Konventionelles Drehen – Drehwerkzeuge nach Aufgabe wählen
Konventionelles Drehen – Drehwerkzeuge nach Aufgabe wählen
Einleitung
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in Metallberufen. Du lernst, für eine Drehaufgabe Schneidengeometrie, Werkzeughalter und Schneidstoff begründet auszuwählen. Der Kurs arbeitet mit kurzen Lerneinheiten, Bildern, Ablaufmedien und sicheren Fertigungssimulationen.
Ausbildungsfall: Für eine Distanzhülse aus Stahl sollen Planfläche, Außendurchmesser, Innenkontur und Fase bearbeitet werden. Deine Aufgabe ist zuerst die Werkzeugwahl – nicht die Maschinenbedienung.
Sicherheitsgrenze: Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und Freigabe durch die zuständige Aufsicht erfolgen. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. An laufenden Drehmaschinen gelten die betrieblichen Schutzmaßnahmen; insbesondere sind Einzugs-, Quetsch-, Span- und Wegschleudergefahren zu beachten. Vorgaben zu Kleidung, Haaren, Schutzbrille, Handschuhverbot an rotierenden Maschinen und Schutzeinrichtungen richten sich nach Unterweisung und Gefährdungsbeurteilung.

Bildauftrag: Zeige auf dem Bild nur gedanklich auf Werkstück, Werkzeugbereich, Spindelstock, Support und Reitstock. Bediene nichts an einer realen Maschine ohne Unterweisung.
Medienhinweis: Das Sicherheitsvideo dient nur zur Sensibilisierung. Verbindlich sind die betrieblichen Regeln und die Unterweisung.
= Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du eine Drehaufgabe in Bearbeitungsart → Geometrie → Halter → Schneidstoff → Kontrolle zerlegen, typische Drehwerkzeuge unterscheiden, die Werkstoffgruppe des Werkstücks berücksichtigen und Deine Auswahl fachlich begründen.
Lerneinheit 1: Von der Aufgabe zum Werkzeug
Beim Drehen rotiert das Werkstück; das Werkzeug wird zur erzeugenden Kontur geführt. Für die Werkzeugwahl ist deshalb zuerst die Aufgabe entscheidend.
| Aufgabe | Typische Werkzeugidee | Prüffrage |
|---|---|---|
| Planen | Außendrehhalter mit geeigneter Schneidenlage | Erreicht die Schneide die Stirnfläche ohne Kollision? |
| Längsdrehen | stabiler Außendrehhalter | Passt Einstellwinkel und Plattenform zur Kontur? |
| Schruppen | robuste Schneide, stabile Geometrie | Verträgt die Kombination höhere Belastung? |
| Schlichten | schneidfreudige Geometrie, passende Eckenrundung | Unterstützt sie Maß- und Oberflächenziel? |
| Innendrehen | Bohrstange mit passender Reichweite | Ist der Halter ausreichend steif und zugänglich? |
| Einstechen | Stechhalter mit schmaler Schneide | Passt Werkzeugbreite zur Nut? |

Basisauftrag 1: Ordne fünf Werkzeuge im Bild den Kategorien Außendrehen, Innendrehen, Einstechen, Gewindedrehen oder Sonderwerkzeug zu. Begründetes Feedback: Eine gute Zuordnung nennt nicht nur die Form, sondern auch die zugängliche Bearbeitungsfläche.
= Schruppen, Schlichten, Stechen im Bild

Schruppen: Materialabtrag und Schneidenstabilität stehen im Vordergrund.

Schlichten: Maß, Oberfläche und geringe Schnittkräfte werden wichtiger.

Stechen: Eine schmale, gut abgestützte Schneide arbeitet in engem Eingriff.
Anwendungsauftrag 1: Vergleiche die drei Fotos. Notiere je Bild zwei sichtbare Hinweise, die zur Bearbeitungsart passen. Feedback: Überzeugend ist Deine Antwort, wenn Du Bildmerkmal und technische Wirkung miteinander verbindest.
Lerneinheit 2: Schneidengeometrie lesen
Drei Grundwinkel helfen beim Lesen einer Schneide: Freiwinkel α, Keilwinkel β und Spanwinkel γ. In der Werkzeug-Orthogonalebene bilden sie die Grundgeometrie der Schneide. Der Freiwinkel verhindert unnötiges Reiben, der Keilwinkel beeinflusst die Stabilität der Schneide und der Spanwinkel beeinflusst Spanbildung und Schnittkräfte.

