verformung als Warnsignale interpretieren.
Auswählen eine vorläufige Werkstoffwahl begründen und anschließend mit einem konkreten Datenblatt absichern.


Lerneinheit 1: Dichtung und Elastomer

Ein O-Ring ist ein ringförmiges Dichtungselement mit rundem Querschnitt. Elastomere eignen sich besonders, weil sie nach Verformung weitgehend in ihre Ausgangsform zurückkehren.

Merksatz: Eine Dichtung funktioniert nur, wenn Werkstoff, Medium, Temperatur und Einbausituation zusammenpassen.


Kurzcheck: Was ist zuerst zu klären?

Angabe aus dem Auftrag Warum wichtig?
Medium Kann den Elastomerwerkstoff quellen, schrumpfen, härten oder chemisch angreifen.
Temperatur min./max. Beeinflusst Elastizität, Alterung und Druckverformungsrest.
statisch oder dynamisch Bewegung erhöht Anforderungen an Reibung, Verschleiß und Wärme.
Druck Beeinflusst Verformung, Extrusionsgefahr und erforderliche Härte.
konkrete Mischung Herstellerfreigaben gelten für Compounds, nicht automatisch für jede Polymerfamilie.


Lerneinheit 2: Werkstoffe schnell einordnen

Die folgenden Bereiche sind Orientierungswerte für die Ausbildung. Sie lehnen sich an Herstellerangaben für typische Dichtungsanwendungen an. Konkrete Mischungen können andere Grenzen besitzen.

Werkstofffamilie Typischer Orientierungsbereich Typische Stärken Typische Grenze
NBR etwa -30 bis +100 °C Mineralöle, viele Hydrauliköle, gute Standardlösung Ozon/Witterung und viele Kraftstoff- bzw. Spezialmedien je nach Mischung kritisch
HNBR etwa -30 bis +150 °C Öle, höhere Wärmebeständigkeit als NBR ebenfalls compound- und medienabhängig
EPDM etwa -40 bis +150 °C Heißwasser, Dampf, Wasser-Glykol, gute Ozon-/Alterungsbeständigkeit Mineralöle und viele Kohlenwasserstoffe meist ungeeignet
FKM etwa -25 bis +200 °C Kraftstoffe, Öle, viele Chemikalien, hohe Temperatur Tieftemperatur und einzelne Medien stark mischungsabhängig
VMQ je nach Mischung großer Temperaturbereich hohe und tiefe Temperaturen, gute Alterungsbeständigkeit Medien- und mechanische Eignung muss genau geprüft werden

Achtung: Parker nennt für konkrete O-Ring-Compounds beispielsweise NBR-Bereiche um -35 bis +100 °C und EPDM um -50 bis +150 °C. Das zeigt: Polymername allein genügt nicht.


Auswahlbild: gleiche Form, anderer Werkstoff

Farbe ist kein verlässlicher Werkstoffnachweis. Ein schwarzer O-Ring kann aus unterschiedlichen Elastomeren bestehen. Entscheidend sind Kennzeichnung, Dokumentation und Datenblatt.


Lerneinheit 3: Medienbeständigkeit verstehen

Medien können Elastomere physikalisch und chemisch verändern. Für die Auswahl sind besonders Quellung, Schrumpfung, Härteänderung und Verlust der Elastizität wichtig.

Beobachtung Mögliche Bedeutung Folge für die Bewertung
Volumen nimmt deutlich zu Medium wird aufgenommen Quellung kann Maße, Härte und Dichtfunktion verändern
Volumen nimmt ab Bestandteile werden herausgelöst Schrumpfung kann Anpressung und Dichtheit verringern
Härte steigt stark Alterung oder chemischer Angriff möglich Werkstoff kann spröde werden
Härte sinkt stark Erweichung oder Quellung möglich Extrusions- und Verschleißrisiko kann steigen
Form bleibt nach Entlastung flach hoher Druckverformungsrest Rückstellvermögen ist reduziert


Medien-Merkkarte

Medium Häufige erste Werkstoffidee Was Du trotzdem prüfen musst
Mineralöl NBR, HNBR oder FKM Temperatur, Additive, Druck, konkrete Mischung
Wasser-Glykol EPDM häufig geeignet Temperatur, Konzentration, Freigabe
Heißwasser/Dampf EPDM häufig geeignet reale Temperatur, Zeit, Mischung
Kraftstoff FKM häufig geeignet Kraftstoffzusammensetzung, Alkoholanteil, Temperatur


Lerneinheit 4: Temperaturbereich richtig lesen

Ein Temperaturbereich ist kein einzelner absoluter Grenzwert. Hohe Temperatur beschleunigt die Alterung. Tiefe Temperatur vermindert die Elastizität. Zusätzlich wirken Medium, Zeit, Bewegung und Druck.

