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Kollaboration und funktionale Maschinensicherheit – Not-Halt und Betriebsstopp unterscheiden

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Kollaboration und funktionale Maschinensicherheit – Not-Halt und Betriebsstopp unterscheiden

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Kollaboration und funktionale Maschinensicherheit – Not-Halt und Betriebsstopp unterscheiden


Einleitung

Lernkurs für die Ausbildung – Mechatronik, Industriemechanik, Elektronik und Automatisierungstechnik

Dauer: ca. 60–90 Minuten | Niveau: Ausbildung | Methode: Virtuelle Anlage, Signaldiagnose, Entscheidungsaufgaben

Dein Lernziel: Du unterscheidest Betriebsstopp, Schutzstopp und Not-Halt. Du erkennst Gefahren, interpretierst einfache Signalverläufe und entscheidest, wann eine Störung gemeldet und die Anlage gesperrt bleiben muss.

Merksatz: Ein Betriebsstopp dient dem normalen Arbeitsablauf. Ein Not-Halt dient der Gefahrenabwehr. Das Entriegeln eines Not-Halts startet die Maschine nicht.

Wichtige Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs ist eine didaktische Simulation. Er ersetzt weder die betriebliche Unterweisung noch eine praktische Qualifikation, die Risikobeurteilung oder die Freigabe einer Maschine. Führe an realen Anlagen keine eigenständigen Sicherheitsversuche, Überbrückungen oder Rücksetzungen durch.


Lerneinheit 1: Die virtuelle Montageinsel K-7

Ausbildungsfall: Du begleitest die Inbetriebnahme einer fiktiven Montageinsel.

Beispielfoto eines kollaborativen Roboters. Die dargestellte Maschine ist nicht die fiktive K-7.

Die Montageinsel besteht aus einem kollaborativen Roboter, einem Greifer, einer Werkstückaufnahme, einem Förderband und einem sicherheitsgerichtet überwachten Schutzfeld.

Element Aufgabe Mögliche Gefährdung
Roboterarm Bauteil positionieren Stoßen und Quetschen
Greifer Werkstück halten Einklemmen und Lastverlust
Förderband Bauteile zuführen Einziehen und Quetschen
Schutzfeld Annäherung erkennen Nichterkannte Person bei Fehlern
Not-Halt Gefährliche Vorgänge stillsetzen Ungeeignete Stoppwirkung bei fehlerhafter Auslegung

Deine erste Entscheidung: Eine Person möchte ein Werkstück nachlegen. Es liegt keine gefährliche Situation vor. Welcher regulär vorgesehene Bedienvorgang ist geeignet?

Erwartung: Der bestimmungsgemäße Betriebsstopp beziehungsweise die dafür freigegebene Prozessfunktion, nicht der Not-Halt als routinemäßiger Stopptaster.


Beobachtungsfilm

Datei:IMTEX 2025 (Bangalore International Exhibition Centre) 21.webm

Wikimedia-Commons-Video: Demonstration eines kollaborativen Industrieroboters, 25 Sekunden.

Beobachtungsauftrag: Betrachte Bewegungsraum, Greifer und mögliche Kontaktstellen. Welche Sicherheitsfunktionen sind im Video nicht nachweisbar?

Feedback: Aus sichtbaren Bewegungen kannst Du weder die Wirksamkeit der Sicherheitsfunktionen noch die sichere Rücksetzung oder die betriebliche Freigabe ableiten.


Lerneinheit 2: Betriebsstopp, Schutzstopp und Not-Halt

Beispiel eines industriellen Bedienfeldes mit unterschiedlichen Stopp-Bedienelementen.

Funktion Wann? Wesentliches Merkmal
Betriebsstopp Planmäßige Pause oder Prozessende Regulärer Betriebsablauf
Schutzstopp Sicherheitsfunktion spricht an Gefahrbringende Bewegung wird sicherheitsgerichtet angehalten
Not-Halt Akute oder unmittelbar drohende Gefahr Ergänzende Schutzmaßnahme mit verrastendem Betätiger

Achtung: Ein gewöhnlicher Betriebsstopp ist nicht automatisch eine Sicherheitsfunktion. Ein sicherer Betriebshalt (SOS) ist wiederum eine eigenständige überwachte Antriebssicherheitsfunktion.

