Zum Inhalt springen

Kate Bush - Running Up That Hill

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

Kate Bush - Running Up That Hill




Einleitung

Running Up That Hill (A Deal with God) von Kate Bush erschien 1985 als erste Single aus dem Album Hounds of Love. Der Song verbindet Synth-Pop, New Wave, Art-Pop und eine ungewöhnlich eigenständige Studioproduktion: Kate Bush schrieb und produzierte das Stück selbst, nutzte den digitalen Sampler Fairlight CMI, einen LinnDrum-Drumcomputer und einen charakteristischen, nahezu ununterbrochenen rhythmischen Puls. Inhaltlich kreist das Lied um die Vorstellung, zwei Liebende könnten ihre Rollen beziehungsweise Perspektiven tauschen, um einander besser zu verstehen.[1]

Fast vier Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung bekam der Song ein zweites großes Publikum. Seine prominente Verwendung in der vierten Staffel der Streaming-Serie Stranger Things führte 2022 zu einem außergewöhnlichen Wiederaufstieg in Charts und Streamingdiensten. Kate Bush selbst beschrieb die Platzierung in der Serie als einen neuen emotionalen Kontext für das Lied.[2]

Kate Bush im Umfeld von „Hounds of Love“, 1985. Wikimedia Commons, Public Domain.[3]

Offizielles Musikvideo auf dem offiziellen YouTube-Kanal KateBushMusic. Das Video ist kein frei lizenziertes OER-Medium; es wird hier lediglich über die offizielle YouTube-Einbettung verknüpft.

In diesem aiMOOC untersuchst Du besonders:

  1. Synth-Pop: Wie digitale Klangfarben, Sampling, Wiederholung und elektronische Produktion den Song prägen.
  2. Rhythmus: Warum der markante Drum-Sound gleichzeitig mechanisch, körperlich und dramatisch wirkt.
  3. Songtextanalyse: Wie das Rollentausch-Motiv als Gedankenexperiment über Empathie und Missverständnisse funktioniert.
  4. Musikproduktion: Welche gestalterische Rolle Kate Bush als Produzentin übernahm.
  5. Streaming: Wie ein Song von 1985 im Jahr 2022 durch eine audiovisuelle Erzählung ein neues, jüngeres Publikum erreichte.
  6. Medienanalyse: Wie Musikvideo, Serie, Charts, Plattformen und soziale Weiterverbreitung zusammenwirken.


Entstehungsgeschichte


Von „A Deal with God“ zu „Running Up That Hill“

Kate Bush entwickelte den Song als eines der ersten Stücke für Hounds of Love. Die frühe Fassung entstand in ihrem Heimstudio auf einer Achtspurmaschine. Ausgangspunkte waren der Fairlight CMI, ein von Del Palmer programmiertes LinnDrum-Pattern sowie Bushs Gesangsideen. In einem zeitgenössischen Interview beschrieb Bush den Beginn des Stücks ausdrücklich als Kombination aus Fairlight-Klang, programmiertem Rhythmus und Stimme.[4]

Der ursprüngliche Titel lautete A Deal with God. Die Plattenfirma EMI befürchtete, dass ein Titel mit dem Wort „God“ in bestimmten Märkten oder Radioprogrammen problematisch sein könnte. Bush akzeptierte schließlich Running Up That Hill als Single-Titel; auf dem Album wurde der Zusatz A Deal with God beibehalten.[5]

Der Song erschien am 5. August 1985 als Single. In Großbritannien erreichte er damals Platz 3. Damit war er bereits bei der Erstveröffentlichung ein großer Erfolg, bevor er Jahrzehnte später noch einmal eine neue Chartgeschichte schrieb.[6]


Kate Bush als Produzentin

Für Hounds of Love war die Kontrolle über den Produktionsprozess besonders wichtig. Bush hatte ein eigenes Studio zur Verfügung und konnte dadurch langsamer, experimenteller und unabhängiger arbeiten als bei Produktionen, die vollständig von teurer externer Studiozeit abhängig waren. Running Up That Hill wurde von ihr nicht nur geschrieben, sondern auch produziert.