Entscheidungsregel: Liegt der geplante Betrieb nahe an einer Temperaturgrenze, ist die Auswahl besonders kritisch und muss mit dem konkreten Compound und der Anwendung abgesichert werden.

Werkstoff kalt mittlere Temperaturen hohe Temperaturen
NBR gut bis mäßig je nach Mischung sehr häufig eingesetzt oberhalb typischer NBR-Grenzen kritisch
HNBR ähnlich bis besser je nach Mischung sehr gut höher belastbar als NBR
EPDM häufig sehr gut sehr gut bei Wasser-/Glykolanwendungen je nach Mischung bis etwa 150 °C, Sonderfälle abweichend
FKM Standard-FKM bei Kälte begrenzter sehr gut häufig bis etwa 200 °C
VMQ sehr großer Tieftemperaturbereich möglich geeignet hohe Temperaturen möglich, Medium prüfen


Temperatur und Zeit gehören zusammen

Eine Dichtung, die eine hohe Temperatur nur kurz verträgt, ist nicht automatisch für den Dauerbetrieb bei derselben Temperatur geeignet. Herstellerdiagramme zeigen deshalb häufig einen Zusammenhang zwischen Temperatur und zulässiger Einsatzdauer.

Prüffrage: Steht im Auftrag „max. 150 °C“, musst Du klären, ob dies Dauerbetrieb, kurzzeitige Spitze oder Störung bedeutet.


Lerneinheit 5: Messwertansichten lesen

Die Shore-Härte ist ein wichtiger Kennwert für Elastomere. Sie beschreibt jedoch nicht allein die Medienbeständigkeit.

Didaktische Beispielmesswerte – keine Freigabedaten:

Probe vor Lagerung nach Lagerung Beobachtung Interpretation
A 70 Shore A 58 Shore A deutlich weicher, Volumen +32 % starke Wechselwirkung; Auswahl kritisch
B 75 Shore A 74 Shore A geringe Änderung, Volumen +6 % im Vergleich unauffälliger; weitere Kriterien prüfen
C 70 Shore A 82 Shore A deutlich härter, kleine Risse mögliche Alterung oder chemischer Angriff

Wichtig: Solche Messwerte werden nur sinnvoll, wenn Prüfmedium, Konzentration, Temperatur, Dauer, Prüfkörper und Prüfverfahren bekannt sind.


Prüfauftrag zur Messwertansicht

Aufgabe: Welche Probe würdest Du für eine weitere Eignungsprüfung priorisieren?

Gestufte Hilfe 1: Suche zuerst nach möglichst kleinen Änderungen.

Gestufte Hilfe 2: Vergleiche sowohl Volumen als auch Härte und sichtbare Schäden.

Gestufte Hilfe 3: „Unauffällig“ bedeutet noch nicht „freigegeben“. Danach müssen Temperatur, Druck, Dauer und Herstellerdaten geprüft werden.

Begründetes Feedback: Probe B wäre für die nächste Prüfstufe am plausibelsten, weil sie in dieser didaktischen Messwertansicht die geringsten Veränderungen zeigt. Das ist aber nur eine Vorauswahl und keine Einsatzfreigabe.


Lerneinheit 6: Konkreter Ausbildungsfall

Fall: Kühlmittelpumpe in einer Ausbildungswerkstatt

An einer Pumpe soll ein O-Ring ersetzt werden. Das Medium ist ein Wasser-Glykol-Gemisch. Der vorgesehene Dauerbereich liegt zwischen -20 °C und +115 °C. Im Ersatzteillager liegen O-Ringe mit den Werkstoffangaben NBR, EPDM und FKM. Die Farbe der Ringe ist ähnlich.

Prüfschritt Leitfrage
1 Welches Medium berührt die Dichtung?
2 Welche minimale und maximale Temperatur liegt an?
3 Welche Werkstofffamilie passt grundsätzlich zu Wasser-Glykol?
4 Gibt es für die konkrete Mischung eine Herstellerfreigabe?
5 Stimmen Abmessung, Härte, Dichtungsart und betriebliche Vorgaben?

Vorläufige Auswahl: EPDM ist für Wasser-Glykol und den genannten Temperaturbereich häufig eine naheliegende Werkstofffamilie. Erst das konkrete Datenblatt bzw. die Ersatzteilvorgabe entscheidet.

