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Korrosion und Oberflächenschutz – Reinigungs- und Pflegemittel auswählen

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Korrosion und Oberflächenschutz – Reinigungs- und Pflegemittel auswählen

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Korrosion und Oberflächenschutz – Reinigungs- und Pflegemittel auswählen


Einleitung

In diesem aiMOOC lernst Du, Reinigungs- und Pflegemittel materialverträglich und sicher auszuwählen. Im Mittelpunkt steht nicht das Ausprobieren von Chemikalien, sondern eine berufliche Entscheidungskette: Werkstoff erkennen → Verschmutzung beurteilen → Produktinformationen prüfen → Gefährdung bewerten → Freigabe beachten → Ergebnis kontrollieren → Abfall richtig behandeln.

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Oberflächentechnik, Instandhaltung, Gebäudereinigung und verwandten Bereichen.

Sicherheitsgrenze: Keine gefährlichen Eigenversuche. Unbekannte Produkte werden nicht gemischt, umgefüllt oder „probeweise“ eingesetzt. Reale chemische Prozesse finden nur in dafür geeigneten Betrieben nach Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und unter Fachaufsicht statt.

Leitfrage: Wie entfernst Du Schmutz, ohne Werkstoff, Beschichtung, Gesundheit oder Umwelt zu schädigen?


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Korrosion und Reinigungsschäden unterscheiden.
  2. Werkstoff, Oberfläche und Verschmutzung als Auswahlkriterien nutzen.
  3. Produktetikett, technische Produktinformation und Sicherheitsdatenblatt zielgerichtet lesen.
  4. Materialverträglichkeit begründen und bei fehlenden Angaben die Arbeit stoppen.
  5. Schutzmaßnahmen nach der Maßnahmenhierarchie einordnen.
  6. Staub und Abfälle sicher und quellenbasiert behandeln.
  7. Deine Auswahl dokumentieren und fachlich begründen.


Lerneinheit 1: Korrosion erkennen

Korrosion ist eine Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung. Bei Metallen können dadurch Funktion, Oberfläche und Festigkeit beeinträchtigt werden. Reinigung kann Korrosion nicht automatisch beseitigen; ungeeignete Reinigungsmittel können Schutzschichten sogar angreifen.

Merksatz: Eine saubere Oberfläche ist nicht automatisch eine geschützte Oberfläche.


Korrosionsformen als Entscheidungshinweis

  1. Flächenkorrosion: größere Bereiche verändern sich relativ gleichmäßig.
  2. Lochkorrosion: örtlich begrenzte Vertiefungen können kritisch sein.
  3. Kontaktkorrosion: unterschiedliche Metalle können bei leitfähiger Feuchtigkeit ein galvanisches Element bilden.
  4. Spaltkorrosion: enge Spalte können ungünstige lokale Bedingungen erzeugen.

Praxisregel: Stark korrodierte, tragende oder sicherheitsrelevante Bauteile werden nicht einfach „sauber gemacht“. Befund dokumentieren und Fachkraft informieren.


Lerneinheit 2: Werkstoff und Oberfläche zuerst

Reinigungsmittel werden nicht nach Geruch, Farbe oder „Reinigungskraft“ ausgewählt. Zuerst muss klar sein, was gereinigt wird.

Werkstoff/Oberfläche Schutzprinzip Auswahlhinweis
Edelstahl Chromreiche Passivschicht Chloride und ungeeignete saure Medien können örtliche Korrosion begünstigen; Herstellerfreigabe beachten.
Aluminium / eloxiertes Aluminium Oxidschicht bzw. Eloxalschicht Starke Säuren oder Laugen können Oberflächen angreifen; Freigabe für die konkrete Oberfläche prüfen.
Verzinkter Stahl Zinküberzug schützt den Stahl Stark saure oder alkalische Reiniger können Zink abtragen; nur freigegebene Produkte verwenden.
Lackierte / beschichtete Oberfläche Organische oder anorganische Beschichtung Lösemittel, pH-Wert und Einwirkzeit können Glanz, Härte oder Haftung verändern.
Kunststoffe / Dichtungen Werkstoffabhängig Quellung, Versprödung oder Spannungsrisse sind möglich; Verträglichkeitstabellen prüfen.

