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KI kreativ als Werkzeugkette einsetzen

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KI kreativ als Werkzeugkette einsetzen




KI kreativ als Werkzeugkette einsetzen

Zielgruppe: Klasse 8, geeignet für etwa 1–2 Unterrichtsstunden und für fächerübergreifendes Lernen in Informatik, Deutsch, Mathematik, Technik, Geschichte, Kunst, Ethik, Gemeinschaftskunde und Wirtschaft.

Leitidee: Du sollst nicht lernen, möglichst oft KI zu benutzen. Du sollst lernen, ein Problem zu verstehen, passende Werkzeuge auszuwählen, die Arbeit zwischen Mensch und KI sinnvoll aufzuteilen, Kontrollpunkte einzubauen und begründet zu entscheiden, wann Du mit KI weiterarbeitest, das Werkzeug wechselst oder bewusst ohne KI arbeitest.


Einleitung

Stell Dir vor, Deine Klasse soll für einen schulischen Aktionstag ein überzeugendes Plakat, einen kurzen Informationstext und einen realistischen Kostenplan erstellen. Du könntest eine KI bitten: „Mach alles fertig.“ Das wäre schnell, aber nicht automatisch gut. Vielleicht stimmen Zahlen nicht, Quellen fehlen, ein Bild darf nicht frei verwendet werden oder der Text passt nicht zur Zielgruppe.

Professioneller ist eine Werkzeugkette. Dabei zerlegst Du eine Aufgabe in einzelne Schritte und wählst für jeden Schritt das Werkzeug, das dafür am besten geeignet ist. Eine KI kann ein Teil dieser Kette sein. Ebenso wichtig können aber Quellenrecherche, Tabellenkalkulation, Taschenrechner, Textverarbeitung, Bildbearbeitung, ein freies Medienarchiv, Papier und Stift oder ein Gespräch mit echten Menschen sein.

Das Flussdiagramm zeigt ein Grundprinzip: Ein Prozess besteht nicht nur aus Arbeitsschritten, sondern auch aus Entscheidungen. Genau so gehst Du in diesem Kurs vor: Problem klären → Werkzeug wählen → Ergebnis prüfen → weiterarbeiten, wechseln oder stoppen.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du eine alltagsnahe Aufgabe in Teilprobleme zerlegen, für jeden Teil ein geeignetes Werkzeug auswählen und Deine Auswahl begründen. Du kannst beschreiben, welche Arbeit beim Menschen bleibt und welche Arbeit eine KI unterstützen kann. Du setzt Kontrollpunkte für Fakten, Berechnungen, Quellen, Datenschutz, Fairness, Gestaltung und Rechte. Du erkennst Situationen, in denen KI ungeeignet oder unnötig ist. Schließlich überträgst Du Deine Vorgehensweise auf eine neue Situation und erklärst Deine Entscheidung nachvollziehbar.


Unterrichtsrahmen für 45 bis 90 Minuten

Phase Kurzversion Doppelstunde Ziel
Aktivierung und Diagnose 5 Minuten 8 Minuten Vorwissen und spontane Werkzeugwahl sichtbar machen
Einführung Werkzeugkette 10 Minuten 15 Minuten Problemdefinition, Werkzeugwahl und Mensch-KI-Arbeitsteilung verstehen
Geführtes Beispiel 8 Minuten 15 Minuten Kontrollpunkte und Werkzeugwechsel anwenden
Anwendungssituation 17 Minuten 30 Minuten Eine eigene Werkzeugkette planen und testen
Selbstkontrolle und Reflexion 5 Minuten 12 Minuten Qualität prüfen und Entscheidungen begründen
Transfer optional 10 Minuten Vorgehen auf eine neue Situation übertragen

Für eine einzelne Unterrichtsstunde genügt die Kurzversion. Für eine Doppelstunde empfiehlt sich die vollständige Anwendungssituation mit Überarbeitung und Transfer.


Aktivierung und Diagnose

Entscheide bei jeder Situation zuerst spontan, welches Werkzeug Du wählen würdest. Begründe anschließend in einem Satz, warum.

  1. Ideenfindung: Für ein Schulfest werden drei unterschiedliche Slogans gesucht.
  2. Berechnung: Ein Budget von 260 Euro muss mit mehreren Einzelkosten exakt überprüft werden.
  3. Recherche: Du brauchst eine aktuelle Information von einer Behörde oder Schule.
  4. Datenschutz: Ein Entwurf enthält Namen und Fotos von Mitschülerinnen und Mitschülern.
  5. Bewertung: Zwei Entwürfe sind fachlich korrekt, aber nur einer passt gut zur Zielgruppe.