Warum nicht einfach NBR? NBR ist eine sehr häufige Standardlösung für Mineralöl, aber nicht automatisch die beste Wahl für einen Wasser-Glykol-Kreislauf bei erhöhter Temperatur.

Warum nicht automatisch FKM? FKM ist temperatur- und medienbeständig, aber „technisch hochwertiger“ bedeutet nicht automatisch „für jedes Medium und jede Konstruktion besser“. Kosten, Kälteverhalten, konkrete Medienverträglichkeit und Freigaben zählen ebenfalls.


Auswahlaufgabe mit gestuften Hilfen

Situation: Eine zweite Dichtung soll Mineralöl bei +90 °C abdichten.

Deine Auswahl: NBR, EPDM oder FKM?

Hilfe 1: Suche zuerst nach der typischen Medienstärke.

Hilfe 2: NBR wird häufig für Mineralöl eingesetzt. EPDM ist bei Mineralöl typischerweise keine erste Wahl.

Hilfe 3: +90 °C liegt innerhalb vieler NBR-Orientierungsbereiche, aber nahe Belastungsgrenzen einzelner Anwendungen kann ein konkretes Datenblatt entscheidend sein.

Begründetes Feedback: NBR ist hier eine plausible erste Auswahl, sofern die konkrete Mischung für das Öl, die Temperatur und die Anwendung freigegeben ist. FKM kann ebenfalls geeignet sein, wäre aber ohne weitere Anforderungen nicht automatisch erforderlich.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben


Basisaufgabe

Aufgabe: Ordne NBR, EPDM und FKM je einem typischen Einsatzprofil zu: Mineralöl, Wasser-Glykol, Kraftstoff bei erhöhter Temperatur.

Hilfe: Denke an die Kernstärken: NBR – Öl, EPDM – Wasser/Glykol, FKM – Kraftstoff/hohe Temperatur.

Begründetes Feedback: NBR passt typischerweise zu Mineralöl, EPDM häufig zu Wasser-Glykol und FKM häufig zu Kraftstoff bei höherer Temperatur. Das ist eine Werkstofffamilien-Einordnung, noch keine Bauteilfreigabe.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: Ein Datenblatt nennt -25 bis +200 °C. Die Anlage fährt dauerhaft bei +195 °C und enthält ein aggressives Reinigungsmedium. Ist die Auswahl allein wegen des Temperaturbereichs ausreichend begründet?

Hilfe: Prüfe zwei Achsen: Temperatur und Medium.

Begründetes Feedback: Nein. Der Temperaturwert liegt nahe der oberen Grenze, und das Reinigungsmedium kann die Eignung zusätzlich einschränken. Erforderlich sind konkrete Medienverträglichkeit, Dauerbeanspruchung und Freigabe der Mischung.


Transferaufgabe

Aufgabe: Zwei Hersteller nennen für dieselbe Polymerfamilie unterschiedliche Temperaturbereiche. Erkläre, warum das kein Widerspruch sein muss.

Hilfe: Denke an Mischung, Additive, Vernetzung, Prüfmethode, Medium und Einsatzdauer.

Begründetes Feedback: Polymerfamilien beschreiben nur die Basis. Reale Dichtungswerkstoffe sind Compounds mit eigenen Rezepturen und Prüfbedingungen. Deshalb können seriöse Datenblätter unterschiedliche Grenzen angeben.


Werkzeug- und Prüfmittelbilder

Ein Shore-Messgerät kann Härteänderungen sichtbar machen. Ein Messschieber kann Maße dokumentieren. Beide Messungen sind nur sinnvoll, wenn Prüfbedingungen und Messverfahren festgelegt sind.

Praxisgrenze: Messungen an realen Bauteilen oder Proben in der Werkstatt dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht stattfinden. Der Kurs ersetzt keine Betriebsanweisung und erteilt keine Arbeitsfreigabe.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Werkstoff ist häufig eine gute erste Wahl für Mineralöl bei moderater Temperatur? (NBR) (!EPDM) (!Papier) (!PVC-Schaum)




Welcher Werkstoff ist häufig für Wasser-Glykol geeignet? (EPDM) (!NBR) (!PA) (!Kupfer)




Welcher Werkstoff wird häufig für Kraftstoffe und höhere Temperaturen eingesetzt? (FKM) (!EPDM) (!Naturholz) (!Gips)




Was muss neben der Temperatur immer geprüft werden? (Medienverträglichkeit) (!Farbe) (!Verpackungsgröße) (!Lagerort im Regal)




Was bedeutet eine starke Volumenzunahme nach Medienkontakt häufig? (Quellung) (!Kalibrierung) (!Schmierung) (!Magnetisierung)