Wichtig: Der pH-Wert allein entscheidet nie über die Materialverträglichkeit. Konzentration, Temperatur, Einwirkzeit, mechanische Wirkung, Verunreinigungen und die konkrete Beschichtung gehören ebenfalls zur Bewertung.


Lerneinheit 3: pH-Wert lesen – nicht raten

Ein pH-Wert beschreibt, ob eine wässrige Lösung sauer, neutral oder alkalisch reagiert. Er ist ein Hinweis, aber keine Freigabe für einen Werkstoff.

Das Foto zeigt eine reale Messwertanzeige eines pH-Meters. Der angezeigte Wert ist kein Sollwert für diesen Kurs. Unbekannte Gefahrstofflösungen werden von Lernenden nicht eigenständig untersucht. Messungen erfolgen nur im betrieblich freigegebenen Verfahren unter Fachaufsicht.


Messwertansicht: Entscheidung statt Experiment

Information Was bedeutet sie für Deine Auswahl?
pH-Angabe im technischen Datenblatt Mit Werkstofffreigabe und Anwendungsvorgabe abgleichen.
Keine Werkstoffangabe Keine Freigabe annehmen; Hersteller oder verantwortliche Fachkraft klärt.
Messwert außerhalb der betrieblichen Vorgabe Anwendung stoppen und Abweichung melden.
Messwert passt, Oberfläche aber unbekannt Trotzdem nicht freigeben; Werkstoff- und Beschichtungsinformation fehlt.


Lerneinheit 4: Produktinformationen sicher nutzen

Bei beruflicher Verwendung sind Etikett, technische Produktinformation, Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung zentrale Informationsquellen.

Im Sicherheitsdatenblatt sind unter anderem diese Abschnitte besonders nützlich:

Abschnitt Wofür Du ihn nutzt
2 Gefahren und Kennzeichnung
7 Sichere Handhabung und Lagerung
8 Expositionsbegrenzung und persönliche Schutzausrüstung
10 Stabilität, Reaktivität und unverträgliche Materialien
13 Hinweise zur Entsorgung

Achtung: Die Materialfreigabe für eine konkrete Oberfläche steht häufig zusätzlich in technischen Merkblättern oder Herstellerinformationen. Ein Sicherheitsdatenblatt ersetzt keine Werkstoffprüfung.


Entscheidungskette in 7 Schritten

  1. Werkstoff klären: Metall, Beschichtung, Dichtung, Kunststoff und Oberflächenzustand feststellen.
  2. Verschmutzung klären: Öl, Staub, Salz, Kalk, Korrosionsprodukt oder unbekannter Rückstand unterscheiden.
  3. Produktdaten lesen: Zweck, Werkstofffreigabe und Anwendungsvorgabe prüfen.
  4. Gefahr prüfen: Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung beachten.
  5. Mildeste geeignete Lösung wählen: Substitution und geringe Exposition haben Vorrang.
  6. Betriebliche Freigabe einhalten: keine Improvisation, kein Mischen, keine eigenmächtige Änderung.
  7. Ergebnis dokumentieren: Oberfläche, Auffälligkeiten, Abweichungen und Entsorgungsweg festhalten.


Lerneinheit 5: Arbeitsschutz, Staub und Entsorgung

Die Gefahrstoffverordnung verlangt vor Tätigkeiten mit Gefahrstoffen eine Gefährdungsbeurteilung und passende Schutzmaßnahmen. Vorrang haben Substitution sowie technische und organisatorische Maßnahmen; persönliche Schutzausrüstung ergänzt diese, wenn erforderlich.

Das Bild ist keine Handschuhauswahl! Unterschiedliche Handschuhmaterialien schützen gegen unterschiedliche Stoffe unterschiedlich gut. Die geeignete Ausführung ergibt sich aus Gefährdungsbeurteilung, Sicherheitsdatenblatt und Herstellerangaben.


Staub

Bei staubenden Gefahrstofftätigkeiten sollen Verfahren möglichst wenig Staub freisetzen und, soweit möglich, wirksam abgesaugt werden. Staubablagerungen werden nach der Gefahrstoffverordnung mit geeigneten staubarmen Verfahren beseitigt. Trockenes Kehren ohne Staubbindung und Abblasen mit Druckluft sind grundsätzlich nicht zulässig, wenn die entsprechenden Staubregeln anzuwenden sind.