Vergleicht Eure Entscheidungen. Wichtig ist nicht, dass alle dasselbe Werkzeug wählen. Entscheidend ist, ob die Wahl zur Aufgabe passt und ob Ihr einen sinnvollen Kontrollpunkt nennen könnt.


Was ist eine Werkzeugkette?

Eine Werkzeugkette ist eine bewusst geplante Folge von Werkzeugen und Arbeitsschritten. Sie verhindert, dass ein einziges Werkzeug für alles verwendet wird. Besonders bei KI ist das wichtig: Ein System kann nützliche Vorschläge erzeugen, aber es kennt Deine Unterrichtsziele, Verantwortung, Regeln und Qualitätsmaßstäbe nicht automatisch.

Grundschema:

Schritt Leitfrage Typische Entscheidung
Problem definieren Was soll am Ende wirklich erreicht sein? Ziel, Zielgruppe und Grenzen festlegen
Qualitätskriterien festlegen Woran erkenne ich ein gutes Ergebnis? Richtigkeit, Verständlichkeit, Fairness und Nachvollziehbarkeit bestimmen
Werkzeug wählen Welches Werkzeug passt genau zu diesem Teilschritt? Mensch, Recherche, Tabelle, KI, Bildarchiv oder anderes Werkzeug auswählen
Zwischenergebnis erzeugen Was entsteht nach diesem Schritt? Entwurf, Berechnung, Quelle, Skizze oder Varianten
Kontrollpunkt setzen Ist das Ergebnis belastbar? Prüfen, vergleichen, nachrechnen oder belegen
Weiter, wechseln oder stoppen Ist dieses Werkzeug noch sinnvoll? Werkzeug behalten, anderes Werkzeug einsetzen oder KI bewusst nicht verwenden


KI ist ein Werkzeug, kein Projektleiter

Viele KI-Systeme verarbeiten Eingaben und erzeugen daraus Ausgaben nach erlernten Mustern. Das kann beim Formulieren, Strukturieren, Variieren oder Erklären helfen. Es bedeutet aber nicht, dass jede Aussage korrekt, aktuell oder für Deine Aufgabe geeignet ist.

Die Darstellung eines neuronalen Netzes ist stark vereinfacht. Sie hilft Dir, an Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe zu denken. Für die Projektarbeit ist aber noch etwas wichtiger: Zwischen Eingabe und Veröffentlichung braucht es menschliche Entscheidungen und Prüfungen.

Beobachtungsauftrag: Notiere beim Video eine Möglichkeit, bei der KI unterstützen kann, und eine Situation, in der Du selbst entscheiden oder kontrollieren musst.


Mensch-KI-Arbeitsteilung

Aufgabe Geeignetes Hauptwerkzeug Rolle von KI Menschlicher Kontrollpunkt
Ziel und Auftrag verstehen Mensch Kann Rückfragen oder Strukturvorschläge liefern Stimmt die Problemdefinition wirklich?
Aktuelle Fakten finden Verlässliche Quellen Kann gefundene Informationen ordnen Quelle, Datum und Aussage selbst prüfen
Exakte Kosten berechnen Taschenrechner oder Tabellenkalkulation Kann Rechenwege erklären Zahlen selbst nachrechnen
Mehrere Formulierungen entwickeln Mensch und optional KI Kann Varianten erzeugen Passung, Ton und Inhalt auswählen
Freies Bildmaterial suchen Freies Medienarchiv Kann Suchbegriffe vorschlagen Lizenz und Herkunft prüfen
Sensible personenbezogene Daten behandeln Mensch nach schulischen Regeln Öffentliche KI-Dienste möglichst nicht verwenden Datenschutz und Einwilligung klären
Endgültig bewerten und veröffentlichen Mensch Kann eine Checkliste unterstützen Verantwortung bleibt beim Menschen

Merksatz: Gute Mensch-KI-Arbeitsteilung bedeutet nicht „Die KI macht den schwierigen Teil“. Sie bedeutet: Jeder Teil der Aufgabe bekommt das Werkzeug, das seine Anforderungen am besten erfüllt.