Wofür steht Shore A im Zusammenhang mit Elastomeren? (Härte) (!Dichte) (!Leitfähigkeit) (!Schmelzpunkt)




Warum reicht die Farbe eines O-Rings nicht zur Werkstoffbestimmung? (Verschiedene Elastomere können ähnlich gefärbt sein) (!Jeder O-Ring ist immer schwarz) (!Farben zeigen nur den Durchmesser) (!Farbe bestimmt allein die Temperaturgrenze)




Welche Aussage zu Temperaturgrenzen ist richtig? (Sie hängen von Compound und Einsatzbedingungen ab) (!Sie sind für alle EPDM-Mischungen identisch) (!Sie gelten unabhängig vom Medium) (!Sie ersetzen jede Herstellerprüfung)




Was kann ein hoher Druckverformungsrest anzeigen? (Verringertes Rückstellvermögen) (!Erhöhte elektrische Spannung) (!Größere Metallhärte) (!Bessere Wärmeleitung)




Was ist vor einer praktischen Werkstattarbeit erforderlich? (Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Nur das Bestehen des Quiz) (!Nur ein Datenblatt) (!Nur ein Messschieber)





Memory

NBR Mineralöl
EPDM Wasser-Glykol
FKM Kraftstoff
Shore A Elastomerhärte
Quellung Volumenzunahme
Druckverformungsrest bleibende Verformung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
NBR typische Ölbeständigkeit
EPDM typische Wasser-Glykol-Beständigkeit
FKM typische Kraftstoff- und Hochtemperaturbeständigkeit
Shore A Härtekennwert für Elastomere
Quellung Volumenzunahme durch Medienaufnahme




...


Kreuzworträtsel

Elastomer Wie heißt ein elastisch verformbarer Kunststoff für viele Dichtungen?
Quellung Wie heißt die Volumenzunahme eines Werkstoffs durch Medienaufnahme?
Durometer Wie heißt ein Gerät zur Härteprüfung nach Shore?
Acrylnitril Welcher Stoffname steckt im ausgeschriebenen Namen von NBR?
Glykol Welcher Stoffbestandteil ist häufig mit Wasser in Kühlkreisläufen gemischt?
Vulkanisation Wie heißt die chemische Vernetzung vieler Kautschuke zu elastischen Werkstoffen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Elastomere sind formfeste und

verformbare Kunststoffe. Für die Dichtungsauswahl muss neben der Temperatur immer das

berücksichtigt werden. NBR wird häufig bei Kontakt mit

eingesetzt. EPDM ist oft für Wasser-Glykol und

geeignet. FKM wird häufig bei Kraftstoffen und

Temperaturen eingesetzt. Eine starke Volumenzunahme nach Medienkontakt nennt man

. Die Härte vieler Elastomere wird in

angegeben. Vor einer realen Freigabe muss die konkrete

anhand verlässlicher Herstellerdaten geprüft werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Elastomer-Steckbrief: Erstelle drei Bildkarten zu NBR, EPDM und FKM mit je einem typischen Medium, einem Temperaturhinweis und einer Warnung.
  2. Dichtungsfoto analysieren: Beschreibe an einem frei lizenzierten O-Ring-Foto, welche Informationen Du aus dem Bild erkennen kannst und welche nicht.
  3. Temperaturbereich: Übertrage die Orientierungsbereiche von NBR, EPDM und FKM in eine eigene, klar beschriftete Skizze.
  4. Begriffskarte Medienbeständigkeit: Erkläre Quellung, Schrumpfung, Härteänderung und Druckverformungsrest jeweils in einem kurzen Satz.


Standard

  1. Werkstoffauswahl Kühlmittel: Begründe für den Ausbildungsfall eine vorläufige Auswahl und nenne mindestens drei Angaben, die vor der Freigabe fehlen könnten.
  2. Datenblattvergleich: Vergleiche zwei reale Herstellerdatenblätter derselben Polymerfamilie und erkläre Unterschiede bei Temperatur und Medienfreigabe.
  3. Messwertanalyse: Werte die didaktischen Proben A, B und C aus und formuliere, welche weitere Prüfung Du für jede Probe verlangen würdest.
  4. Prüfplan entwerfen: Entwirf auf Papier einen Prüfplan für Härte- und Maßkontrolle. Praktische Durchführung nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht.