Keine Übung: Im Kurs wird kein Metall-, Schleif- oder Gefahrstoffstaub erzeugt.


Entsorgung

Gefahrstoffreste und belastete Reinigungsmaterialien werden nach Betriebsanweisung, Sicherheitsdatenblatt und betrieblichem Entsorgungskonzept behandelt. Gefährliche Abfälle dürfen nach § 9a KrWG grundsätzlich nicht durch Vermischen oder Verdünnen mit anderen Abfällen oder Stoffen „entschärft“ werden.

Praxisregel: Reststoffe nicht in Ausguss, Bodenablauf oder normalen Abfall geben, wenn keine ausdrückliche Freigabe besteht. Behälter geschlossen, eindeutig gekennzeichnet und für den Entsorgungsweg geeignet halten.


Ausbildungsfall: Drei Bauteile, drei Entscheidungen

Du arbeitest in einer Instandhaltungswerkstatt. Für eine geplante Sichtprüfung sollen drei Bauteile gereinigt werden:

  1. Bauteil A: Edelstahlabdeckung mit Fingerabdrücken und leichtem Ölfilm.
  2. Bauteil B: eloxiertes Aluminiumgehäuse mit Werkstattstaub.
  3. Bauteil C: verzinkter Halter mit anhaftendem Straßenschmutz.

Die folgenden Karten sind fiktive Trainingsdaten. Sie dienen nur der Auswahlübung und sind keine Produktempfehlung.

Karte Betriebsinformation Freigabe im Trainingsfall
R1 Wässriger Unterhaltsreiniger; Sicherheitsdatenblatt vorhanden Für A, B und C gemäß fiktiver betrieblicher Freigabeliste geeignet
R2 Saurer Spezialreiniger; GHS05 Für Aluminium und Zink im Trainingsfall ausdrücklich nicht freigegeben
R3 Lösemittelhaltiger Spezialreiniger Für die drei Oberflächen keine dokumentierte Werkstofffreigabe vorhanden

Auftrag: Wähle für jedes Bauteil eine Karte oder entscheide „Stopp – Freigabe fehlt“.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Start: Suche zuerst nach einer dokumentierten Werkstofffreigabe, nicht nach dem „stärksten“ Mittel.

Hilfe 2 – Prüffrage: Welche Karte deckt die konkreten Oberflächen ab und hat eine betriebliche Freigabe?

Hilfe 3 – Entscheidung: Im Trainingsfall ist R1 für A, B und C freigegeben. R2 ist für B und C ausgeschlossen. Bei R3 fehlt die Freigabe; deshalb ist „Stopp“ fachlich richtig.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben


Basisaufgabe

Aufgabe: Du willst wissen, wo Entsorgungshinweise im Sicherheitsdatenblatt stehen. Notiere Abschnitt und Zweck.

Begründetes Feedback: Abschnitt 13 enthält Hinweise zur Entsorgung. Das ist wichtig, weil Produktreste, kontaminierte Verpackungen oder Reinigungstücher nicht automatisch wie Hausmüll behandelt werden dürfen.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: Ein Reiniger trägt die Bezeichnung „Edelstahlreiniger“. Im Datenblatt findest Du Chloridbestandteile, aber keine Freigabe für Dein Bauteil. Darfst Du ihn allein aufgrund des Produktnamens einsetzen?

Begründetes Feedback: Nein. Produktname und Werbeaussage ersetzen keine Werkstofffreigabe. Bei Edelstahl können Chloride unter ungünstigen Bedingungen örtliche Korrosion fördern. Du prüfst die konkrete Herstellerfreigabe und die betriebliche Vorgabe.


Transferaufgabe

Aufgabe: Eine pulverbeschichtete Baugruppe ist verschmutzt. Die genaue Beschichtung ist unbekannt, das vorhandene Mittel enthält Lösemittel. Entwickle eine sichere Entscheidung.

