Kanonen- und Geschützschmiede - Schmied


Kanonen- und Geschützschmiede - Schmied
Kanonen- und Geschützschmiede - Schmied
Einleitung
Die Kanonen- und Geschützschmiede war ein hoch spezialisiertes Arbeitsfeld innerhalb der historischen Schmiedekunst, der Waffenherstellung und des frühen Metallbaus. Im Mittelpunkt stand nicht das Bedienen eines Geschützes, sondern die Herstellung, Bearbeitung, Montage und Prüfung metallener Bauteile. Besonders anspruchsvoll waren schmiedeeiserne Geschützrohre, die aus Längsstäben und umlaufenden Ringen aufgebaut wurden. Solche Konstruktionen werden als Stabringgeschütze oder Stabringbüchsen bezeichnet.
Der Begriff Geschütz ist weiter als der Begriff Kanone. Ein Geschütz ist eine schwere Rohrwaffe, die gewöhnlich aus Geschützrohr, Verschluss- oder Bodenbereich und Lafette besteht. Eine Kanone ist fachsprachlich eine bestimmte Geschützart mit vergleichsweise flacher Geschossbahn. Im Alltag wird „Kanone“ oft als Sammelbegriff verwendet.
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in der Metalltechnik, besonders an Lernende im Beruf Metallbauer bzw. Metallbauerin, Fachrichtung Metallgestaltung, sowie an Interessierte aus Werkstofftechnik, Restaurierung, Technikgeschichte und Museumspädagogik. Einen eigenständigen anerkannten Ausbildungsberuf „Kanonen- und Geschützschmied“ gibt es heute in Deutschland nicht. Passende Kompetenzen werden unter anderem in der 3,5-jährigen dualen Ausbildung zum Metallbauer oder zur Metallbauerin der Fachrichtung Metallgestaltung vermittelt. Dazu gehören das Handhaben von Schmiedefeuern und schmiedbaren Werkstoffen, das Herstellen geschmiedeter Bauteile, das Fügen, das Prüfen und das Arbeiten nach technischen Unterlagen.
Wichtiger Sicherheitsrahmen: Der Kurs vermittelt Technikgeschichte, Werkstoffkunde und berufliche Kompetenzen. Er enthält keine Anleitung zum Bau einer funktionsfähigen Waffe. Arbeiten an historischen oder nachgebauten Geschützen dürfen nur in rechtlich geklärten, fachlich beaufsichtigten und sicher eingerichteten Werkstätten stattfinden. Treibladungen, Beschussversuche und scharfe Funktionsprüfungen gehören nicht in ein Ausbildungsprojekt ohne speziell zuständige Fachstellen.

Lernziele
Nach diesem Lernkurs kannst Du die historische Kanonen- und Geschützschmiede fachlich von der Geschützgießerei unterscheiden. Du erklärst den Aufbau eines Stabringgeschützes, ordnest typische Schmiedeverfahren zu und verwendest Begriffe wie Stab, Ring, Schrumpfsitz, Feuerschweißen, Rohrseele, Mündung und Pulverkammer korrekt. Außerdem beurteilst Du Werkstoffe, Fertigungsfehler, Prüfverfahren, Arbeitsschutzmaßnahmen und denkmalpflegerische Anforderungen.
Historisches Berufsbild
Kanonen- und Geschützschmiede arbeiteten an der Schnittstelle von Schmiedehandwerk, Bergbau, Hüttenwesen, Mechanik und militärischer Logistik. Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren große Werkstücke nur mit arbeitsteiliger Organisation herstellbar. Meister, Gesellen, Zuschläger, Feuerarbeiter, Bohrer, Schlosser, Zimmerleute und Transportkräfte mussten ihre Tätigkeiten abstimmen. Für schwere Bauteile kamen wassergetriebene Hämmer, Hebezeuge und besondere Feuerstellen zum Einsatz.
Der Büchsenmeister war ein benachbarter, aber nicht identischer Fachmann. Er war häufig für Geschützpflege, Munition, Pulver, Richten und Schießen zuständig. Der Geschützgießer stellte dagegen gegossene Rohre her. Besonders Bronze wurde in Formen gegossen und nicht geschmiedet. Deshalb wäre es fachlich falsch, jedes historische Geschütz als Schmiedearbeit zu bezeichnen.