Schwer

  1. Mehrkriterienentscheidung: Entwickle eine Auswahlmatrix für Medium, Temperatur, Druck, Bewegung, Kosten und Dokumentationslage und wende sie auf NBR, EPDM, FKM und HNBR an.
  2. Fehleranalyse Dichtung: Analysiere einen fiktiven Schadensfall mit Quellung, einseitigem Abrieb und Temperaturspitzen. Trenne mögliche Werkstoff-, Konstruktions- und Montageursachen.
  3. Quellenkritik Werkstoffdaten: Prüfe, warum allgemeine Internettabellen nicht dieselbe Aussagekraft wie ein aktuelles Compound-Datenblatt und eine anwendungsspezifische Freigabe besitzen.
  4. Ausbildungsprojekt Dichtungsauswahl: Erstelle eine kurze digitale Entscheidungshilfe, die zuerst Medium und Temperatur abfragt und am Ende ausdrücklich auf Herstellerdaten, betriebliche Freigaben und Aufsicht verweist.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Dichtungsauswahl begründen: Eine Anlage wechselt von Mineralöl auf Wasser-Glykol. Erkläre, warum der vorhandene O-Ring neu bewertet werden muss, obwohl Temperatur und Druck unverändert bleiben.
  2. Grenzbereich beurteilen: Ein Werkstoff ist laut Datenblatt bis +150 °C angegeben, die Anlage fährt dauerhaft bei +148 °C und hat regelmäßige Temperaturspitzen. Begründe, welche Zusatzinformationen Du verlangst.
  3. Messwerte interpretieren: Eine Probe wird nach Lagerung 12 Shore A härter, ohne stark zu quellen. Entwickle zwei plausible Ursachen und nenne eine sinnvolle nächste Prüfung.
  4. Werkstofffamilie und Compound: Erkläre anhand eines Beispiels, warum „EPDM“ oder „FKM“ allein keine vollständige Bestell- oder Freigabeinformation ist.
  5. Fehlentscheidung vermeiden: Ein Kollege wählt einen O-Ring nur nach Farbe und Temperaturbereich. Formuliere eine fachlich begründete Korrektur seines Auswahlwegs.
  6. Transfer in die Instandhaltung: Entwickle eine kurze Checkliste, mit der eine Dichtung vor Bestellung und Einbau dokumentiert geprüft werden kann.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Werkstofffamilien: NBR, HNBR, EPDM, FKM und VMQ anhand typischer Stärken und Grenzen einordnen.
  2. Medienbeständigkeit: Quellung, Schrumpfung, Härteänderung und chemischen Angriff unterscheiden.
  3. Temperaturbereich: Temperaturangaben als anwendungs- und compoundabhängige Bereiche interpretieren.
  4. Messwerte: Härte-, Maß- und Volumenänderungen fachlich vorsichtig bewerten.
  5. Auswahlprozess: Medium, Temperatur, Druck, Bewegung, Dichtungsgeometrie und Herstellerfreigabe zusammenführen.
  6. Sicherheitskompetenz: erklären, dass praktische Arbeiten Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, betriebliche Freigaben und zuständige Aufsicht erfordern.




Quellen und Medienrechte

Die fachlichen Aussagen wurden mit Hersteller- und Wikipedia-Quellen abgeglichen. Für reale Anwendungen gilt immer die aktuelle technische Dokumentation des konkreten Herstellers.

  1. Parker O-Ring Handbook: Werkstofffamilien, Compounddaten, Medienverträglichkeit und Temperaturbereiche.
  2. Trelleborg Sealing Solutions – Rotationsdichtungen: Übersicht zu NBR, HNBR, FKM, EPDM und typischen Medien-/Temperaturbereichen.
  3. Trelleborg Sealing Solutions – O-Ringe: O-Ringe und verfügbare Elastomerwerkstoffe.
  4. Wikipedia – O-Ring: Aufbau, Wirkungsweise und Werkstoffbezug.
  5. Wikipedia – Elastomere: Grundlagen zu elastischen Kunststoffen.
  6. Wikipedia – Dichtung: Einordnung technischer Dichtungen.

Freie Bilder: Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Die jeweilige Dateibeschreibungsseite enthält Urheber- und Lizenzangaben. Verwendet werden unter anderem gemeinfreie Dateien sowie CC BY/CC BY-SA-lizenzierte Werke. Beispiele: O-ring.svg ist gemeinfrei; das NBR-O-Ring-Foto von R. Henrik Nilsson steht unter CC BY 4.0; Hardness tester shore (Shore durometer).jpg steht unter CC BY-SA 4.0; Vernier caliper.svg ist unter freien Lizenzen verfügbar.

Videos: Die eingebetteten YouTube-Videos werden nicht kopiert, sondern über YouTube eingebunden. Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern bzw. Kanälen. Verwendet werden reale Fachvideos von Parker Hannifin; kein Sofatutor.


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