Kreative KI: Varianten statt fertige Lösungen

Bei kreativen Aufgaben kann KI besonders nützlich sein, wenn Du nicht einfach „die Lösung“ verlangst, sondern Varianten, Perspektiven oder Überarbeitungsmöglichkeiten. Du bleibst verantwortlich dafür, welche Idee sinnvoll, originell, fair und passend ist.

Die Abbildung verdeutlicht vereinfacht den Unterschied zwischen Erkennen und Erzeugen. Für Deine Arbeit ist wichtig: Ein erzeugtes Ergebnis ist zunächst ein Entwurf, kein fertiges Produkt.

Beobachtungsauftrag: Achte darauf, welche kreativen Arbeitsschritte Menschen übernehmen und welche an KI abgegeben werden. Wo wäre für Dich ein sinnvoller Kontrollpunkt?


Systematische Werkzeugwahl

Stelle Dir vor jedem Werkzeugwechsel vier Fragen:

  1. Aufgabentyp: Geht es gerade um Ideen, Fakten, Berechnungen, Gestaltung, Entscheidung oder Bewertung?
  2. Genauigkeit: Muss das Ergebnis exakt und überprüfbar sein?
  3. Risiko: Enthält die Aufgabe persönliche Daten, heikle Entscheidungen oder mögliche Benachteiligungen?
  4. Nachweis: Kann ich erklären, woher das Ergebnis kommt und wie ich es geprüft habe?


Wann KI sinnvoll sein kann

KI kann hilfreich sein, wenn Du mehrere Ideen brauchst, einen eigenen Text auf Verständlichkeit prüfen möchtest, eine Struktur für einen Entwurf suchst, Gegenargumente sammeln willst oder unterschiedliche Formulierungen vergleichen möchtest. Auch dann gilt: Du prüfst das Ergebnis und entscheidest selbst.


Wann Du besser das Werkzeug wechselst

Signal Besseres Werkzeug Begründung
Eine aktuelle Zahl oder Vorschrift wird benötigt Primärquelle oder verlässliche aktuelle Website Aktualität und Herkunft müssen überprüfbar sein
Eine Rechnung muss exakt stimmen Taschenrechner oder Tabellenkalkulation Rechenfehler lassen sich reproduzierbar prüfen
Eine historische Aussage soll belegt werden Historische Quelle und Quellenkritik Beleg und Kontext sind wichtiger als sprachliche Plausibilität
Ein Bild soll veröffentlicht werden Eigene Gestaltung oder freies Medienarchiv Rechte und Lizenz müssen geklärt sein
Persönliche Daten sind betroffen Mensch nach schulischen Datenschutzregeln Schutz der betroffenen Personen hat Vorrang
Eine Entscheidung betrifft Fairness oder Bewertung einer Person Mensch mit transparenten Kriterien Verantwortung und Begründung dürfen nicht an ein System ausgelagert werden


Wann Du KI bewusst nicht verwendest

KI ist nicht automatisch ein Fortschritt. Arbeite bewusst ohne KI, wenn eine Aufgabe ausdrücklich Deine eigene Leistung ohne Hilfsmittel verlangt, wenn vertrauliche oder sensible Daten nicht sicher verarbeitet werden können, wenn Du eine grundlegende Fähigkeit selbst üben sollst oder wenn ein einfacheres Werkzeug schneller, genauer und transparenter ist.

Human Agency bedeutet hier: Du behältst Ziel, Entscheidung und Verantwortung. Die Technik unterstützt Dich, aber sie bestimmt nicht, was wichtig, richtig oder fair ist.


Kontrollpunkte: Stoppen, prüfen, entscheiden

Eine Werkzeugkette wird erst durch Kontrollpunkte zuverlässig.

Kontrollpunkt Prüffrage Mögliche Reaktion
Zielkontrolle Bearbeiten wir noch das eigentliche Problem? Auftrag präzisieren
Faktenkontrolle Sind Aussagen durch geeignete Quellen belegt? Quelle suchen oder Aussage streichen
Rechenkontrolle Lässt sich das Ergebnis mit einem exakten Werkzeug nachvollziehen? Neu berechnen
Fairnesskontrolle Werden Menschen einseitig, stereotyp oder unfair dargestellt? Perspektive ändern oder Ergebnis überarbeiten
Sicherheitskontrolle Sind persönliche Daten und sensible Inhalte geschützt? Daten entfernen oder ohne KI weiterarbeiten
Rechtekontrolle Dürfen Bilder, Texte und Materialien verwendet werden? Lizenz prüfen oder freies Material wählen
Transparenzkontrolle Können wir erklären, welche Werkzeuge wir wofür eingesetzt haben? Arbeitsprotokoll ergänzen