Merksatz: Scharf ist nicht automatisch besser. Eine sehr schneidfreudige Geometrie kann geringere Kräfte erzeugen, während eine robustere Schneide bei höherer Belastung stabiler sein kann.

Der Werkzeug-Einstellwinkel verändert unter anderem die Richtung und Verteilung der Schnittkräfte und beeinflusst, wie gut eine Kontur erreichbar ist.

Basisauftrag 2: Markiere auf einer Kopie der Grafik Spanfläche, Freifläche und Schneidkante. Feedback: Richtig ist die Zuordnung, wenn Du erklären kannst, welche Fläche dem Span und welche der erzeugten Werkstückoberfläche zugewandt ist.
= Eckenwinkel, Eckenradius und Spanformer
Bei Wendeschneidplatten wirkt die Geometrie als System: Plattenform, Eckenwinkel, Eckenradius, Spanformer und Schneidkantenpräparation müssen zur Aufgabe passen. Große Eckenwinkel sind tendenziell robust; kleinere Spitzenwinkel verbessern häufig die Zugänglichkeit. Ein größerer Eckenradius kann die Schneide stützen, kann bei ungünstiger Stabilität aber auch die Schwingungsneigung erhöhen. Deshalb wird nicht nach einem Einzelmerkmal, sondern nach Anwendung entschieden.
Beobachtungsauftrag: Nutze die beiden Geometriegrafiken: Beschreibe Kontaktzone, Plattenform und Lastverteilung als Hypothese. Feedback: Deine Beobachtung ist fachlich, wenn Du zwischen sichtbarem Merkmal und begründeter Vermutung unterscheidest.
Lerneinheit 3: Halter passend wählen
Der Werkzeughalter verbindet Schneide und Maschine. Er muss zur Wendeschneidplatte, Bearbeitungsrichtung, Zugänglichkeit und Stabilität passen. Eine kurze, steife Einspannung ist grundsätzlich günstiger gegen Schwingungen als unnötig großer Überstand. Beim Innendrehen ist die Steifigkeit der Bohrstange besonders wichtig.