Beispiel regulärer Start- und Stopp-Bedienung.

Not-Halt-Betätiger: typischerweise rot auf gelbem Hintergrund.

Not-Halt ist nicht dasselbe wie Not-Aus. Ein Not-Halt stoppt gefährliche Bewegungen oder Prozesse. Ein Not-Aus dient dem Ausschalten elektrischer Energie zur Abwehr elektrischer Gefährdungen. Die Funktionen müssen entsprechend der konkreten Maschine ausgelegt sein.

Grenzen: Ein Not-Halt ersetzt keine Schutzeinrichtung. Er garantiert weder sofortigen mechanischen Stillstand noch vollständige Energiefreiheit. Druckluft, Schwerkraft und gespeicherte Energie können weiterhin gefährlich sein.


Lerneinheit 3: Stopp-Kategorien verstehen

Kategorie Vereinfachter Signalverlauf Wirkung
Stopp 0 Antriebsenergie weg → Bewegung läuft gegebenenfalls aus Ungesteuertes Stillsetzen
Stopp 1 Gesteuert bremsen → Stillstand → Antriebsenergie weg Gesteuertes Stillsetzen
Stopp 2 Gesteuert bremsen → Stillstand → Antriebsenergie bleibt verfügbar Gesteuertes Stillsetzen ohne anschließende Energieabschaltung

Wichtig: Für Not-Halt werden nach ISO 13850 die Stopp-Kategorien 0 oder 1 verwendet. Welche davon geeignet ist, ergibt sich aus der Risikobeurteilung. Stopp-Kategorie 2 ist keine Not-Halt-Kategorie.

Beispiel: Ein abruptes Wegnehmen der Antriebsenergie könnte bei einer vertikalen Achse zum gefährlichen Absinken führen. Deshalb ist sofortiges Abschalten nicht automatisch die sicherste Stoppstrategie.

Diagnosefrage: Warum bedeutet das Abschalten der Antriebsenergie nicht zwangsläufig einen sofortigen mechanischen Stillstand?

Feedback: Bewegte Teile können aufgrund ihrer Trägheit nachlaufen. Außerdem können gespeicherte Energie oder die Schwerkraft weitere Bewegungen verursachen.


Lerneinheit 4: Schutzfeld und Kollaboration

Prinzipdarstellung eines Lichtvorhangs. Die Zeichnung ist kein Auslegungs- oder Sicherheitsnachweis.

Bei der Mensch-Roboter-Kollaboration müssen die Gefährdungen der gesamten Anwendung betrachtet werden: Roboter, Werkzeug, Werkstück, Arbeitsplatz und menschliche Tätigkeit.

Die virtuelle K-7 besitzt ein sicherheitsgerichtet überwachtes Schutzfeld. Bei dessen Verletzung führt die dafür vorgesehene Sicherheitsfunktion zum Schutzstopp.

Beachte: Nicht jeder Sensor und nicht jede Kamera ist automatisch für eine Sicherheitsfunktion geeignet. Die sichere Funktion muss fachgerecht ausgelegt und validiert werden.

Film der DGUV: Kollaborierende Roboter – Filmdokumentation des IFA

Zusätzliche Videodemonstration: Wirkungsweise eines dynamischen Schutzfeldes – DGUV/IFA

Medienauftrag: Erkläre, warum ein Schutzstopp nicht als Ersatz für eine geeignete Not-Halt-Funktion behandelt werden darf.

Feedback: Schutzstopp und Not-Halt haben unterschiedliche Auslöser und Aufgaben. Eine Sicherheitsfunktion kann die andere nicht ohne entsprechende Risikobeurteilung ersetzen.