Quellenkritik statt Plausibilitätsgefühl

Ein KI-Text kann überzeugend klingen und trotzdem Fehler enthalten. Deshalb ist „Klingt gut“ kein Qualitätskriterium. Prüfe bei wichtigen Aussagen: Wer ist die Quelle? Wann wurde sie veröffentlicht? Wofür ist sie zuständig? Wird die Aussage durch eine zweite unabhängige Quelle gestützt?

Datei:Infografik zu Desinformation und Fake News.pdf

Transferfrage zum Video: Welche Prüfstrategie aus dem Umgang mit Falschinformationen kannst Du auch auf KI-generierte Aussagen übertragen?


Freie Medien und Rechte

Für schulische Produkte sind selbst erstellte oder frei lizenzierte Medien oft eine gute Wahl. Wikimedia Commons bietet viele Medien mit klar angegebenen Lizenzen. Prüfe trotzdem die Dateiseite und nenne Urheber oder Urheberin sowie die Lizenz so, wie es dort verlangt wird.

Ein frei lizenziertes Bild ist nicht automatisch für jede Aussage geeignet. Auch bei freien Medien musst Du prüfen, ob das Bild sachlich passt und Menschen fair darstellt.


Qualitätskriterien für Deine Werkzeugkette

Nutze vor der Abgabe die folgende Prüftabelle.

Qualitätskriterium Noch offen Teilweise erfüllt Erfüllt
Problem und Zielgruppe sind klar
Fakten sind belegt und aktuell genug
Berechnungen sind nachvollziehbar
KI-Ausgaben wurden geprüft und überarbeitet
Persönliche Daten sind geschützt
Darstellungen sind fair und nicht stereotyp
Bild- und Textrechte sind geklärt
Werkzeugwechsel sind begründet
Das Endprodukt ist verständlich und passend
Die menschliche Verantwortung ist erkennbar


Projektsteuerung ohne Chaos

Auch eine kleine Schulaufgabe profitiert von Projektsteuerung. Nutzt vier Zustände: Offen – In Arbeit – Geprüft – Fertig. Ein Arbeitsschritt darf erst auf „Geprüft“ wechseln, wenn ein vereinbarter Kontrollpunkt durchgeführt wurde.

Ein einfaches Projektprotokoll kann so aussehen:

Teilschritt Werkzeug Warum dieses Werkzeug? Kontrollpunkt Entscheidung
Beispiel: Slogans entwickeln Mensch plus optionale KI Mehrere Varianten sind hilfreich Zielgruppe und Ton prüfen Eine Variante übernehmen und selbst überarbeiten
Eigener Schritt
Eigener Schritt


Anwendungssituation: Repair- und Tausch-Nachmittag

Situation: Eure Schule plant einen Repair- und Tausch-Nachmittag. Eure Gruppe soll eine kleine Informationskampagne erstellen. Sie umfasst einen kurzen Ankündigungstext, ein Plakatmotiv und einen Kostencheck. Die Daten in diesem Szenario sind erfundene Unterrichtsdaten.

Material A – Rahmenbedingungen:

Information Wert
Verfügbares Budget 260 Euro
Erwartete Besucherzahl 180 Personen
Verbrauchsmaterial 90 Euro
Plakate 40 Stück zu je 0,35 Euro
Namensschilder 100 Stück zu je 0,08 Euro
Getränkeplanung 0,60 Euro je erwarteter Person
Ankündigungstext höchstens 450 Zeichen
Bild selbst erstellt oder frei nutzbar

Material B – Qualitätsanforderungen: Die Ankündigung soll verständlich, motivierend und sachlich sein. Die Kosten müssen stimmen. Verwendete Fakten sollen belegbar sein. Namen, Fotos oder Kontaktdaten von Schülerinnen und Schülern dürfen nicht einfach in öffentliche KI-Dienste eingegeben werden. Die Gruppe muss dokumentieren, wo KI eingesetzt wurde und wo nicht.