| Auswahlfrage | Worauf Du achtest |
|---|---|
| Welche Bearbeitung? | außen, innen, planen, längs, stechen |
| Welche Richtung? | rechts, links oder neutral entsprechend Aufgabe und Halter |
| Welche Platte? | Form, Größe, Freiwinkel, Befestigung und Schneidenlage müssen zum Halter passen |
| Welche Zugänglichkeit? | Kontur muss erreichbar sein, ohne Halterkollision zu planen |
| Welche Stabilität? | steifer Querschnitt, nur notwendige Auskragung |
Anwendungsauftrag 2: Wähle für eine Außenkontur mit Absatz zwischen einem robusten 80°-Plattenhalter und einem spitzeren Profilhalter. Begründe anhand von Stabilität und Zugänglichkeit. Feedback: Gute Antworten nennen einen Zielkonflikt statt „Werkzeug A ist immer besser“.
Lerneinheit 4: Schneidstoff und Werkstückstoff
Wendeschneidplatten können unter anderem aus Hartmetall, Cermet, Schneidkeramik, CBN oder PKD bestehen; außerdem werden beim konventionellen Drehen auch HSS-Werkzeuge verwendet. Die Wahl hängt von Werkstückstoff, Härte, Schnittbedingungen, Stabilität und gewünschter Bearbeitungsart ab.
| Schneidstoff | Typische Stärke im Unterrichtskontext | Auswahlgrenze |
|---|---|---|
| HSS | zäh, gut nachschleifbar, für einfache konventionelle Werkzeuge | geringere Warmhärte als Hartmetall |
| Hartmetall | sehr verbreitet, hohe Verschleißfestigkeit, viele Geometrien und Beschichtungen | Sorte und Geometrie müssen zur Anwendung passen |
| Cermet | häufig für feine Oberflächen bei passenden Stählen | weniger zäh als viele Hartmetalle |
| Schneidkeramik | hohe Warmhärte für geeignete Anwendungen | spröde und an stabile Bedingungen gebunden |
| CBN | für geeignete harte Eisenwerkstoffe | Spezialanwendung, hohe Anforderungen an Prozessstabilität |
| PKD | sehr verschleißfest bei geeigneten NE-Werkstoffen | nicht allgemeiner Standard für Stahlbearbeitung |
Für die Auswahl von Sorten nutzen Werkzeughersteller häufig die Werkstückstoffgruppen P, M, K, N, S, H: P für Stähle, M für nichtrostende Stähle, K für Gusseisen, N für Nichteisenmetalle, S für hitzebeständige Superlegierungen und Titan sowie H für gehärtete Werkstoffe.
Basisauftrag 3: Ordne C45 der Gruppe P und eine Aluminiumlegierung der Gruppe N zu und erkläre, warum die Werkstückgruppe vor der Sortenwahl feststehen muss. Feedback: Richtig begründet ist: Die Sorte wird nach dem zu zerspanenden Werkstoff und den Bearbeitungsbedingungen ausgewählt, nicht nach Farbe oder Herstellername.
Lerneinheit 5: Ausbildungsfall Distanzhülse
Fertigungsauftrag als Simulation: Rohteil aus C45, Außendurchmesser 35 mm, Länge 55 mm. Ziel: Außenkontur 30 mm, Fertiglänge 48 mm, Innenkontur 20 mm und Fase 1 × 45°. Es werden bewusst keine Schnittdaten vorgegeben; reale Werte müssen aus betrieblicher Arbeitsplanung, Werkzeugdaten und Unterweisung stammen.
| Arbeitsgang | Werkzeugfamilie | Entscheidungsgrund |
|---|---|---|
| Stirnfläche planen | Außendrehhalter | sichere Erreichbarkeit der Planfläche |
| Außendurchmesser schruppen | stabiler Außendrehhalter | robuste Schneide und stabile Abstützung |
| Außendurchmesser schlichten | geeignete Schlichtgeometrie | Maß- und Oberflächenziel |
| Innenkontur bearbeiten | Bohrstange | Zugang zur Innenfläche |
| Fase erzeugen | vorhandenes geeignetes Drehwerkzeug oder Profilwerkzeug | Kontur und Zugänglichkeit |

Anwendungsauftrag 3: Erstelle eine Werkzeugliste mit maximal vier Haltern. Begründe, welche Arbeitsgänge Du mit einem Halter zusammenfassen kannst und wo ein Wechsel fachlich sinnvoll ist. Feedback: Eine starke Lösung minimiert Wechsel, ohne Zugänglichkeit, Stabilität oder Schneidenaufgabe zu verschlechtern.
= Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Bearbeitung erkennen: Frage zuerst: außen, innen, plan, längs oder Profil?
Hilfe 2 – Geometrie eingrenzen: Brauchst Du eher Schneidenstabilität oder Konturzugang? Wie wichtig sind Oberfläche und geringe Kräfte?
Hilfe 3 – System prüfen: Stimmen Platte, Halter, Werkstückstoffgruppe und Bearbeitungsart zusammen? Erst dann ist die Auswahl vollständig.
Sichere Fertigungssimulationen
Die folgenden Aufgaben werden ohne laufende Maschine durchgeführt. Nutze Arbeitsblatt, digitale Skizze oder Lernsoftware. Eine reale Maschine bleibt aus und darf nur im betrieblich freigegebenen Rahmen verwendet werden.

Ablaufanimation 1 – Werkzeugbahn: Übertrage die Idee der Werkzeugbahn auf das konventionelle Drehen. Zeichne für Planen, Längsdrehen und Rückzug je einen Pfeil in eine Werkstückskizze. Arbeitsauftrag: Prüfe anschließend, ob Dein ausgewählter Halter die Bahn geometrisch erreichen kann. Feedback: Korrekt ist nicht eine bestimmte Pfeillänge, sondern eine kollisionsfreie, zur Bearbeitungsart passende Bewegungsrichtung in der Skizze.

