Koalitionsverhandlungen - Gemeinschaftskunde


Koalitionsverhandlungen - Gemeinschaftskunde
Koalitionsverhandlungen - Gemeinschaftskunde
Einleitung
Nach einer Wahl steht nicht immer sofort fest, welche Parteien gemeinsam regieren. Häufig erreicht keine einzelne Partei mehr als die Hälfte der Sitze im Parlament. Dann sprechen Parteien miteinander, prüfen gemeinsame Ziele und suchen nach einer tragfähigen Mehrheit. Dieser Prozess heißt Koalitionsbildung. Die ausführlichen Gespräche über Inhalte, Ämter und Zusammenarbeit werden Koalitionsverhandlungen genannt.
Für die Gemeinschaftskunde sind Koalitionsverhandlungen besonders wichtig: Du erkennst an ihnen, wie Demokratie, Mehrheit, Kompromiss, Partei, Fraktion, Bundestag, Bundesregierung und Opposition zusammenwirken.

Eine Wahl entscheidet über die Sitzverteilung. Erst danach zeigt sich, welche Mehrheiten für eine Regierung möglich sind.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum Koalitionen entstehen, den Ablauf von Sondierungen und Koalitionsverhandlungen beschreiben, Interessen und Konflikte der beteiligten Parteien untersuchen sowie Chancen und Probleme politischer Kompromisse beurteilen. Außerdem kannst Du einfache Mehrheitsmodelle auswerten und eine eigene Verhandlung durchführen.
Was ist eine Koalition?
Eine Koalition ist ein zeitlich begrenztes Bündnis von zwei oder mehr Parteien. Die beteiligten Parteien wollen gemeinsam eine Regierung bilden und im Parlament verlässliche Mehrheiten organisieren.
In einem Mehrparteiensystem kommt es häufig vor, dass keine Partei allein die absolute Mehrheit erreicht. Eine absolute Mehrheit bedeutet mehr als die Hälfte aller Sitze. Fehlt diese Mehrheit, sucht eine Partei mögliche Partner.
Eine Koalition ist nicht dasselbe wie eine Fusion. Die Parteien bleiben selbstständig. Sie behalten ihre Programme, Mitglieder und Organisationen. Für die Regierungsarbeit vereinbaren sie jedoch gemeinsame Vorhaben.

Im Bundestag müssen Mehrheiten für die Wahl des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin und für politische Vorhaben gefunden werden.
Warum sind Koalitionsverhandlungen nötig?
Parteien treten im Wahlkampf mit unterschiedlichen Zielen an. Eine Partei möchte vielleicht mehr Geld für Klimaschutz ausgeben, eine andere Steuern senken und eine dritte den Sozialstaat ausbauen. Wollen diese Parteien gemeinsam regieren, müssen sie ihre Vorhaben aufeinander abstimmen.
Koalitionsverhandlungen sollen deshalb drei zentrale Fragen klären:
- Mehrheit: Können die beteiligten Parteien gemeinsam eine stabile Mehrheit bilden?
- Regierungsprogramm: Auf welche politischen Ziele einigen sie sich?
- Regierungsämter: Welche Partei übernimmt welche Ministerien und wer soll die Regierung führen?
Eine rechnerische Mehrheit allein reicht nicht aus. Die Parteien müssen auch politisch zusammenarbeiten können. Große Gegensätze können Verhandlungen erschweren oder zum Scheitern bringen.
Von der Wahl zur Regierung
Die Sitzverteilung
Nach der Wahl werden die Mandate auf die Parteien verteilt. Aus der Sitzverteilung ergeben sich verschiedene Koalitionsmöglichkeiten. Parteien vergleichen dabei nicht nur Zahlen, sondern auch Programme, Wahlversprechen und politische Beziehungen.
Eine Koalition mit knapper Mehrheit ist stärker gefährdet, wenn einzelne Abgeordnete nicht zustimmen. Eine größere Mehrheit kann stabiler wirken, bedeutet aber nicht automatisch, dass alle politischen Konflikte gelöst sind.
Sondierungsgespräche
Vor den eigentlichen Verhandlungen finden häufig Sondierungen statt. Dabei prüfen mögliche Partner, ob ernsthafte Koalitionsverhandlungen sinnvoll sind.