PISA-nahe Arbeitsaufträge zur Anwendungssituation

  1. Problemdefinition: Formuliert in zwei Sätzen, was das eigentliche Problem ist. Nennt zusätzlich drei Qualitätskriterien.
  2. Werkzeugkette: Plant mindestens fünf Arbeitsschritte und ordnet jedem Schritt ein Werkzeug zu.
  3. Mathematik: Berechnet die geplanten Gesamtkosten und die verbleibende Reserve. Entscheidet, ob Ihr für diese Rechnung KI benötigt.
  4. Deutsch: Entwickelt zwei unterschiedliche Ankündigungen. Eine darf mit KI-Unterstützung entstehen, die andere ohne. Vergleicht Verständlichkeit, Ton und Eigenständigkeit.
  5. Kunst: Erstellt oder recherchiert ein geeignetes Plakatmotiv. Dokumentiert Herkunft und Nutzungsrecht.
  6. Ethik: Prüft, ob Eure Darstellung Menschen ausschließt, stereotypisiert oder unfair anspricht.
  7. Projektsteuerung: Setzt mindestens drei Kontrollpunkte. Markiert, wann Ihr „weiter“, „Werkzeug wechseln“ oder „KI stoppen“ entscheiden würdet.
  8. Begründete Entscheidung: Schreibt am Ende fünf bis acht Sätze dazu, warum Eure Werkzeugkette besser ist als die Lösung „Eine KI macht alles“.

Kontrollrechnung für die Selbstkontrolle: Die geplanten Kosten betragen 220 Euro. Es bleiben 40 Euro Reserve. Wenn Ihr zu einem anderen Ergebnis kommt, prüft zuerst die Einzelrechnung und erst danach den Text oder die KI-Ausgabe.


Beispiel für eine begründete Werkzeugkette

Reihenfolge Werkzeug Ergebnis Kontrollpunkt
Problem und Zielgruppe klären Mensch im Team Arbeitsauftrag und Kriterien Versteht jede Person dasselbe Ziel?
Fakten und freie Medien suchen Verlässliche Quellen und Wikimedia Commons Quellenliste und Bildkandidaten Sind Herkunft und Lizenz klar?
Kosten prüfen Tabellenkalkulation Exakter Kostenplan Stimmen Formeln und Einheiten?
Textvarianten entwickeln Mensch und optional KI Mehrere kurze Entwürfe Sind Aussagen belegt und zielgruppengerecht?
Gestaltung umsetzen Grafik- oder Präsentationswerkzeug Plakatentwurf Ist das Design lesbar und fair?
Endkontrolle Mensch Freigegebenes Produkt Fakten, Rechte, Datenschutz und Transparenz prüfen

Diese Werkzeugkette ist nur ein Beispiel. Eine andere Reihenfolge kann ebenfalls gut sein, wenn sie zur Aufgabe passt und begründet wird.


Fächerübergreifende Bezüge

Fach Verbindung zum Thema Mögliche Leistung
Informatik Algorithmen, Ein- und Ausgabe, Prozessmodelle, KI-Systeme Werkzeugkette als Ablaufdiagramm modellieren
Deutsch Adressatengerechtes Schreiben, Argumentieren, Überarbeiten KI-Entwurf prüfen und in eigene Sprache überführen
Mathematik Kosten, Prozentrechnung, Datenprüfung, Tabellen KI-Ergebnis durch exakte Rechnung kontrollieren
Technik Prozessplanung, Fehlersuche, systematisches Vorgehen Kontrollpunkte wie bei technischer Fehlerdiagnose planen
Geschichte Quellenkritik, Kontext, Beleg und Interpretation KI-Aussage mit historischer Quelle abgleichen
Kunst Bildsprache, Komposition, Originalität, Urheberrecht Freies oder eigenes Bildmaterial bewusst gestalten
Ethik Verantwortung, Fairness, Autonomie, Transparenz Entscheidung begründen, wann KI nicht eingesetzt wird
Gemeinschaftskunde Öffentlichkeit, Teilhabe, Interessen und gesellschaftliche Folgen KI-gestützte Information auf Ausgewogenheit prüfen
Wirtschaft Kosten-Nutzen-Abwägung, Effizienz, Arbeitsteilung Werkzeugwahl nach Aufwand, Nutzen und Qualität bewerten

Optionaler Vertiefungsauftrag für Wirtschaft und Gemeinschaftskunde: Suche im Video zwei Tätigkeiten, die durch KI verändert werden könnten. Entscheide jeweils, welche menschliche Verantwortung trotzdem bestehen bleibt.