Das historische Berufsbild verlangte Erfahrung, weil Temperatur, Werkstoffzustand und Fügeverhalten nicht mit modernen Mess- und Regelanlagen kontrolliert werden konnten. Der Schmied musste Glühfarben deuten, den Klang des Werkstücks beachten, Verformungen erkennen und viele Arbeitsschritte im Team koordinieren. Fehler konnten erst spät sichtbar werden und waren bei großen Werkstücken besonders teuer.
Vom Handwerk zur spezialisierten Fertigung
Frühe eiserne Geschützrohre wurden teils aus mehreren ausgeschmiedeten Längsstäben zusammengesetzt. Um diesen Stabverband legte man eiserne Ringe. Erhitzte Ringe ließen sich aufschieben und zogen sich beim Abkühlen zusammen. So entstand ein Schrumpfsitz, der den Stabverband radial zusammenhielt. Je nach Konstruktion wurden Verbindungen zusätzlich feuerverschweißt oder durch weitere Form- und Passverbindungen gesichert.

Mit Fortschritten im Gießereiwesen entstanden immer häufiger einteilige Rohre aus Bronze oder Gusseisen. Später ermöglichten industrielle Stahlherstellung, große Schmiedepressen, Tiefbohren, Drehen, Wärmebehandlung und zerstörungsfreie Prüfung eine wesentlich besser kontrollierbare Fertigung. Die historische Geschützschmiede wurde damit von spezialisierten metallurgischen und maschinellen Verfahren abgelöst.
Bauarten und fachliche Abgrenzung
Stabringgeschütz
Das Stabringgeschütz ist für die Schmiedegeschichte besonders wichtig. Seine Rohrwand besteht aus längs angeordneten Eisenstäben oder -schienen. Außenliegende Ringe halten den Verband zusammen. Das Prinzip ähnelt in seiner Anordnung einem Fass aus Dauben und Reifen, darf aber nicht mit einer Holzkonstruktion verwechselt werden. Die tragenden Teile bestehen aus Metall.

Die Herstellung erforderte gleichmäßige Stabquerschnitte, gut passende Kontaktflächen und Ringe mit geeignetem Übermaß für den späteren Schrumpfsitz. Ungleichmäßige Erwärmung, Schlackeneinschlüsse, schlechte Schweißstellen oder ungenügende Passung konnten die Festigkeit herabsetzen.
Kammergeschütz
Bei einem Kammergeschütz konnten Rohr und Pulverkammer getrennte Bauteile sein. Herausnehmbare Kammern erleichterten bei manchen Bauformen das Laden, stellten aber hohe Anforderungen an Passung, Abdichtung und sichere Verriegelung. Für die berufliche Betrachtung ist wichtig, zwischen Rohrkörper, Pulverkammer, Bodenbereich und den jeweiligen Fügeflächen zu unterscheiden.

Gegossenes Geschützrohr
Ein gegossenes Geschützrohr entsteht durch Urformen einer Metallschmelze. Historisch waren Bronze und später Gusseisen bedeutend. Bronze ließ sich gut gießen, war vergleichsweise zäh und korrosionsbeständig, aber teuer. Gusseisen war kostengünstiger, konnte jedoch wegen seiner spröderen Eigenschaften und innerer Gussfehler problematisch sein. Das Gießen gehörte zum Arbeitsfeld von Geschützgießern und nicht zum Kern der Schmiedearbeit.
Bauteile und Fachbegriffe
| Fachbegriff | Bedeutung im historischen und technischen Zusammenhang |
|---|---|
| Geschützrohr | Drucktragender Rohrkörper; bei historischen Objekten geschmiedet, gegossen oder aus mehreren Teilen gefügt |
| Rohrseele | Innerer Hohlraum des Rohres; bei späteren Geschützen glatt oder mit Zügen |
| Mündung | Vorderes offenes Ende des Rohres |
| Bodenstück | Hinterer, hoch beanspruchter Bereich des Rohres |
| Pulverkammer | Raum für die historische Treibladung; bei Kammergeschützen teilweise als eigenes Bauteil ausgeführt |
| Schildzapfen | Seitliche Zapfen zur Lagerung und Höhenrichtung eines Rohres in der Lafette |
| Lafette | Trag- und Richtkonstruktion des Geschützes, häufig aus Holz und Metall |
| Kaliber | Innendurchmesser des Rohres beziehungsweise festgelegtes Nennmaß |
| Stabringbauweise | Rohrkonstruktion aus Längsstäben und umlaufenden Ringen |
| Schrumpfsitz | Feste Verbindung, die durch Erwärmen, Fügen und anschließendes Abkühlen entsteht |

Schmiedetechniken
Erwärmen und Temperaturführung
Schmiedbare Eisenwerkstoffe werden erwärmt, damit ihre Umformbarkeit steigt. Historisch beurteilten Schmiede die Temperatur vor allem über die Glühfarbe und ihre Erfahrung. In einer modernen Ausbildung werden zusätzlich Temperaturmessung, Werkstoffdaten und dokumentierte Arbeitsabläufe verwendet. Eine zu niedrige Temperatur kann Risse begünstigen; Überhitzen kann das Gefüge schädigen.