Sondierungen behandeln meist Grundfragen:
- Welche gemeinsamen Ziele gibt es?
- Wo liegen besonders große Konflikte?
- Welche Themen sind für eine Partei unverzichtbar?
- Ist ausreichendes Vertrauen vorhanden?
Sondierungen sind noch kein fertiger Regierungsvertrag. Sie dienen als politische Vorprüfung.
Pressekonferenz zu Koalitionsverhandlungen im Jahr 1990: Parteien informieren die Öffentlichkeit über den Stand ihrer Gespräche.
Der Beschluss zu Verhandlungen
Nach erfolgreichen Sondierungen entscheiden die zuständigen Parteigremien über den Beginn förmlicher Koalitionsverhandlungen. Je nach Partei können Vorstände, Parteitage, Delegierte oder Mitglieder beteiligt sein.
Dieser Schritt ist wichtig, weil die Verhandlungsteams im Namen ihrer Parteien handeln. Sie brauchen politische Unterstützung und einen klaren Auftrag.
Arbeitsgruppen und Verhandlungsteams
Koalitionsverhandlungen werden häufig aufgeteilt. Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker beraten in Arbeitsgruppen über einzelne Themenfelder, zum Beispiel:
Die Arbeitsgruppen erstellen Vorschläge. Streitpunkte werden an größere Verhandlungsrunden oder an die Parteispitzen weitergegeben.
Koalitionsverhandlungen bestehen aus vielen Fachgesprächen. Ergebnisse werden anschließend politisch abgestimmt.
Die Spitzenrunde
In der Spitzenrunde verhandeln führende Vertreterinnen und Vertreter der Parteien. Sie lösen Konflikte, die in Arbeitsgruppen offen geblieben sind. Dabei werden oft mehrere Themen miteinander verbunden.
Ein Beispiel: Eine Partei stimmt einem Projekt im Bereich Verkehr zu, wenn die andere Partei ein Zugeständnis beim Klimaschutz macht. Solche Paketlösungen können einen Gesamtkompromiss ermöglichen.
Der Koalitionsvertrag
Am Ende erfolgreicher Verhandlungen steht meist ein Koalitionsvertrag. Darin halten die Parteien gemeinsame Ziele, geplante Gesetze, Verfahren der Zusammenarbeit und häufig auch die Verteilung der Ministerien fest.
Ein Koalitionsvertrag ist eine politische Vereinbarung. Er ist kein Gesetz und kein normaler privatrechtlicher Vertrag. Politische Vorhaben müssen später in den zuständigen Verfassungsorganen beraten und beschlossen werden.
Abgeordnete besitzen nach dem Grundgesetz ein freies Mandat. Sie sind nicht rechtlich an Weisungen einer Partei oder an einen Koalitionsvertrag gebunden.

Unterzeichnung eines Koalitionsvertrags im Jahr 2021: Aus Verhandlungen wird eine gemeinsame politische Vereinbarung.
Zustimmung der Parteien
Bevor ein Koalitionsvertrag endgültig gilt, verlangen Parteien häufig die Zustimmung eines Parteitags, eines Parteivorstands oder ihrer Mitglieder. Dadurch wird die Parteibasis beteiligt.
Ein Mitgliedervotum kann die innerparteiliche Demokratie stärken. Es kann aber auch zu neuen Konflikten führen, wenn die Parteiführung und ein Teil der Mitglieder den ausgehandelten Kompromiss unterschiedlich bewerten.
Wahl und Ernennung der Regierung
Nach einer Bundestagswahl schlägt der Bundespräsident dem Bundestag eine Person für das Amt des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin vor. Gewählt wird durch den Bundestag. Für die Wahl ist zunächst die Mehrheit der Mitglieder des Bundestages erforderlich.
Erst mit der Kanzlerwahl und der anschließenden Ernennung entsteht die neue Bundesregierung. Die Bundesministerinnen und Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin vom Bundespräsidenten ernannt.
Der Bundespräsident wirkt an der formellen Regierungsbildung mit. Sein Amtssitz ist Schloss Bellevue.
Wer nimmt an Koalitionsverhandlungen teil?