Selbstkontrolle

Beantworte vor der Abgabe vier Fragen schriftlich:

  1. Zielkontrolle: Kann ich das Problem ohne Nennung eines Werkzeugs erklären?
  2. Werkzeugkontrolle: Kann ich für jeden Schritt begründen, warum dieses Werkzeug besser passt als mindestens eine Alternative?
  3. Qualitätskontrolle: Kann ich zeigen, wie Fakten, Berechnungen, Rechte, Fairness und Datenschutz geprüft wurden?
  4. Verantwortung: Kann ich sagen, welche Entscheidung bewusst beim Menschen geblieben ist?

Wenn Du eine dieser Fragen nicht beantworten kannst, ist Deine Werkzeugkette noch nicht fertig.


Reflexion

Vergleiche am Ende nicht nur das Produkt, sondern auch den Prozess. Ein schönes Ergebnis kann durch eine schlechte Werkzeugkette entstanden sein. Umgekehrt kann ein noch nicht perfektes Produkt zeigen, dass Du sehr gute Entscheidungen getroffen hast.

Schreibe einen kurzen Reflexionstext zu drei Fragen: Wo hat KI echten Mehrwert gebracht? Wo war ein anderes Werkzeug besser? Welche Entscheidung würdest Du beim nächsten Projekt früher treffen?


Transfer: Neue Situation ohne Musterlösung

Neue Situation: Die Schülervertretung möchte einen Vorschlag für zusätzliche Fahrradabstellplätze an der Schule entwickeln. Es gibt Maße des Schulhofs, mehrere Preisangebote, Rückmeldungen von Lernenden und eine kommunale Informationsseite zu sicheren Abstellanlagen. Am Ende sollen eine Skizze, eine Kostenübersicht und eine kurze Begründung für die Schulleitung entstehen.

Plane selbstständig eine Werkzeugkette. Entscheide ausdrücklich, an welcher Stelle Du KI einsetzen würdest, an welcher Stelle Du das Werkzeug wechseln würdest und an welcher Stelle Du bewusst ohne KI arbeitest. Begründe Deine Entscheidungen mit mindestens vier Qualitätskriterien.

Diese Transferaufgabe hat nicht nur eine richtige Lösung. Bewertet wird, wie nachvollziehbar Du Problem, Werkzeugwahl, Kontrollpunkte und Verantwortung miteinander verbindest.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Du brauchst den aktuellen Preis einer kommunalen Leistung. Was ist der beste erste Schritt? (Eine aktuelle offizielle Quelle prüfen) (!Eine KI nach einer ungeprüften Zahl fragen) (!Die Zahl aus dem Gedächtnis schätzen) (!Die erste Zahl aus einem alten Arbeitsblatt übernehmen)




Welche Werkzeugwahl passt am besten zu einer exakten Budgetrechnung? (Eine Tabellenkalkulation oder ein Taschenrechner) (!Ein Bildgenerator) (!Eine Wortwolke) (!Ein zufälliger Textvorschlag)




Ein KI-Text nennt eine überraschende historische Behauptung ohne Quelle. Was solltest Du tun? (Die Behauptung mit geeigneten Quellen überprüfen) (!Die Behauptung übernehmen weil sie überzeugend klingt) (!Die Behauptung fett markieren und veröffentlichen) (!Nur die Rechtschreibung der Behauptung prüfen)




Wann ist es sinnvoll KI bewusst nicht zu verwenden? (Wenn vertrauliche Daten nicht sicher verarbeitet werden können) (!Wenn mehrere Ideen gebraucht werden) (!Wenn ein eigener Entwurf sprachlich geprüft werden soll) (!Wenn verschiedene Formulierungen verglichen werden sollen)




Was ist ein guter Kontrollpunkt nach einer KI-generierten Textvariante? (Passung Fakten und Fairness prüfen) (!Nur die Länge des Textes zählen) (!Den Text sofort veröffentlichen) (!Das Werkzeug wechseln ohne den Text anzusehen)




Wer trägt die Verantwortung für die endgültige schulische Veröffentlichung? (Der Mensch der das Ergebnis freigibt) (!Das zuletzt verwendete Werkzeug) (!Der längste Textentwurf) (!Die schnellste Software)