Freiformschmieden
Beim Freiformschmieden wird das Werkstück zwischen einfachen Werkzeugflächen schrittweise geformt. Wichtige Grundoperationen sind Strecken, Stauchen, Biegen, Absetzen, Lochen und Treiben. Für lange Stäbe und große Ringe mussten mehrere Personen oder mechanische Hämmer zusammenarbeiten.
Feuerschweißen
Beim Feuerschweißen werden geeignete Eisen- oder Stahloberflächen auf Schweißtemperatur gebracht und durch Druck beziehungsweise Hammerschläge stoffschlüssig verbunden. Saubere Fügeflächen, geeignete Temperatur und das Verdrängen von Oxiden sind entscheidend. Historische große Bauteile konnten aus vielen kleineren Ausgangsstücken zusammengeschweißt werden. Für Auszubildende ist Feuerschweißen eine anspruchsvolle Technik, die nur unter fachlicher Anleitung geübt werden darf.
Ringe schmieden und aufschrumpfen
Ringe wurden aus Stäben oder Bändern gebogen und an den Enden verschweißt. Für einen Schrumpfsitz wird ein Ring erwärmt, wodurch sich sein Durchmesser vergrößert. Nach dem Aufsetzen kühlt er ab und zieht sich zusammen. Entscheidend sind die vorberechnete Passung, eine gleichmäßige Temperatur und ein geordneter Fügeablauf. Bei historischen Stabringrohren übernahmen mehrere Ringe die radiale Sicherung.
Werkstoffkunde
Schmiedeeisen historischer Geschütze war kein moderner, homogen eingestellter Stahl. Es konnte Schlackenzeilen, unterschiedliche Kohlenstoffgehalte und lokale Schweißzonen enthalten. Seine Eigenschaften hingen stark von Ausgangsmaterial und Verarbeitung ab. Moderne Stähle lassen sich hinsichtlich Zusammensetzung, Reinheit und Wärmebehandlung genauer einstellen.
Für die Beurteilung eines historischen Bauteils reicht deshalb die Benennung „Eisen“ nicht aus. Gefüge, Korrosion, frühere Reparaturen, Materialtrennungen und Verformungen müssen berücksichtigt werden. Bei einem Museumsobjekt steht der Erhalt der Originalsubstanz im Vordergrund; ein Austausch historischer Teile muss begründet und dokumentiert werden.

Arbeitsplanung in der Ausbildung
Ein fachgerechter Arbeitsauftrag beginnt mit Zeichnung, Stückliste, Werkstoffangabe, Arbeitsfolge und Gefährdungsbeurteilung. Auszubildende prüfen Maße, legen Bezugskanten fest, wählen Werkzeuge und planen Transport sowie Handhabung. Bei einem großen Ring oder einer langen Stange gehören auch Masse, Schwerpunkt, Anschlagpunkte und sichere Kommunikationszeichen zur Vorbereitung.
Ein historisches Demonstrationsmodell sollte grundsätzlich nicht funktionsfähig ausgelegt werden. Sinnvolle Ausbildungsprodukte sind ein Schnittmodell, ein verkleinertes Anschauungsmodell ohne durchgehende Rohrseele, eine Material- und Fügestudie oder eine digitale Rekonstruktion. So lassen sich Verfahren und Konstruktion untersuchen, ohne eine einsatzfähige Waffe herzustellen.