An den Gesprächen wirken unterschiedliche Akteure mit. Dazu gehören Parteivorsitzende, Fraktionsführungen, Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker, Mitglieder von Parteivorständen sowie Beraterinnen und Berater.
Auch Landesverbände können Einfluss besitzen. Das ist besonders wichtig, wenn politische Entscheidungen die Bundesländer betreffen oder wenn eine Partei regionale Interessen berücksichtigen muss.
Medien nehmen nicht selbst an den eigentlichen Verhandlungen teil. Sie berichten aber über Fortschritte, Streitpunkte und Personalfragen. Dadurch beeinflussen öffentliche Erwartungen den Verhandlungsdruck.
Was wird verhandelt?
Politische Inhalte
Im Mittelpunkt stehen politische Sachfragen. Die Parteien vergleichen ihre Wahlprogramme und suchen gemeinsame Formulierungen. Besonders umstritten sind häufig Fragen, bei denen Geld verteilt, Regeln verändert oder langfristige Ziele festgelegt werden.
Typische Bereiche sind Haushalt, Steuern, soziale Sicherung, Migration, innere Sicherheit, Klima, Verkehr, Bildung und Außenpolitik.
Finanzen
Viele politische Wünsche kosten Geld. Deshalb müssen die Parteien klären, welche Vorhaben Vorrang erhalten und wie sie finanziert werden sollen.
Ein Kompromiss kann darin bestehen, ein Projekt kleiner zu planen, später umzusetzen oder mit Einsparungen an anderer Stelle zu verbinden. Finanzfragen gehören häufig zu den schwierigsten Teilen der Verhandlungen.
Personal und Ministerien
Koalitionen verhandeln auch über die Verteilung der Ministerien. Dabei geht es um politischen Einfluss, Fachzuständigkeiten und die öffentliche Bedeutung eines Ressorts.
Die Personalfrage kann Konflikte auslösen. Trotzdem sollten Ämter nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist, ob das gesamte Regierungsteam arbeitsfähig ist und die vereinbarten Ziele umsetzen kann.
Bei der Unterzeichnung eines Koalitionsvertrags werden gemeinsame Inhalte und die geplante Regierungszusammenarbeit öffentlich sichtbar.
Wie entstehen Kompromisse?
Ein Kompromiss bedeutet, dass keine Seite alle Forderungen durchsetzt. Jede Seite gibt etwas auf und erhält dafür Zugeständnisse in anderen Bereichen.
Gute Verhandlungen unterscheiden zwischen Positionen und Interessen. Eine Position lautet zum Beispiel: „Wir lehnen dieses Gesetz ab.“ Das dahinterliegende Interesse könnte sein, bestimmte Gruppen vor zusätzlichen Kosten zu schützen. Wird das Interesse erkannt, sind neue Lösungen möglich.
Wichtige Verhandlungsmittel sind:
- Prioritäten: Welche Ziele sind besonders wichtig?
- Rote Linien: Welche Forderungen gelten als nicht verhandelbar?
- Paketlösungen: Mehrere Streitfragen werden gemeinsam gelöst.
- Zeitpläne: Vorhaben werden auf verschiedene Jahre verteilt.
- Prüfaufträge: Eine Frage wird später genauer untersucht.
Nicht jeder Kompromiss ist automatisch gut. Er muss umsetzbar, nachvollziehbar und demokratisch verantwortbar sein.
Öffentlichkeit und Geheimhaltung
Koalitionsverhandlungen stehen in einem Spannungsverhältnis. Vertrauliche Gespräche können ehrliche Annäherungen erleichtern. Zu frühe öffentliche Festlegungen können Kompromisse verhindern.
Gleichzeitig betrifft das Ergebnis die gesamte Bevölkerung. Bürgerinnen und Bürger, Medien und gesellschaftliche Gruppen erwarten deshalb Transparenz.
Demokratisch sinnvoll ist eine ausgewogene Lösung: Verhandlungsspielräume dürfen geschützt werden, aber Ziele, Ergebnisse, Beteiligte und politische Verantwortung müssen nachvollziehbar bleiben.