Begründetes Feedback: Richtige Reihenfolge: Arbeit stoppen, Beschichtung identifizieren, Produkt- und Herstellerdaten prüfen, Gefährdungsbeurteilung/Betriebsanweisung beachten und erst nach dokumentierter Freigabe arbeiten. „An unauffälliger Stelle ausprobieren“ ist bei unbekanntem Gefahrstoff ohne Freigabe keine ausreichende Sicherheitsstrategie.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was steht am Anfang einer sicheren Reinigungsmittelauswahl? (Werkstoff und Oberfläche identifizieren) (!Das stärkste Mittel auswählen) (!Den Geruch des Mittels prüfen) (!Die Einwirkzeit verdoppeln)




Welche Aussage zum pH-Wert ist fachlich richtig? (Der pH-Wert ist ein Auswahlkriterium aber keine alleinige Materialfreigabe) (!Ein neutraler pH-Wert garantiert immer Materialverträglichkeit) (!Ein saurer pH-Wert ist für Metalle immer geeignet) (!Ein alkalischer pH-Wert schützt jede Beschichtung)




Welcher Abschnitt des Sicherheitsdatenblatts behandelt die Entsorgung? (Abschnitt 13) (!Abschnitt 2) (!Abschnitt 7) (!Abschnitt 10)




Was ist bei fehlender Werkstofffreigabe die richtige Entscheidung? (Arbeit stoppen und Freigabe klären) (!Mittel stärker verdünnen und testen) (!Zwei Reiniger mischen) (!Einwirkzeit verlängern)




Welche Maßnahme hat bei Gefahrstoffen grundsätzlich Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung? (Substitution und technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen) (!Nur dickere Handschuhe) (!Nur eine Schutzbrille) (!Nur häufigeres Händewaschen)




Wie werden problematische Staubablagerungen nach den Gefahrstoffregeln möglichst entfernt? (Mit geeigneten staubarmen oder gebundenen Verfahren) (!Durch Abblasen mit Druckluft) (!Durch trockenes Kehren ohne Staubbindung) (!Durch Aufwirbeln mit einer Bürste)




Was gilt für gefährliche Abfälle grundsätzlich? (Sie dürfen nicht zum Zweck der Entschärfung beliebig vermischt oder verdünnt werden) (!Sie werden mit Wasser verdünnt) (!Sie kommen immer in den Restmüll) (!Sie werden grundsätzlich in den Ausguss gegeben)




Warum kann ein ungeeigneter Reiniger den Korrosionsschutz verschlechtern? (Er kann Passivschichten Beschichtungen oder Metallüberzüge angreifen) (!Er macht jedes Metall automatisch härter) (!Er erhöht immer die Schichtdicke) (!Er verhindert jede elektrochemische Reaktion)




Welche Quelle ergänzt das Sicherheitsdatenblatt bei der Materialverträglichkeit besonders? (Technische Herstellerinformation mit Werkstofffreigabe) (!Produktfarbe) (!Werbeslogan) (!Verpackungsgröße)




Wie gehst Du mit einem stark korrodierten sicherheitsrelevanten Bauteil um? (Befund dokumentieren und Fachkraft informieren) (!Nur polieren bis es glänzt) (!Mit mehreren Reinigern nacheinander behandeln) (!Korrosion überlackieren ohne Prüfung)





Memory

Passivschicht Edelstahl
Eloxalschicht Aluminium
Zinküberzug Verzinkter Stahl
Abschnitt 10 Reaktivität und Unverträglichkeiten
Abschnitt 13 Entsorgung
Gefährdungsbeurteilung Schutzmaßnahmen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Gefahren und Kennzeichnung Sicherheitsdatenblatt Abschnitt 2
Handhabung und Lagerung Sicherheitsdatenblatt Abschnitt 7
Expositionsbegrenzung und PSA Sicherheitsdatenblatt Abschnitt 8
Stabilität und Reaktivität Sicherheitsdatenblatt Abschnitt 10
Hinweise zur Entsorgung Sicherheitsdatenblatt Abschnitt 13
Stopp und Freigabe klären Werkstoff oder Beschichtung unbekannt