Ablaufanimation 2 – Bewegungsprinzip: Die Animation zeigt ein rotierendes Werkstück bei einer Bohrbearbeitung auf einer Drehmaschine. Nutze sie ausschließlich, um die Rollen von Werkstückrotation und Werkzeuglage zu unterscheiden. Transferfrage: Was bleibt beim Längsdrehen gleich, was ändert sich gegenüber der gezeigten Bohrbearbeitung? Feedback: Gleich bleibt die Werkstückrotation; anders sind Werkzeugart und Vorschubrichtung.
= Simulation A: Werkzeugkarten
Lege fünf Karten an: robuster Außendrehhalter, Schlichthalter, Bohrstange, Stechhalter, Profilhalter. Ziehe jede Karte in einer digitalen Skizze an den passenden Bereich der Distanzhülse. Begründe die Wahl in einem Satz.
Feedbackregel: Eine Begründung ist vollständig, wenn sie Aufgabe + Geometrie/Zugang + Stabilität enthält.
= Simulation B: Fehlerdiagnose
Szenario: Bei der Planung ist ein sehr spitzer Profilhalter für einen langen Schruppschnitt vorgesehen. Nenne zwei Gründe, warum diese Wahl ungünstig sein kann, und schlage eine robustere Alternative vor.
Begründetes Feedback: Erwartet werden Argumente zu Schneidenstabilität, Lastverteilung und passender Plattenform. Ein spitzer Halter kann nötig sein, wenn Zugänglichkeit die stärkere Anforderung ist; deshalb muss die Kontur mitbewertet werden.
= Transfer: Harte Werkstoffe
Das folgende Video behandelt spezielle Geometrien beim Hartdrehen. Es ist eine Vertiefung, keine Anleitung zur Werkstattarbeit.
Transferauftrag: Erkläre, warum die Werkzeugwahl für gehärtete Werkstoffe nicht allein aus der Plattenform abgeleitet werden darf. Feedback: Vollständig ist Deine Antwort, wenn Du zusätzlich Schneidstoff/Sorte, Prozessstabilität und Bearbeitungsziel nennst.
Quellen und Medienrechte
Die fachlichen Kernaussagen wurden mit Herstellerwissen, DGUV-Informationen und Wikipedia abgeglichen. Medien wurden nur nach auffindbarer Original- oder Commons-Dateiseite eingebunden.
- DGUV Information 209-066 – Unterweisung und Sicherheit an Werkzeugmaschinen.
- Sandvik Coromant: Auswahl von Dreh-Wendeschneidplatten – Auswahl nach Werkstoff, Bearbeitungsart und Bedingungen.
- Wikipedia: Drehwerkzeug und Wikipedia: Wendeschneidplatte – Begriffe und Werkzeugaufbau.
- Conventional-lathe.jpg – Public Domain.
- Single edge cutting tools.jpg – CC BY 4.0.
- Winkel in der Werkzeug-Orthogonalebene.png – CC BY-SA laut Commons-Dateiseite.
- Winkel in der Werkzeug-Bezugsebene.png – CC BY-SA laut Commons-Dateiseite.
- Schnittgröße und Eingriffsgrößen beim Drehe.png – CC BY-SA 4.0.
- SchruppenDrehen.jpg, SchlichtenDrehen.jpg und StechenDrehen.jpg – CC BY-SA.
- Paulimot Montagebeispiel Multifix-AD – CC BY-SA 4.0.
- Moti nella tornitura.jpg – Public Domain.
- ToolPath.gif – CC BY-SA 3.0 oder GFDL laut Commons-Dateiseite.
- Drilling a gear wheel on a turning machine.gif – CC0.
- Lathe Safety – YouTube, MNTCmachining; eingebettet, nicht als OER-Lizenz behauptet.
- Choose the right geometry for hard part turning – Sandvik-Coromant-Video; eingebettet, nicht als OER-Lizenz behauptet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Womit beginnt eine fachliche Werkzeugauswahl beim konventionellen Drehen? (Mit der Bearbeitungsaufgabe) (!Mit der Farbe der Wendeschneidplatte) (!Mit dem Herstellerlogo) (!Mit der höchsten verfügbaren Drehzahl)
Welche Aussage beschreibt den Freiwinkel am besten? (Er verhindert unnötiges Reiben an der erzeugten Oberfläche) (!Er bestimmt allein den Werkstückdurchmesser) (!Er ersetzt den Werkzeughalter) (!Er ist nur beim Fräsen vorhanden)
Welche Anforderung ist beim Schruppen besonders wichtig? (Eine robuste und stabil abgestützte Schneide) (!Eine möglichst filigrane Schneidenspitze unabhängig von der Kontur) (!Ein möglichst langer Halterüberstand) (!Ein beliebiger Schneidstoff ohne Werkstoffbezug)
Welche Werkzeugfamilie ist für eine Innenkontur typisch? (Bohrstange) (!Stechhalter für jede Innenkontur) (!Planscheibe) (!Reitstockspitze)
Wofür steht die Werkstückstoffgruppe N typischerweise? (Nichteisenmetalle) (!Gehärtete Stähle) (!Gusseisen) (!Nichtrostende Stähle)
Welche Aussage zur Wendeschneidplattenform ist fachlich sinnvoll? (Plattenform wird nach Stabilität und Zugänglichkeit gewählt) (!Die spitzeste Platte ist immer die beste) (!Die größte Platte ist immer die beste) (!Die Plattenform ist unabhängig von der Kontur)
Was ist beim Werkzeughalter besonders zu prüfen? (Passung von Platte, Bearbeitungsrichtung, Zugang und Stabilität) (!Nur die Lackfarbe) (!Nur die Gesamtlänge) (!Nur der Kaufpreis)