Chancen von Koalitionsverhandlungen
Koalitionsverhandlungen können unterschiedliche Interessen verbinden. Sie zwingen Parteien dazu, über das eigene Programm hinauszudenken und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Ein ausgehandeltes Regierungsprogramm kann die Zusammenarbeit stabilisieren. Zuständigkeiten werden geklärt und Konfliktverfahren vereinbart. Außerdem können verschiedene Gruppen der Bevölkerung politisch berücksichtigt werden.
Koalitionen zeigen, dass Demokratie nicht nur aus Abstimmungen besteht. Sie lebt auch vom Gespräch, vom Ausgleich und von der Bereitschaft, Verantwortung gemeinsam zu tragen.
Kritik und Probleme
Koalitionsverhandlungen können lange dauern. Während dieser Zeit bleibt eine bisherige Regierung häufig geschäftsführend im Amt.
Kritisiert wird außerdem, dass wichtige Entscheidungen in kleinen Verhandlungsrunden getroffen werden. Parlamente könnten dadurch weniger sichtbar erscheinen, obwohl spätere Gesetze weiterhin parlamentarisch beraten und beschlossen werden müssen.
Ein weiteres Problem entsteht, wenn der Koalitionsvertrag sehr detailliert ist. Dann kann die Regierung auf neue Entwicklungen möglicherweise weniger flexibel reagieren.
Auch Kompromisse können enttäuschen. Parteien müssen ihren Mitgliedern und Wählerinnen und Wählern erklären, warum bestimmte Wahlversprechen nicht vollständig umgesetzt werden.
Was passiert, wenn Verhandlungen scheitern?
Das Scheitern einer Koalitionsverhandlung führt nicht automatisch zu einer Neuwahl. Zunächst können andere Parteien miteinander sprechen oder eine andere Koalition prüfen.
Möglich ist auch eine Minderheitsregierung. Sie verfügt nicht dauerhaft über die Mehrheit der Sitze und muss für Vorhaben wechselnde Unterstützung suchen.
Eine Neuwahl ist in Deutschland nur unter den Bedingungen des Grundgesetzes möglich. Parteien können sie nicht einfach selbst beschließen.
Gescheiterte Verhandlungen sind deshalb nicht das Ende demokratischer Politik. Sie eröffnen neue Gespräche, verändern Mehrheiten und erhöhen den Druck, andere Lösungen zu finden.
Parlament und Opposition nach der Regierungsbildung
Auch nach Abschluss eines Koalitionsvertrags bleibt der Bundestag das zentrale Parlament. Gesetze werden beraten, verändert und beschlossen. Ausschüsse prüfen Vorlagen, Sachverständige können angehört werden und Abgeordnete kontrollieren die Regierung.
Die Opposition kritisiert die Regierung, entwickelt Alternativen und macht Konflikte öffentlich. Sie ist kein Gegner der Demokratie, sondern ein notwendiger Teil der parlamentarischen Kontrolle.
Koalitionsfraktionen unterstützen die Regierung meist. Trotzdem bleiben die Abgeordneten ihrem Gewissen verantwortlich und besitzen ein freies Mandat.
Beispiel: Verhandeln in der Schule
Stell Dir vor, drei Schülergruppen sollen gemeinsam ein Schulfest planen.
Eine Gruppe möchte ein großes Musikprogramm. Eine zweite Gruppe fordert günstige Preise. Eine dritte Gruppe will möglichst wenig Müll.
Ein möglicher Kompromiss könnte so aussehen: Es gibt eine kleinere Bühne, Getränke werden in Mehrwegbechern verkauft und ein Teil des Budgets wird für günstige Essensangebote verwendet.
Dieses Beispiel zeigt: Verhandlungen gelingen besser, wenn Beteiligte ihre wichtigsten Interessen erklären, Kosten beachten und mehrere Ziele verbinden.