Kreuzworträtsel

Passivschicht Welche Schutzschicht macht Edelstahl korrosionsbeständig?
Chloride Welche Ionen können bei Edelstahl örtliche Korrosion begünstigen?
Substitution Wie heißt der vorrangige Ersatz eines gefährlichen Stoffes durch eine weniger gefährliche Lösung?
Korrosion Wie heißt die unerwünschte Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung?
Gefahrstoff Wie heißt ein Stoff oder Gemisch mit gefährlichen Eigenschaften im Arbeitsschutz?
Entsorgung Wie heißt der geregelte Umgang mit nicht mehr benötigten Stoffresten und Abfällen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor der Auswahl eines Reinigungsmittels wird zuerst der

bestimmt. Ein wichtiger Hinweis auf die chemische Reaktion einer wässrigen Lösung ist der

. Für Gefahren und Schutzmaßnahmen wird das

ausgewertet. Angaben zu unverträglichen Materialien findest Du besonders in Abschnitt

. Hinweise zur Entsorgung stehen in Abschnitt

. Bei fehlender Materialfreigabe wird die Arbeit

. Bei Gefahrstoffen beginnt die Planung mit der

. Gefährliche Abfälle werden nicht beliebig

. Staub soll mit geeigneten

Verfahren entfernt werden. Das Ergebnis der Auswahl und auffällige Oberflächen werden

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkstoffkarte: Fotografiere im Betrieb nur freigegebene, ungefährliche Bauteile und ordne ihnen Werkstoff und Oberflächenart zu.
  2. SDB-Navigation: Markiere in einem vom Betrieb bereitgestellten Sicherheitsdatenblatt die Abschnitte 2, 7, 8, 10 und 13 und notiere jeweils eine Funktion.
  3. Schadensbild: Beschreibe an einem bereitgestellten Foto, ob Du eher Schmutz, Korrosionsprodukt oder Beschichtungsschaden erkennst. Begründe Deine Unsicherheit.
  4. Auswahlcheck: Erstelle eine Fünf-Punkte-Checkliste, die vor jeder Produktauswahl abgearbeitet wird.


Standard

  1. Vergleichsmatrix: Vergleiche zwei betriebliche Produktdatenblätter hinsichtlich Edelstahl, Aluminium, Zink und Beschichtungen. Keine praktischen Versuche durchführen.
  2. Gefahrstoffentscheidung: Erkläre anhand einer vorhandenen Betriebsanweisung, welche Maßnahmen technisch, organisatorisch und personenbezogen sind.
  3. Fehleranalyse: Analysiere ein Fallbeispiel, in dem nach der Reinigung matte Stellen entstanden sind, und formuliere drei mögliche Ursachen.
  4. Arbeitsfreigabe: Entwirf ein kurzes Freigabeformular mit Feldern für Werkstoff, Verschmutzung, Produkt, Quelle der Freigabe, Schutzmaßnahmen und Entsorgungsweg.