Welcher Schneidstoff ist eine typische Speziallösung für geeignete harte Eisenwerkstoffe? (CBN) (!Holz) (!Gummi) (!Kupferdraht)
Was gilt für praktische Arbeiten an der Drehmaschine in diesem Kurs? (Sie erfordern Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Der Kurs ersetzt die Arbeitsfreigabe) (!Jede Person darf nach dem Quiz allein arbeiten) (!Eine Bildanalyse genügt als Maschinenunterweisung)
Wann ist eine Werkzeugwahl vollständig begründet? (Wenn Aufgabe Geometrie Halter Schneidstoff und Bedingungen zusammenpassen) (!Wenn nur die Plattenfarbe passt) (!Wenn nur der Preis niedrig ist) (!Wenn nur ein großer Eckenradius gewählt wurde)
Memory
| Freiwinkel | vermindert Reiben an der Freifläche |
| Spanwinkel | beeinflusst Spanbildung und Schnittkräfte |
| Keilwinkel | beeinflusst Schneidenstabilität |
| Bohrstange | Werkzeughalter für Innendrehen |
| Hartmetall | verbreiteter Schneidstoff für Wendeschneidplatten |
| Schruppen | Bearbeitung mit Schwerpunkt Materialabtrag |
| Schlichten | Bearbeitung mit Schwerpunkt Maß und Oberfläche |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Außendrehhalter | Längs- und Planbearbeitung außen |
| Bohrstange | Innenbearbeitung |
| Stechhalter | schmale Nut oder Einstich |
| Schlichtgeometrie | Maß- und Oberflächenziel |
| robuste Geometrie | hohe Schneidenbelastung beim Schruppen |
Kreuzworträtsel
| Freiwinkel | Welcher Winkel verhindert unnötiges Reiben an der erzeugten Oberfläche? |
| Hartmetall | Welcher verbreitete Schneidstoff wird oft für Wendeschneidplatten genutzt? |
| Bohrstange | Wie heißt ein typischer Halter für das Innendrehen? |
| Schruppen | Wie heißt die Bearbeitung mit Schwerpunkt Materialabtrag? |
| Schlichten | Wie heißt die Bearbeitung mit Schwerpunkt Maß und Oberfläche? |
| Spanformer | Welche Geometrie auf der Platte unterstützt die Spanbeeinflussung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugerkennung: Fotografiere oder skizziere unter Aufsicht fünf stillgelegte Drehwerkzeuge und beschrifte ihre Aufgabe. Feedback: Gut ist die Lösung, wenn die Zuordnung über Form und Bearbeitungsfläche begründet wird.
- Schneidengeometrie: Zeichne Freiwinkel, Keilwinkel und Spanwinkel in eine vereinfachte Schneidenskizze. Feedback: Prüfe, ob jede Winkelbezeichnung an der richtigen Bezugsfläche liegt.
- Werkstoffgruppen: Erstelle sechs Karten zu P, M, K, N, S und H mit je einem Werkstückbeispiel. Feedback: Entscheidend ist die Werkstückstoffgruppe, nicht die Farbe eines konkreten Herstellers.
- Werkzeugvergleich: Vergleiche einen Außenhalter und eine Bohrstange in einer Zweispaltentabelle. Feedback: Nenne mindestens Zugang, Steifigkeit und Bearbeitungsfläche.
Standard
- Fertigungsplanung: Plane für die Distanzhülse eine Werkzeugfolge mit höchstens vier Haltern. Feedback: Begründe jeden Wechsel durch Aufgabe, Zugang oder Stabilität.
- Schruppen und Schlichten: Formuliere zwei unterschiedliche Anforderungsprofile für dieselbe Außenkontur. Feedback: Beim Schruppen muss Robustheit, beim Schlichten das Maß- und Oberflächenziel erkennbar sein.
- Halterauswahl: Entscheide für eine Kontur mit Absatz zwischen robuster 80°-Form und spitzerer Profilform. Feedback: Eine gute Lösung beschreibt den Zielkonflikt zwischen Stabilität und Zugang.
- Fehleranalyse: Analysiere ein Fallbeispiel mit Rattermarken und nenne drei mögliche werkzeugbezogene Ursachen, ohne Maschinenparameter zu verändern. Feedback: Trenne Geometrie, Haltersteifigkeit und Eckenradius als unterschiedliche Ursachen.
Schwer
- Werkzeugkonzept: Entwickle für drei Werkstückstoffe unterschiedliche Werkzeugkonzepte und begründe Schneidstoff sowie Plattengeometrie. Feedback: Werkstoff, Bearbeitungsziel und Stabilität müssen zusammen argumentiert werden.
- Variantenvergleich: Vergleiche zwei mögliche Werkzeuglisten für denselben Auftrag nach Wechselzahl, Zugänglichkeit und Robustheit. Feedback: Die kürzere Liste ist nicht automatisch die bessere.
- Transfer Hartdrehen: Recherchiere bei einem Werkzeughersteller eine CBN-Anwendung und grenze sie gegen eine Hartmetallanwendung ab. Feedback: Kennzeichne Herstellerempfehlung, Randbedingungen und offene Fragen.
- Sicherheitsreview: Erstelle vor einer geplanten Werkstattübung eine Fragenliste für die zuständige Aufsicht zu Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und Freigabe. Feedback: Die Liste ist gut, wenn sie keine Freigabe vorwegnimmt und betriebliche Verantwortung respektiert.