Zentrale Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Koalition | Bündnis mehrerer Parteien zur gemeinsamen Regierungsbildung |
| Sondierung | Vorprüfung, ob gemeinsame Verhandlungen sinnvoll sind |
| Koalitionsverhandlung | Gespräch über Inhalte, Ämter und Regeln der Zusammenarbeit |
| Koalitionsvertrag | Politische Vereinbarung über die geplante Regierungsarbeit |
| Absolute Mehrheit | Mehr als die Hälfte aller Sitze oder Stimmen |
| Kompromiss | Lösung, bei der alle Seiten Zugeständnisse machen |
| Fraktion | Zusammenschluss von Abgeordneten im Parlament |
| Opposition | Parteien und Fraktionen, die die Regierung nicht tragen |
| Freies Mandat | Abgeordnete sind rechtlich nicht an Weisungen gebunden |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum führen Parteien Koalitionsverhandlungen? (Weil sie eine gemeinsame Mehrheit und ein Regierungsprogramm bilden wollen) (!Weil das Wahlergebnis dadurch verändert wird) (!Weil der Bundespräsident Parteiprogramme schreibt) (!Weil die Opposition Ministerien verteilt)
Was ist das wichtigste Ziel von Sondierungsgesprächen? (Prüfen, ob förmliche Koalitionsverhandlungen sinnvoll sind) (!Die Bundesregierung sofort zu ernennen) (!Ein Gesetz ohne Bundestag zu beschließen) (!Die nächste Wahl vorzubereiten)
Was bedeutet absolute Mehrheit? (Mehr als die Hälfte aller Sitze oder Stimmen) (!Genau ein Drittel aller Sitze) (!Die größte Fraktion ohne Rücksicht auf Sitze) (!Die Zustimmung aller Parteien)
Welche Aufgabe haben Arbeitsgruppen in Koalitionsverhandlungen? (Sie erarbeiten Vorschläge zu bestimmten Fachthemen) (!Sie führen die Bundestagswahl durch) (!Sie ernennen den Bundespräsidenten) (!Sie kontrollieren die Gerichte)
Was ist ein Koalitionsvertrag? (Eine politische Vereinbarung über die gemeinsame Regierungsarbeit) (!Ein direkt geltendes Gesetz) (!Ein Gerichtsurteil) (!Ein neuer Wahlzettel)
Was bedeutet freies Mandat? (Abgeordnete sind rechtlich nicht an Weisungen gebunden) (!Abgeordnete dürfen ohne Wahl Minister werden) (!Parteien dürfen Stimmen nachträglich ändern) (!Die Regierung entscheidet allein über Gesetze)
Wer wählt den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin? (Der Deutsche Bundestag) (!Der Bundesrat allein) (!Das Bundesverfassungsgericht) (!Die Parteivorsitzenden gemeinsam)
Was kennzeichnet einen politischen Kompromiss? (Alle Seiten machen Zugeständnisse) (!Eine Seite setzt alle Forderungen durch) (!Alle Streitfragen werden verschwiegen) (!Die Wahl wird wiederholt)
Was folgt automatisch aus gescheiterten Koalitionsverhandlungen? (Keine bestimmte Folge tritt automatisch ein) (!Sofortige Neuwahlen) (!Die Auflösung aller Parteien) (!Die Ernennung einer Alleinregierung)
Welche Aufgabe hat die Opposition? (Sie kontrolliert die Regierung und entwickelt Alternativen) (!Sie unterzeichnet jeden Koalitionsvertrag) (!Sie ernennt alle Ministerinnen und Minister) (!Sie entscheidet allein über den Haushalt)
Memory
| Sondierung | Prüfen einer möglichen Zusammenarbeit |
| Koalitionsvertrag | Gemeinsame politische Vereinbarung |
| Arbeitsgruppe | Beratung eines Fachthemas |
| Spitzenrunde | Lösung besonders schwieriger Konflikte |
| Rote Linie | Nicht verhandelbare Forderung |
| Kompromiss | Gegenseitige Zugeständnisse |
| Fraktion | Zusammenschluss von Abgeordneten |
| Opposition | Kontrolle der Regierung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Sondierung | Vorprüfung einer möglichen Zusammenarbeit |
| Mandatsmehrheit | Gemeinsame Mehrheit der Sitze |
| Arbeitsgruppe | Beratung eines bestimmten Politikfeldes |
| Koalitionsvertrag | Vereinbarung über die Regierungsarbeit |
| Parteivotum | Zustimmung innerhalb einer Partei |
| Kanzlerwahl | Entscheidung des Bundestages über die Regierungsleitung |
Kreuzworträtsel
| Sondierung | Wie heißt die Vorprüfung vor förmlichen Koalitionsverhandlungen? |
| Mehrheit | Was benötigen Parteien meist gemeinsam zur Regierungsbildung? |
| Kompromiss | Wie heißt eine Lösung mit gegenseitigen Zugeständnissen? |
| Fraktion | Wie heißt ein Zusammenschluss von Abgeordneten im Parlament? |
| Opposition | Wer kontrolliert die Regierung im Parlament? |
| Ministerium | Wie heißt ein Geschäftsbereich der Bundesregierung? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsnetz: Erstelle ein Begriffsnetz mit Koalition, Mehrheit, Sondierung, Kompromiss, Regierung und Opposition.