Lerneinheit 5: Rücksetzung und Wiederanlauf

Aufbau eines Not-Halt-Betätigers.

Die grundlegende Regel: Die Not-Halt-Funktion bleibt nach Betätigung aktiv, bis der betätigte Not-Halt bewusst entriegelt wird. Das Entriegeln darf keinen Maschinenstart auslösen.

Phase Entscheidung
Gefahr erkannt Gefahrenabwehr auslösen, ohne Dich zusätzlich zu gefährden
Maschine angehalten Abstand halten und Zustand sichern
Ursache unbekannt Melden und nicht eigenmächtig zurücksetzen
Ursache fachgerecht beseitigt Zuständige Person prüft den sicheren Zustand
Rücksetzung Nur entsprechend der betrieblichen Anweisung und Zuständigkeit
Wiederanlauf Gesonderte Startaktion nach erforderlicher Prüfung und Freigabe

Nicht verwechseln: Eine entriegelte Not-Halt-Einrichtung bedeutet nicht, dass der Arbeitsbereich frei, die Störung behoben oder die Maschine wieder betriebsbereit ist.

Für Wartungsarbeiten genügt ein Not-Halt nicht zur sicheren Energietrennung. Es gelten die betrieblich festgelegten Verfahren gegen unerwarteten Wiederanlauf.


Lerneinheit 6: Virtuelle Steuerung und Signalverläufe

Ausschließlich ein Lernmodell – keine reale SPS-Sicherheitslogik und keine Anleitung zum Programmieren einer Sicherheitssteuerung.

Die virtuelle K-7 besitzt drei Beobachtungssignale:

  1. E: Not-Halt nicht betätigt = 1; Not-Halt betätigt = 0.
  2. F: Schutzfeld frei = 1; Schutzfeld verletzt = 0.
  3. M: Roboterbewegung vorhanden = 1; keine Roboterbewegung = 0.

Die Ereignisse in der Tabelle bilden einen beispielhaften Ablauf. Der Wiederanlauf wird in dieser Simulation stets gesondert ausgelöst und nur nach zulässiger Freigabe dargestellt.

Zeitpunkt Ereignis E F M
t0 Regulärer Betrieb 1 1 1
t1 Betriebsstopp 1 1 0
t2 Freigegebener erneuter Start 1 1 1
t3 Schutzfeld verletzt 1 0 0
t4 Schutzfeld wieder frei 1 1 0
t5 Gesonderter freigegebener Start 1 1 1
t6 Not-Halt ausgelöst 0 1 0
t7 Not-Halt nach Gefahrenbeseitigung entriegelt 1 1 0
t8 Zustand wird überprüft 1 1 0
t9 Gesonderter Start nach betrieblicher Freigabe 1 1 1

Signaldiagnose: Bei t7 ist E wieder 1, während M gleich 0 bleibt. Das ist kein Fehler, sondern im Beispiel das beabsichtigte Verhalten nach der Entriegelung.

Wichtig: Aus drei Signalwerten allein darf keine reale Maschinenfreigabe abgeleitet werden. Die tatsächlichen Sicherheitszustände hängen von der ausgelegten und validierten Gesamtsteuerung ab.


Interaktive Steuerungs- und Diagnosemissionen

Mission A – Basis: Die Fertigung soll für eine planmäßige Qualitätskontrolle unterbrochen werden. Es besteht keine Gefahr. Wähle den bestimmungsgemäßen regulären Stopp.

Mission B – Anwendung: Das Schutzfeld wird verletzt. E bleibt 1, F fällt auf 0 und M wird 0. Identifiziere die ausgelöste Funktion und den Grund für den Bewegungsstopp.

Mission C – Transfer: Nach einem Not-Halt wurde eine Quetschgefahr gemeldet. Die Ursache ist ungeklärt. Obwohl E und F inzwischen 1 anzeigen, bleibt M auf 0. Entscheide, ob ein Startversuch zulässig ist.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Denkimpuls: Geht es um einen planmäßigen Prozessschritt, eine Schutzeinrichtung oder eine unmittelbare Gefahr?