Lernkontrolle
- Werkzeugentscheidung begründen: Für eine lange Außenbearbeitung stehen eine robuste und eine sehr spitze Plattenform zur Wahl. Begründe die Entscheidung anhand von Kontur, Stabilität und Bearbeitungsziel.
- Systemdenken: Erkläre an einem Beispiel, warum eine passende Wendeschneidplatte in einem ungeeigneten Halter trotzdem keine gute Werkzeuglösung ergibt.
- Werkstofftransfer: Übertrage die Auswahlstrategie vom Stahlwerkstück auf Aluminium. Welche Entscheidungsschritte bleiben gleich, welche Werkstoffanforderungen ändern sich?
- Fehlerdiagnose: Eine Oberfläche zeigt Schwingungsmarken. Entwickle eine Prüfreihenfolge für werkzeugbezogene Ursachen, ohne reale Maschinenänderung durchzuführen.
- Ausbildungsfall: Reduziere die Werkzeugliste der Distanzhülse um einen Halter, ohne die Funktion zu verschlechtern. Begründe, ob das möglich ist.
- Sicherheitsargumentation: Erkläre, warum ein bestandener Onlinekurs keine betriebliche Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung oder Arbeitsfreigabe ersetzt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sollst Du zeigen, dass Du:
- eine Drehaufgabe in Bearbeitungsart, Geometrie, Halter, Schneidstoff und Werkstückstoff zerlegen kannst;
- Schneidengeometrien fachsprachlich beschreiben kannst;
- Werkzeughalter nach Zugang und Stabilität vergleichst;
- Werkstückstoffgruppen P, M, K, N, S und H in die Auswahl einbeziehst;
- eine Werkzeugliste für den Ausbildungsfall begründet erstellst;
- Sicherheitsgrenzen erkennst und praktische Arbeit nur im betrieblich freigegebenen Rahmen einordnest.
OERs zum Thema
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