- Ablaufplan: Zeichne den Weg von der Wahl bis zur Bildung einer Bundesregierung.
- Medienvergleich: Vergleiche zwei Überschriften zu Koalitionsverhandlungen und beschreibe ihre Wirkung.
- Koalitionsfarben: Gestalte ein Plakat zu bekannten Farbbezeichnungen politischer Koalitionen und erkläre, dass diese nur Kurzbezeichnungen sind.
Standard
- Rollenspiel: Bildet drei Parteien und verhandelt über ein gemeinsames Programm für Eure Schule.
- Koalitionsvertrag analysieren: Untersuche einen kurzen Auszug aus einem Koalitionsvertrag und markiere Ziele, Zeitpläne und offene Formulierungen.
- Pressekonferenz: Formuliere nach einer simulierten Verhandlung eine gemeinsame Presseerklärung.
- Interview: Befrage ein Mitglied des Gemeinderats oder Jugendgemeinderats zu Kompromissen in der Kommunalpolitik.
Schwer
- Verhandlungssimulation: Verteile ein begrenztes Schulbudget auf Digitalisierung, Sport, Kultur und Klimaschutz und begründe den Kompromiss.
- Transparenzdebatte: Führe eine Pro-und-Kontra-Debatte zur Frage, ob Koalitionsverhandlungen öffentlich sein sollten.
- Systemvergleich: Vergleiche die Regierungsbildung in Deutschland mit einem anderen parlamentarischen Staat.
- Erklärvideo: Produziere ein Video oder einen Podcast, der Koalitionsverhandlungen anhand eines selbst entwickelten Beispiels erklärt.


Lernkontrolle
- Mehrheiten prüfen: Ein Parlament hat 100 Sitze. Partei A besitzt 34, Partei B 27, Partei C 21 und Partei D 18 Sitze. Entwickle mindestens zwei mögliche Mehrheiten und bewerte ihre politische Stabilität.
- Kompromiss beurteilen: Zwei Parteien einigen sich darauf, ein Projekt später und kleiner umzusetzen. Erkläre, welche Interessen berücksichtigt wurden und wer Zugeständnisse gemacht hat.
- Transparenz abwägen: Begründe, welche Teile von Koalitionsverhandlungen vertraulich bleiben dürfen und welche Informationen öffentlich sein sollten.
- Scheitern analysieren: Entwickle drei demokratisch mögliche Reaktionen auf gescheiterte Koalitionsverhandlungen und erkläre ihre Folgen.
- Freies Mandat anwenden: Beurteile den Konflikt, wenn eine Abgeordnete gegen einen Punkt des Koalitionsvertrags stimmen möchte.
- Verantwortung erklären: Zeige an einem selbst gewählten Politikfeld, wie Regierung, Koalitionsfraktionen, Bundestag und Opposition nach der Regierungsbildung zusammenwirken.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du:
- den Ablauf von der Wahl bis zur Regierungsbildung verständlich darstellen,
- Sondierungen und Koalitionsverhandlungen unterscheiden,
- Mehrheiten aus einer Sitzverteilung ableiten,
- die Bedeutung von Kompromissen und roten Linien erklären,
- den politischen Charakter eines Koalitionsvertrags beurteilen,
- die Rolle von Bundestag, Bundespräsident, Regierung und Opposition einordnen,
- an einer Verhandlung teilnehmen und das Ergebnis begründen können.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
Koalitionsverhandlungen verbinden Wahlergebnisse, Parteienwettbewerb, Mehrheitsbildung, Regierungsbildung, Kompromissfindung und parlamentarische Kontrolle. Das Thema eignet sich besonders für Gemeinschaftskunde, Politik, Sozialkunde und fächerübergreifende Demokratiebildung.
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