Das ist für die Analyse entscheidend: Klangfarbe, Songform, Gesang, Rhythmus und räumliche Effekte sind nicht bloß nachträgliche Verpackung einer Komposition. Sie gehören zur musikalischen Idee selbst. Der Song zeigt deshalb besonders deutlich, wie Musikproduktion zu einer kompositorischen Tätigkeit werden kann.


Synth-Pop und Klangdesign


Der Fairlight CMI

Der Fairlight CMI war ein frühes digitales Musiksystem, das Sampling, Klangerzeugung und Sequencing verband. Kate Bush gehörte zu den Künstlerinnen und Künstlern, die diese Technologie sehr früh kreativ einsetzten. Beim Fairlight konnten aufgenommene Klänge digital gespeichert, verändert und über eine Tastatur gespielt werden. Damit ließ sich die Grenze zwischen „echtem Instrument“, Sample und synthetischer Klangfarbe gezielt verwischen.[7]

Fairlight CMI Series II. Wikimedia Commons, CC BY 2.0.[8]

Bei Running Up That Hill wurde der Fairlight unter anderem für das prägnante Synthesizer-/Sample-Motiv und für lang ausgehaltene Klangflächen eingesetzt. Bush schilderte, dass sie einen Fairlight-Klang als Ausgangspunkt für das Riff nahm und einen mehrtönigen Akkord in einen digitalen Hallprozessor einspeiste, um einen anhaltenden, schwebenden Hintergrundklang zu erzeugen.[9]


Page R und frühes digitales Sequencing

Die Fairlight-Oberfläche „Page R“ machte musikalische Abläufe grafisch organisierbar. Damit wird ein Grundprinzip moderner DAWs sichtbar: Musik kann nicht nur aufgenommen, sondern auch als Folge wiederholbarer Ereignisse organisiert werden.

Fairlight CMI II, „Page R“. Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.[10]

Für die Analyse von Synth-Pop ist das wichtig: Wiederholung bedeutet nicht automatisch musikalische Einfachheit. Gerade durch konstante Loops können kleine Veränderungen in Stimme, Harmonik, Dynamik und Klangschichtung stärker auffallen.


Kurzes Score-Beispiel: selbst erfundener Synth-Puls

Das folgende Beispiel ist keine Transkription des Songs. Es ist ein selbst erstelltes Miniaturmodell, das nur das Prinzip eines gleichmäßigen, ostinaten Synth-Pulses zeigt:


\relative c' {
  \time 4/4
  e8 e e4 e8 e e4 |
  e8 e e4 g8 e d4
}

Frage Dich beim Hören: Was passiert mit Deiner Wahrnehmung, wenn ein Pattern fast unverändert bleibt? Welche anderen musikalischen Ebenen werden dadurch wichtiger?


Der markante Drum-Sound


LinnDrum, Loop und akustische Ergänzungen

Das rhythmische Fundament des Songs geht auf ein LinnDrum-Pattern zurück, das Del Palmer nach einer rhythmischen Idee von Kate Bush programmierte. Später ergänzte der Schlagzeuger Stuart Elliott akustische Snare- und Fill-Elemente. Dadurch entsteht eine Mischung aus maschineller Konstanz und menschlicher Verstärkung.[11]

Historische LinnDrum-Broschüre. Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 / GFDL.[12]

Der Grundpuls steht im 4/4-Takt und liegt ungefähr bei 108 Schlägen pro Minute. Auffällig sind die tiefen Tom-Klänge und die starke Snare-Wirkung. In vielen Abschnitten fehlt das typische dauernde Hi-Hat-Zischeln anderer Popproduktionen; dadurch bekommt das rhythmische Gerüst mehr Raum und wirkt zugleich massiv und reduziert.[13]

Der Drum-Sound unterstützt mehrere Deutungen zugleich:

  1. Ostinato: Die Wiederholung vermittelt Beharrlichkeit und Bewegung.
  2. Klangfarbe: Tiefe Toms erzeugen körperlichen Druck.
  3. Dynamik: Spätere Fills steigern die Intensität.
  4. Produktion: Elektronische und akustische Anteile verschmelzen.
  5. Text-Musik-Beziehung: Das stetige Vorwärtsdrängen kann als musikalisches Gegenstück zum Bild des Laufens und Überwindens gehört werden.