Qualitätssicherung und Prüfung
Historische Schmiede nutzten Sichtprüfung, Klangprobe, Maßkontrolle und Erfahrungswissen. Heute werden Prüfungen geplant, dokumentiert und nach festgelegten Kriterien bewertet. Zu den grundlegenden Verfahren gehören:
- Sichtprüfung: Erkennen von Rissen, Korrosion, Verformungen, Überlappungen und unvollständigen Fugen
- Maßprüfung: Kontrolle von Durchmesser, Rundheit, Geradheit, Wanddicke und Lage von Bauteilen
- Farbeindringprüfung: Sichtbarmachen oberflächenoffener Fehler bei geeigneten Werkstoffen
- Magnetpulverprüfung: Auffinden oberflächennaher Fehler in ferromagnetischen Werkstoffen
- Ultraschallprüfung: Erkennen innerer Reflexionsstellen und Materialtrennungen
- Dokumentation: Zuordnung von Befund, Position, Prüfmittel, Datum und Bewertung

Ein Prüfverfahren liefert nicht automatisch eine vollständige Aussage. Oberflächenzustand, Geometrie, Werkstoff und Zugänglichkeit beeinflussen das Ergebnis. Deshalb werden Verfahren kombiniert und von qualifizierten Personen ausgewertet.
Arbeitsschutz und Umweltschutz
In einer Schmiede treten Gefährdungen durch Hitze, Funken, Zunder, Quetschstellen, bewegte Lasten, Lärm, Rauch, Schleifstaub und heiße Werkstücke auf. Notwendig sind Unterweisung, geeignete persönliche Schutzausrüstung, Absaugung, sichere Verkehrswege und geprüfte Arbeitsmittel. Bei Hammerarbeit müssen Augen- und Gesichtsschutz, Gehörschutz, geeignete Kleidung und Sicherheitsschuhe zum Arbeitsauftrag passen. Handschuhe sind tätigkeitsbezogen zu beurteilen, weil sie an rotierenden Maschinen eine zusätzliche Einzugsgefahr verursachen können.
Heiße Werkstücke müssen gekennzeichnet und auf vorgesehenen Ablagen abgelegt werden. Zangen, Gesenke und Hilfswerkzeuge werden vor der Nutzung kontrolliert. Große Bauteile dürfen nur mit geeigneten Hebezeugen und festgelegten Kommandos bewegt werden. Schleifstäube und Zunder sind sortenrein zu erfassen, soweit der betriebliche Entsorgungsweg dies vorsieht.
Restaurierung und Kulturgutschutz
Die Restaurierung eines historischen Geschützes ist keine gewöhnliche Reparatur. Zuerst werden Zustand, Material, Herstellungsmerkmale, Schäden und frühere Eingriffe dokumentiert. Danach wird entschieden, ob gereinigt, konserviert, ergänzt oder lediglich stabilisiert wird. Jede Maßnahme soll nachvollziehbar, möglichst materialverträglich und auf das notwendige Maß begrenzt sein.
Eine historische Rissstelle darf nicht ohne Untersuchung zugeschweißt werden. Wärme kann Gefüge, Korrosion, Spannungszustand und historische Oberflächen verändern. Außerdem kann eine moderne Schweißnaht die Lesbarkeit des Objekts beeinträchtigen. Restauratorinnen, Werkstoffprüfer, Metallbauerinnen, Historiker und die zuständige Denkmalpflege arbeiten deshalb gemeinsam.
Berufliche Gegenwart und Bildungsweg
Der heutige Bildungsweg führt nicht über einen eigenen Beruf „Geschützschmied“. Für handwerkliches Schmieden ist besonders die Ausbildung Metallbauer bzw. Metallbauerin, Fachrichtung Metallgestaltung relevant. Ergänzende Kompetenzen können aus den Berufen Metallbildner, Werkstoffprüfer, Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker und Gießereimechaniker hinzukommen. In Museen und Restaurierungswerkstätten sind außerdem Dokumentation, Denkmalschutz, Korrosionskunde und interdisziplinäre Kommunikation wichtig.