Ein Bild hat eine unklare Lizenz. Was ist die beste Entscheidung? (Das Bild erst nach geklärten Nutzungsrechten verwenden) (!Das Bild sofort kopieren) (!Die Quellenangabe entfernen) (!Das Bild nur größer darstellen)




Eine KI verteilt technische Rollen nur an Jungen und kreative Rollen nur an Mädchen. Was ist zu tun? (Das Ergebnis auf Stereotype prüfen und überarbeiten) (!Das Ergebnis unverändert übernehmen) (!Nur die Schriftart ändern) (!Die Rollen zufällig löschen)




Welcher Schritt kommt sinnvoll vor der Werkzeugwahl? (Problem und Qualitätskriterien klären) (!Das Endprodukt veröffentlichen) (!Alle verfügbaren Werkzeuge gleichzeitig öffnen) (!Eine zufällige Ausgabe erzeugen)




Wann ist ein Werkzeugwechsel besonders gut begründet? (Wenn ein anderes Werkzeug die Aufgabe genauer oder sicherer erfüllt) (!Wenn das aktuelle Werkzeug bunt aussieht) (!Wenn eine Aufgabe noch nicht gelesen wurde) (!Wenn die Gruppe keine Qualitätskriterien festgelegt hat)





Memory

Problemdefinition Ziel und Grenzen einer Aufgabe klären
Tabellenkalkulation Exakte Berechnungen nachvollziehbar durchführen
Quellenrecherche Aktuelle Aussagen überprüfbar belegen
Kontrollpunkt Zwischenergebnis bewusst prüfen
Fairnessprüfung Stereotype und Benachteiligungen erkennen
Datenschutz Persönliche Informationen schützen
Transparenz Werkzeugnutzung nachvollziehbar dokumentieren





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Aufgabe
Quellenrecherche Aktuelle Fakten belegen
Tabellenkalkulation Kosten exakt berechnen
KI-Textwerkzeug Formulierungsvarianten entwickeln
Freies Medienarchiv Nutzbares Bildmaterial finden
Menschliche Entscheidung Ziel und Verantwortung festlegen
Kontrollpunkt Zwischenergebnis prüfen






Kreuzworträtsel

Werkzeug Womit bearbeitest Du einen bestimmten Arbeitsschritt?
Quelle Was brauchst Du um eine wichtige Aussage zu belegen?
Fairness Welches Prinzip prüft ob Menschen angemessen behandelt werden?
Datenschutz Was schützt persönliche Informationen?
Kontrolle Wie heißt das bewusste Prüfen eines Zwischenergebnisses?
Transparenz Wie heißt die Nachvollziehbarkeit von Werkzeugen und Entscheidungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Am Anfang einer Werkzeugkette steht eine klare

. Für ein gutes Ergebnis brauchst Du vorher passende

. Aktuelle Fakten prüfst Du besser mit einer verlässlichen

. Exakte Kosten kontrollierst Du mit einer

. Nach wichtigen Zwischenschritten setzt Du einen

. Persönliche Informationen schützt der

. Die Nutzung von Werkzeugen sollte durch

nachvollziehbar sein. Die letzte Verantwortung für eine schulische Entscheidung bleibt beim

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugdetektiv: Nenne für fünf typische Schulaufgaben jeweils ein geeignetes Werkzeug und begründe Deine Wahl in einem Satz.
  2. KI oder nicht: Erstelle zehn Karten mit kurzen Situationen und sortiere sie in „KI sinnvoll“, „anderes Werkzeug besser“ und „bewusst ohne KI“.
  3. Kontrollpunkt-Plakat: Gestalte ein kleines Plakat mit vier Kontrollpunkten, die Du bei einem KI-gestützten Schulprojekt nutzen würdest.
  4. Mediencheck: Suche auf Wikimedia Commons ein passendes Bild für ein Schulthema und dokumentiere Dateiname, Urheberangabe und Lizenz.


Standard

  1. Werkzeugketten-Vergleich: Plane zwei verschiedene Werkzeugketten für dieselbe Aufgabe und entscheide, welche zuverlässiger ist.
  2. Prompt und Prüfung: Lass eine KI drei Formulierungsvarianten zu einem selbst gewählten Thema erzeugen. Prüfe sie mit eigenen Qualitätskriterien und überarbeite nur die beste Variante.
  3. Budgetprüfung: Erstelle eine kleine Kostenplanung mit mindestens fünf Positionen. Prüfe eine KI-Berechnung mit einer Tabellenkalkulation und dokumentiere Abweichungen.
  4. Quellenkritik-Projekt: Vergleiche eine KI-Aussage mit zwei geeigneten Quellen und erkläre, welche Information Du übernehmen, verändern oder verwerfen würdest.