Hilfe 2 – Signalspur: Vergleiche E, F und M. Welches Ereignis erklärt den Stillstand? Welche Informationen fehlen?

Hilfe 3 – Entscheidungshilfe: Bei regulärer Pause Betriebsstopp; bei Schutzfeldverletzung Schutzstopp; bei akuter Gefahr Not-Halt. Bei unklarer Ursache: gesperrt lassen und zuständige Fachperson informieren.


Begründetes Feedback zu den Missionen

Mission Sichere Entscheidung Begründung
A Betriebsstopp Der Vorgang ist geplant; eine Notfallfunktion ist nicht für Routinepausen bestimmt.
B Schutzstopp erkennen Die Sicherheitsfunktion reagiert auf die Schutzfeldverletzung. Nicht eigenmächtig erneut starten.
C Start unterlassen und eskalieren Freie Eingangssignale beweisen nicht, dass die Quetschgefahr beseitigt wurde.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Stopp dient bei der virtuellen Montageinsel einer planmäßigen Produktionspause? (Betriebsstopp) (!Not-Halt) (!Not-Aus) (!Störungsüberbrückung)




Eine Hand droht zwischen Greifer und Werkstückaufnahme eingequetscht zu werden. Was ist bei einer unmittelbar drohenden Gefahr vorgesehen? (Not-Halt auslösen) (!Reguläres Programmende abwarten) (!Zuerst den Taktzähler zurücksetzen) (!Greifer von Hand wegdrücken)




Was darf das Entriegeln einer Not-Halt-Einrichtung bewirken? (Einen gesonderten Wiederanlauf ermöglichen) (!Die Maschine selbsttätig neu starten) (!Alle Schutzfunktionen abschalten) (!Die Risikobeurteilung ersetzen)




Welche Aussage beschreibt den Not-Halt fachlich richtig? (Er ist eine ergänzende Schutzmaßnahme) (!Er ersetzt grundsätzlich Schutzfelder) (!Er beseitigt jede gespeicherte Energie) (!Er ist der normale Produktionstaster)




Was kennzeichnet die Stopp-Kategorie 1? (Gesteuertes Stillsetzen mit anschließender Abschaltung der Antriebsenergie) (!Sofortiger automatischer Neustart) (!Dauerhafte Antriebsenergie ohne Abbremsung) (!Ausschließlich optische Warnung)




Was geschieht bei einer Schutzfeldverletzung in der virtuellen K-7? (Eine Sicherheitsfunktion löst den Schutzstopp aus) (!Die Anlage erhöht ihre Geschwindigkeit) (!Der Betriebsstundenzähler wird gelöscht) (!Der Not-Halt entriegelt automatisch)




Nach dem Entriegeln zeigt die Simulation E gleich 1 und M gleich 0. Was bedeutet das? (Es ist noch kein erneuter Maschinenstart erfolgt) (!Der Roboter muss sofort fahren) (!Alle Gefährdungen sind nachweislich beseitigt) (!Das Schutzfeld ist dauerhaft deaktiviert)




Warum ist ein ungesteuerter Stopp nicht grundsätzlich die sicherste Wahl? (Trägheit oder absinkende Lasten können weitere Gefahren erzeugen) (!Weil Bewegungen dabei grundsätzlich schneller werden) (!Weil die Maschine automatisch den Betrieb fortsetzt) (!Weil dabei keine Antriebsenergie abgeschaltet wird)




Die Ursache einer Not-Halt-Auslösung ist weiterhin unbekannt. Wie entscheidest Du? (Kein Startversuch und zuständige Fachperson informieren) (!Not-Halt wiederholt betätigen und weiterarbeiten) (!Schutzfeld kurzzeitig außer Betrieb nehmen) (!Störung ignorieren und Produktion starten)