Berufliche Spezialisierung entsteht durch betriebliche Praxis, Lehrgänge, Meisterqualifikation, Restaurierungsfortbildungen und die Beschäftigung mit historischen Quellen. Entscheidend ist die Fähigkeit, traditionelles Handwerk mit moderner Arbeitssicherheit, Werkstoffprüfung und Qualitätsdokumentation zu verbinden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet ein Stabringgeschütz? (Ein Rohrverband aus Längsstäben und umlaufenden Eisenringen) (!Ein vollständig aus Holz gefertigtes Rohr) (!Ein ausschließlich aus Bronze getriebenes Rohr) (!Ein Rohr ohne tragende Außenbauteile)
Welcher Beruf stellte historische Bronzerohre durch Gießen her? (Geschützgießer) (!Hufschmied) (!Büchsenmeister) (!Zirkelschmied)
Was geschieht bei einem Schrumpfsitz? (Ein erwärmtes Bauteil zieht sich beim Abkühlen fest zusammen) (!Ein kaltes Bauteil löst sich durch Wasserzugabe) (!Ein Werkstück wird ausschließlich durch Klebstoff befestigt) (!Ein Ring wird ohne Maßänderung aufgelegt)
Wie heißt der innere Hohlraum eines Geschützrohres? (Rohrseele) (!Lafette) (!Schildzapfen) (!Zange)
Welche Grundoperation verlängert ein Werkstück beim Schmieden? (Strecken) (!Stauchen) (!Nieten) (!Gießen)
Welches Verfahren kann innere Materialtrennungen auffinden? (Ultraschallprüfung) (!Reine Farbmessung) (!Holzfeuchtemessung) (!Sichtprüfung ohne Hilfsmittel)
Warum ist Bronze bei einem historischen Rohr keine Schmiedearbeit? (Weil das Rohr aus einer Metallschmelze gegossen wurde) (!Weil Bronze grundsätzlich aus Holz besteht) (!Weil Bronze nicht aus Metallen besteht) (!Weil jedes Bronzerohr aus Blech geklebt wurde)
Welche Aufgabe gehört zur Arbeitsvorbereitung? (Arbeitsfolge und Gefährdungsbeurteilung festlegen) (!Heiße Werkstücke unbeaufsichtigt ablegen) (!Prüfmittel ohne Kontrolle verwenden) (!Maße erst nach Abschluss der Arbeit bestimmen)
Was hat bei einem Museumsobjekt Vorrang? (Erhalt und dokumentierter Umgang mit der Originalsubstanz) (!Herstellung einer einsatzfähigen Waffe) (!Entfernung aller historischen Bearbeitungsspuren) (!Austausch jedes alten Bauteils)
Welcher heutige Ausbildungsberuf vermittelt besonders passende handwerkliche Kompetenzen? (Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung) (!Kaufmann für Büromanagement) (!Fachkraft für Lagerlogistik) (!Mediengestalter Bild und Ton)
Memory
| Stabringbauweise | Längsstäbe mit umlaufenden Ringen |
| Feuerschweißen | Stoffschlüssiges Fügen im heißen Zustand |
| Rohrseele | Innerer Hohlraum des Rohres |
| Lafette | Trag- und Richtkonstruktion |
| Schrumpfsitz | Feste Passung durch Abkühlung |
| Geschützgießer | Hersteller gegossener Rohre |
| Ultraschallprüfung | Zerstörungsfreie Suche nach inneren Fehlern |
| Restaurierung | Erhalt historischer Originalsubstanz |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Strecken | Verlängern eines Werkstücks durch Querschnittsverringerung |
| Stauchen | Verkürzen und Verdicken eines Werkstücks |
| Feuerschweißen | Verbinden geeigneter heißer Metalloberflächen durch Druck |
| Aufschrumpfen | Fügen eines erwärmten Rings mit anschließender Abkühlung |
| Ultraschallprüfen | Untersuchen des Werkstoffinneren mit Schallimpulsen |
...
Kreuzworträtsel
| Lafette | Wie heißt die Tragkonstruktion eines Geschützes? |
| Mündung | Wie heißt das vordere offene Rohrende? |
| Rohrseele | Wie heißt der innere Hohlraum des Rohres? |
| Schmiedeeisen | Welcher historische Eisenwerkstoff wurde zu Stäben und Ringen verarbeitet? |
| Ultraschall | Welches Prüfprinzip macht innere Reflexionsstellen erkennbar? |
| Restaurierung | Wie heißt der fachgerechte Erhalt eines historischen Objekts? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fachwortsammlung: Erstelle ein bebildertes Glossar mit zwölf Fachbegriffen aus dem Lernkurs und formuliere jede Erklärung in eigenen Worten.