Kurzes Score-Beispiel: selbst erfundenes Rhythmusmodell

Auch dieses Beispiel ist nicht das Original-Pattern, sondern ein frei erfundenes Analysemodell:


\relative c' {
  \clef percussion
  \time 4/4
  c8 c c4 c8 c c4 |
  c4 c8 c c4 c8 c
}

Variiere das Modell selbst: Lass einzelne Achtel weg oder verschiebe Akzente. Beobachte, wie schnell sich die Wirkung zwischen „marschierend“, „tanzend“, „nervös“ und „schwer“ verändert.


Harmonik, Melodik und Form


C-Moll als klangliches Zentrum

Analysen verorten den Song in C-Moll. Eine dauerhaft präsente Klangfläche stabilisiert das tonale Zentrum, während die darunterliegenden Akkorde Spannung und Entspannung erzeugen. Die Harmonik arbeitet mit relativ wenigen Akkordfeldern; gerade deshalb wird die Wirkung von Lage, Klangfarbe, Dissonanz und Stimmführung besonders wichtig.[14]

Die Gesangslinie wirkt in den Strophen teilweise deklamatorisch, also näher am eindringlichen Sprechen als an einer weich fließenden Popmelodie. Im Refrain werden längere Töne, größere Intervallsprünge und harmonische Reibungen stärker wahrnehmbar. Dadurch entsteht ein Gefühl von Drängen, Spannung und nicht vollständig eingelöster Auflösung.


Kurzes Score-Beispiel: selbst erfundener Drone-Effekt

Das folgende Beispiel steht absichtlich in einer anderen Tonart und enthält keine Melodie oder Harmonie des Originals. Es zeigt nur, wie zwei lange Töne als Drone eine Fläche bilden können:


\relative c' {
  \time 4/4
  <d f>1 ~ |
  <d f>1
}

Spiele gedanklich verschiedene Akkorde unter einer solchen Fläche. Ein feststehender Drone kann einen Akkord stabilisieren, aber auch Reibung erzeugen, wenn einzelne Töne nicht vollständig zum wechselnden Akkord passen.


Kurzes Score-Beispiel: selbst erfundene harmonische Spannung


\relative c' {
  \time 4/4
  <f a c>2 <g b d>2 |
  <a c e>1
}

Dieses frei erfundene Beispiel zeigt ein allgemeines Pop-Prinzip: Eine aufwärts gerichtete Akkordbewegung kann Vorwärtsdrang erzeugen. Analysiere nicht nur die Akkordnamen, sondern auch die Wahrnehmung: Wo erwartest Du Ruhe? Wo entsteht Spannung?


Form als Steigerungsprozess

Die Form orientiert sich grundsätzlich an einer Pop-Songstruktur mit Intro, Strophen, vorbereitenden Übergängen, Refrains, Bridge und ausgedehntem Schluss. Bemerkenswert ist weniger die Existenz dieser Teile als ihre klangliche Verbindung: Der konstante Puls und die durchlaufenden Flächen verhindern harte Brüche. Der Song wirkt dadurch wie ein kontinuierlicher Bewegungsprozess.

Für Deine Höranalyse kannst Du eine Zeitleiste anlegen und bei jedem Abschnitt drei Dinge markieren:

  1. Welche Klangschicht kommt hinzu oder verschwindet?
  2. Wie verändert sich die Gesangsdichte?
  3. Wie verändert sich die Intensität des Schlagzeugs?


Inhaltserschließung und Rollentausch-Motiv


Perspektivwechsel statt wörtlicher Handlung

Der Text erzählt keine lineare Geschichte mit Anfang, Wendepunkt und Schluss. Im Zentrum steht vielmehr ein Gedankenexperiment: Zwei Menschen in einer Liebesbeziehung könnten ihre Plätze beziehungsweise Rollen tauschen, um die Wahrnehmung des jeweils anderen wirklich zu verstehen.