Welche Stopp-Kategorien sind für die Not-Halt-Funktion vorgesehen? (Kategorie 0 oder Kategorie 1) (!Nur Kategorie 2) (!Nur Kategorie 3) (!Alle Kategorien ohne Risikobeurteilung)





Memory

Not-Halt Akute Gefahrenabwehr
Betriebsstopp Planmäßige Prozesspause
Schutzfeld Überwachter Zugangsbereich
Entriegelung Verrasteten Betätiger bewusst lösen
Schutzstopp Sicherheitsgerichtetes Stillsetzen
Risikobeurteilung Gefährdungen systematisch bewerten
Wiederanlauf Gesonderte Startaktion





Drag and Drop

Ordne die Funktionen den passenden Beschreibungen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Betriebsstopp Reguläre Unterbrechung des Produktionsablaufs
Not-Halt Abwehr einer akuten Gefahr
Schutzstopp Sicherheitsgerichtete Reaktion auf eine Schutzeinrichtung
Entriegelung Bewusstes Lösen des betätigten Not-Halts
Eskalation Ungeklärte Gefährdung an zuständige Fachperson melden





Kreuzworträtsel

Nothalt Welche Funktion dient der Abwehr einer akuten Gefahr durch gefährliche Maschinenbewegungen?
Betriebsstopp Wie heißt das reguläre Anhalten im Produktionsablauf?
Schutzfeld Welcher überwachte Bereich kann bei einer Verletzung eine Schutzfunktion auslösen?
Entriegelung Wie heißt das bewusste Lösen eines verrasteten Not-Halt-Betätigers?
Freigabe Welche betriebliche Zustimmung kann vor einem erneuten Start erforderlich sein?
Quetschung Welche Verletzungsgefahr entsteht zwischen Greifer und feststehender Aufnahme?





LearningApps

Zusätzliche Lernmaterialsuche. Die Suchergebnisse sind externe Angebote und nicht Bestandteil der geprüften K-7-Simulation.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei einer planmäßigen Produktionspause wird der

verwendet.
Eine akute Gefahr durch eine Maschinenbewegung kann die Betätigung des

erforderlich machen.
Die sicherheitsgerichtete Reaktion auf das Eindringen in ein überwachtetes Schutzfeld kann ein

sein.
Beim Stopp der Kategorie 1 erfolgt zunächst ein

Stillsetzen.
Ein Not-Halt muss bis zur bewussten Rücksetzung

bleiben.
Die Entriegelung darf keinen automatischen

bewirken.
Ein regulärer Stopp ist nicht automatisch eine

.
Bei einer unbekannten Störungsursache muss die zuständige

informiert werden.
Ein Not-Halt ersetzt keine notwendigen technischen

.
Vor einer erneuten Inbetriebnahme sind die betrieblichen Prüf- und

einzuhalten.




Offene Aufgaben

Arbeite ausschließlich mit der virtuellen K-7 oder freigegebenen Unterrichtsmaterialien. Keine eigenständigen Versuche an realen Maschinen.