Schwer

  1. Werkzeugketten-Audit: Untersuche ein fertiges digitales Produkt rückwärts. Rekonstruiere mögliche Werkzeuge, finde Risiken und entwirf eine bessere Prozesskette.
  2. Fairness-Test: Entwickle ein Beispiel, bei dem eine KI stereotype oder einseitige Vorschläge machen könnte. Erstelle Kriterien für eine faire Überarbeitung.
  3. Projektsteuerung: Organisiere in einer Gruppe ein Mini-Projekt mit den Zuständen „Offen – In Arbeit – Geprüft – Fertig“ und dokumentiere jeden Werkzeugwechsel.
  4. Transfer-Challenge: Wähle ein neues Problem aus Schule, Alltag oder Gemeinde. Entwickle eine vollständige Werkzeugkette mit mindestens drei Kontrollpunkten und begründe eine Stelle, an der Du KI bewusst nicht einsetzt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fehleranalyse: Eine Gruppe hat eine KI für Recherche, Rechnung, Bildwahl und Endbewertung verwendet. Analysiere mindestens drei Schwachstellen und ersetze jeweils das Werkzeug oder den Kontrollpunkt.
  2. Entscheidungsbegründung: Du hast zwei Möglichkeiten für einen Arbeitsschritt: KI oder Tabellenkalkulation. Entwickle selbst eine Situation, in der jeweils eines der beiden Werkzeuge klar überlegen ist, und begründe.
  3. Quellenkonflikt: Eine KI-Antwort widerspricht einer aktuellen offiziellen Quelle. Beschreibe, wie Du den Konflikt untersuchst und welche Information Du am Ende verwendest.
  4. Fairness-Transfer: Ein KI-generierter Werbetext spricht nur eine sehr kleine Gruppe der Schulgemeinschaft an. Überarbeite die Prozesskette so, dass verschiedene Perspektiven berücksichtigt werden.
  5. Sicherheitsentscheidung: In einem Projekt liegen persönliche Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern vor. Entscheide, welche Daten verarbeitet werden dürfen, welche anonymisiert werden müssen und welche Du nicht an eine KI weitergibst.
  6. Neue Werkzeugkette: Plane für die Fahrradabstellplatz-Situation aus dem Transfer eine Kette aus mindestens sechs Schritten. Begründe ausdrücklich einen KI-Einsatz, einen Werkzeugwechsel und einen bewussten Nicht-Einsatz von KI.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du ein Problem selbstständig strukturieren kannst, geeignete Werkzeuge passend zur Aufgabe auswählst und Deine Entscheidung nicht nur mit Geschwindigkeit, sondern mit Qualität begründest. Wichtig sind außerdem nachvollziehbare Kontrollpunkte für Fakten, Berechnungen, Quellen, Datenschutz, Fairness und Rechte.

  1. Problemkompetenz: Du formulierst Ziel, Zielgruppe und Grenzen einer Aufgabe.
  2. Werkzeugkompetenz: Du ordnest Teilschritten passende Werkzeuge zu.
  3. Mensch-KI-Arbeitsteilung: Du erklärst, was KI unterstützt und was beim Menschen bleibt.
  4. Kontrollkompetenz: Du prüfst Ergebnisse mit geeigneten Methoden.
  5. Quellenkritik: Du unterscheidest plausible Aussagen von belegten Aussagen.
  6. Verantwortung: Du erkennst sensible oder faire Entscheidungen als menschliche Aufgabe.
  7. Transparenz: Du dokumentierst KI-Einsatz, Werkzeugwechsel und Eigenleistung.
  8. Transfer: Du überträgst die Methode auf eine neue Situation und begründest Deine Entscheidungen.




OERs zum Thema

Weiterführende Materialien für Lehrkräfte und Lernende:

  1. UNESCO: AI competency framework for students
  2. klicksafe: KI in der Schule
  3. klicksafe: Bleib Safe – 5 Tipps für KI im Schulalltag
  4. OECD: PISA Creative Thinking
  5. Wikimedia Commons: freie Medien recherchieren


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