Kate Bush erklärte dieses Motiv selbst als Versuch, Missverständnisse zwischen einem Mann und einer Frau durch einen radikalen Perspektivwechsel zu überwinden. Der kurze Ausdruck „swap our places“ fasst dieses Rollentausch-Motiv zusammen. Ebenso verweist der kurze Ausdruck „deal with God“ auf die übernatürliche Bedingung dieses unmöglichen Tauschs.[15]

Eine sinngemäße deutsche Inhaltserschließung lautet:

Zwei Liebende erleben Nähe und zugleich die Grenzen gegenseitigen Verstehens. Das lyrische Ich wünscht sich eine unmögliche Möglichkeit, die Erfahrung des anderen direkt zu übernehmen. Der „Pakt“ ist deshalb weniger religiöse Aussage als erzählerisches Mittel: Nur eine übernatürliche Veränderung scheint stark genug, um die Perspektivgrenze vollständig zu überwinden.

Diese Zusammenfassung ist bewusst eine Paraphrase und keine vollständige Übersetzung des geschützten Songtexts.


Empathie als Thema

Der Song lässt sich als musikalische Untersuchung von Empathie lesen. Entscheidend ist der Unterschied zwischen drei Ebenen:

  1. Wissen: Ich weiß, dass ein anderer Mensch etwas empfindet.
  2. Vorstellen: Ich versuche mir vorzustellen, wie sich diese Erfahrung anfühlt.
  3. Erleben: Ich könnte die Erfahrung unmittelbar aus der Position des anderen machen.

Der Song steigert die zweite Ebene gedanklich zur dritten. Genau darin liegt die Unmöglichkeit des Rollentausch-Motivs und zugleich seine emotionale Kraft.


Gender und historische Perspektive

Bush formulierte das Motiv 1985 ausdrücklich als Rollentausch zwischen Mann und Frau. In einer heutigen Unterrichtsdiskussion kannst Du zwischen zwei Ebenen unterscheiden: der historischen Aussage der Künstlerin und einer weiterführenden Gegenwartsdeutung. Heute lässt sich das Grundmotiv allgemeiner auf Perspektivwechsel in Beziehungen, Identität, Macht, Kommunikation oder soziale Erfahrung übertragen, ohne Bushs ursprüngliche Aussage umzuschreiben.


Das Musikvideo als zweite Erzählebene

Das offizielle Musikvideo wurde von David Garfath inszeniert; die Choreografie stammt von Diane Grey. Kate Bush tanzt mit Michael Hervieu. Statt einer typischen Playback-Performance mit ständigem Lippen-Synchronisieren steht eine körperliche Partnerchoreografie im Vordergrund. Wiederkehrende Bewegungen, Nähe, Trennung und eine anonyme Menschenmenge übersetzen das Thema der Beziehung in Körper, Raum und Bewegung.[16]

Achte beim offiziellen Video auf folgende Fragen:

  1. Wann bewegen sich die beiden Figuren synchron?
  2. Wann entstehen asymmetrische Körperpositionen?
  3. Wie wird Nähe gezeigt, ohne Text einzublenden?
  4. Welche Funktion hat die Menschenmenge?
  5. Wie verändert die Choreografie Deine Interpretation des Rollentausch-Motivs?


Live- und Fernsehkontext 1985

Eine wichtige historische Vergleichsmöglichkeit bietet der Auftritt in der BBC-Sendung Wogan. Vergleiche die Wirkung einer Fernsehperformance mit dem kunstvoll inszenierten Musikvideo: Im einen Fall steht die Präsentation eines Songs in einer TV-Situation im Vordergrund, im anderen die eigenständige audiovisuelle Choreografie.

Offizieller Upload auf KateBushMusic: „Running Up That Hill – Live on Wogan 1985“.