Leicht – Basisaufgaben

  1. Gefahrenkarte: Zeichne die K-7 und kennzeichne mögliche Stoß-, Quetsch- und Einzugsstellen.
  2. Stoppvergleich: Erstelle eine Bildkarte zum Unterschied zwischen regulärem Stopp und Not-Halt.
  3. Bedienelemente: Vergleiche die Bilder des regulären Bedienfeldes und des Not-Halt-Betätigers.
  4. Ablaufkarten: Gestalte eine Bildfolge zu Gefahr, Stillstand, Ursachenklärung, Rücksetzung und gesondertem Wiederanlauf.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Signaldiagnose: Zeichne E, F und M für die Zeitpunkte t0 bis t9 als vereinfachtes Zeitdiagramm.
  2. Szenariofilm: Erstelle ein kurzes digitales Storyboard, das die Gefahren zwischen Greifer und Werkstückaufnahme zeigt.
  3. Interview: Befrage nach Zustimmung eine unterweisungsbefugte Fachperson nach Meldeweg und Rücksetzverfahren, ohne eine Anlage zu betätigen.
  4. Diagnosebericht: Verfasse zum Ereignis t6 einen Bericht mit Beobachtung, möglicher Gefahr, fehlenden Informationen und Eskalation.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Anlagenvergleich: Übertrage den Fall auf eine Verpackungsanlage mit Förderband und vergleiche die Gefährdungen.
  2. Virtueller Testplan: Entwerfe ausschließlich auf Papier oder in einer Simulation Prüffragen zu Stoppwirkung und unerwartetem Wiederanlauf.
  3. Mehrfachstörung: Untersuche einen hypothetischen Fall mit Schutzfeldfehler und hängender Last. Begründe, warum ein einfacher Neustart unzulässig ist.
  4. Sicherheitsreview: Erstelle eine Präsentation, die Schutzmaßnahmen, verbleibende Risiken, Zuständigkeiten und Eskalationswege der K-7 beschreibt.

Feedbackmaßstab für alle offenen Aufgaben:

  1. Basis: Richtig ist eine eindeutige Zuordnung von Gefahr, regulärem Stopp und Not-Halt, weil die Auslöser unterschiedliche Aufgaben haben.
  2. Anwendung: Richtig ist eine Diagnose, die sichtbare Signale von unbelegten Annahmen trennt, weil Signalwerte allein keine Anlagenfreigabe beweisen.
  3. Transfer: Besonders wichtig ist eine begründete sichere Entscheidung mit Eskalation, weil eine ungeklärte Gefahr nicht durch wiederholtes Rücksetzen verschwindet.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite die folgenden Transferaufgaben schriftlich. Jede Antwort soll eine Entscheidung und eine technische Begründung enthalten.

  1. Entscheidungsfall: Der Roboter steht still, aber ein Werkstück hängt über der Arbeitsfläche. Warum ist der Stillstand allein kein Nachweis für einen sicheren Zustand?
  2. Vergleichsfall: Ein Schutzfeld wird verletzt. Erkläre, warum Du die erforderliche Reaktion nicht allein anhand eines gewöhnlichen Stopp-Befehls beurteilen kannst.
  3. Störungsfall: Ein Not-Halt wurde betätigt, aber die Ursache ist unbekannt. Entwickle einen sicheren Melde- und Eskalationsablauf.
  4. Diagnosefall: Nach t7 zeigt die virtuelle Anlage E gleich 1, F gleich 1 und M gleich 0. Begründe, welche Aussagen Du treffen kannst und welche nicht.
  5. Transferfall: Ein Anlagenumbau verändert das Werkzeug des Cobots. Erkläre, warum bestehende Sicherheitsannahmen erneut fachlich geprüft werden müssen.
  6. Freigabefall: Ein Kollege fordert einen sofortigen Neustart nach einem Not-Halt. Formuliere eine angemessene Reaktion mit Sicherheitsbegründung.

Beurteilung: Eine tragfähige Antwort benennt die Gefährdung, unterscheidet die Funktionen, macht Unsicherheiten sichtbar und verweist auf die zuständigen Personen und Verfahren. Eine bloße Nennung des richtigen Tasters genügt nicht.




Lernnachweis

Für einen dokumentierten Lernnachweis sind wichtig:

  1. Funktionsverständnis: Betriebsstopp, Schutzstopp, Not-Halt und Not-Aus unterscheiden.
  2. Technisches Verständnis: Stopp-Kategorien anhand ihrer Wirkungen erklären.
  3. Gefahrenerkennung: Mechanische und gespeicherte Energie als mögliche Gefährdungen identifizieren.
  4. Diagnosekompetenz: Den simulierten Signalverlauf fachlich nachvollziehbar auswerten.
  5. Rücksetzkompetenz: Entriegelung, Ursachenklärung und Wiederanlauf unterscheiden.
  6. Entscheidungskompetenz: Sichere Reaktion und Eskalation begründen.
  7. Reflexion: Grenzen des eigenen Wissens und der Simulation benennen.