Schwer

  1. Entscheidungsbaum: Entwickle für einen Ausbildungsbetrieb einen Entscheidungsbaum von der Werkstofferkennung bis zur Dokumentation. Lass ihn von einer Fachkraft prüfen.
  2. Substitutionsprüfung: Vergleiche zwei betrieblich zugelassene Verfahren und begründe, welches die geringere Gefährdung und Materialbelastung erwarten lässt.
  3. Entsorgungskonzept: Prüfe einen fiktiven Entsorgungsfall auf Trennung, Kennzeichnung und Informationsquellen. Verweise auf Betriebsanweisung, SDB Abschnitt 13 und § 9a KrWG.
  4. Mikro-Unterweisung: Produziere ein zweiminütiges Lernvideo oder Poster mit dem Titel „Stopp bei fehlender Freigabe“. Keine realen Gefahrstoffanwendungen zeigen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallentscheidung: Ein Produkt ist laut Etikett für „Metall“ vorgesehen, die technische Information nennt aber nur Edelstahl. Beurteile den Einsatz auf eloxiertem Aluminium und begründe Dein Vorgehen.
  2. Maßnahmenhierarchie: Ordne in einem vorgegebenen Arbeitsfall fünf Schutzmaßnahmen nach Substitution, technisch, organisatorisch und personenbezogen. Begründe, warum PSA nicht automatisch die erste Lösung ist.
  3. Schadensdiagnose: Vergleiche zwei Fotos – verschmutzte Oberfläche und Korrosionsschaden – und erkläre, welche zusätzliche Information Du für eine belastbare Entscheidung brauchst.
  4. Informationskette: Zeige, wie Du aus SDB, technischem Merkblatt und Betriebsanweisung zu einer dokumentierten Freigabe gelangst.
  5. Abfallentscheidung: Ein Reinigungstuch ist mit einem kennzeichnungspflichtigen Produkt belastet. Entwickle ohne Eigenversuch einen sicheren Klärungsweg für Sammlung und Entsorgung.
  6. Abweichung: Während einer freigegebenen Reinigung verändert sich die Oberfläche unerwartet. Formuliere Sofortentscheidung, Meldeweg und Dokumentation, ohne weitere chemische Schritte vorzunehmen.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Werkstoff, Beschichtung und Verschmutzung systematisch unterscheidest.
  2. eine Reinigungsmittelauswahl aus dokumentierten Informationen begründest.
  3. Etikett, Produktinformation, Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung richtig zuordnest.
  4. fehlende Freigaben als Stoppsignal erkennst.
  5. Materialverträglichkeit nicht allein aus dem pH-Wert ableitest.
  6. Gefährdungsbeurteilung und Maßnahmenhierarchie auf einen Fall anwendest.
  7. Staub- und Entsorgungsregeln sicher begründest.
  8. Abweichungen dokumentierst und an eine zuständige Fachkraft weitergibst.




Fachliche Quellen und Medienrechte

Fachquellen, geprüft am 04.10.2026:

  1. Gefahrstoffverordnung: insbesondere §§ 6, 7, 8 und 14 zu Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen, Handhabung und Unterweisung.
  2. Gefahrstoffverordnung Anhang I: besondere Vorschriften für partikelförmige Gefahrstoffe und Staub.
  3. Kreislaufwirtschaftsgesetz § 9a: Vermischungsverbot für gefährliche Abfälle.
  4. ECHA – Sicherheitsdatenblätter: Funktion und Informationsgehalt des Sicherheitsdatenblatts.
  5. IFA/DGUV – Abschnitte des Sicherheitsdatenblatts: Struktur der Abschnitte 1 bis 16.
  6. worldstainless – Korrosionseigenschaften: Passivschicht, Loch-, Spalt- und Kontaktkorrosion bei nichtrostenden Stählen.
  7. worldstainless – Reinigung und Pflege: Reinigung nichtrostender Stähle.
  8. European Aluminium: Korrosion und schützende Oxidschicht von Aluminium.
  9. HubbS – Oberflächen und Reinigungsmittel: berufliche Lernsituation zur Auswahl von Reinigungs- und Pflegemitteln.

Verwendete Wikimedia-Commons-Medien und Rechte:

  1. Riveted corrosion.jpg – LukaszKatlewa, CC BY-SA 4.0.
  2. Korrosion.svg – Roland Mattern, CC BY 3.0 / GFDL.
  3. General-corrosion scheme.png – Cl Cu111, CC BY-SA 3.0 / GFDL.
  4. Corrosion galvanique principe.svg – Cdang, CC BY-SA 3.0 und weitere kompatible Fassungen / GFDL.
  5. Stainless Steel (4399321321).jpg – BFS Man, CC BY-SA 2.0.
  6. Korrosion Aluminium.jpg – W. Schäfer, CC BY-SA 4.0.
  7. Universalindikator pH-Skala.svg – CC0 1.0.
  8. PH Meter 01.jpg – S Shamima Nasrin, CC BY 4.0.
  9. GHS-pictogram-acid.svg – Public Domain.
  10. Chemikalienschutzhandschuhe.JPG – Work-psa, CC BY-SA 3.0.

YouTube-Medien:

  1. KORROSION von Werkstoffen | Chemie Tutorial – Studytiger – Chemie, eingebettet über den offiziellen YouTube-Player.
  2. Grundlagen der Reinigung: Prinzipien der Raumreinigung – smartAware, als ergänzende Quelle für systematisches Reinigen. Die Videos werden nicht als OER ausgegeben; Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.


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