2022: Renaissance durch Stranger Things und Streaming


Musik als erzählerisches Motiv in einer Serie

In Staffel 4 von Stranger Things wurde Running Up That Hill eng mit der Figur Max verbunden. Die Musik fungiert dort nicht bloß als nostalgische Hintergrundmusik, sondern als wiederkehrendes emotionales Motiv innerhalb der Handlung. Kate Bush bezeichnete den Song in diesem Zusammenhang als eine Art „Talisman“ für Max und hob hervor, dass die Serie dem Stück einen neuen erzählerischen Rahmen gegeben habe.[17]

Eine solche Platzierung eines Songs in Film, Fernsehen, Games oder Streaming-Serien wird häufig als Sync-Platzierung bezeichnet. Sie kann ein älteres Stück in einen neuen Zusammenhang bringen und dadurch neue Zielgruppen erreichen.


Der Streaming-Effekt

Spotify berichtete, dass die weltweiten Streams des Songs nach dem Start der vierten Staffel von Stranger Things stark anstiegen; am 30. Mai 2022 lag der globale Zuwachs laut Spotify bei mehr als 8.700 Prozent gegenüber dem vorherigen Niveau.[18]

In Großbritannien stieg der Song 2022 bis auf Platz 1 der Official Singles Chart und blieb dort drei Wochen. Zwischen der ursprünglichen Veröffentlichung und dem Erreichen der britischen Nummer-eins-Position lagen rund 37 Jahre.[19]

Die Official Charts Company bezeichnete Running Up That Hill außerdem als den britischen „Song of the Summer 2022“ und meldete für den betrachteten Sommerzeitraum 86,6 Millionen Streams im Vereinigten Königreich.[20]


Warum kann ein alter Song plötzlich wieder aktuell werden?

Die 2022er Renaissance lässt sich nicht auf einen einzelnen Algorithmus reduzieren. Mehrere Faktoren griffen ineinander:

  1. Narration: Der Song bekam in Stranger Things eine emotionale Funktion.
  2. Streaming: Zuschauer konnten das Lied unmittelbar nach dem Serienerlebnis auf Musikplattformen aufrufen.
  3. Playlist: Plattformen nahmen den älteren Katalogtitel in aktuelle redaktionelle Zusammenhänge auf.
  4. Soziale Medien: Ausschnitte, Reaktionen, Memes und Kurzvideos verstärkten die Sichtbarkeit.
  5. Generationenwechsel: Viele jüngere Hörerinnen und Hörer entdeckten Kate Bush erstmals.
  6. Katalogmusik: Ein älterer Titel wurde wie eine aktuelle Veröffentlichung behandelt und neu kontextualisiert.

Damit eignet sich der Song hervorragend, um die veränderte Beziehung zwischen Popmusik, Streaming, Algorithmus, Serie und Popkultur zu untersuchen.


Besonderheiten auf einen Blick

Bereich Besonderheit Wirkung
Produktion Kate Bush schrieb und produzierte den Song selbst Klanggestaltung und Komposition greifen eng ineinander
Synthesizer Fairlight CMI mit Sampling und digitalen Klangflächen Prägnante, zugleich künstliche und emotionale Klangwelt
Rhythmus LinnDrum-Grundpattern plus akustische Verstärkung Mechanischer Puls mit körperlicher Dynamik
Harmonik Mollzentrum, Drone und wiederkehrende Akkordfelder Spannung bei relativ stabiler Grundstruktur
Text Rollentausch als Gedankenexperiment Empathie und Missverständnis werden konkret erfahrbar
Musikvideo Partnerchoreografie statt konventioneller Playback-Inszenierung Körperliche Übersetzung des Beziehungsthemas
Rezeption Wiederentdeckung 2022 durch Stranger Things Neuer historischer und emotionaler Kontext
Medienökologie Serie, Streaming, Playlists und soziale Medien Beschleunigte Verbreitung über Generationen hinweg


Urheberrecht und Medienkompetenz

Dieser aiMOOC gibt keinen vollständigen urheberrechtlich geschützten Songtext und keine vollständige Partitur oder Originalmelodie wieder. Die wenigen englischen Textfragmente sind kurze Zitate zur Analyse. Die deutsche Inhaltserschließung ist eine sinngemäße Paraphrase.