Mögliche Nachweisform: Annotiertes Anlagenbild, Signaldiagramm, begründeter Diagnosebericht und kurze mündliche Fallbesprechung.

Keine betriebliche Freigabe: Ein bestandener Lernnachweis oder ein richtig gelöstes Quiz ersetzt keine Unterweisung, praktische Prüfung oder betriebliche Berechtigung.




OERs zum Thema

Wikipedia – Nothaltschalter

Wikipedia – Kollaborativer Roboter


Fachlich geprüfte Quellen

Quellenstand: Oktober 2026. Die folgenden Fachquellen dienen der Einordnung. Verbindlich für reale Anlagen bleiben die jeweils anwendbaren Anforderungen, Herstellerinformationen, Risikobeurteilungen und betrieblichen Anweisungen.

  1. BGHM – Stillsetzen im Notfall: Not-Halt und Not-Aus, Wirkung, Rücksetzung und Wiederanlauf.
  2. ISO 13850:2015: Grundsätze zur Gestaltung der Not-Halt-Funktion.
  3. Schneider Electric – Stopp-Kategorien: Erläuterung der Kategorien nach IEC 60204-1.
  4. DGUV/IFA – Kollaborierende Roboter: Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und Forschung.
  5. DGUV/IFA – Technische Schutzmaßnahmen: Sicherheitsgerichtete Überwachung und Schutzfelder.
  6. ISO 10218-1:2025: Sicherheitsanforderungen für Industrieroboter.
  7. ISO 10218-2:2025: Sicherheitsanforderungen für Roboteranwendungen und Roboterzellen.
  8. ISO/TS 15066:2016: Ergänzende Anforderungen für kollaborierende Robotersysteme.
  9. Pilz – Sicherer Betriebshalt: Erläuterung der Sicherheitsfunktion SOS.

Die Volltexte technischer Normen sind nicht generell frei lizenziert. Dieser Kurs gibt eigene didaktische Zusammenfassungen wieder, keine umfangreichen Normtextauszüge.


Mediennachweise und Nutzungsrechte

Alle nachfolgend aufgeführten Bilddateien und das kurze Robotervideo wurden anhand ihrer Wikimedia-Commons-Dateiseiten und Lizenzangaben ausgewählt.

  1. Cobot.svg – Clemenspool, CC0 1.0.
  2. Sawyer-Industrieroboter – HAHN Group, CC BY-SA 4.0.
  3. IMTEX-Robotervideo – Gpkp, CC BY-SA 4.0; bei weitergehender Nutzung gegebenenfalls Persönlichkeitsrechte beachten.
  4. Panel 3.jpg – Quist161, CC BY-SA 4.0.
  5. Start Stop Power Switch.jpg – Michael Holley, als gemeinfrei veröffentlicht.
  6. Emergency stop button.jpg – Cjp24, unter anderem CC BY-SA 3.0.
  7. OSP Emergency stop.svg – Team445, CC0 1.0.
  8. Lightcurtain.svg – PetjaTouru und Bearbeitende, CC BY-SA 3.0.
  9. Disassembled emergency stop button.JPG – Dmitry G, CC BY-SA 3.0.

Lizenzhinweis: Bei CC-BY- und CC-BY-SA-Medien sind die jeweiligen Namensnennungs-, Lizenzlink- und gegebenenfalls Änderungshinweise einzuhalten. Die Dateiseiten enthalten die vollständigen Angaben. Die hier eingebundenen Dateien wurden für den Kurs nicht verändert.

Die DGUV-Filmdokumentation und die Videodemonstration eines Schutzfeldes sind als externe Betrachtungsangebote verlinkt. Sie werden nicht als frei lizenzierte OER ausgegeben. Mangels sicher verifizierter geeigneter YouTube-Videos wurden keine YouTube-Links erfunden.


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