- Bauteilskizze: Zeichne ein nicht funktionsfähiges Schnittmodell eines historischen Stabringrohrs und beschrifte Stäbe, Ringe, Rohrseele, Mündung und Bodenbereich.
- Medienanalyse: Wähle ein Bild aus dem Kurs und markiere sichtbare Hinweise auf Werkstoff, Fertigungsverfahren und Erhaltungszustand.
- Arbeitsschutz: Gestalte ein Werkstattplakat mit fünf Regeln für den sicheren Umgang mit heißen und schweren Schmiedeteilen.
Standard
- Arbeitsplan: Entwickle einen Arbeitsplan für ein ungefährliches Anschauungsmodell ohne durchgehende Rohrseele. Nenne Material, Werkzeuge, Prüfschritte und Schutzmaßnahmen.
- Werkstoffvergleich: Vergleiche Schmiedeeisen, Bronze, Gusseisen und modernen Stahl hinsichtlich Herstellung, typischer Eigenschaften und historischer Verwendung.
- Interview: Befrage eine Metallbauerin, einen Schmied, eine Restauratorin oder einen Werkstoffprüfer zu Qualitätskontrolle und dokumentiere die Antworten.
- Museumsrecherche: Untersuche ein erhaltenes historisches Geschütz in einem Museumskatalog. Trenne gesicherte Beobachtungen von Vermutungen.
Schwer
- Fehleranalyse: Entwickle für fünf mögliche Schäden eines historischen Stabringrohrs eine Prüfkette aus Sichtprüfung, Maßprüfung und zerstörungsfreien Verfahren.
- Restaurierungskonzept: Verfasse ein Konzept, das Reinigung, Konservierung, Dokumentation und Grenzen eines Eingriffs begründet.
- Digitale Rekonstruktion: Erstelle ein 3D-Modell eines Stabringverbandes als reine Anschauungskonstruktion und visualisiere die Reihenfolge der Montage.
- Technikfolgenabschätzung: Analysiere, wie Fortschritte bei Metallurgie, Gießtechnik, Bohrtechnik und Werkstoffprüfung das historische Schmiedehandwerk veränderten.


Lernkontrolle
- Konstruktionsvergleich: Erkläre, warum ein Stabringrohr andere Fertigungs- und Prüfprobleme besitzt als ein einteilig gegossenes Rohr. Beziehe Fügeflächen, Werkstofffehler und Reparierbarkeit ein.
- Prozessbeurteilung: Beurteile einen vorgeschlagenen Arbeitsablauf, bei dem Ringe ohne Maßprüfung erwärmt und aufgesetzt werden. Zeige technische und sicherheitsbezogene Folgen auf.
- Werkstofftransfer: Übertrage die Erkenntnisse über Schlackenzeilen und Schweißzonen auf die Auswahl eines geeigneten Prüfverfahrens.
- Restaurierungsentscheidung: Entscheide begründet, ob eine historische Rissstelle geschweißt, konserviert oder nur dokumentiert werden sollte. Berücksichtige Originalsubstanz und Wärmeeinfluss.
- Berufsrollen: Ordne Schmied, Geschützgießer, Büchsenmeister, Werkstoffprüfer und Restaurator einem gemeinsamen Museumsprojekt zu und beschreibe ihre Verantwortungsgrenzen.
- Ausbildungsprojekt: Entwirf ein sicheres Lernprodukt, an dem Stabringbauweise und Schrumpfsitz demonstriert werden, ohne eine funktionsfähige Rohrwaffe herzustellen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sind folgende Leistungen wichtig:
- Fachlich richtige Unterscheidung von Geschütz, Kanone, Stabringgeschütz, Kammergeschütz und gegossenem Rohr
- Sichere Verwendung der Fachbegriffe aus Schmiedetechnik, Werkstoffkunde und Prüfung
- Nachvollziehbare Arbeitsplanung mit Zeichnung, Arbeitsfolge, Prüfplan und Gefährdungsbeurteilung
- Begründete Werkstoffauswahl und Bewertung möglicher Fertigungsfehler
- Verantwortlicher Umgang mit Arbeitsschutz, Rechtsrahmen und nicht funktionsfähigen Ausbildungsmodellen
- Dokumentierte Analyse eines historischen Objekts oder einer digitalen Rekonstruktion
- Reflexion über Originalsubstanz, Restaurierungsethik und interdisziplinäre Zusammenarbeit
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