Die mit der MediaWiki-Erweiterung Extension:Score dargestellten Notenbeispiele sind vollständig neu erstellt und dienen ausschließlich dazu, allgemeine Analysebegriffe wie Ostinato, Drone und harmonische Spannung hörbar zu machen.

Bei den Bildern werden vorzugsweise gemeinfreie oder frei lizenzierte Dateien von Wikimedia Commons verwendet. Die eingebetteten Musikvideos stammen aus dem offiziellen YouTube-Kanal von Kate Bush. YouTube-Videos sind dadurch nicht automatisch OER; ihre Nutzung erfolgt als externe Einbettung gemäß der jeweiligen Plattformbereitstellung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer schrieb und produzierte „Running Up That Hill“? (Kate Bush) (!Del Palmer) (!Stuart Elliott) (!David Garfath)




Welches digitale Instrument prägte den Synthesizer- und Sampling-Klang des Songs? (Fairlight CMI) (!Mellotron) (!Hammond-Orgel) (!Minimoog ausschließlich)




Welches Gerät lieferte das programmierte rhythmische Grundgerüst? (LinnDrum) (!Akustisches Klavier) (!Tonband-Echo) (!Kirchenorgel)




Welches Motiv steht im Zentrum des Songinhalts? (Rollentausch zur besseren gegenseitigen Verständigung) (!Eine Reise durch verschiedene Länder) (!Ein historischer Krieg) (!Eine Sportreportage)




Warum wurde der ursprünglich geplante Titel A Deal with God geändert? (Die Plattenfirma befürchtete Probleme bei Radioeinsätzen in bestimmten Märkten) (!Der Titel war bereits als Albumname vergeben) (!Kate Bush hatte den Songtext verloren) (!Der Song wurde erst nach 2000 umbenannt)




Welche Tonart beziehungsweise welches tonale Zentrum wird in Analysen häufig genannt? (C Moll) (!D Dur) (!Fis Dur) (!H Dur)




Welche Aussage beschreibt den Drum-Sound am besten? (Programmiertes Grundpattern und akustische Ergänzungen werden kombiniert) (!Das Stück verwendet ausschließlich ein unbegleitetes Schlagzeugsolo) (!Der Rhythmus besteht nur aus Handclaps) (!Es gibt keinerlei perkussive Klänge)




Welche Produktionstechnik erklärt den lang ausgehaltenen Hintergrundklang besonders gut? (Ein mehrtöniger Klang wurde mit langem digitalen Hall zu einer Fläche erweitert) (!Alle Instrumente wurden ohne Effekte mono aufgenommen) (!Der Song wurde nur mit einer Akustikgitarre aufgenommen) (!Der Hintergrund besteht ausschließlich aus Publikumsgeräuschen)




Welches Ereignis trug 2022 besonders zur erneuten Popularität des Songs bei? (Die Verwendung in Stranger Things) (!Die Veröffentlichung als Oper) (!Ein Sieg beim Eurovision Song Contest) (!Die Aufnahme in einen Stummfilm von 1920)




Was zeigt die Renaissance des Songs besonders deutlich? (Ältere Katalogmusik kann durch neue audiovisuelle Kontexte ein neues Publikum erreichen) (!Streaming kann ausschließlich neue Songs verbreiten) (!Musikvideos haben grundsätzlich keinen Einfluss auf Rezeption) (!Songs verlieren nach zehn Jahren automatisch ihre kulturelle Bedeutung)





Memory

Fairlight CMI Digitaler Sampler und Musikcomputer
LinnDrum Programmierter Drumcomputer
Kate Bush Songwriterin und Produzentin
Stranger Things Auslöser der großen Renaissance 2022
Rollentausch Gedankenexperiment für Perspektivwechsel
C-Moll Tonales Zentrum
Drone Lang ausgehaltener Hintergrundklang
Hounds of Love Album von 1985





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion im Song oder in seiner Rezeption
Fairlight CMI Sampling und digitale Klanggestaltung
LinnDrum Programmiertes rhythmisches Grundpattern
Quantec-Hall Räumlich verlängerter Drohnenklang
Stuart Elliott Ergänzende akustische Schlagzeugparts
Stranger Things Neue audiovisuelle Kontextualisierung





Kreuzworträtsel

Fairlight Welcher digitale Sampler prägte den Klang des Songs?
LinnDrum Wie heißt der verwendete Drumcomputer?
Empathie Welcher Begriff bezeichnet das Einfühlen in eine andere Perspektive?
Produktion Welcher Arbeitsbereich umfasst Aufnahme Klanggestaltung und Mischung?
Streaming Welche digitale Nutzungsform verstärkte die Renaissance 2022?
Synthpop Welches Genre verbindet Pop mit elektronischer Klangerzeugung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
„Running Up That Hill“ wurde von

geschrieben und produziert.
Der Song erschien ursprünglich im Jahr

.
Ein prägendes digitales Instrument der Produktion war der

.
Das rhythmische Grundgerüst wurde mit einer

programmiert.
Im Zentrum des Textes steht die Vorstellung eines

.
Als tonales Zentrum wird häufig

beschrieben.
Die vierte Staffel von

brachte dem Song 2022 ein neues Massenpublikum.
Die erneute Verbreitung wurde stark durch

unterstützt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre den Song über eine legal verfügbare Quelle und notiere fünf Klangereignisse, die Dir besonders auffallen. Trenne dabei Stimme, Schlagzeug, Synthesizer und räumliche Effekte.
  2. Klangwortschatz: Sammle zehn Adjektive für den Sound und ordne sie den Kategorien Rhythmus, Stimme, Raum und Synthesizer zu.
  3. Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Alltagsszene, in der zwei Personen dasselbe Ereignis unterschiedlich erleben. Formuliere anschließend beide Perspektiven.
  4. Musikvideoanalyse: Wähle drei Standbilder aus dem offiziellen Video gedanklich aus und beschreibe, wie Körperhaltung und Raumbeziehung das Thema Nähe oder Trennung ausdrücken.


Standard

  1. Synth-Pop-Produktion: Erstelle mit einer Musik-App ein eigenes acht- bis sechzehntaktiges Stück aus Drumloop, Drone und einer kurzen selbst erfundenen Synthesizerfigur. Verwende keine Melodie aus dem Originalsong.
  2. Rhythmusanalyse: Programmiere zwei unterschiedliche 4/4-Patterns mit tiefen Toms und Snare. Erkläre anschließend, welches stärker nach Vorwärtsdrang klingt und warum.
  3. Streaming und Popkultur: Recherchiere einen weiteren älteren Song, der durch Film, Serie, Game oder soziale Medien wieder populär wurde. Vergleiche den Fall mit „Running Up That Hill“.
  4. Quellenkritik: Vergleiche einen Wikipedia-Artikel, eine Künstlerquelle und eine Chartquelle zum Song. Notiere, welche Informationen jede Quelle besonders gut belegen kann.


Schwer

  1. Musikproduktion als Komposition: Verfasse eine Analyse darüber, inwiefern Sampling, Drum-Programming, Hall und Overdubs bei „Running Up That Hill“ kompositorische Funktionen übernehmen.
  2. Intermedialität: Vergleiche Song, offizielles Musikvideo und die Verwendung in „Stranger Things“. Untersuche, wie sich die Bedeutung durch den jeweiligen Kontext verändert.
  3. Digitale Musikkultur: Entwickle ein Modell mit mindestens fünf Faktoren, das erklärt, wie Katalogmusik im Streamingzeitalter erneut viral werden kann. Wende Dein Modell auf den Song an.
  4. Eigenes Analysevideo: Produziere ein drei- bis fünfminütiges Erklärvideo mit selbst erstellten Grafiken, eigenen Score-Beispielen und rechtssicheren Medien. Verwende keine vollständigen Lyrics und keine nachgespielte Originalmelodie.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Klang und Bedeutung: Erkläre, wie ein nahezu konstanter rhythmischer Puls eine Geschichte über Anstrengung, Beziehung und Perspektivwechsel unterstützen kann.
  2. Technik und Ästhetik: Beurteile anhand konkreter Klangmerkmale, warum der Einsatz von Fairlight und LinnDrum mehr ist als bloße „1980er-Technik“.
  3. Perspektivwechsel und Empathie: Übertrage das Rollentausch-Motiv auf einen Konflikt außerhalb einer Liebesbeziehung und zeige, wo die Metapher hilfreich ist und wo sie an Grenzen stößt.
  4. Produzentin als Autorin: Erkläre, wie sich Deine Analyse verändert, wenn Du weißt, dass Kate Bush nicht nur Sängerin und Songwriterin, sondern auch Produzentin des Stücks war.
  5. Medienkontext: Vergleiche die Wirkung eines Songs als Single, als Musikvideo und als Bestandteil einer Serienhandlung. Welche Bedeutung entsteht erst durch den jeweiligen Kontext?
  6. Streaming-Renaissance: Entwickle eine begründete Erklärung dafür, warum ein Jahrzehnte alter Song im Streamingzeitalter wieder als gegenwärtig erlebt werden kann, ohne dass er musikalisch neu geschrieben wird.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. den Song historisch in das Jahr 1985 und das Album Hounds of Love einordnen kannst,
  2. die Funktionen von Fairlight CMI, LinnDrum, Hall, Overdubs und akustischen Ergänzungen erklären kannst,
  3. Merkmale von Synth-Pop am konkreten Klangbild beschreiben kannst,
  4. das Rollentausch-Motiv sinngemäß erklären kannst, ohne den vollständigen Songtext zu reproduzieren,
  5. musikalische Parameter wie Rhythmus, Form, Harmonik, Klangfarbe und Produktion miteinander verknüpfen kannst,
  6. das Musikvideo als eigenständige audiovisuelle Interpretation untersuchen kannst,
  7. die Wiederentdeckung 2022 durch Stranger Things und Streaming als medienkulturellen Prozess erklären kannst,
  8. zwischen Primärquellen, journalistischen Quellen, Chartdaten, Wikipedia und Plattformdaten unterscheiden kannst,
  9. urheberrechtlich geschützte Originale von frei lizenzierten, gemeinfreien und selbst erstellten Analysemedien unterscheiden kannst.




Quellen

  1. Kate Bush: On Top of that Hill, 17.06.2022 – Künstlerinnenquelle zur Verwendung in Stranger Things und zur erneuten Rezeption.
  2. Kate Bush: Stranger Things, 04.06.2022 – frühe Reaktion der Künstlerin auf die Wiederentdeckung.
  3. Official Charts: Running Up That Hill – britische Chartdaten zur Erstveröffentlichung und zur Rückkehr 2022.
  4. Spotify Newsroom: Kate Bush streams soared up a mountain – Plattformdaten zur Streaming-Renaissance 2022.
  5. International Musician, Oktober 1985: What Katy Did – zeitgenössische Aussagen von Kate Bush zum Produktionsprozess.
  6. National Science and Media Museum: The Fairlight CMI – Hintergrund zu Sampling, Fairlight und Popproduktion.
  7. MusicRadar: What’s so great about Running Up That Hill? – technische Höranalyse zu Drone, Drums und Produktionsstruktur.
  8. Classic FM: Running Up That Hill – music theory analysis – musikanalytische Einordnung.
  9. Wikipedia: Running Up That Hill – Überblick zu Veröffentlichung, Entstehung und Rezeption.
  10. Wikimedia Commons: Kate Bush 1985 Publicity Photo – Public Domain.
  11. Wikimedia Commons: Fairlight green screen – CC BY 2.0.
  12. Wikimedia Commons: Fairlight II Page R – CC BY-SA 3.0.
  13. Wikimedia Commons: LinnDrum brochure – CC BY-SA 3.0 / GFDL.


OERs zum Thema

Zusätzlich eignen sich die frei lizenzierten Medienkategorien:

  1. Wikimedia Commons: Kate Bush
  2. Wikimedia Commons: Fairlight CMI
  3. Wikimedia Commons: LinnDrum


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...